Hier finden Sie praktische Informationen für Landausflüge auf Martinique auf eigene Faust. Die „Insel der Blumen“ ist ein Übersee-Departement Frankreichs und liegt im Inselbogen der Kleinen Antillen. Kreuzfahrer können sich auf eine tropische Natur, spektakuläre Küstenstraßen, Rumdestillerien und einen aktiven Vulkan freuen. Seit der Ankunft der Franzosen 1635 wurde hier sehr erfolgreich Landwirtschaft betrieben. 150 Jahre später gab es bereits 60.000 Sklaven, deren Nachfahren noch heute den Großteil der Bevölkerung stellen. Die Geschichte der Plantagenwirtschaft und der Sklaverei ist bis heute ein wichtiger Teil der Identität Martiniques. Natürlich ist der Tourismus ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig, wobei mehr als 80 Prozent der Urlauber aus Frankreich kommen. Andere Nationalitäten reisen z.B. im Rahmen von Karibik Kreuzfahrten auf die Insel. Weitere Informationen findet man auf der Webseite des Comité Martiniquais du Tourisme. Letzte Aktualisierung: Juni 2026
Weitere Hafenportraits für Landausflüge in der Karibik auf eigene Faust: Antigua, Aruba, Barbados, Belize, Bonaire, Cartagena, Colon, Costa Maya, Cozumel, Curacao, Dominica, Falmouth, Grand Cayman, Grenada, Guadeloupe, La Romana, Montego Bay, Nassau, Ocho Rios, Puerto Limon, Puerto Plata, Roatan, Samana, Puerto Rico, St. Kitts, St. Lucia, St. Maarten, St. Thomas, St. Vincent, Tortola
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
📍 Liegeplatz: Kreuzfahrtterminals in Fort-de-France
🚶♂️ Entfernung ins Stadtzentrum: Das Pointe Simon Cruise Terminal liegt am Rand der Innenstadt. Der Tourelles Cruise Port ist ca. 1,5 km entfernt.
🏖️ Nächster Strand: Plage de la Française (in Fort-de-France); Pointe du Bout (Fähre)
✨ Highlights in Fort-de-France: Bibliothèque Schœlcher, Kathedrale Saint-Louis
✨ Highlights auf Martinique: Jardin de Balata, Rumdestillerien, Plage des Salines, Saint-Pierre, Mangroven, Pointe du Bout, Musée La Pagerie, Insel Chancel
🗺️ Fortbewegung: in Fort-de-France zu Fuß; sonst Taxis, Fähren oder Landausflüge
⏱️ Erstbesucher: Saint-Pierre, Jardin de Balata, Destillerie Depaz, Pointe du Bout
💶 Gut zu wissen: Martinique gehört zu Frankreich; bezahlt wird mit Euro
📶 Internet: EU-Roaming ohne Zusatzkosten
👉 Fazit: Martinique verbindet karibische Natur mit französischer Lebensart. Für Erstbesucher sind der Jardin de Balata, die Traumstrände im Süden, eine Rumdestillerie und die historische Stadt Saint-Pierre besonders lohnende Ziele.
Kreuzfahrthafen Martinique
Kreuzfahrtschiffe machen in der Inselhauptstadt Fort-de-France fest. Dort gibt es zwei moderne Kreuzfahrtterminals. Das Tourelles Cruise Terminal wird vor allem von Reedereien genutzt, die auf Martinique einen Passagierwechsel durchführen. Dazu gehören beispielsweise MSC Cruises und gelegentlich auch AIDA Cruises. Das neue Pointe Simon Cruise Terminal wurde erst vor wenigen Jahren eröffnet. Hier legen meist die Kreuzfahrtschiffe an, die Martinique im Rahmen einer Karibik-Kreuzfahrt für einen Tag besuchen. Dazu zählen häufig Schiffe von AIDA Cruises und TUI Cruises.
Das Tourelles Cruise Terminal ist dafür ausgelegt, einen Passagierwechsel großer Kreuzfahrtschiffe zu bewältigen. Hier gibt es entsprechend große Terminalgebäude für Check-in und Security. Dazu Parkplätze für die Transferbusse. Zur weiteren Infrastruktur gehören Duty-free-Shops, ein kleiner Markt mit lokalem Kunsthandwerk und eine Außenstelle der Touristeninformation. Das Tourelles Cruise Terminal liegt etwa 1,5 km außerhalb des Stadtzentrums. Viele Kreuzfahrer gehen die Strecke zu Fuß. Der Weg ist ausgeschildert und in etwa 15 bis 20 Minuten zu bewältigen.
