Hier finden Sie praktische Informationen für Landausflüge auf Bonaire auf eigene Faust. Bonaire ist das „B“ der niederländischen ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao und liegt vor der Küste Venezuelas. Die karge und trockene Insel ist vor allem für ihre Unterwasserwelt, die großen Salzfelder und die vielen Flamingos bekannt. Kreuzfahrtschiffe legen direkt in der kleinen Hauptstadt Kralendijk an, sodass man von hier schnell auf eigene Faust starten kann. Viele Landausflügler fahren mit dem Wassertaxi zum No Name Beach auf Klein Bonaire oder machen eine Rundfahrt durch den Süden mit den Salzfeldern, Slave Huts und Flamingos. Im Norden liegt der große Washington-Slagbaai-Nationalpark. Weitere Informationen gibt es bei der Tourism Corporation Bonaire. Stand: August 2026
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer Bonaire auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
📍 Liegeplatz: Kralendijk Cruise Port in Kralendijk
🚶♂️ Entfernung ins Stadtzentrum: 250 Meter
🏖️ Nächster Sandstrand: No Name Beach (ca. 25 Min. mit dem Wassertaxi)
✨ Highlights in Kralendijk: bunte Kolonialhäuser, Souvenirläden, Waterfront, Markt
✨ Highlights im Umland: Washington-Slagbaai-Nationalpark, Salzberge, Flamingos, Sorobon Beach, Schnorchel- und Tauchspots, Rincon, Klein Bonaire
🗺️ Fortbewegung: Taxis, Wassertaxis, Mietwagen, Roller, Golfcarts oder Landausflüge
⏱️ Ideal für: Schnorcheln, Naturerlebnisse und entspannte Strandtage
💶 Gut zu wissen: Offizielle Währung ist der US-Dollar; Niederländisch und Papiamentu sind Amtssprachen, Englisch wird fast überall gesprochen
📶 Internet: WLAN oft im Terminal und in Cafés; an Land eSIM (z. B. GigSky, Simbye)
👉 Unsere Einschätzung: Bei einem ersten Besuch würden wir eine Rundfahrt durch den Süden der Insel machen. Die Salzfelder, Flamingos und alten Slave Huts lassen sich gut mit einigen Stunden am Sorobon Beach verbinden. Wer lieber schnorcheln möchte, kann mit dem Wassertaxi nach Klein Bonaire fahren. Kralendijk liegt direkt am Hafen und lässt sich gut vor oder nach dem Landausflug zu Fuß erkunden.
Kreuzfahrthafen Bonaire
In der kleinen Hauptstadt Kralendijk gibt es zwei etwa 300 Meter voneinander entfernte Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe. Sie werden meist einfach North Pier und South Pier genannt. Hier machen regelmäßig auch die Kreuzfahrtschiffe von AIDA Cruises und TUI Cruises (Mein Schiff) fest.
Von Deck aus lassen sich die Hauptstadt und große Teile der Insel hervorragend überblicken. Auf der anderen Schiffsseite sieht man die vorgelagerte Insel Klein Bonaire, die nur rund 850 Meter entfernt liegt. Beide Anleger befinden sich direkt am Stadtzentrum, das sich bequem zu Fuß erkunden lässt.
Große Kreuzfahrtschiffe legen bevorzugt am South Pier an, dem Hauptliegeplatz der Insel. Die Passagiere gelangen zunächst in die kleine South Pier Mall. Geht man von dort etwa 300 Meter in Richtung North Pier, passiert man zahlreiche Stände, an denen Inseltouren und Wassertaxis angeboten werden. Wer spontan noch einen Ausflug buchen möchte, wird hier oft fündig.
Der North Pier führt direkt zum Wilhelmina Park. Immer wenn ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt, findet hier der Bonaire Arts and Crafts Cruise Market mit lokalen Souvenirs und Handwerkskunst statt. Auch das berühmte Salz von Bonaire wird hier verkauft. Hinter dem Wilhelmina Park verläuft die Hauptstraße Kaya Grandi mit Geschäften, Restaurants und der Touristeninformation.
