Venedig auf eigene Faust – Landausflüge für Kreuzfahrer

Landausflüge in Venedig individuell planen – die besten Tipps für Kreuzfahrtgäste

Hier haben wir Informationen über Landausflüge in Venedig auf eigene Faust zusammengestellt. Die Stadtgemeinde Venedig hat rund 250.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der italienischen Region Venetien. Im historischen Zentrum der Lagunenstadt leben nur noch rund 50.000 Menschen. Die Einwohnerzahl ist seit Jahrzehnten rückläufig. Die vom Wasser der Lagune umspülten Häuser der Altstadtinseln Venedigs sind auf Pfahlrosten errichtet. Kanäle ersetzen die Straßen und anstelle von Bussen und Taxis fahren hier Wasserbusse und Wassertaxis. Die berühmten Gondeln sind seit dem Mittelalter belegt und gehören bis heute zu den bekanntesten Booten der Lagune. Viele Palazzi am Canal Grande besitzen Marmortreppen, die direkt zum Wasser führen. Die Republik Venedig war über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Seemächte im Mittelmeerraum. Tickets und Informationen gibt es bei Venezia Unica. Letzte Aktualisierung: August 2026

Kurz & knapp für Kreuzfahrer

Wer Venedig auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.

📍 Liegeplatz: Große Kreuzfahrtschiffe weichen auf Marghera oder Fusina aus
🚶 Entfernung ins Zentrum: abhängig vom Liegeplatz
✨ Top-Highlights: Markusplatz, Rialtobrücke, Canal Grande, Murano, Burano
🗺️ Fortbewegung: zu Fuß; Vaporetto (Wasserbusse) für längere Strecken und Inseln
👀 Für Erstbesucher: Markusplatz, Rialtobrücke, Gondelfahrt
🔁 Für Wiederholer: Inseln Murano und Burano, Dorsoduro-Viertel, Lido
💶 Gut zu wissen: Italien ist EU-Mitglied – bezahlt wird mit Euro; EU-Roaming gilt

👉 Unsere Einschätzung: Venedig lässt sich sehr gut auf eigene Faust erkunden. Wer zum ersten Mal hier ist, kann die Altstadt zu Fuß entdecken und für den Rückweg ein Vaporetto durch den Canal Grande nehmen.

Kreuzfahrthafen Venedig

Seit dem 1. August 2021 dürfen Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 25.000 BRZ bzw. mehr als 180 Metern Länge nicht mehr über die berühmte Route (vorbei am Markusplatz) bis zur Stazione Marittima fahren. Das betrifft praktisch alle modernen Kreuzfahrtschiffe. Die Reedereien weichen auf Industriehäfen auf dem Festland aus oder haben Venedig als Heimathafen aufgegeben. Letzteres gilt zum Beispiel für die deutschen Marktführer AIDA Cruises und TUI Cruises.

Blick über die vollbesetzte Stazione Marittima in früheren Zeiten als noch große Kreuzfahrtschiffe hier festmachen durften.
Venedig und der Hafen in früheren Zeiten – Bild: Venezia Terminal Passeggeri

Marghera PSA Vecon Container Terminal

Im Industriehafen von Marghera wurde am Liguria Quay (PSA Vecon Container Terminal) ein temporärer Liegeplatz inklusive eines 1.000 Quadratmeter großen Zelt-Terminals eingerichtet. Wer eine Kreuzfahrt bei Costa oder MSC gebucht hat, geht hier an Bord.

Da man das Container Terminal in Marghera nicht selbstständig anfahren oder betreten darf, fungiert das alte Venezia Terminal Passeggeri als logistischer Dreh- und Angelpunkt. Wer mit dem Auto anreist, kann hier auch einen Parkplatz buchen. Im Terminal (meist Terminal 107/108) gibt man das Gepäck auf und absolviert in der Regel auch den Check-In. Mit Bussen oder Booten der Reederei geht es dann zum Schiff. Das gesamte Prozedere ist gut organisiert und läuft bei Ausschiffung in umgekehrter Reihenfolge genauso ab. Der Ablauf ist dem früheren Verfahren sehr ähnlich. Nur das Schiff liegt jetzt woanders. Für Vorübernachtungen ergeben sich keine Änderungen.

