Livorno auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Livorno auf eigene Faust zusammengestellt. Livorno ist eine moderne Hafenstadt in der Toskana mit knapp 160.000 Einwohnern. Die Stadt liegt südlich der Arno-Mündung etwa 20 Kilometer von Pisa entfernt. Der große Hafen Livornos gilt als einer der wichtigsten Häfen Italiens. Die Bewohner der Stadt waren und sind bekannt für ihre praktische Einstellung zum Leben und für ihre Sparsamkeit. Für die Kunst war daher hier nie viel Platz. Das einst unbedeutende Städtchen verdankt seinen Aufstieg zu einer wichtigen Hafenstadt dem Arno, der seine Mündung immer weiter von Pisa weg verlegte und so die ehemalige Hafenstadt Pisa zu einer Binnenstadt machte. Cosimo II de Medici ließ daher im Jahre 1571 den Hafen von Livorno anlegen. Das war dann der Schlussstrich unter die große Geschichte Pisas und der Anfang der Seestadt Livorno. Heute ist die Stadt in der Toskana ein beliebtes Ziel von Mittelmeer Kreuzfahrten. Von hier sind Landausflüge ins nahe Pisa, nach Lucca oder gar nach Florenz möglich. (Stand: Oktober 2019)

Landausflüge in Livorno auf eigene Faust
Piazza dei Miracoli in Pisa – Bild: MSC Kreuzfahrten

Der Kreuzfahrthafen von Livorno

Kreuzfahrtschiffe legen im weitläufigen Porto di Livorno an. Dieser besteht aus dem Porto Mediceo, der bereits im 16. Jahrhundert von den Medici angelegt wurde. Hier können heute kleine Kreuzfahrtschiffe innenstadtnah anlegen. Dann gibt es den neuen Bereich für Kreuzfahrtschiffe und Fähren, der Livorno 2000 genannt wird. Hier machen die meisten Kreuzfahrtschiffe fest. Für die Containerriesen soll eine riesige Hafenerweiterung mit dem Namen Darsena Europa gebaut werden.

Die möglichen Liegeplätze sind auf dieser Grafik verzeichnet. Auf der Webseite von Livorno 2000 kann man nachlesen, an welchem der genannten Liegeplätze das eigene Kreuzfahrtschiff festmachen wird. Und auf der Grafik unten erkennt man die Lage der Liegeplätze und Kreuzfahrt-Terminals im weitläufigen Hafen von Livorno.

Der Kreuzfahrthafen von Livorno
Der Kreuzfahrthafen von Livorno

Das neue Kreuzfahrt-Terminal Alto Fondale (Nr. 7 – Liegeplatz 46/47) ist ein Neubau mit allem Komfort. Hier liegen meistens sehr große Kreuzfahrtschiffe mit einer Länge von über 300 Metern und solche, die in Livorno einen Passagierwechsel vornehmen. Das zwei Kreuzfahrt-Terminal Porto Mediceo (Nr. 4 und 5 – Liegeplätze 59 bis 62) ist für etwas kleinere Kreuzfahrtschiffe bis 260 Meter ausgelegt. Und dann gibt es noch ein großes Kreuzfahrt- und Fährterminal. In den Terminals gibt es einen Informationsstand des Hafens und der Touristeninformation, kostenloses Wi-Fi, Stände lokaler Ausflugsanbieter, Autovermieter, Taxistände und etwas Gastronomie. Shuttlebusse fahren aus dem Hafen heraus in Richtung Zentrum.

Auch wenn das Kreuzfahrtschiff nicht an einem der beiden Kreuzfahrt-Terminals liegt, gibt es direkt auf der Pier eine gewissen Service wie den Shuttlebus, Taxen oder einen mobilen Stand der Touristeninformation.

Mobil in Livorno auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Livorno auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Wer die berühmten Städte der Toskana auf eigene Faust erkunden möchte, findet in Livorno gute und sehr günstige Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln vor.

