Danzig auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Danzig auf eigene Faust zusammengestellt. Das polnische Gdansk hat gut 450.000 Einwohner und ist die Hauptstadt Pommers. Zusammen mit den Nachbarstädten Sopot und der Hafenstadt Gdynia bildet Danzig einen Ballungsraum, der Dreistadt genannt wird. Das tausendjährige Danzig ist ein beliebtestes Ziel von Ostsee Kreuzfahrten. Die meisten Kreuzfahrtschiffe laufen den großen Hafen von Gdynia (Gdingen) an. Direkt in Danzig können nur kleinere Kreuzfahrtschiffe anlegen. Danzig liegt in Reichweite von Stockholm und Helsinki, Lübeck und Riga – und am Schnittpunkt einst wichtiger Handelswege, die für ihren wirtschaftlichen Aufstieg sorgten. Die polnische Metropole war eine begehrte Beute der Deutschordensritter, Mitglied der mächtigen Hanse und Zankapfel für Preußen und Slawen. Als Danzig 1945 unter polnische Verwaltung kam, lag es beinahe gänzlich in Schutt und Asche. Seither ist das glanzvolle architektonische Erbe aus stattlichen städtischen Bauten und prächtigen alten Häusern jedoch restauriert und wieder aufgebaut worden. Weitere Informationen gibt auf der Webseite Visit Gdansk.

Landausflüge in Danzig auf eigene Faust

AIDA Cruises in Gdynia – Bild: Port of Gdynia Authority

Transport in Danzig auf eigene Faust

Die meisten Kreuzfahrtschiffe legen im großen Industriehafen von Gdynia an. Die Hafenstadt an der Danziger Bucht (früher Gdingen oder Gotenhafen) ist ca. 30 Kilometer vom Zentrum Danzigs entfernt. Auf dem Bild links erkennt man ein Kreuzfahrtschiff am Francuskie Pier (Franzosen Pier) beim Auswanderermuseum (Nr. 27 auf der Karte unten). Hier machen die meisten Kreuzfahrtschiffe fest. Der untersten der vier „Finger“ im Vordergrund ist der Pomorskie Pier (Nr. 39 auf der Karte), an dem ebenfalls Kreuzfahrtschiffe anlegen. Es handelt sich um einen riesigen Industriehafen. Moderne Kreuzfahrt-Terminals und touristische Infrastruktur sucht man vergebens. Für Touristen hat Gdynia relativ wenig zu bieten. Die meisten Urlauber zieht es nach Danzig, zu den Stränden von Sopot, nach Oliva oder auch zur Marienburg.

Zu Fuß

Per Pedes kann man nur Ziele in Gdynia erreichen. Und das auch nur, wenn man bereit ist, einige Kilometer zu laufen. In Frage kommen die Markthalle (2 Km), die Einkaufsstraße Swietojanska (2 Km) oder der Strand von Gdynia (2,5 km). Dies ist kein Hafen für Fußgänger.

Taxen

Wer keinen geführten Landausflug gebucht hat, kann Danzig auf eigene Faust mit einem der zahlreichen Taxen erreichen. Man sieht die lange Schlange der wartenden Taxen bereits vom Schiff. Offizielle Taxen haben ein Taxischild auf dem Dach und an der Seite stehen Firma und Telefonnummer.

Eigentlich funktionieren Taxen in Danzig wir bei uns. Es gibt acht Taxizentralen (AS, Caro, Dajan, Hallo Taxi, Super Hallo Taxi, Neptun, EcoCar und City Drivers Taxi), die meistens über eigene Webseiten verfügen. Manche sogar in Englisch. Die Fahrpreise werden durch das Taxameter ermittelt. Der Grundpreis liegt bei 6,8 Złoty und pro Kilometer kommen tagsüber für Fahrten innerhalb der Dreistadt (Gdynia, Sopot und Danzig) 2,16 Złoty dazu. Eine Stunde Wartezeit kostet 40 Złoty. Demnach kostet die Fahrt von Gdynia nach Danzig und zurück mit 3 Stunden Wartezeit ca. 300 Złoty. Das sind umgerechnet gut 70 Euro. Die Preise stammen von der Webseite der Taxizentrale Super Hallo Taxi (superhallo.pl) und gelten für ein Taxi mit bis zu vier Fahrgästen (Stand März 2018).