Cruise Terminal Fusina

Der zweite Liegeplatz in Marghera ist das neue Cruise Terminal Fusina, das im Herbst 2024 eröffnet wurde. Hier werden nur kleinere Luxuskreuzfahrtschiffe abgefertigt. Man reist mit dem Auto oder einem Taxi vom Flughafen direkt nach Fusina. Die ACTV-Linie 16 bietet eine direkte, umsteigefreie Wasserbus-Verbindung von Fusina zum Kai Zattere in Venedig. Da in Fusina Kreuzfahrtschiffe der Luxusklasse liegen, wird es Angebote der Reederei geben.

Kreuzfahrtschiff passiert den Markusplatz in Venedig
Diese Bilder gibt es seit 2021 nicht mehr

Änderungen ab 2027

Ab 2027 sollen mittelgroße Schiffe und Luxusliner mit einer maximalen Länge von 250 Metern und einer Größe von bis zu 60.000 Bruttoraumzahl (BRZ) wieder direkt zum zentrumsnahen Terminal (Stazione Marittima) fahren dürfen. Die Schiffe dürfen allerdings nicht mehr über den Giudecca-Kanal am Markusplatz vorbeifahren, sondern müssen die alternative Route über den Vittorio-Emanuele-III-Kanal nutzen. Das betrifft wieder nur das Luxussegment. Die großen Anbieter wie AIDA, TUI, Costa oder MSC haben keine Schiffe unter 60.000 BRZ mehr. Fusina bleibt als moderner „Homeport“ für diese Premium-Klasse voll im Einsatz, während einige Linien direkt zurück an die Stazione Marittima wechseln. 

Landausflüge in Venedig buchen

Für den Tag in Venedig werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in Venedig findet man bei GetYourGuide*.

Mobilität in Venedig auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Venedig auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt.

Karte von Venedig mit den Liegeplätzen auf dem Festland und dem Flughafen
Venedig im Überblick – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Lagune von Venedig mit den neuen Kreuzfahrthäfen: 1. Venedig Cruise Terminal, 2. PSA Vecon Container Terminal (Costa und MSC), 3. Markusplatz, 4. Murano, 5. Lido, 6. Flughafen Marco Polo, 7. Cruise Terminal Fusina in Marghera

Flughafentransfer

Wenn man mit Costa Cruises oder MSC Cruises reist, beginnt die Einschiffung immer noch am historischen Cruise Terminal in Venedig. Der Transfer vom Flughafen Marco Polo zum historischen Kreuzfahrtterminal ist unkompliziert, da die Stazione Marittima im Gegensatz zur Altstadt mit Autos und Bussen erreichbar ist. Wer keinen Transfer über die Reederei gebucht hat, nimmt ein Taxi. Ein reguläres Taxi fährt auf dem direkten Weg über die Freiheitsbrücke (Ponte della Libertà) direkt zum Terminal. Es gilt ein offizieller Festpreis von ca. 45 €.

Wer es günstiger möchte, kombiniert den Bus mit dem People Mover: Man nimmt den ATVO Express-Bus oder die ACTV-Linie 5 vom Flughafen zur Piazzale Roma. Das Ticket kostet ca. 10 Euro. An der Piazzale Roma fährt der People Mover zum Cruise Terminal. Die automatische Kabinenbahn fährt alle paar Minuten und hält an der Station „Marittima“ direkt am Kreuzfahrthafen. Das Ticket kostet 1,50 Euro und die Fahrt dauert ca. 3 Minuten.

Check-In an der Statione Marittima in Venedig
Check-In an der Stazione Marittima – Bild: Tegeler

Drehkreuz Piazzale Roma

Ein wichtiges Drehkreuz für einen Tag in Venedig auf eigene Faust ist die Piazzale Roma. Der Platz liegt zwischen Bahnhof und Kreuzfahrthafen. Hier endet der Straßenverkehr für die meisten Besucher der Altstadt. An der Piazzale Roma halten Busse und Straßenbahnen. Für Tagestouristen gibt es große Parkhäuser und auch die Flughafenbusse enden hier. Mit dem People Mover erreicht man den Kreuzfahrthafen. Eine moderne Fußgängerbrücke (Ponte della Costituzione) verbindet die Piazzale Roma mit dem benachbarten Hauptbahnhof Venezia Santa Lucia.

Venedig zu Fuß

Man kann Venedig sehr gut zu Fuß erkunden. Landausflügler beginnen den Rundgang oft an der Piazzale Roma. Von hier kann man zum Markusplatz laufen. Man überquert die Ponte di Papadopoli und folgt der Beschilderung in Richtung Rialto und San Marco. Auf dem Weg kommt man an der Rialtobrücke vorbei. Die Strecke bis zum Markusplatz ist gut 2 km lang.

