St. Vincent auf eigene Faust – Landausflüge für Kreuzfahrer

Landausflüge auf St. Vincent individuell planen – die besten Tipps für Kreuzfahrtgäste

Hier haben wir Informationen für Landausflüge auf St. Vincent auf eigene Faust zusammengestellt. Die Hauptinsel des Inselstaates St. Vincent and the Grenadines ist die vorletzte Insel im Inselbogen der Kleinen Antillen. Von 1797 bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1979 war die Inselgruppe eine britische Kolonie. Der britische König ist bis heute Staatsoberhaupt. St. Vincent ist eine gebirgige und üppig grüne Vulkaninsel mit dichten Regenwäldern, Wasserfällen und schwarzen Lavastränden. Im Norden erhebt sich der aktive Vulkan La Soufrière, dessen letzter großer Ausbruch im Jahr 2021 stattfand. Der Tourismus gewinnt zunehmend an Bedeutung, die Landwirtschaft spielt aber weiterhin eine wichtige Rolle. In diesem Hafen stehen vor allem Naturerlebnisse, Inselrundfahrten und Wanderungen im Mittelpunkt. Weitere Informationen findet man auf der Webseite der St. Vincent and the Grenadines Tourism Authority. Letzte Aktualisierung: August 2026

Kurz & knapp für Kreuzfahrer

Wer St. Vincent auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.

📍 Liegeplatz: Kingstown Cruise Terminal, direkt am Rand der Inselhauptstadt
🚶‍♂️ Stadtzentrum: gut 1 km bis in die Innenstadt von Kingstown
🏖️ Nächster Strand: Buccament Bay (11,3 km)
✨ Highlights in Kingstown: Botanischer Garten, St. George’s Cathedral, Fort Charlotte
✨ Highlights im Umland: Dark View Falls, Montreal Gardens, Wallilabou Bay (Fluch der Karibik), Vermont Nature Trail, Bequia, Fort Duvernette
🗺️ Fortbewegung: Taxis oder organisierte Landausflüge
⏱️ Ideal für Erstbesucher: Inselrundfahrt, Bequia
💶 Gut zu wissen: Ostkaribischer Dollar (XCD); US-Dollar werden vielerorts akzeptiert; Englisch ist Amtssprache
📶 Internet: kostenloses WLAN im Hafen meist begrenzt; an Land eSIM (z. B. GigSky, Simbye)

👉 Unsere Einschätzung: Bei einem ersten Besuch würden wir eine Inselrundfahrt entlang der Westküste unternehmen und dabei die Wallilabou Bay und die Dark View Falls besuchen. Eine gute Alternative ist ein Landausflug nach Bequia mit einem Aufenthalt am schönen Princess Margaret Beach. Die Fähren starten direkt neben dem Kreuzfahrthafen.

Kreuzfahrthafen St. Vincent

Das SVG Cruise Ship Terminal befindet sich im Süden der kleinen Hauptstadt Kingstown. Hier können zeitgleich zwei Kreuzfahrtschiffe festmachen. Der Hafen wird bislang nur selten von den großen amerikanischen Reedereien angelaufen. Die rund 300 Schiffsanläufe und 200.000 Passagiere pro Jahr entfallen überwiegend auf britische Reedereien. Aber auch TUI Cruises und AIDA Cruises steuern St. Vincent regelmäßig an.

Blick auf das St. Vincent Cruise Terminal
St. Vincent Cruise Terminal – Bild: Tegeler

Die Landausflügler laufen vom Schiff über die Pier in ein älteres St. Vincent Cruise Terminal mit zwei schönen Innenhöfen. Hier gibt es Geschäfte, Gastronomie und ein Büro der lokalen Touristeninformation. Wer möchte, kann nach einem Landausflug noch ein lokales Hairoun-Bier trinken und das WLAN nutzen. Das Hafengelände ist komplett eingezäunt und bewacht. Taxifahrer in einheitlicher Kleidung warten am Hafenausgang. Hier kann man auch spontan noch eine Tour buchen. Direkt nebenan starten Fähren zu den Grenadinen.

Eine Besonderheit ist das Greenhouse Cafe at Therapy im Innenhof des Terminals. Dabei handelt es sich um eine offiziell lizenzierte medizinische Cannabis-Lounge. Touristen können dort nach einer kurzen Beratung eine zeitlich befristete medizinische Erlaubnis erwerben und anschließend legale Cannabisprodukte vor Ort kaufen. Wir erwähnen das vor allem deshalb, weil der Cannabisanbau auf St. Vincent inzwischen wirtschaftlich eine größere Rolle spielt. An Bord darf man natürlich kein Cannabis mitnehmen.

