Le Havre auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Le Havre auf eigene Faust zusammengestellt. Die französische Stadt am Ärmelkanal ist häufiges Ziel so genannter Westeuropa-Kreuzfahrten, die zum Beispiel ab/bis Hamburg angeboten werden. Le Havre hat gut 190.000 Einwohner und liegt an der Mündung der Seine in der Normandie. Die Seine ist an der Mündung mehrere Kilometer breit. Eine moderne Brücke verbindet die Stadt mit Honfleur auf der andere Seite des Flusses. Le Havre entstand erst um 1500 als Kriegshafen und hat heute den zweitgrößten Hafen Frankreichs. Nach der totalen Zerstörung im 2. Weltkrieg, wurde die Stadt nach einem neuen städtebaulichen Konzeption des Architektenbüros Auguste Perret wieder aufgebaut. Die moderne Betonarchitektur ist unverwechselbar und gehört seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Viele finden die Hafenstadt wegen des vielen Betons furchtbar hässlich. Wir finden, ein zweiter Blick lohnt sich. Man muss die Geschichte kennen, um das Stadtbild würdigen zu können. Weitere Informationen findet man auf der Webseite von Le Havre Tourisme.

Landausflüge in Le Havre auf eigene Faust

Ankunft in Le Havre – Bild: MSC Kreuzfahrten

Transport in Le Havre auf eigene Faust

Kreuzfahrtschiffe machen am Pointe de Floride am Hafeneingang fest. An beiden Seite des Piers können mehrere Kreuzfahrtschiffe anlegen. Die genaue Adresse des Terminals ist: 3 Quai Roger Meunier 76600 Le Havre.

Das Kreuzfahrtterminal ist ein älteres Gebäude, dass aber über jeden Komfort verfügt. Es gibt eine Touristeninformation mit mehrsprachigen Plänen und Broschüren, Fahrzeug- und Fahrradvermietung, einen Taxistand und kostenloses WLAN.

zu Fuß

Vom Kreuzfahrtterminal läuft man knapp 2,5 Kilometer bis in die Stadt. Zum Bahnhof bzw. Busbahnhof ist es in etwa ebenso weit. Der Weg ist ausgeschildert.

Die Innenstadt von Le Havre kann man gut zu Fuß erkunden. Hier ein Vorschlag für einen Stadtrundgang.

Shuttlebusse

In der Regel gibt es einen Shuttlebus ins Zentrum. Entweder von der Reederei oder vom Hafen. Normalerweise macht der Hafen der Reederei keine Konkurrenz. Wir haben 2017 4 Euro für ein Tagesticket bezahlt. Unser Bus hielt am Rathaus und am Einkaufszentrum Docks Vauban in der Nähe des Bahnhofs. Wir kennen andere Kreuzfahrer, bei denen der Shuttlebus kostenlos war. Und auch den Preis von 10 Euro haben wir schon mal gehört. Da muss man sich ein wenig überraschen lassen.

Stadtrundfahrten

Der Bee Le Havre (beelehavre.com) bietet Stadtrundfahrten in Le Havre und Honfleur an. Alles Weitere, erfährt man auf der leider etwas konfusen Webseite.

Lage des Hafens

Lage des Hafens

Mietwagen

Ein Mietwagen ist eine gute Möglichkeit, die zahlreichen lohnenswerten Ziele in der Umgebung von Le Havre auf eigene Faust zu erkunden. Man findet die Firma Rent-a-Car (rentacar.fr) im Kreuzfahrtterminal. Sixt hat ein Büro ca. 15 Fußminuten entfernt am Quai de Southampton 87. Eine hilfreiche Karte für den Ausflug mit dem Mietwagen gibt es im Terminal.

Die Bahn

Der Bahnhof kann vom Hafen aus zu Fuß oder mit dem Taxi erreicht werden. Mehr dazu oben. Auch eine Fahrt mit dem Shuttlebus mit einer kürzeren Laufstrecke ist natürlich möglich.

Vom Hauptbahnhof fahren regelmäßig Züge nach Paris. Nach gut zwei Stunden erreicht man das Gare St. Lazare in der französischen Hauptstadt. Von hier kann man zum Beispiel mit der Metro weiterfahren. Fahrplan-Informationen findet man auf der Webseite der französischen Bahn Sncf (sncf.com).

Taxen

Am Hafen wartet eine ausreichende Zahl von Taxen der Firma SCA Radio Taxi Le Havre auf Kundschaft. Auch Großraum-Taxen für bis zu sieben Personen findet man vor. Überraschenderweise gab es zahlreiche englischsprachige Fahrer. Auf Schildern werden Festpreise für Fahrten ins Zentrum (8 Euro) und zum Bahnhof (10 Euro) genannt. Zudem gibt es ein Schild mit 12 Standardtouren, ebenfalls mit Festpreisen für bis zu 4 und bis zu 7 Personen.

