Palermo auf eigene Faust

Landausflüge in Palermo auf eigene Faust gehören zum Programm vieler Mittelmeer Kreuzfahrten im westlichen Mittelmeer. Es lohnt sich, früh aufzustehen und an Deck (oder auf dem Balkon) zu sein, wenn das Kreuzfahrtschiff sich dieser so gänzlich sizilianischen Hafenstadt nähert. Der Anblick von See ist wirklich wunderschön. An der Westküste des gleichnamigen Golfes gelegen, ist die Hauptstadt Siziliens umgeben von der Conca d’Oro (der goldenen Muschel), einer künstlich bewässerten fruchtbaren Ebene. Nördlich des Hafens erhebt sich der Monte Pellegrino, ein Glied in der Bergkette, die die Conca d’Oro umschließt. In Palermo folgten schon in der Antike Phöniker, Griechen, Karthager und Römer einander. Aber die großen Sehenswürdigkeiten der Stadt stammen aus normannischer, staufischer und auch aus spanischer Zeit. Mit knapp 700.000 Einwohnern ist die Stadt das kulturelle und politische Zentrum Siziliens. Das Straßenbild ist genauso bunt und farbenfroh, wie die wechselvolle Geschichte der Stadt. Trotzdem scheiden sich bei Palermo auch de Geister. Für viele deutsche Augen überdecken der Schmutz und der Verfall die Schönheit der Stadt.

Landausflüge in Palermo auf eigene Faust

Der Hafen liegt zentral – Bild. Tegeler

Transport in Palermo auf eigene Faust

Palermo ist einer der Häfen, in dem Kreuzfahrtschiffe innenstadtnah anlegen. Gut für Landausflügler, die Palermo auf eigene Faust erkunden möchten. Das Kreuzfahrt-Terminal, die Stazione Marittima, erinnert ein wenig an ihr Gegenstück in Neapel. Hier findet man die üblichen Einrichtungen wie Cafeteria, Geldautomaten und Souvenirgeschäfte. Das Tourismusbüro ist mit einem Stand vertreten. Hier bekommt man Stadtpläne und weitere Informationen.

Zu Fuß

Das historische Zentrum mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten liegt in Hafennähe und kann bequem zu Fuß erkundet werden. Die vielen Gassen und Fußgängerbereiche kann man ohnehin nur so erreichen. Einen Vorschlag für einen Rundgang findet man hier.

Stadtrundfahrten

Auch in Palermo gibt es die beliebten roten Doppeldeckerbusse der Firma City-Sightseeing, die auf zwei Routen durch die Stadt fahren. Eine dritte Route führt nach Monreale. Neu im Programm ist ein Transfer nach Mondello mit seinem Traumstrand. Die oben offenen Busse stehen auf dem Platz vor dem Teatro Politeama Garibaldi an der Via Enrico Amari. Das wunderschöne Teatro erreicht man vom Hafen aus in wenigen Minuten zu Fuß. Tickets und weitere Informationen bekommt man einem kleinen Kiosk vor dem Hafen. Vorab reservieren kann man die Tickets zum Beispiel bei Viator (Link s. unten).

Die regionale Verkehrsgesellschaft AMAT bietet seit 2016 eine kostenlose Stadtrundfahrt an. Dieser Service heißt „Free Centro Storico“ und verbindet die Piazza Indipendenza mit der Piazza del Cavalluccio Marino. Letztere ist ca. 1,5 Kilometer vom Hafen entfernt. Die Busse (weiß, blau und orange) halten an der Kathedrale, am Teatro Massimo und in der Nähe der bekannten Märkte del Capo, della Vucciria und Ballarò. Alle sechzehn Minuten fährt ein Bus. Sizilianische Minuten wohlgemerkt.

Anlegen in Palermo

Anlegen in Palermo – Bild: Tegeler

Öffentliche Busse

Die orangefarbenen Busse der öffentlichen Busgesellschaft AMAT (amat.pa.it/) werden von Kreuzfahrern gerne genutzt, um zum Beispiel den beliebten Mondello Strand zu erreichen. Ein öffentlicher Bus der Linie 806 fährt ca. alle 10 bis 20 Minuten von der Piazza Don Luigi Sturzo nach Mondello. Die Fahrzeit beträgt je nach Verkehr ca. 35 bis 45 Minuten. Wir sind am Kurhaus ausgestiegen. Es gibt viele Cafés und Restaurants. Liegestühle und Schirme können am Strand gemietet werden. Wir haben für Liege und Sonnenschirm 16 Euro bezahlt. Nach dem gleichen Muster kann man mit dem Bus 812 auf den Monte Pellegrino fahren. Am Wochenende kommen auch viele Einheimische hierher, so dass es sehr voll werden kann.