SVG Cruise Ship Terminal Kingstown mit AIDAperla
SVG Cruise Ship Terminal Kingstown – Bild: Tegeler

Ein Blick in die Zukunft: Für den Kreuzfahrthafen gibt es bereits Pläne für einen umfangreichen Ausbau. Die Regierung verhandelt derzeit mit der Global Ports Holding (GPH), dem weltweit größten Betreiber von Kreuzfahrthäfen, über eine langfristige Zusammenarbeit. Geplant sind Investitionen in zwei Bauabschnitten. Neben der Modernisierung der Hafenanlagen sollen zusätzliche Liegeplätze entstehen, sodass künftig auch größere Kreuzfahrtschiffe in Kingstown anlegen können.

Landausflüge auf St. Vincent buchen

Für den Tag auf St. Vincent werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge auf St. Vincent findet man bei Viator* und bei GetYourGuide*.

Mobilität auf St. Vincent auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge auf St. Vincent auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Landausflugszielen auf St. Vincent:

  • Märkte von Kingstown: 1,1 km
  • St. Mary’s Cathedral of the Assumption: 1,4 km
  • Botanischer Garten: 2,5 km
  • Fort Charlotte: 3,4 km
  • Buccament Bay Beach: 11 km
  • Vermont Trail: 14,2 km
  • Montreal Gardens: 17,2 km
  • Fluch der Karibik (Wallilabou): 22 km
  • Dark View Falls: 39 km
  • Owia Salt Pond: 46,4 km
Karte der Landausflugsziele auf St. Vincent
Karte der Landausflugsziele auf St. Vincent – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Landausflugsziele auf St. Vincent: 1. Botanischer Garten, 2. Vermont Nature Trail, 3. Buccament Bay Beach, 4. Wallilabou Bay (Fluch der Karibik), 5. Dark View Falls, 6. Vulkan Soufrière, 7. Montreal Gardens, 8. Fort Duvernette, 9. Bequia

Zu Fuß unterwegs

Wenn man das Terminalgelände durch das Haupttor verlässt, erreicht man nach wenigen Minuten das Zentrum von Kingstown. Sehenswert sind die lokalen Märkte und einige schöne Kirchen. Bis zur St. Mary’s Cathedral läuft man etwa 1,4 km.

Fort Charlotte und der Botanische Garten liegen etwas außerhalb des Zentrums. Für beide Ziele empfiehlt sich ein Taxi.

Fähre nach Bequia

Die Fährüberfahrt von Kingstown (St. Vincent) nach Port Elizabeth (Bequia) ist gut auf eigene Faust machbar. Nach dem Hafentor hält man sich links, geht durch das kleine Fährterminal-Gebäude und steht direkt am Kai. Die Fahrtzeit mit den regulären Autofähren beträgt rund 60 bis 70 Minuten, während die neue Schnellfähre die Strecke in etwa 35 Minuten zurücklegt. Die bekanntesten Linien sind die Bequia Express Company sowie die moderne Bequia Fast Ferry. Tickets müssen nicht zwingend vorab online gebucht werden. Man bezahlt in der Regel direkt auf dem Schiff. Man kann auch mit US-Dollar bezahlen. Der Ostkaribische Dollar ist fest an den US-Dollar gekoppelt. 1 US-Dollar entspricht 2,70 XCD.

Noch einige Tipps: Die See in der Passage kann insbesondere auf dem Hinweg sehr rau und wellig sein. Das haben wir bei einer Überfahrt mit einem Katamaran selbst erlebt. Wer empfindlich ist, sollte unbedingt vorab eine Tablette gegen Seekrankheit einnehmen. Wir würden am Hafen zunächst nur ein One-Way-Ticket kaufen. So bleibt man bei der Rückfahrt flexibel und kann einfach die nächste verfügbare Fähre nehmen. Der schöne Princess Margaret Beach ist vom Anleger aus über den küstennahen Wanderweg bequem zu erreichen. Man läuft ca. 1,8 km am Meer entlang.

Die Fähren nach Bequia starten neben dem Kreuzfahrthafen
Die Fähren nach Bequia starten neben dem Kreuzfahrthafen – Bild: Tegeler

Wem das auf eigene Faust zu unsicher ist, kann auch einen entsprechenden Landausflug buchen. AIDA Cruises und TUI Cruises bieten Transfers nach Bequia an. Der siebenstündige Landausflug beinhaltet die Überfahrten mit der Fähre und fünf Stunden Aufenthalt auf Bequia. Mustique ist deutlich weiter entfernt und nur im Rahmen von organisierten Landausflügen erreichbar.