Landausflüge in Livorno auf eigene Faust
Blick auf den Hafen – Bild: Porto di Livorno 2000

Zu Fuß

Livorno ist auch einer der Häfen, in denen man nicht vom Schiff in die Stadt laufen kann. Dafür gibt es Shuttlebusse.

Wenn man erstmal vor Ort ist, können die Sehenswürdigkeiten von Livorno, Pisa, Lucca und Florenz sehr gut zu Fuß erkundet werden. Die Entfernungen sind nicht besonders groß. Leider liegen die Bahnhöfe von Pisa und Livorno etwas außerhalb. In Pisa läuft man durch die Fußgängerzone bestenfalls 1,7 Kilometer bis zur berühmten Piazza dei Miracoli mit dem weltbekannten Schiefen Turm. In Livorno geht man von der Haltestelle der Shuttlebusse bis zum Bahnhof sogar 2,5 Kilometer.

Shuttlebusse

Shuttlebusse bringen die Landausflügler aus dem weitläufigen Hafengelände heraus. Die übliche Shuttlebus-Haltestelle ist an der Piazza Municipio/Ecke Via Claudio Cogorano im Stadtzentrum von Livorno. Dieser Service war zuletzt kostenlos. Davor kostete der Shuttlebus 5 Euro.

Der Hafen aus der Luft
Der Hafen aus der Luft – Bild: Porto di Livorno 2000

Öffentliche Busse

Das lokale Busunternehmen CTT Nord (cttnord.it) betreibt ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Busverbindungen in den Städten Livorno, Pisa und Lucca. Leider gibt es die Webseite nur in italienischer Sprache. Das einfache Busticket kostet 1,50 Euro und ist 70 Minuten gültig. Kaufen kann man das Ticket in einem der zahllosen Tabacchi oder in einem der Zeitungskioske an der Piazza Grande. Wer möchte, sorgt für die Rückfahrt vor und kauft gleich zwei Tickets. Laut Webseite von CTT Nord kann man Buskarten auch per SMS (1,70 Euro) oder im Bus (2,50 Euro) erwerben. Letzteres kann aber auch an passendem Kleingeld scheitern, wie wir selbst beobachtet haben. Zudem gibt es eine Zehnerkarte für 14 Euro. Fahrkarten müssen abgestempelt werden.

Wer zum Bahnhof Livorno Centrale möchte, geht von der Shuttlebus-Haltestelle über die Via Claudio Cogorano gut hundert Meter zur Piazza Grande und biegt nach rechts in die Via Grande ein. Nach vielleicht 50 Metern kommt auf der rechten Straßenseite ein Geschäft von H&M. Davor ist eine Bushaltestelle mit der Bezeichnung Grande 4. Der Bus Nr. 1 (LAM Blu) fährt zum Bahnhof Livorno Centrale, der die Endhaltestelle dieser Buslinie ist.

Der Bahnhof Pisa Centrale ist knapp 2 Kilometer vom berühmten Schiefen Turm entfernt. Wer möchte, kann die Strecke ebenfalls mit einem öffentlichen Bus in Angriff nehmen. Zuständig ist wieder die Busgesellschaft CTT Nord. Direkt vor dem Haupteingang fahren Busse der Linie LAM Rosso in Richtung „Park Pietrasantina“. Von der Haltestelle „Torre“ kann man die Spitze des Baptisteriums bereits sehen.

Fahrkarten gibt es im Tabacchi
Nicht zu übersehen

Die Bahn

Informationen über Bahnverbindungen nach Pisa, Florenz und/oder Luca findet man auf der Webseite der italienischen Bahn Trenitalia (trenitalia.com), die es auch in deutscher Sprache gibt. Die Bahnkarten kann man bei Trenitalia vorab online kaufen. Oder vor Ort am Schalter bzw. an den mehrsprachigen Automaten. Auch in den Tabacchi und Zeitungskiosken kann man oft Bahnkarten erwerben.

