Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Neapel auf eigene Faust zusammengestellt. Die drittgrößte Stadt Italiens liegt am Golf von Neapel. Wenn sich das Kreuzfahrtschiff der Stadt nähert, sollte man an Deck sein. Der Blick über das Häusermeer zum Vesuv und auf die Inseln im Golf ist für uns immer wieder beeindruckend. Neapel selbst ist laut, chaotisch und gleichzeitig wunderschön. Die historische Altstadt gehört zum UNESCO-Welterbe und lässt sich vom Kreuzfahrthafen gut zu Fuß erkunden. Im Umland locken mit Pompeji, Herculaneum, dem Vesuv und Capri einige der bekanntesten Landausflugsziele Italiens. Auch die Amalfiküste ist von Neapel aus erreichbar. Letzte Aktualisierung: September 2026
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer Neapel auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
📍 Liegeplatz: Stazione Marittima am Molo Angioino, direkt am Stadtzentrum
🚶♂️ Entfernung ins Stadtzentrum: Castel Nuovo ca. 500 Meter
✨ Top-Highlights: Altstadt von Neapel, Pompeji und Vesuv
🗺️ Fortbewegung: Neapel zu Fuß; sonst öffentliche Verkehrsmittel, Taxis, Bahn und Fähren
👀 Für Erstbesucher: Bummel durch Neapel; Landausflug nach Pompeji und zum Vesuv
🔁 Für Wiederholer: Capri, Herculaneum, Sorrent oder die Amalfiküste – für die Amalfiküste würden wir wegen der langen Fahrzeiten eher einen organisierten Landausflug wählen.
⏱️ Gut zu wissen: Die Schnellfähren nach Capri starten am Molo Beverello direkt neben dem Kreuzfahrthafen. Nach Pompeji fährt man günstig mit der Circumvesuviana. Für beide Ziele sollte man ausreichend Zeit für die Rückfahrt einplanen.
💶 Gut zu wissen: Italien gehört zur EU – bezahlt wird mit dem Euro und EU-Roaming gilt ebenfalls.
👉 Unsere Einschätzung: Neapel gehört für uns zu den vielseitigsten Kreuzfahrthäfen im Mittelmeer. Wer zum ersten Mal hier ist, muss sich eigentlich nur entscheiden: Neapel selbst erkunden oder einen größeren Landausflug unternehmen. Die Stadt beginnt praktisch direkt am Kreuzfahrthafen und lässt sich sehr gut auf eigene Faust entdecken. Pompeji und Capri sind ebenfalls gut erreichbar, erfordern wegen Bahn beziehungsweise Fähre aber eine sorgfältigere Zeitplanung.
Kreuzfahrthafen Neapel
Die Kreuzfahrtschiffe machen in Neapel an der Stazione Marittima auf dem Molo Angioino fest. Das große Terminalgebäude liegt direkt am Stadtzentrum gegenüber dem Castel Nuovo und der Piazza Municipio. Viel zentraler kann ein Kreuzfahrtschiff kaum liegen.

Die Stazione Marittima stammt aus dem Jahr 1936 und wurde später umfassend modernisiert. Terminal Napoli nennt heute sieben Kreuzfahrtliegeplätze mit insgesamt rund 1.100 Metern Kailänge. Auch sehr große Kreuzfahrtschiffe können hier anlegen. Im Gebäude gibt es unter anderem Geschäfte, Gastronomie, Geldautomaten und weitere Einrichtungen für Passagiere.
Für Kreuzfahrer ist vor allem die Lage interessant. Das Castel Nuovo liegt praktisch vor dem Hafen, die Piazza del Plebiscito ist etwa 850 Meter entfernt und auch die Altstadt kann man gut zu Fuß erreichen. Die Metrostation Municipio der Linie 1 befindet sich ebenfalls direkt am Hafen. Ein unterirdischer Fußweg verbindet den Bereich der Stazione Marittima mit der Metro und der Piazza Municipio.
Direkt neben dem Kreuzfahrthafen liegt der Molo Beverello. Von hier starten Schnellfähren und Tragflügelboote unter anderem nach Capri, Ischia, Procida und Sorrent. Seit Ende 2024 gibt es am Molo Beverello einen neuen Passagierterminal mit Wartebereich, Ticketschaltern und weiteren Serviceeinrichtungen.
Landausflüge in Neapel buchen
Für den Tag in Neapel werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in Neapel findet man bei GetYourGuide*.
Mobil in Neapel auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Neapel auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Neapel:
- Piazza del Plebiscito: 850 Meter
- Galleria Umberto I: 950 Meter
- Galleria Borbonica: 1,3 km
- Archäologisches Nationalmuseum: 2,1 km
- Cappella Sansevero: 2,1 km
- Museo di Capodimonte: 6,8 km
- Archäologiepark Herculaneum: 14,7 km
- Pompeji: 25 km
Karte des Hafens von Neapel: 1. Molo Beverello (Fähren nach Capri), 2. Metro Municipio, 3. Castel Nuovo, 4. Start der Hop-on Hop-off Busse, 5. Piazza del Plebiscito, 6. Teatro San Carlo, 7. Galleria Umberto I, 8. Einkaufsstraße Via Toledo
Zu Fuß unterwegs
Neapel gehört zu den Kreuzfahrthäfen, in denen man direkt vom Schiff zu Fuß losgehen kann. Das Castel Nuovo liegt praktisch vor dem Hafen und auch die Piazza del Plebiscito, die Galleria Umberto I und die Via Toledo erreicht man nach wenigen Minuten. Bis in die historische Altstadt rund um Spaccanapoli läuft man je nach Ziel etwa 20 bis 30 Minuten.
Wer einen größeren Stadtbummel plant, kann die Wege gut mit der Metro und den Standseilbahnen kombinieren. Der Verkehr in Neapel ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Beim Überqueren der Straßen sollte man aufmerksam sein. In den belebten Bereichen rund um die Altstadt und in öffentlichen Verkehrsmitteln sollte man zudem auf Wertsachen achten.
