Helsinki auf eigene Faust

Wer Landausflüge in Helsinki auf eigene Faust plant, findet hier weitere Informationen. Die finnische Hauptstadt hat knapp 650.000 Einwohner und zählt zu den wichtigsten Zielen von Ostsee Kreuzfahrten. Seit 1812 ist Helsinki Hauptstadt, die nördlichste in der Europäischen Union. Aus dieser Zeit stammen auch die klassizistischen Bauten rund um den Senatsplatz. Der Dom, die Universität oder auch das Regierungspalais sind ein Werk des deutschen Architekten Engel. In vielen Vierteln wird das Stadtbild von Jugendstilfassaden geprägt. Die moderne Stadtplanung, an der weit über die Grenzen des Landes hinaus berühmte Architekten wie Saarinen und Aalto teilhatten, sieht ihre Aufgabe in der Pflege und Erhaltung des Alten und dem Errichten vorbildlicher Neubauten ohne Störung der Harmonie des Stadtbildes. Helsinki liegt am finnischen Meerbusen, ziemlich genau gegenüber von Tallinn. Finnland gehört zur EU und die Währung ist der Euro. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von MyHelsinki.

Transport in Helsinki auf eigene Faust

Helsinki ist mehr als zwölf Millionen Fahrgästen einer der wichtigsten Passagierhäfen Europas. Neben den vielen Kreuzfahrtschiffen, wird die finnische Hauptstadt von noch mehr Fähren angelaufen. Dementsprechend, gibt es in Innenstadtnähe diverse Passagierterminals, wie man auf der Karte erkennen kann.

Landausflüge in Helsinki auf eigene Faust

Die Liegeplätze auf einen Blick

Umbau des Kreuzfahrthafens

Seit 2017 wird der Hernesaaari Cruise Quay umgebaut. Rechtzeitig zur Saison 2019 werden die neuen Liegeplätze und Terminals fertig sein. Hier werden dann alle größeren und großen Kreuzfahrtschiffe anlegen. Dieser Hafenteil bekommt einen Straßenbahnanschluss, so dass Urlauber einfach mit der Straßenbahn in die Stadt fahren können. Ab 2023 wird die Straßenbahn sogar bis ans Ende der Halbinsel reichen. Bis dahin, muss man ein kurzes Stück laufen. Weitere Informationen folgen rechtzeitig vor der Saison 2019.

Die Saison 2018 ist ein Übergangsjahr. Die größeren Schiffe nutzen mehrheitlich den Melkki Quay im West Harbour und wohl auch die Liegeplätze in Hernesaari (wo parallel gebaut wird). Es gibt auf jeden Fall Shuttlebusse der Reedereien und Zugang zu den Stadtrundfahrten mit den Hop-on Hop-off Bussen. Kleine Kreuzfahrtschiffe kommen näher ans Zentrum heran und machen im South Harbour/Katajanokka fest.

Umbau des Hafens

Umbau bis 2019 © Adactive Ltd

Zu Fuß

Wer mit einem kleineren Kreuzfahrtschiff nach Helsinki kommt und im South Harbour/ Katajanokka anlegt, hat eine gut Möglichkeiten, die Innenstadt zu Fuß zu erreichen. Ideal für einen Tag in Helsinki auf eigene Faust. Zu den kleineren Kreuzfahrtschiffe zählen aus deutscher Sicht zum Beispiel AIDAcara, Albatros. Hamburg, Amadea, Astor, Europa 1 und 2 oder Deutschland. Die Entfernungen sind nicht sehr groß. Wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann die Straßenbahn nehmen.

Für Fußgänger ungünstiger liegen die Anleger Hernesaari (Munkkisaari Quay) und West Harbour (Valtameri Quay, Melkki Quay), wo die meisten Passagiere ankommen. Von hier (Nr. 1 bis 3 auf der Karte) läuft man je nach Liegeplatz 2,5 bis 4 Kilometer ins Zentrum. Entsprechende Fußwege sind ausgeschildert.

Im Zentrum angekommen, kann man viele Sehenswürdigkeiten wie den Dom, den Senatsplatz oder die Uspenski-Kathedrale zu Fuß ablaufen.