Taxis, Uber & Co

Uber und Lyft sind auf St. Vincent nicht verfügbar. Taxis sind das wichtigste und zuverlässigste Transportmittel für Kreuzfahrtgäste. Die Fahrer am Hafenausgang tragen einheitliche Kleidung und sind deshalb leicht zu erkennen. Es gibt keine Taxameter, aber die Fahrer haben eine Preisliste.

Für die Hin- und Rückfahrt zum Botanischen Garten zahlt man mit bis zu vier Personen beispielsweise rund 15 US-Dollar. Aber die meisten Landausflügler sind vermutlich an einer Tour interessiert. Hier kann man sich beraten lassen und eine Taxitour zusammenstellen. Wenn die Fahrgäste keine besonderen Wünsche äußern, schlagen die Fahrer eine Route vor. Für eine vierstündige Taxitour zahlt man ca. 80 bis 120 US-Dollar für das Taxi. Man kann sich spontan auch mit Mitreisenden zusammentun.

Öffentliche Busse

Das Busfahren auf St. Vincent ist günstig und durchaus ein Erlebnis, eignet sich unserer Meinung nach aber vor allem für erfahrene Individualreisende. Die Fortbewegung erfolgt in privat betriebenen Kleinbussen (Minivans), die als wichtigstes öffentliches Verkehrsmittel der Insel dienen. Es handelt sich um weiße oder bunt gestaltete Toyota-Hiace-Vans. Alle offiziellen Busse haben ein Kennzeichen, das mit dem Buchstaben „H“ beginnt. Das Fahrtziel steht meistens auf einem Schild hinter der Windschutzscheibe.

AIDAperla in St. Vincent
AIDAperla an der Pier in St. Vincent – Bild: Tegeler

Die beiden Busbahnhöfe heißen Windward Bus Terminal und Leeward Bus Terminal und liegen dicht beieinander im Zentrum der Hauptstadt. Bis zum weiter entfernten Leeward Bus Terminal läuft man ca. 1,3 km. Von hier starten die Busse an die landschaftlich ruhigere Westküste (Leeward Side). Laute Musik und vollbesetzte Busse gehören zum Erlebnis. Den Fahrpreis (2 bis 4 US-Dollar) zahlt man in bar beim Aussteigen. Bis zum Buccament Bay Beach fährt man ca. 15 Minuten.

Highlights für Landausflüge auf St. Vincent auf eigene Faust

St. Vincent ist eine der ursprünglichsten Karibikinseln und ein schönes Ziel für Naturliebhaber. Die gebirgige Vulkaninsel bietet dichte Regenwälder, Wasserfälle und schöne Ausblicke. Landschaftlich erinnert sie an St. Lucia, Dominica oder Grenada, ist touristisch aber deutlich weniger erschlossen. Erst seit der Eröffnung des internationalen Flughafens im Jahr 2017 entwickelt sich der Tourismus langsam weiter. Viele Besucher zieht es vor allem auf die vorgelagerten Grenadinen, die als eines der schönsten Segelreviere der Karibik gelten. Dies sind die beliebtesten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf St. Vincent auf eigene Faust.

Blick vom Leeward Highway über die Bucht von Kingstown
Blick vom Leeward Highway über die Bucht von Kingstown – Bild: Tegeler

Orientierung für Kreuzfahrer

St. Vincent ist vor allem ein Ziel für Naturfreunde. Die Sehenswürdigkeiten verteilen sich über die gebirgige Insel und die Fahrten dauern aufgrund der kurvenreichen Straßen oft länger, als die Entfernungen vermuten lassen. Für einen ersten Besuch würden wir uns deshalb auf eine Region oder eine Inselrundfahrt konzentrieren.

⭐ Für Erstbesucher: Wir würden entlang der Westküste zur Wallilabou Bay und weiter zu den Dark View Falls fahren. Beide Ziele lassen sich sehr gut miteinander verbinden. Je nach Zeit kann man unterwegs noch einen Badestopp an der Buccament Bay einbauen.

🌿 Für Naturfreunde: Der Vermont Nature Trail ist eine gute Wahl für Wanderer und bietet die Chance, die seltene Königsamazone zu sehen. Die Montreal Gardens lassen sich gut im Rahmen einer Rundfahrt durch das Inselinnere besuchen.