Die Bahnfahrt von Livorno Centrale nach Pisa Centrale dauert weniger als 20 Minuten und kostet im Regionalzug ca. 5,20 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Der Intercity ist nur wenige Minuten schneller, kostet aber das Dreifache. Da der berühmte Schiefe Turm von Pisa knapp 2 Kilometer von Bahnhof Pisa Centrale entfernt ist, könnte man auch einmal umsteigen und wenige Minuten weiter zum Bahnhof Pisa San Rossore fahren. Dieser Bahnhof ist nur 400 Meter von den berühmten Sehenswürdigkeiten Pisas entfernt.

Wer nach dem Besuch von Pisa noch Zeit hat, könnte nach Lucca weiterfahren. Die wunderschöne toskanische Stadt ist nur knapp 20 Kilometer von Pisa entfernt und eine gute Alternative für den Rest des Tages. Die Fahrt mit dem Zug dauert etwa eine halbe Stunde. Vom günstig gelegenen Bahnhof in Lucca kann man die Altstadt bequem zu Fuß erreichen.

Livorno auf eigene Faust mit einem Shuttlebus des Hafens
Shuttlebus ins Stadtzentrum – Bild: Porto di Livorno 2000

Florenz ist bereits ca. 90 Kilometer von Livorno entfernt. Mit dem Zug benötigt man je nach Verbindung zwischen 1 Stunde und 9 Minuten und 1 Stunde und 41 Minuten. Die meisten Züge sind 1 Stunde und 20 Minuten unterwegs. Aber das kann sich beim nächsten Fahrplanwechsel wieder ändern. Positiv ist, dass es sehr viele Verbindungen gibt. Zweimal pro Stunde fährt ein Zug zum Hauptbahnhof Firenze Santa Maria Novella (Florenz SMN). Von hier ist das Zentrum mit seinen berühmten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichbar. Die Kathedrale ist nur etwa 600 Meter vom Bahnhof entfernt. Bis zur Brücke Ponte Vecchio läuft man ca. 1.2 Kilometer. Wer gut zu Fuß ist, sollte die wunderschöne Altstadt zu Fuß erkunden.

Stadtrundfahrten

Wer eine Stadtrundfahrt machen möchte, kann auch in Livorno auf die bekannten roten Hop-on Hop-off Busse der Firma City Sightseeing zurückgreifen. Diese starten in der Via Claudio Cogorano, in etwa dort, wo die Shuttlebusse vom Schiff halten. Man kann an allen derzeit acht Haltepunkten aussteigen und mit einem der folgende Busse weiterfahren. Leider kommt nur alle 60 Minuten ein Bus an den Haltestellen vorbei. Man muss sich also gut überlegen, wo man aussteigen will. Diesen Service gibt es von April bis November eines jeden Jahres.

Auch in Florenz gibt es einen Franchisenehmer von City Sightseeing mit zwei Routen. Eine davon startet neben dem Hauptbahnhof Stazione SMN. Tickets kann man vorab u.a. bei GetYourGuide* (s. unten) erwerben.

Die Stadtrundfahrten von City Sightseeing beginnen am Haltepunkt der Shuttlebusse
Die Stadtrundfahrten beginnen am Haltepunkt der Shuttlebusse – Bild: City Sightseeing

Bootsausflüge

Wer einen Landausflug nach Livorno plant, könnte auch eine Bootsfahrt über die bereits von den Medici angelegten Kanäle einplanen. Einer der Anbieter (livornobyboat.com) verfügt über eine englischsprachige Webseite.

Fahrräder

Wer möchte, kann den ca. 2 Kilometer langen Weg vom Bahnhof Pisa Centrale zum Schiefen Turm auch mit einem Fahrrad zurücklegen. Im Bahnhof von Pisa gibt es eine Gepäckaufbewahrung, die auch Fahrräder vermietet. Für drei Stunden zahlt man 8 Euro. Für 10 Euro hat man das Rad für den ganzen Tag. Der Anbieter ist die Profer Società Cooperativa (leftluggagetuscany.com). Die Firma bietet diesen Service auch in Lucca an. Aber da benötigt man eigentlich kein Rad.

