Curacao auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge auf Curacao auf eigene Faust zusammengestellt. Die Insel ist das „C“ der niederländischen ABC Inseln (Aruba, Curacao und Bonaire) und liegt im Süden der Karibik, unweit der Küste von Venezuela. Mit einer Länge von ca. 60 Kilometern und einer Breite von maximal 15 Kilometern ist Curacao größer als ihre niederländischen Schwestern Aruba und Bonaire. Die trockene und savannenähnliche Vegetation entfaltet einen ganz eigenen Charme. Gelegentlich trifft man in der kargen Landschaft auf alte Gutshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Weltweit bekannt ist das Landhuis Chobolobo, wo der berühmte Curacao-Likör produziert wird. Curacao ist ein autonomes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande. Politisches und wirtschaftliches Zentrum ist die Hauptstadt Willemstad. Seit 1997 ist die Innenstadt mit ihren bunten Gebäuden im holländischen Kolonialstil Weltkulturerbe der UNESCO. Curacao ist ein beliebtes Ziel für Karibik Kreuzfahrten und befindet sich außerhalb des Hurrikan-Gürtels.

Landausflüge auf Curacao auf eigene Faust
Hafen und Stadt aus der Luft – Bild: Curaçao Ports Authority

Auf der Insel leben insgesamt etwa 160.000 Menschen und leider auch viele frei laufende Hunde. Ein Großteil der Menschen wohnt in der Hauptstadt Willemstad und rund um das Schottegat. Die Amtssprache auf Curacao ist Niederländisch. Im Alltag wird häufig die Kreolsprache Papiamento gesprochen. Aber auch Englisch und Spanisch sind weit verbreitet. Die einheimische Währung ist der Antillen Gulden (ANG), der im Verhältnis von 1 USD = 1,79 ANG an den US-Dollar gekoppelt ist. Auf der Insel wird häufig die Abkürzung Naƒ verwendet. Wer keine Landeswährung tauschen möchte, kommt mit US-Dollar fast überall klar. Man muss aber damit rechnen, Wechselgeld in Landeswährung zu erhalten. Zur besseren Orientierung hier eine Karte der Insel und ein Stadtplan von Willemstad als PDF. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Curacao Tourist Board. Stand: Juni 2023

Der Kreuzfahrthafen von Curacao

Es gibt in Willemstadt zwei Curacao Cruise Terminals. Beide Terminals bieten den Passagieren eine gute Infrastruktur, um bequem von Bord zu gehen und die Insel zu erkunden. Die Kreuzfahrtschiffe liegen so zentral, dass man die Sehenswürdigkeiten von Willemstad auf eigene Faust zu Fuß erkunden kann. Es gibt verschiedene Transportmöglichkeiten, um zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Stränden auf der ganzen Insel zu gelangen. Auf der Webseite der Curacao Port Authority kann man vorab erkennen, wo das eigene Kreuzfahrtschiff wahrscheinlich anlegen wird.

Blick auf Schiffe am Mega Cruise Terminal
Kreuzfahrtschiffe am Curacao Mega Cruise Terminal – Bild: Curaçao Ports Authority

Mega Cruise Terminal

Das Mega Cruise Terminal an der Seeseite von Otrobanda (das Stadtviertel von Willemstad westlich der Sint Annabaai) ist der Hauptliegeplatz für Kreuzfahrtschiffe auf Curacao. Es gibt mittlerweile zwei Liegeplätze, die einfach Mega Pier 1 und 2 genannt werden. Alle großen Kreuzfahrtschiffe machen hier fest. Das Mega Cruise Terminal ist eine Ansammlung kleinerer Pavillons. Es gibt einen Stand der Touristeninformation, Souvenirgeschäfte, Taxistand, Mietwagen und einen Stand mit Angeboten lokaler Landausflugsanbieter.