Shuttlebusse

Die meisten Kreuzfahrtschiffe liegen im West Harbour/ Hernesaari und damit einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die Reedereien bieten in der Regel einen kostenpflichtigen Pendelbusverkehr an. Ob das der Fall ist, erfährt man leider meist erst an Bord. Das Ticket kostet von der Reederei zu Reederei unterschiedlich. Circa acht bis zwölf Euro dürften realistisch sein. Nicht ganz billig, dafür sehr komfortabel.

Dom und Senatsplatz in Helsinki

Dom und Senatsplatz in Helsinki – Bild: Visit Helsinki/ Cruise Baltic

Stadtrundfahrten

Es gibt in Helsinki zwei Anbieter von sogenannten Hop-On Hop-Off Touren, wie man Stadtrundfahrten heute nennt. Beide Anbieter (Red City Busses und City-Sightseeing) haben rote Busse und bieten jeweils eine eineinhalbstündige Stadtrundfahrt an. Ein Anbieter hat 20, der andere 18 Haltestellen. Man kann an jeder Haltestelle aussteigen und mit einem der nachfolgenden Busse weiterfahren. Alle halbe Stunde geht es los oder weiter. Unterwegs werden die Fahrgäste über Kopfhörer mit Hintergrundwissen versorgt. Kostenlose WLAN an Bord ist mittlerweile auch Standard. Bei beiden Anbietern kann man in Hafennähe einsteigen und auch dort die Tickets kaufen. Vorab kann man die Tickets auch bei Viator oder rent-a-guide (Link s. unten) reservieren.

Öffentliche Verkehrsmittel

Unsere Empfehlung in Helsinki sind öffentliche Verkehrsmittel. Die Webseite der Verkehrsbetriebe HSL (hsl.fi) gibt es auch in englischer Sprache. Das Straßenbahnnetz wird ausgebaut und auch den neuen Hafen in Hernesaari anbinden. Bis dahin, gibt es eine gute Busverbindung (Linie 14 und 14X) von Hernesaari ins Zentrum. Nach zehn Minuten steigt man an der Haltestelle Kampintori aus. Die Straßenbahnen 6T und 9 halten am West-Terminal. Auch hier kann man an der Haltestelle Kampintori im Zentrum aussteigen. Die Tickets kann man beim Fahrer oder an Automaten ziehen. Das Einzelticket kostet 3,20 Euro, wenn man es beim Fahrer kauft. Am Automaten ist es etwas billiger. Noch günstiger ist ein Tagesticket (One-Zone Ticket für die Innenstadt) für derzeit 8 Euro.

Es gibt auch eine U-Bahn, die nördlichste Untergrundbahn der Welt, die aber für Landausflügler, die Helsinki auf eigene Faust erkunden, nicht besonders interessant ist. Es gibt nur eine Linie, die das Zentrum mit den östlichen Stadtbezirken verbindet.

Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn

Stadtbesichtigungen mit der Straßenbahn haben in Helsinki Tradition. Die Straßenbahnen der Linien 2 und 3 gelten als die Sightseeing-Tram in Helsinki. Sie fahren auf einem Rundkurs an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Darunter Markt- und Senatsplatz, Hauptbahnhof, Kamppi-Kapelle, Felsenkirche, Olympiastadion, Nationaloper, Linnanmäki-Freizeitpark, Hakaniemi und „Design District”.

Los geht es am Marktplatz Kauppatori (beim Havis Amanda Brunnen). Bei der Touristeninformation am Hafen oder im Stadtbüro an der Pohjoisesplanadi 19 gibt es ein Faltblatt mit weiteren Informationen zu dieser besonderen und vor allem günstigen Stadtrundfahrt. Andere Sightseeing-Trams sind die Linie 4 (Architektur) und die Linie 6 (Design und kulinarische Highlights).

Fähren

Vom Marktplatz Kauppatori fahren Fähren und Wasserbusse in knapp 25 Minuten zur Seefestung Suomenlinna, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört und auf Inseln vor der Stadt liegt. Die Fähren werden auch von den lokalen Verkehrsbetrieben HSL betrieben.

Die Firma SeaHelsinki (seahelsinki.fi) bietet eine Verbindung zwischen Hernesaari und dem Marktplatz Kauppatori. Es gibt allerdings nur sechs oder sieben Abfahrten pro Tag. Das Returnticket kostet 12 Euro.

