Lissabon auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Lissabon auf eigene Faust zusammengestellt. Die Hauptstadt Portugals hat gut 550.000 Einwohner und ist das politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Kreuzfahrtschiffe fahren, zum Beispiel im Rahmen von Mittelmeer Kreuzfahrten mit einem Abstecher in den Atlantik, in die breite Mündung des Flusses Tejo hinein. Jetzt ist es Zeit, an Deck oder auf den Balkon zu gehen. Besser an Deck, da kann man nach beiden Seiten schauen. Das Kreuzfahrtschiff passiert den an Backbord liegenden Torre de Belem und kurz danach das Kloster Mosteiro dos Jerónimos mit seiner prachtvollen, dem Wasser zugekehrten Fassade. Auf der Backbordseite sieht man die 110 Meter hohe Christusstatue am Südufer. Und dann geht der Blick unweigerlich in die Höhe, wenn das Kreuzfahrtschiff unter der Hängebrücke Ponte 25 de Abril hindurch gleitet. Dann hat man einen herrlichen Blick über die Stadt, die sich an der Backbordseite erstreckt.

Torre de Belem
Torre de Belem – Bild: MSC Cruises

Wenig später, kurz nachdem das Kreuzfahrtschiff den großen Platz Praça do Comércio passiert hat, legt es im historischen Stadtteil Alfama an. Lissabon wird von ihren Fans – und davon gibt es viele! – als eine der schönsten Europas gepriesen. Weitere Information über das Kreuzfahrtziel Lissabon gibt es auf der Webseite von Turismo de Lisboa. Stand: April 2019

Der Kreuzfahrthafen von Lissabon

Lissabon ist ein beliebter Kreuzfahrthafen mit vielen Schiffsanläufen. Etwa eine halbe Millionen Urlauber kommen jedes Jahr an Bord von Kreuzfahrtschiffen hierher. Manche Kreuzfahrten beginnen auch in der Stadt am Tejo.

Um dem erhöhten Passagieraufkommen gerecht zu werden, hat man Ende 2017 ein nagelneues Kreuzfahrt-Terminal eröffnet. Das elegante dreistöckige Gebäude verfügt über eine Nutzfläche von 13.800 Quadratmetern und eine Kailänge von ca. 1.500 Metern. Auch die größten Kreuzfahrtschiffe können hier bequem und mit allem Komfort abgefertigt werden. Man fühlt sich fast ein wenig wie in einem Flughafen.

Landausflüge in Lissabon auf eigene Faust
Blick vom Miradouro das Portas do Sol auf das neue Terminal – Bild: Cruise Europe

Das neue Kreuzfahrt-Terminal wird Lisbon Cruise Terminal oder Jardim do Tobaco Terminal genannt und befindet sich in sehr guter Lage im Altstadtviertel Alfama. Auf der Karte unten ist es Terminal B. Rechts daneben und nur wenige hundert Meter entfernt, liegt das traditionsreiche Santa Apolonia Kreuzfahrt-Terminal.

An beiden Kreuzfahrt-Terminals und dazwischen gibt es insgesamt vier Liegeplätze. An welchem das eigene Kreuzfahrtschiff festmachen wird, kann man wenige Wochen vor der Kreuzfahrt auf der Webseite des Hafens (portodelisboa.pt) nachschauen. Hier wird der Liegeplatz durch ein Kürzel angezeigt:

  • Jardim do Tobaco Terminal (JTab)
  • Santa Apolonia (TPSA)
  • Santa Apolonia Jusante (TPSAJ)
  • Santa Apolonia Montante (TPSAM)

Früher machten die Kreuzfahrtschiffe direkt am Fuß der berühmten Hängebrücke fest. Die älteren Kreuzfahrt-Terminals wurden aber zuletzt immer weniger genutzt. Gut so, denn das Terminal Alcantara (TPA) und das Terminal da Rocha (TPR) liegen für Urlauber, die Lissabon auf eigene Faust erkunden möchten, deutlich ungünstiger.

