Madeira auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge auf Madeira auf eigene Faust zusammengestellt. Die Hauptstadt der portugiesischen Insel erstreckt die Berge hinauf bis in größte Höhen. Eine Hafeneinfahrt aus dem Bilderbuch und ein Traumziel für Kanaren Kreuzfahrten. Auch wenn Madeira zu Portugal und natürlich nicht zu den spanischen Kanaren gehört. Madeira wird aufgrund der üppigen Vegetation auch „Blumeninsel“ genannt. Die Sonne und der regelmäßige Regen machen Madeira aber zu einer sehr fruchtbaren Insel. Hier wächst alles. Allerdings ist die ganze Insel ist eine einzige wild zerklüftete, von tiefen Schluchten durchzogene Berglandschaft. Es gibt praktisch keine Ebenen. Alles ist bergig und extrem steil. Die Menschen mussten deshalb über Generationen mühsam Terrassenfelder angelegen. Diese werden von den Levadas mit Wasser versorgt. Das Netz der Levadas ist heute mehrere tausend Kilometer lang. Wanderer können entlang der Levadas herrliche Wanderungen in der sonst viel zu steilen Bergwelt unternehmen. Ein weiteres großes Highlight für Landausflüge auf Madeira auf eigene Faust ist das jährliche Silvesterfeuerwerk. Nicht umsonst liegen am Silvesterabend häufig ein halbes Dutzend Kreuzfahrtschiffe vor Funchal. Die Insel hat etwa 268.000 Einwohner. Die Menschen sprechen Portugiesisch und bezahlen mit dem Euro. Die Zeitzone ist die West European Time (WET); Mitteleuropäische Zeit (MEZ) & Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) -1 Stunde. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite von Turismo da Madeira.

Landausflüge auf Madeira auf eigene Faust

Blick über Funchal (Madeira) – Bild: MSC Kreuzfahrten

Transport auf Madeira auf eigene Faust

Funchal ist ein bedeutender Kreuzfahrthafen mit mehreren Liegeplätzen für Kreuzfahrtschiffe. Zu Silvester ankern weitere Schiffe vor der Stadt. Das moderne Kreuzfahrtterminal Gare Maritima da Madeira wurde im Jahre 2010 eingeweiht und befindet sich auf der langen Mole Cais da Pontinha, die parallel zur Stadt verläuft. Im Terminal gibt es u.a. eine Außenstelle der Touristeninformation. Drei Kreuzfahrtschiffe können an der Mole hintereinander festmachen.

Es gibt zudem einen Liegeplatz an der Avenida Sa Carneiro kurz hinter dem Fuß der Mole und einen ganz neuen und sehr zentralen Liegeplatz rechts neben der Marina an der Avenida do Mar. Diese sind natürlich für Fußgänger etwas bequemer.

Zu Fuß

Funchal kann man bequem zu Fuß erkunden. Allerdings müssen Urlauber, deren Kreuzfahrtschiff am Terminal auf der Mole liegt, erst einen längeren Fußmarsch in die Stadt zurücklegen. Vom Kreuzfahrtterminal läuft man ca. 1,5 bis 2 Kilometer. Bis zur bekannten Markthalle bzw. zur Talstation der Seilbahn kommen weitere 500 Meter dazu. Wem das zu weit ist, kann ein Taxi zum Festpreis von 7,50 Euro oder evtl. einen Shuttlebus der Reederei nutzen.

Auch das bekannte Luxushotel Reid’s Palace kann man zu Fuß erreichen. Vom Kreuzfahrtterminal auf der Mole geht man etwa 1,7 Kilometer. Wer den berühmten Afternoon Tea genießen möchte, sollte eine Reservierung nicht vergessen.

Shuttlebusse

Manche Reedereien der an der langen Mole liegenden Kreuzfahrtschiffe bieten einen Shuttlebus ins Zentrum an. Leider erfährt man das immer erst an Bord. Bei AIDA Cruises wurde für diesen Service zuletzt 5 Euro berechnet. Die Busse halten beim Ritz Café in Funchal. Normalerweise handelt es sich um Tagestickets. Man kann den Bus mehrfach nutzen, zum Beispiel, um Mittags zum Schiff zurück zu fahren.

Bei unserem letzten Besuch, fuhr eine alter Bus (Oldtimer) vom Fuß der Mole ins Zentrum. Der Fahrpreis betrug 2,50 Euro. Ob das ein dauerhafter Service ist, können wir leider nicht sagen.

Stadtrundfahrten

Natürlich gibt es auch in Funchal die unvermeidlichen Stadtrundfahrten mit Hop-on-Hop-off Bussen. Es gibt zwei Anbieter und mehrere verschiedene Routen. Das portugiesische Unternehmen Yellowbustours (yellowbustours.com) bieten neben einer Stadtrundfahrt in Funchal auch Touren nach Camara de Lobos und zum Cabo Girão an. Die bekannten roten Sightseeing-Busse der Firma City-Sightseeing sind auch in Funchal eine Alternative. Tickets gibt es im Bus oder vorab z.B. bei Viator (s. Link unten). Im Gegensatz zu vielen anderen Häfen, warten die Busse in Funchal nicht am Kreuzfahrtterminal. Hier gibt es bestenfalls Informationen. Man sollte sich vorab informieren, wo sich die nächste Haltestelle befindet. Wahrscheinlich wird das bei der Marina an der Avenida Do Mar sein.