Taxiausflüge

Taxiausflüge

Busbahnhof

Der Busbahnhof Gare Routiere liegt neben dem Hauptbahnhof. Es gibt verschiedene Busgesellschaften. Man kann im Kreuzfahrt-Terminal fragen und dort auch Fahrpläne bekommen. Auch auf der Webseite der französischen Bahn Sncf kann man nach Busverbindungen suchen.

Ein Bus der Linie 24 (Le Havre – Etretat – Fecamp) von Keolis Seine Maritime fährt nach Etretat mit seinen wunderschönen Klippen. Die Fahrzeit beträgt gut eine Stunde und kostet 2 Euro.

Die Linie 20 (Le Havre – Honfleur – Deauville – Cabourg – Caen) von Keolis Bus Verts fährt vom Busbahnhof zu touristisch interessanten Zielen wie Honfleur oder Deauville. Für die Fahrt nach Honfleur zahlt man 4,90 Euro. Auch die Linie 50 führt hierher.

Die Busse sind natürlich nicht für die Massen von den Kreuzfahrtschiffen ausgelegt. Erfahrungsgemäß machen sich wenige Landausflügler die Mühe, mit öffentlichen Bussen zu fahren. Trotzdem kann es natürlich passieren, dass der gewünschte Bus aufgrund zahlreicher Mitreisender vom Schiff überfüllt ist.

Fahrrad

Im Kreuzfahrtterminal kann man Fahrräder mieten. Ein ganzer Tag kostet 10 Euro und ein halber Tag 6 Euro. Die genaue Anzahl der Räder ist uns nicht bekannt. Es ist sicher nicht falsch, früh dran zu sein.

Landausflüge in Le Havre buchen

An Bord jedes Kreuzfahrtschiffes werden zahlreiche organisierte Landausflüge in Le Havre angeboten. Beispielhaft hier das Angebot der beliebten Reederei MSC Kreuzfahrten. Für die Reedereien sind diese Kreuzfahrtausflüge ein wichtiges Geschäft. Entsprechend intensiv wird geworben.

Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen. Angebote lokaler Anbieter kann man bequem und sicher bei Viator vergleichen und buchen. Auflüge für Landausflügler in Paris (ohne Anreise) findet man hier.

Highlights für Landausflüge in Le Havre

Die Veranstalter verkaufen diesen Stopp meistens mit einem Hinweis auf Paris. Und es ist auch möglich, Landausflüge nach Paris zu unternehmen. Allerdings ist die französische Hauptstadt bereits 200 Kilometer entfernt. Mit dem Auto oder Zug benötigt man gut zwei Stunden. Mit dem Reisebus sind eher drei Stunden. Eine lange Fahrt also. Aber noch nie in Paris war und die Gelegenheit nutzen möchte, findet entsprechende Landausflüge bei der Reederei oder bei lokalen Veranstaltern. Auch (teuere) Taxitouren gibt es (s. oben). Es gibt in der Normandie ein Vielzahl von sehr attraktiven Ausflugszielen, die nicht soweit entfernt sind.

Blick auf Le Havre

Blick auf Le Havre – Bild: MSC Kreuzfahrten

Le Havre

Die Hafenstadt wurde nach den katastrophalen Zerstörungen des 2. Weltkriegs in wenigen Jahren in Beton und Stahl neu aufgebaut. Eine sehr außergewöhnliche Stadt, die man gut zu Fuß erkunden kann. Eine Stadtplan mit einem Routenvorschlag haben wir oben hinterlegt.

Sehr auffällig ist die Kirche St. Josef mit ihrem mehr als hundert Meter hohen Kirchturm. Auch hier wurden Beton, Stahl und Glasbausteine verbaut. Solche modernen Gotteshäuser sieht man in Deutschland auch ab und zu. Aber nicht in dieser Größe. Ins Auge fällt zudem der 72 Meter hohe Turm des Rathauses. Der Rathausplatz zählt zu den größten Frankreichs.

Der Markt (Halles Centrales) wurde 1960 neu erbaut. Daneben befindet sich Le Volcan, ein außergewöhnliches Kulturzentrum in der Form eines Vulkans. Wir dachte eher an die etwas zu kleinen Kühltürme eines Kraftwerks. Sehr schön ist das Bassin du Commerce, das große rechteckige Gewässer mitten in der Stadt.

