Hier haben wir Informationen für Landausflüge auf Santorin auf eigene Faust zusammengestellt. Die griechische Vulkaninsel gehört zu den außergewöhnlichsten Kreuzfahrtzielen im Mittelmeer. Vor etwa 3.600 Jahren formte ein gewaltiger Vulkanausbruch die heutige Caldera. Kreuzfahrtschiffe fahren mitten in diesen ehemaligen Vulkankrater hinein und ankern vor den bis zu 360 Meter hohen Steilhängen. Es lohnt sich deshalb, bereits bei der Ankunft an Deck zu sein. Hoch über der Caldera liegen die Inselhauptstadt Fira und das berühmte Dorf Oia. Weitere beliebte Ziele für einen Hafentag sind die Ausgrabungsstätte Akrotiri und die Vulkaninseln Nea Kameni und Palea Kameni. Letzte Aktualisierung: September 2026
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer Santorin auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
📍 Liegeplatz: Kreuzfahrtschiffe ankern in der Caldera und tendern zum Santorini Old Port; Teilnehmer organisierter Landausflüge tendern auch zum Fährhafen Athinios
🚶♂️ Weg nach Fira: mit der Seilbahn oder über die Karavolades-Treppe (Eselstreppe)
✨ Top-Highlights: Fira, Oia, Akrotiri, Pyrgos, Nea Kameni und Palea Kameni, Alt-Thera
🏖️ Strand: schwarze Lavastrände in Kamari, Perissa und Perivolos
⏱️ Fortbewegung: Seilbahn, öffentliche Busse, Taxi, Mietwagen und Ausflugsboote
💶 Gut zu wissen: Griechenland gehört zur EU – bezahlt wird mit dem Euro und EU-Roaming gilt ebenfalls
👉 Unsere Einschätzung: Santorin gehört für uns zu den außergewöhnlichsten Kreuzfahrtzielen im Mittelmeer. Fira kann man problemlos auf eigene Faust erkunden und auch Oia lässt sich gut damit verbinden. Die größte Herausforderung sind die Wartezeiten beim Tendern und an der Seilbahn. Besonders für die Rückfahrt zum Schiff würden wir deshalb immer eine großzügige Zeitreserve einplanen.
Kreuzfahrthafen Santorin
Santorin ist ein Tenderhafen. Die Kreuzfahrtschiffe ankern in der Caldera und die Passagiere werden mit Tenderbooten an Land gebracht. Wer Santorin auf eigene Faust erkunden möchte, wird zum Santorini Old Port (Skala Port) direkt unterhalb der Inselhauptstadt Fira gebracht. Von hier führen die Seilbahn und die Karavolades-Treppe (Eselstreppe) hinauf nach Fira.
Eine Besonderheit gibt es bei organisierten Landausflügen der Reedereien. Deren Teilnehmer können direkt zum Fährhafen Athinios weiter südlich getendert werden. Dort gibt es eine Straßenverbindung und die Gäste können unmittelbar vom Tenderboot in bereitstehende Ausflugsbusse umsteigen. Der zeitraubende Weg vom Old Port hinauf nach Fira entfällt dadurch.
Seit 2026 versucht die Hafenverwaltung, die Passagierströme stärker zwischen beiden Häfen zu verteilen. Für größere Kreuzfahrtschiffe ist vorgesehen, dass maximal 30 Prozent der Passagiere über den Fährhafen Athinios abgefertigt werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Teilnehmer organisierter Landausflüge. Für Individualgäste bleibt der Old Port unterhalb von Fira der Ausgangspunkt für einen Landausflug auf Santorin auf eigene Faust.
Landausflüge auf Santorin buchen
Für den Tag auf Santorin werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge auf Santorin findet man bei GetYourGuide*.
