Trondheim auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Trondheim auf eigene Faust zusammengestellt. Die mit gut 200.000 Einwohnern drittgrößte Stadt Norwegens liegt an Mündung des Flusses Nidelva in den Trondheimfjord und ist ein beliebtes Ziel von Norwegen Kreuzfahrten. Trondheim wurde im bereits im Jahre 997 von König Olav I. Tryggvason gegründet und war unter dem Namen Nidaros bis ins 13. Jahrhundert Residenz der norwegische Könige und Sitz des Erzbischofs. Geschichtsträchtig war das Gebiet um den Fluss Nidelva in Mittelnorwegen aber sogar schon lange vor dieser Zeit. In dem kleinen Dörfchen Lade versammelten sich in der Wikingerzeit die reichen Bauern zum Thing. Die Entscheidungen von Lade waren bestimmend für die meisten Herrschaftsgebiete des Landes. Olav I. Tryggvason und sein Nachfolger Haraldson führten das Christentum ein und festigten die Stellung Trondheims als Norwegens Hauptstadt.

Landausflüge in Trondheim auf eigene Faust
Erzbischofspalast und Dom – Bild: Tegeler

Die moderne Stadt ist heute ein wichtiger Unternehmens- und Universitätsstandort. Von großer Bedeutung sind die technischen und naturwissenschaftlichen Universitäten und Forschungsinstitute. Seine Attraktivität als Kreuzfahrtziel verdankt Trondheim aber den historischen Sehenswürdigkeiten, in denen sich die überragende politische und sakrale Bedeutung der Stadt manifestiert. Die Landeswährung ist die Norwegische Krone (NOK). Eine Krone entspricht derzeit zehn Cent. Das hilft beim Umrechnen. Norwegen ist kein Mitglied der EU. Das Land gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und nimmt am Schengen-Raum teil. Weitere Informationen findet man bei Visit Trondheim. (Stand: Januar 2020)

Der Kreuzfahrthafen von Trondheim

Die Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe befinden sich nördlich der Innenstadt. Wo genau das eigene Kreuzfahrtschiff anlegen wird, kann man der CruiseList 2020 entnehmen. Hinzu kommen die Postschiffe der Hurtigruten, die Trondheim das ganze Jahr über anlaufen.

Die meisten Kreuzfahrtschiffe machen am Kai 68 fest. Am so genannten Turistskipskaia ist Platz für ein großes Kreuzfahrtschiff. Es gibt kein Kreuzfahrt-Terminal. Nur die Touristeninformation hat eine Außenstelle in einem weißen Gartenpavillon. Hier bekommt man Karten und erste Informationen. Direkt neben dem Liegeplatz befindet sich das Pirbadet, ein modernes Freizeitbad.

Blick von Kai 68 in Richtung Kai 30
Blick von Kai 68 (Turistskipskaia) in Richtung Kai 30 – Bild: Tegeler

Ist Kai 68 besetzt, können weitere Kreuzfahrtschiffe am ca. 3 Kilometern entfernten Kai 30/31 ILA Pier festmachen. In der Regel weichen kleinere Kreuzfahrtschiffe hierher aus. Hier gibt es am Pier keine weitere Infrastruktur. In Ausnahmefällen können Kreuzfahrtschiffe auch ankern. Das Hurtigruten-Terminal liegt ganz in der Nähe von Kai 68. Die Adresse lautet: Pir 1 Nr. 7.

Mobil in Trondheim auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Trondheim auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt.

Zur Orientierung hier ein Stadtplan. Die Touristeninformation ist derzeit (Januar 2020) im Umzug begriffen. Die neue Adresse ist noch nicht bekannt.

Zu Fuß

Das Zentrum Trondheims ist von beiden Liegeplätzen zu Fuß erreichbar. Die Altstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten ist recht kompakt und liegt an einer Schleife des Flusses Nidelva.

Blick auf das Pirbadet am Turistskipskaia
Blick auf das Pirbadet am Turistskipskaia (Kai 68) – Bild: Tegeler

Vom Turistskipskaia (Kai 68) läuft man etwa einen Kilometer. Eine Strecke die viele Urlauber gut zu Fuß bewältigen können. Man folgt einfach den Weg zum nahen Bahnhof und überquert diesen auf der Fußgängerbrücke. Der Weg ist leicht zu finden. Man kann den Bahnhof vom Hafen aus sehen und den anderen Urlaubern folgen. Vom Ausweichanleger Kai 30/31 ILA Pier sind es fast zwei Kilometer bis ins Zentrum.

Shuttlebusse

Die Reedereien bieten in Trondheim in der Regel einen Shuttlebus ins Zentrum an. Ob das der Fall ist und was dafür verlangt wird, erfährt man leider meistens erst an Bord. Zumindest wenn das Kreuzfahrtschiff am Ausweichanleger Kai 30/31 ILA Pier liegt, dürfte es immer ein Angebot der Reederei geben. Bei AIDA Cruises kostete das Tagesticket zuletzt 6,99 Euro.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die lokale Verkehrsgesellschaft AtB ist zuständig für den lokalen Nahverkehr, der im Wesentlichen mit Bussen sichergestellt wird. Auf der Webseite gibt es einen Travel Planner. Die einfache Fahrt kostet 40 NOK. Wenn man an Bord bezahlen möchte, erhöht sich der Fahrpreis auf 60 NOK. Das die aufladbare Travelcard erstmal 50 NOK kostet, ist vermutlich die App AtB Mobillett das beste Zahlungsmittel.

