Genua auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Genua auf eigene Faust zusammengestellt. Auch wenn man vor (oder nach) einer Mittelmeer Kreuzfahrt vielleicht nur einige Stunden erübrigen kann, lohnt sich ein Besucht der bedeutenden Hafenstadt. Genua liegt an der ligurischen Küste Italiens ca. 150 Kilometer südlich von Mailand und zählt knapp 600.000 Einwohner. Direkt an der hinteren Stadtgrenze erheben sich die Berge des Apennin. Der Hafen ist einer der größten im Mittelmeer. Genua war jahrhundertelang eine unabhängige Adelsrepublik, die ihren Reichtum dem Handel verdankte. Nach Jahren der Vernachlässigung wurde das historische Zentrum im Zuge der Kür zur europäischen Kulturhauptstadt 2004 aufwendig restauriert. Bereits zwölf Jahre zuvor war Genuas alter Hafen (Porto Antico) für die Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Entdeckung Amerikas (Christoph Kolumbus stammt aus Genua) rundum erneuert worden. Ähnlich wie in Marseille hat sich das Stadtbild durch diese Maßnahmen sehr verbessert. Die schöne Altstadt mit prunkvollen Renaissance-Palästen erstreckt sich zwischen dem alten Hafen und der Piazza de Ferrari. Dank der umfassenden Sanierung wirkt sie heute sehr gepflegt. Und Genuas Porto Antico ist heute ein beliebtes Ausgehviertel und eine Touristenattraktion. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Touristeninformation. (Stand: September 2019)

Landauaflüge in Genua auf eigene Faust
Stazione Marittima – Bild: Tegeler

Der Kreuzfahrthafen von Genua

Die großen Kreuzfahrtschiffe fahren in den alten, fast runden Hafen hinein, der heute nur noch für den Passagierverkehr und den Tourismus genutzt wird. Die großen Kreuzfahrtschiffe müssen ordentlich manövrieren, um die zentrumsnahen Liegeplätze zu erreichen. Neben Kreuzfahrtschiffen gibt es hier auch viele Fährverbindungen. Die Firma Stazione Marittima S.p.A. (smge.it) ist zuständig für den gesamten Passagierverkehr in Genua.

Für Kreuzfahrten werden die beiden Piere Ponte dei Mille und Ponte Andrea Doria genutzt. An jedem Pier gibt es ein Kreuzfahrt-Terminal und zwei Liegeplätze für große Kreuzfahrtschiffe. Das Kreuzfahrt-Terminal am Pier Ponte dei Mille gilt als die Stazione Marittima. Es ist ein sehr attraktives Denkmal, dass 2001 komplett restauriert und für einen G8-Gipfel genutzt wurde. Hier starteten früher die berühmten Liner Italiens über den Atlantik und in alle Welt.

Neben der Stazione Marittima mit dem Ponte dei Mille soll in der Zukunft ein früher industriell genutztes Areal zu einem neuen modernen Kreuzfahrthafen mit der Bezeichnung Ponte Parodi umgebaut werden. MSC Kreuzfahrten denkt darüber nach, diesen Neubau für Luxuskreuzfahrten zu nutzen, die die Reederei in Zukunft auch anbieten wird. Eine Alternative ist, dass Costa Kreuzfahrten hier ein eigenes Kreuzfahrt-Terminal in Genau bekommt. Costa ist in Genua zuhause, nutzt aber bisher den Hafen im benachbarten Savona.

Auf einen Blick
Auf einen Blick

Die Lage der Piere und Terminals ist auf der Karte gut zu erkennen. Der Kreuzfahrthafen von Genua zählt zu den wichtigsten im Mittelmeer und ist der Heimathafen der beliebten italienischen Reederei MSC Kreuzfahrten.

Mobil in Genua auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Genua auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt:

Zu Fuß

Aufgrund der zentralen Lage des Hafens, kann man Genua gut zu Fuß erkunden. Das berühmte Aquarium ist ca. einen Kilometer vom Hafen entfernt. Vielleicht 200 Meter weiter befindet sich der Panoramaaufzug Bigo. Bis zur Kathedrale San Lorenzo läuft man 1,6 Kilometer.