Mathey Wharf

Mathey Wharf ist das zweite Curacao Cruise Terminal. Es befindet sich in der Sint Annabai, hinter der Königin-Emma-Pontonbrücke. Die historische Pontonbrücke wird für einfahrende Kreuzfahrtschiffe geöffnet und danach wieder geschlossen. Dieser Liegeplatz kommt nur für kleine und mittelgroße Kreuzfahrtschiffe in Frage. Zum Beispiel für die Kreuzfahrtschiffe der AIDA Sphinx-Klasse. Es gibt am Liegeplatz eine vergleichbare Infrastruktur wie am Mega Cruise Terminal.

AIDAdiva an der Mathey Wharf
AIDAdiva an der Mathey Wharf – Bild: AIDA Cruises

Grundsätzlich gibt es mit Groote Wharf und Nieuwe Wharf noch zwei Liegeplätze in der Sint Anabaai. Diese werde heute aber nur noch sehr selten genutzt.

Landausflüge auf Curacao buchen

Für den Tag in Curacao werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine „Geld-zurück“-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 15 Tage vor dem Ausflugsdatum. Mit extra buchbarer Flex-Option sogar bis 60 Minuten vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge auf Curacao findet man bei Viator*.

Mobil in Curacao auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge auf Curacao auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf Curacao:

  • Landhuis Chobolobo: 5,6 km
  • Christoffel Nationalpark: 36,2 km
  • Nationalpark Shete Boka: 38,5 km
  • Hato Caves: 10,6 km
  • Curacao Sea Aquarium: 7,6 km
  • Curacao Ostrich Farm: 15,2 km
  • Cas Abao Beach: 28,4 km
  • Playa Kenepa: 41,1 km
  • Jan Thiel Beach: 12,8 km
  • Playa PortoMari: 25,2 km
  • Seaquarium Beach (Mambo Beach): 7 km
  • Blue Bay Beach: 10,6 km
Willemstad auf einen Blick
Willemstad auf einen Blick – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Willemstad wird durch die Sint Annabai in zwei Teile geteilt. Die Kreuzfahrtschiffe liegen in Otrobanda an. Überquert man die Königin-Emma-Brücke ist man in Punda. Beide Stadtteile haben einen eigenen Busbahnhof.

Sehenswürdigkeiten in Willemstad: 1-Königin-Emma-Brücke, 2-Renaissance Mall & Rif Fort, 3-Fort Amsterdam, 4-Mikve Israel-Emanuel Synagogue, 5-Penha-Haus, 6-Museum Kura Hulanda, 7-Queen Juliana Bridge, 8-Scharloo, 9-Curacao Sign

Zu Fuß

Alle Liegeplätze liegen so zentral, dass man Willemstad bequem zu Fuß erkunden kann. Ein halber Tag reicht für die Besichtigung der Hauptstadt in der Regel aus. Wer den ganzen Tag zur Verfügung hat, kann sich durchaus noch etwas anderes vornehmen. Hier ein Stadtplan von Willemstad mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Königin-Emma-Brücke
Die Königin-Emma-Pontonbrücke – Bild: Nicole Schüler auf Pixabay

Stadtrundfahrten

Wer möchte, kann eine Rundfahrt mit einer kleinen pinkfarbenen Bimmelbahn (Trolley Train) machen. Die Stadtrundfahrt dauert 60 bis 75 Minuten und beginnt (und endet) am Fort Amsterdam im Stadtteil Punda. Ziele sind die der Floating Market, die Pietermaai Cathedral, die Mikve Israel Synagoge und der Stadtteil Scharloo. Die Fahrten mit der Bimmelbahn werden überwiegend von den Reedereien vertrieben. Veranstalter ist die Firma Island Experience. Der Fahrpreis liegt bei 25 US-Dollar (an Bord evtl. abweichend).

Taxis

Taxis sind ein wichtiges Transportmittel für den Tag auf Curacao auf eigene Faust. An beiden Curacao Cruise Terminals findet man Taxistände. Lizenzierte Wagen erkennt man an dem Taxischild auf dem Dach und dem Kennzeichen, das mit den Buchstaben TX beginnt. Die Preise sind festgelegt und werden auf Schildern veröffentlicht. Die genannten Fahrpreise gelten pro Taxi für bis zu 4 Personen. Für jede weitere Person gibt es einen Aufschlag von 25 Prozent. Taxifahrer bieten auf Nachfrage gerne auch Inselrundfahrten an. Der Fahrpreis sollte vor der Abfahrt zweifelsfrei geklärt werden.