Das neue Pointe Simon Cruise Terminal (auf dem Bild oben im Vordergrund) liegt mitten in der Stadt und wurde erst vor wenigen Jahren fertiggestellt. An dem langen Pier können zwei Kreuzfahrtschiffe nebeneinander festmachen. Man geht über den farbenfrohen, blau-grünen Pier an Land und in das Cruise Village mit vielen kleinen Verkaufsständen und einem Zelt der Touristeninformation. Im Bereich des Hafens gibt es zudem einen Taxistand.
Landausflüge auf Martinique buchen
Für den Tag auf Martinique werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge auf Martinique findet man bei Viator*.
Mobilität auf Martinique auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge auf Martinique auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben (ab Pointe Simon Cruise Terminal) zu beliebten Sehenswürdigkeiten auf Martinique:
- Jardin de Balata: 11 km
- Kayak Aventure Mangrove: 17,4 km
- Le Saut du Gendarme (Wasserfall): 22,4 km
- Habitation Clément: 25 km
- Le Domaine De L’Émeraude: 24,8 km
- Trois Rivières Destillerie: 28,9 km
- Saint-Pierre: 30 km
- Destillerie Depaz: 33,8 km
- Musée du Rhum et Distillerie Saint-James: 37,8 km
- Chateau Dubuc auf der Halbinsel Caravelle: 39 km
- Plage de Salines: 52 km
Karte der Kreuzfahrthäfen und Highlights von Fort-de-France: 1. Parc La Savane, 2. Strand La Française, 3. Bibliothèque Schœlcher, 4. Cathédrale Saint-Louis, 5. Marché couvert de Fort-de-France, 6. Fort Saint-Louis, 7. Promenade Terminal de Croisières, 8. Fähren nach Point du Bout
Das Tourelles Cruise Terminal befindet sich rechts und das neue Pointe Simon Cruise Terminal findet man am linken Rand der Karte.
Zu Fuß unterwegs
Die Hauptstadt Fort-de-France kann man sehr gut zu Fuß erkunden. Das Zentrum rund um die Kathedrale Cathédrale Saint-Louis erstreckt sich nur über einige wenige Straßen. Die Stadt wurde wie am Reißbrett geplant, was die Orientierung erleichtert. Vom Tourelles Cruise Terminal läuft man ca. 15 bis 20 Minuten bis zur Bibliothèque Schœlcher. Der Weg ist markiert.
Taxis, Uber & Co
Uber und Lyft sind auf Martinique nicht verfügbar. Stattdessen stehen an den Kreuzfahrtterminals Taxistände zur Verfügung. Die Fahrer wurden nach Angaben der Touristeninformation speziell geschult und sollten zumindest etwas Englisch verstehen. Die Taxitarife werden am Hafen ausgehängt. Die Preislisten sind nicht immer ganz eindeutig, geben aber eine gute Orientierung für die Kosten individueller Inselrundfahrten. Die Fahrpreise sind spürbar höher als auf vielen anderen Karibikinseln. Das liegt unter anderem daran, dass Martinique zu Frankreich gehört und das Preisniveau insgesamt deutlich höher ist.
- Inselrundfahrt (1 Stunde): ca. 80 Euro
- Jardin de Balata und Sacré-Cœur de Balata (2 Stunden): ca. 160 Euro
- Jardin de Balata (3 Stunden): ca. 240 Euro
- Nordtour mit tropischem Regenwald, Saint-Pierre, Montagne Pelée und Rumdestillerie (4 Stunden): ca. 320 Euro
- Panoramafahrt durch den Norden mit Bananenplantage (4 Stunden): ca. 320 Euro
- Panoramafahrt durch den Süden mit Rumdestillerie (4 Stunden): ca. 320 Euro
- Südtour mit Strandaufenthalt an den Les Salines (5 Stunden): ca. 400 Euro
Wer die Insel individuell erkunden möchte, kann auch ein Taxi stundenweise chartern. Als Richtwert werden etwa 50 Euro pro Stunde genannt. Vor Fahrtbeginn sollte man den Preis immer noch einmal bestätigen.
