St. Kitts auf eigene Faust

Landausflüge auf St. Kitts auf eigene Faust
St. Kitts im Überblick – Carnival Cruise Lines

Hier haben wir Informationen für Landausflüge auf St. Kitts auf eigene Faust zusammengestellt. Die Insel ist ein beliebtes Ziel von Karibik Kreuzfahrten und liegt in der Nähe von Antigua in der östlichen Karibik. Zusammen mit der nur drei Kilometer entfernten Nachbarinsel Nevis bildet St. Kitts den seit 1983 unabhängigen Staat St. Kitts and Nevis, der zu den kleinsten Staaten der Erde gezählt wird. Kreuzfahrtschiffe laufen die Hauptstadt Basseterre an, die an der Südküste der 30 x 10 Kilometer großen Insel liegt. In Basseterre leben mit 13.000 Einwohnern etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Die große Mehrheit der Einwohner sind Nachfahren afrikanischer Sklaven. Der höchste Punkt der Insel ist der 1.156 Meter hohe Vulkan Mount Liamuiga. Der Name St. Kitts ist eine formlose Variante des ursprünglichen Namens St. Christopher, auf den Kolumbus die Insel während seiner zweiten Reise 1493 taufte. Vor 200 Jahren sahen die meisten Inseln der Karibik so aus wie St. Kitts teilweise noch heute. Ausgedehnte Felder mit hellgrünen Zuckerrohrpflanzen, die sich sanft im Wind wiegen. Und in der Ferne elegante Herrenhäuser. Viele dieser Häuser sind erhalten und mit ihnen ist die typisch englische Atmosphäre geblieben. St. Kitts wurde 1623 als erste Insel der östlichen Karibik von den Europäern besiedelt und stark befestigt. Briten und Franzosen halfen sich gegenseitig dabei, in indianischem und spanischem Feindesland Fuß zu fassen. Von hier aus wurden dann andere Inseln in Besitz genommen. Mit Hilfe von Vertragsarbeitern und Sklaven erschufen Engländer und Franzosen eine reiche Plantageninsel.

Brimstone Hill Fortress
Brimstone Hill Fortress – Bild: Tegeler

Aus Partnern wurden Konkurrenten und während der napoleonischen Kriege dann auch erbitterte Kriegsgegner. Wer sich von der Härte der Auseinandersetzungen überzeugen möchte, braucht nur Brimstone Hill aufzusuchen, eine der gewaltigsten Festungen der Karibik. Die Währung ist der East Caribbean Dollar (XCD bzw. EC$), der mit einem Kurs von 1 USD = 2,70 XCD fest an den US Dollar gebunden ist. Mit US Dollar kann man praktisch alles bezahlen. Weitere Informationen findet man auf der Webseite von St. Kitts Tourism. (Stand: September 2019)

Der Kreuzfahrthafen von St. Kitts

Kreuzfahrtschiffe laufen den modernen Kreuzfahrthafen Port Zante in der Hauptstadt Basseterre an. Der Hafen liegt zentrumsnah auf einer kleinen künstlich angelegten Halbinsel. Es gibt einen sehr langen Pier, an dem links und rechts je ein großes Kreuzfahrtschiff festmachen kann. Wer möchte, kann sich mit einem Golfcart an Land fahren lassen. Ein weiterer Pier ist derzeit in der Bauphase. Direkt links neben dem Kreuzfahrthafen befindet sich das Ferry Terminal. Hier starten die Fähren zur Nachbarinsel Nevis.

Am Ende des Piers steht ein repräsentatives Portal mit drei Durchgängen. In dem mittleren und größten Durchgang hat die Touristeninformation einen mobilen Stand. Direkt hinter dem Portal beginnt ein sehr großes gesichertes Areal mit zahlreichen Geschäften, Bars und Restaurants. Auch Taxen und lokale Ausflugsveranstalter sind hier vertreten. Direkt hinter dem Hafenbereich liegt das Zentrum der kleinen Inselmetropole Basseterre.

