Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Longyearbyen auf eigene Faust zusammengestellt. Longyearbyen liegt auf Spitzbergen, nur rund 1.300 Kilometer vom Nordpol entfernt, und ist die nördlichste Siedlung der Welt mit mehr als 1.000 Einwohnern. Der Ort wurde 1906 vom amerikanischen Unternehmer John Munro Longyear als Bergarbeitersiedlung gegründet. Der Kohlebergbau prägte Longyearbyen mehr als ein Jahrhundert, endete aber im Sommer 2025 mit der Schließung der letzten norwegischen Kohlemine Gruve 7. Heute sind vor allem Tourismus sowie Forschung und Bildung wichtige Wirtschaftszweige. Für Kreuzfahrer bietet Longyearbyen eine ungewöhnliche Mischung aus arktischer Landschaft, Bergbaugeschichte und Aktivitäten wie Hundeschlittenfahrten, Wanderungen und Bootstouren. Weitere Informationen gibt es bei Visit Svalbard. Letzte Aktualisierung: September 2026
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer Longyearbyen auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
📍 Liegeplatz: meist Bykaia im Hafen von Longyearbyen, vereinzelt Tendern
🚶♂️ Entfernung ins Stadtzentrum: ca. 2 km ab Bykaia
✨ Highlights in Longyearbyen: Svalbard Museum, Svalbard Kirke, Svalbard Bryggeri, North Pole Expedition Museum, Fußgängerzone (Gågata)
🏔️ Highlights im Umland: Gruve 3, Camp Barentz, Hundeschlittenfahrten, Bootstouren und arktische Landschaft
🗺️ Fortbewegung: im Ort zu Fuß, sonst Taxi, Bustouren und geführte Landausflüge
🐾 Besonderheit: Außerhalb der Siedlung ist wegen der Eisbären besondere Vorsicht erforderlich
💶 Gut zu wissen: Bezahlt wird mit Norwegischen Kronen; die EU-Roamingregelung gilt auf Svalbard nicht
👉 Unsere Einschätzung: Longyearbyen selbst kann man sehr gut auf eigene Faust zu Fuß erkunden. Für einen ersten Besuch würden wir einen Rundgang durch den Ort mit dem Svalbard Museum und einem geführten Landausflug in die arktische Landschaft verbinden. Besonders typisch für Spitzbergen sind Hundeschlittenfahrten und die Bergbaugeschichte rund um Gruve 3.
Kreuzfahrthafen Longyearbyen
Der Hafen von Longyearbyen liegt am Adventfjord, einem Seitenarm des Isfjords. Der wichtigste Liegeplatz für größere Kreuzfahrtschiffe ist Bykaia südwestlich des Stadtzentrums. Von hier sind es etwa 2 km bis ins Zentrum von Longyearbyen.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe machen direkt am Kai fest. Bei einzelnen Schiffsanläufen wird jedoch auch getendert. Die Tenderboote nutzen dafür einen eigenen Tenderpier im Hafenbereich.
Direkt am Hafen gibt es nur wenig touristische Infrastruktur. Der Weg ins Zentrum führt zunächst durch den Hafenbereich und anschließend entlang der Küste. Wer Longyearbyen auf eigene Faust erkunden möchte, kann das Stadtzentrum gut zu Fuß erreichen.
Landausflüge in Longyearbyen buchen
Für den Tag in Longyearbyen werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in Longyearbyen findet man bei GetYourGuide*.
Mobilität in Longyearbyen auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Longyearbyen auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Zielen für Landausflüge in Longyearbyen in Eigenregie:
- Svalbard Brauerei: 350 Meter
- North Pole Expedition Museum: 1,5 km
- Svalbard Museum: 1,5 km
- Svalbard Kirke: 1,6 km
- Svalbard Tourist Information: 2,2 km
- Svalbard Global Seed Vault: 3,4 km
- Gruve 3: 4,9 km
- Camp Barentz: 11,5 km
Zu Fuß unterwegs
Longyearbyen kann man sehr gut auf eigene Faust zu Fuß erkunden. Vom Kreuzfahrthafen Bykaia läuft man etwa 2 km bis ins Stadtzentrum. Unterwegs kommt man bereits am Svalbard Museum und am Universitätszentrum vorbei. Auch die Svalbard Kirke und die meisten Geschäfte, Restaurants und weiteren Sehenswürdigkeiten im Ort lassen sich zu Fuß erreichen.