Fähren nach Pointe du Bout
Kleine Fähren von Blue Lines fahren über die Bucht von Fort-de-France nach Pointe du Bout mit seinen schönen Stränden. Wenn das Kreuzfahrtschiff am Pointe Simon Cruise Terminal liegt, sieht man den Fähranleger bereits vom Schiff. Die Retourfahrtkarte kostet 7 Euro.
Der Dienst war zuvor durch Arbeitskämpfe und Gewerkschaftsproteste stark gestört und teilweise komplett eingestellt worden. Am 26. Mai 2025 hat die Firma Blue Line dann ihren Dienst aufgenommen. Nach unseren Informationen werden inzwischen auch die Verbindungen nach Anse-Mitan und Anse à l’Âne wieder bedient. Vor einer Fahrt sollte man die aktuellen Fahrpläne prüfen.
Fahrradrikschas
Wer nicht gut zu Fuß ist, kann sich am Pointe Simon Terminal für ein Trinkgeld an Land fahren lassen. Es werden auch Stadtrundfahrten mit einer Fahrradrikscha oder mit Golfcarts angeboten. Die Firma EcoTaxi 972 (ecotaxi972.com) verlangt für eine fünfundvierzigminütige Rundfahrt ca. 20 Euro. Die Rikschas und Golfcarts warten im Bereich der beiden Kreuzfahrthäfen auf Kundschaft.
Mietwagen
Martinique ist für eine Mietwagentour sehr gut geeignet. Die Straßen sind gut ausgebaut und es herrscht Rechtsverkehr. Leider gibt es an den beiden Kreuzfahrthäfen in Fort-de-France keine Büros internationaler Mietwagenfirmen mehr. Diese sind in großer Zahl am ca. 11 km entfernten Flughafen vertreten. Mit einem Taxi kann man diese Entfernung schnell überbrücken. Oder man nimmt einen öffentlichen Bus der Linie A. Vom Pointe Simon Cruise Terminal ist der Bus ca. 30 Minuten unterwegs. Tickets für den TCSP bekommt man an den Haltestellen (Automaten) oder über die offizielle App MT Ticket.
Wer einen Mietwagen hat, kann die Route de la Trace (N3) mit der Rückfahrt entlang der Karibikküste (N2) kombinieren. Diese Rundtour verbindet einige der schönsten Landschaften und Sehenswürdigkeiten der Insel. Mit den folgenden Stopps bekommt man einen hervorragenden ersten Eindruck von Martinique, ohne den Tag mit zu vielen Programmpunkten zu überladen: Sacré-Cœur de Balata, Jardin de Balata, Wasserfall, Saut Gendarme, Destillerie Depaz (mit Blick auf den Vulkan Montagne Pelée und Saint-Pierre). Auf dem Rückweg könnte man noch ein wenig an der Plage du Carbet entspannen.
Martinique auf eigene Faust: Die besten Highlights für Kreuzfahrtgäste
Martinique ist eine landschaftlich reizvolle Insel mit Bergen, Wäldern und herrlichen Stränden. Bei einem Stadtbummel in Fort-de-France merkt man schnell, dass man sich in Frankreich befindet. Das gilt auch für die Badeorte in Les Trois-Îlets auf der anderen Seite der Bucht von Fort-de-France. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel gehören die historische Stadt Saint-Pierre und der Vulkan Montagne Pelée. Sie bilden das wohl faszinierendste und gleichzeitig tragischste Duo auf Martinique. Bis zu dem verheerenden Vulkanausbruch im Jahre 1902 war Saint-Pierre das Paris der Antillen. Martinique ist eine große Karibikinsel, die man an einem Tag nicht vollständig erkunden kann. Dies sind die beliebtesten Ziele für Landausflüge auf Martinique auf eigene Faust.
Karte der Highlights für Landausflüge auf Martinique: 1. Kirche Sacré-Coeur de Balata, 2. Jardin de Balata, 3. Cascade de l’Alma, 4. Cascade du Saut du Gendarme (Le SDG), 5. Le Domaine De L’Émeraude, 6. Destillerie Depaz, 7. Saint-Pierre, 8. Vulkan Montagne Pelée, 9. Plage du Carbet, 10. Distillerie Saint-James et Musée du Rhum, 11. Halbinsel Presqu’Île Caravelle, 12. Ilet Chancel, 13. Habitation Clément, 14. Plage des Salines, 15. Rocher du Diamant, 16. Musée La Pagerie, 17. Pointe du Bout & Anse Mitan, 18. Les Anses-d’Arlet, 19. Plage de l’Anse à l’Âne, 20. Mangroven (Kayaktouren)
Orientierung für Kreuzfahrer
Die Sehenswürdigkeiten Martiniques verteilen sich vor allem auf den grünen Norden mit Regenwald, Wasserfällen und der Vulkanlandschaft der Montagne Pelée sowie auf den sonnigen Süden mit seinen Stränden und Badebuchten. Hinzu kommen historische Orte, Rum-Destillerien und einige der schönsten Panoramastraßen der Karibik. Die folgende Übersicht zeigt die beliebtesten Ziele für Landausflüge auf Martinique.