Unser Tipp: Wer am Hafen ins Wasser schaut, kann bei ruhiger See bereits einiges entdecken. Wir haben hier zwischen den Steinen viele Fische und sogar Meeresschildkröten gesehen.
Landausflüge auf Bonaire buchen
Für den Tag auf Bonaire werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge auf Bonaire findet man bei GetYourGuide* oder bei Viator*. Empfehlen können wir zudem die Firma Roadrunner Bonaire.
Mobilität auf Bonaire auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge auf Bonaire auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf Bonaire (ab Bonaire Cruise Port):
- Donkey Sanctuary: 6,2 km
- Seru Largu Aussichtspunkt: 6,5 km
- Mangrove Center Lac Bay: 7,5 km
- 1000 Steps: 9,4 km
- Sorobon Beach: 12,2 km
- Slave Huts: 12,6 km
- Pekelmeer Flamingo Sanctuary: 16,4 km
- Gotomeer Lagune (Flamingos): 18,3 km
- Rincon: 18,5 km
- Washington-Slagbaai-Nationalpark (Besucherzentrum): 21,3 km
Karte des Bonaire Cruise Terminals: 1. South Pier (Hauptliegeplatz für große Kreuzfahrtschiffe), 2. North Pier, 3. South Pier Mall, 4. Stände von Taxis, Wassertaxis und lokalen Ausflugsanbietern, 5. Fort Oranje, 6. Bonaire Arts and Crafts Cruise Market, 7. Touristeninformation an der Hauptstraße Kaya Grandi
Zu Fuß unterwegs
Kralendijk lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Die meisten Geschäfte befinden sich in der Haupteinkaufsstraße Kaya Grandi. An der parallel verlaufenden Kaya J.N.E. Craane gibt es zahlreiche Restaurants und Bars direkt am Meer.
Shuttlebusse
Auf Bonaire gibt es keine Shuttlebusse der Kreuzfahrtreedereien. Passagiere können das Stadtzentrum zu Fuß erreichen oder die Insel mit Taxis, Mietwagen, Rollern, Golfcarts oder Wassertaxis erkunden.
Taxis, Uber & Co
Taxis warten im Bereich des Bonaire Cruise Ports auf Fahrgäste und sind eine gute Möglichkeit, die Insel individuell zu erkunden. Die Preise sind festgelegt und werden auf Schildern veröffentlicht. Angeboten werden Strandtransfers und verschiedene Inseltouren. Aufgrund der kurzen Entfernungen halten sich die Fahrpreise meist im Rahmen (s. Bild).
Uber gibt es auf Bonaire bislang nicht. Auch andere bekannte Fahrdienste wie Lyft oder Bolt sind auf der kleinen Karibikinsel nicht vertreten.
Wassertaxis nach Klein Bonaire
Für die Fahrt nach Klein Bonaire gibt es Wassertaxis, die man an Bord oder bei lokalen Anbietern buchen kann. Die Überfahrt zum No Name Beach an der Nordküste der kleinen Insel dauert etwa 25 Minuten. In der Nähe der Liegeplätze gibt es unter anderem die Anbieter Epic Watertaxis und Caribe Watersport. Die Hin- und Rückfahrt kostet derzeit 25 US-Dollar. Dafür muss man allerdings zunächst zum Anleger der Wassertaxis laufen. An Tagen mit mehreren Kreuzfahrtschiffen kann es zu kurzen Wartezeiten kommen.
Auch die Reedereien bieten Wassertaxis nach Klein Bonaire an. Häufig stehen mehrere Abfahrtszeiten zur Auswahl. In diesem Fall legen die Wassertaxis direkt am Schiff ab. Das Personal versorgt die Gäste auf Klein Bonaire meist zusätzlich mit Getränken. Die Wassertaxis pendeln immer zwischen dem Schiff und Klein Bonaire hin und her.
Mietwagen
Ein Mietwagen ist eine weitere gute Möglichkeit, Bonaire flexibel zu erkunden. Die Straßen sind überwiegend in gutem Zustand, die Beschilderung ist ordentlich und gefahren wird auf der rechten Straßenseite. Allerdings sollte man besonders außerhalb von Kralendijk auf Ziegen und wilde Esel achten.
