Riga auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Riga auf eigene Faust zusammengestellt. Die Hauptstadt Lettlands hat heute fast 700.000 Einwohner und ist die größte Stadt des Baltikums. Das beliebte Ziel von Ostsee Kreuzfahrten hat im Laufe der Jahre zahlreiche Beinamen erhalten. Man nennt sie zum Beispiel „Paris des Nordens“ oder „Metropole des Bernsteins“. Bei einem Spaziergang durch die Gassen der hanseatisch geprägten Altstadt bekommt der Besucher eine Ahnung davon, warum Riga einst eine der reichsten Hansestädte war. Der Dom, größter Sakralbau im Baltikum, mit der einst größten und noch immer einer der klangschönsten Orgeln der Welt, wetteifert mit der Petrikirche. Daneben prahlen barocke Bürgerhäuser mit reichen Verzierungen. Neben der geschichtsträchtigen Altstadt zieht auch die Neustadt mit ihren Jugendstilhäusern viele Landausflügler an. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite von Live Riga. (Stand: Januar 2020)

Landausflüge in Riga auf eigene Faust
Costa Pacifica von der Schrägseilbrücke aus gesehen – Bild: Freeport of Riga

Der Kreuzfahrthafen von Riga

Insgesamt werden in der Saison 2020 etwa 80 Schiffsanläufe erwartet. Wo das eigene Kreuzfahrtschiffe anlegen wird, erfährt man auf der Webseite des Freeport of Riga. Hier gibt es einen Cruise Shedule.

Fast alle Kreuzfahrtschiffe fahren die Düna (lettisch Daugava) hinauf und legen zentrumsnah im Fährhafen vor der großen Schrägseilbrücke Vanšu-Tilts an. Hier gibt es drei Liegeplätze hintereinander mit den Bezeichnungen MK-3, MK-4 und JPS-1. Wenn nötig, steht auch der (eigentlich für Fähren vorgesehene) Anleger mit der Bezeichnung JPS-2 für Kreuzfahrtschiffe zur Verfügung. Die Kreuzfahrtschiffe liegen in einer langen Reihe von der Schrägseilbrücke bis zur Spitze der kleinen Halbinsel. Wenn nur ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt, wird in der Regel der Liegeplatz vor der Schrägseilbrücke genutzt. Im (Fähr-)Terminal gibt es außer Geldautomaten und einem Café keine Einrichtungen.

Es gibt einen weiteren Hafen auf der Insel Krievu Sala (KRS-1) gut zehn Kilometer nördlich der Stadt. Fast schon im Mündungsbereich der Düna. Die Kreuzfahrtschiffe, die hier festmachen, sparen also eine lange Fahrt über den Fluss. Im Jahre 2020 wird aber nur die Mein Schiff 1 hier anlegen. Die Urlauber werden mit Shuttlebussen nach Riga gefahren. Infrastruktur gibt es in diesem Hafen nicht.

Landausflüge in Riga auf eigene Faust
Kreuzfahrtschiffe im Hafen – Bild: Freeport of Riga

Mobil in Riga auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Riga auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab zwei lettische Worte zur besseren Orientierung. „Iela“ heißt Straße und „Tilts“ ist das lettische Wort für Brücke.

Zu Fuß

Die sehenswerte Altstadt Rigas kann man vom Fährhafen aus gut zu Fuß erreichen. Gut für Landausflügler, die Riga auf eigene Faust erkunden möchten.

Zwischen den Liegeplätzen und der breiten Straße Eksporta Iela ist leider ein Zaun. Wenn das Kreuzfahrtschiff direkt vor der Schrägseilbrücke liegt, muss man deshalb erst in Richtung Fährterminal laufen um zum Hafenausgang zu gelangen. Von dort geht es dann am Wasser entlang (oder am schönen Kronvalda Park entlang) in Richtung Altstadt. Das sind ca. 1 Kilometer. Auch das berühmte Jugendstil-Viertel rund um die Albert iela ist ca. einen Kilometer entfernt. Einen Stadtplan der Touristeninformation haben wir hier hinterlegt.

