Klaipeda auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Klaipeda auf eigene Faust zusammengestellt. Das frühere Memel liegt am Eingang zum Kurischen Haff und hat heute ca. 160.000 Einwohner. Der Hafen ist der nördlichste eisfreie Hafen in der Ostsee und der einzige Seehafen des Landes Litauen. Neben zahlreichen Fährverbindungen, ist der Hafen auch für die Verschiffung russischen Erdöls von Bedeutung. Und in den Sommermonaten natürlich für Ostsee Kreuzfahrten. Vor den Toren der Stadt liegt die Kurische Nehrung. Eine schmale Landzunge aus Sand und Kiefern, die parallel zur Küste verläuft und das Kurische Haff umschließt. Die vielfältige Schönheit von Wäldern, Dünen und Seen zieht jedes Jahr Tausende von Touristen an. Das Heilbad Palanga nördlich von Klaipeda zählt zwar nur 18.000 Einwohner, beherbergt aber jährlich 400.000 Feriengäste, die um der belebenden Mischung aus frischer Luft und Salzwasser willen anreisen. Das ganze Jahr über sind die jodhaltigen Mineralquellen und Schlammbäder des Kurortes in Betrieb. Litauen ist Teil der EU. Die Landeswährung ist der Euro. Weitere Informationen findet man auf der Webseite von Klaipedainfo.

Landausflüge in Klaipeda auf eigene Faust

Klaipeda – Bild: Cruise Baltic

Transport in Klaipeda auf eigene Faust

Kreuzfahrtschiffe fahren zwischen der Nordspitze der Kurischen Nehrung und dem Festland hindurch in das Kurische Haff. Man hat den Eindruck, in eine Flussmündung einzulaufen. Es gibt mittlerweile zwei mögliche Liegeplätze für Kreuzfahrtschffe. Auf der Webseite des Hafens (portofklaipeda.lt) erfährt man, wo das eigene Kreuzfahrtschiff anlegt.

Das Cruise Vessel Terminal (Anleger 28 bis 33) entstand 2003 in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums. Hier machen fast alle Kreuzfahrtschiffe fest. Im Terminal gibt es die üblichen Einrichtungen wie Geldautomat, Wechselstube, Internet, Souvenir-Stände und etwas Gastronomie. Die Touristeninformation ist mit einem mobilen Stand vertreten.

Klaipeda ist bisher ein Nebenziel von Ostsee Kreuzfahrten. Pro Saison gibt es nicht mehr als ca. 50 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen. In Ausnahmefällen steht seit 2014 das neue Klaipėda Passenger and Cargo Terminal (Anleger 80) zur Verfügung. Dieses liegt jedoch bereits einige Kilometer weiter südlich. Hier gibt es ebenfalls einen Stand der Touristeninformation. Dazu Geldautomaten, Wechselstube und Souvenirs.

Kreuzfahrtschiff in Klaipeda - Cruise Baltic

Kreuzfahrtschiff in Klaipeda – Bild: Cruise Baltic

zu Fuß

Das alte Zentrum Klaipedas ist vom Cruise Vessel Terminal bequem zu Fuß erreichbar. Das Wahrzeichen der Stadt, der Simon-Dach-Brunnen auf dem Theaterplatz, ist ca. 800 Meter vom Hafen entfernt. Eine Karte mit Sehenswürdigkeiten haben wir hier hinterlegt.

Shuttlebusse

Die Reedereien der am Klaipeda Central Terminal liegenden Kreuzfahrtschiffe bieten einen kostenpflichtigen Shuttleservice ins gut 3 Kilometer entfernte Stadtzentrum an. Die Kosten variieren von Reederei zu Reederei. Insgesamt liegen wie gesagt nur wenige Schiffe soweit vom Zentrum entfernt.

Standrundfahrten

Seit 2018 gibt es einen offenen Kleinbus. Von Mittwoch bis Sonntag startet dieser sechsmal pro Tag am Theaterplatz zu seinen Rundfahrten. Der Service kostet 12 Euro und muss sich vermutlich erst einmal etablieren. Abfahrtszeiten sind: 10:00, 11:00, 12:00, 13:30, 14:30, 15:30. Informationen gibt es während der Fahrt auch in deutscher Sprache. Man wird sehen, ob sich dieser Service behaupten kann.

Blick auf den Hafen

Blick auf den Hafen für Kreuzfahrtschiffe – Bild: Cruise Baltic

Öffentliche Busse

Informationen über den öffentlichen Nahverkehr (Routen, Fahrpläne, Fahrpreise) findet man auf der Webseite Klaipedatransport (klaipedatransport.lt), die es auch in englischer Sprache gibt.