Für einen Stadtbummel benötigt man deshalb kein Verkehrsmittel. Anders sieht es bei Wanderungen und Ausflügen außerhalb des Siedlungsbereichs aus. Wegen der Eisbärengefahr sollte man sich dort nicht ohne entsprechende Sicherheitsausrüstung und Erfahrung bewegen. Für Kreuzfahrer sind geführte Touren deshalb die sinnvollste Möglichkeit, die Umgebung von Longyearbyen zu erkunden.
Fahrräder
Bei der Touristeninformation im Zentrum von Longyearbyen können während der Sommersaison Citybikes gemietet werden. Der Mietpreis beträgt derzeit 40 NOK pro Tag, ein Helm ist inklusive. Insgesamt stehen allerdings nur ca. 20 Fahrräder zur Verfügung. Eine Reservierung ist nicht möglich; die Räder werden je nach Verfügbarkeit direkt in der Touristeninformation vermietet.

Die Citybikes dürfen wegen der Eisbärengefahr nur innerhalb der Ortsgrenzen von Longyearbyen genutzt werden. Für längere Fahrradtouren in die Umgebung werden geführte Touren angeboten.
Taxis und Bustouren
In Longyearbyen gibt es mit Svalbard Buss og Taxi und Longyearbyen Taxi zwei Taxiunternehmen. Die Taxis eignen sich für kurze Fahrten im Ort oder für individuell vereinbarte Rundfahrten. Einen regulären öffentlichen Nahverkehr gibt es in Longyearbyen nicht.
Svalbard Buss og Taxi bietet außerdem eine etwa zweistündige Sightseeing-Tour durch Longyearbyen und die nähere Umgebung an. Die Fahrt führt unter anderem durch das Adventdalen und zum Svalbard Global Seed Vault. Unterwegs werden mehrere Fotostopps eingelegt. Die Tour kostet derzeit 445 NOK pro Person und ist eine bequeme Möglichkeit, auch weiter auseinanderliegende Ziele rund um Longyearbyen kennenzulernen.
Mietwagen
In Longyearbyen gibt es mit Arctic Autorent und Svalbard Auto zwei Autovermieter. Beide bieten verschiedene Fahrzeugtypen an, darunter auch Fahrzeuge mit Allradantrieb. Arctic Autorent kann Mietwagen gegen Gebühr auch an einem anderen Ort in Longyearbyen bereitstellen.
Für Kreuzfahrer ist ein Mietwagen allerdings nur eingeschränkt interessant. Das Straßennetz rund um Longyearbyen ist sehr klein (weniger als 50 km) und es gibt keine Straßenverbindung zu anderen Orten auf Spitzbergen. Viele Ziele im Ort erreicht man bequem zu Fuß, während Landausflüge in die arktische Landschaft ohnehin andere Anforderungen stellen. Ein Mietwagen lohnt sich deshalb vor allem, wenn man gezielt einige der über Straßen erreichbaren Ziele rund um Longyearbyen individuell anfahren möchte.
Highlights für Landausflüge in Longyearbyen auf eigene Faust
Longyearbyen liegt am Adventfjord und ist von einer kargen arktischen Landschaft umgeben. Der Ort selbst ist klein und lässt sich mit seinen Museen, Geschäften, der Svalbard Kirke und der kleinen Brauerei gut zu Fuß erkunden. Gleichzeitig beginnt bereits am Ortsrand die arktische Wildnis, in der auch Eisbären vorkommen können. Die Bergbaugeschichte spielt in Longyearbyen bis heute eine wichtige Rolle. Besonders eindrucksvoll lässt sie sich bei einem Besuch der ehemaligen Kohlemine Gruve 3 erleben. Zu den beliebtesten Aktivitäten für Landausflüge in Longyearbyen gehören außerdem Hundeschlittenfahrten, geführte Wanderungen mit Fossiliensuche und Bootstouren auf den Fjorden.
Orientierung für Kreuzfahrer
Longyearbyen selbst kann man vom Kreuzfahrthafen gut auf eigene Faust erkunden. Das Stadtzentrum liegt etwa 2 km von Bykaia entfernt und auch das Svalbard Museum und die Svalbard Kirke sind zu Fuß erreichbar. Für Erlebnisse in der arktischen Landschaft sollte man dagegen einen geführten Landausflug einplanen.
⭐ Für Erstbesucher: Wer Longyearbyen zum ersten Mal besucht, kann durch den Ort bummeln und das Svalbard Museum besuchen. Anschließend würden wir den Stadtbesuch mit einem geführten Ausflug in die arktische Landschaft verbinden.