🥾 Für Wanderer: Die Besteigung des Vulkans La Soufrière ist deutlich anspruchsvoller und nimmt einen großen Teil des Hafentages in Anspruch. Aufgrund der langen Anfahrt und der mehrstündigen Wanderung würden wir hierfür einen organisierten Landausflug bevorzugen.

⛴️ Bequia: Die Nachbarinsel ist eine schöne Alternative zu einer Inselrundfahrt auf St. Vincent. Die Fähren starten direkt neben dem Kreuzfahrthafen. Von Port Elizabeth kann man zu Fuß oder mit dem Wassertaxi zum Princess Margaret Beach fahren. Für die Rückfahrt zum Schiff sollte man ausreichend Zeit einplanen. Wer einen Landausflug bucht, kann mit einem Katamaran auch direkt zum Strand fahren.

🏛️ Kingstown: Wer es ruhiger angehen möchte, kann die Märkte und Kathedralen zu Fuß erkunden. Den Botanischen Garten und Fort Charlotte würden wir mit einem Taxi miteinander verbinden.

Landausflüge in Kingstown

Kingstown ist die kleine Hauptstadt von St. Vincent und den Grenadinen. Vom Kreuzfahrthafen erreicht man das Zentrum in wenigen Minuten auf eigene Faust zu Fuß. Sehenswert sind vor allem die lebhaften Märkte, mehrere historische Kirchen, der Botanische Garten und das oberhalb der Stadt gelegene Fort Charlotte.

Karte der Sehenswürdigkeiten von Kingstown
Karte der Sehenswürdigkeiten von Kingstown (St. Vincent) – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Kingstown (St. Vincent): 1. Fischmarkt, 2. Obst- und Gemüsemärkte, 3. Fähre nach Bequia, 4. Kathedralen, 5. Botanischer Garten, 6. Fort Charlotte

Kingstown – Quick Facts für Kreuzfahrer

📍 Lage: Das Zentrum ist ca. 1 km vom Hafen entfernt
🚶 Erreichbarkeit: Innenstadt zu Fuß, Botanischer Garten und Fort Charlotte per Taxi
⛪ Highlights: Märkte, 2 Kathedralen, Botanischer Garten, Fort Charlotte
🛍️ Stadtbild: Märkte, historische Kirchen und koloniale Gebäude
⏱️ Zeitbedarf: 3–4 Stunden mit Botanischem Garten und Fort Charlotte
💡 Unser Tipp: Wer Fort Charlotte und den Botanischen Garten besuchen möchte, kombiniert beide Ziele am besten im selben Taxi, das vor Ort wartet.

Die Märkte

Der zweistöckige Zentralmarkt wird auch New Central Market genannt. Hier verkaufen Händler frisches Obst, Gemüse, Gewürze und lokale Handwerksprodukte. Auf der anderen Seite der Bay Street gibt es weitere Obst- und Gemüsemärkte und einen großen Fischmarkt. Die Preise für Lebensmittel sind meist fest und sehr günstig. Feilschen ist bei Gemüse und Obst unüblich.

St. Mary's Cathedral of the Assumption in Kingstown, St. Vincent
St. Mary’s Cathedral of the Assumption in Kingstown – Bild: chromoprisme–stock.adobe.com

Die Kathedralen

Die St. Mary’s Cathedral ist gut 600 Meter von den Märkten im Stadtzentrum entfernt. Sie wurde um 1900 erbaut und fällt durch ihren einzigartigen Baustil auf. Die vielen Bögen, Zinnen und Türmchen wurden im frühen 20. Jahrhundert von einem belgischen Priester entworfen, der kein ausgebildeter Architekt war. Das erklärt die ungewöhnliche Architektur.

Direkt auf der anderen Straßenseite befindet sich die Kingstown Anglican Church. Ihr offizieller Name ist St. George’s Cathedral. Das Bauwerk ist ein bedeutendes Beispiel georgianischer Baukunst in der Karibik. Der Grundstein wurde Anfang des 19. Jahrhunderts gelegt. Sehenswert im Inneren ist ein berühmtes Buntglasfenster (Red Angel Window). Die Legende besagt, dass Königin Victoria dieses Fenster ursprünglich für die St. Paul’s Cathedral in London anfertigen ließ, es dann aber ablehnte, weil der Engel ein rotes Gewand trug. So landete es in St. Vincent. Die Kirche liegt inmitten eines Friedhofs mit Gräbern aus der Kolonialzeit.