Auf einen Blick
Auf einen Blick – Karte: Riga Sightseeing

Sehenswürdigkeiten auf der Karte: A-Rathausplatz, B-Oper, C-Jugendstil-Viertel, G-Markthallen, H-Hafen

Shuttlebusse

Die Reedereien bieten in Riga in der Regel einen Shuttleservice in Richtung Altstadt an. Bei MSC Cruises kostete dieser Service im Jahre 2019 8,99 Euro. Ziel der Busse war der Bahnhof von Riga, der vom Hafen aus gesehen, hinter der Altstadt liegt. Man braucht dann nur noch die Straße überqueren und ist in der Altstadt.

Stadtrundfahrten

Es gibt in der Stadt gleich mehrere Anbieter von Stadtrundfahrten, darunter die Riga City Tour (citytour.lv) und Riga Sightseeing Servis (riga-tour.lv). Wenn Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, warten eigentlich immer Busse am Hafenausgang. Bei jedem Anbieter stehen verschiedene Routen zur Auswahl. Auch Bootsfahrten werden angeboten. Tickets gibt es vor Ort am Hafen oder vorab zum Beispiel bei GetYourGuide* (s. am Ende dieser Seite).

Öffentliche Verkehrsmittel

Wer möchte, kann den Weg vom Fährhafen in die Altstadt auch mit der Straßenbahn zurücklegen. Am Rande des Kronvalda Parks (an der Straße Kronvalda Bulvaris) gibt es eine Haltestelle gleichen Namens. Mehrere Linien, wie zum Beispiel die 5,7 und 11, fahren in Richtung Zentrum. Aussteigen sollte man an der Haltestelle „Nacionala Opera“ in der Altstadt Rigas. Die Fahrt ist kurz und dauert nur ca. 6 Minuten. Die Route ist auf dem Stadtplan, den wir in der Rubrik „Zu Fuß“ hinterlegt haben, als rote Linie eingezeichnet.

Die Rigaer Verkehrsbetriebe (rigassatiksme.lv) haben eine englischsprachige Webseite. Eine Fahrkarte kostet beim Fahrer der Straßenbahn 2 Euro. Günstiger (1,15 Euro) sind so genannte E-Talons, die man an vorab bei Kiosken und Ticketautomaten kaufen kann. Diese sind auch für mehrere Fahrten (5 Fahrten kosten 5,75 Euro) erhältlich oder als 24-Stunden-Ticket (5 Euro). Das Tagesticket ist wirdklich günstiger, als das Ticket für 5 Fahrten.

Kirchtürme in Riga auf eigene Faust besteigen
Kirchtürme in der Altstadt – Bild: Live Riga (Rigaer Büro für Tourismusentwicklung)

Taxen

Taxen warten am Fährhafen auf Fahrgäste. Die Touristeninformation empfiehlt Taxen der Firmen Red Cab (redcab.lv) und Baltic Taxi (baltictaxi.lv). Die Fahrpreise stehen auf Schildern an den hinteren Türen der Fahrzeuge. Auf der Webseite von Red Cab ist für Fahrten im Zentrum ein Grundpreis von 2,13 Euro angegeben. Der Kilometer kostet 0,71 Euro und die Minute 0,19 Euro. Wer ein Kids-Taxi oder ein Großraumtaxi bestellt, zahlt 2 Euro bzw. 3 Euro dazu.

Bootsfahrten

Wer möchte kann Bootsfahrten auf dem Rigaer Stadtkanal oder auf der Daugava unternehmen. Die historischen Holzboote starten in der Nähe des Freiheitsdenkmals. Eine Stunde kostet 18 Euro. Weitere Informationen findet man auf der Webseite von Riga by Canal (rigabycanal.lv).

Fahrräder

Mit einem Fahrrad ist man mobiler und hat einen größeren Radius. Ideal um Riga auf eigene Faust zu erkunden. Es gibt in der Stadt mehrere Firmen die Fahrräder verleihen. Die als Autovermieter bekannte Firma Sixt (sixtbicycle.lv) betreibt in der Stadt ein Selbstbedienungssystem mit mehr als 250 Fahrrädern an 28 Verleih-Stationen. Die erste halbe Stunde ist kostenlos, dann zahlt man alle 30 Minuten 1,29 Euro. Der Tagespreis liegt bei 12,90 Euro.