🐾 Für Abenteuerlustige: Hundeschlittenfahrten gehören zu den besonderen Erlebnissen auf Spitzbergen und werden auch im Sommer mit Räderschlitten angeboten. Weitere Möglichkeiten sind Bootstouren und geführte Wanderungen mit Fossiliensuche.
⛏️ Für Bergbau & Geschichte: Die ehemalige Kohlemine Gruve 3 vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die Bergbaugeschichte Longyearbyens. Auch das Svalbard Museum beschäftigt sich ausführlich mit der Geschichte der Siedlung und des Kohlebergbaus.
🔬 Für Wissenschaftsinteressierte: Das Svalbard Global Seed Vault und das EISCAT Svalbard Radar gehören zu den ungewöhnlichsten Zielen rund um Longyearbyen. Beide Anlagen können nicht regulär von innen besichtigt werden, sind aber Ziele verschiedener Touren.
📸 Für Naturfreunde: Geführte Wanderungen führen in die karge Berglandschaft rund um Longyearbyen. Auch Bootstouren auf dem Isfjord bieten die Möglichkeit, die arktische Landschaft und mit etwas Glück die Tierwelt Spitzbergens zu erleben.
Stadtbummel in Longyearbyen
Longyearbyen kann man sehr gut auf eigene Faust zu Fuß erkunden. Die Wege sind relativ kurz und viele Sehenswürdigkeiten liegen auf einer gut nachvollziehbaren Route zwischen dem Kreuzfahrthafen und dem Stadtzentrum. Wer ausreichend Zeit hat, kann den Rundgang bis zur Svalbard Kirke verlängern. Für den Rückweg zum Hafen bietet sich noch ein Abstecher zur Svalbard Bryggeri an.
Karte der Highlights von Longyearbyen: 1. Svalbard Brauerei, 2. Svalbard Museum, 3. North Pole Expedition Museum, 4. Einkaufszentrum Lompen Senteret, 5. Touristeninformation, 6. Svalbard Kirke
Die folgende Route verbindet einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Longyearbyen. Für den gesamten Rundgang sollte man je nach Aufenthaltsdauer an den einzelnen Stationen etwa 3 bis 4 Stunden einplanen. Die reine Gehzeit liegt bei ungefähr 1,5 Stunden.
Svalbard Museum & Universitätszentrum
Vom Kreuzfahrthafen führt der Weg entlang der Küste in Richtung Zentrum. Nach etwa 1,5 km erreicht man das Svalbard Museum im Gebäude des Svalbard Science Centre. Das Museum vermittelt einen sehr guten Überblick über die Natur- und Kulturgeschichte Spitzbergens. Die Ausstellung beschäftigt sich unter anderem mit der Tierwelt, den frühen Walfängern und Jägern, den Polarexpeditionen und dem Kohlebergbau, der Longyearbyen über viele Jahrzehnte geprägt hat.
Im selben Gebäudekomplex befindet sich auch das Universitätszentrum UNIS. Hier studieren und forschen Wissenschaftler aus zahlreichen Ländern zu Themen der Arktis. Das Gebäude selbst ist deshalb ebenfalls ein sichtbares Zeichen dafür, welche Bedeutung Forschung heute für Longyearbyen hat.
North Pole Expedition Museum
Nur wenige Schritte vom Svalbard Museum entfernt befindet sich das North Pole Expedition Museum. Es widmet sich den frühen Expeditionen zum Nordpol und erzählt von den Versuchen, die Arktis mit Schiffen, Ballons und später mit Luftschiffen zu erforschen. Besonders bekannt sind die Expeditionen mit den Luftschiffen Norge und Italia in den 1920er-Jahren. Zu sehen sind historische Fotos und Filmaufnahmen, Dokumente sowie Modelle von Schiffen und Luftschiffen. Wer sich für die Geschichte der Polarforschung interessiert, findet hier eine interessante Ergänzung zum Svalbard Museum.
Gågata & Stadtzentrum
Vom Museumsbereich geht man weiter in das kleine Zentrum von Longyearbyen. Das sind vielleicht 500 Meter. Mittelpunkt ist die Fußgängerzone Gågata, an der sich für einen so kleinen Ort erstaunlich viele Geschäfte, Cafés, Restaurants und Bars befinden. Hier liegen auch das Einkaufszentrum Lompen Senteret und die Touristeninformation.