Mobil auf Santorin auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge auf Santorin auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf Santorin (ab/bis Bergstation der Seilbahn):
- Katholische Kathedrale: 190 Meter (zu Fuß)
- Kirche Mitropolis Ypapanti: 400 Meter (zu Fuß)
- Drei Glocken von Fira: 500 Meter (zu Fuß)
- Imerovigli: 1,8 km (zu Fuß)
- Pyrgos Kallistis: 5,2 km
- Kamari Beach: 8,3 km
- Profitis Ilias: 9,5 km
- Alt-Thera: 9,9 km
- Akrotiri: 10,3 km
- Oia: 14,8 km (zu Fuß 10,5 km)
Karte von Santorin für Kreuzfahrer: 1. Tenderhafen Santorini Old Port (Skala Port), 2. Fährhafen Athinios (Tenderhafen für organisierte Landausflüge), 3. Oia, 4. Ausgrabungsstätte Akrotiri, 5. Kamari Beach, 6. Inseln Nea Kameni und Palea Kameni
Zu Fuß unterwegs
Vom Santorini Old Port führt die Karavolades-Treppe hinauf nach Fira. Der steile Weg mit rund 590 Stufen überwindet etwa 220 Höhenmeter und ist bei Hitze durchaus anstrengend. Festes Schuhwerk ist schon wegen des unebenen Untergrunds und der Hinterlassenschaften der Esel und Maultiere empfehlenswert.
Fira selbst kann man sehr gut zu Fuß erkunden. Die meisten Gassen im Zentrum sind ohnehin Fußgängerbereiche oder für Fahrzeuge kaum geeignet. Wer gerne wandert, kann von Fira außerdem auf dem Kraterrand über Firostefani und Imerovigli in Richtung Oia laufen.
Esel/Maultiere
Esel und Maultiere werden traditionell für den Transport zwischen dem Old Port und Fira eingesetzt. Die Tiere laufen dabei über die steile Karavolades-Treppe. Eine Strecke kostet offiziell 10 Euro. Bezahlt wird direkt bei den Eseltreibern. Bei großem Andrang werden vor Ort teilweise höhere Beträge verlangt. Deshalb würden wir den Preis vor dem Aufsteigen noch einmal bestätigen.
Diese Form der Beförderung ist seit Jahren umstritten. Tierschutzorganisationen kritisieren insbesondere die Belastung der Tiere durch Hitze, schwere Reiter und die vielen Auf- und Abstiege. Wir würden deshalb auf einen Eselritt verzichten und die Seilbahn oder den Fußweg wählen.
Seilbahn
Die Seilbahn verbindet den Santorini Old Port mit Fira und überwindet den steilen Kraterrand in etwa drei Minuten. Eine einfache Fahrt kostet 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Kinder bis 6 Jahre fahren kostenlos. Bezahlt werden kann bar oder mit Karte. Tickets kann man auch online über die Webseite der Santorini Cable Car kaufen. Ein Online-Ticket erspart leider nicht die Warteschlange an der Seilbahn.
Die Seilbahn kann etwa 600 Personen pro Stunde und Richtung befördern. Das klingt viel, reicht an Tagen mit mehreren Kreuzfahrtschiffen aber häufig nicht aus. Besonders morgens nach der Ankunft und am Nachmittag vor der Rückkehr zu den Schiffen können lange Warteschlangen entstehen. Dann kann die Karavolades-Treppe eine Alternative für den Weg hinunter zum Old Port sein. Für die knapp 600 Stufen sollte man allerdings ausreichend Zeit und festes Schuhwerk einplanen.
Taxis und Ride-Hailing
Auf Santorin gibt es nur eine begrenzte Zahl von Taxis. Besonders an Tagen mit vielen Kreuzfahrtschiffen und in der Hauptsaison kann es deshalb schwierig sein, kurzfristig ein freies Fahrzeug zu bekommen. Der zentrale Taxistand in Fira befindet sich an der Dekigala in der Nähe des Busbahnhofs und gegenüber dem Museum of Prehistoric Thera. Für die Fahrt von Fira nach Oia sollte man mit etwa 35 bis 50 Euro pro Fahrzeug rechnen. Den Fahrpreis würden wir vor der Abfahrt noch einmal bestätigen.
Mittlerweile kann man auf Santorin auch Uber und Bolt nutzen. Über Uber werden hauptsächlich reguläre lizenzierte Taxis vermittelt. Bolt vermittelt auch private Mietwagen mit Fahrer. Die Apps sind praktisch, lösen aber das grundsätzliche Problem der begrenzten Fahrzeugkapazitäten auf der Insel nicht.
Öffentliche Busse
Auf Santorin gibt es ein gutes öffentliches Busnetz der Verkehrsgesellschaft KTEL Santorini. Fast alle Linien beginnen oder enden am zentralen Busbahnhof in Fira. Dieser befindet sich an der Mitropoleos Street, etwa 500 Meter von der Bergstation der Seilbahn entfernt. Die aktuellen Fahrpläne findet man auf der Webseite von KTEL Santorini und am Busbahnhof.