Botanischer Garten

Er entstand 1765 und zählt zu den ältesten botanischen Gärten der westlichen Hemisphäre. Kreuzfahrer spazieren auf schattigen Wegen zwischen exotischen Pflanzen und alten Bäumen. Ein besonderes Highlight sind die Nachkommen des originalen Brotfruchtbaums, den der berühmte Kapitän Bligh im Jahr 1793 auf die Insel brachte. Ein erster Versuch vier Jahre zuvor schlug fehl. Die Besatzung der HMS Bounty meuterte und warf die Setzlinge über Bord. Bligh wurde mit 18 Getreuen in einem winzigen Beiboot ausgesetzt und konnte sich retten. Im botanischen Garten gibt es zudem ein kleines Zuchtzentrum für den seltenen Königsamazonen-Papagei, den Nationalvogel des Landes.

Botanischer Garten St. Vincent
Botanischer Garten St. Vincent – Bild: JR Harris auf Unsplash

Fort Charlotte

Fort Charlotte thront auf einer Anhöhe westlich von Kingstown und ist bereits 3,4 km vom Hafen entfernt. Die steile Straße macht den Weg zu Fuß wenig attraktiv. Die meisten Kreuzfahrer fahren deshalb mit dem Taxi hinauf. Die britische Kolonialmacht baute Fort Charlotte um 1806 mit einer Besonderheit, die vielen erst auf den zweiten Blick auffällt. Die meisten Kanonen zeigen nach innen (zum Land hin). Die Briten bauten das Fort so, weil sie Angriffe der Garifuna fürchteten. Fort Charlotte bietet heute einen herrlichen Panoramablick über die Stadt, den Hafen und die umliegenden Inseln. Die Befestigungsanlagen sind gut erhalten. Die historischen Innenräume, Kasematten und Fußwege des eigentlichen Hauptgebäudes werden derzeit restauriert und sind deshalb phasenweise komplett gesperrt. Der Zugang zum Gelände ist grundsätzlich kostenlos.

Montreal Gardens

Die Montreal Gardens liegen in den Bergen des fruchtbaren Mesopotamia Valley und gehören zu den bekanntesten privaten Gärten von St. Vincent. Der rund sieben Hektar große Garten wurde in den 1990er-Jahren von dem Landschaftsgärtner Timothy Vaughan übernommen und zu einer üppigen tropischen Gartenanlage weiterentwickelt. Die terrassenförmig angelegte Anlage liegt rund 450 Meter über dem Meeresspiegel. Besucher sehen tropische Blüten, große Baumfarne und mit etwas Glück auch Schmetterlinge und Kolibris. Im Gegensatz zu den eher formellen St. Vincent Botanic Gardens haben die Montreal Gardens einen deutlich natürlicheren Dschungelcharakter.

Die Straßen vom Hafen zu den Montreal Gardens sind schmal und stellenweise sehr steil. Für Kreuzfahrer ist eine geführte Tour oder ein Taxi deshalb die bequemste Möglichkeit. Viele Inselrundfahrten verbinden den Garten mit dem Belmont Lookout. Wir würden für den Aufenthalt etwa ein bis zwei Stunden einplanen und ein gutes Mückenspray mitnehmen.

Wanderer auf dem Vermont Nature Trail auf St. Vincent
Vermont Nature Trail – Bild: Tegeler

Vermont Nature Trail

Der Vermont Natur Trail ist eine der schönsten Wanderungen auf St. Vincent. Der Weg verläuft über Stock und Stein durch dichten Regenwald. Riesige Farne und Bäume mit Aufsitzerpflanzen prägen die Gegend. Die Königsamazone, eine ausschließlich auf St. Vincent vorkommende Papageienart, ist das unbestrittene Highlight.

Vermont Nature Trail – Quick Facts für Kreuzfahrer

🥾 Länge: Rundweg ca. 3,5 km
🦜 Highlight: Papagei Königsamazone (Nationalvogel)
⏱️ Dauer: ca. 1,5–2 Stunden
💪 Schwierigkeit: moderat, einige steile Abschnitte
🚖 Anfahrt: Taxi oder Inselrundfahrt
💡 Unser Tipp: Mit einem lokalen Guide hat man mehr davon

Die Königsamazone, der Nationalvogel von St. Vincent, lebt nur auf dieser Insel. Unser Guide hatte uns vorher versprochen, dass wir die Tiere mit Sicherheit hören und mit etwas Glück auch sehen würden. Tatsächlich hatten wir Glück: Aus einiger Entfernung konnten wir rund 15 Königsamazonen im Flug beobachten und natürlich auch hören. Die Papageien bleiben meist in den Baumkronen und fliegen nur kurze Strecken, da sie im offenen Flug Greifvögeln ausgesetzt sind. Tatsächlich erschien auch während unseres Besuchs schon nach kurzer Zeit ein Greifvogel über dem Wald.