In den Geschäften findet man neben Souvenirs und Outdoorbekleidung auch viele Produkte mit Bezug zu Spitzbergen. Auffällig sind die bunten Holzhäuser, die vor den kahlen Berghängen einen starken Kontrast bilden. Auch die alten Konstruktionen der früheren Kohle-Seilbahnen sind an verschiedenen Stellen im Ortsbild zu sehen und erinnern an die Bergbauvergangenheit Longyearbyens.
Svalbard Kirke
Von der Touristeninformation in der Fußgängerzone sind es etwa 1,2 km bis zur Svalbard Kirke. Der Weg führt bergauf und die Kirche liegt etwas erhöht über Longyearbyen. Sie gilt als nördlichste zivile Kirche der Welt. Die erste Kirche wurde bereits 1921 errichtet, aber während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Das heutige Holzgebäude wurde 1958 eingeweiht.
Die Svalbard Kirke ist nicht nur Gotteshaus, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen auf Spitzbergen. Besucher sind willkommen und erleben hier eine für Svalbard typische Tradition: Die Straßenschuhe werden im Eingangsbereich ausgezogen. Im gemütlichen Aufenthaltsraum kann man sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee aufwärmen. Von der erhöhten Lage hat man zudem einen schönen Blick über Longyearbyen und die umliegenden Berge.
Rückweg & Svalbard Bryggeri
Von der Svalbard Kirke sind es etwa 1,2 km bis zur Svalbard Bryggeri in der Nähe des Kreuzfahrthafens. Die kleine Brauerei liegt im Hafenbereich und produziert seit 2015 Bier auf Spitzbergen. Wer genügend Zeit hat, kann den Stadtbummel hier ausklingen lassen. Bis zum Kreuzfahrthafen ist es anschließend nicht mehr weit.
Wer sich für die Bergbaugeschichte Longyearbyens interessiert, kann den Rückweg um etwa 700 Meter verlängern und einen Abstecher zur Taubanesentralen machen. In der ehemaligen Seilbahnzentrale liefen früher die Transportseilbahnen zusammen, mit denen die Kohle aus den verschiedenen Gruben zum Hafen befördert wurde. Die alten Holzkonstruktionen sind bis heute ein markantes Zeugnis der Bergbauzeit.
Landausflüge im Umland
Direkt hinter Longyearbyen beginnt die arktische Wildnis Spitzbergens. Straßen gibt es nur wenige und außerhalb der Siedlung können jederzeit Eisbären vorkommen. Visit Svalbard empfiehlt Besuchern deshalb, die Umgebung mit einem professionellen lokalen Guide zu erkunden. Die Guides verfügen über die notwendige Erfahrung und führen die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung zum Schutz vor Eisbären (Gewehre) mit. Für Kreuzfahrer gibt es trotzdem eine große Auswahl an Landausflügen. Man kann die ehemalige Kohlemine Gruve 3 besuchen, mit Hundeschlitten durch die arktische Landschaft fahren oder an geführten Wanderungen teilnehmen. Auch Camp Barentz, Fossiliensuchen und Bootstouren auf den Fjorden gehören zu den beliebten Landausflugszielen im Umland von Longyearbyen.
Karte der Landausflugsziele im Umland von Longyearbyen: 1. Gruve 3, 2. Svalbard Global Seed Vault, 3. Camp Barentz, 4. Camp Bolterdalen, 5. Galleri Svalbard, 6. EISCAT Svalbard Radar, 7. Anhöhe Blomsterdalshøgda (Wanderung)
Mine Gruve 3
Longyearbyen verdankt seine Entstehung dem Kohlebergbau. Mehr als ein Jahrhundert prägte er den Ort und das Leben seiner Bewohner. Die letzte norwegische Kohlemine auf Spitzbergen, Gruve 7 im Adventdalen, stellte im Sommer 2025 den Betrieb ein. Damit ging eine lange Ära zu Ende. Die ehemalige Gruve 3 liegt nur etwa zehn Fahrminuten vom Zentrum Longyearbyens entfernt. Die Mine war bis 1996 in Betrieb und ist heute ein Besucherbergwerk. Viele Maschinen, Werkzeuge und Einrichtungen sind erhalten geblieben. So, als hätten die Bergleute sich nur ins Wochenende verabschiedet.
