Longyearbyen auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen über Landausflüge in Longyearbyen auf eigene Faust zusammengestellt. Der kleine Ort mit seinen gut 2.000 Einwohnern ist die Hauptsiedlung Spitzbergens und einer der nördlichsten Ortschaften der Erde. Kreuzfahrtschiffe kommen im Rahmen von Norwegen Kreuzfahrten hierher. Longyearbyen wurde 1906 von dem amerikanischen Unternehmer Longyear als Bergarbeitersiedlung gegründet. Heute sind der Tourismus und die Forschung die Hauptwirtschaftszweige. Beide ziehen Menschen aus vielen Ländern an. Unter der örtlichen Bevölkerung von Longyearbyen sind heute ca. 40 Nationalitäten vertreten. Im Herbst 2007 wurde der Ortsverwaltung deshalb die Ehrenbezeichnung „Internationales Gemeinwesen“ verliehen. Der Bergbau wird heute in anderen Siedlungen Spitzbergens weiter betrieben. Zum Beispiel in Barentsburg und Svea. In Longyearbyen gibt es noch eine Grube zur Versorgung des örtlichen Kohlekraftwerks. Da es keine Straßenverbindungen zwischen den Orten gibt, nutzen die Menschen Motorschlitten und Boote als Fortbewegungsmittel.

Landausflüge in Longyearbyen auf eigene Faust
Spitzbergen – Bild: AIDA Cruises

Longyearbyen ist heute ein buntes und lebhaftes Städtchen. Sofort fallen die junge Bevölkerung und die vielen Kinder auf. Heute gibt es 3 Kindergärten und eine Schule mit allen Stufen bis zum Abitur. Am Universitätszentrum auf Spitzbergen (UNIS) gibt es unter anderem einen Studiengang „Arktische Biologie“. 350 Studenten aus verschiedenen Ländern besuchen hier die Kurse, die in englischer Sprache abgehalten werden. Die Landeswährung ist die Norwegische Krone (NOK). Ein Euro entspricht derzeit ca. zehn Kronen. Das hilft beim Umrechnen. Norwegen ist kein Mitglied der EU. Das Land gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und nimmt am Schengen-Raum teil. Weitere Informationen finden Sie bei Visit Svalbard. In Norwegen heißt die Inselgruppe Spitzbergen übrigens Svalbard. (Stand: Januar 2020)

Der Kreuzfahrthafen von Spitzbergen

Kreuzfahrtschiffe laufen den Isfjord mit dem Hauptort Longyearbyen an. Die meisten Kreuzfahrtschiffe machen an den beiden stadtnahen Liegeplätzen Bykaia (Hauptliegeplatz) und Gamlekaia fest bzw. ankern vor der Küste und bringen die Urlauber mit Tendern an Land. Das Zentrum der kleinen Stadt ist knapp 2 Kilometer entfernt. Shuttlebusse stehen für die kurze Distanz zur Verfügung. Im Ort gibt es ein Büro der Touristeninformation.

In der Saison 2021 wird es einen neuen Kreuzfahrthafen in Longyearbyen geben. Der neue Floating Pier mit Kreuzfahrt-Terminal liegt näher am Ort. Hier wird es ein Büro der Touristeninformation und weitere Infrastruktur für Landausflüge geben. Zum Beispiel einen kleinen Hafen für Kajaks und RIB-Boote.

Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe in Longyeabyen
(Neue) Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe in Longyeabyen

Mobil in Longyearbyen auf eigene Faust

Wer möchte, kann in Longyearbyen auf eigene Faust einen schönen Stadtbummel machen. Es gibt für den kleinen Ort recht viele Geschäfte, Galerien, Museen und Gastronomie. Mehr kann man in Spitzbergen auf eigene Faust nicht machen. Am Stadtrand beginnt die Wildnis und ein Gewehr ist immer dabei. Die Begegnung mit Eisbären ist eine reale Gefahr. Andere Siedlungen wie Barentsburg oder Ny-Alesund sind auf dem Landweg nicht erreichbar. Wer über die Stadtgrenzen hinaus kommen möchte, sollte einen geführten Landausflug buchen. An Bord oder bei einem lokalen Anbieter. Das ist einer der wenigen Häfen, wo wir einen Landausflug vorab reservieren würden. Bei den meisten Reedereien geht das bereits ab ca. 6 Monate vor Reisebeginn.

