Manama auf eigene Faust

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Manama auf eigene Faust zusammengestellt. Die kleine Hauptstadt des Inselstaates Bahrain hat nur gut 150.000 Einwohner und liegt im Norden der 16 Kilometer breiten und 48 Kilometer langen Hauptinsel. Nimmt man den Ballungsraum mit Al-Muharraq und Al-Hidd dazu, erhöht sich die Einwohnerzahl auf etwa 350.000 Menschen. Insgesamt bilden 33 Inseln das Staatsgebiet, das von der Größe her mit dem Stadtgebiet Hamburgs vergleichbar ist. Über den King Fahd Causeway ist Bahrain mit dem nahen Saudi-Arabien verbunden. Auf der anderen Seite beträgt die Entfernung nach Katar auch nur gut 30 Kilometer. Bahrain ist ein reiches Land mit großen Ölvorkommen. Ein weiteres Standbein ist der Offshore-Bankensektor. Über 400 Institute sind in Manama ansässig. Bahrain ist eine konstitutionelle Monarchie, Staatsreligion ist der Islam. Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Pressefreiheit stehen in Bahrain, wie in allen Ländern der Region, nicht sonderlich hoch im Kurs. Allerdings ist das Land insgesamt deutlich liberaler als andere Golfstaaten.

Landausflüge in Manama auf eigene Faust
Bild: Bahrain World Trade Center

Als Tourismusdestination ist Bahrain insbesondere bei Kurzurlaubern aus dem arabischen Ländern beliebt. Insbesondere aus dem nahen Saudi-Arabien kommen viele Menschen gerne hierher. Bahrain ist für Araber unter anderem wegen des liberalen Alkoholausschanks ein interessantes Ziel. Dubai Kreuzfahrten spielen mit ca. 100.000 Kreuzfahrern pro Jahr eher eine untergeordnete Rolle. International bekannt wurde das Land durch die Formel 1, die seit 2004 ihre Rennen auf dem Bahrain International Circuit austrägt. Die Landeswährung ist der Bahrain-Dinar (BHD), der in 1.000 Fils unterteilt ist. Die Währung ist an den US Dollar gekoppelt. Im Land wird die Währung häufig mit BD abgekürzt. Ein Euro entspricht derzeit 0,42 BD. Weitere Informationen findet man auf der Webseite der Bahrain Tourism & Exibition Authority. Stand: Mai 2020

Der Kreuzfahrthafen von Manama (Bahrain)

Die meisten Kreuzfahrtschiffe laufen den modernen Khalifa Bin Salman Port an, der 2009 eingeweiht wurde. Er befindet sich in der zum Ballungsraum von Manama gehörenden Stadt Al-Hidd auf einer künstlichen Insel relativ weit draußen im Meer. Betrieben wird der Hafen von der niederländischen Firma APM Terminals.

Kreuzfahrtschiffe im Industriehafen
Kreuzfahrtschiffe im Industriehafen – Bild: APM Terminals

Inmitten von Containerschiffen und Kränen befindet sich hier ein Kreuzfahrt-Terminal mit einigen Geschäften und kostenlosem Internet. Die Landausflügler werden gastfreundlich von einer Kapelle und einem Falkner empfangen. Ansonsten, gibt es direkt im Kreuzfahrthafen keine touristische Infrastruktur und vor allem keine Taxis. Es gibt allerdings einen kostenlosen Shuttlebus des Hafens. Lokale Tourguides können ihre Kunden am Schiff abholen und Taxifahrer können die Fahrgäste auf dem Rückweg direkt am Schiff absetzen.

Der alte Mina Salman Port wird gelegentlich noch von meist kleineren Kreuzfahrtschiffen angelaufen.