Tourguide Fraser am Vermont Nature Trail auf St. Vincent
Tourguide Fraser am Trailhead des Vernont Nature Trails – Bild: Tegeler

Der Rundweg hat eine Länge von ca. 3,5 km, für die man 1,5 bis 2 Stunden benötigt. Er kann problemlos auf eigene Faust erwandert werden. Aber mit einem lokalen Guide hat man einfach mehr davon. Wir haben zum Beispiel erfahren, dass viele Bäume speziell für den Nationalvogel gepflanzt wurden und dass sich die Art mittlerweile etwas erholt hat. Die Schwierigkeit ist moderat. Es gibt einige steile Abschnitte, Treppenstufen und freiliegende Baumwurzeln. Die Eintrittsgebühr beträgt 5 USD für internationale Besucher (wird am Besucherzentrum gezahlt).

Die Strecke bis zum Ausgangspunkt der Wanderung ist nur rund 14 km lang. Allerdings führt die Route über den kurvigen Leeward Highway und anschließend über schmale, steile Straßen ins Landesinnere. Wer keine Tour gebucht hat, findet am Ausgang des Terminals lizenzierte Taxis. Man sollte vor der Abfahrt unbedingt einen festen Preis für den Hin- und Rückweg inklusive Wartezeit (der Fahrer wartet dann am Trailhead) vereinbaren, da es am Wanderweg selbst keine freien Taxis gibt.

Wallilabou Bay (Fluch der Karibik)

Die Wallilabou Bay an der Westküste von St. Vincent ist einer der bekanntesten Drehorte des Films „Fluch der Karibik: Der Fluch der Schwarzen Perle“. Für die Dreharbeiten wurde die Bucht als Kulisse für Port Royal sowie für weitere Szenen genutzt. Der berühmte Holzsteg, mehrere Steingebäude und verschiedene Filmrequisiten sind bis heute erhalten, auch wenn sie inzwischen teilweise verwittert sind. Gerade dieser authentisch gealterte Zustand verleiht dem Ort einen besonderen, leicht morbiden Charme. Ein kleines, einfaches Museum zeigt Originalfotos von den Dreharbeiten, einige Kostüme sowie nachgestellte Pranger, die sich hervorragend für lustige Piratenfotos eignen.

Drehort des Films "Fluch der Karibik in der Wallilabou Bay
Wallilabou – Bild: peterswelt.reisen–stock.adobe.com

Mit dem Taxi dauert die Fahrt über die kurvenreiche Küstenstraße etwa 45 Minuten. Da die Wallilabou Bay ungefähr auf halber Strecke zu den Dark View Falls liegt, lässt sich ein Besuch beider Ziele gut miteinander verbinden. Dank ihrer geschützten Lage ist die Bucht zudem ein beliebter Ankerplatz für Segelyachten und ein häufiges Ziel von Bootsausflügen.

Buccament Bay Beach

Die dunkle Buccament Bay liegt an der malerischen Westküste von St. Vincent und ist vom Kreuzfahrthafen in Kingstown in etwa 20 bis 25 Minuten mit dem Taxi erreichbar. Rund die Hälfte des Strandes gehört zum exklusiven Sandals Resort, das 2024 eröffnet wurde. Wie alle Strände auf St. Vincent ist jedoch auch dieser Strand öffentlich zugänglich. Über die Fußgängerbrücke am Parkplatz gelangt man zum Resort. Am Eingang genügt ein kurzer Hinweis an das Sicherheitspersonal, dass man den öffentlichen Strand besuchen möchte. Die Nutzung der Hotel-Liegen und Sonnenschirme ist Gästen des Resorts vorbehalten.

Der Strandabschnitt des Resorts wurde mit feinem, hellem Sand aufgeschüttet, während der öffentliche Bereich seinen natürlichen dunklen Vulkansand behalten hat. Dort gibt es mehrere gemütliche Strandbars. Außerdem vermieten Einheimische Liegen und Sonnenschirme gegen eine kleine Gebühr. Es lohnt sich, den Zustand der Liegen vor dem Bezahlen kurz zu prüfen. Bei unserem Besuch war eine Liege bereits stark verwittert und brach beim Hinsetzen zusammen.

Buccament Bay Beach in St. Vincent
Buccament Bay Beach – Bild: Tegeler

Für einen Badestopp im Rahmen einer Inselrundfahrt ist die Buccament Bay durchaus empfehlenswert. Man könnte sich hier zum Beispiel nach einer Wanderung auf dem Vermont Nature Trail erfrischen. Einen ganzen Strandtag würden wir hier jedoch eher nicht einplanen. Dafür gibt es in der Karibik – beispielsweise auf Bequia – deutlich attraktivere Strände. St. Vincent hat andere Vorzüge.