Basseterre auf einen Blick
Basseterre auf einen Blick – Royal Caribbean International

Mobil auf St. Kitts auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge auf St. Kitts auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt:

zu Fuß

Basseterre ist eine kleine Hauptstadt, die man gut zu Fuß erkunden kann. Dabei sollte man die eigene Sicherheit nicht aus dem Auge verlieren. Wertsachen bitte möglichst an Bord lassen und immer schauen, wo andere Urlauber sind. In kleinen Gruppen ist man sicherer.

Der schönste Weg aus dem abgesperrten Hafenbereich führt durch einen Torbogen unter dem historischen Museum hindurch. Auf der Karte erkennt man das Museum links neben dem Post Office. Nur wenige Meter weiter und man erreicht den Circus mit dem Berkeley Memorial. Biegt man nach links in die Bank Street erreicht man nach vielleicht 100 Metern den Independence Square mit der Kathedrale.

Blick vom Bug des Kreuzfahrtschiffes auf Port Zante
Blick vom Bug des Kreuzfahrtschiffes – Bild: Tegeler

Taxen

Taxen und Minibusse/Safaribusse sind ein geeignetes Transportmittel für Strandtransfers und Inselrundfahrten. Man erkennt sie an den gelben Nummernschildern mit einem „T“ oder „TA“. Es gibt ein Taxiterminal am rechten Rand von Port Zante. Der Weg dahin ist ausgeschildert.

Dispatcher organisieren seit einigen Jahren die Verteilung der Urlauber auf die Taxen. Hier kann man sich auch eine Tour zusammenstellen lassen. Zum Beispiel eine Fahrt zum Brimstone Hille Fortress mit einer Stunde Aufenthalt und dann Weiterfahrt zum Cockleshell Beach mit 3 Stunden Aufenthalt. Unterwegs Stopp am Timothy Hill. Bei solchen Arrangements, die Wartezeit und einen Rücktransport zum Schiff vorsehen (was Sinn macht), sollte der Fahrpreis immer erst nach der Rückkehr gezahlt werden. Sonst ist die Gefahr groß, dass der Taxifahrer weg ist.

Die Preise sind festgelegt und hängen vom Ziel ab. Taxameter gibt es nicht. Da die Insel recht klein ist, sind die Fahrpreise nicht besonders hoch. Noch günstiger wird es, wenn man sich ein Fahrzeug teilt. Gegebenenfalls muss man kurz warten, bis die Dispatcher den Wagen füllen. Da die meisten Taxen Minivans sind, können auch mehr als vier Personen mitfahren. Billiger als ein Viertel der unten genannten Preise wird es aber wohl nicht. Natürlich kann man ein Taxi auch für einige Stunden mieten.

  • Frigate Bay/Half Moon Bay/New Haven: $12 pro Taxi und Strecke
  • Friars Bay: $16 pro Taxi und Strecke
  • Cockleshell Bay/Majors Bay: $28 pro Taxi und Strecke
  • Brimstone Hill: $28 pro Taxi und Strecke

Mietwagen

Mit einem Mietwagen kann man die Insel gut auf eigene Faust erkunden. Die Straßen sind recht gut, wenn man von der lückenhaften Beschilderung einmal absieht. Trotzdem findet man sich auf St. Kitts gut zurecht. Wie im früheren Mutterland England, herrscht auf der Insel allerdings Linksverkehr.

Port Zante
Das Portal in Port Zante (mittlerweile gelb) – Bild: Tegeler

Zahlreiche nationale und internationale Mietwagenverleiher haben Büros in Basseterre. Eine Liste mit den Adressen der Mietwagenfirmen findet man der Webseite der Touristeninformation (Link. s. oben). Beim Verleiher bekommt man für 24 US Dollar die notwendige lokale Fahrerlaubnis. Besonders günstig ist Avis (avisstkitts.com) mit einem Büro an der Bay Road direkt außerhalb von Port Zante. Nach dem Verlassen der Pelican Mall am hinteren Ende von Port Zante ist man fast da.

Für eine Inselrundfahrt mit einem Mietwagen bietet sich die 60 Kilometer lange Circle Island Road an. Von Basseterre aus verläuft die Straße entlang der karibischen Küste um das Gebiet des Mount Liamuiga herum und führt dann den dem Atlantik zugewandten Küstenabschnitt hinunter zurück zum Ausgangspunkt am Hafen. An der Strecke warten zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie Old Road Town (die erste englischen Siedlung), Romney Manor oder das gewaltige Brimstone Hill Fortress.