🌋 Vulkan & Natur: Saint-Pierre, Montagne Pelée, Route de la Trace, Saut Gendarme
🏖️ Strände: Grande Anse des Salines, Pointe du Bout Beach, Plage du Carbet und mehr
🥃 Rum & Genuss: Destillerie Depaz, Habitation Clément, Distillerie Saint-James usw.
⛵ Bootstouren & Meer: Katamaran & Schnorcheln, Kajaktouren in den Mangroven
🌺 Gärten & Tierwelt: Jardin de Balata, Zoo de Martinique, Insel Chancel (Leguane)
🏛️ Historische Sehenswürdigkeiten: Bibliothèque Schœlcher, Kathedrale von Fort-de-France, Fort Saint-Louis, Sacré-Cœur de Balata, Musée La Pagerie
✊ Geschichte der Sklaverei: La Savane des Esclaves, Mémorial Cap 110
Stadtbummel in Fort-de-France
Die Hauptstadt von Martinique liegt in einer Bucht an der ruhigen karibischen Küste der Insel. Ein Stadtrundgang lohnt sich durchaus. Dafür reichen auch zwei Stunden vor oder nach einem Landausflug auf Martinique.
Vom Kreuzfahrt-Terminal Pointe Simon sind es nur wenige Gehminuten zur Place de la Savane am südlichen Ende der Altstadt. Das ist ein großer öffentlicher Park im Herzen von Fort-de-France. Hier haben früher die Soldaten exerziert. In einer Ecke des Platzes bieten Händlerinnen einheimisches Kunsthandwerk an. Die Place de la Savane ist eine gute Drehscheibe für eine Stadtbesichtigung.
Wenn man am Südende des Platzes über den Boulevard geht, erreicht man den kleinen Strand „La Francaise“ und die Halbinsel mit der Festung Fort Saint Louis. Die Festung wird teilweise noch militärisch genutzt und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. An der nordwestlichen Ecke der Place de la Savane befindet sich die Bibliothèque Schœlcher. Dies ist ein beeindruckender Kuppelbau aus farbigem Eisen und Glas, der für die Pariser Weltausstellung 1889 erbaut wurde. Benannt ist die Bibliothek nach Victor Schœlcher, der sich für die Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien einsetzte. In den Nebenstraßen findet man schöne Häuser aus der Kolonialzeit.
Die Rue Victor Hugo ist die Hauptgeschäftsstraße von Fort-de-France. Sie beginnt am westlichen Rand der Place de la Savane und verläuft parallel zum Meer. Immer wieder sieht man den Turm der schönen Kathedrale Saint-Louis von 1895. Es handelt sich um einen feuer- und erdbebensicheren Metallskelettbau. Die Einzelteile wurden in Frankreich produziert und in Fort-de-France zusammengesetzt. Die Straßen bilden ein Gitternetz, in dem man sich leicht orientieren kann. Ein lohnender Stopp ist der überdachte Markt (Marché couvert de Fort-de-France) in der Rue Blenac. Nach unseren Informationen ist der Markt täglich außer sonntags geöffnet.
Direkt am Pointe Simon Cruise Terminal findet man eine lange Reihe von Souvenirgeschäften in weißen Zelten. Den Gehweg davor haben Künstler sehr schön gestaltet. Ein schönes Fotomotiv ist das „Le M de la Martinique“.
Vulkan La Montagne Pelée
Die Montagne Pelée ist ein knapp 1.400 Meter hoher Stratovulkan und der höchste Berg Martiniques. Der Ausbruch von 1902 war einer der tödlichsten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts. Dabei wurde die Stadt Saint-Pierre nahezu vollständig zerstört. Der Vulkan gilt weiterhin als aktiv, ist jedoch seit 1932 nicht mehr ausgebrochen. Heute sind seine Hänge von üppiger Vegetation bedeckt. Bei Wanderern sind die Flanken des Berges nicht zuletzt wegen der spektakulären Ausblicke sehr beliebt. Allerdings liegt der Gipfel häufig in den Wolken.