Alternativ kann man über die Ponte della Costituzione gehen und am Bahnhof vorbei in Richtung Markusplatz laufen. Wir würden aber die erste Route empfehlen. Eine Wanderung durch Venedig ist wunderschön. Man entdeckt versteckte Gassen und zahlreiche kleine Brücken. Für den Rückweg bietet sich ein Vaporetto der Linie 1 durch den Canal Grande an.

Karte der Stazione Marittima di Venedizia mit dem People Mover, der Piazzale Roma und dem Hauptbahnhof von Venedig
Karte: Stazione Marittima und die Piazzale Roma – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte: Stazione Marittima und die Piazzale Roma: Der People Mover (schwarze Linie und Straßenbahnsymbole) verbindet den Hafen mit der Insel Tronchetto und der Piazzale Roma. Landausflügler können mit einem Vaporetto Wasserbus (Fährsymbol) zum Markusplatz fahren. Mögliche Anleger befinden sich auf der Insel Tronchetto oder an der Piazzale Roma. Von der Piazzale Roma (1) kann man sehr schön zu Fuß in Richtung Markusplatz gehen. Man geht über die Ponte di Papadopoli (2) oder die Ponte della Costituzione (3) am Bahnhof vorbei.

People Mover

Der People Mover ist eine moderne seilgezogene Kabinenbahn, die die gut 800 Meter zwischen der Piazzale Roma und der Insel Tronchetto überbrückt. In der Mitte der Strecke liegt die Haltestelle „Marittima“ direkt am historischen Kreuzfahrthafen. Die fahrerlosen Züge haben ein Fassungsvermögen von 200 Personen. Der Fahrpreis beträgt derzeit 1,50 Euro. Tickets gibt es an Automaten in den Stationen. Von der Station Marittima fährt man entweder zur Piazzale Roma oder in die andere Richtung zum Tronchetto. An beiden Orten kann man auf die Vaporetti umsteigen.

Vaporetti (Wasserbusse)

Die Vaporetti (Wasserbusse) der Verkehrsgesellschaft Actv sind das wichtigste Verkehrsmittel für einen Tag in Venedig auf eigene Faust. Besonders interessant für Landausflügler sind die Linien 1 und 2. Eine Übersicht über alle Wasserbuslinien haben wir hier hinterlegt. Die Einzelfahrkarte ist mit 9,50 Euro sehr teuer. Besser sind 24-Stunden-Tickets für 25 Euro. Es gibt auch Mehrtagestickets. Fahrscheine kann man online oder an den Verkaufsstellen und Automaten wichtiger Haltestellen kaufen. Die Gültigkeitsdauer beginnt mit der ersten Entwertung. Wenn man das Vaporetto betritt, hält man das Ticket an einen Automaten. Es piept einmal und es wird angezeigt, wie lange das Ticket noch gültig ist.

Vaporetti am Markusplatz
Vaporetti am Markusplatz – Bild: Tegeler

Wer möchte, kann den People Mover zur Piazzale Roma nehmen. Dort findet man die Wasserbushaltestelle direkt neben der neuen Fußgängerbrücke Ponte della Costituzione. Von hier kann man mit den Linien 1 oder 2 durch den Canal Grande in Richtung Markusplatz fahren. Das ist eine Traumroute. Die Linie 1 hat mehr Haltestellen und ist deshalb langsamer. Was in Venedig besser ist! Dann hat man viel mehr Zeit zum Staunen und Fotografieren. Zu den Hauptverkehrszeiten und in der Hochsaison können die Vaporetti allerdings sehr voll werden.

Alilaguna

Die Wasserbusse von Alilaguna verbinden den Flughafen Marco Polo mit verschiedenen Haltestellen in Venedig. Je nach Linie erreicht man unter anderem Murano, den Lido, San Marco, Rialto und Zattere. Die Blaue Linie fährt außerdem weiter bis Tronchetto und zum Bahnhof Santa Lucia. Für den Transfer vom Flughafen direkt in die Altstadt ist Alilaguna deshalb eine interessante Alternative zum Bus.

