Trondheim auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Trondheim auf eigene Faust zusammengestellt. Die mit gut 205.000 Einwohnern drittgrößte Stadt Norwegens liegt an der Mündung des Flusses Nidelva in den Trondheimfjord. Sie ist ein beliebtes Ziel von Norwegen Kreuzfahrten. Trondheim wurde im bereits im Jahre 997 von König Olav I. Tryggvason gegründet und war unter dem Namen Nidaros bis ins 13. Jahrhundert Residenz der norwegische Könige und Sitz des Erzbischofs. Geschichtsträchtig war das Gebiet um den Fluss Nidelva in Mittelnorwegen aber sogar schon lange vor dieser Zeit. In dem kleinen Dörfchen Lade versammelten sich in der Wikingerzeit die reichen Bauern zum Thing. Die Entscheidungen von Lade waren bestimmend für die meisten Herrschaftsgebiete des Landes. Olav I. Tryggvason und sein Nachfolger Haraldson führten das Christentum ein und festigten die Stellung Trondheims als Norwegens Hauptstadt. Die moderne Stadt ist heute ein wichtiger Wirtschafts- und Universitätsstandort. Von großer Bedeutung sind die technischen und naturwissenschaftlichen Universitäten und Forschungsinstitute. Seine Attraktivität als Kreuzfahrtziel verdankt Trondheim aber den historischen Sehenswürdigkeiten, in denen sich die überragende politische und sakrale Bedeutung der Stadt manifestiert.

Landausflüge in Trondheim auf eigene Faust
Erzbischofspalast und Dom – Bild: Tegeler

Die Landeswährung ist die Norwegische Krone (NOK). Ein Euro entspricht derzeit 10,15 NOK. Das hilft beim Umrechnen. Norwegen ist kein Mitglied der EU. Das Land gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und nimmt am Schengen-Raum teil. Weitere Informationen findet man bei Visit Trondheim. Stand: Februar 2021

Der Kreuzfahrthafen von Trondheim

Die Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe befinden sich nördlich der Innenstadt. Die meisten Kreuzfahrtschiffe machen am Kai 68 fest. Am so genannten Turistskipskaia ist Platz für ein großes Kreuzfahrtschiff. Es gibt kein Passagierterminal. Nur die Touristeninformation hat eine Außenstelle in einem weißen Gartenpavillon. Hier bekommt man Stadtpläne und erste Informationen. In direkter Nachbarschaft befindet sich mit dem Pirbadet ein modernes Freizeitbad.

Ist Kai 68 besetzt, können weitere Kreuzfahrtschiffe am ca. 3 Kilometern entfernten Kai 30/31 ILA Pier festmachen. In der Regel weichen kleinere Kreuzfahrtschiffe hierher aus. Hier gibt es am Pier keine weitere Infrastruktur. In Ausnahmefällen können Kreuzfahrtschiffe auch ankern. Das Hurtigruten-Terminal liegt ganz in der Nähe von Kai 68 und dem Pirbadet Freizeitbad. Die Adresse lautet: Pir 1 Nr. 7.

Costa Victoria am Turistskipskaia (Kai 68)
Costa Victoria am Turistskipskaia (Kai 68) – Bild: Tegeler

Mobil in Trondheim auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Trondheim auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt.

Zu Fuß

Das Zentrum ist von beiden Liegeplätzen zu Fuß erreichbar. Ideal für einen Tag in Trondheim auf eigene Faust. Die Altstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten ist recht kompakt und liegt an einer Schleife des Flusses Nidelva. Zur Orientierung hier ein Stadtplan. Die Touristeninformation hat ihr neues Domizil in der Krambugata 2 bezogen.

Vom Turistskipskaia (Kai 68) läuft man etwa einen Kilometer. Eine Strecke die viele Landausflügler gut zu Fuß bewältigen können. Man folgt einfach den Weg zum nahen Bahnhof und überquert diesen auf der Fußgängerbrücke. Der Weg ist leicht zu finden. Man kann den Bahnhof vom Hafen aus sehen und den anderen Urlaubern folgen. Vom Ausweichanleger Kai 30/31 ILA Pier sind es fast zwei Kilometer bis ins Zentrum.