Dark View Falls

Die Dark View Falls im Nordwesten von St. Vincent liegen etwa 90 Minuten vom Kreuzfahrthafen in Kingstown entfernt. Sie gehören zu den bekanntesten und zugleich gut erreichbaren Naturzielen der Insel. Zwei übereinanderliegende Wasserfälle stürzen hier aus einer steilen Klippe mitten im dichten Regenwald in natürliche Felsbecken, in denen man wunderbar baden kann. Aufgrund der rutschigen und teilweise spitzen Steine sind Wasserschuhe sehr empfehlenswert. Ein gutes Mückenspray sollte ebenfalls im Gepäck sein.

Der untere Wasserfall ist nach einer kurzen Wanderung von etwa 10 bis 15 Minuten erreichbar. Wer auch den oberen Wasserfall besuchen möchte, sollte weitere rund 10 Minuten Gehzeit einplanen. Gleich zu Beginn des Wanderwegs überquert man den Richmond River auf einer Hängebrücke aus Bambus. Wem diese zu wackelig erscheint, kann stattdessen die moderne Brücke direkt daneben nutzen. Vor Ort wird eine geringe Eintrittsgebühr von etwa 5 US-Dollar erhoben. Am Eingang befinden sich saubere Umkleidekabinen und Toiletten.

Dichter Dschungel im Inselinneren von St. Vincent
Dichter Dschungel im Inselinneren – Bild: Tegeler

Da die Dark View Falls im äußersten Nordwesten der Insel liegen, kommt man auf der Fahrt automatisch an der Wallilabou Bay, dem berühmten Drehort aus „Fluch der Karibik“, sowie an der Buccament Bay vorbei. Diese drei Ziele lassen sich gut zu einer Tagestour entlang der Westküste von St. Vincent verbinden. Manchmal wird bei organisierten Landausflügen auch ein Teil der Strecke mit einem Boot zurückgelegt.

Vulkan Soufrière

Der 1.234 Meter hohe La Soufrière liegt im äußersten Norden von St. Vincent. Der aktive Schichtvulkan ist der höchste Berg der Insel. Aufgrund der Höhenlage regnet es hier häufig und der Gipfel ist oft in Wolken gehüllt. Der letzte große Ausbruch ereignete sich im April 2021. Damals mussten rund 20.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Zwei Kreuzfahrtschiffe, die während der Pandemie außer Dienst waren, dienten vorübergehend als Notunterkünfte für Evakuierte.

Heute führt eine Wanderung durch eine faszinierende, fast unwirkliche Landschaft aus erstarrter Vulkanasche und langsam zurückkehrender Vegetation. Zum Kraterrand führen zwei unterschiedliche Routen. Die klassische und deutlich beliebtere Windward Route beginnt am Rabacca Trailhead in der Nähe von Georgetown, das vom Kreuzfahrthafen in Kingstown in etwa 90 Minuten erreichbar ist. Der Weg verläuft zunächst durch Bambuswälder und Bananenplantagen, bevor der Anstieg deutlich steiler wird. Nach rund 2,5 Stunden erreicht man den Kraterrand.

Der Vulkan La Soufriere auf St. Vincent ist oft wolkenverhangen
Der Vulkan La Soufrière liegt oft im Nebel – Bild: Ernie A. Stephens auf Pixabay

Die Tour ist anspruchsvoll und eignet sich nur für geübte Wanderer mit guter Kondition. Auf der Strecke sind rund 700 Höhenmeter im feuchtwarmen Tropenklima zu bewältigen, bevor in der Gipfelregion kühlere Temperaturen und oft kräftiger Wind herrschen. Ein ortskundiger Guide sowie eine geeignete Wanderausrüstung sind daher unverzichtbar. Entsprechende geführte Touren können auch über die Reederei gebucht werden. Da der Gipfel häufig in dichten Wolken liegt, ist eine freie Sicht jedoch leider nicht garantiert.

Fort Duvernette

Fort Duvernette ist eine britische Festungsruine aus dem 18. Jahrhundert auf einer knapp 60 Meter hohen, steilen Basaltklippe im Meer. Die kleine Felseninsel liegt nur wenige hundert Meter vor der Südküste. Vom Anleger für das Ausflugsboot führt eine direkt in den Fels gehauene Wendeltreppe mit 225 Stufen nach oben. Dort sind historische Kanonen erhalten und man hat einen herrlichen 360-Grad-Panoramablick über die Küste. Das Wasser rund um den Felsen ist glasklar und eignet sich gut zum Schnorcheln.