Bustransfers

In der Via Claudia Cogorano ganz in der Nähe des Shuttlebus-Haltepunktes werden Bustransfers nach Pisa, Florenz und Lucca verkauft. Wer möchte kann auch eine Kombination buchen. Zum Beispiel Pisa und Florenz oder Pisa und Lucca. Tickets kann man vorab u.a. bei GetYourGuide* erwerben.

Taxen

Es gibt bei der Kreuzfahrt-Terminals Taxistände. Die Fahrer möchte gerne mehrstündigen Landausflüge verkaufen und sind nicht an „einfachen“ Fahrten interessiert. Wer eine Fahrt zum Bahnhof anfragt, muss unserer Erfahrung nach mit einer Gebühr von mindestens 25 Euro rechnen. Das sind Abwehrkonditionen. Das Consorzio Taxi Livorno (taxiforcruisers.com) hat eine Webseite mit diversen Routenvorschlägen, die man auch vorab buchen kann.

Mietwagen

Mietwagen können direkt im Hafen angemietet werden. Hier gibt es Servicestelle von Hertz (sifracar.com), Europcar und Avis. Wer einen Wagen gemietet hat, kann diesen auf einem Mietwagenparkplatz in der Nähe des Kreuzfahrtschiffes übernehmen und aus dem Hafen herausfahren. Wir würden einen Mietwagen vorab reservieren.

Ein Tipp für Sonnenanbeter: Nördlich von Livorno beginnt der kilometerlange Sandstrand von Calambrone, der z.B. mit einem Mietwagen gut zu erreichen ist.

Landausflüge in Livorno buchen

Wer keine Lust hat, sich im Urlaub mit Fahrplänen oder lokalen Taxifahrern herumzuschlagen, kann aus einem großen Angebot an organisierten Landausflügen wählen. Entsprechende Angebote findet man an Bord des Kreuzfahrtschiffes oder bei lokalen Veranstaltern. Beispielhaft fügen wir hier das Landausflugsprogramm der beliebten deutschen Reederei AIDA Cruises bei. Andere Reedereien haben ein mehr oder weniger ähnliches Programm. Für die Reedereien sind diese Kreuzfahrtausflüge ein wichtiges Geschäft. Entsprechend intensiv wird geworben.

Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen. Diese kann man bequem und sicher zum Beispiel bei GetYourGuide* oder Meine Landausflüge* (s. oben) finden und buchen. Bei Meine Landausflüge gibt es Angebote mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie und deutschsprachigen Reiseleitern (bei den meisten Touren).

Highlights für Landausflüge in Livorno

Die Hafen- und Industriestadt Livorno hat für Urlauber relativ wenig zu bieten. Die meisten Landausflügler machen sich auf den Weg nach Pisa, Florenz oder Lucca. Diese drei toskanischen Städte haben alle eine Ära von politischer und kultureller Größe erlebt und gelten auch heute noch das Tor zur Renaissance, einem der goldenen Zeitalter der Kunst und Architektur. Wer eine längere Anreise nicht scheut, könnte auch die Cinque Terre und Siena erreichen. Informationen zur Cinque Terre gibt es in unserer Hafenbeschreibung von La Spezia.

Pisa

Pisa ist eine hübsche kleine Stadt am Arno mit ca. 90.000 Einwohnern. Ziel der Besuchermassen ist fast ausschließlich die Piazza del Duomo (Domplatz), die im Volksmund Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder) genannt wird. Normalerweise vermutet man den Domplatz im Zentrum der Altstadt. Das ist in Pisa anders. Hier ist der Domplatz eine Grünfläche am nordwestlichen Stadtrand.

Die mittelalterlichen Gebäude auf dem Domplatz gehören wohl zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten überhaupt. Da ist der Dom Santa Maria Assunta, dessen schiefer Campanile, das Baptisterium (Taufkirche) und der Friedhof Camposanto Monumentale. Das Ensemble gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und lockt jedes Jahr Millionen Besucher an. Weitere Informationen gibt es bei Turismo Pisa.