Es gibt zahlreiche nationale und internationale Autovermieter mit Büros in Kralendijk und am nur drei Kilometer südlich gelegenen Flughafen. Hertz betreibt beispielsweise eine Station beim Divi Flamingo Beach Resort, das man vom Hafen aus bequem zu Fuß erreichen kann. Manche Anbieter vermieten allerdings nicht tageweise. Gerade an stark frequentierten Kreuzfahrttagen empfiehlt sich daher eine frühzeitige Reservierung.
Golfcarts, Roller & Co.
In Kralendijk kann man außerdem Fahrräder, E-Bikes, Roller und Golfcarts mieten. Mehrere Anbieter haben Standorte in der Hauptstadt oder mobile Stände am Kreuzfahrthafen.
Golfcarts kann man zum Beispiel bei der Firma Bonaire Cruisers mieten. Ein Zweisitzer kostet ab etwa 105 US-Dollar pro Tag. Wer ein Fahrrad oder einen Roller mieten möchte, könnte die Firma Scooters Bonaire aufsuchen. Hier gibt es Roller (auch Elektroroller) und Fahrräder (Mountainbikes und E-Bikes in verschiedenen Ausführungen). Ein Roller kostet 50 US-Dollar und ein Elektrorad gibt es für 30 US-Dollar.
Bimmelbahn Bonaire
Eine kleine Bimmelbahn (Trolley Tour) dreht regelmäßig ihre Runden durch Kralendijk. Die Rundfahrt dauert etwa 90 Minuten und kostet rund 35 Euro. Der Tourguide spricht Englisch und Niederländisch. Angeboten wird die Tour meist direkt über die Reedereien.
Highlights für Landausflüge auf Bonaire auf eigene Faust
Bonaire ist eine kleine Insel und viele der wichtigsten Landausflugsziele lassen sich an einem Hafentag miteinander verbinden. Besonders beliebt sind die Salzfelder und Flamingos im Süden sowie der Washington-Slagbaai-Nationalpark im Norden. Wer den Tag am Meer verbringen möchte, kann mit dem Wassertaxi nach Klein Bonaire fahren oder einige Stunden am Sorobon Beach verbringen. Dies sind die beliebtesten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf Bonaire auf eigene Faust.
Karte der Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf Bonaire: 1. Klein Bonaire, 2. Washington-Slagbaai-Nationalpark (Besucherzentrum), 3. Gotomeer (Flamingos), 4. Rincon, 5. 1000 Steps, 6. Aussichtspunkt Seru Largu, 7. Salt Pier, 8. Old Slave Huts, 9. Willemstoren Lighthouse, 10. Pekelmeer (Flamingos), 11. Sorobon Beach, 12. Mangrove Center an der Lac Bay, 13. Donkey Sanctuary
Orientierung für Kreuzfahrer
Bonaire ist eine überschaubare Insel und lässt sich gut auf eigene Faust erkunden. Die meisten Landausflugsziele liegen entweder entlang der Küste im Süden oder im deutlich grüneren Norden. Bei einem ersten Besuch würden wir eine Rundfahrt durch den Süden machen. Wer lieber schnorcheln möchte, kann den Tag auf Klein Bonaire verbringen.
⭐ Für Erstbesucher: Eine Rundfahrt durch den Süden führt zu den großen Salzfeldern, den Slave Huts und dem Pekelmeer mit seinen Flamingos. Anschließend könnte man noch einige Stunden am Sorobon Beach verbringen. Für diese Runde kann man ein Taxi, einen Mietwagen oder ein Golfcart nehmen.
🤿 Schnorcheln & Tauchen: Bonaire gehört zu den bekanntesten Tauch- und Schnorchelzielen der Karibik. Besonders einfach ist ein Ausflug nach Klein Bonaire. Wassertaxis fahren vom Hafen zum No Name Beach, wo man direkt vom Strand aus schnorcheln kann. Weitere bekannte Tauch- und Schnorchelplätze sind 1000 Steps und der Salt Pier.
🌵 Der Norden: Wer Natur und Landschaft erleben möchte, könnte in den Norden fahren. Hier liegen der Aussichtspunkt Seru Largu, das Gotomeer mit seinen Flamingos, Rincon und der Washington-Slagbaai-Nationalpark. Für den Nationalpark sollte man allerdings viel Zeit einplanen.