Auf einen Blick

Auf einen Blick – Royal Caribbean

Die Sehenswürdigkeiten auf der Karte: A-Residenz des Gouverneurs, B-Museum für religiöse Kunst (Museu de Arte Sacra), C-Kathedrale von Funchal, D-Blandy’s Madeira Wine Lodge (madeirawinecompany.com), E-Funchal’s Municipal Museum of Natural History

Öffentliche Busse

Auf Madeira unterscheidet man Stadtbusse und Überlandbusse. Insbesondere bei der Überlandbussen gibt es zahlreiche Unternehmen, die jeweils nur einen Teil der Insel bedienen. Einen Verkehrsverbund gibt es nicht. Alle Unternehmen arbeiten für sich und verkaufen ihre eigenen Tickets.

Für Funchal und die nächste Umgebung ist die Verkehrsgesellschaft Horários do Funchal zuständig. Informationen über das Netz an öffentlichen Bussen findet man sogar in deutscher Sprache auf der Webseite des Unternehmens (horariosdofunchal.pt).

Seilbahnen

Die Talstation der Seilbahn nach Monte (madeiracablecar.com) am Campo Almirante Reis befindet sich in der Nähe der bekannten Markthalle.

In dem früheren Edelkurort Monte gibt es einen schönen botanischen Garten (Jardim do Monte Palace) und die bekannte Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte. Die Rückfahrt mit einem Korbschlitten ist ein besonderes Erlebnis. Die Fahrt mit der Seilbahn kostet 11 Euro (eine Strecke).

Eine weitere Seilbahn (telefericojardimbotanico.com) führt vom botanischen Garten (Jardim Botânico da Madeira) hinauf nach Monte (oder umgekehrt). Die einfache Fahrt kostet derzeit 8,25 Euro.

Taxen

Die Taxen auf Madeira sind gelb mit einem blauen Streifen. Es gibt einen Festpreis von 7,5 Euro für eine Fahrt vom Kreuzfahrtterminal auf der Mole in die Stadt. Bevorzugt bieten den Fahrer natürlich mehrstündigen Rundfahrten an. Manche Fahrer sprechen deutsch und haben sogar eigene Webseiten über die sie ihre Inseltouren vertreiben. Eine Gangtagestour für 4 Personen kostet ca. 140 bis 160 Euro.

Mietwagen

Es gibt im Stadtgebiet von Funchal zahlreiche nationale und internationale Verleiher. Leider hat keine Firma ein Büro im Kreuzfahrtterminal auf der Mole. Es gibt aber Anbieter, die Kunden am Schiff abholen oder den gemieteten Wagen zum Schiff bringen. Ein Beispiel ist die Firma Auto Rent a Car (autorentacar.net). Dieser Anbieter bringt die gemieteten Fahrzeuge kostenlos zum Hafen.

Landausflüge auf Madeira buchen

Jede Reederei bietet ihren Gästen zahlreiche organisierte Landausflüge auf Madeira an. Beispielhaft haben wir hier das Landausflugs-Programm der deutschen Reederei TUI Cruises als Pdf-Datei hinterlegt. Andere Reedereien haben ein mehr oder weniger ähnliches Angebot.

Natürlich gibt es gute Alternativen zu häufig recht kostspieligen Kreuzfahrtausflügen an Bord. Führungen und Landausflüge, die von lokalen Veranstaltern individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind, kann man bequem Kreuzfahrtausflüge.de oder Viator buchen. Angebote von GetYourGuide gibt es am Ende dieser Seite.

Nossa Senhora do Monte

Nossa Senhora do Monte – Bild: MSC Kreuzfahrten

Tipps für Landausflüge auf Madeira

Funchal liegt in einer von Steilufern umgebenen Bucht der Südküste. Im Osten tritt das Gebirge an die Küste heran und fällt schroff ins Meer ab. Reisende, die sich auf einem Kreuzfahrtschiff vom Meer her nähern, sehen Madeiras Hauptstadt wie ein riesiges antikes Theater, eingebettet zwischen grüne Berge und die tiefblaue See.

Funchal

Wenn man zum ersten Mal nach Madeira kommt, kann man in der hübschen Inselhauptstadt Funchal einen schönen Tag verleben. Funchal hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten und ist an sich schon eine Reise wert. Auch in der Stadt grünt und blüht es überall. Wer Gärten und Blumen liebt, kommt hier auf seine Kosten. Sehenswert ist das Innere der Kathedrale Se (C auf der Karte oben) aus dem frühen 16. Jahrhundert. Es gibt eine mit Elfenbeinintarsien geschmückte Holzdecke sowie kunstvoll geschnitzte Altäre und Chorgestühle. Westlich der Kathedrale, in der Hauptgeschäftsstraße Avenida Arriaga, liegt das Fremdenverkehrsbüro. Ein weiteres Highlight ist die große Markthalle Mercado dos Lavradores. Das Angebot an exotischen Früchten, Obst, Gemüse sowie Fleisch und Fisch ist riesig. Um die Markthalle herum gibt es zahlreiche kleine Restaurants. Das alles kann gut zu Fuß erreichen. In diesem Bereich ist die Stadt auch nicht sehr steil.