Piazza del Duomo in Pisa
Pisas Schätze auf einen Blick – Bild: MSC Kreuzfahrten

Der Schiefe Turm von Pisa

Der freistehende Glockenturm (Campanile) ist sicher eines der bekanntesten Gebäude der Welt. Die Ironie des Schicksals hat es gewollt, dass Pisa seinen Weltruf einer bautechnischen Fehlberechnung verdankt. Schon während der Bauzeit merkte man, wie der Boden nachgab. Der Turm wurde deshalb in veränderter Form fertig gestellt. Die Glocken haben nie geläutet, um das Bauwerk durch die Schwingungen nicht zu gefährden. Der berühmte Galileo Galilei soll 250 Jahre später den Turm benutzt haben, um seine Theorie der Schwerkraft zu beweisen. Vor ca. 20 Jahren wurde der Schiefe Turm durch starke Stahlseile und Bleiplatten gesichert und dessen Neigung auf 4 Grad reduziert. Dadurch soll das Bauwerk für die nächsten ca. 300 Jahre gesichert sein.

Wer möchte, kann den berühmten Turm besichtigen. Man geht über 251 Stufen durch ein enges Treppenhaus, was die Zahl der Besucher deutlich einschränkt. Wir würden Tickets vorab erwerben. Diese kosten 18 Euro und werden für eine bestimmte Zeit vergeben. Weitere Informationen gibt es auf dieser Webseite. Tickets ohne Anstehen gibt es bei GetYourGuide*.

Der Dom von Pisa

Der ungewöhnliche Dom besteht wie der schiefe Campanile aus Marmor in allen Schattierungen und verbindet klassische, byzantinische und arabische Einflüsse mit romanischer Architektur. Die Altäre in den Seitenschiffen sind alle mit einem Gemälde von Andrea del Sarto geschmückt. Wer ein Ticket z.B. für den Schiefen Turm gekauft hat, kann den Dom umsonst besuchen.

Details von Baptisterium und Dom
Details von Baptisterium und Dom – Bild: MSC Kreuzfahrten

Das Baptisterium

Das runde Baptisterium von Pisa gilt als die größte Taufkapelle der Welt. Hier wurden die Menschen getauft, da diese vor der Taufe den Dom nicht betreten durften. Deshalb war ein zusätzlicher Bau notwendig. Das Baptisterium kann auch besichtigt werden. Das Einzelticket kostet 5 Euro. Kauft man zeitgleich ein Ticket für den Friedhof Camposanto zahlt man 7 Euro für beide Gebäude und kann auch den Dom besichtigen. Einmalig an diesem Friedhof sind die ihn umgebenden kreuzgangähnlichen Mauern, die Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert tragen.

Manchmal liest man in einschlägigen Foren, dass ein halber Tag in Pisa ausreicht. Das sehen wir auch so. Wer nur die Piazza dei Miracoli sehen möchte, kann sich für den Rest des Tages durchaus noch etwas anderes vornehmen. Zum Beispiel Florenz oder Lucca. Aber auch die Stadt Pisa lohnt einen längeren Spaziergang. Es gibt noch Teil der alten Festungsmauer und zahllose Kirchen, Paläste und malerische Straßen.

Florenz

Die größte Stadt der Toskana steht in einer Reihe mit Rom und Venedig. Nur wenige Nationen, geschweige denn Städte, haben in verhältnismäßig kurzer Zeit derart viele Größen in Literatur, Kunst und Politik hervorgebracht wie Florenz. Zu den weltberühmten Namen zählen Dante, Giotto, Botticelli, Leonardo da Vinci, Michelangelo oder Machiavelli. Das ist schon äußerst ungewöhnlich für eine Stadt, deren Blüte kaum drei Jahrhunderte währte. Überall gibt es Interessantes zu sehen: eine Nische mit verblasstem Heiligenbild, ein verwittertes Wappenschild, eine Gedenktafel oder jahrhundertealte Eisenringe zum Anbinden der Pferde und Halten der Fackeln. Hier noch ein Link zur lokalen Touristeninformation Firenze Turismo.