Für Kreuzfahrer sind insbesondere die Verbindungen nach Oia, Akrotiri und zu den Stränden von Kamari und Perissa interessant. Die Busse nach Oia fahren im Sommer tagsüber teilweise alle 30 Minuten und benötigen laut Fahrplan etwa 20 Minuten. Gerade bei vielen Kreuzfahrtschiffen können die Busse allerdings sehr voll werden. Deshalb würden wir für die Rückfahrt nach Fira ausreichend Zeit einplanen und nicht den letztmöglichen Bus nehmen. Eine einfache Fahrt von Fira nach Oia kostet 2026 2,20 Euro. Nach Perissa sind es 2,70 Euro.
Mietwagen
Ein Mietwagen kann sich für Kreuzfahrer lohnen, die mehrere Ziele auf der Insel miteinander verbinden möchten. In Fira gibt es verschiedene lokale Autovermieter. Einige Anbieter bringen vorab gebuchte Fahrzeuge auch zu einem vereinbarten Treffpunkt in Fira. Dazu gehören zum Beispiel Damigos Santorini Car Rental und Autorent Santorini. Das ist für Kreuzfahrer praktisch, weil lange Wege zu einer Mietwagenstation entfallen.
Mit einem Mietwagen lassen sich zum Beispiel Akrotiri, Pyrgos, Weingüter und die Strände im Süden gut kombinieren. Die Straßen auf Santorin sind allerdings teilweise steil, eng und stark befahren. Zudem kann die Parkplatzsuche insbesondere in Fira und Oia sehr schwierig sein. Wir würden deshalb einen möglichst kleinen Mietwagen wählen und diesen vorab reservieren. Roller und Quads werden ebenfalls überall angeboten. Wegen des starken Verkehrs, der engen Straßen und der vielen großen Reisebusse würden wir diese Fahrzeuge nur erfahrenen Fahrern empfehlen.
Bootsfahrten auf der Caldera
Direkt am Old Port starten verschiedene Bootsfahrten auf der Caldera. Besonders beliebt sind Touren zur Vulkaninsel Nea Kameni und zu den heißen Quellen von Palea Kameni. Kurze Touren dauern etwa drei Stunden und kosten 2026 ab 30 Euro. Daneben gibt es längere Fahrten, die zusätzlich die Insel Thirassia einschließen.
Für Kreuzfahrer interessant sind auch Bootstransfers in Richtung Oia. Solche Angebote gab es in den vergangenen Jahren direkt am Old Port. Dabei fährt man mit dem Boot nach Ammoudi unterhalb von Oia. Von dort geht es mit dem Bus hinauf nach Oia und später mit dem Bus zurück nach Fira. Wer diese Möglichkeit nutzen möchte, sollte deshalb nach dem Tendern direkt an den Verkaufsständen im Old Port nach dem aktuellen Angebot fragen.
Praktische Tipps für Kreuzfahrer auf Santorin
Vor einem Hafentag auf Santorin lohnt sich ein Blick auf den Cruise-Timetable. Wenn mehrere große Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig in der Caldera liegen, muss man mit längeren Wartezeiten an der Seilbahn, vollen Bussen und deutlich mehr Betrieb in Fira und Oia rechnen. Wer Santorin auf eigene Faust erkunden möchte, sollte deshalb möglichst früh starten und für die Rückkehr zum Schiff eine großzügige Zeitreserve einplanen. Die Liegezeiten und die Zahl der erwarteten Kreuzfahrtschiffe findet man zum Beispiel bei CruiseTimetables oder CruiseMapper. Maßgeblich für die Rückkehr ist aber immer die von der eigenen Reederei angegebene letzte Tenderzeit.
Highlights für Landausflüge auf Santorin auf eigene Faust
Santorin bietet auf relativ kleiner Fläche sehr unterschiedliche Möglichkeiten für einen Hafentag auf eigene Faust. Die meisten Kreuzfahrer möchten Fira und das berühmte Oia sehen. Wer mehr Zeit hat, kann zusätzlich Dörfer wie Pyrgos, die Ausgrabungsstätte Akrotiri oder einen der Strände im Süden besuchen. Eine ganz andere Perspektive bieten Bootsfahrten auf der Caldera mit Nea Kameni und Palea Kameni. Wegen der möglichen Wartezeiten beim Tendern und an der Seilbahn würden wir für einen Kreuzfahrttag allerdings nicht zu viele Ziele miteinander kombinieren.