Der Aufstieg kann über mehrere Routen erfolgen. Die populärste und am besten ausgebaute Route startet am Parkplatz L’Aileron auf etwa 824 Metern Höhe. Bis hierher fährt man vom Kreuzfahrthafen in Fort-de-France etwa eine Stunde. Der anstrengende Weg führt über zahlreiche steile Stufen hinauf zum Plateau des Palmistes. Für diesen Abschnitt sollte man etwa 1 bis 1,5 Stunden pro Strecke einplanen. Das Plateau des Palmistes liegt auf rund 1.230 Metern Höhe direkt am Rand der Caldeira und bietet bereits beeindruckende Ausblicke. Die Weiterwege zum Kraterboden oder zum eigentlichen Gipfel Le Chinois sind deutlich anspruchsvoller und verlängern die Wanderung auf insgesamt etwa 4 bis 5 Stunden.
Saint-Pierre und der Vulkan
Saint-Pierre gehört zu den beliebtesten Landausflugszielen auf Martinique und ist ein Ziel vieler Inseltouren. Die historische Küstenstadt, das einstige „Paris der Antillen“, wurde 1902 durch einen Vulkanausbruch komplett zerstört. Vor dem Ausbruch war Saint-Pierre das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der französischen Antillen und die Hauptstadt von Martinique.
Schon in den Tagen vor dem verheerenden Hauptausbruch kam es zu einer regelrechten biblischen Plage. Viele Tiere flohen instinktiv in Richtung Küste. Darunter tausende hochgiftige Schlangen, die bereits vor der Katastrophe viele Menschen und Tiere töteten. Obwohl diese Tierinvasion ein unübersehbares Warnsignal der Natur war, weigerten sich die Behörden, Saint-Pierre zu evakuieren.
Nur drei Tage nach der Schlangenplage, am 8. Mai 1902, löschte der Vulkan die Stadt komplett aus. Bis zu 40.000 Menschen starben. Wegen des Feiertags (Christi Himmelfahrt) waren die Stadt und die Kirchen gut besucht. Nur drei Menschen konnten sich retten. Der bekannteste Überlebende heißt Louis-Auguste Cyparis. Er hatte die Nacht in einer Ausnüchterungszelle verbringen müssen, die man noch heute besichtigen kann. Später schloss er sich einem Zirkus in den USA an, wo er in einem Nachbau der Zelle auftrat und seine Brandwunden vorführte.
Die Spuren der Katastrophe kann man bis heute sehen. Zum Beispiel die Ruinen des Theaters, das nach dem Vorbild des Theaters in Bordeaux erbaut wurde. Die monumentale Freitreppe steht noch und bietet ein beeindruckendes Fotomotiv. Ein beliebtes Fotomotiv ist die dickwandige Gefängniszelle (Le Cachot de Cyparis) von Louis-Auguste Cyparis. Er überlebte, weil die dicken Mauern ihn vor der tödlichen Glutwolke schützten. Das Mémorial de la Catastrophe de 1902 (Musée Frank A. Perret) ist ein modernes, kleines Museum, das geschmolzene Alltagsgegenstände, Uhren (die exakt zum Zeitpunkt des Ausbruchs stehen blieben) und alte Fotografien zeigt. Der Eintritt liegt bei 20 Euro.
Saint-Pierre ist ca. 40 Minuten vom Hafen entfernt und Ziel vieler Landausflüge auf Martinique. Wer auf eigene Faust mit einem Mietwagen kommt, parkt am besten direkt am Museum. Die wichtigsten Ruinen (Theater und Gefängniszelle) liegen direkt nebeneinander und sind in wenigen Gehminuten erreichbar. Für die Besichtigung von Museum, Theater und Gefängniszelle reichen meist 60 bis 90 Minuten aus. Saint-Pierre wird häufig mit einer Fahrt über die Route de la Trace und einem Besuch der Destillerie Depaz kombiniert.