Private Wassertaxis

Man sieht in Venedig unzählige elegante kleine Motorboote mit Fahrer und kleinem Fahrgastraum. Das sind private Wassertaxis. Eleganter kann man sich in Venedig nicht fortbewegen. Auch für die Fahrt vom Flughafen zum Hotel eignen sich private Wassertaxis. Schöner kann der Urlaub in Venedig nicht beginnen. Die Fahrpreise sind sehr hoch. Etwas günstiger wird es, wenn man sich die Fahrt mit anderen Passagieren teilt. Wer eine Fahrt vorab organisieren möchte, findet entsprechende Angebote zum Beispiel bei GetYourGuide*.

Ein Wassertaxi auf dem Canal Grande
Ein Wassertaxi auf dem Canal Grande – Bild: Joshua Hummell auf Unsplash

Eintrittsgebühr nach Venedig

Venedig erhebt an bestimmten Tagen eine Zugangsgebühr (Contributo di Accesso) für Tagestouristen, die keine Übernachtung in der Stadt gebucht haben. 2026 galt die Regelung an insgesamt 60 Tagen zwischen dem 3. April und dem 26. Juli. Die Gebühr betrug 5 Euro bei frühzeitiger Anmeldung und 10 Euro bei kurzfristiger Buchung.

Seit dem 27. Juli 2026 wird keine Zugangsgebühr mehr erhoben. Ob und in welcher Form die Regelung 2027 fortgeführt wird, steht derzeit noch nicht fest. Kreuzfahrer sollten deshalb vor einem geplanten Besuch den aktuellen Stand auf der offiziellen Webseite überprüfen.

Highlights für Landausflüge in Venedig auf eigene Faust

Venedig ist in sechs Stadtteile aufgeteilt. Jeweils drei auf jeder Seite des Canal Grande, der Hauptstraße der Altstadt. Viele bekannte Sehenswürdigkeiten liegen in den Stadtteilen San Marco, San Polo und Dorsoduro. Hier kann man vieles bequem zu Fuß erreichen. Man bummelt einfach durch die Gassen, die einem gefallen. Überall weisen gelbe Schilder an den Häusern den Weg zum Markusplatz, zum Rialto oder zur Accademia. Man geht also nicht verloren. Dies sind die beliebtesten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Venedig auf eigene Faust:

Karte der Highlights für Landausflüge in Venedig
Venedig – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Venedig: 1. Markusplatz mit Markusdom und Dogenpalast, 2. Seufzerbrücke, 3. Rialtobrücke über den Canal Grande, 4. Santa Maria della Salute, 5. Accademia Gemäldegalerie, 6. Murano, 7. Lido, 8. Piazzale Roma (Verkehrsdrehscheibe)

Orientierung für Kreuzfahrer

Venedig bietet so viele Sehenswürdigkeiten, dass man an einem Hafentag nicht alles schaffen kann. Wer zum ersten Mal hier ist, sollte sich unserer Meinung nach auf die Altstadt konzentrieren. Für Wiederholer sind die Inseln der Lagune oder einzelne Stadtviertel eine gute Alternative.

⭐ Erstbesucher: Markusplatz mit Markusdom und Dogenpalast, Rialtobrücke und Canal Grande gehören für uns zum ersten Besuch dazu. Sehr schön ist die Kombination aus einem Stadtbummel von der Piazzale Roma zum Markusplatz und einer Rückfahrt mit dem Vaporetto der Linie 1 durch den Canal Grande.

🚤 Murano & Burano: Wer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Venedigs bereits kennt, kann einen Hafentag für einen Ausflug nach Murano und Burano nutzen. Für beide Inseln sollte man wegen der Fahrzeiten genügend Zeit einplanen.

🎨 Kunst & ruhigere Viertel: Dorsoduro ist eine gute Wahl für Wiederholer und Kunstfreunde. Hier befinden sich unter anderem die Peggy Guggenheim Collection und die Gallerie dell’Accademia. Gleichzeitig geht es in vielen Gassen etwas ruhiger zu als rund um Markusplatz und Rialto.

🏖️ Strandfans: Im Sommer ist der Lido di Venezia eine Alternative zum klassischen Stadtbummel. Die langgestreckte Insel zwischen Lagune und Adria bietet mehrere Strandabschnitte und ist mit dem Vaporetto erreichbar.