Fähren

In 45 Minuten kann man mit einer Fähre zu Nachbarinsel Nevis fahren. Der Fähranleger befindet sich direkt links neben dem Kreuzfahrtpier. Das Ticket kostet umgerechnet ca. 8 US Dollar. Informationen und Fahrpläne gibt es auf der Webseite der Touristeninformation.

St. Kitts Scenic Railway

Ein beliebter Landausflug ist eine Inselrundfahrt mit der St. Kitts Scenic Railway. Auf der 55 Kilometer langen Bahnlinie wurde früher Zuckerrohr transportiert. Heute werden die Züge für eine dreistündige Inselrundfahrt eingesetzt. Buchen kann man diesen Landausflug meistens nur an Bord.

Landausflüge auf St. Kitts buchen

Es ist nicht jedermanns Sache, sich auf einer karibischen Insel auf eigene Faust zu bewegen. Insbesondere die Angst vor Kriminellen ist nicht ganz unbegründet, auch wenn man das Risiko durch die allgemein bekannten Vorsichtsmaßnahmen stark begrenzen kann. Bequemer und sicherer erscheinen geführte Landausflüge. Entsprechende Angebote findet man an Bord des Kreuzfahrtschiffes oder bei lokalen Veranstaltern. Beispielhaft fügen wir hier das Landausflugsprogramm der beliebten Reederei MSC Kreuzfahrten bei. Andere Reedereien haben ein mehr oder weniger ähnliches Programm. Für die Reedereien sind diese Kreuzfahrtausflüge ein wichtiges Geschäft. Entsprechend intensiv wird geworben.

Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen. Diese kann man z.B. bequem bei Viator* (s. oben) buchen. Eine Tiefpreisgarantie, die 24-Stunden-Stornierungsfrist und zahllose Kundenbewertungen helfen bei der Auswahl der Landausflüge und geben Sicherheit bei der Buchung.

Highlights für Landausflüge auf St. Kitts

Um den Tag auf St. Kitts auf eigene Faust zu gestalten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Ziele von Inselrundfahrten sind neben der Hauptstadt Basseterre insbesondere die mächtige Festung Brimstone Hill und die ehemalige Zuckerrohrplantage Romney Manor mit ihrem schönen Garten und einem Geschäft von Caribelle Batik. Beide Ziele liegen an der Südküste von St. Kitts weniger als 20 Kilometer nördlich von Basseterre.

Im Hinterland beherrscht der 1.156 Meter hohe Mount Liamuiga das Landschaftsbild. Rund um den Vulkan gibt es schöne Wanderwege. Und dann findet man auf St. Kitts natürlich auch einige sehr schöne Strände, die sich überwiegend auf der schmalen Halbinsel im Inselsüden befinden.

Landausflüge auf St. Kitts nach Romney Manor
Romney Manor – Bild: Tegeler

Basseterre

Der Name Basseterre geht auf die Franzosen zurück, doch leider fielen alle französischen Häuser Bränden zum Opfer. Im Stadtzentrum stößt man auf englische Stein- und Holzhäuser im Kolonialstil, die zum Teil Cafés und Restaurants beherbergen. Hinter dem Hafen öffnet sich der Circus, ein runder Platz, auf den elegante Villen mit Balkon gucken. In der Mitte ragt das Berkeley Memorial auf. Ein Brunnen mit einem Uhrenturm. Der Independence Square in der Nähe ist ein Park mit Springbrunnen, Flamboyants und Palmen. Die Spencer Cameron Gallery in einem der eleganten Stadthäuser um den Platz zeigt Werke ortsansässiger Künstler. Sehenswert ist auch die katholische Kathedrale mit Doppelturm und schöner Fensterrosette. Nur ein Stück weiter nördlich befindet sich das Cricket Stadion Warner Park. Seit der Weltmeisterschaft im Jahre 2007, die in den British West Indies ausgetragen wurde, haben viele der Inseln neue Cricket Stadien.