Rumkultur
Martinique gilt als das „Mekka des Rums“, der hier Rhum genannt wird. Es ist die einzige Region weltweit, die das geschützte A. O. C.-Siegel für Rum besitzt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Rums der Karibik wird hier Rhum Agricole direkt aus frischem Zuckerrohrsaft statt aus Melasse destilliert. Das verleiht ihm einen besonders fruchtigen Geschmack. Es gibt viele Brennereien auf Martinique. Diese vier sind unserer Erfahrung nach besonders bekannt:
- Habitation Clément: Die kulturell bedeutendste Plantage im Osten. Sie bietet ein wunderschönes kreolisches Herrenhaus, einen Skulpturenpark und moderne Kunstgalerien. Hier wird heute allerdings nur noch gereift und abgefüllt, nicht mehr direkt destilliert.
- Distillerie Depaz: Diese Brennerei liegt am Fuße des Montagne Pelée. Die historische Anlage nutzt das Schmelzwasser des Vulkans und die vulkanische Erde, was dem Rum eine einzigartige mineralische Note verleiht. Es gibt eine traditionelle Dampfmühle, Gärung in Edelstahlbehältern und Destillation in Kolonnenbrennblasen.
- Distillerie J.M. (Macouba): Tief im wilden, grünen Norden versteckt. Sie gilt als eine der authentischsten und malerischsten Brennereien mit einem Fokus auf absolutem Premium-Rum.
- Distillerie Neisson: eine kleine, familiengeführte Manufaktur an der Nordwestküste. Sie ist weltberühmt für den besten weißen Rum (Rhum Blanc), der sich perfekt für das Nationalgetränk Ti‘ Punch eignet.
Bei fast allen Brennereien (außer Clément) ist der Zutritt zum Parkgelände und die eigenständige Besichtigung der Produktionsanlagen komplett kostenlos. Am Ende des Rundgangs wartet immer die Boutique. Dort können Sie die Rumsorten kostenlos verkosten. Flaschen eignen sich hervorragend als Souvenir.
Distillerie Depaz liegt verkehrsgünstig in der Nähe von Saint-Pierre. Wir waren selbst vor Ort und können einen Besuch empfehlen. Man kann von hier schöne Fotos vom Vulkan machen. Bei dem verheerenden Ausbruch im Jahre 1902 wurde die Firma zerstört und alle Familienmitglieder kamen ums Leben. Nur ein Sohn, der in Bordeaux studierte, überlebte und baute die Distillerie Depaz wieder auf.
Jardin de Balata
Der Jardin de Balata zählt zu den schönsten botanischen Gärten der Karibik und ist ein beliebtes Landausflugsziel für Pflanzenfreunde und Familien. Über 3.000 tropische Pflanzenarten, darunter ca. 300 Palmenarten, wachsen hier. Der Rundweg führt vorbei an riesigen Bambushainen, farbenfrohen Bromelien, Anthurien, Orchideen und majestätischen Königspalmen. Ein absoluter Höhepunkt ist der Baumkronenpfad. Gesichert durch Netze wandert man auf schwankenden Holzstegen in bis zu 15 Metern Höhe durch die Wipfel riesiger Mahagonibäume. Von dort oben genießt man einen grandiosen Blick über den Garten bis hin zur Bucht von Fort-de-France. Ein weiteres Highlight befindet sich direkt am Eingang. Auf der Terrasse des kreolischen Hauses hängen mehrere Gefäße mit Zuckerwasser. Hier schwirren Dutzende winzige, schillernde Kolibris im Sekundentakt umher.

Der Garten liegt direkt an der N3 und ist nur ca. 11 km vom Hafen entfernt. Vom Kreuzfahrtterminal dauert die Fahrt mit dem Taxi, Ausflugsbus oder Mietwagen über die gut ausgebaute Route de la Trace nur etwa 15 bis 20 Minuten. Auf dem Weg kommt man an der Sacré-Coeur de Balata vorbei. Für den Rundgang inklusive des Hängebrücken-Pfads und Fotostopps würden wir ca. 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Der Eintritt liegt bei 16 Euro.
Die Geschichte des Gartens ist interessant und beginnt 1982 mit der Rückkehr von Jean-Philippe Thoze nach Martinique. Der französische Gartenbauwissenschaftler, Landschaftsgärtner und Künstler sollte er das völlig verwilderte Grundstück im Auftrag der Familie für einen potenziellen Verkauf lediglich roden und aufräumen. Thoze verliebte sich jedoch neu in den Ort seiner Kindheit. Statt das Gelände zu planieren, beschloss er, um das historische Haus seiner Großeltern herum ein botanisches Lebenswerk zu erschaffen. Er benannte den Park nach dem Balatabaum. Diese riesigen Bäume wachsen sehr langsam und gehören auf Martinique zu den bedrohten Pflanzenarten.