Mobil in Bahrain auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Manama auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Kreuzfahrthafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir Informationen zusammengestellt. Vorab hier einige Entfernungen ab Khalifa Bin Salman Port:

  • Ausgrabungsstätte Qalʿat al-Bahrain: 33,50 km
  • Bahrain National Museum: 18,5 km
  • Al Fateh Grand Mosque: 16,9 km
  • Bab Al-Bahrain/ Manama Souk: 20,9 km
  • King Fahd Causeway: 50 km
  • Bahrain International Circuit: 45,3 Km
  • Dilmun Burial Mounds: 38,70 km
  • Tree of Life: 44,60 km
  • Royal Camel Farm: 29,9 km

Aufgrund der Transportprobleme und der großen Entfernungen spricht in Bahrain vieles für einen organisierten Landausflug. Es gibt leider am Cruise Terminal weder Mietwagen noch Taxis. Wer Bahrain auf eigene Faust erkunden möchte, fährt erst mit dem Shuttlebus ins Zentrum und sucht dort einen Taxifahrer. Das ist vielen Landausflüglern verständlicherweise zu langwierig und ungewiss.

Die Mall "The Avenues" ist Ziel der Shuttlebusse der Reederei
Die Mall „The Avenues“ ist Ziel der Shuttlebusse der Reederei – Bild: The Avenues

Zu Fuß

Manama ist wie alle Städte der Region für Fußgänger nur mäßig geeignet. Hier fährt man Auto. Die Entfernungen sind für Fußgänger auch zu groß. Nichts desto trotz, kann man im Zentrum natürlich gewisse Wege zurücklegen. Zum Beispiel, wenn man mit einem Shuttlebus ins Zentrum gefahren ist. Vom Einkaufszentrum „The Avenues“ bis zum Bab Al-Bahrain sind es 1,6 km. Dabei kommt man an dem markanten Wolkenkratzer Bahrain World Trade Center mit der Moda Mall vorbei.

Shuttlebusse

In den vergangenen Jahren gab es immer einen kostenlosen Shuttlebus des Hafens. Wir würden vorab klären, wo genau der Bus in Manama hält. Zuletzt hielt der Bus meistens unweit des Manama Souk. Bis hierher ist man je nach Verkehrslage bereits 30 bis 45 Minuten unterwegs.

Die Reedereien bieten in der Regel einen kostenpflichtigen Shuttlebus an. Bei TUI Cruises kostete dieser Service zuletzt 9 Euro pro Person. Ziel war die „The Avenues Mall“.

Manama auf eigene Faust mit einer Taxi Tour
Lokales Taxi – Bild: Bahrain Taxi Group

Taxis

Taxis sind in Bahrain leider nicht so zahlreich und organisiert wie zum Beispiel in Dubai oder Abu Dhabi. Das fängt schon damit an, dass es im Kreuzfahrthafen keinen Taxistand gibt. Zudem müssen die Preise verhandelt werden. Eine Taxameterpflicht gibt es nicht. Nichtsdestotrotz, kann man sich in Manama einen Taxifahrer für eine mehrstündige Rundfahrt suchen. Die Stundenpreise liegen bei ca. 30 bis 40 Euro. Ein Vorteil ist, dass die Fahrer ihre Fahrgäste direkt zurück zum Schiff fahren dürfen. Das spart Zeit. Eine bekannte lokale Taxizentrale ist die Bahrain Taxi Group.

Eine beliebte Taxialternative in Bahrain ist die Firma Careem. Die Uber-Tochter hat ihren Sitz in Dubai und im gesamten asiatischen Raum sehr bekannt. Um den Service nutzen zu können, benötigt man allerdings Internet.

Öffentliche Busse

Das lokale Busnetz wird von der Bahrain Public Transport Company betrieben. Das Papierticket kostet bei Busfahrer 300 Fils. Es gibt auch eine aufladbare Karte (GO Card), die aber für Tagesbesucher nicht so interessant ist. Es sei denn, man möchte für 600 Fils eine Tageskarte erwerben. Informationen über Routen und Abfahrtszeiten gibt es auf der Webseite des Busunternehmens. Am 3. November 2019 gab es zuletzt einen großen Fahrplanwechsel mit vielen Routenänderungen. An Bord der Busse gibt es kostenloses WIFI.

Landausflüge in Manama mit Bussen der Bahrain Public Transport Company
Lokale Busse – Bild: Bahrain Public Transport Company

Mietwagen

Natürlich gibt es in Manama zahlreiche nationale und internationale Autoverleiher. Das Problem ist, dass es am Cruise Terminal weder Taxen noch Mietwagen gibt. Man müsste also einen Verleiher finden, der den Wagen zum Hafen liefert. Uns ist derzeit kein Anbieter bekannt.