🏖️ Strandtag: Für einen klassischen Strandtag würden wir zwischen Klein Bonaire und dem Sorobon Beach wählen. Klein Bonaire bietet einen naturbelassenen Sandstrand ohne Infrastruktur und sehr gute Möglichkeiten zum Schnorcheln. Am Sorobon Beach gibt es dagegen Restaurants, Liegen und Wassersportangebote.
🛶 Lac Bay & Mangroven: Die große Lac Bay im Südosten ist vor allem für ihre Mangroven und die guten Bedingungen zum Windsurfen bekannt. Im Mangrove Center werden geführte Kajaktouren durch die Mangroven angeboten. Das lässt sich gut mit einem Aufenthalt am Sorobon Beach verbinden.
🚶 Kralendijk: Die kleine Hauptstadt liegt direkt am Kreuzfahrthafen. Für einen Bummel durch das Zentrum reichen ein bis zwei Stunden. Deshalb würden wir Kralendijk vor oder nach einem anderen Landausflug erkunden.
Landausflüge in Kralendijk
Kralendijk kann man bequem vor oder nach einem Landausflug erkunden. Die Wege sind kurz, und für einen Spaziergang durch das Zentrum reichen meist ein bis zwei Stunden völlig aus. Im Wilhelmina Park treffen sich oft lokale Kunsthandwerker mit kleinen Ständen. Hier gibt es handgefertigten Schmuck, Bonaire-Salz, Aloe-Produkte und kleine Snacks. Das Restaurant Cuba Compagnie Bonaire am Rand des Platzes lohnt einen Besuch.
Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die Hauptniederlassung von Tourism Bonaire an der Kaya Grandi Nr. 2. Die Kaya Grandi ist die wichtigste Einkaufsstraße der Stadt. Hier reihen sich kleine Geschäfte, Bars und Restaurants aneinander. Besonders lebendig ist die Uferpromenade (Kaya J. N. E. Craane) nördlich des Hafens mit Cafés und Restaurants direkt am Wasser. Ein beliebter Stopp ist die Karel’s Beach Bar.
Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinne gibt es in Kralendijk nur wenige, genau das macht den Ort aber für Kreuzfahrer so angenehm. Direkt am Hafen liegt Fort Oranje, eine kleine Festungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde ursprünglich zum Schutz vor Piraten erbaut und später unter anderem als Kaserne und Gefängnis genutzt. Heute ist sie ein markantes Fotomotiv direkt auf dem Weg in die Stadt. Etwas mehr Hintergrund zur Inselgeschichte bietet das Terramar Museum.
Unser Tipp: Wer noch ein paar Minuten Zeit hat, sollte einen kurzen Abstecher zum Chachacha Beach direkt am South Pier machen. Das Wasser ist glasklar, und über einen Steg gelangt man bequem ins Meer.
Insel Klein Bonaire
Klein Bonaire liegt direkt vor Kralendijk und gehört zu den beliebtesten Landausflugszielen auf Bonaire. Wassertaxis bringen die Gäste in etwa 25 Minuten zum No Name Beach, einem rund 300 Meter langen, naturbelassenen Sandstrand. Hier kann man das Handtuch einfach in den Sand legen und einige Stunden am Meer verbringen.
Es gibt keinerlei Infrastruktur – keine Restaurants, keine Toiletten und keine Liegen. Schatten spenden nur Büsche und kleine Bäume. Getränke, Badeschuhe, Sonnenschutz und Schnorchelausrüstung sollte man deshalb selbst mitbringen. Wir hatten ein Brötchen vom Frühstücksbuffet dabei, für das sich sofort viele kleinere und größere Eidechsen interessiert haben.
Direkt vom Strand aus kann man sehr gut schnorcheln. Der Meeresboden fällt bereits nach wenigen Metern steil ab und man sieht viele verschiedene Fische. Wir haben unter anderem blaue Doktorfische, Kofferfische, Kaiserfische, Papageifische und westatlantische Trompetenfische gesehen, die wir später anhand unserer Fotos bestimmt haben. Wer auf Bonaire einen Strandtag mit Schnorcheln verbinden möchte, ist auf Klein Bonaire richtig.