Öffentliche Verkehrsmittel
Für Kreuzfahrer ist vor allem die Metro interessant. Die wichtigste Verbindung ist die Linie 1, die direkt am Hafen an der Station „Municipio“ hält. Von hier erreicht man unter anderem die Via Toledo, die Altstadt, das Archäologische Nationalmuseum, den Vomero und den Hauptbahnhof Napoli Centrale. Die Linie 1 fährt tagsüber etwa alle 10 Minuten. Besonders praktisch sind diese Stationen:
- Toledo: Via Toledo und Quartieri Spagnoli
- Dante: Spaccanapoli und historische Altstadt
- Museo: Archäologisches Nationalmuseum
- Vanvitelli: Vomero und Castel Sant’Elmo
- Garibaldi: Hauptbahnhof Napoli Centrale
- Municipio: Kreuzfahrthafen und Castel Nuovo
Die Linie 6 verbindet Municipio mit Chiaia, Mergellina und dem Stadtteil Fuorigrotta. Sie wurde 2024 bis Municipio verlängert und ist für Kreuzfahrer vor allem interessant, wenn man Richtung Chiaia oder Lungomare fahren möchte. Allerdings verkehrt die Linie derzeit nur tagsüber und deutlich seltener als die Linie 1.
Daneben gibt es die von Trenitalia betriebene Linie 2, die unter anderem über Napoli Piazza Cavour, Piazza Amedeo, Mergellina und Campi Flegrei fährt. Für die meisten klassischen Sehenswürdigkeiten im Zentrum ist sie vom Kreuzfahrthafen aus weniger wichtig als die Linie 1.
💳 Tickets: Das Tarifsystem in Neapel ist etwas unübersichtlich, da es Tickets einzelner Verkehrsunternehmen und integrierte Tickets des Verkehrsverbundes UnicoCampania gibt. Für Kreuzfahrer ist deshalb die kontaktlose Bezahlung besonders praktisch. Auf den Metro-Linien 1 und 6 sowie bei den Standseilbahnen kann man eine kontaktlose Kredit- oder Debitkarte beziehungsweise ein Smartphone oder eine Smartwatch direkt am Lesegerät verwenden. Bei der Metro hält man dasselbe Zahlungsmittel beim Betreten und Verlassen an das Lesegerät. Das System berechnet automatisch den passenden Fahrpreis. Jeder Fahrgast sollte ein eigenes Zahlungsmittel verwenden.
Standseilbahnen: Zum öffentlichen Nahverkehr gehören auch vier Funicolari, die das Zentrum mit den höher gelegenen Stadtteilen verbinden. Für Kreuzfahrer ist vor allem die Funicolare Centrale interessant. Ihre Talstation „Augusteo“ liegt an der Via Toledo in der Nähe der Galleria Umberto I. Von hier fährt man hinauf zur Piazza Fuga im Stadtteil Vomero. Bis zum Castel Sant’Elmo sind es von dort noch etwa 800 Meter zu Fuß. Die Funicolare Centrale ist deshalb eine praktische Möglichkeit, einen Stadtbummel mit dem Vomero und dem Aussichtspunkt am Castel Sant’Elmo zu verbinden. Bezahlen kann man auch hier einfach kontaktlos. Die übrigen drei Standseilbahnen – Chiaia, Montesanto und Mergellina – spielen für die meisten Kreuzfahrer eine geringere Rolle.
Taxi, Uber & Co.
Direkt an der Stazione Marittima gibt es einen großen Taxistand. Die offiziellen Taxis in Neapel sind weiß und mit einer Lizenznummer gekennzeichnet. Wenn mehrere große Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, kann es zeitweise zu Wartezeiten kommen. Eine bekannte Taxizentrale ist TaxiNapoli8888. Uber ist in Neapel ebenfalls verfügbar. Über Uber Taxi werden reguläre lizenzierte Taxis vermittelt. Je nach Verfügbarkeit werden in der App auch andere Fahrzeugkategorien und größere Fahrzeuge für Gruppen angeboten.

In Neapel gibt es neben dem Taxameter zahlreiche offizielle Festpreise. Diese gelten pro Fahrzeug und müssen vor Beginn der Fahrt verlangt werden. Vom Bereich Porto/Molo Beverello/Piazza Municipio kostet eine Fahrt zum Hauptbahnhof derzeit 15,50 Euro, zum Archäologischen Nationalmuseum 13 Euro und zum Museo di Capodimonte 15,50 Euro. In den Festpreisen sind die üblichen Zuschläge für Gepäck, Nacht- und Feiertagsfahrten sowie die Bestellung per Funk bereits enthalten. Auch für einige beliebte Landausflugsziele im Umland gibt es offizielle Festpreise für die einfache Fahrt. Vom Stadtgebiet Neapel kostet ein Taxi zum Vesuv-Nationalpark derzeit 65 Euro, nach Pompeji 70 Euro, nach Sorrent 125 Euro und nach Positano 145 Euro. Gerade wenn man zu dritt oder zu viert unterwegs ist, kann ein Taxi deshalb eine interessante Alternative sein.
Eine weitere Möglichkeit sind private Fahrer mit Wagen, die in Italien als NCC (Noleggio con Conducente) bezeichnet werden. Sie werden vorab gebucht und holen Kreuzfahrer direkt am Hafen ab. Neben einfachen Transfers kann man einen Wagen mit Fahrer auch für mehrere Stunden oder einen ganzen Hafentag buchen. Das ist besonders für individuelle Landausflüge nach Pompeji, Sorrent oder an die Amalfiküste interessant. Lokale Anbieter sind zum Beispiel Naples Private Driver und Driver Service Naples. Der Fahrpreis wird normalerweise vorab für die vereinbarte Route und das Fahrzeug festgelegt. Die Fahrer sind allerdings keine Reiseführer.
Stadtrundfahrten
Der bekannte Anbieter City Sightseeing bietet in Neapel Hop-on-Hop-off-Stadtrundfahrten mit roten Doppeldeckerbussen an. Die Busse starten am Largo Castello an der Piazza Municipio direkt hinter dem Castel Nuovo und damit nur wenige Gehminuten vom Kreuzfahrtterminal entfernt. Es gibt zwei verschiedene Routen. Die Linie A führt durch das Zentrum, während die Linie B entlang der Küste in Richtung Posillipo fährt. An Bord gibt es Audioguides in mehreren Sprachen, darunter Deutsch. Tickets kann man an den Haltestellen oder vorab online hier* kaufen.