Citybike Helsinki

Citybike Helsinki – Bild: Helsinki Region Transport HSL

Taxen

Natürlich findet man in Helsinki auch zahlreiche Taxen. Zum Beispiel am Hafen und an zahlreichen Taxiständen im Stadtgebiet. Die Fahrpreise werden vom Taxameter berechnet und sind nicht verhandelbar. Der Grundpreis liegt an Werktagen bei 5,90 Euro. Pro Kilometer kommen bei 2 Fahrgästen 1,60 Euro pro Kilometer dazu. Drei oder vier Fahrgäste zahlen 1,91 Euro pro Kilometer. An Sonntag wird es teurer.

Fahrräder

Über die Firma City-Bikes (kaupunkipyorat.hsl.fi/en) kann man überall im Stadtgebiet Fahrräder ausleihen. Im Zentrum und auch in Hafennähe. Online kann man vorab erkennen, wie viele Fahrräder an einer Station noch vorhanden sind.

Man sollte sich mit dem System vorab vertraut machen und sich gegenbenenfalls vorab registrieren. Dann kann man günstig (5 Euro pro Tag) ein Fahrrad leihen und, wenn man möchte, auch an anderen Stationen wieder abgeben. Der Fahrradverleih wird von den Verkehrsbetrieben HSL organisiert. Ein Fahrrad erweitert den Radius entscheidend. Auch die Felsenkirche oder das Sibelius-Monument sind damit gut erreichbar.

Landausflüge in Helsinki buchen

Es ist nicht jedermanns Sache, sich im Urlaub mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Stadtplänen zu befassen. Zumal die finnische Sprache und die finnischen Straßennahmen die Orientierung erschweren. Bequemer sind da natürlich geführte Landausflüge. Da ist der Transport organisiert und Stadtführer führen ja nicht nur, sie erklären auch das Gesehene. Entsprechende Angebote findet man an Bord oder bei lokalen Veranstaltern. An Bord jedes Kreuzfahrtschiffes werden zahlreiche organisierte Landausflüge in Helsinki angeboten. Beispielhaft hier das Angebot der beliebten Reederei MSC Kreuzfahrten. Für die Reedereien sind diese Kreuzfahrtausflüge ein wichtiges Geschäft. Entsprechend intensiv wird geworben.

Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen. Angebote lokaler Anbieter kann man bequem und sicher bei Buchungsplattformen wie Viator oder rent-a-guide vergleichen und buchen.

Tipps für Landausflüge in Helsinki

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen dicht beieinander und können gut zu Fuß oder mit der Tram erreicht werden. Ein zentraler Platz und guter Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung ist der Marktplatz Kauppatori am Kopfende des South Harbour. Hier ist täglich Markt unter freiem Himmel. Am Marktplatz starten zudem die Fähren zu den vorgelagerten Inseln (z.B. Seefestung Suomenlinna).

Das Zentrum von Helsinki

Das Zentrum von Helsinki . Royal Caribbean

Wichtige Sehenswürdigkeiten sind auf der Karte markiert. 1 – Marktplatz Kauppatori, 2 – Senatsplatz, 3 – Dom von Helsinki, 4 – Uspenski Kathedrale, 5 – Felsenkirche, 6-Nationalmuseum

Rund um den Marktplatz

Rund um den Marktplatz Kauppatori herum befindet sich das historische Zentrum mit den meisten Sehenswürdigkeiten und Geschäften Helsinkis. Hier kann man problemlos den Tag verbringen. Die meisten Landausflügler, die zum ersten Mal in der Stadt sind, werden sich vermutlich überwiegend hier aufalten.

Am westlichen Ende des Kauppatori ist der der schöne Esplanade Park mit dem Havis-Amanda-Brunnen. Links und rechts des Parks gibt es viele Luxusgeschäfte in prachtvollen Jugendstilbauten. An der Straße Eteläranta, die am westlichen Rand des Marktplatzes nach Süden führt, liegt die restaurierte alte Markthalle (Kauppahalli). Die Verkaufsstände mit ihren Holzfassaden sind streng nach Zünften geordnet und strahlen den Charme vergangener Jahrhunderte aus. Hier kann man auch gut etwas essen.

Am nördlichen Ende des Kauppatori befindet sich das Präsidentenpalais. Der große neoklassizistische Bau dient heute nur noch zu Repräsentationszwecken. Links und rechts davon führen Gassen zum berühmten Senatsplatz mit dem Dom. Das Innere des Doms ist sehr schlicht und lohnt die Besichtigung unserer Meinung nach nicht. Auf den Treppen am Dom kann man aber eine Rast einlegen und den Ausblick genießen.