  • City Area Otrabanda: 20 US-Dollar
  • City Area Punda: 20 US-Dollar
  • Landhuis Cobolobo: 20 US-Dollar
  • Mambo Beach/ Sea Aquarium Area: 25 US-Dollar
  • Piscadera Bay Area: 20 US-Dollar
  • Blue Bay Beach & Golf Resort: 30 US-Dollar
  • Kokomo Beach: 35 US-Dollar
  • Jan Thiel Area: 40 US-Dollar
  • Ostrich Farm Area: 45 US-Dollar
  • Santa Barbara Beach & Golf Resort: 50 US-Dollar
  • Playa PortoMari: 50 US-Dollar
  • Cas Abou Beach: 60 US-Dollar
  • Westpoint: 90 US-Dollar
Willemstad auf eigene Faust
Gouverneurspalast und Fort Amsterdam – Bild: Falco auf Pixabay

Mietwagen

Auf der Insel herrscht Rechtsverkehr und die Straßenverhältnisse sind gut. Mit einem gültigen Führerschein und einer Kreditkarte ist ein Mietwagen eine gute Option. Die Firma Smart Wheels (smartwheelscuracao.com) ist am Curacao Mega Cruise Terminal und in der Stadt vertreten. Hier gibt es Mietwagen, Fahrräder und Scooter. Man kann das gemietete Verkehrsmittel einfach über das Smartphone aufschließen. Die internationalen Verleiher sind überwiegend am 11 Kilometer entfernten Flughafen vertreten. Das gilt auch für die Firma Advance Car Rental (advancecarrentalcuracao.com). Das Unternehmen wurde in amerikanischen Foren zuletzt gut bewertet und liefert die gemieteten Fahrzeuge zum Hafen.

Öffentliche Busse

Auf Curaçao gibt es einen öffentlichen Nahverkehr. Die Busse sind eine relativ günstige und praktische Möglichkeit, sich auf Curacao auf eigene Faust fortzubewegen. Die Firma ABC Busbedrijf hat mittlerweile eine informative Webseite mit Routenplaner. Die Busse starten an den beiden Busbahnhöfen in Otrobanda und Punda. Zur Erinnerung, das sind die beiden Stadtviertel von Willemstad westlich und östlich der Sint Annabai. Die Tickets werden in der Regel beim Fahrer erworben und bar bezahlt. Dafür benötigt man Landeswährung und möglichst Kleingeld. Alternativ gibt es einen sogenannten Smartpass. Wer zum Beispiel vom Mega Cruise Terminal zum Mambo Beach oder zum Sea Aquarium möchte, läuft zum Busbahnhof in Punda und nimmt einen Bus der Linie 6a.

Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf Curacao

Curacao ist wegen des gleichnamigen Likörs weltweit ein Begriff. Insbesondere den blau gefärbten Blue Curacao hat wohl jeder schon einmal gesehen oder in einem Cocktail genossen. Aber die niederländische Karibikinsel hat natürlich viel mehr zu bieten. Fast genauso bekannt wie der Likör ist die pittoreske Hauptstadt Willemstad mit ihren 750 bonbonfarbenen Häusern im niederländischen Kolonialstil. Und natürlich gibt es auf Curacao auch schöne Strände und ein Wunderland unter Wasser, das Taucher und Schnorchler aus aller Welt anzieht. Dies sind die beliebtesten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf Curacao auf eigene Faust.