Für Kreuzfahrer haben die Stadtrundfahrten allerdings auch Nachteile. Die historische Altstadt rund um Spaccanapoli besteht aus vielen engen Straßen und Gassen, die von den großen Bussen nicht befahren werden können. Sehenswürdigkeiten wie Santa Chiara, die Cappella Sansevero oder die Krippenstraße muss man deshalb ohnehin zu Fuß erkunden. Hinzu kommt der oft dichte Verkehr in Neapel, durch den die Busse Zeit verlieren können.
Neben den Stadtrundfahrten gibt es auch touristische Bustransfers zu wichtigen Landausflugszielen im Umland. City Sightseeing bietet unter anderem Fahrten nach Pompeji und Herculaneum an. Die Busse starten zentral im Bereich Piazza Municipio/Largo Castello und damit nur wenige Gehminuten vom Kreuzfahrthafen entfernt. Ein weiterer Anbieter ist Tramvia Napoli, der sich auf Transfers und Ausflüge unter anderem nach Pompeji, Herculaneum und zum Vesuv spezialisiert hat. Einige Fahrten starten am Molo Beverello direkt neben dem Kreuzfahrthafen. Für Kreuzfahrer sind diese Angebote eine bequeme Alternative zur individuellen Anreise mit der Bahn. Vor der Buchung würden wir allerdings immer die Aufenthaltsdauer am Ziel und die Rückkehrzeit nach Neapel prüfen.
Die Bahn
Für Landausflüge nach Pompeji und Herculaneum ist die Circumvesuviana besonders interessant. Die Regionalbahnen werden von EAV betrieben und fahren von Neapel über Ercolano und Pompeji bis nach Sorrent. Vom Kreuzfahrthafen fährt man zunächst mit der Metro-Linie 1 von Municipio bis Garibaldi. Die Züge der Circumvesuviana halten im unterirdischen Hauptbahnhof Napoli Piazza Garibaldi. Ausgangspunkt der Strecke ist der nahe gelegene Kopfbahnhof Napoli Porta Nolana. Wer dort einsteigt, hat bessere Chancen auf einen Sitzplatz.
Für Herculaneum steigt man an der Station „Ercolano Scavi“ aus. Von dort sind es etwa 600 Meter bis zum Eingang der Ausgrabungsstätte. Am Bahnhof starten auch Busverbindungen hinauf zum Vesuv. Wer nach Pompeji möchte, fährt weiter bis „Pompei Scavi–Villa dei Misteri“. Der Bahnhof liegt nur wenige Gehminuten vom Eingang Porta Marina entfernt. Die Fahrt von Napoli Piazza Garibaldi nach Pompeji dauert je nach Verbindung etwa 35 bis 40 Minuten.
Tickets gibt es an den EAV-Schaltern und Automaten oder über die App GoEav. Auf der Strecke Napoli–Sorrento kann man außerdem Tap&Go nutzen. Dazu hält man beim Betreten des Bahnhofs eine kontaktlose Kredit- oder Debitkarte beziehungsweise ein Smartphone oder eine Smartwatch an das Lesegerät und führt am Ziel einen Tap-out durch. Wichtig ist, für Ein- und Auschecken dasselbe Zahlungsmittel zu verwenden.
Eine komfortablere Alternative zur normalen Circumvesuviana ist der Campania Express. Die klimatisierten Züge halten nur an ausgewählten touristisch wichtigen Stationen wie Ercolano, Pompeji und Sorrent und bieten reservierte Sitzplätze. Im Jahr 2026 verkehrt der Campania Express allerdings nur bis zum 30. September. Ab dem 1. Oktober 2026 wird der Betrieb bis auf Weiteres eingestellt.
Karte von Pompeji und den Bahnhöfen: Der Bahnhof „Pompeji Scavi-Villa dei Misteri“ (Circumvesuviana) befindet sich in unmittelbarer Nähe des Eingangs Porta Marina (via Villa dei Misteri). Der Hauptbahnhof (Trenitalia) ist ca. 800 Meter vom Eingang Piazza Anfiteatro (Piazza Immacolata) entfernt.
Alternativ kann man Pompeji auch mit den Regionalzügen von Trenitalia erreichen. Diese fahren von Napoli Centrale zum Bahnhof Pompei. Von dort läuft man etwa 800 Meter bis zum Eingang Piazza Anfiteatro. Für die meisten Kreuzfahrer finden wir die Circumvesuviana praktischer, weil der Bahnhof Pompei Scavi–Villa dei Misteri unmittelbar an der Ausgrabungsstätte liegt.
Fähren
Wer Capri auf eigene Faust besuchen möchte, hat es in Neapel besonders einfach. Die Schnellfähren starten am Molo Beverello direkt neben der Stazione Marittima. Vom Kreuzfahrtschiff läuft man nur wenige Minuten bis zum neuen Fährterminal. Mehrere Reedereien wie NLG, SNAV und Caremar bieten täglich Verbindungen nach Capri an. In der Saison gibt es zahlreiche Abfahrten über den ganzen Tag verteilt. Die Überfahrt mit den schnellen Schiffen dauert etwa 50 bis 60 Minuten.
Tickets gibt es an den Schaltern im neuen Terminal am Molo Beverello oder vorab online bei den jeweiligen Fährgesellschaften. Anbieterübergreifend kann man die Verbindungen auch bei MrFerry (misterferry.de) abfragen. Gerade in der Hauptsaison würden wir die Hin- und Rückfahrt möglichst vorab buchen. Für Kreuzfahrer ist insbesondere die Rückfahrt wichtig. Wir würden nicht die letzte mögliche Fähre nehmen, sondern ausreichend Zeitreserve bis zur Abfahrt des Kreuzfahrtschiffes einplanen.
Bei starkem Wind und hohem Seegang können Verbindungen ausfallen oder sich verspäten. Wer Capri auf eigene Faust besucht, sollte deshalb am Morgen die aktuelle Wetterlage und den Fährverkehr prüfen.
Highlights für Landausflüge in Neapel auf eigene Faust
Neapel ist eine faszinierende Stadt und bietet Kreuzfahrern außergewöhnlich viele Möglichkeiten. Die historische Altstadt kann man direkt vom Hafen aus zu Fuß erkunden. Im Umland gehören vor allem Pompeji und der Vesuv zu den beliebtesten Landausflugszielen. Auch Herculaneum und Capri sind gut erreichbar. Hier ein Überblick über die beliebtesten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Neapel auf eigene Faust.