Trondheim auf eigene Faust
Karte des Hafens – Cruise Norway

Von Kai 68 kann man recht gut mit dem öffentlichen Bus ins Stadtzentrum fahren. Wir haben die Haltestelle Hurtigbåtterminalen genutzt, die ca. 250 Meter von Kai 68 entfernt ist. Man geht die Brattørkaia hinunter und biegt einmal rechts ab. Schon ist man da. Bus 25 fährt alle 10 Minuten in Richtung Zentrum. Wir sind in der Prinsens gate ausgestiegen. Konkret an der Haltestelle Prinsensgate P1.

Kai 30/31 ILA Pier ist nicht direkt ans Busnetz angeschlossen. Kann könnte aber den Fußweg in die Stadt verkürzen, in dem man zur nächsten Bushaltestelle Skansen läuft. Bitte den Travel Planner nutzen.

Fahrräder

Es gibt in Trondheim mehrere Möglichkeiten, ein Fahrrad zu leihen. Im Internet oder bei der Touristeninformation findet man schnell eine Übersicht.

Ein relativ großes Angebot hat die Firma Trondheim City Bike (trondheimbysykkel.no). Ein Tagesticket kostet derzeit gut 5 Euro. Damit kann man mehrfach ein Rad für 45 Minuten leihen. Es gibt zahlreiche Stationen überall im Stadtgebiet.

Landausflüge n Trondheim mit dem Fahrrad
Fahrradverleih – Bild: Tegeler

Interessant ist der weltweit erste Fahrradlift. Dieser beginnt kurz hinter die historischen Gamle Bybru und führt hinauf fast bis zur Festung Kristiansten. Man setzt den rechten Fuß auf eine Fußplatte und das unterirdische Zugseil zieht einen hinauf. Die Benutzung erfordert etwas Geschick.

Die Straßenbahn

Die nördlichsten Straßenbahn der Welt (Gråkallbanen) hat heute nur noch einen touristischen Nutzen. Die alte Straßenbahn fährt auf einer Linie vom Stadtzentrum nach Lian. Für die 8,8 Kilometer lange Strecke benötigt die Bahn 21 Minuten. Die Endhaltestelle ist direkt bei dem See Lianvatnet und dem benachbarten Lian-Restaurant. In dem Waldgebiet und am See kann man sehr schön wandern. Zum Beispiel 5 Kilometer rund um den See.

Fahrplan-Informationen finden man auf der Webseite der Verkehrsbetriebe AtB (Link s. oben). Die Straßenbahn ist die Linie 9. Bitte im Travel Planner als Startpunkt St. Olavs gate und als Ziel Lian (Trondheim) eingeben. Beide Haltestellen sind bei Google Maps vermerkt. In Trondheim befindet sich die Haltestelle in der St. Olavs gate ziemlich genau bei der Einmündung der Straße Lilleplassveita.

Landausflüge in Trondheim buchen

Für den Tag in Trondheim werden an Bord Ihres Kreuzfahrtschiffes zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Beispielhaft fügen wir eine Übersicht von AIDA Cruises bei. Andere Reedereien haben ein mehr oder weniger ähnliches Programm.

Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen. Angebote lokaler Firmen kann man bequem und sicher bei GetYourGuide* vergleichen und buchen. Weitere Angebote von Viator* gibt es am Ende dieser Seite.

Highlights für Landausflüge in Trondheim

Landausflüge in Trondheim auf eigene Faust sind gut durchführbar. Wenn man die Stadt bisher nicht kennt, spricht viel für einen Stadtbummel. Die Wege sind relativ kurz. Das Zentrum ist der Marktplatz Torget mit der großen Statue des Stadtgründers und Wikingerkönigs Olav Trygvason. Die Munkegate führt von hier in Richtung Stiftsgården. Der hölzerne Palast ist Residenz des norwegischen Königs in Trondheim. Geht man ein Stück weiter, steht man vor dem Nidarosdom und dem benachbarten historischen Bischofssitz Erkebispegården.

Hinter dem Dom führt die historische Stadtbrücke Gamle Bybru in den Stadtteil Bakklandet. Hier gibt es, am Ufer der Nidelva, viele alte Holz- und Speicherhäuser in denen heute Cafés und Boutiquen untergebracht sind. Wer dann noch Energie hat, könnte sich an den Aufstieg zur Festung Kristiansten in Angriff nehmen. Von der alten Brücke Gamle Bybru geht man etwa 800 Meter. Es geht natürlich bergauf aber man wird mit einem schönen Blick über Trondheim belohnt.

Blick über die Nidelva in Richtung Dom
Blick über die Nidelva in Richtung Dom – Bild: Tegeler

Nidarosdom und Erzbischöfliches Palais

Der Nidarosdom ist das Nationalheiligtum Norwegens und die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt. Mit dem Bau des Doms wurde bereits im Jahre 1070 begonnen. Die Besichtigung kostet Eintritt. Natürlich gibt es auch geführte Rundgänge.