Orientierung für Kreuzfahrer
Santorin kann man je nach Interesse sehr unterschiedlich erleben. Für einen normalen Kreuzfahrttag würden wir uns auf ein oder zwei Bereiche konzentrieren und wegen der möglichen Wartezeiten an der Seilbahn ausreichend Zeit für die Rückkehr zum Schiff einplanen.
⭐ Erstbesucher: Fira und Oia sind die klassischen Ziele für den ersten Besuch. In Fira lohnt sich ein Bummel durch die Gassen am Kraterrand mit vielen schönen Aussichtspunkten, der orthodoxen Metropolis-Kathedrale und der katholischen Kathedrale. Oia mit seinen weißen Häusern, blauen Kuppeln und spektakulären Ausblicken auf die Caldera lässt sich gut damit verbinden.
🥾 Wanderer: Die etwa 10,5 km lange Wanderung von Fira nach Oia führt am Kraterrand entlang und gehört zu den schönsten Möglichkeiten, die Caldera zu erleben. Je nach Tempo und Fotostopps sollte man etwa drei bis fünf Stunden einplanen.
🏺 Geschichtsinteressierte: Die bronzezeitliche Ausgrabungsstätte Akrotiri gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Santorins. Einen ganz anderen Einblick in die Geschichte der Insel bietet Alt-Thera mit seinen antiken Ruinen hoch über der Ostküste. Beide Ziele liegen außerhalb von Fira und sollten bei der Zeitplanung als eigener Schwerpunkt betrachtet werden.
🌋 Vulkan & Caldera: Bootsfahrten vom Old Port führen nach Nea Kameni und zu den heißen Quellen von Palea Kameni. Je nach Tour kommt Thirassia hinzu. Diese Variante bietet sich an, wenn man die Vulkanlandschaft in den Mittelpunkt des Hafentages stellen möchte.
🍷 Inselrundfahrt: Pyrgos, traditionelle Dörfer, Weingüter und Aussichtspunkte lassen sich gut zu einer Rundfahrt verbinden. Dafür sind ein Mietwagen, ein Taxi oder ein organisierter Landausflug besonders praktisch.
🏖️ Strand: Kamari sowie Perissa und Perivolos sind die bekanntesten Strandziele für Kreuzfahrer. Die langen dunklen Lavastrände liegen an der Ost- und Südostküste und bieten zahlreiche Restaurants, Liegen und Wassersportangebote. Auch der Red Beach bei Akrotiri ist ein bekanntes Ausflugsziel, eignet sich aber eher für einen kurzen Besuch als für einen klassischen Strandtag.
Stadtbummel in Fira
Fira ist die Hauptstadt Santorins und liegt hoch über der Caldera am westlichen Kraterrand. Wer mit der Seilbahn vom Old Port kommt, befindet sich bereits mitten im Zentrum und kann die Stadt sehr gut auf eigene Faust zu Fuß erkunden. Besonders schön sind die Gassen und Aussichtspunkte am Kraterrand sowie die beiden Kathedralen und die kleinen Museen der Stadt. Für einen ersten Eindruck würden wir etwa zwei Stunden einplanen. Unsere folgende Route beginnt und endet an der Bergstation der Seilbahn und lässt sich deshalb gut in einen Kreuzfahrttag integrieren.
Karte für einen selbstgeführten Stadtbummel in Fira: 1. Bergstation der Seilbahn. 2. Weg am Kraterrand, 3. Three Bells of Fira, 4. Katholische Kathedrale, 5. Archäologisches Museum von Thera, 6. Ypapantis Street (Gold Street), 7. Orthodoxe Kathedrale, 8. Prähistorisches Museum Thera, 9. Theotokopoulos Main Square.
Der Anleger der Tenderboote, der Taxistand und der Busbahnhof sind durch entsprechende Symbole markiert.
Die meisten Landausflügler, die ihren Landausflug in Santorin auf eigene Faust planen, fahren mit der Seilbahn vom Tenderhafen hinauf nach Fira. Wer über die Treppen aufsteigt (auf dem Rücken eines Esels oder zu Fuß), erreicht die Stadt ca. 150 Meter weiter südlich und sollte dann zur Bergstation der Seilbahn laufen. Hier beginnen wir unseren Stadtbummel.