Orientierung für Kreuzfahrer
Neapel selbst kann man vom Kreuzfahrthafen sehr gut auf eigene Faust erkunden. Viele Sehenswürdigkeiten im Zentrum sind zu Fuß erreichbar und für längere Wege kann man die Metro nutzen. Wer Pompeji, den Vesuv, Capri oder andere Ziele im Umland besuchen möchte, sollte dagegen mehr Zeit einplanen und sich möglichst auf ein oder zwei Schwerpunkte konzentrieren.
⭐ Für Erstbesucher: Wer Neapel noch nicht kennt, hat die Wahl zwischen einem ausführlichen Stadtbummel und einem Landausflug nach Pompeji oder zum Vesuv. Pompeji und Vesuv lassen sich bei ausreichender Liegezeit auch miteinander verbinden.
🏛️ Für Stadtbummler: Die historische Altstadt mit Spaccanapoli, Krippenstraße und zahlreichen Kirchen kann man sehr gut zu Fuß erkunden. Auch Via Toledo, Quartieri Spagnoli und Piazza del Plebiscito lassen sich gut in einen Rundgang einbauen.
🌋 Rund um den Vesuv: Pompeji, Herculaneum und der Vesuv liegen relativ nah beieinander und gehören zu den wichtigsten Landausflugszielen rund um Neapel. Pompeji ist die weitläufigste Ausgrabungsstätte, während Herculaneum deutlich kleiner und kompakter ist. Beide lassen sich bei entsprechender Planung mit dem Vesuv verbinden.
🏝️ Für Capri-Fans: Die Schnellfähren nach Capri starten am Molo Beverello direkt neben dem Kreuzfahrthafen. Dadurch kann man die Insel gut auf eigene Faust besuchen. Für die Rückfahrt zum Schiff würden wir allerdings ausreichend Zeitreserve einplanen.
🇮🇹 Für Wiederholungsbesucher: Sorrent und die Amalfiküste bieten sich an, wenn man Neapel, Pompeji und Capri bereits kennt. Wegen der langen Fahrzeiten und des Verkehrs würden wir für einen größeren Landausflug entlang der Amalfiküste eher einen organisierten Landausflug oder einen privaten Fahrer wählen.
Ein Stadtbummel in Neapel
Der Kreuzfahrthafen liegt so günstig, dass man viele Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Neapel auf eigene Faust erkunden kann. Wir beschreiben jetzt einen möglichen Stadtbummel in Neapel. Wir starten direkt am Schiff und können den größten Teil der Strecke bequem zu Fuß zurücklegen. Die Wege sind überschaubar, zweimal nutzen wir die Metro und einmal die historische Standseilbahn.
Karte des Zentrums von Neapel für Kreuzfahrer: 1. Castel Nuovo, 2. Piazza Municipio mit der gleichnamigen Metrostation, 3. Standort der Hop-on Hop-off Busse, 4. Metrostation an der Fußgängerzone Via Toledo, 5. Chiostro maiolicato im Kloster Santa Chiara, 6. Museo Cappella Sansevero, 7. Krippenstraße, 8. Pizzarestaurant an der Spaccanapoli, 9. Dom, 10. Metro Duomo, 11. Metro Vanvitelli, 12. Castel Sant’Elmo, 13. Funicolare-Bergstation „Piazza Fuga“, 14. Funicolare-Talstation „Augusteo“, 15. Galleria Umberto I, 16. Teatro San Carlo, 17. Piazza del Plebiscito, 18. Palazzo Reale, 19. Gran Caffè Gambrinus, 20. Fußgängerzone Via Chiaia, 21. Galleria Borbonica, 22. Archäologisches Nationalmuseum Neapel
Für den kompletten Stadtbummel auf eigene Faust sollte man etwa sechs bis sieben Stunden einplanen, wenn man unterwegs einige Sehenswürdigkeiten besichtigen und eine Mittagspause machen möchte. Zu Fuß legt man dabei ungefähr 5,5 bis 6 Kilometer zurück. Durch die beiden Metrofahrten und die Standseilbahn lassen sich längere Strecken und vor allem der Höhenunterschied zum Vomero bequem überbrücken. Wer weniger Zeit hat, kann einzelne Besichtigungen auslassen und die Runde entsprechend verkürzen. Die Galleria Borbonica würden wir nur einplanen, wenn mindestens eine weitere Stunde zur Verfügung steht.
Metro Municipio & Metro Toledo
Wir starten unseren Stadtbummel direkt an der Stazione Marittima. Besonders praktisch ist der neue unterirdische Fußweg, der den Kreuzfahrthafen mit der Metrostation „Municipio“ verbindet. So kommt man ohne Umweg und ohne die viel befahrenen Straßen rund um die Piazza Municipio überqueren zu müssen, direkt zur Metro. Wir nehmen die Linie 1 in Richtung Piscinola und fahren eine Station bis „Toledo“. Bezahlen kann man einfach kontaktlos.
Die Metrolinie 1 wird wegen ihrer kunstvoll gestalteten Stationen auch Metro dell’Arte genannt. Besonders sehenswert ist die Metrostation „Toledo“, an der wir jetzt aussteigen. Mosaike in Blau- und Weißtönen, Spiegelungen und Lichtinstallationen erinnern an eine Unterwasserwelt. Besonders auffällig ist der große Lichtschacht, der sich von der Straßenebene tief in die Station hinunterzieht. Wir verlassen die Metro und stehen direkt auf der Via Toledo, einer der wichtigsten Einkaufsstraßen Neapels.
Spaccanapoli & Majolika-Kreuzgang
Wir folgen der Via Toledo etwa 400 Meter bis zur Via Maddaloni und biegen hier nach rechts in die sogenannte Spaccanapoli ein. Der Name bedeutet sinngemäß „Neapel-Spalter“, weil die schnurgerade Straßenachse die historische Altstadt scheinbar in zwei Teile teilt. Spaccanapoli ist kein offizieller Straßenname, sondern setzt sich aus mehreren Straßen zusammen und führt gut zwei Kilometer quer durch die Altstadt. Entlang der Strecke liegen zahlreiche Kirchen, Geschäfte, Cafés und einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Neapels.