Les Anses-d’Arlet
Der malerische kleine Badeort Les Anses-d’Arlet mit seinen drei Buchten befindet sich im Süden von Fort-de-France und ist knapp 40 km vom Hafen entfernt. Die kleine Kirche, der Sandstrand und die kreolischen Häuser sind eines der beliebtesten Fotomotive von Martinique. Die besten Fotos gelingen vom Anlegesteg aus. Entlang der Uferpromenade laden mehrere Restaurants und Bars dazu ein, die kreolische Küche mit Blick auf die Bucht zu genießen.
Die Anse Dufour und die dunkle Anse Noire gehören auch zum Gemeindegebiet von Les Anses-d’Arlet. Die beiden benachbarten Strände gehören zu den beliebtesten Schnorchelspots der Insel. Hier kann man Schildkröten sehen und einen schönen Tag an den Stränden verbringen. Wer an einem Wochenende auf Martinique ist, sollte sich vielleicht ein anderes Landausflugsziel suchen. Viele Einheimische verbringen hier ihr Wochenende.
Mangrovenwälder
In der Bucht von Fort-de-France gibt es große Mangrovenwälder. Diese schützten die Küste vor Erosion und dienen vielen Fischarten und Krebstieren als Kinderstube. Auch verschiedene Vogelarten leben hier. Mangroven filtern das Wasser und halten Sedimente und Nährstoffe zurück. Es gibt mehrere Arten, die Mangroven zu erkunden. Besonders beliebt sind geführte Kajaktouren. Die meisten Touren starten am Canal Cocotte in Ducos, ca. 17 km vom Hafen entfernt. Die Landausflügler bekommen eine Schwimmweste, den Paddel und eine wasserdichte Tonne (Bidon) für die Wertsachen. Die eigentliche Fahrt durch die Mangroven dauert je nach Tour ca. ein bis zwei Stunden.
Eine normale Grundkondition reicht völlig aus. Das Tempo wird an den schwächsten Paddler angepasst. Schnelltrocknende Sportkleidung oder Badesachen sind gut geeignet, da man auch nass werden kann. Ein UV-Shirt mit langen Ärmeln schützt gleichzeitig vor Sonne und Mücken. Die Kajaktouren gehören zu den ungewöhnlichsten Landausflügen auf Martinique und bieten einen spannenden Kontrast zu den klassischen Strand- und Inselrundfahrten.
Musée La Pagerie
Die Plantage La Pagerie ist die Heimat der Kaiserin Joséphine de Beauharnais. Die Ehefrau Napoleons wurde 1763 auf Martinique geboren. Nachdem die Sklaverei während der Französischen Revolution abgeschafft worden war, führte Napoleon sie 1802 wieder ein. Auf Martinique wird Joséphine de Beauharnais häufig mit dieser Entscheidung in Verbindung gebracht. Viele Bewohner der Insel betrachten sie deshalb bis heute kritisch.
Das Musée de la Pagerie kann besichtigt werden. Die freundlichen Mitarbeiter wissen viel über das Leben der Kaiserin und gestalten die geführten Touren sehr interessant. Man besichtigt hier die Ruinen der alten Fabrik, die Zuckermühle und ein charmantes Steingebäude voller persönlicher Briefe, Möbel und Erinnerungsstücke aus dem 18. Jahrhundert. Das Musée de la Pagerie befindet sich in Les Trois-Îlets und ist ca. 30 km vom Hafen entfernt. Wir würden ca. 60 bis 90 Minuten für den Besuch einplanen. Ganz in der Nähe findet man mit dem Museum „La Savane des Esclaves“ und den Stränden von Pointe du Bout und Anse à l’âne einige Kombinationsmöglichkeiten.
Cascade du Saut du Gendarme
Der Wasserfall Cascade du Saut du Gendarme ist ein weiteres beliebtes Landausflugsziel auf Martinique. Der Name erinnert der Legende nach an einen Gendarmen, der hier während der Kolonialzeit eine Rast einlegte. Er liegt günstig unweit der N3 und ist ca. 22 km vom Hafen entfernt. Wer über die N3 in Richtung Norden fährt, kommt hier vorbei. An der N3 liegen einige weitere Landausflugsziele wie die Kirche Sacré-Coeur de Balata, der Jardin de Balata und Le Domaine De L’Émeraude.