Ziele für Landausflüge auf Curacao
Ziele für Landausflüge auf Curacao – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf Curacao (schwarze Ziffern): 1-Landhuis Chobolobo, 2-Christoffel National Park, 3-Shete Boka National Park, 4-Hato-Caves, 5-Curacao Sea Aquarium, 6-Straußenfarm

Strände auf der Karte (blaue Ziffern): 1-Mambo Beach, 2-Blue Bay Beach, 3-Jan Thiel Beach, 4-Playa PortoMari, 5-Cas Abao Beach, 6-Playa Kenepa (Grote Knip und Kleine Knip)

Willemstad

Willemstad wird durch die Sint Annabaai in zwei Stadtteile geteilt. Der historisch ältere ist Punda, der geschäftigere ist Otrobanda (auch Otrabanda genannt). Verbunden werden die beiden Stadtteile durch die Königin-Emma-Brücke von 1888. Sie ruht auf mehr als einem Dutzend Pontons und wird mithilfe eines starken Schiffsmotors zur Seite geklappt, um die Durchfahrt zum Beispiel für Kreuzfahrtschiffe zu öffnen. Fast die gesamte Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Besonders beeindruckend sind Spaziergänge durch den historischen Stadtkern. Einen Stadtplan von Willemstad für Kreuzfahrtpassagiere haben wir ganz oben hinterlegt.

Penha-Haus und Handelskade
Penha-Haus und Handelskade – Bild: Curacao Tourist Board Euro

Otrobanda

Kreuzfahrtschiffe machen im Stadtteil Otrobanda fest. Dies ist der jüngere Stadtteil von Willemstad, der entstand, als Punda zu klein wurde. In unmittelbarer Nähe des Curacao Mega Cruise Terminals befinden sich das Renaissance Resort und das historische Rif Fort aus dem 19. Jahrhundert. Das Rif Fort ist im Prinzip das Gegenstück zu Fort Amsterdam auf der anderen Seite der Sint Annabaai. Hier entstand in den letzten Jahren The Renaissance Mall & Rif Fort mit vielen eleganten Geschäften und Restaurants.

Ein niederländischer Unternehmer hat um die Jahrtausendwende ein altes Stadtviertel von Otrobanda komplett restaurieren lassen. Hier befindet sich heute das beeindruckende Kura Hulanda Museum, das die Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels erzählt. Curacao war der Hauptumschlagplatz für Sklaven in der Karibik. Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Artefakten und bietet einen umfassenden Einblick in dieses dunkle Kapitel der Geschichte. Der Eintritt liegt bei 10 US-Dollar.

Otrobanda
Blick von der Pontonbrücke auf Otrobanda – Bild: Nicole Schüler auf Pixabay

Eine Fahrt mit dem Mietwagen oder einem Taxi über Königin-Juliana-Brücke ist ein weiteres lohnendes Ziel für einen Tag auf Curacao auf eigene Faust. Mit ihrem weiten Spannbetonbogen prägt diese Brücke sein 1974 das Stadtbild von Willemstad. Von oben hat man einen schönen Ausblick auf die seewärts gelegene Stadt und den Hafen.

Punda

Wenn man über die Königin-Emma-Brücke in Richtung Punda geht, läuft man direkt auf das bekannte kanariengelbe Penha-Haus aus dem 18. Jahrhundert zu. Dies ist das prachtvollste Haus an der mit farbenprächtigen Gebäuden gesäumten Handelskade. Das gesamte Ensemble ist wohl die malerischste Stadtansicht, die man auf einer Karibik Kreuzfahrt zu Gesicht bekommt. Die Farbgebung geht auf einen behördlichen Erlass von 1817 zurück. Die Pastelltöne sollten eine weniger schädliche Wirkung auf die Augen ausüben als der ursprünglich weiße Anstrich.

Gleich rechts vom Penha-Haus liegt Fort Amsterdam, das älteste Bauwerk der Stadt. Durch ein Tor gelangt man in den ausgedehnten Innenhof, der auf beiden Seiten von Regierungsgebäuden umgeben wird. Darunter der prachtvolle Gouverneurspalast. Südlich von Fort Amsterdam und vor dem architektonisch wenig gelungenen Hochhaus des Hotels Curacao Plaza liegt die Plaza Piar. Diese Straße war früher Bestandteil eines starken Befestigungssystems und wird noch heute auf der Seeseite von drei bis fünf Meter dicken Mauern geschützt. Über die Plaza Piar gelangt man stadteinwärts zu dem am parkähnlichen Wilhelminaplein gelegenen Stadhuis, das zwischen 1857 und 1858 im klassizistischen Stil erbaut wurde und ursprünglich Sitz der Kolonialverwaltung war. An der Wilhelminaplein befindet sich auch das Curacao Sign. Das Schild ist natürlich ein beliebtes Fotomotiv.