Wer mit dem Zug aus Livorno kommt und am Hauptbahnhof Firenze S.M.N. aussteigt, ist bereits Mitten in der Stadt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind von hier aus gut zu Fuß erreichbar. Nur die Piazzale Michelangelo (der berühmte Blick von einer Anhöhe) ist bereits 2,6 Kilometer entfernt. Wer etwas essen möchte, dem können wir die Markthalle Mercato Centrale Firenze empfehlen.

In Livorno auf eigene Faust nach Florenz
Florenz im Überblick – Royal Caribbean

Die Sehenswürdigkeiten auf der Karte: 1-Kathedrale Santa Maria del Fiore, 2-Uhrenturm, 3-Baptisterium San Giovanni, 4-Dommuseum Museo dell’Opera del Duomo, 5-Piazza della Signoria, 6-Palazzo Vecchio, 7-Die Uffizien, 8- Galleria Accademia, 9-Palazzo Pitti, 10-Basilica di San Lorenzo, 11-Franziskanerkirche Santa Croce, 12-Palazzo del Bargello, 13-Ponte Vecchio

Kathedrale Santa Maria del Fiore

Die Kathedrale von Florenz mit ihrer gewaltigen Kuppel ist eine der größten Kirchen in Europa. 30.000 Menschen finden hier Platz. Die 107 Meter hohe Kuppel hat einen Durchmesser von 45 Metern. Die Fassade ist mit weißen, grünen und rosafarbenen Marmorplatten verkleidet. Ein Bau der Superlative also. Wie in Pisa gibt es einen frei stehenden Glockenturm (Campanile) und ein Baptisterium.

Das Gotteshaus ist für jedermann frei zugänglich. Wer jedoch auf die Kuppel möchte, muss Eintritt bezahlen. Es gibt unseres Wissens ein Kombinationsticket für 18 Euro. Dieses gilt für die Kuppel, den Campanile, das Baptisterium und das Museum. Die Warteschlangen können sehr lang werden. Wer diese umgehen möchte, sollte über eine Führung „ohne Anstehen“ nachdenken. Angebote dazu gibt es bei GetYourGuide*

Ponte Vecchio

Der Ponte Vecchio ist die älteste Brücke über den Arno und zugleich wohl eine der berühmtesten Brücken überhaupt. Schon seit 1345 gibt es auf der Brücke viele Geschäfte. Nur in der Mitte kann man auf den Fluss schauen. Über der Ladenzeile befindet sich ein überdachter Übergang, der Teil des so genannten Vasarikorridors ist, der den Palazzo Vecchio mit dem Palazzo Pitti verbindet. Der Großherzog Cosimo I. de Medici konnte so sicher zwischen den Herrschaftssitzen pendeln. Der Ponte Vecchio ist häufig sehr voll, aber natürlich kostenlos.

Palazzo Vecchio

Der Palazzo Vecchio an der schönen Piazza della Signoria war und ist der Sitz des Stadtparlaments von Florenz. Das Rathaus also. Man kann die Räume des Palastes besichtigen und zur Terrasse unter den Zinnen und bis zur Turmspitze hinaufsteigen. In über 90 Metern Höhe bietet sich ein herrlicher Rundblick über Florenz. Tickets kann man vorab bei GetYourGuide* erwerben.

Blick über Florenz
Blick über Florenz – Bild: MSC Kreuzfahrten

Die Uffizien

Rechts vom Palazzo Vecchio liegt die in U-Form angelegte Uffiziengalerie, die bis zum Arno hinunterreicht. Heute birgt der Bau eine der größten Kunstsammlungen der Welt. In zeitlicher Reihenfolge sind die Werke der berühmtesten Maler (Michelangelo, Leonardo da Vinci, Raffael, Botticelli oder Tizian) zu bestaunen. Von den beiden „Großen“ der toskanischen Schule, Cimabue und Giotto, werden thronende Madonnen mit Engeln gezeigt.