Nach wenigen Gehminuten erreichen wir den Klosterkomplex Santa Chiara. Hinter den eher schlichten Mauern verbirgt sich der berühmte Majolika-Kreuzgang (Chiostro maiolicato) mit bunt bemalten Säulen und Sitzbänken. Der Eintritt kostet derzeit 7 Euro. Wer den Kreuzgang in den Stadtbummel einbauen möchte, sollte für die Besichtigung etwa 40 Minuten einplanen.
Cappella Sansevero & Krippenstraße
Von Santa Chiara laufen wir etwa 450 Meter zur Cappella Sansevero, die etwas versteckt in einer Nebenstraße liegt. Die kleine Barockkapelle beherbergt zahlreiche Kunstwerke. Berühmt ist vor allem der Verhüllte Christus von Giuseppe Sanmartino. Die Skulptur zeigt den liegenden Christus unter einem scheinbar durchsichtigen Schleier aus Marmor, unter dem Gesichtszüge, Körper und selbst kleinste Details zu erkennen sind. Der Eintritt kostet derzeit 12 Euro. Die Zahl der Besucher ist begrenzt und für die Besichtigung benötigt man ein Ticket mit festem Zeitfenster. Wer die Cappella Sansevero in seinen Stadtbummel einbauen möchte, sollte deshalb möglichst frühzeitig online reservieren. Die Tickets werden 60 Tage im Voraus freigeschaltet.
Von der Cappella Sansevero gehen wir etwa 500 Meter weiter zur berühmten Krippenstraße. Auf einem Stadtplan findet man sie unter diesem Namen allerdings nicht. Sie heißt offiziell Via San Gregorio Armeno. In der engen Gasse haben zahlreiche Krippenbauer ihre Werkstätten.
Neapolitanische Pizza & Kathedrale
Zu einem Stadtbummel in Neapel gehört für uns auch eine traditionelle neapolitanische Pizza. Typisch sind der dünne Boden und der weiche, etwas dickere Rand. Besonders bekannt ist die Pizza Margherita mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Der Überlieferung nach soll der Pizzabäcker Raffaele Esposito diese Variante 1889 zu Ehren der italienischen Königin Margherita serviert haben.
Die Trattoria e Pizzeria Spaccanapoli an der Via San Biagio dei Librai 83 liegt direkt an unserer Route und nur etwa 200 Meter von der Krippenstraße entfernt. Neben Pizza gibt es hier auch klassische neapolitanische Gerichte. Für uns ist das eine praktische Adresse für eine Mittagspause während des Stadtbummels.
Anschließend laufen wir etwa 300 Meter weiter zum Duomo di Napoli, der Kathedrale der Stadt. Der Eintritt in den Dom ist kostenlos. Besonders sehenswert ist die Cappella del Tesoro di San Gennaro. Die prunkvolle Barockkapelle wurde für die Reliquien des Stadtpatrons San Gennaro errichtet. Hier werden auch die berühmten Ampullen mit einer Substanz aufbewahrt, die als Blut des heiligen Januarius verehrt wird. Zu bestimmten Terminen im Jahr soll sich die normalerweise feste Substanz verflüssigen. Das sogenannte Blutwunder hat für viele Neapolitaner bis heute eine große Bedeutung.
Castel Sant’Elmo & Funicolare Centrale
Nach der Besichtigung des Doms gehen wir zur nahe gelegenen Metrostation „Duomo“ und fahren mit der Linie 1 in Richtung Piscinola bis „Vanvitelli“. Die Fahrt dauert etwas, erspart uns aber den langen und teilweise steilen Weg hinauf in den Stadtteil Vomero. Von der Metrostation „Vanvitelli“ laufen wir etwa 750 Meter zum Castel Sant’Elmo. Die sternförmige Festung liegt auf dem Vomero hoch über der Stadt. Von den Mauern und Terrassen hat man einen weiten Blick über Neapel, den Golf und hinüber zum Vesuv. Besonders schön ist der Blick auf die schnurgerade Spaccanapoli, auf der wir vorher unterwegs waren. Der Eintritt kostet derzeit 5 Euro.
Anschließend gehen wir zurück in Richtung Piazza Vanvitelli und zur Bergstation „Piazza Fuga“ der Funicolare Centrale. Mit der historischen Standseilbahn fahren wir hinunter zur Station „Augusteo“. Von hier sind es nur wenige Schritte bis zur Galleria Umberto I und zum Teatro San Carlo. Damit schließt sich unsere Runde langsam wieder in Richtung Kreuzfahrthafen.
Galleria Umberto I & Teatro San Carlo
Von der Talstation Augusteo sind es nur wenige Schritte bis zur Galleria Umberto I. Die monumentale Einkaufspassage entstand zwischen 1887 und 1890 und gehört zu den bekanntesten Bauwerken im Zentrum von Neapel. Besonders eindrucksvoll sind die hohe Konstruktion aus Eisen und Glas und die große Glaskuppel über der zentralen Kreuzung. Geschäfte und Cafés gibt es natürlich auch.
Durch einen der Ausgänge erreichen wir nach wenigen Metern das Teatro di San Carlo. Das 1737 eröffnete Opernhaus gehört zu den ältesten noch bespielten Opernhäusern der Welt und bietet heute rund 1.400 Zuschauern Platz. Der Zuschauerraum mit seinen sechs Rängen und der großen Königsloge ist besonders sehenswert.
Das Teatro San Carlo kann man auch im Rahmen einer Führung besichtigen. Bei unserem Stadtbummel würden wir dafür allerdings nur Zeit einplanen, wenn man sich besonders für Opernhäuser interessiert. Direkt nebenan liegen bereits der Palazzo Reale und die Piazza del Plebiscito.
Piazza del Plebiscito & Palazzo Reale
Direkt hinter dem Teatro San Carlo erreichen wir die weitläufige Piazza del Plebiscito, einen der bekanntesten Plätze Neapels. Auf der einen Seite steht die Kirche San Francesco di Paola mit ihrer großen Kuppel und den halbkreisförmigen Kolonnaden. Gegenüber befindet sich der Palazzo Reale, der ehemalige Königspalast. Wer genügend Zeit hat, kann den Palazzo Reale auch von innen besichtigen. Zu sehen sind unter anderem die historischen königlichen Gemächer mit prunkvollen Sälen und die monumentale Treppe. Bei unserem Stadtbummel würden wir die Innenbesichtigung allerdings nur einplanen, wenn noch ausreichend Zeit bis zur Abfahrt des Schiffes bleibt.