Landausflüge in Manama buchen

Für den Tag in Manama (Bahrain) werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie und deutschsprachigen Reiseleitern (bei den meisten Touren) gibt es oben. Die gebuchten Landausflüge können bis 15 Tage vorher ohne Angabe von Gründen kostenfrei storniert werden. Zu dem gibt es eine Geld-zurück-Garantie für den Fall, dass das Kreuzfahrtschiff einen Hafen nicht anlaufen kann.

Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Manama (Bahrain)

Im Ballungsraum der Hauptstadt Manama und auf der Hauptinsel Bahrains gibt es zahlreiche lohnenswerte Ziele. Wie in anderen Metropolen der Region, gibt es fantastische Wolkenkratzer, riesige Malls und märchenhaft schöne Moscheen. Natürlich findet man auch Souks, Kamele und viel arabisch-islamische Kultur. Neben Abu Dhabi ist auch Bahrain Austragungsort von Formel 1-Rennen.

Al Fateh Grand Mosque

Auch in Bahrain gibt es eine wundervolle Moschee zu bestaunen. Die Al-Fateh Islamic Center & Al Fateh Grand Mosque wurde 1987 eingeweiht und bietet Platz für 7.000 Gläubige. Das Gotteshaus befindet sich etwas außerhalb vom Stadtzentrum im Vorort Juffair. Auch hier wurde beim Bau nicht gespart. Teakholz aus Indien für die Türen, Marmor aus Italien für die Böden und Kronleuchter von Swarovski aus Österreich. Die wunderbare Kuppel besteht aus Fiberglas (Glasfaserverstärkter Kunststoff). Es handelt sich um die größte Fiberglaskuppel der Welt. Die Besichtigung der Moschee ist kostenlos und mit einer ebenfalls kostenlosen Führung verbunden. Die Bekleidungsregel ähneln denen in Abu Dhabi oder Muscat. Frauen können eine Abaya ausleihen.

Dilmun Burial Mounds
Dilmun Burial Mounds – Bild: The Bahrain Authority for Culture and Antiquities

Qal’at al Bahrain

Das Fort von Bahrain ist heute eine archäologischen Ausgrabungsstätte und Weltkulturerbe der UNESCO. Daran kann man erkennen, dass es hier mehr zu sehen gibt, als eine gut erhaltene portugiesische Festung aus dem 16. Jahrhundert. An dieser Stelle befand sich über Jahrtausende die Hauptsiedlung auf Bahrain. Die unteren Schichten zeugen von einer Stadt, die um 2.200 vor Christus hier bestand. Während der Bronzezeit war die Insel Bahrain aufgrund von Süßwasservorkommen und Quellen ein bedeutender Handelsplatz, der Dilmun genannt wurde.

Die Anlage kann kostenlos betreten werden. Im benachbarten Qal’at Al-Bahrain Site Museum werden viele Fundstücke der seit den 1950er-Jahren andauernden Ausgrabungen gezeigt. Man geht davon aus, dass erst ein Viertel der Anlage freigelegt ist.

Wer sich für die Dilmun-Kultur interessiert, sollte auch das Nationalmuseum aufsuchen. Zudem könnten die Grabhügel von Dilmun besichtigt werden. Die so genannten Dilmun Burial Mounds gehören ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Das neue Nationaltheater – Bild: The Bahrain Authority for Culture and Antiquities

Bahrain National Museum

Das Bahrain National Museum wurde 1988 eröffnet und ist das älteste und größte Museum des Landes. Es liegt direkt am Meer. In unmittelbarer Nachbarschaft entstand 2012 das moderne neue Nationaltheater Bahrains. Wichtige Abteilungen des Museums sind der Dilmun Kultur gewidmet. Insgesamt gibt es 9 große Hallen und eine Ausstellungsfläche von ca. 28.000 Quadratmeter. Der Eintrittspreis liegt umgerechnet unter 3 Euro.

Bahrain World Trade Centre

Das Bahrain World Trade Centre mit seinen beiden 240 Meter hohen segelförmigen Türmen ist das markanteste Hochhaus der Stadt. Zwischen den beiden Türmen erkennt man drei Verbindungen mit integrierten Windkraftanlagen (Windräder). Ein sehr attraktives und nachhaltiges Gebäude. In den unteren Stockwerken ist die Moda Mall untergebracht.