Le Havre hat einen 2 Kilometer langen Strand, der allerdings mit Kieseln übersät ist. Wer gerne ans Wasser möchte, wird hier vielleicht bereits fündig. Und dann gibt es noch die Standseilbahn Funiculaire du Havre, die das Zentrum mit der Rue Félix Faure verbindet.

Etretat

Der kleine Ort Etretat ist ein Seebad an der Alberbasterküste knapp 30 Kilometer nördlich von Le Havre. Schon die Impressionisten wie Degas und Monet kamen wegen der fantastischen Steilküste hierher. De bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Felsbogen La Porte dAval. Auf den Klippen gibt es einen schönen Garten.

Honfleur

Auf der gegenüberliegende Seite der Seine lockt der wunderschöne kleine Ort Honfleur (ot-honfleur.fr) unzählige Besucher an. Man erreicht die kleine Stadt in ca. 30 Minuten über die 1995 eingeweihte Pont de Normandie, eine Schrägseilbrücke mit einer in Europa einmaligen Spannweite. Die Stadt ist uralt. Der Name geht auf die Wikinger zurück, die im 9. Jahrhundert die Region eroberten und später das Herzogtum Normandie gründeten.

Es lohnt sich durch das malerische Städtchen mit seinen schmalen Häusern zu bummeln. Rund um das kleine Hafenbecken (Vieux Bassin) findet man den typischen schmalen Häuser. Die Lieutenance ist ein Rest der Stadtmauer. Man kann herrlich durch die schmalen Gassen bummeln. Zu den Sehenswürdigkeiten in der Nähe gehört die Kirche der heiligen Katharina, aus Holz gebaut wurde. Entlang der Mündung der Sein erstrecken sich die Gärten von Honfleur.

Paris ist weit aber erreichbar

Paris ist weit aber erreichbar – Bild: MSC Kreuzfahrten

Mondäne Seebäder

In der Normandie gibt es zahllose schöne Strände und einige mondäne Seebäder. Einen vier Kilometer langen Traumstrand findet man in dem Seebad Cabourg, gut eine Autostunde von Le Havre entfernt. Der Ort wurde 1853 als Seebad angelegt. Die Straßen führen zum Kasino und zum Grand-Hotel.

Über die Grenze Frankreichs bekannt ist Deauville als mondäner Badeort. Entlang des langen Strandes verläuft bereits seit fast 100 Jahren die berühmte hölzerne Strandpromenade. Elegante Villen, exklusive Hotels und ein Kasino findet man in dem kleinen Ort, in dem es mehr als 500 denkmalgeschützte Gebäude gibt.

Der Teppich von Bayeux

Die Stadt Bayeux ist ca. 125 Kilometer von Le Havre entfernt. Die Stadt ist insbesondere wegen des weltbekannten Teppichs von Bayeux bekannt. Dieser erzählt die Geschichte der Eroberung Englands durch den normannischen Herzog Wilhelm II im Jahre 1066. Wilhelm der Eroberer, wie er später genannt wurde, setzte mit einer Flotte nach England über und schlug die einheimischen Truppen am 14. Oktober 1066 in der Schlacht bei Hastings. Wenige Monate später wurde er zum englischen König gekrönt. Die Stickarbeit ist ca. 50 Zentimeter hoch und fast 70 Meter lang. Auch die Kathedrale von Bayeux lohnt einen Besuch. Die genaue Adresse: Tapisserie de Bayeux, 13 bis rue Nesmond in 14400 Bayeux. Der Eintritt liegt bei 9,50 Euro.

Omaha Beach

Der Küstenabschnitt bei Colleville-sur-Mer und und Saint-Laurent-sur-Mer ist der Schauplatz der Landung der in der Normandie durch US-Truppen am so genannten D-Day (6. Juni 1944). Es gibt in der Nähe einen Soldatenfriedhof, eine Gedenkstätte und ein Informationszentrum. Auch eine Küstenbatterie kann noch besichtigt werden.

Der Garten von Claude Monet

Die Bilder von Claude Monet, dem Meister des Impressionismus, finden sich auch in vielen Wohnungen, Praxen und Büros. Bis zum seinem Tod 1926 lebte er berühmte Maler in seinem Haus in Giverny an der Seine, gut 130 Kilometer südlich von Le Havre. Der wunderschöne Garten mit seinen Teichen, der japanischen Brücke und den Seerosen findet sich in vielen Bildern Monets und kann heute besichtigt werden.

Eine Besuch in Giverny könnte man mit einem Bummel in Rouen verbinden. Die Stadt der 100 Kirchtürme liegt etwa 70 Kilometer südlich von Le Havre an der Seine. Die die Kathedrale Notre-Dame dient auch als Motiv für Claude Monet. Es gibt einen schönen Stadtkern mit vielen Geschäften und guten Restaurants.

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