Bequia (Grenadinen)

Bequia ist die größte Insel der Grenadinen und nur eine kurze Fährfahrt von St. Vincent entfernt. Die Insel ist deutlich ruhiger und hat sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Die Fähre legt im Hauptort Port Elizabeth an, der malerisch an der geschützten Admiralty Bay liegt. Entlang der Uferpromenade reihen sich kleine Geschäfte und Restaurants aneinander. Luxuskreuzfahrtschiffe ankern in der Bucht.

Belmont Board Walk zum Princess Margaret Beach auf Bequia
Belmont Board Walk zum Strand – Bild: Tegeler

Ein schöner Spaziergang führt über den Belmont Walkway am Meer entlang zum beliebten Princess Margaret Beach. Wer nicht laufen möchte, nimmt stattdessen ein Wassertaxi. Diese warten direkt am Hauptanleger, an dem auch die Fähren anlegen.

Wer mit einem Katamaran nach Bequia kommt, wird direkt am Princess Margaret Beach abgesetzt. Der Strand gilt als der schönste der Insel und hat feinen weißen Sand und kristallklares Wasser. Geschützt in der Admiralty Bay gelegen, fällt das Meer flach ab und lädt zum Baden und Entspannen ein. Liegen und Sonnenschirme kann man gegen Gebühr mieten, es gibt aber auch reichlich natürlichen Schatten.

Sportliche Besucher können von Port Elizabeth auf den rund 270 Meter hohen Mount Pleasant wandern. Das sind knapp 2,5 km, für die man eine gute halbe Stunde benötigt. Der Aufstieg führt durch kleine Wohngebiete und vorbei an tropischer Vegetation. Der höchste befahrbare Punkt der Insel bietet einen spektakulären Panoramablick über Bequia und die umliegenden Grenadinen.

Der wunderschöne Princess Margaret Beach auf Bequia
Der wunderschöne Princess Margaret Beach – Bild: Tegeler

Ebenfalls einen Besuch wert ist Fort Hamilton oberhalb von Port Elizabeth. Die kleine britische Festung aus dem 18. Jahrhundert wurde zum Schutz der Insel errichtet. Erhalten geblieben sind einige Kanonen sowie Teile der alten Mauern. Vor allem der Ausblick auf die Bucht und die vor Anker liegenden Segelyachten macht den kurzen Aufstieg lohnenswert. Vom Fähranleger erreicht man Fort Hamilton nach einem etwa 1,5 km langen Spaziergang.

Weitere Kreuzfahrthäfen in der Karibik

Weitere Hafenportraits für Landausflüge in der Karibik auf eigene Faust: Antigua, Aruba, Barbados, Belize, Bonaire, Cartagena, Colon, Costa Maya, Cozumel, Curacao, Dominica, Falmouth, Grand Cayman, Grenada, Guadeloupe, La Romana, Martinique, Montego Bay, Nassau, Ocho Rios, Puerto Limon, Puerto Plata, Roatan, Samana, San Juan (Puerto Rico), St. Kitts, St. Lucia, St. Maarten, St. Thomas, Tortola

Fazit: Landausflüge auf St. Vincent auf eigene Faust

St. Vincent ist eine noch sehr ursprüngliche Naturinsel mit einem aktiven Vulkan, pechschwarzen Sandstränden, dichten Regenwäldern und schönen Wasserfällen. Ein Vergleich mit Dominica bietet sich an. Eine Fahrt entlang der Westküste zur Wallilabou Bay und zu den Dark View Falls ist für einen ersten Besuch eine gute Wahl. Beide Ziele lassen sich gut miteinander verbinden. Wanderer können den Vermont Nature Trail besuchen. Für die lange und anstrengende Wanderung auf den Vulkan La Soufrière würden wir einen organisierten Landausflug bevorzugen.

Eine schöne Alternative ist die Nachbarinsel Bequia. Wenn man auf Barbados an Bord geht, ist St. Vincent nicht selten der erste Hafen der Kreuzfahrt. Nach dem langen Flug und dem ersten Abend an Bord hatten wir wenig Lust auf ein großes Besichtigungsprogramm und sind mit der Fähre nach Bequia gefahren. Port Elizabeth ist ein netter kleiner Ort und der Princess Margaret Beach hat uns sehr gut gefallen. Für uns war das damals genau die richtige Entscheidung.

Petra auf Antigua

Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.

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