Um die Piazza Don Luigi Sturzo zu erreichen, folgt man vom Hafen aus der Via Emerico Amari bis zur Via Roma. Dort biegt man rechts ab (in die Via Roma). Nach wenigen Metern erreicht man den Platz, an sich dem zahlreiche Buslinien kreuzen. Tickets kann man in den Tabacchi-Läden (mit dem großen T) kaufen. Einfach auf die blauen Schilder achten. Wir würden gleich Fahrkarten für die Hin- und Rückfahrt erwerben. Eine Strecke kostete 2018 1,40 Euro. Das Ticket muss im Bus entwertet werden.

Taxen

Zahlreiche Taxen warten am Kreuzfahrthafen auf Kunden. Angeboten werden sowohl Rundfahrten zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten als auch Fahrten zu bestimmen Zielen. Die Fahrt zum Mondello Beach kostet ca. 25 Euro. Taxameter sind oft nicht vorhanden oder werden nicht eingeschaltet. Vorsicht ist deshalb geboten. Unbedingt die Preisfrage vor der Abfahrt klären.

Kutschen

Am Hafen und auf verschiedenen Plätzen in der Stadt warten Pferdekutschen auf Kundschaft. Auch hier muss man den Fahrpreis aushandeln. Die Preise sind happig, wobei auch vier Personen eine Kutsche teilen können. Wer möchte, achtet bitte auf den Zustand der Pferde.

Tuk Tuks kennt man aus Asien. In Italien heißten die dreirädrigen Gefährte der Firma Piaggio „Ape“, was wohl soviel wie Biene bedeutet. Fleißige Arbeitsbienen sind diese Fahrzeuge auf jeden Fall. Wir haben auch in Palermo die Fahrzeuge gesehen. Angeboten werden Stadtrundfahrten ober Fahrten zu bestimmten Zielen. Eine Stunde für vier Personen soll ca. 80 Euro kosten. Auch hier ist wohl Verhandlungsgeschick gefragt.

Landausflüge in Palermo buchen

Beispielhaft für das Angebot an organisierten Landausflügen fügen wir hier einen Ausschnitt der Landausflüge in Palermo von AIDA Cruises im PDF-Format bei. Alle führenden Reedereien haben ein mehr oder weniger ähnliches Programm.

Sorgfältig ausgewählte Landausflüge in Palermo lokaler Ausflugsveranstalter findet man bei Viator oder bei rent-a-guide.

Tipps für Landausflüge in Palermo

Viele der Sehenswürdigkeiten Palermos lassen sich vom Hafen aus gut zu Fuß erkunden. Dabei sollte man auf die Taschendiebe achten, die hier sicher zu den besten ihrer Zunft gehören. Ähnlich wie in Neapel hat bekommt man mit einem kundigen Führer mehr Zugang. Man kann aber auch sehr gut auf eigene Faust bummeln. Abgesehen von den Taschendieben gilt die Stadt als recht sicher.

Die Kathdrale

Die Kathdrale – Bild: MSC Kreuzfahrten

Palermo

Die Kathedrale von Palermo, an dem Baumeister aller Stile vom 12. bis zum 18. Jahrhundert gebaut haben, birgt sechs Königsgräber aus der Zeit der Normannen und der Staufer. Hier ruht unter anderen der berühmte Kaiser Friedrich II. (1194 bis 1250).

Ganz in der Nähe der Kathedrale befindet sich der frühere Königspalast, der heute unter dem Namen Normannenpalast (Palazzo dei Normanni) bekannt ist und an der höchsten Stelle Palermos thront. Heute ist hier das Parlament Siziliens untergebracht. Das Highlight des Normannenpalastes ist die auf einen sarazenischen Bau zurückgehenden Cappella Palatina. Sie wurde verschwenderisch mit leuchtenden Mosaiken ausgestattet und macht das Fortleben der arabischen Kunst in normannischer Zeit deutlich. In der Nähe des Normannenpalastes steht die Kirche San Giovanni degli Eremiti mit ihren 5 leuchtend roten Kuppeln. Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert aus den Ruinen einer Moschee erbaut.