An der Bergstation der Seilbahn gehen wir nach links in Richtung Caldera.
Hier beginnt die berühmte Klippen-Promenade mit spektakulärem Blick auf die Caldera, die Vulkaninseln und die weißen Häuser am Kraterrand. Wir folgen der Nomikou M. Street und erreichen nach ca. 500 Metern (immer am Kraterrand entlang) die ikonische Kirche “Drei Glocken von Fira” mit ihrer berühmten blauen Kuppel und den drei markanten Glocken. Oberhalb der Kirche befindet sich der Three Bells of Fira Viewpoint für schöne Fotos.
Jetzt laufen wir den traumhaften Weg am Kraterrand entlang zurück zur Seilbahnstation. Unterwegs gibt es viele Fotospots und schöne Cafés mit Aussichtsterrassen wie das “Volcano on the Rocks”. Dann sind wir wieder an der Bergstation der Seilbahn.
Ganz in der Nähe befindet sich das Archäologische Museum von Thera, das 2025 nach langer Renovierung wiedereröffnet wurde. Wichtigstes Ausstellungsstück ist die monumentale Kore von Thera, eine fast vollständig erhaltene archaische Marmorstatue. Das Museum zeigt außerdem Funde aus verschiedenen Epochen der Inselgeschichte. Der Eintritt kostet 2026 10 Euro. Nur wenige Meter entfernt steht die Kathedrale St. Johannes der Täufer. Die katholische Kathedrale wurde durch das schwere Erdbeben von 1956 stark beschädigt und nach dem Wiederaufbau 1975 neu geweiht. Auffällig ist insbesondere der reich verzierte Glockenturm.
Jetzt setzen wir unseren Stadtbummel in Fira fort und bummeln über die Ypapantis Street. Das ist eine der bekanntesten Einkaufs- und Flanierstraßen in Fira und wird wegen ihrer vielen Schmuckgeschäfte auch “Gold Street” genannt. Daneben gibt es Modeboutiquen und Kunstgalerien. Nach etwa 400 Metern erreichen wir die Orthodoxe Metropolitankathedrale (Panagia Ypapanti) direkt am Kraterrand. Die Kathedrale wurde beim schweren Erdbeben von 1956 stark beschädigt und anschließend wiederaufgebaut. Sehenswert sind die Fresken des einheimischen Künstlers Christoforos Asimis. Vor der Kirche hat man außerdem einen schönen Blick über die Caldera.
Nur etwa 200 Meter entfernt befindet sich das Museum für prähistorisches Thera. Es liegt nahe dem Busbahnhof und widmet sich vor allem dem prähistorischen Santorin und den Funden aus Akrotiri. Besonders sehenswert sind die originalen Wandmalereien aus der bronzezeitlichen Stadt sowie zahlreiche Keramiken und andere Fundstücke. Wer Akrotiri besucht hat oder noch besuchen möchte, bekommt hier einen guten Einblick in das Leben der damaligen Bewohner. Der Eintritt kostet 2026 10 Euro. Der zentrale Busbahnhof von Fira befindet sich nur etwa 110 Meter vom Museum entfernt.
Jetzt neigt sich unser selbstgeführter Stadtbummel dem Ende entgegen. Wir passieren den Theotokopoulos Main Square, den zentralen Platz von Fira. Rund um den kleinen Platz gibt es Cafés, Restaurants und Geschäfte. Von hier laufen wir durch die Gassen von Fira zurück zur Bergstation der Seilbahn.
Zu Fuß von Fira nach Oia
Ein beliebter Landausflug auf Santorin auf eigene Faust ist die Wanderung von Fira am Kraterrand entlang nach Oia. Die Strecke ist etwa 10,5 km lang und führt über Firostefani und Imerovigli. Für die Wanderung sollte man je nach Lauftempo und Fotostopps etwa drei bis fünf Stunden einplanen. Der Weg verläuft über gepflasterte Gassen, Treppen sowie teilweise steinige und unbefestigte Pfade. Feste Schuhe, Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und ausreichend Trinkwasser sind deshalb wichtig. Besonders zwischen Imerovigli und Oia gibt es kaum Schatten. Eine Grafik mit einer Karte und vielen Informationen rund um diese Wanderung kann hier heruntergeladen werden. Weitere Informationen in englischer Sprache findet man bei Santorini-Dave.