Blick vom Turistskipskaia (Kai 68)
Blick vom Turistskipskaia (Kai 68) in Richtung Zentrum – Bild: Tegeler

Shuttlebusse

Die Reedereien bieten in Trondheim häufig einen Shuttlebus ins Zentrum an. Ob das der Fall ist und was dafür verlangt wird erfährt man leider häufig erst an Bord. Zumindest wenn das Kreuzfahrtschiff am Ausweichanleger Kai 30/31 ILA Pier liegt, dürfte es ein Angebot der Reederei geben. Bei AIDA Cruises kostete das Tagesticket zuletzt 6,99 Euro.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die lokale Verkehrsgesellschaft AtB ist zuständig für den lokalen Nahverkehr, der überwiegend mit modernen öffentlichen Bussen sichergestellt wird. Auf der Webseite gibt es einen Travel Planner. Die einfache Fahrt kostet 40 NOK. Wenn man an Bord in bar bezahlen möchte, erhöht sich der Fahrpreis auf 60 NOK. Wer möchte, kann die App AtB Mobillett herunterladen.

Von Kai 68 kann man recht gut mit dem öffentlichen Bus ins Stadtzentrum fahren. Wir haben die Haltestelle „Hurtigbåtterminalen“ genutzt, die ca. 250 Meter von Kai 68 entfernt ist. Man geht die Brattørkaia hinunter und biegt einmal rechts ab. Schon ist man da. Bus 25 fährt alle 10 Minuten in Richtung Zentrum. Wir sind in der Prinsens gate ausgestiegen. Konkret an der Haltestelle Prinsensgate P1.

Blick auf das Pirbadet am Turistskipskaia in Trondheim
Blick auf das Spaßbad Pirbadet am Turistskipskaia (Kai 68) – Bild: Tegeler

Kai 30/31 ILA Pier ist nicht direkt ans Busnetz angeschlossen. Man könnte aber den Fußweg in die Stadt verkürzen, in dem man zur nächsten Bushaltestelle „Skansen“ läuft. Bitte den Travel Planner nutzen.

Die Straßenbahn

Die nördlichsten Straßenbahn der Welt (Gråkallbanen) hat heute nur noch einen touristischen Nutzen. Die alte Straßenbahn wird von Boreal betrieben und fährt auf einer Linie vom Stadtzentrum nach Lian. Für die 8,8 Kilometer lange Strecke benötigt die Bahn 21 Minuten. Die Endhaltestelle ist direkt am See Lianvatnet mit dem Lian-Restaurant. In dem Waldgebiet und am See kann man sehr schön wandern. Zum Beispiel 5 Kilometer rund um den See.

Fahrplan-Informationen finden man auf der Webseite der Verkehrsbetriebe AtB (Link s. oben). Die Straßenbahn ist die Linie 9. Bitte im Travel Planner als Startpunkt St. Olavs gate und als Ziel Lian (Trondheim) eingeben. Beide Haltestellen sind auch bei Google Maps vermerkt. In Trondheim befindet sich die Haltestelle in der St. Olavs gate ziemlich genau bei der Einmündung der Straße Lilleplassveita.

Trondheim auf eigene Faust
Karte des Hafens – Grafik: Cruise Norway

Taxi

Die Firma TrønderTaxi AS (07373.no) empfiehlt die Nutzung der TrønderTaxi app, mit der man ein Taxi ordern und bezahlen kann. Sogar die Quittung erhält man über die App. Die Fahrten werden über das Taxameter abgerechnet. Der Richtpreis für eine Fahrt über 8 Kilometer (13 Minuten) liegt werktags bei 275 NOK und am Wochenende bei 361 NOK. Für Stadtrundfahrten kann man ein Taxi auch stundenweise mieten. Bei einem Taxi für 1 bis 4 Fahrgäste kostet die erste Stunde 750 NOK und jede weitere Stunde 500 NOK. Am Wochenende ist es noch etwas teurer. Es gibt auch Fahrzeuge für 5 bis 8 und 9 bis 16 Fahrgäste.

Mietwagen

Es gibt zahlreiche nationale und internationale Mietwagenfirmen in Trondheim. Leider liegen fast alle Büros mehrere Kilometer vom Hafen entfernt in Industriegebieten am Rand der Stadt oder am Flughafen. Der einzige internationale Verleiher im Zentrum ist die Firma Budget Leiebil.