Lage der beiden Kreuzfahrt-Terminals
Lage der beiden Kreuzfahrt-Terminals in der Alfama

Mobil in Lissabon auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Lissabon auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt:

Zu Fuß

Fast alle Kreuzfahrtschiffe machen – wie oben beschrieben – zentrumsnah im Altstadtbezirk Alfama fest. Die engen Gassen des ältesten Stadtviertels Lissabons schlängeln sich bergauf und vorbei an der Kathedrale Sé Patriarcal bis hinauf zum Castelo de Sao Jorge hoch oben auf dem Burghügel. Hier kann man sich gut zu Fuß bewegen. Es sind allerdings einige Steigungen zu überwinden.

Zum Praça do Comércio im Stadtviertel Baixa geht man je nach Liegeplatz ca. 800 Meter bis 1,5 Kilometer. Das Barrio de la Baixa ist flacher und gilt als das Herz der Stadt. Nach dem Erdbeben von 1755 wurde dieser Teil Lissabons komplett neu erbaut. Mit dem historischen Elevador de Santa Justa können sich die Fußgänger hinauf zum Viertel Chiada bringen lassen, wo man ebenfalls gut laufen und einkaufen kann.

Mein Schiff 3 in Lissabon
Die Mein Schiff 3 (vom Praça do Comércio) – Bild: Cruise Europe

Man kann Lissabon also sehr gut zu Fuß erkunden. Aber die Reichweite erhöht sich, wenn man hier und da öffentliche Verkehrsmittel einbaut.

Tuk-Tuk

Am Hafen waren zahlreiche Tuk-Tuks auf Kundschaft. Die dreirädrigen Autorikschas haben sich in den letzten Jahren in Lissabon sehr ausgebreitet. Angeblich gibt es bereits mehr als 400 Fahrzeuge dieser Art mit 4 Sitzen und mit 7 Sitzen. Die Fahrer haben in der Regel ihre bewährten Rundfahrten mit einer Dauer von wahlweise 1 bis 4 Stunden. Pro Stunde kostet der Viersitzer ca. 50 bis 60 Euro und der Siebensitzer ca. 65 bis 75 Euro.

Stadtrundfahrten

Natürlich gibt es auch in Lissabon Stadtrundfahrten mit den so genannten Hop-on Hop-off Bussen. Diese fahren auf verschiedenen Routen durch die Stadt. Die Fahrgäste können unterwegs an jeder Haltestelle aussteigen und mit einem der nachfolgenden Busse weiterfahren. Das ist sehr bequem, zumal die Busse immer an den Kreuzfahrt-Terminals halten. Allerdings ist diese Art der Stadtbesichtigung extrem zeitraubend. Zu Fuß und mit der Metro ist man oft schneller.

Es gibt in Lissabon sogar drei verschiedene Anbieter von Stadtrundfahrten. Yellow Bus (yellowbustours.com) der lokalen Nahverkehrsgesellschaft Carris, Grayline (grayline.com) oder die aus vielen Häfen bekannte Firma City Sightseeing (city-sightseeing.com). Tickets bekommt man im Hafen oder vorab z.B. bei GetYourGuide*. Bei Yellow Bus gibt es auch eine Rundfahrt mit einer alten Straßenbahn (eine Alternative zur 28E), die am Praça do Comércio beginnt, sowie Bootsrundfahrten auf dem Tejo.

Öffentlicher Nahverkehr

Es gibt in Lissabon ein gut ausgebautes und günstiges Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu gehören hauptsächlich öffentliche Busse, die Metro und die Straßenbahn. Hinzu kommen noch einige Besonderheiten, wie die historischen Personenaufzüge (Elevadores), einige Seilbahnen oder die ebenfalls historischen Wagen der Straßenbahnlinie 28E. Wer möchte, kann auch die Fähren über den Tejo hinzurechnen. Hier ein Überblick über das Nahverkehrsnetz.

Betrieben wird der öffentliche Nahverkehr in Lissabon im Wesentlichen von zwei Gesellschaften. Das Unternehmen Metropolitano de Lisboa kümmert sich um die Metro. Alle anderen oberirdischen Verkehrsmittel (Busse, Straßenbahnen, Seilbahnen und die Elevadores) befinden sich unter Kontrolle der Firma Carris. Die Fähren über den Tejo werden von der Firma TTSL Transtejo Soflusa betrieben.