Manche Anbieter bieten die Lieferung der Räder zum Hafen an, was natürlich sehr nützlich ist. Zu den Anbietern gehört zum Beispiel die Firma BicycleRental.lv. Geführte Fahrradtouren und Leihräder gibt es bei Baja Bikes*.

Landausflüge in Riga buchen

Riga ist eine übersichtliche und sichere Stadt mit einem gut ausgebauten Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln und einer hervorragenden touristischen Infrastruktur. Aber natürlich kann man auch hier aus einem großen Angebot an organisierten Landausflügen wählen. Entsprechende Angebote findet man an Bord des Kreuzfahrtschiffes oder bei lokalen Veranstaltern. Beispielhaft fügen wir hier das Landausflugsprogramm der beliebten italienischen Reederei MSC Cruises für Riga bei. Andere Reedereien haben ein mehr oder weniger ähnliches Programm. Für die Reedereien sind diese Kreuzfahrtausflüge ein wichtiges Geschäft. Entsprechend intensiv wird geworben.

Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen. Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie und meist deutschsprachigen Reiseleitern findet man bei Meine Landausflüge* (s. oben). Weitere Angebote von GetYourGuide* gibt es am Ende dieser Seite.

Highlights für Landausflüge in Riga

Die große Mehrheit der Urlauber verbringt den Tag in Riga. Neben der berühmten Altstadt locken die Markthallen und das Jugendstil-Viertel viele Landausflügler an. Obwohl die Stadtbefestigungen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts beseitigt worden sind, ist der Festungscharakter immer noch erkennbar. Anstelle der Stadtmauer findet man heute einen schönen Park. An schönen Tagen ein herrlicher Platz, um sich etwas von den Besichtigungen zu erholen. Auch eine Bootsfahrt ist dann eine schöne Idee.

Die Altstadt

Riga war eine reiche Hansestadt. Die Gildehäuser und die mächtigen Backsteinkirchen künden von der Macht und dem Reichtum in dieser Epoche. Das gilt vor allem für die gewaltige Domkathedrale. Die größte Kirche des Baltikums sieht man bereits vom Kreuzfahrtschiff aus. Allein für den Rohbau des 2 Meter dicken Mauerwerks brauchte man im 13. Jahrhundert angeblich 50 Jahre. Die berühmte Walcker Orgel war bei ihrer Fertigstellung die größte Orgel der Welt.

In der Altstadt
In der Altstadt – Bild: Live Riga (Rigaer Büro für TourismusentwicklungTourismusentwicklung)

In der Altstadt stehen die ältesten Wohnhäuser Rigas. Die so genannten „Drei Brüder“ sind ein Wahrzeichen der Stadt. Interessanterweise handelt es sich um drei sehr verschiedene Gebäude, die auch zu völlig unterschiedlichen Zeiten erbaut wurden. Der Legende nach allerdings von drei Männern einer Familie. Anschauen sollte man auch die historische Große und Kleine Gilde und das prachtvolle Haus der Schwarzhäupter am herrlichen Rathausplatz. Der Compagnie der Schwarzen Häupter gehörten ausschließlich unverheiratete Kaufleute an. Viele Landausflügler sind den mächtigen Schwarzhäuptern vielleicht bereits in Tallinn begegnet.

Angeblich verdanken wir den Schwarzhäuptern sogar den Weihnachtsbaum. Diese wollten 1510 eine riesige Tanne in der Stadt verbrennen und mitten im Winter ein Freudenfeuer veranstalten. Aber als sie die wuchtige Tanne – die größte, die sie in den Wäldern vor Riga finden konnten – endlich auf den Rathausplatz geschleppt hatten, bekamen sie angesichts ihres feurigen Vorhabens kalte Füße. Mit dem riesigen Baum hätten sie womöglich die ganze Stadt in Brand gesteckt. Während sich nun drinnen die Bruderschaft beratschlagte, zogen draußen spielende Kinder Wollfäden aus ihren gestrickten Handschuhen, kramten in den Taschen nach Nüssen, Bändern und getrockneten Beeren und begannen damit, den Baum zu schmücken. Als die Herren mit den schwarzen Hüten später die wunderliche Verwandlung sahen, beschlossen sie, die bunt geschmückte Tanne zur Freude aller mitten in der Stadt aufzustellen und noch prächtiger zu schmücken. An derselben Stelle, wo vor genau 500 Jahren der erste geschmückte Weihnachtsbaum stand, zählt heute eine Digitaluhr die Tage und Stunden bis Weihnachten herunter.