Trondheim auf eigene Faust
Fahrradverleih Trondheim – Bild: Tegeler

Fahrräder

Ein relativ großes Angebot hat das städtische Fahrradverleihsystem Trondheim City Bike. Elektroroller gibt es in Trondheim zum Beispiel von der Firma Voi (voiscooters.com).

Interessant ist der weltweit erste Fahrradlift. Dieser beginnt kurz hinter der historischen Gamle Bybro und führt den Hügel hinauf fast bis zur Festung Kristiansten. Man setzt den rechten Fuß auf eine Fußplatte und das unterirdische Zugseil zieht einen hinauf. Die Benutzung erfordert allerdings etwas Geschick.

Landausflüge in Trondheim buchen

Für den Tag in Trondheim werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Lokale Veranstalter bieten ihre Ausflüge zudem bei diesem internationalen Portal an. Die Tiefpreisgarantie, eine 24-Stunden-Stornierungsfrist und zahllose Kundenbewertungen helfen bei der Auswahl und geben Sicherheit bei der Buchung.

Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Trondheim

Wenn man die Stadt bisher nicht kennt, spricht viel für einen Stadtbummel. Die Wege sind relativ kurz. Das Zentrum ist der Marktplatz Torget mit der großen Statue des Stadtgründers und Wikingerkönigs Olav Trygvason. Die Munkegate führt von hier in Richtung Stiftsgården. Der hölzerne Palast ist Residenz des norwegischen Königs in Trondheim. Geht man ein Stück weiter, steht man vor dem Nidarosdom und dem benachbarten historischen Bischofssitz Erkebispegården. Hinter dem Dom führt die historische Stadtbrücke Gamle Bybro in den Stadtteil Bakklandet. Hier gibt es am Ufer der Nidelva viele alte Holz- und Speicherhäuser in denen heute Cafés und Boutiquen untergebracht sind. Wer dann noch Energie hat, könnte den Aufstieg zur Festung Kristiansten in Angriff nehmen. Von der alten Brücke Gamle Bybro geht man etwa 800 Meter. Dies sind die beliebtesten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Trondheim auf eigene Faust.

Blick über die Nidelva in Richtung Dom
Blick über die Nidelva in Richtung Dom – Bild: Tegeler

Nidarosdom und Erzbischöfliches Palais

Der Nidarosdom ist das Nationalheiligtum Norwegens und die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt. Mit dem Bau des Doms wurde bereits im Jahre 1070 begonnen. Die Besichtigung kostet Eintritt. Natürlich gibt es auch geführte Rundgänge.

Das Palais des Erzbischofs nebenan gehört zu den besterhaltenen Gebäuden dieser Art in Europa und ist der älteste Profanbau in Skandinavien. Die Ursprünge des Palais gehen auf das Ende des 12. Jahrhunderts zurück. Besonders sehenswert sind hier die Repräsentationsräume der Erzbischöfe, die erzbischöfliche Münzprägestätte, die ausgestellten Reichsinsignien mit den norwegischen Kronjuwelen, eine Ausstellung mittelalterlicher Waffen und die größte Sammlung mittelalterlicher Steinskulpturen ganz Skandinaviens.

Alle Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen findet man auf der Webseite des Doms. Wenn man alle Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte, kann man ein Ticket für 230 NOK erwerben. Wer nur die Kathedrale besichtigen möchte, zahlt 120 NOK.

Gamle Bybro Trondheim
Gamle Bybro- Bild: Tegeler

Residenz Stiftsgården

Mit der königlichen Residenz Stiftsgården in der Munkegata 23 ist ein weiteres Juwel norwegischer Architektur in der Altstadt Trondheims zu finden. Das in den Jahren 1774 bis 1778 komplett aus Holz erbaute und mit 70 Zimmern großzügig ausgestattete Palais, nutzen die norwegischen Könige bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts als offizielle Residenz. Das Palais Stiftsgården wurde im Stil des Klassizismus mit Anklängen an das Rokoko gestaltet. Es ist eines der größten Holzgebäude in Skandinavien. Führungen gibt es im Sommer zu jeder vollen Stunde von 10 – 15 Uhr. Am Sonntag von 12 – 15 Uhr. Der Eintritt liegt bei 110 NOK.