Romney Manor

Ein schönes Ziel für Landausflüge ist Romney Manor, ein von tropischen Gärten umgebenes herrschaftliches Haus aus dem 17. Jahrhundert. Lord Romney war 1834 einer der ersten Landbesitzer, der seine Sklaven zu freien Bürgern erklärte. Und das gegen die Anweisungen des Britischen Parlaments. Das Herrenhaus beherbergt heute ein Geschäft Caribelle Batik. Die Firma bietet in den Räumen der Plantage sehr farbenfrohe Kleider, Blusen, Röcke, Tücher und Taschen mit tropischen Motiven an. Ein schönes Souvenir. Mittlerweile gibt es auch ein Geschäft im Hafen. Auf dem Gelände von Romney Manor findet man zudem einen wunderschönen botanischen Garten. Ganzer Stolz des Gartens ist ein 350 Jahre alter Regenbaum (Samanea saman).

Der schöne Garten von Romney Manor
Der schöne Garten von Romney Manor – Bild: Tegeler

Brimstone Hill Fortress

Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Landes ist das Brimstone Hill Fortress. Die gewaltige Festung wurde ab 1690 durch Sklaven erbaut und gehört seit 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Bau einer Festung von der Größe war eine komplizierte Angelegenheit. Jeder Stein musste einzeln auf den Berg geschleppt werden, wo dann Bastionen, Schutzwälle, Paradeplätze, Kasernen, Küchen und ein Lazarett angelegt wurden. Die Festung entstand in gut hundert Jahren, fasste über tausend Soldaten und wurde während der Kriege des 18. Jahrhunderts von Engländern wie Franzosen gehalten. Die größte Belastungsprobe kam 1782 mit der Belagerung durch 8.000 französische Soldaten. Die Verteidiger wurden so schwer unter Beschuss genommen, dass nur zwei Räume unbeschädigt blieben. Als sie nach einem Monat kapitulierten, zollten die Sieger Respekt wegen ihrer Tapferkeit und ließen sie ehrenvoll abziehen. Das Museum in Fort George, der Hauptbastion, zeigt einen Videofilm zur Belagerung. Der Eintritt liegt bei zehn US Dollar.

Mount Liamuiga

Auf der Southeast Peninsula gibt es die meisten Strände
Blick vom Timothy Hill Overlook – Bild: Tegeler

Der Vulkan Mount Liamuiga wurde früher Mount Misery genannt und ist mit einer Höhe von 1.156 Metern der höchste Berg der Insel. Um das Jahr 1692 herum gab es einen letzten Ausbruch. Heute sind der Vulkan und sein Krater ein beliebtes Ziel für Wanderungen. In den niederen Lagen wird Zuckerrohr angebaut und pittoreske kleine Dörfer schmiegen sich an die Hänge. In den höheren Lagen ab 460 m geht die Vegetation in Regenwald über. Der Aufstieg durch den Regenwald zum Krater dauert ca. 2,5 Stunden. Für eine Besichtigung des Kraters benötigt man einen ortskundigen Führer.

Die Strände

Die meisten Strände liegen südwestlich von Basseterre auf der schmalen Halbinsel. Hier reihen sich Hotels, Landhäuser, ein Golfplatz und der beliebte Strand der Frigate Bay aneinander. Die meisten Landausflügler sind wohl am South Friars Beach (Carambola Beach) und am Cockleshell Beach zu finden.

Die Friars Bay jenseits des Timothy Hill bietet auf beiden Seiten der schmalen Halbinsel einen prächtigen Strand mit goldenem Sand. Auf dem Bild oben erkennt man links North Friars Beach und rechts South Friars Bay Beach, beide fotografiert vom Timothy Hill Outlook. Der South Friars Beach ist bekannt für die Shipwreck Beach Bar und den exklusiven Carambola Beach Club (carambolabeachclub.com). Wegen des Beach Clubs wird der Strand manchmal einfach Carambola Beach genannt.

Cockleshell Beach ist Ziel vieler Landausflüge auf St. Kitts
Cockleshell Beach – Bild: Tegeler

Vorbei an Salinen, die während der britisch-französischen Besatzung noch Gemeindeland waren, führt die Straße zu den südlichen Stränden mit herrlichem Ausblick auf die Wasserstraße und die Nachbarinsel Nevis. Hier sind zum Beispiel die Cockleshell Bay und die Banana Bay interessante Ziele für ein paar Stunden am Strand. Liegen und Schirme bekommt man überall.