Die Taxen am Hafen fungieren bevorzugt als Fahrer und Reiseführer für den Tag. Man vereinbart in der Regel einen festen Preis. Viele Fahrer sprechen deutsch oder englisch.

Blick auf den Hafen

Das interessante Emiragtion Museum direkt am Liegeplatz – Bild: Muzeum Emigracji w Gdyni

Stadtbahn SKM

Eine günstige, schnelle und vor allem staufreie Alternative ist die Stadtbahn SKM (skm.pkp.pl), deren blaugelbe Züge vom Bahnhof in Gdynia Glowna in kurzen Abständen über Sopot und Oliwa nach Danzig fahren. Bis nach Danzig ist man ca. 40 Minuten unterwegs. Der Bahnhof Gdynia Glowna wird auch von der polnischen Staatsbahn genutzt. Wenn man dem blaugelben Logo der SKM folgt, ist die Orientierung aber nicht schwer.

Fahrscheine (es gibt auch Tagestickets für 14 Zloty) kann man an Kassenschaltern oder Fahrscheinautomaten erwerben. Dafür benötigt man Landeswährung, die man im Bahnhof an Geldautomaten abheben kann. Die an den Kassenschaltern gekauften Fahrscheine müssen vorab entwertet werden. Angeblich kann man Fahrkarten ohne Mehrpreis auch im Zug kaufen. Das würden wir aber im Zweifel nicht riskieren.

Leider ist der Bahnhof Gdynia Glowna ca. 2,2 Kilometer vom Franzosen Kai entfernt. Zu Fuß benötigt man ca. 25 Minuten. Beim Franzosen Kai befindet sich die Bushaltestelle „Dworzec Morski – Muzeum Emigracji“. Busse der Linien 119 und 137 fahren zum Bahnhof. Bitte sicherheitshalber fragen. Fahrscheine kann man für 4 Zloty beim Busfahrer erwerben. Wenn man Landeswährung hat. Geldautomaten gibt es leider erst am Bahnhof.

In Danzig angekommen, kann man bequem vom Bahnhof Gdansk Glowna in die Rechtsstadt laufen. Hier sind die Entfernungen nicht allzu groß. Wer möchte, kann auf der Rückfahrt in Sopot aussteigen und durch eine Fußgängerzone zur bekannten Seebrücke des Urlaubsortes laufen. Auch in Oliva ist der Weg von der Bahnstation zum Dom nicht weit.

Vor dem Artushof

Vor dem Artushof – Bild: Cruise Baltic

Hafen Danzig

Kleine Kreuzfahrtschiffe können den Hafen von Danzig direkt anlaufen. Darunter zum Beispiel die Schiffe von Phoenix Reisen oder mit AIDAcara, AIDAaura und AIDAvita auch die drei kleinsten AIDAs. Im Hafen von Danzig gibt es drei Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe mit den Bezeichnungen Westerplatte Quay, Cpt. Ziolkowski Quay and WOC II Quay.

Der Weg ins Zentrum ist mit ca. 12 Kilometern deutlich kürzer. Die Taxen und Transportdienstleiser, die am Schiff auf die Urlauber warten, sind von der Hafenbehörde lizenziert und arbeiten mit Festpreisen. Die Angebote und Preise werden auf Schildern veröffentlicht.

Landausflüge in Danzig buchen

Es ist nichts jedermanns Sache, sich in Danzig auf eigene Faust durchzuschlagen. Bequemer sind da natürlich geführte Landausflüge. Da ist der Transport organisiert und Stadtführer führen ja nicht nur, sie erklären auch das Gesehene. Entsprechende Angebote findet man an Bord oder bei lokalen Veranstaltern.

An Bord jedes Kreuzfahrtschiffes werden zahlreiche organisierte Landausflüge in Danzig angeboten. Beispielhaft hier das Angebot der beliebten Reederei AIDA Cruises. Für die Reedereien sind diese Kreuzfahrtausflüge ein wichtiges Geschäft. Entsprechend intensiv wird geworben. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen. Angebote lokaler Tourguides kann man bequem und sicher bei Buchungsplattformen wie Viator oder rent-a-guide vergleichen und buchen.