Landausflüge lokaler Anbieter

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie und deutschsprachigen Reiseleitern (bei den meisten Touren) gibt es bei Meine Landausflüge*. Bei Hafenausfällen erhalten Sie Ihr Geld zurück.

Highlights für Landausflüge auf Spitzbergen

Beliebt sind Spaziergänge in Longyearbyen, die man auf eigene Faust unternehmen kann. Organisierte Landausflüge auf Spitzbergen sind meistens etwas für aktive Landausflügler. Angeboten werden zum Beispiel Hundeschlittentouren, Wanderungen, ATV-Safaris oder Bootsausflüge. Auch Fahrradtouren rund um den Ort sind möglich.

Longyearbyen

Longyearbyen liegt in einem 4 Kilometer langen Trogtal (Longyeardalen) und erstreckt sich auf beiden Seiten des Flusses Longyearelva. Die kleine Gemeinde verfügt heute über eine moderne touristische Infrastruktur mit komfortablen Hotels, netten Restaurants, Kneipen und Geschäften. In den Geschäften kann man zollfrei einkaufen.

Sehenswert sind auch eine Reihe von Museen und Galerien. Das Svalbard Museum hat eine umfassende Sammlung mit Exponaten über die Entdeckung Spitzbergens, die Walfangzeit des 17. Jahrhunderts, die Expeditionen zum Nordpol und nicht zuletzt über die Geschichte des Bergbaus auf Spitzbergen. Der Eintritt liegt bei 90 NOK. Auch für Familien mit Kindern lohnt sich ein Spaziergang hierher. Das 2008 eröffnete North Pole Expedition Museum (northpolemuseum.com) gegenüber vom Svalbard Museum wartet mit einer sehenswerten Ausstellung zu den Luftschiff-Expeditionen von Roald Amundsen und Umberto Mobile auf.

Karte von Longyearbyen
Karte von Longyearbyen

In Nordnorwegen zieht der Werbeslogan „Das nördlichste …“ immer. Entsprechend beliebt ist die Svalbard Brewery (svalbardbryggeri.no), die 2011 gegründet wurde. Produziert werden derzeit sieben Sorten, die in Dosen abgefüllt werden. Darunter Pilsener und Weißbier. Besichtigungen mit Verkostung sind natürlich Teil des Geschäftsmodells.

In der Galleri Svalbard (gallerisvalbard.no) werden Kunstwerke präsentiert, die von der Natur, dem Licht und den Farben Spitzbergens inspiriert wurden. Gezeigt werden ständig wechselnde Verkaufsausstellungen.

Longyearbyen verdankt seine Existenz dem Bergbau. Heute ist nur noch Grube 7 in Betrieb, wo die Kohle mechanisiert abgebaut wird. Mine 3 wurde 1996 geschlossen und kann heute besichtigt werden. Hier wurde die Kohle noch von Bergleuten von Hand abgebaut.

Die kleine hölzerne Svalbard Kirke liegt etwas außerhalb und eignet sich als Ziel für eine Wanderung. Zur Kirche gehört ein Café.

Grafik des neuen Kreuzfahrthafens von Longyearbyen
Grafik des neuen Kreuzfahrthafens von Longyearbyen

Hundeschlitten

Wer keine einmal mit einem Hundeschlitten fahren möchte, sollte einen entsprechenden Landausflug frühzeitig reservieren. Die Kapazitäten sind begrenzt. Bei unserem Landausflug gab es 3 Personenschlitten mit jeweils sechs Huskys. Im Hochsommer haben die Schlitten Räder. Die Guides geben eine Einführung und dann folgt eine meist einstündige Fahrt. Dabei kann jeder sich mal ein Fahrer und mal als Beifahrer versuchen. Ein wunderbares Erlebnis.

Camp Barentz

Ein beliebtes Landausflugsziel in der Umgebung ist Camp Barentz, das ca. 15 Kilometer von Longyearbyen entfernt in einem Tal (Adventdalen) liegt. Hier gibt es meistens etwas zu essen und man hat auch die Gelegenheit, Polarhunde und Hundeschlittenfahrer zu treffen. Allein die Fahrt in die Wildnis ist interessant.