Der zentrale und meistbesuchte Platz in Palermo ist Quattro Canti (Vier Ecken) mitten in der Altstadt, wo sich der Corso Vittorio Emanuele und die Via Maqueda kreuzen. Der schönste Platz Palermos. Balkone, Simse, Fenster und Nischen im Barockstil, wohin man schaut.

Markt

Auf dem Markt – Bild: Tegeler

Das Teatro Massimo an der Piazza Verdi aus dem 19. Jahrhundert ist das größte Opernhaus Italiens und wohl eines der schönsten und größten weltweit. In dem prachtvollen Theaterraum gibt es mehr als 3.000 Sitzplätze. Die Schlussszene aus „Der Pate III“ wurde hier gedreht. Sehenswert ist auch das Teatro Politeama, das in etwas zur gleichen Zeit entstand. In der Nähe des Teatro Politeama befindet sich das Antico Caffè Spinnato. Genauer gesagt, in der Via Principe di Belmonte Nr. 107. Hier kann man eine Pause einlegen und sizilianische Köstlichkeiten probieren.

Die Märkte Palermos bringen das arabischer Erbe der Stadt zum Vorschein. Man hat hier eher den Eindruck, in Marokko zu sein, als in einer italienischen Stadt. Auf den Märkten kann man auch etwas essen. Die wichtigsten Märkte sind der Mercato La Vucciria und der Mercato Mercato di Capo.

Gartenfreunde sollten sich zur Villa Giulia mit ihrem wunderschönen Garten aufmachen. Direkt nebenan ist der botanische Garten der Stadt in der Via Lincoln Nr. 2. Der kleine Park Park Giradino Garibaldi bei der Piazza Marina kann mit zwei besonderen Bäumen aufwarten. Es handelt sich um Feigenbäume mit einem Durchmesser von 2 Metern.

Etwas gruselig ist ein Besuch der Catacombe dei Cappuccini in der Via Cipressi 1. In den dunklen Gängen der Katakomben befinden sich lange Reihen mumifizierter Skelette, die – angetan mit Alltagskleidern, Uniformen und verstaubten Anzügen, einen wahnwitzigen Anblick bieten – nichts für zarte Gemüter und für Kinder! Trotzdem eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Monreale

Monreale befindet sich 8 Kilometer südwestlich von Palermo. Hier steht das sizilianische Meisterwerk normannischer Kirchenbaukunst. Die Kathedrale Santa Maria Nuova aus dem 12. Jahrhundert ist Welterbe der UNESCO. Ein riesiger Mosaikenzyklus illustriert das Alte und Neue Testament. Ebenso großartig ist der Kreuzgang des ehemaligen Benediktinerklosters.

Von der Anhöhe des Monte Caputo hat man einen Traumblick auf Palermo mit der wie mit dem Zirkel gezogenen Bucht Conca d’Oro.

Mondello

Mondello – Bild: MSC Kreuzfahrten

Monte Pellegrino

Der Monte Pellegrino (Pilgerberg) ist knapp 13 Kilometer von der Stazione Marittima entfernt. Vom Ende der Straße geht man noch ein halbes Stündchen zu Fuß auf den Gipfel. Der Lohn ist ein herrlicher Blick auf die Stadt und die Bucht. Goethe nannte den Berg das schönste Vorgebirge der Welt. In den Pinienwäldern kann man eine schöne Wanderung unternehmen. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das Santuario di Santa Rosalia, der Schutzpatronin Palermos. Die Gebeine der Heiligen, einer Einsiedlerin aus dem 12. Jahrhundert, wurden im 17. Jahrhundert hier gefunden und in die Stadt gebracht. Dadurch wurde Palermo der Legende nach von der Pest befreit.

Mondello

Auf der anderen Seite des Monte Pellegrino liegt in einer Bucht Mondello, das sich von einem Fischerdorf zu einem der beliebtesten Badeorte Siziliens gemausert hat. Schon seit 1910 bauten die wohlhabenden Einwohner Palermos hier ihre Sommerhäuser. Deshalb gibt es hier noch heute viele schöne Jugendstilgebäude. Besonders schön ist das Kurhaus Stabilimento Balneare, das auf Stelzen im Wasser erbaut wurde.

Viele Urlauber von den Kreuzfahrtschiffen machen einen Landausflug nach Mondello, um den Tag an dem 1,5 Kilometer langen Strand zu verbringen. Es gibt bewirtschaftete Strandabschnitte mit Liegen und Sonnenschirmen.

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