Genua auf eigene Faust

Ein Landausflug in Genua auf eigene Faust lohnt sich. Auch wenn man vor oder nach einer Mittelmeer Kreuzfahrt vielleicht nur einige Stunden erübrigen kann. Die sechstgrößte Stadt Italiens hat knapp 600.000 Einwohner und liegt an der ligurischen Küste im Norden des Landes. Direkt an der hinteren Stadtgrenze erheben sich die Berge des Apennin. Der Hafen der Stadt ist einer der größten im Mittelmeer. Genua war jahrhundertelang eine unabhängige Adelsrepublik, die ihren Reichtum dem Handel verdankte. Nach Jahren der Vernachlässigung wurde das historische Zentrum im Zuge der Kür zur europäischen Kulturhauptstadt 2004 aufwendig restauriert. Bereits zwölf Jahre zuvor war Genuas alter Hafen (Porto Antico) für die Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Entdeckung Amerikas (Christoph Kolumbus stammt aus Genua) rundum erneuert. Ähnlich wie in Marseille hat sich das Stadtbild durch diese Maßnahmen sehr verbessert. Die schöne Altstadt mit prunkvollen Renaissancepalästen erstreckt sich zwischen dem alten Hafen Porto Antico und der Piazza de Ferrari. Dank der umfassenden Sanierung wirkt sie heute sehr gepflegt. Und Genuas Porto Antico ist heute ein beliebtes Ausgehviertel und eine Touristenattraktion. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Touristeninformation.

Landausflüge in Genua auf eigene Faust

Stazione Marittima – Bild: Tegeler

Transport in Genua auf eigene Faust

Die Stazione Marittima mit den traditionsreichen Terminals Ponte dei Mille und Ponte Andrea Doria zählt zu den wichtigsten Kreuzfahrthäfen am Mittelmeer und ist der Heimathafen der beliebten italienischen Reederei MSC Kreuzfahrten. Die beiden Terminals liegen zentral zwischen dem Fährhafen (Traghetti) und dem alten Hafen.

Zu Fuß

Aufgrund der zentralen Lage des Hafens, kann man Genua gut zu Fuß erkunden. Das berühmte Aquarium ist ca. einen Kilometer vom Hafen entfernt. Vielleicht 200 Meter weiter befindet sich der Panoramaaufzug Bigo. Bis zur Kathedrale San Lorenzo läuft man 1,6 Kilometer.

Stadtrundfahrten

Es gibt auch in Genua diese roten Doppeldeckerbusse, die auf einer einstündige Runde durch die Stadt fahren und an 8 Haltestelle halten. Eine davon ist am Hafen. Alle 30 Minuten kommt ein Bus an jeder Haltestelle vorbei, so daß man überall aussteigen und mit einem der folgenden Busse weiterfahren kann. Während der Fahrt bekommen die Fahrgäste über Kopfhörer Informationen. Auch in deutscher Sprache. Tickets können vorab zum Beispiel bei Viator (Link s. unten) reserviert werden. In den Wintermonaten (Dezember bis Februar) gibt es diesen Service in der Regel nicht.

Der Bigo im Porto Antico

Der Bigo im Porto Antico – Bild: Tegeler

Metro

Seit 1990 hat Genua eine Metro mit einer Linie. Zu Metrostation Principe läuft man von der Stazione Marittima ca. 250 Meter. Wenn man zwei Stationen später an der Station San Giorgio aussteigt, ist man direkt am alten Hafen auf der Höhe des Bigo. Und auch zu Kathedrale sind es nun weniger als 300 Meter. Ein Einzelticket kostet 1,50 Euro und ist 100 Minuten gültig. Es kann auch für andere öffentliche Verkehrsmittel verwendet werden. Alle öffentlichen Verkehrsmittel werden von AMT Genova (amt.genova.it) betrieben. Neben Bussen gibt es auch Seilbahnen, Aufzüge oder eine Wasserbuslinie (Navebus). Leider ist die Webseite der Verkehrsbetriebe nur in italienischer Sprache verfügbar.

Die Anreise

Die meisten Kreuzfahrtgäste reisen mit dem Flugzeug an und nutzen – wegen der geringen Bedeutung des Flughafens von Genua – insbesondere die Airports in Mailand und Nizza. Mit Bussen geht es dann in Richtung Genua. Auch wer den Flug in Eigenregie plant, kann den Transfer in der Regel über die Reederei buchen. Darüber hinaus, bietet MSC Kreuzfahrten in der Regel eine organisierte Busanreise von vielen deutschen Städten an. Diese beinhaltet auf der Hinfahrt auch eine Vorübernachtung. Es geht also einen Tag früher los. Wer mit dem eigenen Auto anreist, kann Parkplätze über die Reederei oder über private Anbieter vor Ort buchen. Eine Woche kostet derzeit 90 Euro. Wer mit der Bahn anreist, kommt im Bahnhof Genova P. Principe an. Von hier kann man mit dem Taxi in 2 Minuten zum Kreuzfahrtschiff fahren. Man kann die Kreuzfahrtschiffe vom Bahnhof bereits sehen. Wenn das Gepäck nicht zu schwer ist, könnte man sogar zu Fuß gehen. Der Bahnhof Genua Brignole ist circa 5 km vom Hafen entfernt. Von dort fahren die öffentlichen Busse Nr. 13 und 19. zum Kreuzfahrtterminal.