Die Uffizien sind riesig und – wie sollte es anders sein – sehr gut besucht. Die Frage ist, ob man während eines Landausfluges dafür Zeit hat. Montags ist geschlossen. Die Tickets kann man an der Kasse für 8 Euro erwerben. Wir haben im Zug Mitreisende getroffen, die fast zwei Stunden gewartet haben. Wer die Uffizien besuchen möchte und bereit ist, etwas mehr zu bezahlen, findet bei GetYourGuide* Führungen „ohne Anstehen“.

Galleria dell’Accademia

Ein weiteres berühmtes Kunstmuseum ist die Galleria dell’Accademia, die als erste Akademie für Malerei in Europa gilt. In den Räume der Accademia steht seit 1873 der berühmte David von Michelangelo. Viele Menschen kommen nur deshalb hierher, um die bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte zu sehen. Auch hier ist das Problem der Warteschlangen gravierend. Wer unbedingt einmal den David sehen möchte, sollte sich vorab eine Ticket erwerben. Angebote gibt es bei GetYourGuide*.

Eine gute Kopie des David steht übrigens im Palazzo Vecchio. Das Rathaus war der ursprüngliche Standort des Kunstwerks, bis dieses im 19. Jahrhundert aus Sicherheitsgründen in die Galleria dell’Accademia gebracht wurde.

Ponte Vecchio
Auf der Ponte Vecchio – Bild: MSC Kreuzfahrten

Palazzo Pitti

Der wuchtige Palazzo Pitti auf der südlichen Seite des Arno war seit 1549 Residenz der Medici und Großherzöge der Toskana. Der Palast enthält heute zahlreiche Museen und Galerien. Dazu sehr schöne Parkanlagen. Der Eintritt liegt im Sommer bei 16 Euro und von November bis Februar bei 10 Euro. Der Besuch der Boboli Gärten kostet im Sommer 10 Euro und im Winter 6 Euro.

Lucca

Lucca war im 13. und 14. Jahrhundert noch mächtiger und ruhmreicher als Florenz und Pisa. Hinter ihren 4 Kilometer langen Stadtmauern kann man heute zahlreiche Marmorkirchen und Paläste bewundern. Der Marmor aus dem nahen Steinbruch von Carrara ermöglichte einen einzigartigen Baustil. Romanische Architektur mit zierlichen Loggias und feinen Skulpturen. Weitere Informationen gibt bei Turismo Lucca.

Beginnen könnte man den Besuch bei der Kathedrale San Martino, die später mit weißem und schwarzem Marmor erweitert wurde. Das Zedern-Kruzifix im Dom soll Nicodemus geschaffen haben, kurz bevor Christus zu Grabe getragen wurde. Neben dem erzbischöflichen Palast hinter dem Dom steht die Kapelle der Santa Maria della Rosa, ein Prunkstück gotisch-romanischer Baukunst.

Die Altstadt von Lucca
Die uberschaubare Altstadt von Lucca – Comune di Lucca

Die Piazza Napoleone, Luccas größter Platz, wird ganz vom Palazzo della Prefettura beherrscht, in dem früher die Großherzöge regierten. In der Pinacoteca sind Werke von Tintoretto, Giordano und Fra Bartolomeo zu sehen. Geht man von der Piazza Napoleone in nördlicher Richtung zur Kirche San Michele in Foro, die an der Stelle eines römischen Forums erbaut wurde und von einer Statue des Erzengels Michael gekrönt ist. Die Bögen der zierlichen Loggia über dem Eingang sind ein Musterbeispiel toskanischer Architektur.

Auf der Via Fillungo kommt man an Juwelier- und Antiquitätengeschäften und den alten Türmen von Luccas noblen Familien vorbei, zur ovalen Piazza dell‘ Anfiteatro, die einst ein römisches Amphitheater war. Hier sollte man auch der nahegelegenen Basilika San Frediano einen Besuch abstatten. Sie wurde vom irischen Bischof Frigidian im 6. Jahrhundert geschaffen. In diesem eher schmucklosen Gebäude ruht Santa Zita, die Schutzpatronin der Hausfrauen. Als würdigen Abschluss eines Lucca-Besuchs sollte man noch von den Wehrmauern aus die Aussicht auf die vielen Kirchen, Paläste und Glockentürme genießen.