Landausflüge im Norden von Bonaire
Der Norden von Bonaire ist deutlich hügeliger und grüner als der Süden. Zu den wichtigsten Landausflugszielen gehören der Washington-Slagbaai-Nationalpark, das Gotomeer mit seinen Flamingos, Rincon und der Aussichtspunkt Seru Largu. Entlang der Westküste liegen außerdem bekannte Tauch- und Schnorchelplätze wie 1000 Steps. Dies sind die beliebtesten Highlights für Landausflüge im Norden von Bonaire auf eigene Faust.
Karte der Landausflugsziele im Norden von Bonaire: 1. Seru Largu Aussichtspunkt, 2. Rincon, 3. Besucherzentrum des Washington-Slagbaai-Nationalparks, 4. Washington-Slagbaai-Nationalpark, 5. Gotomeer (Flamingos), 6. 1000 Steps (Tauchspot), 7. Bonaire Caves & Karst Natuurreservaat
Seru Largu
Seru Largu bedeutet „großer Hügel“ und ist ein beliebter Aussichtspunkt oberhalb von Kralendijk. Eine etwas holprige Straße führt hinauf zum Gipfel. Von hier reicht der Blick über große Teile der Insel bis nach Kralendijk, zum Kreuzfahrthafen und zur vorgelagerten Insel Klein Bonaire. Auf dem Gipfel steht außerdem ein großes Kreuz, das den Glauben der Inselbewohner symbolisiert.
Washington-Slagbaai-Nationalpark
Der Washington-Slagbaai-Nationalpark liegt im Nordwesten der Insel und erstreckt sich über rund 4.300 Hektar. 1969 wurde er als erstes Naturschutzgebiet der Niederländischen Antillen gegründet und schützt heute viele endemische Tiere. Die Strände sind zudem wichtige Nistplätze für alle vier Karibik-Schildkrötenarten.
Für Kreuzfahrtgäste ist der Park ein Tagesausflug, der etwas Planung erfordert. Von Dienstag bis Sonntag ist der Park von 8:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, der Einlass ist bis 14:30 Uhr möglich. An nationalen Feiertagen oder bei starkem Regen kann der Park kurzfristig geschlossen werden. Kreuzfahrtgäste zahlen für einen Tagesbesuch 10 US-Dollar. Das Besucherzentrum liegt knapp 5 km nördlich von Rincon. Hier gibt es ein Museum.
Die Nationalparkverwaltung empfiehlt ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit (mindestens 30 cm). Fahrzeuge mit niedriger Bodenfreiheit können unter Umständen zugelassen werden – die Ranger am Eingang entscheiden darüber. Die Höchstgeschwindigkeit im Park liegt bei 25 km/h. Nicht erlaubt sind ATVs, Quads, Golfcarts, Roller und E-Bikes. Normale Fahrräder sind hingegen erlaubt, der Eintritt mit Fahrrad ist jedoch nur bis 12:00 Uhr möglich. Wer keine passende Mobilität hat, kann auf geführte Touren ausweichen.
Der Nationalpark lässt sich auf unterschiedlichen Wegen entdecken. Zwei markierte Routen eignen sich für Geländewagen. Die kurze Route (24 km) dauert ca. 1,5 Stunden reine Fahrzeit, die lange Route (34 km) mindestens 2,5 Stunden. Dazu kommen mehrere Wandertrails. Besonders empfehlenswert für einen kürzeren Ausflug ist der Lagadishi Walking Trail. Das ist ein familienfreundlicher Pfad, der am Parkeingang beginnt und in ca. 1,5 Stunden bis zur beeindruckenden Bucht Playa Chikitu führt (ca. 4,2 km).
Unser Tipp: Für den Washington-Slagbaai-Nationalpark sollte man einen großen Teil des Hafentages einplanen. Wer nur den Norden von Bonaire kennenlernen möchte, kann stattdessen das Gotomeer, Rincon und 1000 Steps miteinander verbinden.