Die Metro

Die moderne Metro mit ihren vier farbig gekennzeichneten Linien ist für Landausflügler, die Lissabon auf eigene Faust erkunden möchten, besonders interessant. Die beiden Metrostationen Santa Apolonia und Terreiro do Paço sind von den Liegeplätzen der Kreuzfahrtschiffe schnell zu Fuß erreichbar. Beide liegen an der blauen Linie und sind auf der Karte oben durch ein rotes M markiert.

Linie 28E der Straßenbahn in Lissabon
Historische Linie 28E der Straßenbahn in Lissabon – Bild: Tegeler

Tickets kauft man an Schaltern oder Automaten in den Metrostationen. Beim ersten Kauf eines Tickets erwirbt man für 50 Cent eine so genannte Via Viagem Card (alternativ und gleichwertig: 7 Colinas Card). Das ist eine wieder aufladbare Plastikkarte, die mit Einzelfahrscheinen, Geldbeträgen (Zapping) oder Tagestickets aufgeladen werden kann.

  • Einzelticket Metro: 1,50 Euro
  • Tagesticket Metro, Busse Tram, Elevadores: 6,40 Euro
  • Tagesticket wie oben plus Fähren: 9,55 Euro
  • Tagesticket wie oben plus CP Urbanos de Lisboa*: 10,60 Euro

*CP Urbanos de Lisboa (cp.pt) sind Vorortzüge (S-Bahnen) z.B. nach Sintra oder Cascais

In der Metro wird das gültige Ticket beim Betreten und Verlassen des Bahnsteigs an automatischen Durchgangstüren kontrolliert.

Straßenbahnen

Von den Straßenbahnlinien sind insbesondere die Linien 28E (historische Wagen) und die Linie 15 (nach Belem) für Landausflügler interessant.

Vorsicht vor Taschendieben in der historischen Straßenbahn
Vorsicht vor Taschendieben in der historischen Straßenbahn 28E – Bild: Tegeler

Eléctrico 28E

Die historische Straßenbahn 28E ist ein Touristenmagnet. Trotzdem ist die Straßenbahnlinie nach wie vor ein normaler Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs und damit unter der Regie der Firma Carris (s. oben). Die historische Bahn benötigt für 7 Kilometer und 38 Haltestellen ca. 55 Minuten und passiert dabei viele für Touristen interessante Orte. Man kann für 3 Euro einen Einzelfahrschein beim Fahrer kaufen. Besser dran ist man aber mit einem Tagesticket.

Wer einen Platz ergattern möchte, sollte an einer der beiden Endhaltestellen Martim Moniz oder Campo Ourique (Prazeres) einsteigen. Da man einer Endhaltestelle nicht sitzenbleiben darf, ist hier die Chance auf einen Sitzplatz am Größten. Die kleinen Wagen sind häufig extrem voll und man muss sehr auf Taschendiebe aufpassen. Aus diesen Gründen können wir die Fahrt nur eingeschränkt empfehlen.

Tram Nr. 15

Die moderne Straßenbahn der Linie 15 ist eine gute Möglichkeit, um nach Belem zu gelangen. Los geht es am Platz Praça do Comércio, den man vom Hafen zu Fuß erreichen kann. Der Einzelfahrschein kostet an den Fahrscheinautomaten in der Straßenbahn 3 Euro.

Tipp: Wir würden vom Hafen mit der Metro bis Rossio fahren. In der Metrostation kann man gleich das Tagesticket für 6,40 Euro kaufen (s. oben). Von der Haltestelle Rossio sind es nur wenige Meter zur Straßenbahnhaltestelle an der Praça da Figueira, wo die Linie 15 startet. Man hat also bessere Chancen auf einen Sitzplatz. Wichtig ist, dass man sich auch hier der vielen Taschendiebe bewusst ist.

Lissabon auf eigene Faust
Blick vom Hafen auf den historischen Bezirk Alfama – Bild: Tegeler

Taxis

An den Kreuzfahrt-Terminals gibt es Taxistände. Auch in der Stadt gibt es kein Mangel an Taxis und die Fahrpreise sind niedriger als in Deutschland. Die portugiesischen Taxis sind meisten schwarz mit einem mintfarbenen Dach. Es gibt aber bereits seit den 1990er-Jahren auch beigefarbene Taxis. Die Farbe macht aber keinen Unterschied.