Gamle Bybro und Bakklandet

Unweit des Nidarosdoms führt die alte Gamle Bybro aus dem 17. Jahrhundert über den Fluss Nidelva. Die heutige Konstruktion stammt aus dem Jahre 1861. Die Brücke ist ein beliebtes Fotomotiv. Von der alten Brücke hat man zudem einen schönen Blick auf die alten hölzernen Speicher am Fluss.

Auf der anderen Seite der Brücke angekommen, befindet man sich im Stadtviertel Bakklandet. Kleine Holzhäuser und enge Kopfsteinpflastergassen dominieren dieses beliebte Altstadtviertel Trondheims. Wo früher Handwerker und kleine Kaufleute außerhalb der Stadtbefestigung wohnten, haben sich heute Geschäfte, Cafés und Restaurants angesiedelt.

Festung Kristiansten
Festung Kristiansten – Bild: Tegeler

Festung Kristiansten

Einen herrlichen Ausblick über die Stadt kann man von der 300 Jahre alten Festung Kristiansten oberhalb des Viertels Bakklandet genießen. Nachdem man die Gamle Bybro überquert hat, folgt man einfach der Straße bergauf. Von den sternförmigen Wällen der Anlage überblickt man die gesamte, von einer Flussschleife der Nidelva und dem Kanalhafen umgebene Altstadt. Es gibt ein kleines Museum und ein Café.

Ringve Musikmuseum

Das Ringve Musikmuseum ist Norwegens Nationalmuseum für Musik und Musikinstrumente. Zu Beginn der fünfziger Jahre richtete Viktoria Bachke dort eine Musikinstrumentensammlung ein, die im ganzen Norden einzigartig ist. Zwanzig Jahre später entstanden in den einstigen Scheunen und Stallungen immer weitere Ausstellungsräume und ein Konzertsaal für über 300 Personen. Das Museum befindet sich im Stadtteil Lade und kostet 130 NOK Eintritt. Informationen über die Anfahrt, zum Beispiel mit Bussen, gibt es auf der Webseite.

Eine Besuch des Museums kann man gut mit einem Spaziergang am Trondheimfjord verbinden. Lade liegt auf einer Halbinsel im Fjord. Der Wanderweg Ladestien bietet sich für einen schönen Spaziergang an.

Der erste Fahrradlift der Welt
Der erste Fahrradlift der Welt – Bild: Tegeler

Trøndelag Folkemuseum Sverresborg

Das Trøndelag Folkemuseum Sverresborg befindet sich 3 Kilometer westlich vom Stadtzentrum. Man erfährt viel über das Leben der Menschen in Trondheim in früheren Jahrhunderten. Historische Gebäude, darunter eine Zahnarztpraxis und eine Apotheke, wurden liebevoll rekonstruiert und wieder aufgebaut. Museen dieser Art gibt es in vielen Regionen und Städten Norwegens. Das Land ist erst durch das Nordseeöl reich geworden. Museen wie das Trøndelag Folkemuseum Sverresborg erinnern an das einfachere Leben vor dem Ölboom. Der Eintritt liegt während der Hauptsaison bei 180 NOK. Außerhalb der Saison ist es etwas günstiger.

Alte Speicher an der Nidelva
Alte Speicher an der Nidelva – Bild: Tegeler

Rockheim Museum

Rockheim ist das norwegische Nationalmuseum für Rock- und Popmusik und wurde im Jahre 2010 eröffnet. An einem für Kreuzfahrer idealen Standort in unmittelbarer Nähe des Hauptliegeplatzes Kai 68. Man sieht das moderne Museum bereits vom Schiff aus. Es handelt sich um ein interaktives Museum in dem man vieles selbst ausprobieren kann. Deshalb ist es auch eine gute Wahl für Familien mit Kindern. Der Eintrittspreis liegt bei 150 NOK.

Munkholmen

In der Nähe von Kai 68 fahren Fähren zur Insel Munkholmen. Die kleine Insel ist ca. 2 Kilometer entfernt und ein beliebtes Ziel zum Baden und in der Sonne liegen. Munkholmen bietet aber auch jede Menge Geschichte und steht unter Denkmalschutz. Im Laufe der Jahrhunderte war die Insel Kloster, Festung und Staatsgefängnis.

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