Fähren

Die Personenfähre nach nach Smiltyne (Sandkrug) auf der Kurischen Nehrung starten direkt neben dem Kreuzfahrthafen. Man kann den Fähranleger sehen. Leider ist jedoch eine Hafeneinfahrt dazwischen, so dass man insgesamt etwa einen Kilometer laufen muss. Der Weg führt über eine Drehbrücke, an der man unter Umständen etwas warten muss. Die genaue Adresse des Old Ferry Terminal lautet Danes Straße Nr. 1.

Die Fähren der Firma Keltas (kletas.lt) fahren alle 30 Minuten und kosten einen Euro. Man kann ein (gemietetes Fahrrad) mitnehmen. Weiter südlich gibt es eine Fähre für Autos.

Mietwagen und Mieträder

Es gibt in Klaipeda einige bekannte Autovermieter unweit des Hafens. Zum Beispiel Sixt und Europcar. Ein neuartiges Konzept bietet CityBee (citybee.lt). Hier kann man Autos und Fahrräder auch stundenweise mieten. Einen Fiat 500 gibt es für 6,90 Euro pro Stunde oder 29,90 Euro pro Tag (Stand: Sept. 2018). Weitere Anbieter findet man auf der Webseite der Touristeninformation.

Auf einen Blick

Auf einen Blick

Auf der Kurischen Nehrung

Smiltyne (Sandkrug) ist ein Stadtteil von Klaipeda auf der Kurischen Nehrung. Der Ort gilt auch als Badewanne der Stadt. Den wunderbaren Sandstrand an der Seeseite der Nehrung erreicht nach etwa einem ca. 1000 Meter langen Fußmarsch durch den Kiefernwald.

Die Kurische Nehrung ist fast hundert Kilometer lang. Eine Straße führt über die maximal 3,8 Kilometer breite Halbinsel. Nach Nida (Nidden) sind es bereits 46 Kilometer. Die Parnidis-Düne (Große Düne) liegt sogar noch kurz hinter Nida. Die Entfernungen sind also erheblich.

Beim Fähranleger Smiltyne gibt es einen Busbahnhof. Mit Minibussen auf der Route Smiltyne – Juodkrante – Pervalka – Preila – Nida erreicht man die Siedlungen auf der Nehrung. Die Fahrpläne sind mit der Fähre abgestimmt. Verbindungen und Tickets gibt es zum Beispiel auf dieser Webseite (autobusubilietai.lt). Auch Taxen stehen bereit, deren Preisniveau wir leider nicht kennen.

Landausflüge in Klaipeda buchen

Es ist nicht jedermanns Sache, sich im Urlaub mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Stadtplänen zu befassen. Zumal die lettische Sprache und die örtlichen Straßennahmen die Orientierung erschweren. Bequemer sind da natürlich geführte Landausflüge. Entsprechende Angebote findet man an Bord oder bei lokalen Veranstaltern. An Bord jedes Kreuzfahrtschiffes werden zahlreiche organisierte Landausflüge in Helsinki angeboten. Beispielhaft hier das Angebot der beliebten Reederei MSC Kreuzfahrten. Für die Reedereien sind diese Kreuzfahrtausflüge ein wichtiges Geschäft. Entsprechend intensiv wird geworben.

Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen. Eine Auswahl an Landausflügen und Stadtführungen lokaler Ausflugsanbieter findet man bei rent-a-guide oder bei Viator. Angebote von GetYourGuide gibt es am Ende dieser Seite.

Highlights für Landausflüge in Klaipeda

Die meisten Urlauber, die im Rahmen einer Ostsee Kreuzfahrt Landausflüge in Klaipeda auf eigene Faust unternehmen, besuchen die schöne Altstadt und die gegenüberliegende Kurische Nehrung.

Die Altstadt

Klaipeda ist die älteste Stadt Litauens und verfügt über eine recht attraktive Altstadt. Stadtrundgänge beginnen meist am hübschen Theaterplatz. Hier entstand 1819 das erste feste Theater. Das heutige Gebäude ist eine Nachbildung des ursprünglichen Theaters, das dem Großbrand von 1854 zum Opfer fiel. Ein Brunnen und das berühmte Standbild des Ännchen von Tharau auf dem Theaterplatz erinnern an den 1605 in Memel geborenen Dichter Simon Dach. Das alte Ännchen (eine Figur aus einem beliebten Volkslied von Dach) überlebte den 2. Weltkrieg nicht. Die Nachbildung eines Berliner Bildhauers wurde 1990 eingeweiht. Die Turgaus gatve (Marktstraße) war Memels erste gepflasterte Straße. Einige schöne Gebäude aus dem 19. Jahrhundert blieben erhalten. Westlich des Theaterplatzes und in unmittelbarer Nähe des Hafens stehen am Dangeufer die Überreste der Memelburg. Eines der ältesten Fachwerkhäuser findet man an der Aukstoji gatve (Hohenstraße) Nr. 3. In derselben Straße können sich Philatelisten in der Alten Post (Nr. 13) einen Sonderstempel auf ihre Briefe drücken lassen.