Das Krantor ist das Wahrzeichen der Stadt

Das Krantor ist das Wahrzeichen der Stadt – Bild: Cruise Baltic

Tipps für Landausflüge in Danzig

Die meisten Kreuzfahrer nutzen den Tag für eine Stadtbesichtigung in Danzig. Und das lohnt sich wirklich. Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Rechtsstadt, dem historisch wichtigsten Teil der Stadt. Aber auch das Seebad Sopot mit seiner Seebrücke und dem herrlichen Ostseestrand ist ein lohnendes Ziel. In der Hafenstadt Gdynia gibt es für Landausflügler leider vergleichsweise wenig zusehen.

Gdynia

Das ehemalige Gdingen (während der Nazizeit wurde die Stadt auch Gotenhafen genannt) wurde erst in der 1930er-Jahren zur Großstadt. Die Stadt entstand im Prinzip mit dem Bau des großen Hafens. Wer in Gdynia bleiben möchte, kann sich auf den Weg zur großen Markthalle (Jana z Kolna) oder zur Einkaufsstraße Swietojanska machen. Südlich des letzten Piers (Nr. 39 auf der Hafenkarte oben) befindet sich der recht schöne Strand von Gdynia. Die moderne Mall Centrum Riviera (centrumriviera.pl) liegt bereits außerhalb der Reichweite von Fußgängern.

Danzig

Das wichtigste Ziel von Landausflüge in Danzig auf eigene Faust ist die Danziger Rechtstadt.
Der Lange Markt mit dem Rechtstädtischen Rathaus, dem Artushof, dem Speymanhaus und dem Grünen Tor gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Das gilt natürlich auch für das Krantor und die riesige Marienkirche. Die Touristeninformation hat ihr Hauptbüro in der Rechtsstadt in der Dlugi Targ Strasse 28/29 (Dlugi Targ = Langer Markt). Hier findet man viele Infos und kann zum Beispiel einen Audio Guide ausleihen.

Das Zentrum von Danzig

Das Zentrum von Danzig

Das bekannteste Wahrzeichen Danzigs ist wohl das Krantor. Das Foto darf natürlich im Fotoalbum der Ostsee Kreuzfahrt nicht fehlen. Es wurde 1444 als Teil der Stadtbefestigung errichtet und nach Kriegszerstörungen wieder aufgebaut. Im Mittelalter konnten damit beachtliche Lasten bewegt werden. Im Inneren schufteten Menschen (z.B. Sträflinge). Im Krantor wurde heute ein interessantes Schifffahrtsmuseum eingerichtet.

Sopot

Das Ostseebad Sopot (Zoppot) liegt zwischen Danzig und Gdynia und lockt an heißen Tagen mit seinen schönen Stränden. Es gibt schöne Bäderarchitektur aus der Gründerzeit und eine mehr als 500 Meter lange Seebrücke. Vom SKM Bahnhof kann man durch die schöne Einkaufstraße Monte Cassino in Richtung Meer und Seebrücke bummeln.

Oliva

An Sopot grenzt der Danziger Stadtteil Oliva (oder Oliwa) mit einem berühmten Zisterzienserkloster und dem Dom mit seinen berühmten Orgeln. Es gibt regelmäßig kleine Konzerte, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Berühmt ist auch der öffentlich zugängliche Olivaer Park. Park und Dom sind vom Bahnhof zu Fuß erreichbar.

Die gewaltige Marienkirche

Die gewaltige Marienkirche – Bild: Cruise Baltic

Weitere Sehenswürdigkeiten

Es gibt in Danzig und der näheren Umgebung viele weitere Sehenswürdigkeiten, die Ziele von Landausflüge sein könnten. Einige stehen in Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg, wie die Westerplatte und das sehr gut gemachte Museum des 2. Weltkriegs (muzeum1939.pl). Andere würdigen die Gewerkschaft Solidarność, die auf der Danziger Werft entstand. Hier ist insbesondere das Europäisches Zentrum der Solidarność (ecs.gda.pl) zu nennen. Knapp hundert Kilometer vom Hafen in Gdynia entfernt, in Malbork (Marienburg), befindet sich die Festung Marienburg. Die gewaltige Ordensburg des Deutschen Ordens gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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