Klaipeda auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Klaipeda auf eigene Faust zusammengestellt. Das frühere Memel war bis 1920 die nördlichste Stadt Deutschlands. Klaipeda liegt an der nördlichen Einfahrt zum Kurischen Haff und hat heute gut 162.000 Einwohner. Der Hafen ist der nördlichste (meist) eisfreie Hafen an der Ostsee und der einzige Seehafen Litauens. Neben zahlreichen Fährverbindungen ist der Hafen von Klaipeda auch für die Verschiffung russischen Erdöls von Bedeutung. Und in den Sommermonaten natürlich für Ostsee Kreuzfahrten. Vor den Toren der Stadt liegt die Kurische Nehrung. Eine schmale Landzunge aus Sand und Kiefern, die parallel zur Küste verläuft und das Kurische Haff umschließt. Die vielfältige Schönheit von Wäldern, Dünen und Stränden zieht jedes Jahr Tausende von Touristen an. Das Heilbad Palanga nördlich von Klaipeda zählt zwar nur 18.000 Einwohner, beherbergt aber jährlich 400.000 Feriengäste, die um der belebenden Mischung aus frischer Luft und Salzwasser willen anreisen. Das ganze Jahr über sind die jodhaltigen Mineralquellen und Schlammbäder des Kurortes in Betrieb.

Landausflüge in Klaipeda auf eigene Faust
Celebrity Constellation zwischen Stadt und Kurischer Nehrung – Bild: Cruise Baltic

Litauen ist Teil der EU und die Landeswährung ist der Euro. Weitere Informationen findet man auf der Webseite der lokalen Touristeninformation. Stand: April 2021

Der Kreuzfahrthafen von Klaipeda

Kreuzfahrtschiffe fahren zwischen der Nordspitze der Kurischen Nehrung und dem Festland hindurch in das Kurische Haff. Die Einfahrt ähnelt einer Flussmündung. Wenig später erreichen die Kreuzfahrtschiffe bereits das Klaipėdos Kruizinių Laivų Terminalas.

Klaipeda auf eigene Faust
Cruise Vessel Pier – Bild: Klaipeda Tourismus- und Kulturinformationszentrum

Der Kreuzfahrthafen besteht im Prinzip nur aus einer langen Mole, die 2003 in der Nähe des Stadtzentrums gebaut wurde. Hier machen die Kreuzfahrtschiffe fest. Offiziell hat der Liegeplatz die Bezeichnung 28-33. Es kann aber nur ein großes Kreuzfahrtschiff anlegen. Die Adresse lautet: Priespilio gatve 9. Die Touristeninformation ist auf der Mole mit einem mobilen Stand vertreten. Sonst gibt es direkt am Schiff keine Infrastruktur.

Mobil in Klaipeda auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Klaipeda auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt.

Zu Fuß

Wer möchte, kann Klaipeda auf eigene Faust zu Fuß erkunden. Das Wahrzeichen der Stadt, der Simon-Dach-Brunnen auf dem Theaterplatz, ist ca. 800 Meter vom Hafen entfernt. Einen Stadtplan mit Sehenswürdigkeiten haben wir hier hinterlegt. Auf dem Weg ins Zentrum passiert man die historische Drehbrücke über den Burgkanal. Wenn Yachten in den Burghafen einfahren möchten, wird die Brücke zur Seite gefahren. Es kann hier also gelegentlich zu gewissen Wartezeiten kommen.

Kreuzfahrtschiff in Klaipeda - Cruise Baltic
Kreuzfahrtschiff in Klaipeda – Bild: Cruise Baltic

Öffentliche Busse

Informationen über den öffentlichen Nahverkehr in Klaipeda findet man auf der Webseite Klaipedatransport, die teilweise in englischer Sprache erreichbar ist. Für Fahrten im Stadtgebiet und in der näheren Umgebung reicht ein Ticket für die Zone 1. Das Tagesticket kostet 3 Euro.