Stadtrundfahrten

Es gibt auch in Genua diese roten Doppeldeckerbusse von City Sightseeing, die auf einer einstündige Runde durch die Stadt fahren und an 11 Haltestellen halten. Start und Ziel ist die Piazza Caricamento. Die Haltestelle 11 ist vor der historischen Stazione Marittima, so dass man auch direkt am Hafen zusteigen kann. Einen Routenplan haben wir hier hinterlegt.

Alle 15 bis 20 Minuten kommt ein Bus an jeder Haltestelle vorbei, so dass man überall aussteigen und mit einem der folgenden Busse weiterfahren kann. Während der Fahrt bekommen die Fahrgäste über Kopfhörer Hintergrundinformationen. Auch in deutscher Sprache. Im Bus gibt es zudem kostenloses Internet.

Tickets können am Bus oder vorab zum Beispiel bei GetYourGuide* (s. auch unten) reserviert werden. In den Wintermonaten gibt es einen eingeschränkten Service.

Den Bigo im Porto Antico in Genua auf eigene Faust sehen
Der Bigo im Porto Antico – Bild: Tegeler

Metro

Seit 1990 hat Genua eine Metro mit einer Linie. Zu Metrostation Principe läuft man von der Stazione Marittima ca. 250 Meter. Wenn man zwei Stationen später an der Station San Giorgio aussteigt, ist man direkt am alten Hafen auf der Höhe des Bigo. Und auch zu Kathedrale sind es nun weniger als 300 Meter. Ein Einzelticket kostet 1,50 Euro und ist 100 Minuten gültig. Es kann auch für andere öffentliche Verkehrsmittel verwendet werden. Alle öffentlichen Verkehrsmittel werden von AMT Genova (amt.genova.it) betrieben. Neben Bussen gibt es auch Seilbahnen, Aufzüge oder eine Wasserbuslinie (Navebus). Leider ist die Webseite der Verkehrsbetriebe nur in italienischer Sprache verfügbar.

Die Anreise

Die meisten Kreuzfahrtgäste reisen mit dem Flugzeug an und nutzen – wegen der geringen Bedeutung des Flughafens von Genua – insbesondere die Flughäfen in Mailand und Nizza. Mit Bussen geht es dann in Richtung Genua. Auch wer den Flug in Eigenregie plant, kann den Transfer in der Regel über die Reederei buchen. Darüber hinaus, bietet MSC Kreuzfahrten in der Regel eine organisierte Busanreise von vielen deutschen Städten an. Diese beinhaltet auf der Hinfahrt meist auch eine Vorübernachtung. Es geht also einen Tag früher los. Wer mit dem eigenen Auto anreist, kann Parkplätze über die Reederei oder über private Anbieter vor Ort buchen. Eine Woche kostet derzeit ab ca. 90 Euro. Man kann bis in den Hafen fahren und dort das Auto an einen Mitarbeiter übergeben, der das Einparken übernimmt (Valet-Parken). Wer mit der Bahn anreist, kommt im Bahnhof Genova P. Principe an. Von hier kann man mit dem Taxi in 2 Minuten zum Kreuzfahrtschiff fahren. Man kann die Kreuzfahrtschiffe vom Bahnhof bereits sehen. Wenn das Gepäck nicht zu schwer ist, könnte man sogar zu Fuß gehen. Der Bahnhof Genua Brignole ist circa 5 km vom Hafen entfernt. Von dort fahren die öffentlichen Busse Nr. 13 und 19. zum Kreuzfahrtterminal.

Landausflüge in Genua buchen

Für den (halben) Tag in Genua werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Beispielhaft fügen wir eine Übersicht von MSC Kreuzfahrten bei. Andere Reedereien haben ein mehr oder weniger ähnliches Programm. Für die Reedereien sind die Landausflüge ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Entsprechend viel wird geworben.

Aber es gibt natürlich auch zahlreiche Angebote lokaler Stadtführer und Veranstalter. Zahlreiche Angebote findet man zum Beispiel bei GetYourGuide* (s. oben), Viator* oder rent-a-guide*. Geführte Fahrradtouren findet man bei Baja Bikes*.