Bei der Führung bekommt man Helm, Stirnlampe und Overall und geht anschließend ein Stück in die Mine hinein. Dabei erfährt man viel über den Kohleabbau und die extremen Arbeitsbedingungen unter Tage. Besonders eindrucksvoll ist die geringe Höhe der früheren Arbeitsbereiche. Die Führung dauert etwa drei Stunden und kostet 2026 für Erwachsene 1.090 NOK. In der Mine kann es bis zu −5 °C kalt sein.
Camp Barentz
Camp Barentz liegt im Adventdalen, etwa 10 bis 15 Fahrminuten von Longyearbyen entfernt. Das kleine Camp besteht aus mehreren Holzhütten und wurde nach dem niederländischen Entdecker Willem Barents benannt. Eine der Hütten ist eine Nachbildung der Unterkunft, in der Barents und seine Mannschaft 1596 auf Nowaja Semlja überwinterten.
Heute ist Camp Barentz ein beliebtes Ziel für geführte Landausflüge in Longyearbyen. Bei verschiedenen Touren erfahren Kreuzfahrer mehr über das Leben in der Arktis und insbesondere über Eisbären. Zum Camp gehören auch Huskys, die man bei einigen Programmen kennenlernen kann. Angeboten werden außerdem mehrstündige Wilderness-Abende mit Essen und Geschichten am offenen Feuer. Im Winter ist Camp Barentz wegen seiner Lage außerhalb der beleuchteten Siedlung auch ein Ziel für Polarlicht-Touren.
Hundeschlitten-Abenteuer
Eine Hundeschlittenfahrt gehört für uns zu den besonderen Erlebnissen auf Spitzbergen. Auch im Sommer werden entsprechende Landausflüge angeboten. Statt auf Kufen fahren die Huskys dann mit speziell gebauten Wagen auf Rädern durch die arktische Landschaft.
Bei unserem Landausflug gab es Personenschlitten mit jeweils sechs Huskys. Nach einer Einführung ging es für etwa eine Stunde durch die Landschaft. Unterwegs konnten wir die Plätze wechseln und uns sowohl als Fahrer als auch als Beifahrer versuchen. Ein wunderbares Erlebnis.
Je nach Anbieter unterscheiden sich Größe der Wagen, Anzahl der Hunde und Dauer der Tour. Häufig gehört auch der Besuch des Hundezwingers dazu und man hilft beim Anschirren der Huskys. Da die Teilnehmerzahlen begrenzt sind, würden wir eine Hundeschlittenfahrt für einen Kreuzfahrttag frühzeitig reservieren.
EISCAT Svalbard Radar
Das EISCAT Svalbard Radar liegt etwa 16 km von Longyearbyen entfernt und ist mit seinen großen Antennen schon von Weitem zu erkennen. Die Forschungsanlage untersucht die obere Atmosphäre und das Weltraumwetter. Dazu gehören auch Sonnenstürme, die Polarlichter auslösen können. Die Anlage kann nicht regulär besichtigt werden, ist aber ein interessantes Ziel und Fotomotiv bei verschiedenen Rundfahrten und geführten Touren in die Umgebung von Longyearbyen.
Blomsterdalshøgda
Der Blomsterdalshøgda liegt westlich von Longyearbyen in der Nähe des Flughafens und ist ein beliebtes Ziel für geführte Wanderungen. Der Gipfel liegt auf rund 320 Metern Höhe. Von oben reicht der Blick über den Adventfjord, Longyearbyen und bei guter Sicht bis zum Isfjord.
Die Wanderung ist mittelschwer und führt über teilweise unebenes und steileres Gelände. Je nach Tour und gewählter Route ist man etwa drei bis vier Stunden unterwegs. Da der Blomsterdalshøgda außerhalb des sicheren Siedlungsbereichs liegt, werden für Besucher geführte Wanderungen angeboten. Viele Touren verbinden die Wanderung mit einem Stopp am nahe gelegenen Svalbard Global Seed Vault. Dadurch lassen sich Naturerlebnis und eines der bekanntesten Ziele Spitzbergens gut miteinander kombinieren.
Svalbard Global Seed Vault
Das Svalbard Global Seed Vault liegt am Platåberget oberhalb des Flughafens und gehört zu den bekanntesten Einrichtungen auf Spitzbergen. Das 2008 eröffnete Saatgutgewölbe dient als weltweite Sicherheitsreserve für Saatgut aus Genbanken. Inzwischen lagern hier mehr als 1,4 Millionen Saatgutproben aus aller Welt.