Überregionale Busfahrten beginnen am Busbahnhof in der Butkų Juzės g. 9 in Klaipeda. Das ist 2,5 Kilometer vom Klaipeda Cruise Terminal entfernt. Auf der Webseite Autobusubilietai.lt findet man Informationen über Routen und Preise. Es gibt zum Beispiel Busverbindungen zum Seebad Palanga oder nach Nida auf der Kurischen Nehrung. Wer nach Nida fahren möchte, kann auch an der Personenfähre in Smiltyne zusteigen.

Fähren

Smiltyne (Sandkrug) liegt auf der Kurischen Nehrung direkt gegenüber von Klaipeda und kann mit einer Fähre erreicht werden. Die Personenfähre startet am alten Fährterminal direkt neben dem Kreuzfahrthafen. Man kann den Fähranleger sehen. Leider ist Mündung der Dange dazwischen, so dass man insgesamt 1,2 Kilometer laufen muss. Die genaue Adresse des alten Fährterminals lautet Danes gatve Nr. 1. Die Fähren der Firma Keltas fahren alle 20 bis 30 Minuten und kosten einen Euro. Man kann ein (gemietetes) Fahrrad mitnehmen.

Altstadt und Hafen von Klaipeda
Altstadt und Hafen von Klaipeda

Weiter südlich, am relativ neuen Klaipeda Passenger and Cargo Terminal, gibt es eine Fähre für Autos. Wer mit einem Mietwagen übersetzen möchte ist hier richtig.

Mietwagen

Es gibt in Klaipeda einige bekannte internationale Autovermieter unweit des Hafens, wie zum Beispiel Avis, Sixt und Europcar. Die Station von Avis ist nur 800 Meter vom Hafen entfernt. Sixt und Europcar sind auf der anderen Seite des Flusses Dange ansässig. Vom Hafen geht man ca. 1,2 Kilometer.

Taxis

Wir haben im Hafen keine Taxis gesehen. Es gibt aber in der Stadt diverse Taxizentralen. Der führende Anbieter ist wohl Klaipeda Taxi (klaipedostaksi.lt) mit knapp 50 Taxis. Man kann bei der Firma ein Taxi telefonisch oder über die App des Unternehmens ordern. Die Fahrt wird über das Taxameter abgerechnet. Die Preise sind sehr übersichtlich. Es gibt keine Grundgebühr und der Kilometer kostet 66 Cent. Die Wartezeit wird pro Minute mit 25 Cent in Rechnung gestellt. Andere Taxizentralen haben geringfügig andere Preise.

Klaipeda auf eigene Faust vom Hafen aus zu Fuß erkunden
Der Cruise Vessel Pier aus der Luft – Bild: Cruise Baltic

Fahrräder

Am Fähranleger in Smiltyne gibt es einen mobilen Fahrradverleih. Die Firma Velo Nida (de.velonida.lt) vermietet Räder für zehn Euro pro Tag. Ein Elektrofahrrad kostet 30 Euro. Zubehör für Familien gibt es ebenso wie Schlösser und Helme. Das Unternehmen bietet zudem verschiedene Serviceleistungen wie den Gepäcktransport an. Es ist auch möglich, dass Fahrrad an einem anderen Ort auf der Kurischen Nehrung wieder abzugeben.

Landausflüge in Klaipeda buchen

Für den Tag in Klaipeda werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie und deutschsprachigen Reiseleitern (bei den meisten Touren) gibt es oben. Die gebuchten Landausflüge können bis 15 Tage vorher ohne Angabe von Gründen kostenfrei storniert werden. Zu dem gibt es eine Geld-zurück-Garantie für den Fall, dass das Kreuzfahrtschiff einen Hafen nicht anlaufen kann.

Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Klaipeda

Klaipeda ist ein attraktives Ziel für Ostsee Kreuzfahrten. Die Landausflügler bummeln durch die Altstadt mit ihren restaurierten Fachwerkhäusern, erkunden den Zauber der Kurische Nehrung mit ihren Kiefernwäldern, Stränden und Dünen oder fahren zum Ostseebad Palanga mit seiner Seebrücke und dem Bernsteinmuseum. Dies sind die beliebtesten Ziele für Landausflüge in Klaipeda auf eigene Faust.