Highlights für Landausflüge in Genua

Die Stadt erstreckt sich auf einem relativ schmalen Streifen zwischen dem Mittelmeer und den steilen Bergen des Apennin an der italienischen Riviera. Der Platz ist knapp. Entsprechend eng und schmal sind die Gassen der Altstadt. Breite Straßen und große Plätze sind eher selten. Die herrlichen Paläste kommen in der Enge teilweise nicht so zur Geltung. Sehr gelungen ist der Bereich rund um den alten Hafen. Die Entfernungen sind nicht allzu groß, so dass Genua auf eigene Faust erkundet werden kann.

Rund um den Hafen

Nach dem Verlassen des Hafens sollte man sich rechts halten. Man läuft dann teilweise unter der Hochstraße Aldo Moro Sopraelevata. Eine wichtige Verkehrsader, die (aus Platzgründen) zwischen Altstadt und Hafen in Hochlage geführt wird. Dem Spaziergänger darunter spendet sich sie im Sommer Schatten. Der gesamte Bereich des alten Hafens (Porto Antico) wurde im Kolumbusjahr 1992 unter Leitung des bekannten Architekten Renzo Piano neu gestaltet.

Das Aquarium
Das Aquarium – Bild: Tegeler

Bereits nach wenigen Minuten erreicht man das Meeresmuseum Galata (galatamuseodelmare.it). Das 2004 gebaute Museum beherbergt viele Ausstellungsstücke aus der Zeit, als die Republik Genua ein Machtfaktor im Mittelmeer war. Wenige hundert Meter weiter, stößt man auf ein historisches Segelschiff. Die Galeone Neptune ist ein sehr guter Nachbau einer spanischen Galeone aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde von Roland Polanski 1986 für den Film „Piraten“ in Auftrag gegeben und kann heute besichtigt werden. Nur einen Steinwurf weiter folgt das berühmte Aquarium von Genua (acquariodigenova.it). Für viele ist es die Touristenattraktion Nummer Eins in Genua.

Der Gebilde mit den weißen Armen ist der Bigo, ein Panoramaaufzug der an eine Spinne erinnert. Aus der Panoramagondel hat man einen tollen Blick über Stadt und Hafen. Die weißen Arme sollen an die weißen Ladekräne erinnern, die Frachtschiffe vor dem Containerzeitalter hatten.

Die Altstadt

Das historische Zentrum Genuas befindet sich auf der anderen Seite der breiten Küstenautobahn. Wenn man sich auf Höhe des Bigo in Richtung Stadt begibt, erreicht man die Via San Lorenzo und kurze Zeit später die Kathedrale von Genua. Die Kathedrale San Lorenzo mit ihrer schwarzweiß gestreiften gotischen Fassade ist eine Mixtur aus Romanik und Barock. Folgt man der Via S. Lorenzo, erkennt man kurze Zeit später eine weitere große Kirche. Die sehenswerte Chiesa del Gesu liegt bereits am zentralen Platz der Stadt. Die Piazza de Ferrari wurde ebenfalls vor den Kolumbusfeierlichkeiten neu renoviert. Hier befinden sich wichtige Gebäude wie der Palazzo Ducale und das Opernhaus Teatro Carlo Felice.

Kathedrale San Lorenzo
Kathedrale San Lorenzo – Bild: Tegeler

Palazzi die Rolli

Die reiche Republik Genau besaß kein passendes Gästehaus für Staatsgäste. Die gekrönten Häupter wurden in Adelspalästen einquartiert. Welche Paläste dafür in Frage kamen, stand auf einer Liste (Rollo). Die Palazzi dei Rolli waren demnach die Paläste, die auf der Liste der in Frage kommenden Herbergen standen. Das Los entschied, welche Familie den Staatsgast in ihrem Palast beherbergen musste.

Die Palazzi dei Rolli gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO und können heute teilweise besichtigt werden. Besonders bekannt sind das Palazzo Rosso und das Palazzo Bianco an der Via Garibaldi. Die Palazzi in die Via Garibaldi sind ca. 600 Meter von der Piazza de Ferrari entfernt und liegen etwa auf Höhe der Galeone. Man kann also vom Hafen aus eine große Runde laufen.