Reid’s Palace Hotel

Reid’s Palace Hotel wurde 1901 eröffnet und ist noch heute ein berühmtes Luxushotel und Ziel vieler Landausflüge auf Madeira. Man legt großen Wert auf Etikette. Sakko und Krawatte sind Pflicht im Speisesaal. Ebenso erwartet man angemessene Kleidung beim berühmten Five o’clock tea, den auch Nicht-Hotelgäste im Reid’s einnehmen können. Zum Tee werden süße und salzige Häppchen in bester britischer Tradition kredenzt. 1996 wurde das Hotel an die Orient Express Group (Belmond) verkauft und umfassend renoviert.

Monte

Die Talstation der Seilbahn nach Monte sieht man bereits vom Schiff aus, wenn dieses an der Mole liegt. Im 19. Jahrhundert war Monte Wohnort der Adeligen und Reichen Madeiras. Sie errichteten Villen in tropischen Gärten. Das Monte Palace Hotel empfing fast jeden, der in Europa Rang und Namen hatte. Heute existiert das Hotel nicht mehr und der Monte Palace Tropical Garden ist ein öffentlicher Botanischer Garten. Sehenswert ist auch die katholische Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte. Den Rückweg nach Funchal kann man mit den berühmten Korbschlitten zurücklegen. Ober wieder mit der Seilbahn.

Monte Palace Tropical Garden

Monte Palace Tropical Garden – Bild: Tegeler

Botanische Gärten

Auf der Blumeninsel Madeira gibt es natürlich wunderbare botanische Gärten und Parks. Drei davon halten wir für besonders erwähnenswert.

Da ist zum einen der Monte Palace Tropical Garden in Stadtteil Monte. Der Park wurde rund um das ehemalige Luxushotel Monte Palace angelegt und ist von Funchal aus mit der Seilbahn gut zu erreichen. Man hat vom Park einen fantastischen Blick auf Funchal und den Hafen.

Ebenfalls sehenswert ist der Jardim Botanico da Madeira. Der Garten liegt nordöstlich von Funchal in etwa 300 Meter Höhe an einem sanft abfallenden Hang. Eingerichtet wurde er von der Stadtverwaltung auf dem Gelände der einstigen Quinta der Familie Reid. Der Botanische Garten ist von Monte aus mit einer Seilbahn erreichbar.

Eine weitere schöne Parkanlage sind die Palheiro Gardens (palheirogardens.com), die früher auch Blandy’s Garden genannt wurden. Ursprünglich gehörte der über 200 Hektar große Besitz dem Conde de Carvalhal, der im 19. Jahrhundert Bürgermeister von Funchal war. 1801 wurde das Herrenhaus, das heutige Hotel Casa Velha do Palheiro, errichtet und der Park von einem französischen Landschaftsgärtner gestaltet. Als die Familie Blandy das Anwesen übernahm, ließ sie ein zweites großes Herrenhaus bauen und die Casa Velha do Palheiro verfiel. Heute steht ein Teil von Blandy’s Garden Besuchern offen, die Gärten um die immer noch bewohnte Quinta sind allerdings gesperrt und das Areal um das Hotel dessen Gästen vorbehalten.

Camara de Lobos und das Cabo Girão

Ein beliebtes Ziel für Landausflüge auf Madeira auf eigene Faust ist zum Beispiel das schöne Fischerdorf Camara de Lobos, das durch Winston Churchill berühmt wurde. Oberhalb von Camara de Lobos befindet sich das größte Anbaugebiet für den Madeirawein. Nicht weit entfernt ist das Cabo Girão, ein weiteres beliebtes Landausflugsziel. Das Cabo Girão ist eine der höchsten Steilklippen der Welt und bietet einen atemberaubenden Blick gegen Osten über die Bucht von Funchal und gegen Westen nach Punta do Sol. Für die Touristen wurde Aussichtsplattform mit einem Glasboden gebaut.

Levadawanderung

Levadawanderung – Bild: Tegeler

Levadawanderungen

Der Klassiker auf Madeira sind die Levada-Wanderungen. Neben den typischen Bewässerungskanälen gibt es immer auch einen Fußweg. Geführte Touren bieten sich an, denn die Karten sind oft nicht perfekt. Unter welchen Mühen und Gefahren die Kanäle gebaut wurden, die das Wasser von den Quellen an den Nordhängen durch das Gebirge nach Süden leiteten, kann man nachempfinden, wenn man beim Wandern an Levadas entlang balanciert, die wie steinerne Rinnen an senkrechten Felswänden verlaufen oder sich durch Tunnels zwängen. Das Levada-Netz hat heute eine Länge von 2.150 Kilometer.

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