An der Piazza del Plebiscito befindet sich auch das traditionsreiche Gran Caffè Gambrinus. Das Café wurde 1860 gegründet und entwickelte sich später zu einem bekannten Treffpunkt von Künstlern, Schriftstellern und Politikern. Wer noch Zeit für einen Espresso oder eine Sfogliatella hat, findet hier eine der bekanntesten Adressen Neapels.
Von der Piazza del Plebiscito kann man anschließend noch einen Abstecher durch die elegante Einkaufsstraße Via Chiaia machen. Wir gehen dagegen langsam wieder in Richtung Kreuzfahrthafen – allerdings wartet vorher noch eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit unter der Erde.
Galleria Borbonica & Rückkehr zum Schiff
Wer noch genügend Zeit hat, kann zum Abschluss unseres Stadtbummels die Galleria Borbonica besuchen. Der Eingang im Vico del Grottone 4 liegt nur etwa 100 Meter von der Piazza del Plebiscito entfernt. Die unterirdischen Gänge wurden ab 1853 im Auftrag von König Ferdinand II. angelegt und sollten unter anderem als Fluchtweg für die königliche Familie dienen. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Anlage als Luftschutzraum genutzt. Später dienten die unterirdischen Räume als Abstellplatz für beschlagnahmte Autos und Motorräder, von denen einige noch heute zu sehen sind.
Die normale Führung dauert etwa eine Stunde und kostet derzeit 15 Euro. Eine Reservierung ist erforderlich. Da die Führungen nur zu bestimmten Zeiten angeboten werden, sollte man diesen Besuch bei einem Landausflug vorab in den Tagesablauf einplanen.
Anschließend gehen wir zurück in Richtung Kreuzfahrthafen. Dabei kommen wir am Castel Nuovo vorbei, das wir zu Beginn unserer Runde bewusst ausgelassen haben. Die mächtige mittelalterliche Burg, die auch Maschio Angioino genannt wird, gehört zu den Wahrzeichen Neapels. Besonders auffällig ist der weiße Triumphbogen zwischen den dunklen Wehrtürmen. Für unseren Stadtbummel reicht uns diesmal der Blick von außen. Von hier sind es nur noch wenige Minuten bis zur Stazione Marittima und zurück zum Kreuzfahrtschiff.

Alternative: Archäologisches Nationalmuseum
Das Archäologische Museum (MANN) gehört nicht zu unserem beschriebenen Stadtbummel. Das Museum ist so umfangreich, dass man für einen Besuch mindestens zwei bis drei Stunden einplanen sollte. Für unsere ohnehin schon lange Runde wäre der zusätzliche Zeitaufwand deshalb zu groß. Wer sich besonders für Pompeji, Herculaneum und die römische Antike interessiert, kann das Museum aber gut zu einem eigenen Schwerpunkt des Landgangs machen.
Das MANN beherbergt eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Welt. Besonders interessant sind die zahlreichen Originalfunde aus Pompeji und Herculaneum, darunter Mosaike, Fresken, Skulpturen und Alltagsgegenstände. Berühmt sind außerdem die Farnesischen Sammlungen mit monumentalen antiken Skulpturen. Vom Kreuzfahrthafen erreicht man das Museum bequem mit der Metro. Von „Municipio“ fährt man mit der Linie 1 bis „Museo“.
Landausflüge außerhalb des Stadtzentrums
Rund um den Golf von Neapel gibt es außergewöhnlich viele Ziele für einen Landausflug. An erster Stelle stehen für viele Kreuzfahrer Pompeji und der Vesuv. Auch Herculaneum ist vom Kreuzfahrthafen gut erreichbar. Wer lieber aufs Wasser möchte, kann direkt neben dem Hafen mit der Fähre nach Capri fahren. Weitere Ziele sind Sorrent, die Amalfiküste und der Königspalast von Caserta. Kunstliebhaber können das Museo di Capodimonte besuchen. Die Entfernungen und der Zeitaufwand unterscheiden sich allerdings erheblich. Während Pompeji, Herculaneum und Capri gut auf eigene Faust erreichbar sind, würden wir für einen größeren Landausflug an die Amalfiküste eher einen organisierten Landausflug oder einen privaten Fahrer wählen.
Karte der Landausflugsziele außerhalb von Neapel: 1. Museo di Capodimonte, 2. Palazzo Reale di Caserta, 3. Pompeji, 4. Herculaneum, 5. Vesuv, 6. Capri, 7. Amalfi, 8. Sorrent, 9. Phlegräische Felder, 10. Ischia. Kreuzfahrtschiffe steuern in der Region auch Salerno an (unten rechts)
Museo di Capodimonte
Das Museo di Capodimonte liegt rund 6,8 km nördlich des Kreuzfahrthafens in einem ehemaligen Königspalast oberhalb der Stadt. Für Kunstliebhaber gehört es zu den bedeutendsten Museen Neapels. Zu den bekanntesten Beständen zählen die Farnesischen Sammlungen sowie Werke von Raffael, Tizian, Caravaggio und anderen bedeutenden italienischen Künstlern. Zum Palast gehört außerdem der weitläufige Real Bosco di Capodimonte mit schönen Ausblicken über Neapel.
Vom Kreuzfahrthafen ist Capodimonte allerdings nicht ganz so bequem erreichbar wie die Sehenswürdigkeiten im Zentrum. Man kann mit der Metro bis „Museo“ fahren und dort in einen Bus nach Capodimonte umsteigen. Alternativ bietet sich ein Taxi an. Der reguläre Eintritt in das Museum kostet derzeit 15 Euro. Da die Sammlungen sehr umfangreich sind, würden wir für Museum und Anfahrt mehrere Stunden einplanen. Wer Capodimonte besuchen möchte, sollte vorher auf der Webseite des Museums prüfen, welche Bereiche aktuell geöffnet sind.