Die Rialtobrücke über den Canal Grande
Die Rialtobrücke – Bild: Tegeler

Canal Grande

Der S-förmige Canal Grande ist die Hauptwasserstraße der Lagunenstadt. Er ist knapp 4 Kilometer lang und bis zu 70 Meter breit. Die bekannteste Brücke über den Canal Grande ist die berühmte Rialtobrücke. An den Ufern des Canal Grande stehen insgesamt ca. 170 Paläste. Aber auch die Piazzale Roma und der Hauptbahnhof grenzen an die Lebensader der Stadt. Eine Fahrt mit dem Vaporetto über den Canal Grande gehört für uns zu den schönsten Erlebnissen für Landausflüge in Venedig auf eigene Faust. Wir empfehlen ein Vaporetto der Linie 1. Der Blick vom Wasser auf die unzähligen prunkvollen Paläste ist ein Traum.

Rialtobrücke

Die Rialtobrücke aus dem späten 16. Jahrhundert ist sicher eines der Wahrzeichen Venedigs. Sie überspannt den Canal Grande und verbindet die Stadtteile San Marco und San Polo. Den Canal Grande sieht man auf der Brücke allerdings kaum, da man durch ein Spalier von Geschäften geht. Am Fuß der Brücke befindet sich der traditionsreiche Mercato di Rialto mit seinem bekannten Fisch- und Lebensmittelmarkt. Besonders am Vormittag lohnt sich ein Abstecher. Rund um den Markt laden viele kleine Cafés zu einem ersten Zwischenstopp ein.

Markusplatz

Der Markusplatz (Piazza San Marco) mit dem Markusturm, dem Markusdom, den Prokuratien (ehemaligen Regierungsgebäuden der Republik Venedig) und dem Uhrturm ist einer der bekanntesten Plätze der Welt. Er ist 175 Meter lang und 82 Meter breit und wurde bereits im 9. Jahrhundert angelegt. Neben zahllosen Touristen bevölkern ebenso viele Tauben den berühmten Platz. Bei besonders hohem Acqua alta kann es auf Teilen des Markusplatzes zu Überschwemmungen kommen. Sehenswert ist auch das historische Caffè Florian. Der 1499 fertiggestellte Uhrenturm (Torre dell’Orologio) im Renaissance-Stil zeigt neben der Uhrzeit auch die Mondphasen sowie das herrschende Tierkreiszeichen an.

Der Markusplatz ist mit der Piazzetta San Marco und dem Dogenpalast verbunden. Piazza und Piazzetta bilden einen rechten Winkel. Der Dogenpalast steht direkt an der Lagune.

Der berühmte Markusplatz in Venedig
Der berühmte Markusplatz in Venedig – Bild: Jean-Marc Viglino auf Pixabay

Markusdom

Der Markusdom (Basilica di San Marco) mit seinen fünf Kuppeln ist eine grandiose Mischung aus byzantinischer und gotischer Architektur. Im Innern der Kirche schimmern goldene Mosaike und Marmor. Der Eintritt in den Markusdom kostet derzeit 3 Euro. Für die Pala d’Oro werden zusätzlich 5 Euro und für das Museum mit der Loggia dei Cavalli 7 Euro berechnet. Für den Besuch des Markusdoms müssen Schultern und Knie bedeckt sein.

Besonders schön ist der Ausblick von der Loggia mit den berühmten Pferden auf den Markusplatz. Die Loggia erreicht man über eine schmale und steile Treppe. In der Hauptsaison muss man mit längeren Wartezeiten rechnen. Wer wenig Zeit hat, kann deshalb vorab ein zeitgebundenes Onlineticket mit bevorzugtem Einlass buchen. Tickets und Führungen gibt es auch bei GetYourGuide*.

Markusturm (Campanile di San Marco)

Der 98,6 Meter hohe Markusturm* (Campanile di San Marco) ist der Glockenturm des Markusdoms und das höchste Gebäude Venedigs. Mit seinem Bau wurde bereits um das Jahr 900 begonnen. Das Bauwerk wuchs über Jahrhunderte, seine bis heute bestehende Form erhielt es im frühen 16. Jahrhundert. Von oben hat man eine herrliche Aussicht über Venedig. Zum Glück gibt es einen Fahrstuhl. Der Eintritt kostet derzeit 10 Euro. In der Hauptsaison muss man allerdings mit längeren Wartezeiten rechnen. Wer wenig Zeit hat, kann für 15 Euro vorab ein Onlineticket mit festem Zeitfenster buchen und die reguläre Warteschlange umgehen. Zu den bekannten Persönlichkeiten, die bereits auf dem Campanile di San Marco gewesen sind, gehören Goethe, Napoleon und Galileo Galilei. Man ist also in guter Gesellschaft.