Mikve Israel Synagoge
Mikve Israel Synagoge – Bild: Falco auf Pixabay

Der Rundgang setzt sich entlang der Columbusstraat bis zur Mikve Israel Synagoge fort. Das in hellen Pastellfarben getünchte Gotteshaus hebt sich trotz des fehlenden Turmes deutlich von den umliegenden Gebäuden ab. Es wurde 1733 im schlichten Kolonialbarock erbaut und gilt als die älteste noch existierende Synagoge der Neuen Welt. Durch eine schmale Pforte betritt man einen kleinen Innenhof und hat dort Zugang zur Synagoge. Später könnte man noch das jüdische Museum besuchen, das einen interessanten geschichtlichen Abriss über das Judentum auf den Niederländischen Antillen vermittelt.

Am Ende der Columbusstraat erblickt man den Rundbau der Markthalle. Daneben ist der Busbahnhof von Punda. Neben der Koningin Wilhelminabrug befindet sich der schwimmende Markt (Floating Market). Bis in die Nachmittagsstunden hinein machen dort venezolanische Küstensegler fest und bieten unter aufgespannten Segeln ihre Waren an. Angeboten werden vor allem Obst und Gemüse, deren Anbau sich wegen des permanenten Wassermangels auf Curacao kaum lohnt. Aufgrund von politischen Problemen in Venezuela kamen in den letzten Jahren nur noch sehr wenige Schiffe.

Die Bürgerhäuser in der Einkaufsstraße Heerenstraat sind Musterbeispiele für die an das tropische Klima angepasste niederländische Stadthausarchitektur früherer Jahrhunderte. Heute befinden sich in den Häusern fast ausschließlich Geschäfte mit einem internationalen Angebot an zollfreien Luxusgütern. Die eleganten Boutiquen, Juweliergeschäfte und Parfümerien können durchaus mit denen vieler Weltstädte konkurrieren.

Landausflüge auf Curacao nach Willemstad
Bummel in Willemstad – Bild: Michelle Raponi auf Pixabay

Scharloo

Scharloo liegt nördlich des Stadtzentrums von Punda und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Stadtteil wurde im 18. Jahrhundert von wohlhabenden jüdischen Kaufleuten und Händlern geprägt, die prächtige Häuser im niederländischen Kolonialstil errichteten. Die Gebäude in Scharloo sind farbenfroh und architektonisch beeindruckend. Viele von ihnen wurden aufwendig restauriert und beherbergen heute Büros, Unternehmen, Galerien und Restaurants. Ein Spaziergang durch die Straßen von Scharloo ist wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, da die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts hier noch erhalten geblieben ist.

Pietermaai

Der Stadtviertel Pietermaai ist ebenfalls nur einen Steinwurf vom Stadtzentrum entfernt. Es wurde wie Scharloo ebenfalls erst seit der Jahrtausendwende wiederbelebt und ist heute ein Szeneviertel mit vielen Restaurants, Geschäften und Galerien.

Landhuis Chobolobo

Das Landhuis Chobolobo befindet sich in der Nähe von Willemstad. Das Landhaus wurde im Jahr 1860 erbaut und diente ursprünglich als Wohnsitz für eine wohlhabende Familie. Heute ist das Landhuis Chobolobo vor allem für die Produktion des Blue Curacao Likörs bekannt. Der Blue Curacao Likör ist ein aromatisierter Likör, der aus den Schalen der Laraha-Frucht hergestellt wird, einer Bitterorangenart, die auf Curacao wächst. Die Herstellung des Likörs erfolgt nach einem traditionellen Rezept, das seit vielen Jahren von der Familie Senior geführt wird.