Für Kreuzfahrer ist insbesondere die Rückfahrt wichtig. Von Oia kann man mit dem öffentlichen Bus nach Fira zurückfahren. Da die Busse an Tagen mit vielen Kreuzfahrtschiffen sehr voll sein können und anschließend noch der Weg hinunter zum Old Port ansteht, würden wir die Wanderung möglichst früh beginnen und für die Rückkehr zum Schiff eine großzügige Zeitreserve einplanen.
Wem die Wanderung bis Oia zu weit und zeitraubend erscheint, könnte auf der Route etwa 1,8 km am Kraterrand bis Imerovigli laufen. Das malerische Dorf liegt am höchsten Teil des Calderarands und ist deutlich ruhiger als Fira. Von hier führt ein Fußweg hinunter zum Skaros Rock, einer markanten vulkanischen Felsnase vor Imerovigli. Hier befand sich früher eine befestigte Siedlung, die lange Zeit zu den wichtigsten Orten Santorins gehörte. Heute sind davon nur noch Ruinen erhalten. Die Aussicht auf die Caldera ist dafür umso schöner.
Oia
Oia liegt am nördlichen Ende Santorins und gehört zu den bekanntesten Orten der Insel. Typisch sind die weißen Häuser am Kraterrand, Höhlenwohnungen, alte Kapitänshäuser, Windmühlen und die berühmten Kirchen mit ihren blauen Kuppeln. Besonders schöne Ausblicke auf die Caldera hat man an vielen Stellen entlang der Fußwege durch den Ort. Ein beliebter Aussichtspunkt ist das Kastell Agios Nikolaos am westlichen Ende von Oia. Die ehemalige venezianische Festung wurde um 1450 zum Schutz vor Piraten errichtet. Heute sind nur noch Ruinen erhalten, von denen man einen weiten Blick über Oia und die Caldera hat.
Oia erkundet man am besten zu Fuß. Die eigentliche Hauptstraße ist eine breite Fußgängerzone am Kraterrand, von der zahlreiche schmale Gassen und Treppen zwischen den weißen Häusern abzweigen. Gerade deshalb würden wir hier keinen festen Rundgang empfehlen. Viel schöner ist es, einfach durch den Ort zu bummeln, immer wieder einen Aussichtspunkt mitzunehmen und auch einmal in eine der kleinen Seitengassen hineinzuschauen. Dort findet man oft die ruhigeren Ecken, kleine Kirchen, Galerien oder Cafés mit Blick auf die Caldera.
Auch Oia hat einen eigenen Hafen am Fuß der Caldera. Dieser heißt Ammoudi und ist durch die Oia-Steps mit dem Ort verbunden. Leider werden auch hier Esel eingesetzt. In den vergangenen Jahren wurden vom Old Port auch Bootstransfers nach Ammoudi angeboten.
Alt-Thera
Alt-Thera ist eine antike Stadt auf dem rund 360 Meter hohen Bergrücken Mesa Vouno zwischen Kamari und Perissa. Die Stadt wurde im 9. Jahrhundert v. Chr. von dorischen Siedlern gegründet und war über viele Jahrhunderte bewohnt. Heute kann man hier unter anderem die Reste von Wohnhäusern, Tempeln, einer Agora und eines Theaters besichtigen. Dazu kommen schöne Ausblicke über die Ostküste Santorins.
Mit dem Mietwagen erreicht man Alt-Thera ausschließlich von Kamari aus. Eine schmale und steile Serpentinenstraße führt hinauf zum Bergsattel Sellada. Oben gibt es nur begrenzte Parkmöglichkeiten. Von dort läuft man noch etwa 10 bis 15 Minuten bergauf bis zum Eingang der Ausgrabungsstätte. Von Perissa führt dagegen nur ein steiler Wanderweg hinauf. Für die Besichtigung sollte man etwa 1,5 Stunden einplanen. Der Eintritt kostet 2026 10 Euro. Geöffnet ist von 08:30 bis 15:30 Uhr, mittwochs bleibt die Ausgrabungsstätte geschlossen.