Der Fahrpreis wird durch das Taxameter ermittelt. Eine Preisübersicht haben wir hier hinterlegt. Der jeweils gültige Tarif steht auf dem Taxischild. Es gibt zu viele Taxifahrer und kleinere Betrügereien kommen vor. Wir würden keinen Festpreis akzeptieren und auf das Taxameter bestehen.

Lisboa Card

Die Lisboa Card ist der offizielle Sightseeing Pass der lokalen Touristeninformation. Das 24-Stunden-Ticket kostet für Erwachsene 20 Euro und beinhaltet die freie Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (Metro, Busse, Straßenbahn, Elevadores und Nahverkehrszüge) sowie freien oder vergünstigen Eintritt bei vielen Sehenswürdigkeiten. Meistens sogar mit bevorzugtem Einlass ohne Warteschlangen. Kaufen kann man die Karte auf der Webseite der Touristeninformation (Links s. oben) oder bei GetYourGuide*.

Landausflüge in Lissabon buchen

Wer keine Lust hat, sich um Urlaub mit Fahrplänen oder Taxifahrern herumzuschlagen, kann aus einem großen Angebot an organisierten Landausflügen wählen. Entsprechende Angebote findet man an Bord des Kreuzfahrtschiffes oder bei lokalen Veranstaltern. Für die Reedereien sind diese Kreuzfahrtausflüge ein wichtiges Geschäft. Entsprechend intensiv wird geworben. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie und deutschsprachigen Reiseleitern (bei den meisten Touren) gibt es oben. Die gebuchten Landausflüge können bis 15 Tage vorher ohne Angabe von Gründen kostenfrei storniert werden. Zu dem gibt es eine Geld-zurück-Garantie für den Fall, dass das Kreuzfahrtschiff einen Hafen nicht anlaufen kann.

Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Lissabon

„Wer Lissabon nie sah, sah nie etwas Gutes“. Dieses portugiesische Sprichwort hört sich zwar nicht ganz so dramatisch an wie das berühmte „Neapel sehen und sterben“, aber es drückt den Stolz aus, den die Portugiesen für ihre Hauptstadt empfinden – mit Recht. Die Stadt ist wunderschön. Allerdings wundert man sich häufig über bröckelnde Bausubstanz auch in besten Lagen.

Die Landausflügler konzentrieren sich in der Regel auf das historische Zentrum und den Stadtteil Belem am Tejo vor der Stadt. Manche verlassen das Stadtgebiet um an die Atlantikküste zu fahren.

Das historisches Zentrum

Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Lissabon
Sehenswürdigkeiten im Zentrum

Sehenswürdigkeiten auf der Karte oben: 1-Praça do Comércio, 2-Triumphbogen Arco da Rua Augusta (schöne Aussicht vom Dach!), 3-Lisboa Story Centre (Museum zur Stadtgeschichte), 4-Casa dos Bicos, 5-Kathedrale Se, 6-Fadomuseum (hier etwa liegen die Kreuzfahrtschiffe, 7-Castelo de Sao Jorge, 8-Rossio (Platz), 9-Elevador de Santa Justa, 10-Elevador da Gloria, 11-Elevador da Bica, 12-Igreja de Santa Engrácia (Nationales Pantheon) Ohne Nummer: Mercado da Ribeira (Time Out Market) mit leckerem Essen

Castelo de São Jorge

Die historische Festung Castelo de São Jorge (castelodesaojorge.pt) thront auf einem Berg hoch über Lissabon. Die Anlage wurde bereits in maurischer Zeit erbaut und im 12. Jahrhundert von Kreuzrittern erobert. Später diente die Festung jahrhundertelang als Königsburg. Das verheerende Erdbeben von 1755 richtete große Schäden an. Die heutige Festung ist ein Resultat der Restaurierungsarbeiten ab 1938.