Königspalast von Caserta
Die Reggia di Caserta liegt ca. 37 km nördlich des Kreuzfahrthafens und gehört zu den größten Schlossanlagen Europas. Der monumentale Königspalast wurde im 18. Jahrhundert für die Bourbonen nach Plänen des Architekten Luigi Vanvitelli errichtet. Zusammen mit dem riesigen Schlosspark, dem Aquädukt von Vanvitelli und dem Komplex von San Leucio gehört die Reggia seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Für Kreuzfahrer ist Caserta auch auf eigene Faust gut erreichbar. Von Napoli Centrale fahren Regionalzüge nach Caserta. Der Bahnhof liegt direkt gegenüber dem Schloss, sodass man nach der Ankunft nur die Piazza Carlo di Borbone überqueren muss. Vom Kreuzfahrthafen erreicht man Napoli Centrale bequem mit der Metro ab Municipio.
Für die Besichtigung sollte man ausreichend Zeit einplanen. Allein für die königlichen Gemächer empfiehlt die Reggia etwa zweieinhalb Stunden, für den weitläufigen Park mit Englischem Garten sogar rund vier Stunden. Wer beides sehen möchte, sollte Caserta deshalb als Hauptziel des Landausfluges einplanen. Das Kombiticket für Schloss, Park und Englischen Garten kostet derzeit 18 Euro. Dienstags ist die Reggia regulär geschlossen.
Der Vesuv
Der Vesuv erhebt sich südöstlich von Neapel und ist einer der bekanntesten Vulkane Europas. Sein letzter Ausbruch war 1944. Heute gehört der Gipfelbereich zum Parco Nazionale del Vesuvio und ist ein beliebtes Ziel für Landausflüge in Neapel auf eigene Faust. Vom Kraterrand hat man bei guter Sicht einen beeindruckenden Blick über den Golf von Neapel.
Der klassische Aufstieg erfolgt über den Sentiero n. 5 „Il Gran Cono“. Ausgangspunkt ist der Piazzale di Quota 1000 oberhalb von Ercolano. Von hier geht es auf einem teilweise steilen Weg hinauf zum Kraterrand. Feste Schuhe sind empfehlenswert. Je nach Wetter kann es oben deutlich kühler und windiger sein als in Neapel. Für den Zugang benötigt man ein Ticket mit festem Zeitfenster, das online gebucht werden muss. Der Zugang zum Krater kann bei schlechtem Wetter oder starkem Wind kurzfristig eingeschränkt oder geschlossen werden.
Für Kreuzfahrer ist die Anreise über Ercolano besonders praktisch. Mit der Circumvesuviana fährt man von Neapel bis zum Bahnhof „Ercolano Scavi“. Direkt auf dem Bahnhofsvorplatz startet der Vesuvio Express. Die Shuttlebusse benötigen etwa 30 Minuten bis zum Ausgangspunkt auf ca. 1.000 Metern Höhe und fahren ab 9 Uhr etwa alle 30 bis 40 Minuten. Für den Besuch des Vesuvs sind rund zwei Stunden vorgesehen. Angeboten werden auch Pakete, bei denen Hin- und Rückfahrt sowie die Eintrittskarte für den Vesuv enthalten sind. Dadurch lässt sich der Vesuv auf eigene Faust relativ unkompliziert erreichen. Weitere Angebote rund um den Vesuv findet man direkt bei GetYourGuide*.

Herculaneum
Herculaneum wurde beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. unter heißen Asche- und Schlammmassen begraben. Anders als im größeren Pompeji blieben hier sogar Holz, Möbel und andere organische Materialien erhalten. Dadurch vermittelt die kompakte Ausgrabungsstätte einen besonders eindrucksvollen Eindruck vom Alltag in einer römischen Stadt. Der Eintritt in den Archäologiepark kostet derzeit 16 Euro. Herculaneum ist deutlich kleiner als Pompeji und deshalb auch bei begrenzter Liegezeit eine interessante Alternative. Für einen Rundgang würden wir etwa zwei bis drei Stunden einplanen. Bequeme Schuhe sind wegen des teilweise unebenen Untergrunds empfehlenswert.
Für Kreuzfahrer ist Herculaneum auf eigene Faust sehr gut erreichbar. Von Neapel fährt man mit der Regionalbahn Circumvesuviana bis zum Bahnhof Ercolano Scavi. Vom Bahnhof sind es nur etwa 6 Minuten zu Fuß bis zum Eingang des Parco Archeologico di Ercolano. Am Bahnhof startet außerdem der Vesuvio Express, sodass sich Herculaneum und der Vesuv grundsätzlich an einem Tag kombinieren lassen. Dafür sollte man wegen der festen Zeitfenster am Vesuv allerdings sorgfältig planen.
Pompeji
Pompeji ist eines der wichtigsten Landausflugsziele rund um Neapel. Beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. wurde die römische Stadt unter Asche und Bimsstein begraben. Heute kann man durch ganze Straßenzüge mit Wohnhäusern, Tempeln, Thermen, Theatern und Geschäften laufen. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören das Forum, das Amphitheater und die zahlreichen Häuser mit ihren gut erhaltenen Wandmalereien. Das Gelände ist riesig. Für einen ersten Rundgang würden wir mindestens drei bis vier Stunden einplanen. Bequeme Schuhe, Sonnenschutz und ausreichend Wasser sind insbesondere im Sommer wichtig. Wie bei allen großen archäologischen Ausgrabungsstätten würden wir eine Führung mit einem kundigen Guide empfehlen. Man hat einfach mehr davon.
Für Kreuzfahrer ist Pompeji auf eigene Faust sehr gut erreichbar. Mit der Regionalbahn Circumvesuviana fährt man von Neapel in Richtung Sorrent bis zur Station „Pompei Scavi–Villa dei Misteri“. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß zum Eingang Porta Marina. Das ist für Kreuzfahrer in der Regel die einfachste Anreise.
Das Ticket Pompeii Express für die antike Stadt kostet derzeit 20 Euro. Die Eintrittskarten sind personalisiert und die tägliche Besucherzahl ist auf 20.000 begrenzt. Deshalb würden wir das Ticket insbesondere in der Hauptsaison vorab online über die offizielle Webseite des Archäologieparks buchen. Wer zusätzlich die außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes gelegenen Villen besuchen möchte, kann für 25 Euro das Ticket Pompeii+ wählen. Tickets und Touren findet man hier*.