Landhuis Chobolobo
Landhuis Chobolobo – Bild: Falco auf Pixabay

Besucher des Landhauses Chobolobo haben die Möglichkeit, an Führungen durch die Destillerie teilzunehmen und mehr über den Herstellungsprozess des Blue Curacao Likörs zu erfahren. Während der Führung können Sie die verschiedenen Phasen der Produktion sehen, von der Auswahl der Früchte bis zur Abfüllung des Likörs. Es besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Sorten des Likörs zu probieren und Souvenirs im angrenzenden Laden zu kaufen.

Christoffel Nationalpark

Eine faszinierende Landschaft im Nordwesten der Insel mit exotischer Flora und Fauna bietet der Christoffel National Park. Von Willemstad aus erreicht man den Park in circa 30 Autominuten. Acht markierte Wanderwege und einige Pisten für Autos erschließen das Terrain rund um den Sint-Christoffelberg. Außerdem zeigt das Museum im Landhuis Savonet (am Parkeingang) Artefakte aus der Vor- und Frühgeschichte der Insel. Der Eintritt liegt bei 15-US Dollar und beinhaltet den Zugang zum Savonet Museum. Im Park findet man große Leguane und riesige Kakteen. Wilde Orchideen erfreuen Pflanzenfreunde.

Vom 375 Meter hohen Christoffelberg, der höchsten Erhebung auf der Insel, genießt man einen tollen Rundblick. Für den Aufstieg zum Gipfel benötigt man je nach Fitnesslevel etwa eine Stunde oder etwas weniger. Dabei sollte man unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen und früh starten. Der Aufstiegt ist nur bis 10 Uhr gestattet, da es sonst wegen der Hitze zu gefährlich wird. Hitzschläge sind wohl nicht selten.

Christoffel Nationalpark ist Ziele für Landausflüge auf Curacao
Christoffel Nationalpark – Bild: Curacao Tourist Board

Shete Boka National Park

Der Shete Boka National Park erstreckt sich über eine Fläche von etwa 200 Hektar und umfasst eine Reihe von Buchten entlang der Nordküste von Curacao. „Shete Boka“ bedeutet übersetzt „Sieben Buchten“ und bezieht sich auf die verschiedenen Buchten und Küstenabschnitte, die im Park zu finden sind. Eine der Hauptattraktionen ist die „Boka Tabla“. Hier kann man den gewaltigen Aufprall der Wellen auf die Felsen beobachten. Bei stürmischer See spritzt das Wasser in die Höhle, was ein spektakuläres Naturschauspiel bietet. Die Boka Tabla ist ein beliebter Ort für Fotografen. Eine weitere bemerkenswerte Bucht ist die „Boka Pistol“, benannt nach dem knallartigen Geräusch, das entsteht, wenn das Wasser in eine kleine Spalte spritzt. Die Bucht ist für ihre beeindruckenden Gezeitenaktivitäten bekannt. Die ruhigeren Abschnitte des Nationalparks werden von Schildkröten zu Eiablage genutzt.

Der Nationalpark kann mit dem Auto oder im Rahmen von zwei ca. einstündigen Wanderungen erkundet werden. Am Eingang bekommt man für das Eintrittsgeld (10 US-Dollar) eine Karte und eine Einweisung. An Bord und bei lokalen Veranstaltern werden Landausflüge hierher angeboten. Erfahrene Guides vermitteln dann Informationen über die Flora, Fauna und die geologischen Formationen des Parks.

Shete Boka National Park
Shete Boka National Park – Bild: Catharina auf Pixabay

Hato-Höhlen

Die Hato-Höhlen wurden vor Millionen von Jahren durch das Eindringen von Meerwasser und die Ablagerung von Korallenkalken gebildet. Sie sind ein beliebtes Ziel für Landausflüge auf Curacao und befinden sich an der Nordküste der Insel in der Nähe des Flughafens. Die Besichtigung dauert etwa eine Stunde und kostet 10 US-Dollar.