Akrotiri
Die Ausgrabungsstätte Akrotiri gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Santorins. Die bronzezeitliche Stadt wurde beim großen Vulkanausbruch im 17. Jahrhundert v. Chr. unter Asche und Bimsstein begraben und dadurch außergewöhnlich gut konserviert. Heute läuft man auf Stegen durch die überdachte Ausgrabungsstätte und kann mehrstöckige Gebäude, Straßen und Plätze erkennen. Viele der berühmten Wandmalereien aus Akrotiri werden heute im Museum für prähistorisches Thera in Fira gezeigt.
Die Ausgrabungsstätte lässt sich auch gut auf eigene Faust erreichen. Vom zentralen Busbahnhof in Fira fahren öffentliche Busse direkt nach Akrotiri. Alternativ kann man ein Taxi oder einen Mietwagen nehmen. Mit dem Mietwagen lässt sich Akrotiri gut mit dem Red Beach, Pyrgos oder einem Weingut verbinden. Für die Besichtigung würden wir etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen. Der Eintritt kostet 2026 20 Euro.
Nur wenige Kilometer von der Ausgrabungsstätte entfernt liegt der berühmte Red Beach. Der kleine Strand verdankt seinen Namen den mächtigen roten Vulkanfelsen, die direkt hinter dem dunklen Sand und Kies aufragen. Akrotiri und der Red Beach lassen sich deshalb grundsätzlich gut miteinander verbinden. Der Zugang zum Strand ist allerdings seit Jahren problematisch. Wegen der instabilen Steilküste und wiederholter Felsabbrüche kommt es immer wieder zu Sperrungen und Einschränkungen. Wer den Red Beach besuchen möchte, sollte deshalb unbedingt die aktuellen Absperrungen und Warnhinweise vor Ort beachten. Eine gute Alternative ist der Blick vom Wasser. Ausflugsboote und kleinere Boote fahren regelmäßig an der markanten roten Küste vorbei.
Nea Kameni und Palea Kameni
Mitten in der Caldera liegen die beiden Vulkaninseln Nea Kameni und Palea Kameni. Beide werden im Rahmen von Bootsfahrten besucht, die für Kreuzfahrer besonders praktisch sind, weil viele Touren direkt am Santorini Old Port starten. Kurze Touren zu Nea Kameni und Palea Kameni dauern etwa drei Stunden und werden 2026 ab rund 30 Euro angeboten. Längere Bootsfahrten schließen häufig zusätzlich Thirassia ein.
Auf Nea Kameni gehen die Landausflügler an Land und wandern durch die karge Vulkanlandschaft zu den Kratern. Der Weg führt über loses Lavagestein und ist weitgehend schattenlos. Für den Aufenthalt auf der Insel sollte man etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen. Festes Schuhwerk, Sonnenschutz und ausreichend Wasser sind empfehlenswert. Für den Vulkanpark wird zusätzlich eine Eintrittsgebühr von 5 Euro erhoben, die bei vielen Bootstouren nicht im Fahrpreis enthalten ist.
Anschließend fahren viele Ausflugsboote weiter nach Palea Kameni. Hier geht man nicht an Land. Die Boote ankern vor der Bucht Agios Nikolaos und wer möchte, schwimmt etwa 30 bis 40 Meter zu den warmen, eisenhaltigen Quellen. Das Wasser ist eher warm als heiß. Helle Badebekleidung kann sich durch die Mineralien rostbraun verfärben.
Pyrgos
Pyrgos liegt im Inselinneren und war früher die Hauptstadt Santorins. Das historische Zentrum zieht sich den Hang hinauf bis zum Kasteli, den Resten einer venezianischen Festung. In den engen Gassen rund um das Kasteli findet man traditionelle Häuser, kleine Kirchen und schöne Aussichtspunkte. Pyrgos wirkt deutlich ruhiger als Fira und Oia und eignet sich gut für einen Bummel abseits der bekannten Orte an der Caldera.
Oberhalb von Pyrgos erhebt sich der Profitis Ilias, mit rund 567 Metern der höchste Punkt Santorins. Auf dem Gipfel befindet sich das gleichnamige Kloster. Von hier hat man bei klarer Sicht einen weiten Blick über große Teile der Insel. Für Kreuzfahrer lässt sich Pyrgos besonders gut mit Akrotiri, einem Weingut oder den Stränden im Süden der Insel verbinden. Mit dem Mietwagen oder Taxi ist der Ort unkompliziert erreichbar. Auch öffentliche Busse fahren von Fira nach Pyrgos.
