Sankt Petersburg auf eigene Faust

Sankt Petersburg auf eigene Faust

Blutkirche

Sankt Petersburg ist ein weitere Höhepunkt von Ostsee Kreuzfahrten. Nicht umsonst gelten Ostee Kreuzfahrten als „Sehreisen“. Obwohl viele Kreuzfahrtschiffe hier sogar über Nacht bleiben, reicht die Zeit bei weitem nicht aus, um die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Landausflüge liefern ein guten Eindruck. Wem die Stadt gefällt, kommt vielleicht später im Rahmen einer Städtreise wieder.

Die mit 5 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt Russlands wurde an der Mündung der Newa in den finnischen Meerbusen erbaut. Genauer gesagt, auf etwa 100 Inseln des Flussdeltas. 600 Brücken überspannen heute den Fluss und seine Nebenarme. Dies und die Tatsache, dass der sumpfige Boden den Bau von Wolkenkratzern verbietet, machen Sankt Petersburg zu einer der schönsten Städte der Welt. Bereits seit 1990 steht das historische Zentrum auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe. Hier finden Sie Informationen für Ihren Landausflug in Sankt Petersburg auf eigene Faust.

Transport in Sankt Petersburg auf eigene Faust

Schiffe in St. Petersburg

Schiffe in St. Petersburg

Kreuzfahrtschiffe machen im neuen Passagierhafen Marine Façade (portspb.ru) fest. Dieser befindet sich auf der Vasilyevsky Insel in der Newa-Mündung und ist ca. 5 Kilometer vom Zentrum Sankt Petersburgs entfernt. Insgesamt stehen sieben Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe und Fähren zur Verfügung. Die vier modernen Passagierterminals bieten alle gewünschten Einrichtungen, wie Internet, Post, Touristeninformation und Souvenirgeschäfte.

Wer die Stadt auf eigene Faust erkunden möchte, benötigt ein Visum. Dieses muss vor der Einreise bei einer der russischen Auslandsvertretungen beantragt und eingeholt werden. Alternativ kann man den Service diverser Visadienste in Anspruch nehmen. Unter dem Strich zu mühsam und kostspielig für einen ein- oder zweitägigen Landausflug. Die fremde Sprache (nur wenige Menschen sprechen Englisch oder Deutsch) und Schrift kommen noch dazu.

Kreuzfahrt-Terminal

Kreuzfahrt-Terminal

Einfacher ist es in diesem Hafen, einen organisierten Landausflug an Bord zu buchen. Dann entfällt die Visumpflicht und man hat einen Stadtführer. Denn Urlauber, die auf Kreuzfahrtschiffen einreisen, können im Rahmen von organisierten Landausflügen bis zu 72 Stunden visafrei einreisen! Alternativ kann man Landausflüge bei örtlichen Anbietern buchen. Dann benötigt man nur ein so genanntes Tourticket, dass in der Regel von dem lokalen Ausflugsanbieter beschafft wird. Ein bei Kreuzfahrern beliebter örtlicher Anbieter ist die Firma Petersburg Hautnah. Weitere Angebote lokaler Landusflugsanbieter finden Sie bei Viator oder Kreuzfahrtausflüge.de.

Tipps für Ihren Landausflug in Sankt Petersburg

Wegen der nördlichen Lage der Stadt geht die Sonne von Mitte Juni bis Mitte Juli erst zwischen 2 und 3 Uhr morgens unter und es wird nie vollkommen dunkel. Während der Zeit der „Weiße Nächte“ ist ein Besuch der Stadt ein besonderes Erlebnis. Es finden Musikveranstaltungen aller Art statt und in den Straßen herrscht reger Betrieb.

Blick auf Sankt Petersburg

Blick auf Sankt Petersburg

Beginnen wir am 4,5 km langen Newski-Prospekt. Die Flaniermeile der Stadt ist einer der berühmtesten Straßen des Landes. Sie beherbergt neben Geschäften und Gastronomie eine ganze Reihe bedeutender Gebäude wie das Puschkin-Theater, die Philharmonie oder das Russische Museum. Das markantesten Gebäude ist jedoch die nach dem Vorbild des Petersdoms gebaute russisch-orthodoxe Kasaner Kathedrale, das bedeutendste klassizistische Gebäude der Stadt. Nur etwa einen Kilometer entfernt befindet sich der Isaak-Platz und zur gleichnamigen Isaakskathedrale mit ihrer prächtigen, 102 m hohen Kuppel. Die Kathedrale ist die größte Kirche in Sankt Petersburg und einer größten sakralen Kuppelbauten der Welt. Das Denkmal Peters des Großen, der „Eherne Reiter“, steht auf einem der schönsten Plätze der Stadt, dem Dekabristenplatz. Es wurde 1782 aufgestellt. An der Ostseite des Dekrabistenplatzes befindet sich die Admiralität. Der 72 m hohe, sehr spitze Torturm ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