Das Palais des Erzbischofs nebenan gehört zu den besterhaltenen Gebäuden dieser Art in Europa und ist der älteste Profanbau in Skandinavien. Die Ursprünge des Palais gehen auf das Ende des 12. Jahrhunderts zurück. Besonders sehenswert sind hier die Repräsentationsräume der Erzbischöfe, die erzbischöfliche Münzprägestätte, die ausgestellten Reichsinsignien mit den norwegischen Kronjuwelen, eine Ausstellung mittelalterlicher Waffen und die größte Sammlung mittelalterlicher Steinskulpturen ganz Skandinaviens.

Alle Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen findet man auf der Webseite des Doms. Diese ist auch in deutscher Sprache erreichbar. Da in der verkürzten deutschsprachigen Version Informationen fehlen, würden wir die englischsprachige Version empfehlen. Wenn man alle Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte, kann man ein Ticket für 230 NOK erwerben. Wem der Besuch der Kathedrale reicht, zahlt 120 NOK.

Gamle Bybru
Gamle Bybru – Bild: Tegeler

Residenz Stiftsgården

Mit der königlichen Residenz Stiftsgården in der Munkegata 23 ist ein weiteres Juwel norwegischer Architektur in der Altstadt Trondheims. Das in den Jahren 1774 bis 1778 komplett aus Holz erbaute und mit 70 Zimmern großzügig ausgestattete Palais, nutzen die norwegischen Könige bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts als offizielle Residenz. Das Palais Stiftsgården wurde im Stil des Klassizismus mit Anklängen an das Rokoko gestaltet. Es ist eines der größten Holzgebäude in Skandinavien. Führungen gibt es im Sommer zu jeder vollen Stunde von 10 – 15 Uhr. Am Sonntag von 12 – 15 Uhr. Der Eintritt liegt bei 110 NOK.

Gamle Bybru und Bakklandet

Einen herrlichen Ausblick über die Stadt kann man von der 300 Jahre alten Festung Kristiansten genießen. Diese erreicht man, indem man schräg hinter dem Dom die alte Stadtbrücke Gamle Bybru überquert. Von den sternförmigen Wällen der Anlage überblickt man die gesamte, von einer Flussschleife der Nidelva und dem Kanalhafen umgebene Altstadt.

In den alten Häusern des früheren Hafen- und Arbeiterviertels Bakklandet, das von der Altstadt aus gesehen hinter der Gamle Bybru beginnt, gibt es heute zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Es fallen besonders die farbenfrohen, auf Pfählen errichteten, Speicherhäuser von Bryggene ins Auge.

Der erste Fahrradlift der Welt
Der erste Fahrradlift der Welt – Bild: Tegeler

Ringve Museum

Das Ringve Museum (ringve.no) ist Norwegens Nationalmuseum für Musik und Musikinstrumente. Zu Beginn der fünfziger Jahre richtete Viktoria Bachke dort eine Musikinstrumentensammlung ein, die im ganzen Norden einzigartig ist. Zwanzig Jahre später entstanden in den einstigen Scheunen und Stallungen immer weitere Ausstellungsräume und ein Konzertsaal für über 300 Personen. Das Museum befindet sich im Stadtteil Lade und kostet 130 NOK Eintritt. Informationen über die Anfahrt, zum Beispiel mit Bussen, gibt es auf der Webseite.

Trøndelag Folkemuseum Sverresborg

Das Trøndelag Folkemuseum Sverresborg (sverresborg.no) befindet sich 3 Kilometer westlich vom Stadtzentrum. Man erfährt viel über das Leben der Menschen in Trondheim in früheren Jahrhunderten. Historische Gebäude, darunter eine Zahnarztpraxis und eine Apotheke, wurden liebevoll rekonstruiert und wieder aufgebaut. Museen dieser Art gibt es in vielen Regionen und Städten Norwegens.

Rockheim Museum

Das moderne norwegische Nationalmuseum für Rock und Popmusik (rockheim.no) wurde im Jahre 2010 eröffnet. An einem für Kreuzfahrer idealen Standort in unmittelbarer Nähe des Hauptliegeplatzes Kai 68. Man sieht das Museum vom Schiff aus. Es handelt sich um ein interaktives Museum in dem man vieles selbst ausprobieren kann. Deshalb ist es auch eine gute Wahl für Familien mit Kindern. Der Eintrittspreis liegt bei 150 NOK.

Festung Kristiansten
Festung Kristiansten – Bild: Tegeler

Munkholmen

In der Nähe von Kai 68 fahren Fähren zur Insel Munkholmen. Die kleine Insel ist ca. 2 Kilometer entfernt und ein beliebtes Ziel zum Baden und in der Sonne liegen. Munkholmen bietet aber auch jede Menge Geschichte und steht unter Denkmalschutz. Im Laufe der Jahrhunderte war die Insel Kloster, Festung und Staatsgefängnis.

Weitere Kreuzfahrtausflüge lokaler Anbieter

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