Capri
Capri ist eines der beliebtesten Landausflugsziele im Golf von Neapel. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der kleinen Insel gehören die Blaue Grotte, die Faraglioni-Felsen, die Piazzetta im Ort Capri und die Villa San Michele in Anacapri. Wer zum ersten Mal auf der Insel ist, kann Capri-Stadt und Anacapri miteinander verbinden oder eine Bootsfahrt rund um die Insel unternehmen.
Für Kreuzfahrer ist Capri auf eigene Faust sehr gut erreichbar. Die schnellen Fähren und Tragflügelboote starten am Molo Beverello in unmittelbarer Nähe des Kreuzfahrthafens und benötigen etwa 50 bis 60 Minuten bis Marina Grande auf Capri. Da die Verbindungen insbesondere in der Hauptsaison stark nachgefragt werden, würden wir Hin- und Rückfahrt möglichst vorab buchen und für die Rückfahrt ausreichend Zeitreserve einplanen.
Von Marina Grande fährt der Funicolare in wenigen Minuten hinauf nach Capri-Stadt und endet direkt an der berühmten Piazzetta. Eine einfache Fahrt kostet derzeit 2,40 Euro. Alternativ verkehren die kleinen Inselbusse nach Capri und Anacapri. Gerade in der Hauptsaison muss man allerdings mit Warteschlangen rechnen.
Direkt in Marina Grande starten auch Bootsausflüge rund um Capri und zur berühmten Blauen Grotte. Wer die Grotta Azzurra besuchen möchte, kann hier einen direkten Bootstransfer nehmen oder eine Inselrundfahrt mit einem Stopp an der Grotte buchen. Vor dem Eingang steigt man in kleine Ruderboote um, die als einzige in die Grotte hineinfahren dürfen. Ob ein Besuch möglich ist, hängt allerdings von Wind und Seegang ab.
Sorrent
Sorrent liegt auf einer Steilküste über dem Golf von Neapel und ist ein beliebtes Ziel für einen Landausflug in Neapel. Rund um die Piazza Tasso erstreckt sich die kompakte Altstadt mit kleinen Gassen, Geschäften, Cafés und Restaurants. Sehenswert sind außerdem der Kreuzgang von San Francesco und die Aussichtspunkte oberhalb der Küste. Von der Villa Comunale hat man einen schönen Blick über den Golf von Neapel bis zum Vesuv.
Für Kreuzfahrer ist Sorrent auf eigene Faust gut erreichbar. Mit der Circumvesuviana fährt man von Neapel direkt bis zur Endstation Sorrento. Der Bahnhof liegt nur wenige Gehminuten von der Piazza Tasso entfernt. Alternativ fahren vom Molo Beverello schnelle Fähren und Tragflügelboote nach Sorrent. Diese Möglichkeit ist für Kreuzfahrer besonders bequem, weil der Anleger direkt neben dem Kreuzfahrthafen liegt.
Sorrent lässt sich gut an einem halben Tag erkunden. Wer mehr Zeit hat, kann von hier mit dem Schiff nach Positano oder Amalfi weiterfahren. Für einen Kreuzfahrttag würden wir eine solche Kombination allerdings nur wählen, wenn die Fahrpläne gut zur Liegezeit des Schiffes passen und für die Rückfahrt ausreichend Zeitreserve bleibt.
Amalfiküste
Die Amalfiküste gehört zu den schönsten Küstenlandschaften Italiens. Besonders bekannt sind Positano mit seinen terrassenförmig am Hang gebauten Häusern und Amalfi mit dem berühmten Dom. Von Neapel ist die Küste allerdings bereits ein relativ weit entferntes Landausflugsziel. Wer über die Straße fährt, muss insbesondere in der Hauptsaison mit dichtem Verkehr und längeren Fahrzeiten rechnen.
Eine Alternative sind die saisonalen Schiffsverbindungen vom Molo Beverello nach Positano und Amalfi. Die Fähren umgehen zwar die bekannten Staus an der Amalfiküste, sind von Neapel aus aber ebenfalls relativ lange unterwegs. Für Hin- und Rückfahrt muss man einen erheblichen Teil des Kreuzfahrttages einplanen. Bei einer langen Liegezeit kann die Fahrt trotzdem interessant sein, zumal man die spektakuläre Küste vom Wasser aus erlebt.
Wer möglichst viel von der Amalfiküste sehen möchte, würde für einen Kreuzfahrttag eher einen organisierten Landausflug oder einen privaten Fahrer wählen. Die Fahrt auf eigene Faust mit der Fähre ist vor allem dann eine Alternative, wenn man sich auf Amalfi oder Positano konzentriert und die Fahrpläne gut zur Liegezeit des Schiffes passen.
Weitere Kreuzfahrthäfen im Mittelmeer
Unsere Hafenportraits für Ihre Landausflüge im Mittelmeer: Ajaccio, Barcelona, Cagliari, Cannes, Catania, Civitavecchia/Rom, Genua, Gibraltar, Heraklion, Ibiza, Istanbul, Katakolon, Kefalonia, Kusadasi, La Spezia, Limassol, Livorno, Malaga, Mallorca, Marseille, Messina, Mykonos, Olbia, Palermo, Piräus (Athen), Rhodos, Salerno, Santorin, Souda (Chania), Valencia, Valletta (Malta)
Fazit – Landausflüge in Neapel auf eigene Faust
Neapel ist ein hervorragender Kreuzfahrthafen für Landausflüge auf eigene Faust. Das Cruise Terminal liegt direkt am Stadtzentrum und viele Sehenswürdigkeiten kann man bequem zu Fuß erreichen. Wer zum ersten Mal hier ist, kann durch die Altstadt bummeln und dabei einige der bekanntesten Kirchen, Plätze und Aussichtspunkte miteinander verbinden. Metro und Funicolare erleichtern längere Wege und den Aufstieg in die höher gelegenen Stadtviertel.
Auch das Umland bietet außergewöhnlich viele Möglichkeiten. Pompeji und Herculaneum sind mit der Circumvesuviana gut erreichbar und auch der Vesuv lässt sich über Ercolano Scavi und den Vesuvio Express auf eigene Faust besuchen. Die Fähren nach Capri starten praktisch neben dem Kreuzfahrthafen am Molo Beverello. Mit der Reggia di Caserta gibt es zudem ein weiteres lohnendes Ziel für einen längeren Landgang. Neapel gehört damit für uns zu den vielseitigsten Kreuzfahrthäfen im Mittelmeer.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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