Winterpalast Eremitage-Museum

Winterpalast Eremitage-Museum

Der größte Platz ist allerdings der Schlossplatz mit der Alexandersäule, dem Denkmal für den Sieg Russlands über Napoleon im Jahre 1812. Den Rahmen bilden neben der Admiralität, das Generalstabsgebäude und vor allem der Winterpalast. Er beherbergt die Eremitage, eines der großartigsten Museen der Welt. Die von Katharina der Großen zwischen 1764 und 1774 zusammengetragenen Kunstschätze dieses Museums sind unüberschaubar. Neben großen Mengen Silber und Porzellan umfassen sie über 2.500 Gemälde, 10.000 Skulpturen und 10.000 Zeichnungen, mit denen die Zarin ihre Paläste ausstatten ließ. Heute bildet diese Sammlung den Grundstock der Eremitage, zu dem nach der Oktoberrevolution 1917 die konfiszierten Schätze des letzten Zaren hinzukamen. In der Eremitage hängen Werke von Leonardo da Vinci, Michelangelo, und El Greco. Die Rembrandt-Sammlung genießt weltweiten Ruf, desgleichen der Bestand an Kunstwerken des 19. Jahrhunderts, darunter Bilder von Matisse und Gauguin. Man kann auf einer Ostsee Kreuzfahrt nur einen Bruchteil der Eremitage besichtigen. Unser Tipp. Genießen Sie die Außenansichten und kommen Sie für eine Besichtigung der Kunstwerke wieder.

Isaakskathedrale

Isaakskathedrale

Zum Besichtigungsprogramm gehört ferner Smolny, ein ehemaliges Kloster, dass von Zarin Elisabeth I. als Altersruhesitz geplant worden war. 1917 befand sich hier Lenins Stabsquartier der Oktoberrevolution. Dazu gehört auch der „Kreuzer Aurora“ am nördlichen Newa-Ufer, der an der den russisch-japanischen Krieg entscheidenden Seeschlacht bei Tsushima im Jahre 1905 teilnahm und bei den Revolutionsereignissen des Jahres 1917 eine Rolle spielte.

Keimzelle der Stadt ist die Peter-und-Paul-Festung auf der Haseninsel, mit dem weithin sichtbaren, 122 m hohen, sehr spitzen Turm der Kathedrale. Die Ostspitze der zwischen den Mündungsarmen gelegen Wassiljeroski-Insel heißt im Volksmund „Strelka“, schlicht die „Spitze“. Auf ihr befindet sich die ehemalige Börse, einem griechischen Tempel nachempfunden, mit zwei Rostra-Säulen, ehemaligen Leuchttürmen, die mit Schiffsschnäbeln geschmückt sind.

Peterhof

Peterhof

Ein sehr beliebter Landausflug führt nach Peterhof. In dem 30 Kilometer westlich von Sankt Petersburg gelegenen Ort, wurde von 1715 bis 1728 ein prachtvolles Schloss als Sommerresidenz für Peter den Großen erbaut. Nach den schweren Zerstörungen im zweiten Weltkrieg wird bis heute an der Restaurierung de Palastes, seiner Gärten und Parkschlösser gearbeitet.

Ebenfalls vor den Toren von Sankt Petersburg liegt die Stadt Puschkin. Mittelpunkt eines der schönsten Residenz-Ensembles der Welt ist der Katharinenpalast, die ehemalige Sommerresidenz der russischen Zaren mit dem rekonstruierten Bernsteinzimmer. Die Anlage von Zarskoje Seo besteht aus einer Vielzahl von Schlössern und Pavillons.

Die Erwähnung der Sehenswürdigkeiten ist nicht einmal annähernd vollständig. Der kurze Aufenthalt in Sankt Petersburg im Verlauf einer Ostsee Kreuzfahrt kann nur Anregung für einen weiteren längeren Besuch sein.

Frontier Theme