Bei einer geführten Tour können die Besucher durch das Höhlensystem wandern und die faszinierenden geologischen Formationen und Stalaktiten und Stalagmiten bewundern. Die Höhlen sind gut beleuchtet und mit Wegen ausgestattet. Während der Tour erfahren die Landausflügler auch etwas über die Geschichte und die kulturelle Bedeutung der Hato-Höhlen. In der Vergangenheit dienten die Höhlen als Zufluchtsort für Sklaven und wurden von der indigenen Bevölkerung für spirituelle Rituale genutzt. Ein Highlight der Hato-Höhlen ist die Kathedrale, ein großer Raum in der Höhle, der durch seine beeindruckende Größe und die beeindruckenden Stalaktiten und Stalagmiten besticht. Dieser Saal wird oft für kulturelle Veranstaltungen und Konzerte genutzt.

Curacao Sea Aquarium
Die Becken des Aquariums – Bild: Curacao Sea Aquarium

Curacao Sea Aquarium

Das Sea Aquarium auf Curacao ist eine beliebte touristische Attraktion, die Besuchern die Möglichkeit bietet, eine Vielzahl von Meereslebewesen aus der Karibik und anderen Teilen der Welt zu entdecken. Das Aquarium beherbergt über 400 verschiedene Arten von Fischen, Schildkröten, Haien, Rochen, Korallen und vielem mehr. Zu den Highlights zählen unter anderem das berühmte Unterwassertunnel-Becken, in dem man Haie und andere Meeresbewohner aus nächster Nähe beobachten kann, sowie interaktive Pools, in denen Besucher Seesterne, Seepferdchen und andere Tiere berühren können.

Das Sea Aquarium bietet auch verschiedene Shows und Vorführungen, bei denen die Landausflügler mehr über die Meereslebewesen erfahren können. Eine beliebte Attraktion ist die Delfin-Show, bei der man die beeindruckenden Sprünge und Tricks der intelligenten Meeressäuger bewundern kann. Es gibt auch die Möglichkeit, mit Delfinen zu schwimmen oder mit Seelöwen zu interagieren. Das Aquarium engagiert sich auch für den Schutz und die Erhaltung der Meereswelt. Es bietet Bildungsprogramme, um Besucher über die Bedeutung des Meereslebens und die Auswirkungen des Menschen auf die Ozeane aufzuklären.

Die Strände

Curacao ist im Gegensatz zur Nachbarinsel Aruba keine typische Strandinsel. Die meisten Strände sind künstlich angelegt und werden bewirtschaftet. Häufig muss man Eintritt bezahlen. Dafür bekommt man viel Infrastruktur, wie Restaurants, Beach Bars, Tauchschulen und Wassersportangebote. Liegen und Schirme können nahezu überall gemietet werden. Wir würden sicherheitshalber Badeschuhe mitnehmen. Alle Strände befinden sich an der geschützten Westküste von Curacao.

Grote Knip
Grote Knip – Bild: Michelle Raponi auf Pixabay

Mambo Beach (Sea Aquarium Beach)

Der Mambo Beach Boulevard befindet sich ca. 7 Kilometer östlich des Hafens, kurz vor dem Curacao Sea Aquarium. Der Strandabschnitt wird deshalb auch Sea Aquarium Beach genannt. Der Mambo Beach gilt als einer der längsten Sandstrände auf Curacao. Es gibt sehr viel Infrastruktur (Beach Clubs, Bars, Restaurants, Shops, Wassersport) und es ist häufig ziemlich voll. Die Benutzung der Strände kostet umgerechnet ca. 3,5 US-Dollar pro Person. Dann kann man sich noch eine Sonnenliege mit Schirm oder eine Beach Cabana mieten. Es gibt Toiletten, Duschen und Umkleidekabinen. Das Wasser ist ruhig und klar. Man schwimmt eigentlich in einer Lagune, da der Strand durch eine Art künstliches Riff vom Meer getrennt ist.

Jan Thiel Beach

Der Jan Thiel Beach ist der zweite Strand im Osten von Willemstad. Vom Hafen sind es ca. 13 Kilometer bis hieher. Besonders junge Leute und Familien mit Kindern fühlen sich am Jan Thiel Beach wohl. Es gibt mehrere Restaurants, Beach Clubs, Bars, Geschäfte und Wassersportangebote. Abends werden häufig Partys mit Livemusik gefeiert. Der Eintritt zum Strand beträgt 3 US-Dollar.