Weinbau auf Santorin
Santorin ist für seine besonderen Weine bekannt. Auf den kargen Vulkanböden gedeiht vor allem die weiße Rebsorte Assyrtiko. Wegen der starken Winde werden die Reben traditionell zu niedrigen, korbförmigen “Kouloura” geflochten. Dadurch liegen die Trauben geschützt im Inneren des Rebstocks. Eine weitere Spezialität der Insel ist der süße Dessertwein Vinsanto.
Auf Santorin gibt es zahlreiche Weingüter, die Führungen und Weinproben anbieten. Ein Beispiel ist das Estate Argyros bei Episkopi Gonia. Die kurze “Estate Argyros Welcome-Tour” dauert etwa 45 Minuten und umfasst einen Rundgang durch Weinberg und Produktion sowie die Verkostung von vier Weinen. Sie kostet 2026 25 Euro. Eine Reservierung ist nicht zwingend erforderlich, wird aber insbesondere in der Hauptsaison empfohlen.
Strände auf Santorin
Santorin ist nicht unbedingt eine klassische Badeinsel. Durch den vulkanischen Ursprung findet man hier überwiegend dunkle Sand- und Kiesstrände. Für Kreuzfahrer, die einige Stunden am Meer verbringen möchten, sind vor allem Kamari sowie Perissa und Perivolos interessant. Der dunkle Vulkansand kann sich in der Sonne stark aufheizen. Badeschuhe oder Sandalen sind deshalb an den Stränden von Santorin durchaus angenehm.
Kamari Beach liegt an der Ostküste und gehört zu den bekanntesten Stränden Santorins. Der lange schwarze Strand ist gut organisiert und bietet Liegen, Sonnenschirme sowie zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte entlang der Promenade. Von Fira fahren öffentliche Busse nach Kamari.
Perissa und Perivolos bilden an der Südostküste einen langen zusammenhängenden Strandabschnitt mit schwarzem Vulkansand. Auch hier gibt es Liegen, Sonnenschirme, Restaurants, Strandbars und verschiedene Wassersportangebote. Perissa ist von Fira mit dem öffentlichen Bus erreichbar. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, kann einen Strandaufenthalt gut mit Pyrgos, Akrotiri oder einem Weingut verbinden.
Der Red Beach bei Akrotiri ist wegen seiner roten Vulkanfelsen vor allem ein landschaftliches Ausflugsziel und weniger für einen klassischen Strandtag geeignet. Wir haben ihn deshalb bereits weiter oben bei Akrotiri beschrieben.
Weitere Kreuzfahrthäfen im Mittelmeer
Unsere Hafenportraits für Ihre Landausflüge im Mittelmeer: Ajaccio, Barcelona, Cagliari, Cannes, Catania, Civitavecchia/Rom, Genua, Gibraltar, Heraklion, Ibiza, Istanbul, Katakolon, Kefalonia, Kusadasi, La Spezia, Limassol, Livorno, Malaga, Mallorca, Marseille, Messina, Mykonos, Neapel, Olbia, Palermo, Piräus (Athen), Rhodos, Salerno, Souda (Chania), Valencia, Valletta (Malta)
Fazit – Landausflüge auf Santorin auf eigene Faust
Santorin ist ein außergewöhnliches Ziel für einen Landausflug auf eigene Faust. Schon die Einfahrt in die Caldera ist ein Erlebnis und Fira lässt sich nach der Fahrt mit der Seilbahn sehr gut zu Fuß erkunden. Wer zum ersten Mal auf der Insel ist, kann Fira mit Oia verbinden oder auf dem Kraterrand ein Stück in Richtung Imerovigli und Oia wandern.
Wer andere Schwerpunkte setzen möchte, findet mit Akrotiri, Pyrgos, den Weingütern und den Stränden im Süden viele weitere Möglichkeiten. Besonders reizvoll sind auch die Bootsfahrten vom Old Port nach Nea Kameni und Palea Kameni, weil man dabei die Vulkanlandschaft der Caldera aus einer ganz anderen Perspektive erlebt.
Die größte Herausforderung für Kreuzfahrer sind die möglichen Wartezeiten beim Tendern und an der Seilbahn. Wir würden deshalb nicht zu viele Ziele für einen Hafentag einplanen und für den Rückweg zum Old Port eine großzügige Zeitreserve lassen. Wer das berücksichtigt, kann Santorin sehr gut auf eigene Faust entdecken.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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