Bab Al-Bahrain und Manama Souk

Das historische weiße Stadttor Bab Al-Bahrain wurde 1949 eröffnet und stand ursprünglich direkt am Meer. Durch die intensive Landgewinnung an der Küste ist es mittlerweile ein gutes Stück vom Meer entfernt. Durch den Torbogen betritt man den Manama Souk mit seinen Gassen und Geschäften. Häufig halten die kostenlosen Shuttlebusse vom Hafen unweit des Bab Al-Bahrain.

Bild: Bahrain World Trade Center

Perlenpfad

Bahrain ist seit jeher berühmt für die Qualität seiner Perlen, die für die Inselökonomie bis in die 1930er-Jahre hinein eine große Bedeutung hatten. Bereits in der Antike waren die Perlen aus Bahrain begehrt, die angeblich die Besten der Welt sein sollen. Japanische Zuchtperlen und später das Öl ließen diesen Wirtschaftszweig etwas in Vergessenheit geraten.

An die Perlenfischer erinnern neuerdings 17 Gebäude in der Stadt Muharraq, drei Austernbänke und eine Festung. Der 3,5 Kilometer lange Pfad der Perlenfischer ist seit 2012 Weltkulturerbe der UNESCO. Die Gebäude werden nach und nach restauriert. Heute werden zudem Schorchelausflüge angeboten, wo die Teilnehmer selber nach Austern fischen können.

Tree of Life

Der Tree of Life ist ein einsamer Baum in der Wüste, von dem niemand so genau sagen kann, warum er hier stehen und überleben kann. Das Rätsel, woher der Baum des Lebens das lebensnotwendige Wasser bezieht, ist wohl bis heute unklar. Angeblich ist der grüne Baum bereits 400 Jahre alt. Ein wundersamer Ort mitten im Nichts.

Tree of Life
Tree of Life – Bild: The Bahrain Authority for Culture and Antiquities

Bahrain International Circuit

Die Motorsportrennstrecke Bahrain International Circuit wurde von dem deutschen Architekten Hermann Tilke konzipiert und 2004 eingeweiht. Abgesehen von dem Krisenjahr 2011 wurde hier seither jedes Jahr ein Rennen der Formel Eins ausgetragen. Das erste Rennen gewann Michael Schumacher. Sebastian Vettel ist mit bisher vier Siegen der erfolgreichste Fahrer, gefolgt von Lewis Hamilton mit drei Siegen. Die Rennstrecke befindet sich mitten in der Wüste ca. 30 Kilometer südlich von Manama. Neben der Hitze ist der Sand ein großes Problem für Piloten und Technik. Wenn gerade kein Rennen auf dem Programm steht, ist der Eintritt frei. Mann kann sich die Rennstrecke und die Tribünen ansehen.

King Fahd Causeway

Der King Fahd Causeway ist eine kombinierte Brücken- und Dammverbindung zwischen der Insel Bahrain und dem saudi-arabischen Festland. Die 25 Kilometer lange Verbindung wurde 1986 eingeweiht. Auf halber Strecke gibt es eine künstliche Insel, die Passport Island (oder Middle Island) genannt wird. Hier ist die Grenze zwischen beiden Ländern. Es gibt einen Aussichtsturm mit schönem Blick auf das Bauwerk.

Bahrain International Circuit
Bild: Bahrain International Circuit

Royal Camel Farm

Die königliche Kamelfarm ist Ziel vieler Landausflüge in Bahrain. Mehr als hundert Kamele, darunter viele Jungtiere, können hier bewundert, fotografiert und gestreichelt werden. Die Kamele scheinen sich über die Abwechslung durch die Besucher zu freuen. Die älteren Tiere sind angebunden, die Jungtiere laufen frei herum. Da die Kamele nur einen Höcker haben, handelt es sich offenbar um Dromedare. Das jedenfalls glaubt man in der Schule gelernt zu haben. Dromedare werden auch als Arabisches Kamel bezeichnet, sind also in der Region beheimatet. Der Eintritt ist frei.