Blue Bay Beach

Der Blue Bay Beach (auch bekannt als Blauwbaai) liegt gut 10 Kilometer westlich von Willemstad. Der Strand bietet herrlichen weißen Sand und Schatten durch zahlreiche Kokospalmen. Zu den Einrichtungen gehören Sonnenliegen, Sonnenschirme, Duschen und Toiletten, Umkleidekabinen, Beach Bar, Restaurant, Wasserport und Kinderspielplatz. Der Strand gehört zum Resort Blue Bay und ist kostenpflichtig. Derzeit beträgt der Eintritt 12 US-Dollar. Es gibt verschiedene Beach Deals, die man auf der Webseite des Hotels vorab buchen kann. Für 58 US-Dollar gibt es den Eintritt und ein Beach Bed. Das All-Inclusive-Package kostet 200 US-Dollar für 2 Personen und beinhaltet Essen, Trinken, Cocktails, Handtücher und Beach Bed.

Playa PortoMari
Blick auf den Strand der Playa PortoMari – Bild: Playa PortoMari

Kokomo Beach

Der Kokoma Beach befindet sich 12 Kilometer westlich vom Mega Cruise Terminal. Ein schöner, aber felsiger Strand, der auch für Tauchsportler und Schnorchler interessant ist. Der Einstieg ins Meer erfolgt über einen hölzernen Pier. Es gibt ein gutes Restaurant und eine Beach Bar. Liegen können günstig gemietet werden, Palmen sorgen für Schatten. Der Eintritt ist frei.

Playa PortoMari

Die Playa PortoMari liegt knapp 26 Kilometer nördlich vom Hafen in Willemstad. Das Taxi für vier Personen kostet bereits 50 US-Dollar. Ein Restaurant mit Bar sorgt für das leibliche Wohl. Der Strand liegt auf dem Gelände einer alten Plantage. Im Hinterland des Strandes wurden Wanderwege angelegt, die man auch mit Mountain Bikes erkunden kann. Den Korallen und Fischen hat man mit sogenannten Reef Balls (Betonglocken) ein neues Heim geschaffen. Was diese dankend angenommen haben. Schön für Taucher und Schnorchler. Eine deutschsprachige Tauchschule ist vorhanden. Der Eintritt beträgt 3 US-Dollar.

Cas Abao Beach

Auch der Cas Abao Beach ist ein Strand mit kompletter Infrastruktur. Hier kann man hervorragend tauchen und schnorcheln sowie jede Art Wassersport betreiben. Leider ist der Beach Club bereits gut 28 Kilometer von Willemstad entfernt. Ein Taxi kostet bereits 60 US-Dollar. Der Strand gehört zu den schönsten der Insel und ziert viele Postkarten und Reiseprospekte. Die Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ wurde 2013 hier gedreht. Der Eintritt wird pro Auto berechnet und liegt bei 6 US-Dollar (Sonntags 7 US-Dollar) für bis zu vier Personen. Liegen kann man für 3 US-Dollar mieten. Im Preis für die Liege ist die Nutzung der Duschen (Münze) enthalten. Es gibt viel natürlichen Schatten durch Palapas und Bäume.

Cas Abao Beach
Cas Abao Beach – Bild: Michelle Raponi auf Pixabay

Kenepa Beach (Grote Knip)

Ganz im Norden und ca. 41 Kilometer vom Hafen entfernt befindet sich der Grote Knip, der manchmal auch Kenepa Grandi genannt wird. Dieser ist wohl der schönste, natürlichste und meistfotografierte Strand der Insel. Es gibt keine Webseite, woran man schon erkennen kann, dass der Strand nicht intensiv bewirtschaftet wird. Dementsprechend gibt es wenig Infrastruktur. Eine kleine Beachbar mit Toiletten ist aber vorhanden. Liegen und Schirme können gemietet werden. Palmen und Bäume sorgen zudem für natürlichen Schatten. Knapp 1,5 Kilometer südlich liegt der ebenfalls schöne Kleine Knip (Kenepa Chiki).

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