Gotomeer
Das Gotomeer ist eine große Salzwasserlagune im Norden von Bonaire und einer der bekanntesten Orte der Insel, um Flamingos zu beobachten. Die Tiere halten sich häufig im flachen Wasser auf, wo sie nach Nahrung suchen. Wie viele Flamingos man zu sehen bekommt, hängt allerdings von der Jahreszeit und den jeweiligen Bedingungen ab. Eine schmale Straße führt am Ufer der Lagune entlang und bietet mehrere Möglichkeiten für einen Fotostopp. Die Flamingos beobachtet man von der Straße aus und mit entsprechendem Abstand. Ein Fernglas oder ein gutes Teleobjektiv ist deshalb hilfreich. Das Gotomeer lässt sich sehr gut mit Rincon und einer Rundfahrt durch den Norden von Bonaire verbinden.
Rincon
Rincon liegt in einem Tal im Norden von Bonaire und gilt als älteste Siedlung der Insel. Die geschützte Lage im Inselinneren sollte die Bewohner früher vor Piratenangriffen schützen. Später lebten hier viele der versklavten Menschen, die auf den Salzfeldern im Süden arbeiten mussten. Während der Arbeitswoche waren sie dort in den kleinen Slave Huts untergebracht und kehrten zu Fuß nach Rincon zurück.
Das Ortsbild wird von der St. Ludwig Bertrand Kirche geprägt. Etwas außerhalb liegt das Kulturzentrum Mangazina di Rei in einem restaurierten Lagerhaus aus dem 19. Jahrhundert. Hier bekommt man einen Einblick in die Geschichte und Traditionen der Insel. Bekannt ist Rincon auch für die Cadushy Distillery, die Liköre und Spirituosen aus auf Bonaire wachsenden Kakteen herstellt. Die kleine Brennerei kann besichtigt werden und natürlich kann man die verschiedenen Produkte auch probieren. Besonders bekannt ist der grüne Cadushy-Likör, der aus dem Kadushi-Kaktus hergestellt wird.
1000 Steps Tauchspot
1000 Steps ist einer der bekanntesten Tauch- und Schnorchelplätze auf Bonaire. Der Name ist allerdings etwas übertrieben. Tatsächlich führen nur etwa 67 Kalksteinstufen von der Küstenstraße hinunter zu einem schmalen Strand. Für Taucher mit kompletter Ausrüstung kann der Rückweg trotzdem anstrengend werden – daher der Name. Das klare Wasser und das Korallenriff direkt vor der Küste bieten gute Bedingungen zum Tauchen und Schnorcheln. Zu sehen gibt es zahlreiche tropische Fische und mit etwas Glück auch Meeresschildkröten. Auch wer nicht ins Wasser möchte, kann die Treppe hinuntergehen und sich den kleinen Strand anschauen. Von oben hat man zudem einen schönen Blick auf die Küste.
Tropfsteinhöhlen
Bonaire besitzt mehr als 300 bekannte Kalksteinhöhlen. Neben trockenen Höhlen gibt es auch Wasserhöhlen mit unterirdischen Seen. Einige davon können im Rahmen geführter Touren besucht werden. In den Höhlen gibt es Tropfsteine und Fledermäuse. In einigen Wasserhöhlen kann man sogar im unterirdischen Süßwasser schnorcheln. Bekannte Höhlen sind die Barcadera Cave, die Spelonk Cave und die Indian Cave. Viele Höhlen liegen abseits befestigter Straßen oder auf privaten Grundstücken und sind deshalb nur im Rahmen einer geführten Tour zugänglich.
Landausflüge im Süden von Bonaire
Der flache Süden von Bonaire wird von den großen Salzfeldern geprägt, die man bereits vom Kreuzfahrtschiff aus sehen kann. Eine Rundfahrt führt vorbei am Salt Pier, den historischen Slave Huts und dem Pekelmeer mit seinen Flamingos bis zum Willemstoren Lighthouse. Auf dem Rückweg könnte man einen Abstecher zum Sorobon Beach, zum Mangrove Center oder zum Donkey Sanctuary machen.