Auf der Kurischen Nehrung

Auf der Kurischen Nehrung – Bild: Cruise Baltic

Die Akropolis

Hinter der Akropolis von Klaipeda (akropolis.lt) verbirgt sich eine riesige Mall. Das angeblich größte Einkaufszentrum des Baltikums mit unzähligen Geschäften, Restaurants, Kino und Bowlingbahnen, ist nur knapp vier Kilometer vom Hafen entfernt.

Kurische Nehrung

Die Kurischen Nehrung lässt sich leicht mit der Fähre erreichen, die ca. jede halbe Stunde mit Ziel Smiltyne (Sandkrug) ablegt. Weitere Informationen zu den Orten auf der Kurischen Nehrung findet man auch in deutscher Sprache auf der Webseite von Visit Neringa.

1866 begannen die Preußen am Nordzipfel der Nehrung eine Festung zum Schütze des Memeler Hafens zu errichten. Die Anlage 5 wurde jedoch nie fertig gestellt und geriet bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Zu diesem Zeitpunkt beschloss die Regierung, hier ein Meeresmuseum und Aquarium (muziejus.lt/en) einzurichten. Über 100 Arten heimischer Süßwasser- und Ostseefische können in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden, außerdem sind tropische Fische, Muscheln und Korallen zu bewundern. Das Museum zeigt auch Schiffsmodelle aus verschiedenen Epochen. In den Außenbecken tummeln sich Seehunde, Seelöwen, Schildkröten, Pinguine und Delphine. Gleich südlich des Aquariums befindet sich das ethnographische Freilichtmuseum, das Einblick in das Leben der kurischen Fischer gewährt. Ein altes Segelschiff unweit davon dient nun als Restaurant.

Ebenfalls auf der Kurischen Nehrung und von Smiltyne aus mit dem Bus zu erreichen ist Nida. Kein Wunder, dass dieses Städtchen im Herzen der Kurischen Nehrung seit jeher Dichter und Maler und in neuerer Zeit auch Fotografen anzieht! Seine bis zu 60 Meter hohen Dünen sind die höchsten Europas. Im Tal des Schweigens gibt es nur Sand und Himmel, so weit das Auge reicht, und von den hohen Dünen herab blickt man auf eine zauberhafte, friedvolle Landschaft aus weißen Sandbergen und grünen Kieferwäldern. Auf dem Schwiegermutterberg steht das Thomas-Mann-Haus mit seinem typischen Reetdach, verzierten Windbrettern und weißen Fensterläden. Der berühmte Schriftsteller arbeitete hier in den Sommern der Jahre 1930-32 an dem Roman Joseph und seine Brüder. Nun beherbergt die Villa ein Museum und eine Gedenkstätte. Der kleine, halbvergessene Friedhof neben der Dorfkirche lohnt einen Besuch. Für die Haffregion typische, aus Holzbrettern geschnitzte Grabmäler stehen hier wie graue Waldgeister unter hohen alten Bäumen.

Bernsteinmuseum Palanga

Bernsteinmuseum Palanga – Bild: Cruise Baltic

Palanga

Palanga (palangatic.lt) liegt ca. 30 Kilometer nördlich von Klaipeda an der Ostsee. Das frühere Polangen ist der größte und beliebteste Badeort an der litauischen Küste. Ein weißer, von Küstenwäldern gesäumter Sandstrand erstreckt sich scheinbar endlos in nördlicher und südlicher Richtung. Die baumbestandene, verkehrsfreie Altstadt lädt zum Bummeln ein. Der Botanische Garten wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem französischen Landschaftsarchitekten angelegt. Im einstigen Schloss des polnischen Grafen Tiskiewicz mitten im Park befindet sich das berühmte Bernstein-Museum (pgm.lt). Hier erfährt man, wie Bernstein gewonnen und verarbeitet wird. Unter den 18.000 Stücken der bemerkenswerten Ausstellung sind kiloschwere Brocken und prähistorische Schmuckstücke zu bewundern.

Weitere Kreuzfahrtausflüge lokaler Anbieter


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