Die eigentlichen Lagerräume wurden mehr als 100 Meter tief in den massiven Fels gebaut. Dort werden die Samen bei −18 °C aufbewahrt. Kreuzfahrer können das Innere des Saatgutgewölbes nicht besichtigen. Zu sehen ist lediglich der markante Eingang im Berghang, der trotzdem ein beliebtes Ziel für Rundfahrten, Wanderungen und Fotostopps ist. Über dem Eingang befindet sich das Kunstwerk „Perpetual Repercussion“ der norwegischen Künstlerin Dyveke Sanne. Reflektierende Materialien und Licht lassen die Fassade je nach Tages- und Jahreszeit unterschiedlich erscheinen.
Fossiliensuche am Longyearbreen
Eine Fossiliensuche ist eine ungewöhnliche Möglichkeit, die Landschaft rund um Longyearbyen zu erleben. Ein beliebtes Ziel ist die Moräne des Longyearbreen südlich des Ortes. Hier kann man rund 40 bis 60 Millionen Jahre alte Pflanzenfossilien finden, darunter gut erkennbare Abdrücke von Blättern. Damals herrschte auf Spitzbergen ein wesentlich wärmeres Klima als heute.
Der Gletscher hat im Laufe der Zeit Gestein abgetragen und in seiner Moräne abgelagert. Zwischen den Steinen kann man deshalb mit etwas Geduld selbst nach Fossilien suchen. Die geführten Touren verbinden die Suche mit einer Wanderung durch die arktische Landschaft und dauern je nach Anbieter etwa drei bis vier Stunden. Gefundene Pflanzenfossilien darf man bei einigen Touren sogar als ungewöhnliches Souvenir mitnehmen.
Bootstouren
Bootstouren gehören zu den beliebtesten Möglichkeiten, die Landschaft rund um Longyearbyen zu erleben. Angeboten werden Touren mit schnellen RIB- und Polarcirkel-Booten sowie mit kleineren geschlossenen und beheizten Booten. Die Routen führen hinaus auf den Isfjord zu Gletschern, ehemaligen Bergbausiedlungen und guten Plätzen für Tierbeobachtungen.
Ein bekanntes Ziel ist die Borebukta auf der gegenüberliegenden Seite des Isfjords. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Borebreen halten sich im Sommer häufig Walrosse auf. Unterwegs kann man mit etwas Glück auch Wale, Robben und zahlreiche Seevögel beobachten. Tierbeobachtungen können allerdings nie garantiert werden. Welche Route tatsächlich gefahren wird, hängt auf Spitzbergen immer von Wetter, Wind und Eisverhältnissen ab. Gerade die kleineren Boote können ihre Route deshalb kurzfristig an die Bedingungen anpassen.
Weitere Kreuzfahrthäfen in Norwegen
Unsere Hafenportraits für Ihre Landausflüge in Norwegen: Ålesund, Alta, Åndalsnes, Bergen, Eidfjord, Flåm, Geiranger, Haugesund, Hellesylt, Honningsvåg, Kristiansand, Leknes, Molde, Narvik, Nordfjordeid, Olden, Oslo, Stavanger, Tromsø, Trondheim, Vik
Fazit – Landausflüge in Longyearbyen auf eigene Faust
Longyearbyen ist ein außergewöhnlicher Kreuzfahrthafen und lässt sich im Ortszentrum sehr gut auf eigene Faust erkunden. Vom Hafen kann man zum Svalbard Museum und weiter durch die Gågata bis zur Svalbard Kirke laufen. Wer genügend Zeit hat, kann auf dem Rückweg noch die Svalbard Bryggeri besuchen oder einen Abstecher zur historischen Taubanesentralen einplanen.
Die eigentlichen Besonderheiten Spitzbergens erlebt man jedoch außerhalb der Siedlung. Die ehemalige Kohlemine Gruve 3 vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die Bergbaugeschichte. Hundeschlittenfahrten, Fossiliensuchen und Wanderungen führen hinaus in die arktische Landschaft, während Bootstouren auf dem Isfjord Gletscher und mit etwas Glück Walrosse oder andere arktische Tiere zeigen.
Da außerhalb von Longyearbyen Eisbären vorkommen können, sind geführte Touren für Kreuzfahrer die sinnvollste Möglichkeit, die Umgebung kennenzulernen. Gerade die Kombination aus einem individuellen Stadtbummel und einem geführten Landausflug macht einen Kreuzfahrttag in Longyearbyen besonders abwechslungsreich.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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