Karte der Landausflugsziele im Süden von Bonaire: 1. Salt Pier, 2. Slave Huts, 3. Pekelmeer (Flamingos), 4. Willemstoren Lighthouse, 5. Sorobon Beach, 6. Mangrove Center, 7. Donkey Sanctuary
Salt Pier
Der Salt Pier im Süden von Bonaire gehört zur großen Salzanlage der Insel und ragt weit ins Meer hinaus. Über Förderbänder wird das in den umliegenden Salzfeldern gewonnene Salz zu den Frachtschiffen transportiert. Die großen weißen Salzberge dahinter sind bereits vom Kreuzfahrtschiff aus gut zu erkennen. Wer möchte, kann hier ein wenig Salz aufsammeln und als Souvenir mit nach Hause nehmen. Wir haben das selbst gemacht und das Salz später zum Kochen verwendet.
Gleichzeitig ist der Salt Pier ein bekannter Tauchplatz. An den mächtigen Pfeilern unter Wasser haben sich Schwämme und Korallen angesiedelt, zwischen denen zahlreiche Fische leben. Mit etwas Glück kann man hier auch Meeresschildkröten oder Seepferdchen beobachten. Für eine Rundfahrt durch den Süden ist der Salt Pier ein interessanter Zwischenstopp. Man kommt ohnehin auf dem Weg zu den Slave Huts und zum Pekelmeer hier vorbei und kann einen kurzen Fotostopp einlegen.
Salt Pans, Sklaven & Flamingos
Die großen Salzfelder prägen weite Teile des Inselsüdens. Meerwasser wird in flache Becken geleitet und verdunstet dort durch Sonne und Wind, bis das Salz geerntet werden kann. Die weißen Salzberge sind bereits vom Kreuzfahrtschiff aus gut zu erkennen.
Direkt an der Küstenstraße stehen die historischen Slave Huts. In diesen winzigen Steinhütten waren früher die versklavten Menschen untergebracht, die während der Woche auf den Salzfeldern arbeiten mussten. Die restaurierten Hütten erinnern heute an diesen Teil der Geschichte Bonaires. Auffällig sind auch die farbigen Obelisken an der Küste, die früher den Schiffen als Orientierung für die verschiedenen Salz-Verladeplätze dienten.
Inmitten der Salzfelder liegt das Pekelmeer Flamingo Sanctuary. Hier leben große Flamingokolonien, die man allerdings nur aus einiger Entfernung beobachten kann. Das Schutzgebiet selbst darf nicht betreten werden.
Sorobon Beach
Der Sorobon Beach liegt an der Lac Bay im Südosten von Bonaire und unterscheidet sich deutlich von den meist schmalen und steinigen Stränden der Insel. Das Wasser ist hier sehr flach und die große Bucht wird durch ein vorgelagertes Riff geschützt. Teilweise kann man weit ins Meer hinauslaufen und steht immer noch nur hüfttief im Wasser. Dadurch eignet sich der Sorobon Beach gut zum Baden und auch für Familien mit Kindern. Wer vor allem schnorcheln möchte, findet auf Klein Bonaire allerdings bessere Bedingungen.
Wir waren 2024 am Sebastian’s Beach, einem Strandrestaurant direkt am Sorobon Beach. Eine normale Strandliege (Sunbed) kostete damals 10 US-Dollar pro Tag. Essen und Getränke gab es im Restaurant und wir wurden auch direkt am Liegestuhl bedient. Für einige entspannte Stunden am Strand hat uns dieser Bereich sehr gut gefallen. Direkt nebenan befindet sich Jibe City, eines der bekannten Windsurfzentren auf Bonaire. Die Lac Bay ist wegen des flachen Wassers und der beständigen Passatwinde ein beliebtes Revier für Windsurfer. Man kann Ausrüstung ausleihen oder Unterricht nehmen. Auch wenn man selbst nicht surfen möchte, macht es Spaß, den Windsurfern auf der Bucht zuzusehen.
Für Kreuzfahrer lässt sich der Sorobon Beach sehr gut in eine Rundfahrt durch den Süden einbauen. Vom Kreuzfahrthafen sind es gut 12 km. Wer nach den Salzfeldern, Slave Huts und Flamingos noch einige Stunden am Meer verbringen möchte, findet hier einen passenden Abschluss für den Landausflug.