Die Altstadt von Klaipeda
Die Altstadt von Klaipeda – Bild: Cruise Baltic

Die Altstadt

Klaipeda ist die älteste Stadt Litauens und verfügt über eine recht attraktive Altstadt. Stadtrundgänge beginnen meist am hübschen Theaterplatz. Hier entstand 1819 das erste feste Theater, das allerdings 1854 einem Brand zum Opfer fiel. Das heutige Gebäude ist eine Nachbildung. Ein Brunnen und das berühmte Standbild des „Ännchen von Tharau“ auf dem Theaterplatz erinnern an den 1605 in Memel geborenen Dichter Simon Dach. Das alte Ännchen (eine Figur aus einem beliebten Volkslied von Dach) überlebte den 2. Weltkrieg nicht. Die Nachbildung eines Berliner Bildhauers wurde 1990 eingeweiht. Die Turgaus gatve (Marktstraße) war Memels erste gepflasterte Straße. Einige schöne Gebäude aus dem 19. Jahrhundert blieben erhalten. Eines der ältesten Fachwerkhäuser findet man an der Aukstoji gatve (Hohenstraße) Nr. 3. Westlich des Theaterplatzes und in unmittelbarer Nähe des Hafens stehen am Ufer der Dange die Überreste der Memelburg.

Skulpturen

In Klaipeda stößt man überall im Stadtgebiet auf Skulpturen, die auf dieser Karte verzeichnet sind. Neben dem recht bekannten Ännchen von Tharau hat eine kleine Wundermaus einige Bekanntheit erreicht. Man sagt, die nur 17 Zentimeter große Skulptur habe magische Kräfte. Die Wünsche die man der kleinen Maus ins Ohr flüstert gehen angeblich in Erfüllung. Bei der historischen Drehbrücke, die man auf dem Weg ins Zentrum passiert, steigt das gruselige Schwarze Gespenst aus dem Wasser. Die Skulptur erinnert an eine Legende aus dem späten 16. Jahrhundert. Der aus Dithmarschen stammende Wächter Hans von Heide hat im Jahr 1595 angeblich ein Gespenst gesehen, das ihn vor einem Mangel an Getreide und Holz gewarnt hat und dann verschwand.

Mall Akropolis

Die Akropolis von Klaipeda (akropolis.lt) ist eine moderne Mall mit unzähligen Geschäften, Restaurants, einem Kino und Bowlingbahnen. Das Shopping und Entertainment Centre Akropolis ist nur knapp vier Kilometer vom Hafen entfernt und mit einem öffentlichen Bus gut zu erreichbar.

Das Delfinarium
Das Delfinarium in Smiltyne – Bild: Lithuanian Sea Museum

Smiltyne

Smiltyne (Sandkrug) bildet die Nordspitze der Kurischen Nehrung und ist ein Stadtteil von Klaipeda. Die Landausflügler können wie oben beschrieben mit einer Personenfähre übersetzen. Man kann das andere Ufer vom Hafen in Klaipeda bereits gut sehen.

In der preußischen Festung Kopgalis ist heute das litauische Meeresmuseum mit Aquarium und Delfinarium untergebracht. Vom Fähranleger in Smiltyne geht man 1,8 Kilometer immer am Meer entlang. Über 100 Arten heimischer Süßwasser- und Ostseefische können in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden. Außerdem sind tropische Fische, Muscheln und Korallen zu bewundern. Das Museum zeigt auch Schiffsmodelle aus verschiedenen Epochen. In den Außenbecken tummeln sich Seehunde, Seelöwen, Schildkröten, Pinguine und Delfine. Gleich südlich des Aquariums befindet sich das ethnographische Freilichtmuseum, das Einblick in das Leben der kurischen Fischer gewährt. Ein altes Segelschiff unweit davon dient nun als Restaurant.