Der Dogenpalast in Venedig von Außen
Der Dogenpalast – Bild: Tegeler

Dogenpalast

Ein tolles Erlebnis ist eine Besichtigung des Dogenpalastes (Palazzo Ducale), der über Jahrhunderte Sitz und Wohnort des Dogen von Venedig war. Das heutige Gebäude entstand im 14. und 15. Jahrhundert und war die Machtzentrale der Republik Venedig. Hier bekommt man einen faszinierenden Einblick auch in die dunkle Seite der venezianischen Republik. Beim normalen Rundgang sieht man die prunkvollen Säle, die Waffenkammer und die Gefängnisse. Dabei überquert man auch die berühmte Seufzerbrücke.

Der reguläre Eintritt kostet derzeit 35 Euro. Wer mindestens 30 Tage vorher online bucht, zahlt 30 Euro. Angesichts des großen Andrangs würden wir das Ticket für einen Kreuzfahrttag möglichst vorab buchen. Zusätzlich werden Führungen durch die sogenannten Geheimwege angeboten. Dabei sieht man normalerweise nicht zugängliche Räume des Dogenpalastes und erfährt unter anderem mehr über die Gefangenschaft und Flucht von Casanova.

Seufzerbrücke

Die schneeweiße Seufzerbrücke entstand um 1600 und verbindet den Dogenpalast mit dem neuen Staatsgefängnis. Der Name entstand im 18. Jahrhundert im Zeitalter der Romantik. Man stellte sich vor, dass die Verurteilten durch die vergitterten Fenster der Brücke (mit einem Seufzen) einen letzten Blick auf die Lagune und die Freiheit erhaschen konnten.

Blick aus der Seufzerbrücke
Blick durch das Fenster der Seufzerbrücke – Bild: Tegeler

Teatro La Fenice

Das Gran Teatro La Fenice di Venezia ist eines der bekanntesten Opernhäuser Italiens. Hier wurden zahlreiche berühmte Opern uraufgeführt, darunter Rigoletto und La Traviata von Giuseppe Verdi. Das Theater entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts und brannte bereits mehrfach ab. 1996 wurde das Opernhaus durch Brandstiftung fast vollständig zerstört. Zwei Elektriker hatten das Feuer gelegt, um einer Konventionalstrafe wegen verzögerter Arbeiten zu entgehen. Nach dem Wiederaufbau wurde La Fenice 2003 wiedereröffnet. Auch außerhalb einer Vorstellung kann man das Opernhaus besichtigen und einen Blick in den prunkvollen Zuschauerraum werfen. Für Musik- und Opernfreunde ist La Fenice unserer Meinung nach eine schöne Ergänzung zu einem Stadtbummel durch Venedig.

Lido di Venezia

In Venedig gibt es auch ein berühmtes Strandbad mit schönen Stränden. Und zwar am Lido di Venezia auf der langgestreckten Insel, die die Lagune vom offenen Meer trennt. Vom Bereich San Marco erreicht man den Lido mit dem Vaporetto in etwa 15 bis 20 Minuten. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Lido zu einem mondänen Strandbad mit exklusiven Hotels wie dem Grand Hotel Excelsior. Auch die berühmten internationalen Filmfestspiele von Venedig finden hier statt.

Am Strand gibt es bewirtschaftete Abschnitte mit Gastronomie, Liegestühlen und Sonnenschirmen. Für Kreuzfahrer, die Venedig bereits kennen, ist der Lido an einem warmen Sommertag eine schöne Alternative zum klassischen Stadtbummel.

Der Strand des Lido di Venezia beim Hotel des Bains
Der Strand des Lido di Venezia beim Hotel des Bains – Bild: Serge Le Strat auf Unsplash

Murano und Burano

Murano ist seit Jahrhunderten für seine Glasherstellung bekannt. In zahlreichen Glasmanufakturen kann man den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen und die Erzeugnisse anschließend in den Geschäften kaufen. Das Glasmuseum (Museo del Vetro) zeigt die Geschichte der venezianischen Glaskunst. Murano ist mit verschiedenen Vaporetto-Linien gut zu erreichen. Ein schönes Souvenir aus Venedig ist ein Stück echtes Muranoglas.