Der Eintritt zur Festung liegt bei zehn Euro. Jugendliche zahlen die Hälfte und Kinder unter zehn Jahren haben freien Eintritt. Unserer Meinung nach reicht es aus, wenn man für die Besichtigung ca. 60 bis 90 Minuten einplant. Insbesondere die Aussicht über die Stadt und den Tejo ist wunderschön. In der Festung gibt es eine Camera Obscura und immer auch einige Ausstellungen.

Am Castelo de São Jorge
Am Castelo de São Jorge ist mit Warteschlangen zu rechnen – Bild: Tegeler

Catedral Sé Patriarcal

Die Catedral Sé Patriarcal ist die Hauptkirche Lissabons. Sie entstand ab 1147 an der Stelle einer ehemaligen Moschee und befindet sich im Altstadtviertel Alfama oberhalb des Kreuzfahrthafens. Es gibt eine gewisse Ähnlichkeit mit Notre Dame in Paris. Beide Gotteshäuser entstanden in etwa zur gleichen Zeit. Das große Erdbeben von 1755 hinterließ deutliche Spuren, hat die Kathedrale aber nicht zerstört.

Der Eintritt ist frei. Im Inneren der Kathedrale gibt es ein Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert, in dem angeblich der Heilige Antonius getauft wurde. Wer 2,50 Euro investiert, kann die Schatzkammer der Kathedrale besichtigen. Hier befinden sich zum Beispiel Reliquien des Heiligen Vinzenz, dem Schutzpatron von Lissabon.

Aussichtspunkte (Miradouro)

Das Altstadtviertel Alfama erstreckt sich vom Kreuzfahrthafen am Tejo bis hinauf zur Festung Castelo de São Jorge. Bei dem katastrophalen Erdbeben im Jahre 1755 wurde dieser uralte Teil der Stadt kaum beschädigt. Man bummelt durch schmale Gassen und über steile Treppchen und bestaunt Erker, Giebel, Balkone und in die Wände eingelassene bunte Kacheln. Dabei kommt man in diesem steilen Viertel immer mal wieder an schönen Aussichtspunkten vorbei. Diese werden in Lissabon Miradouro genannt. Den besten Blick über die Stadt und den Fluss hat man von der Festung Castelo de São Jorge. Vom Miradouro das Portas do Sol kann man sehr schöne Fotos vom Schiff machen. Vom Miradouro de Santa Luzia nebenan, genießt man den angeblich den schönsten Blick über die Altstadt. Hoch oben, noch oberhalb des Castelo, befindet sich der Miradouro da Graça mit einem tollen Blick über die Baixa (Unterstadt) und die große Brücke.

Landausflüge in Lissabon zum elevador de San Justa
Blick vom Elevador de Santa Justa – Bild: Tegeler

Elevador de Santa Justa

Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit dem 45 Meter hohen Personenaufzug Elevador de Santa Justa von 1902, der seit mehr als hundert Jahren die Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiada verbindet. Es gibt zwei Kabinen für jeweils 24 Personen. Oben angekommen, kann man über Wendeltreppen höher gelegene Plattformen erreichen, die einen Traumblick über die Stadt ermöglichen.

Das Stadtviertel Chiada wurde ebenfalls nach dem Erdbeben von 1755 komplett neu erbaut und ist heute ein elegantes Einkaufsviertel mit vielen sehr schönen Straßen und Plätzen. Viele Geschäfte findet man rund um die Rua Garrett und die Rua do Carmo.

Der Elevador de Santa Justa ist Teil des Nahverkehrs und kann mit einem Tagesticket oder mit einer Lisboa Card kostenlos genutzt werden. Dazu mehr unter dem Menüpunkt „Öffentlicher Nahverkehr“ oben. Das Einzelticket kostet 5,30 Euro.

Von Rossio bis Praça do Comércio

Das Stadtviertel Baixa (Unterstadt) ist im Gegensatz zu den anderen Barrios flach und nicht auf einem Hügel erbaut. Das Viertel wurde 1755 durch das berühmte Erdbeben komplett zerstört und unter Leitung des Marquês de Pombal neu aufgebaut. Es gibt viele prachtvolle Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, wunderschöne Plätze und breite Boulevards. Aber erstaunlicherweise hier und da auch Verfall.