Ebenfalls ca. 1,8 Kilometer vom Fähranleger in Smiltyne entfernt ist der schöne Ostseestrand auf der anderen Seite der Kurischen Nehrung. Man geht sehr schön durch einen Kiefernwald. Der Strand ist endlos und wunderschön. Infrastruktur sucht man allerdings vergeblich. Es gibt in gewissen Abständen sanitäre Anlage und kaum Gastronomie. Wer hier einen Strandtag verleben möchte, sollte etwas zu essen und zu trinken mitbringen.

Auf der Kurischen Nehrung
Dünenlandschaft auf der Kurischen Nehrung – Bild: Cruise Baltic

Nida

Nida (Nidden) ist der größte und bekannteste Ort auf der Kurischen Nehrung. Er ist bereits knapp 50 Kilometer von Smiltyne entfernt. Der schöne Urlaubsort wurde bekannt durch die Künstlerkolonie Nidden und insbesondere durch Thomas Mann. Auf dem Schwiegermutterberg steht das Thomas-Mann-Haus mit seinem typischen Reetdach, verzierten Windbrettern und weißen Fensterläden. Der berühmte Schriftsteller arbeitete hier in den Sommern der Jahre 1930-32 an dem Roman Joseph und seine Brüder. Nun beherbergt die Villa ein Museum und eine Gedenkstätte. Der kleine, halbvergessene Friedhof neben der Dorfkirche lohnt ebenfalls einen Besuch. Für die Haffregion typische, aus Holzbrettern geschnitzte Grabmäler stehen hier wie graue Waldgeister unter hohen alten Bäumen.

Ein besonderes Highlight von Nida ist die bis zu 60 Meter hohe Parnidis-Düne. Die zweithöchste Wanderdüne Europas wird auch Hohe Düne, Parniddener Düne oder Große Düne genannt. Am höchsten Punkt der Dünen wurde ein Aussichtspunkt eingerichtet. Hier gibt es nur Sand und Himmel so weit das Auge reicht. Von den hohen Dünen herab blickt man auf eine zauberhafte, friedvolle Landschaft aus weißen Sandbergen und grünen Kieferwäldern.

Der Hexenberg

Der Hexenberg in Juodkrantė auf der Kurischen Nehrung ist mit seinen Holzskulpturen ein beliebtes Ziel für Landausflüge in Klaipeda. Über 70 Holzskulpturen von Hexen, Teufeln oder litauischen Märchenfiguren säumen die schönen Wanderwege der Gegend.

Die tote Düne

Neben der Parnidis-Düne lockt auch die tote Düne zwischen den Ortschaften Pervalka und Juodkrante viele Urlauber an. Diese riesigen Dünen sind heute bewachsen und wandern nicht mehr. Deshalb die Bezeichnung „tote Düne“. Wer von Smiltyne mit dem Mietwagen in Richtung Nida fährt, findet zwischen Kilometer 31 und 32 einen Parkplatz mit Infotafel. Hier darf man 2 Stunden stehen und kann die Dünen zu Fuß erkunden. Vom höchsten Punkt am Berg Naglių kopa hat man einen tollen Rundblick.

Bernsteinmuseum Palanga
Bernsteinmuseum Palanga – Bild: Cruise Baltic

Palanga

Das Ostseebad Palanga liegt ca. 30 Kilometer nördlich von Klaipeda. Das frühere Polangen ist der größte und beliebteste Badeort an der litauischen Küste. Ein weißer, von Küstenwäldern gesäumter Sandstrand erstreckt sich scheinbar endlos an beiden Seiten der großen Seebrücke. Die baumbestandene, verkehrsfreie Altstadt lädt zum Bummeln ein. Der Botanische Garten wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem französischen Landschaftsarchitekten angelegt. Im einstigen Schloss des polnischen Grafen Tiskiewicz mitten im Park befindet sich das berühmte Bernstein-Museum. Hier erfährt man, wie Bernstein gewonnen und verarbeitet wird. Unter den 18.000 Stücken der bemerkenswerten Ausstellung sind kiloschwere Brocken und prähistorische Schmuckstücke zu bewundern.

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