Mangrove Center (Lac Bay)
Die Lac Bay ist mit rund 700 Hektar die größte Lagune auf Bonaire. Im nördlichen Teil der Bucht wachsen ausgedehnte Mangrovenwälder, die man am besten bei einer geführten Kajaktour erkunden kann. Zwischen den Mangroven leben Krabben, Muscheln und viele kleine Fische. Ausgangspunkt für solche Touren ist das Mangrove Center an der Lac Bay. Von hier paddelt man mit einem Guide durch schmale Wasserwege zwischen den Mangroven und erfährt unterwegs einiges über dieses besondere Ökosystem. Bei einigen Touren kann man unterwegs auch schnorcheln.
Donkey Sanctuary
Das Donkey Sanctuary liegt ebenfalls südlich von Kralendijk und kümmert sich um verwaiste, verletzte und kranke Esel. Die Tiere leben auf einem großen, eingezäunten Gelände und werden von den Mitarbeitern des Sanctuary versorgt. Finanziert wird die Einrichtung unter anderem durch Eintrittsgelder und Spenden. Das Besondere für Besucher ist die Fahrt durch das Gelände. Mit dem eigenen Mietwagen fährt man auf einer festgelegten Route durch das Sanctuary und begegnet dabei zahlreichen Eseln. Viele Tiere kommen neugierig direkt ans Auto und stecken auch schon mal den Kopf durchs Fenster. Streicheln und Füttern ist erlaubt. Geeignetes Futter kann man vor Ort kaufen.
Das Donkey Sanctuary liegt nur etwa 6,2 km vom Kreuzfahrthafen entfernt und lässt sich deshalb gut in eine Rundfahrt durch den Süden von Bonaire einbauen. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, könnte hier auf dem Hin- oder Rückweg einen Zwischenstopp einlegen.
Weitere Kreuzfahrthäfen in der Karibik
Weitere Hafenportraits für Landausflüge in der Karibik auf eigene Faust: Antigua, Aruba, Barbados, Belize, Cartagena, Colon, Costa Maya, Cozumel, Curacao, Dominica, Falmouth, Grand Cayman, Grenada, Guadeloupe, La Romana, Martinique, Montego Bay, Nassau, Ocho Rios, Puerto Limon, Puerto Plata, Roatan, Samana, San Juan (Puerto Rico), St. Kitts, St. Lucia, St. Maarten, St. Thomas, St. Vincent, Tortola
Fazit: Landausflüge in Bonaire auf eigene Faust
Bonaire ist eine überschaubare Insel und lässt sich sehr gut auf eigene Faust erkunden. Die Kreuzfahrtschiffe legen direkt in Kralendijk an und viele Landausflugsziele sind nicht weit entfernt. Taxis stehen am Hafen bereit, noch flexibler ist man mit einem Mietwagen oder Golfcart.
Bei einem ersten Besuch würden wir eine Rundfahrt durch den Süden machen. Die Salzfelder, der Salt Pier, die alten Slave Huts und die Flamingos am Pekelmeer liegen alle entlang einer Strecke. Anschließend kann man noch einige Stunden am Sorobon Beach verbringen. Wir haben diese Kombination selbst gemacht und würden sie wieder wählen. Wer lieber schnorcheln möchte, kann mit dem Wassertaxi nach Klein Bonaire fahren und den Tag am No Name Beach verbringen. Für Naturfreunde ist dagegen der Washington-Slagbaai-Nationalpark im Norden ein interessantes Ziel, für das man allerdings einen großen Teil des Hafentages einplanen sollte.
Kralendijk selbst würden wir vor oder nach dem eigentlichen Landausflug erkunden. Die kleine Hauptstadt liegt direkt am Hafen und für einen Bummel entlang der Waterfront und durch die Kaya Grandi reichen ein bis zwei Stunden. Gerade diese kurzen Entfernungen machen Bonaire für individuelle Landausflüge besonders angenehm.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-/Werbelinks. Wenn Sie bei uns buchen, bekommen wir einen kleinen Dankeschön-Bonus. Dieser hat keinen Einfluss auf den Preis, den Sie zahlen, und hilft uns, diese Website zu betreiben.