Bereits vom Kreuzfahrtschiff aus, sieht man kurz vor dem Anlegen den Praça do Comércio, einem weitläufigen Platz, der sich nach Süden zum Tejo hin öffnet und auf den übrigen drei Seiten durch schöne, mit Bogengängen geschmückte Bauten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begrenzt wird. Von hier führen mehrere Parallelstraßen mit eleganten Geschäften zur Praça de Dom Pedro IV. Dieser Platz, der allgemein als Rossio bekannt ist, war bis zum Erdbeben der Hauptplatz Lissabons. An der Nordseite steht das Teatro National de Dona Maria II, das portugiesische Nationaltheater.

Blick auf den Rossio
Blick auf den Rossio vom Elevador de Santa Justa – Bild: Tegeler

Vom Rossio aus zieht sich in nordwestlicher Richtung die Prachtstraße Avenida da Liberdade hin, mit 90 Metern einer der breitesten und imposantesten Boulevards Europas, der nach anderthalb Kilometern an der Praça de Pombal mit einem Denkmal für den Minister, der die Stadt nach dem Erdbeben von 1755 wiederaufbaute, endet.

Belem

Sehenswürdigkeiten in Belem
Sehenswürdigkeiten in Belem

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf der Karte oben: 1-Torre de Belem, 2-Padrão dos Descobrimentos, 3-Mosteiro dos Jerónimos, 8-Pasteis de Belem

Das Stadtviertel Belem (deutsch: Bethlehem) liegt, von der Innenstadt aus gesehen, hinter der großen Hängebrücke direkt am Tejo. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Belem eine selbständige Gemeinde. Das Erdbeben von 1755 hat hier wenige Schäden angerichtet und viele ältere Sehenswürdigkeiten sind erhalten geblieben. Dazu gehören der berühmte Torre de Belem und das Kloster Mosteiro dos Jerónimos. Eine berühmte kulinarische Spezialität aus Belem sind die Pasteis de Belém, kleine Blätterteigtörtchen mit Pudding.

Torre de Belém

Der berühmte Torre de Belem ist wohl das Wahrzeichen von Lissabon. Das Bauwerk entstand in den Jahren 1515 bis 1521 am Ufer des Tejos unweit von dessen Mündung in den Atlantischen Ozean. Der Torre wurde als Festung zum Schutz der Werften in dieser Gegend geplant und gehört seit 1983 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Viele sagen, eine Besichtigung von Außen ausreicht. Man sieht das Bauwerk zweimal vom Kreuzfahrtschiff aus. Allerdings wirkt die kleine Festung von Deck aus winzig. Das Innere des Turms ist spärlich eingerichtet. Eine Besichtigung kostet 6 Euro. Kinder bis 14 Jahre zahlen keinen Eintritt.

Mosteiro dos Jerónimos
Mosteiro dos Jerónimos – Bild: MSC Cruises

Mosteiro dos Jerónimos

Das prachtvolle Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymitenkloster) mit seinem wunderbaren Garten ist wie der Torre de Belem seit 1983 Weltkulturerbe der UNESCO. Die reich verzierte Fassade des Gebäudes ist gut 300 Meter lang und kommt durch den Garten davor herrlich zur Geltung. Das Kloster wurde kurz nach der Rückkehr Vasco da Gamas errichtet. Der berühmte Entdecker hatte den Seeweg nach Indien entdeckt und ist im Kloster begraben. Die reichen Erträge des Gewürzhandel ermöglichten diesen Prachtbau.

Die Besichtigung des Klosters kostet zehn Euro Eintritt. Die Kirche kann kostenlos besichtigt werden. Es bilden sich häufig lange Schlangen. Wer das Mosteiro dos Jerónimos auf eigene Faust besichtigen möchte, sollte über ein Ticket mit bevorzugtem Einlass nachdenken. Diese gibt es zum Beispiel bei GetYourGuide*. Mit einer Lisboa Card hat man ebenfalls bevorzugten Eintritt.

Padrão dos Descobrimentos

Auch das 56 Meter hohe Denkmal Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen) sieht man bereits vom Schiff aus. Es wurde 1960 anlässlich des 500 Todestages von Heinrich dem Seefahrer erbaut. Im Inneren gibt es ein Museum und ein Auditorium, in dem ein Film gezeigt wird.