Am südwestlichen Ende des Senatsplatz führt die Straße Aleksanterinkatu in westliche Richtung. Wenn man dieser schönen, von Jugendstilbauten gesäumten Straße folgt, kommt man nach ein paar hundert Metern zur Mannerheimintie. Das ist eine der Hauptverkehrsstraßen der Stadt, die von Norden ins Zentrum führt. Direkt an der Ecke Aleksanterinkatu und Mannerheimintie befindet sich der Komplex des Kaufhauses Stockmann. Das größte Warenhaus Skandinaviens wurde 1930 eröffnet und damals bereits mit Rolltreppen ausgestattet.

Marktplatz Kauppatori

Marktplatz Kauppatori – Bild: MSC Kreuzfahrten

Nachdem Besuch des Kaufhauses kann man wieder links in die Straße Pohjoisesplanadi (eine Parallelstraße der Aleksanterinkatu) einbiegen und schon ist man zurück am Esplanade Park. Jetzt steht noch die Besichtigung der Uspenski-Kathedrale auf dem Programm. Das Gotteshaus der finnisch-orthodoxen Diözese Helsinkis mit ihren Zwiebeltürmen liegt etwa 300 Meter östlich des Marktplatzes. Die Kirche wurde 1886 von einem russischen Architekten gebaut und ist mit ihren Türmchen und Kuppeln ein echtes Stück Russland. Von der Terrasse, die die Kirche völlig umgibt, hat man einen sehr schönen Blick über weite Teile der Stadt.

Inseln vor Helsinki

Als Ziele für Bootsausflüge ab/bis Marktplatz Kauppatori empfehlen sich vor allem die nahe der Stadt gelegenen Inseln. Besonders bekannt und sehenswert ist die Seefestung Suomenlinna (suomenlinna.fi/de/). Diese Insel wurde ab Mitte des 18. Jahrhunderts stark befestigt. In einem Teil der Festungsanlagen, die dem Schutz der Hafeneinfahrt dienten, befindet sich heute das Festungsmuseum.

Wer einen Tag am Strand verbringen will, kann sich auf die Badeinsel Pihlajasaari übersetzen lassen. Auf der Webseite des Restaurants auf der Insel (pihlajasaari.net) gibt es eine Anfahrtsbeschreibung. Die Fähren hierher starten nicht am Marktplatz.

Die Felsenkirche

Die Felsenkirche – Bild: MSC Kreuzfahrten

Designdistrikt

Finnisches Design ist weltbekannt. Wer sich für Design interessiert, sollte den „Design District“ (designdistrict.fi) besuchen. Rund um den Park Diana findet man unzählige Geschäfte, Antiquitätenläden, Juweliere, Galerien, Museen und Restaurants. Die einschlägigen Geschäfte haben im Schaufenster einen Aufkleber mit der Aufschrift „Design District
Helsinki”. Es gibt auch ein Design Museum.

Felsenkirche und Sibelius-Denkmal in Töölö

Guten einen Kilometer westlich vom Hauptbahnhof befindet sich die Felsenkirche von Helsinki (Temppeliaukion kirkko). Der Kirchenbau aus den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gilt aus Paradebeispiel finnischer Architektur und ist eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit. Von außen sieht man fast nichts, da das Gotteshaus in den Tempelberg in Helsinki hinein gebaut wurde. Die Wände bestehen aus Felsen. Vom Marktplatz läuft man ca. 2 Kilometer bis hierher. Mit der Straßenbahn der Linie 2 ist es bequemer.

Sibelius Monument

Sibelius Monument – Bild: MSC Kreuzfahrten

Das Sibelius-Denkmal erinnert an den berühmten finnischen Komponisten Jean Sibelius und stammt ebenfalls aus den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals war es sehr umstritten, was man ein wenig nachvollziehen kann. Es liegt am Meer im Sibelius-Park im Stadtteil Töölö und ist eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit. Das Denkmal kann man mit der Straßenbahn erreichen. Man muss allerdings von der Haltestelle Töölön halli noch ein Stück (ca. 650 Meter) laufen. Das ist aber gut zu schaffen.

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