Die Markthalle

Was macht man mit einer riesigen Halle für Zeppeline, wenn es keine Zeppeline mehr gibt? In der Nähe von Berlin ist ein riesiges Schwimmbad entstanden. Hier wurden vier dieser massiven Hallen zu Markthallen um gebaut. Diese liegen von Hafen aus gesehen hinter der Altstadt und lohnen einen Abstecher. Auf über 70.000 Quadratmetern erstrecken sich unzählige Stände mit Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse – und die Nase kann die vielfältigen Gerüche kaum verarbeiten. Auch wenn sich hartnäckig der Mythos hält, der Zentralmarkt sei der größte Europas, sind die Letten mit Superlativen vorsichtig.

Der Zentralmarkt
Der Zentralmarkt – Bild: Live Riga (Rigaer Büro für Tourismusentwicklung

Jugendstil

Die nur circa 10 Gehminuten von der Altstadt entfernte Neustadt mit ihren Jugendstil-Vierteln ist Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Als der Jugendstil im späten 19. Jahrhundert in Mode kam, war Riga eine sehr reiche Stadt. Man konnte es sich leisten, mit der Mode zu gehen und wollte mit Wien, Prag oder Paris konkurrieren. In der Neustadt wurden während dieser Zeit mehr als 800 Jugendstilhäuser in Auftrag gegeben. Dafür ist Stadt heute berühmt. Viele Gebäude konnten nach dem Zerfall der UDSSR renoviert werden und funkeln wieder in altem Glanz. Freunde der schönen Jugendstil-Architektur kommen hier voll auf Ihre Kosten. Insbesondere die Alberta iela gilt als die Jugendstilperle der Stadt. Diese befindet sich in hinter dem Kronvalda Park unweit des Hafens. In der Albert iela 12 ist das Museum „Rigaer Jugendstilzentrum“.

Die Lettische Nationalbibliothek

Wenn man auf der Höhe der Altstadt den Fluss Düna über die Brücke Akmens Tilts überquert, erreicht man am anderen Ufer die beeindruckende neue Lettische Nationalbibliothek (lnb.lv). Das moderne, 68 Meter hohe Gebäude wurde 2014 eingeweiht. Die Bücher wurden damals in einer langen Menschen- und Bücherkette hierher gebracht. Für 3 Euro kann man die Bibliothek teilweise besichtigen.

Lettisches Nationales Kunstmuseum

Kunstfreunde sollten einen Besuch des Nationalen Kunstmuseums (lnmm.lv) in Erwägung ziehen. Es befindet sich in der Parkanlage Esplanade östlich der Altstadt und kann vom Hafen aus durchaus zu Fuß erreicht werden. Nach einer Renovierung ist das Museum seit 2016 wieder geöffnet.

Ganz in der Nähe und ebenfalls im Park Esplanade bietet die prachtvolle orthodoxe Geburtskathedrale ein schönes Fotomotiv.

Weitere Kreuzfahrtausflüge lokaler Anbieter

Viele lokale Veranstalter bieten ihre Aktivitäten bei GetYourGuide* an. Das Angebot ist riesig und nicht nur für Landausflügler konzipiert. Hier findet man u.a. Tickets ohne Anstehen für berühmte Attraktionen, Führungen mit lokalen Guides, kulinarische Touren und vieles mehr. Eine Auswahl gibt es unten. Wenn man auf eines der Angebote klickt, öffnet sich ein neues Fenster mit dem Gesamtprogramm für diesen Hafen.