Pastéis de Belém
Pastéis de Belém – Bild: MSC Cruises

Das Highlight des Bauwerkes ist die Aussichtsterrasse. Man hat einen sehr schönen Blick auf das Bodenmosaik vor dem Denkmal (eine Windrose), das benachbarte Mosteiro dos Jerónimos und den Fluss. Der Eintritt liegt bei 6 Euro.

Fábrica Pastéis de Belém

Eine besondere Spezialität sind die kleinen Blätterteigtörtchen, die bereits seit 1837 aus Mehl, Zucker, Ei, Milch und Butter hergestellt werden. Die Adresse der Bäckerei (pasteisdebelem.pt) ist die Rua de Belém 84 bis 92. Das ist nur wenige Meter vom Kloster Mosteiro dos Jerónimos entfernt. Man sollte sich auf Warteschlangen einrichten.

Ponte 25 de Abril

Die große Hängebrücke über den Tejo passierte man beim Ein- und beim Auslaufen. Das beeindruckende Bauwerk wurde 1966 fertiggestellt und hat optisch einige Ähnlichkeit mit der berühmten Golden Gate Bridge in San Francisco. Es handelt sich um die weltweit drittlängste Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr.

MSC Meraviglia erreicht Lissabon
MSC Meraviglia erreicht Lissabon – Bild: MSC Cruises

Vom Kreuzfahrtschiff hat man eine tollen Blick auf die Brücke. Wem das nicht reicht, dem empfehlen wir die interaktive Ausstellung Experiência Pilar 7 in der Avenida da Índia in Alcântara. Es gibt einen Rundgang um den 7. Pfeiler der Brücke. Im Inneren des Pfeilers wartet eine Ausstellung über den Bau des Wahrzeichens. Der Höhepunkt ist die Fahrt mit dem Aufzug zu einer Aussichtsplattform. Der Eintritt liegt bei 6 Euro. Erreichen kann man die Sehenswürdigkeit mit der Straßenbahn der Linie 15.

Cristo Rei Statue

Wer beim Einlaufen an Deck ist, kann die riesige Cristo Rei Statue (cristorei.pt) nicht übersehen. Sie befindet sich von Lissabon aus gesehen auf der anderen Seite der Ponte 25 de Abril im Stadtteil Almada. Ähnlichkeiten mit der Christusstatue in Rio de Janeiro sind unverkennbar. Erreichen kann man die berühmte Statue mit der Fähre von Cais do Sodré nach Cacilhas und dann mit Bus 101. Am Denkmal angekommen, fährt man dem Aufzug zur Aussichtsplattform auf dem 82 Meter hohen Sockel der Statue. Die Gebühr liegt bei 6 Euro.

Abschied von Lissabon
Abschied von Lissabon – Bild: Tegeler

Das Umland

Beliebte Landausflüge in Lissabon führen nach Sintra, Cascais und Estoril.

Sintra liegt rund 30 Kilometer westlich von Lissabon in den Bergen und war einstmals die Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Im Stadtzentrum steht das Schloss mit seinen charakteristischen kegelförmigen Schornsteinen. Das Innere ist sehr sehenswert. Das gilt auch für den vier Kilometer entfernten Palácio Nacional da Pena, der von 1840 bis 1850 an der Stelle eines alten Klosters als königliche Sommerresidenz erbaut wurde. Man erreicht Sintra mit einem Regionalzug , der am Bahnhof Rossio startet.

Südlich von Sintra liegt Cascais, ein mondänes Seebad an der Mündung des Tejos, das früher von der Lissabonner Oberschicht besucht wurde, wie man an viele Herrenhäusern erkennen kann. Es gibt eine wunderschöne Altstadt und herrliche kleine Strände. Heute ist Cacais ein beliebter Urlaubsort, der im Sommer in der Regel komplett ausgebucht ist. Von Lissabon fährt ein Regionalzug vom Bahnhof Cais do Sodre hierher. Den Bahnhof erreicht man vom Schiff aus mit der Metro. Der Nachbarort Estoril ist ebenfalls ein bekannter Badeort an der portugiesischen Riviera mit seinen Thermalbädern und Parkanlagen.

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