Das Aquarium

Das Aquarium – Bild: Tegeler

Landausflüge in Genua buchen

Für den (halben) Tag in Genua werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Beispielhaft fügen wir eine Übersicht von MSC Kreuzfahrten bei. Andere Reedereien haben ein mehr oder weniger ähnliches Programm. Für die Reedereien sind die Landausflüge ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Entsprechend viel wird geworben.

Aber es gibt natürlich auch Angebote lokaler Stadtführer und Veranstalter. Zahlreiche Angebote findet man zum Beispiel bei Viator oder rent-a-guide. Alle Veranstalter sind geprüft. Die Plattformen bieten zudem eine sichere Buchungs- und Zahlungsabwicklung.

Tipps für Landausflüge in Genua

Die Stadt erstreckt sich auf einem relativ schmalen Streifen zwischen dem Mittelmeer und den steilen Bergen des Apennin an der italienischen Riviera. Der Platz ist knapp. Entsprechend eng und schmal sind die Gassen der Altstadt. Breite Straßen und große Plätze sind eher selten. Die herrlichen Paläste kommen in der Enge teilweise nicht so zur Geltung. Sehr gelungen ist der Bereich rund um den alten Hafen. Die Entfernungen sind nicht allzu groß, so daß Genua auf eigene Faust erkundet werden kann.

Auf einen Blick

Auf einen Blick

Rund um den Hafen

Nach dem Verlassen der Stazione Marittima sollte man sich rechts halten. Man läuft dann teilweise unter der Hochstraße Aldo Moro Sopraelevata. Eine wichtige Verkehrsader, die (aus Platzgründen) zwischen Altstadt und Hafen in Hochlage geführt wird. Dem Spaziergänger darunter spendet sich sie im Sommer Schatten. Der gesamte Bereich des alten Hafens (Porto Antico) wurde im Kolumbusjahr 1992 unter Leitung des bekannten Architekten Renzo Piano neu gestaltet.

Bereits nach wenigen Minuten erreicht man das Meeresmuseum Galata (galatamuseodelmare.it). Das 2004 gebaute Museum beherbergt viele Ausstellungsstücke aus der Zeit, als die Republik Genua ein Machtfaktor im Mittelmeer war. Wenige hundert Meter weiter, stößt man auf ein historisches Segelschiff. Die Galeone Neptune ist ein sehr guter Nachbau einer spanischen Galeone aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde von Roland Polanski 1986 für den Film „Piraten“ in Auftrag gegeben und kann heute besichtigt werden. Nur einen Steinwurf weiter folgt das berühmte Aquarium von Genua (acquariodigenova.it). Es ist das zweitgrößte Aquarium Europas und wurde 1992 eröffnet. Für viele ist die Touristenattraktion Nummer Eins in Genua.

Der Gebilde mit den weißen Armen ist der Bigo, ein Panoramaaufzug der an eine Spinne erinnert. Aus der Panoramagondel hat man einen tollen Blick über Stadt und Hafen. Die weißen Arme sollen an die weißen Ladekräne erinnern, die Frachtschiffe vor dem Containerzeitalter hatten.

Kathedrale San Lorenzo

Kathedrale San Lorenzo – Bild: Tegeler

Die Altstadt

Das historische Zentrum Genuas befindet sich auf der anderen Seite der breiten Küstenautobahn. Wenn man sich auf Höhe des Bigo in Richtung Stadt begibt, erreicht man die Via San Lorenzo und kurze Zeit später die Kathedrale von Genua. Die Kathedrale San Lorenzo mit ihrer schwarzweiß gestreiften gotischen Fassade ist eine Mixtur aus Romanik und Barock. Folgt man der Via S. Lorenzo, erkennt man kurze Zeit später eine weitere große Kirche. Die sehenswerte Chiesa del Gesu liegt bereits am zentralen Platz der Stadt. Die Piazza de Ferrari wurde ebenfalls vor den Kolumbusfeierlichkeiten neu renoviert. Hier befinden sich wichtige Gebäude wie der Palazzo Ducale und das Opernhaus Teatro Carlo Felice.

Palazzi die Rolli

Die reiche Republik Genau besaß kein passendes Gästehaus für Staatsgäste. Die gekrönten Häupter wurden in Adelspalästen einquartiert. Welche Paläste dafür in Frage kamen, stand auf einer Liste (Rollo). Die Palazzi dei Rolli waren demnach die Paläste, die auf der Liste der in Frage kommenden Herbergen standen. Das Los entschied, welche Familie den Staatsgast in ihrem Palast beherbergen musste.

Blick in die Via Garibaldi

Blick in die Via Garibaldi – Bild: Tegeler

Die Palazzi dei Rolli gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO und können heute teilweise besichtigt werden. Besonders bekannt sind das Palazzo Rosso und das Palazzo Bianco an der Via Garibaldi. Die Palazzi in die Via Garibaldi sind ca. 600 Meter von der Piazza de Ferrari entfernt und liegen etwa auf Höhe der Galeone. Man kann also vom Hafen aus eine große Runde laufen.

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