Polarcirkel-Boot

Die rasende Fahrt mit Polarcirkel-Booten gehört ebenfalls zu den beliebtesten Aktivitäten in diesem Hafen. Ziele der rasenden Fahrt sind ein Vogelfelsen und eine verlassene Bergarbeitersiedlung. Wer es gemächlicher mag, kann eine Kajak-Tour in den Gewässern des Adventsfjords buchen.

Landausflug mit Schlittenhunden
Hundeschlitten auf Spitzbergen – Bild: Renato Granieri/Visitnorway.com

Wanderungen

Zum Programm der Reedereien gehören immer auch geführte Wanderungen. Ziele in der Umgebung sind alte Minen, umliegende Berge oder auch die Fossiliensuche auf Gletschermoränen. Bei einigen Reedereien werden auch geführte Fahrradtouren angeboten.

Spitzbergen

Dies ist der nördlichste Punkt, den man im Rahmen von Norwegen Kreuzfahrten erreichen kann. Die meisten Reedereien fahren nur nach Longyearbyen. Wenige Anbieter kreuzen einen weiteren Tag in den Fjorden Spitzbergens. Nur kleine Kreuzfahrtschiffe und Expeditionsschiffe laufen weitere Häfen wie Ny-Alesund an.

In Norwegen heißt die Inselgruppe Svalbard. Um ihren Anspruch zu untermauern, holte Norwegen in den nationalistischen 20er Jahren des letzten Jahrhunderts den seit der Wikingerzeit in Vergessenheit geratenen Begriff Svalbard (Kalte Küste oder Kalter Rand) aus der Versenkung. Heute wird sogar von norwegischen Forschern angezweifelt, ob die Wikinger damit wirklich Spitzbergen meinten oder vielleicht das Packeis oder die Insel Jan Mayen. Aber das spielt keine Rolle. Im amtlichen Norwegen heißt seitdem das gesamte Gebiet des Spitzbergen-Vertrages, also die eigentliche Inselgruppe, einige benachbarte Inseln und die südlichere Bäreninsel zusammen Svalbard.

Die Inseln sind noch immer eine Wildnis, wie man es sich in Mitteleuropa kaum noch vorstellen kann. Es gibt zwischen den isolierten Siedlungen (hier leben insgesamt ca. 3.000 Menschen) keinerlei Landwege und nur gelegentlichen Flugverkehr sowie vereinzelt sommerliche Bootsverbindungen. Unmittelbar hinter den letzten Häusern beginnt pfadlose arktische Wildnis. Hier regieren die mächtigen Eisbären. Es gibt mehrere Nationalparks und Vogelschutzgebiete. Dabei sind gut 60 Prozent des Landes von Gletschern bedeckt. Vegetation gibt es nur auf sechs bis sieben Prozent der Landfläche. Im Sommer (Juni, Juli, August) verschwindet der Schnee, Blumen tauchen auf und ein geschäftiges Vogelleben hat die Winterstille ersetzt. Berge, Gletscher, Meer, Blumen und Vögel locken hinaus zu Naturerlebnissen, die man nie vergisst. Trotz des permanenten Tageslichtes hat man den Eindruck, dass die Tage auf Spitzbergen nicht lang genug sind, um alles mitzubekommen.

Wanderungen in Longyearbyen
Wanderungen immer mit Gewehr – Bild: Jens Henrik Nybo – Visitnorway.com

Ny Alesund

Ny-Alesund ist ein winziger Ort mit weniger als 50 Einwohnern und gilt als eine der nördlichsten Siedlungen der Welt. Aufgrund der Umweltschutzauflagen wird dieser Hafen heute nur noch von sehr wenigen kleinen Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Die berühmten Postkarten vom nördlichsten Postamt der Welt werden heute also kaum noch verschickt.

Früher wurde in Ny-Alesund Steinkohle abgebaut. Heute hat die Forschung Einzug gehalten. Es gibt ein internationales Forschungszentrum und Polarforschungsstationen. Es ist in bemerkenswerter Weise gelungen, die alte Bausubstanz der vielen bunten Häuschen aus der Zeit des Kohlebergbaus zu erhalten und mit den Bedürfnissen eines modernen Forschungszentrums zu vereinen. Im Ort befinden sich ganzjährige Forschungsstationen Norwegens (das Norsk Polarinstitut), Deutschlands (das Alfred-Wegener-Institut), Großbritanniens, Italiens und Japans. Schwerpunkte sind Atmosphären- und Klimaforschung, daneben auch Biologie und andere Wissenschaften.

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