Der rund 10 Meter hohe Wasserfall stürzt inmitten üppiger tropischer Vegetation über eine Felswand in ein kleines Becken. Der Weg zum Wasserfall ist kurz, aber rutschig. Entsprechendes Schuhwerk ist hilfreich. Da man keine lange Wanderung auf sich nehmen muss, eignet er sich perfekt für einen kurzen, erfrischenden Zwischenstopp im grünen Norden der Insel. Wir würden hier ca. 30 Minuten einplanen. Direkt am Eingangsbereich gibt es schattige Holztische, die sich ideal für ein Picknick eignen. Der Wasserfall und die üppige Vegetation vermitteln einen guten Eindruck vom tropischen Norden Martiniques.
Plage des Salines
Die Plage des Salines bei Sainte-Anne im äußersten Süden der Insel gilt als der bekannteste und schönste Strand Martiniques. Vom Hafen in Fort-de-France fährt man ca. eine Stunde bis hierher. Der Strand ist bewusst naturbelassen gestaltet und es gibt keine Liegestühle und Sonnenschirme. Viele Palmen und Bäume sorgen für natürlichen Schatten. Vorsicht ist jedoch bei den mit einem roten Ring markierten Manzanillabäumen (Strandäpfeln) geboten. Alle Teile dieser Pflanze gelten als hochgiftig. Hinter dem Strand unter den Bäumen gibt es zahlreiche kleine, bunte Holzbuden (Lolos), die für das leibliche Wohl der Strandbesucher sorgen. Besonders lecker ist das traditionelle Kokoseis, das direkt vor Ort in Holzfässern von Hand gekurbelt wird.
Der Strand ist riesig. Direkt am Hauptzugang (nahe den Restaurants) ist am meisten los. Entlang des Strandes führt eine lange Einbahnstraße, an deren Rand Hunderte kostenlose Parkplätze im Schatten der Bäume liegen. Zwei komplett gegensätzliche Naturhighlights befinden sich ganz in der Nähe. Direkt hinter dem Strand liegt eine große Salzlagune. Hier kann man Krabben und seltene Wasservögel beobachten. Die Savane de Pétrifications ist eine surreale, wüstenartige Mondlandschaft aus roter Erde und versteinerten Holzresten.
Insel Chancel
Die Insel Chancel befindet sich an der Atlantikküste von Martinique, südlich der großen Halbinsel La Caravelle. Die Landausflügler fahren mit dem Bus bis Le Robert und setzen dann mit dem Motorkatamaran über. Auf der Insel leben viele Leguane, die hier einen geschützten Lebensraum haben. Der größte Teil von Chancel ist Privatbesitz, nur ein kleiner Teil ist zugänglich. Meistens wird der Landausflug hierher mit einem Badeaufenthalt bei den Inseln und Sandbänken vor der Küste verbunden.
Fazit: Landausflüge auf Martinique auf eigene Faust
Martinique ist ein Stück Frankreich und EU in der Karibik. Dadurch unterscheidet sich die Insel deutlich von den Nachbarinseln St. Lucia im Süden und Dominica im Norden. Martinique ist deutlich wohlhabender und europäischer. Am Wochenende ist hier alles geschlossen. Martinique ist mit einer Fläche von rund 1.100 Quadratkilometern eine der größten Inseln der Kleinen Antillen. Obwohl die Entfernungen auf den ersten Blick überschaubar wirken, sollte man die kurvenreichen Straßen und das bergige Landesinnere nicht unterschätzen.
Zu den beliebtesten Landausflugszielen gehören die Route de la Trace mit dem Jardin de Balata, die tragische Stadt Saint-Pierre, die Montagne Pelée und die Strände im Süden der Insel. Ein besonderes Highlight ist der Rum aus Martinique, der hier Rhum genannt wird. Martinique ist berühmt für Rhum Agricole. Dieser wird nicht aus Melasse hergestellt, sondern direkt aus frischem Zuckerrohrsaft destilliert. Viele Destillerien können besichtigt werden und bieten Führungen sowie Verkostungen an. Besonders beliebt bei Kreuzfahrern sind die Distillerie Depaz bei Saint-Pierre und die Habitation Clément im Osten der Insel.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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