Das etwas weiter entfernte Burano ist für seine farbenfrohen Häuser bekannt. Was Murano für Glas ist, ist Burano für Spitzen. Diese wunderschöne Fischerinsel eignet sich darüber hinaus hervorragend für einen Spaziergang oder ein Essen in einem der Fischrestaurants. Die bunten Häuser und kleinen Kanäle bieten überall schöne Fotomotive.

Wer Murano und Burano an einem Kreuzfahrttag auf eigene Faust besuchen möchte, sollte für beide Inseln mehrere Stunden einplanen. Für einen Erstbesuch in Venedig würden wir uns deshalb eher auf die Altstadt konzentrieren und die Inseln für einen weiteren Besuch aufheben.

Farbiges Burano
Farbiges Burano – Bild: Tegeler

Peggy Guggenheim Collection

Die amerikanische Kunstsammlerin und Mäzenin Peggy Guggenheim begann Ende der 1930er-Jahre mit dem Aufbau ihrer Sammlung moderner Kunst. Sie lebte viele Jahre im Palazzo Venier dei Leoni direkt am Canal Grande, in dem sich heute das Museum befindet. Im Garten des Palazzo ist Peggy Guggenheim, die 1979 starb, auch begraben. Die Peggy Guggenheim Collection ist besonders für Kunstfreunde interessant. Zu sehen sind Werke von Künstlern wie Pablo Picasso, Wassily Kandinsky und Max Ernst. Das Museum liegt im Stadtteil Dorsoduro und lässt sich gut mit einem Stadtbummel abseits der besonders vollen Bereiche rund um Markusplatz und Rialto verbinden.

Gondelfahrt

Wenn man durch die Stadt bummelt, stößt man an den Kanälen immer wieder auf Gondelstationen. Hier warten meistens einige Gondoliere auf Kundschaft. Im Sommer gibt es allerdings auch Wartezeiten. Häufig informieren Schilder über die offiziellen Preise. Eine private Gondelfahrt kostet tagsüber derzeit 90 Euro für 30 Minuten. Am Abend werden 110 Euro für 30 Minuten berechnet. Der Preis gilt für die gesamte Gondel mit bis zu fünf Fahrgästen und nicht pro Person. Preisverhandlungen sind unserer Erfahrung nach zwecklos. Wer sich die Gondel mit anderen teilt, kann die Kosten entsprechend aufteilen.

Während der Fahrt erzählen die meist freundlichen Gondoliere etwas über die Stadt, die Häuser am Wegesrand oder andere Themen. Wenn während der Gondelfahrt „O sole mio“ oder „Volare“ gespielt und gesungen werden soll, wird es richtig teuer. Die Gondolieri singen selber nicht. Ein Sänger steigt zu und das treibt den Preis in die Höhe. Wer möchte, kann eine Gondelfahrt auch vorab buchen und so die Wartezeiten während der Hauptsaison umgehen. Wem das alles zu teuer erscheint, der kann an mehreren Stellen den Canal Grande mit einer Gondelfähre (Traghetto) überqueren. Dabei steht man normalerweise in der Gondel. Für wenige Euro bekommt man so zumindest ein kurzes Gondelerlebnis.

Gondelfahrt
Gondelfahrt in Richtung Seufzerbrücke – Bild: Tegeler

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Fazit: Landausflüge in Venedig auf eigene Faust

Venedig eignet sich hervorragend für Landausflüge auf eigene Faust. Das historische Zentrum lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden und mit den Vaporetto-Wasserbussen erreicht man auch weiter entfernte Stadtteile und die Inseln der Lagune.

Wer zum ersten Mal in Venedig ist, sollte sich unserer Meinung nach auf die Altstadt konzentrieren. Sehr schön ist der Spaziergang von der Piazzale Roma über die Rialtobrücke zum Markusplatz. Für den Rückweg würden wir ein Vaporetto der Linie 1 durch den Canal Grande nehmen. So erlebt man Venedig an einem Hafentag sowohl zu Fuß als auch vom Wasser aus.

Wer die bekannten Sehenswürdigkeiten bereits kennt, kann stattdessen Dorsoduro erkunden oder einen Landausflug nach Murano und Burano unternehmen. Besonders reizvoll finden wir in Venedig aber auch die kleinen Gassen und Brücken abseits der großen Besucherströme. Hier lohnt es sich, einfach einmal ohne festes Ziel loszulaufen.

Über mich. Petra auf dem Preikestolen

Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.

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