La Spezia auf eigene Faust – Landausflüge für Kreuzfahrer

Landausflüge in La Spezia individuell planen – die besten Tipps für Kreuzfahrtgäste

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in La Spezia auf eigene Faust zusammengestellt. Die Hafenstadt liegt am Ende des geschützten Golfo dei Poeti und ist vor allem ein wichtiger Ausgangspunkt für individuelle Landausflüge nach Porto Venere und in die Cinque Terre. Auch Ziele in der Toskana wie Pisa und Lucca sind gut erreichbar. Florenz liegt bereits deutlich weiter entfernt. Wer keinen größeren Landausflug unternehmen möchte, kann La Spezia selbst erkunden. Rund um die Fußgängerzone Via del Prione gibt es eine lebhafte Innenstadt mit Geschäften, Märkten und einigen Sehenswürdigkeiten. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite Visit Spezia. Stand: September 2026

Kurz & knapp für Kreuzfahrer

Wer La Spezia auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.

📍 Liegeplatz: Molo Garibaldi; Hafenshuttle zum Cruise Terminal
🚶‍♂️ Entfernung ins Stadtzentrum: Via del Prione ca. 850 Meter vom Cruise Terminal
✨ Top-Highlights: Cinque Terre, Porto Venere, La Spezia, Pisa, Lucca und Carrara
🏖️ Strände: Schöne Strände gibt es vor allem in Lerici und Monterosso al Mare
🗺️ Fortbewegung: La Spezia gut zu Fuß; Cinque Terre bequem mit Bahn oder Ausflugsboot; Porto Venere mit Bus oder Boot
👀 Für Erstbesucher: Die Cinque Terre ist für uns das wichtigste Landausflugsziel. Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann Porto Venere besuchen oder Porto Venere und einzelne Orte der Cinque Terre miteinander verbinden
🔁 Für Wiederholer: Pisa und Lucca, Carrara, Lerici oder ein entspannter Stadtbummel durch La Spezia
💶 Gut zu wissen: Italien gehört zur EU – bezahlt wird mit dem Euro und EU-Roaming gilt ebenfalls

👉 Unsere Einschätzung: La Spezia ist ein sehr guter Ausgangspunkt für individuelle Landausflüge. Besonders unkompliziert erreicht man die Cinque Terre mit der Bahn und Porto Venere mit Bus oder Boot. Wer keinen größeren Ausflug unternehmen möchte, kann auch La Spezia selbst gut zu Fuß erkunden.

Kreuzfahrthafen La Spezia

Kreuzfahrtschiffe machen derzeit an der Molo Garibaldi im Handelshafen von La Spezia fest. An der langen Mole können bis zu zwei große Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig abgefertigt werden. Direkt am Liegeplatz gibt es keine für Kreuzfahrer wichtige Infrastruktur. Da sich die Molo Garibaldi im Sicherheitsbereich des Hafens befindet, dürfen Kreuzfahrtgäste das Hafengelände hier nicht zu Fuß verlassen.

Auch die größten Kreuzfahrtschiffe können in La Spezia anlegen
Auch die größten Kreuzfahrtschiffe können in La Spezia anlegen – Bild: Ervin Gjata auf Pixabay

Kostenlose Shuttlebusse des Hafens bringen die Passagiere von der Molo Garibaldi zum etwa 1,2 km entfernten La Spezia Cruise Terminal. Die Fahrt dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Das seit 2015 genutzte Terminal liegt zentrumsnah am Largo Michele Fiorillo, in der Nähe der Piazza Europa und der Uferpromenade Passeggiata Morin.

Im Cruise Terminal gibt es unter anderem eine Touristeninformation, Toiletten und WLAN sowie Stände für Landausflüge und Transfers. Taxis stehen ebenfalls bereit. Von hier kann man La Spezia bequem zu Fuß erkunden. Bis zur Fußgängerzone Via del Prione sind es knapp 1 km und bis zum Hauptbahnhof La Spezia Centrale etwa 1,8 km. Die Anleger der Ausflugsboote nach Porto Venere und zur Cinque Terre befinden sich ebenfalls in der Nähe.

An der Calata Paita entsteht derzeit ein neuer Kreuzfahrthafen. Herzstück ist der neue Molo Crociere mit zwei Liegeplätzen für große Kreuzfahrtschiffe. Die beiden Kaiseiten sind etwa 393 und 339 Meter lang. Vorgesehen sind außerdem Landstromanschlüsse, sodass entsprechend ausgerüstete Schiffe während der Liegezeit ihre Motoren abschalten können.

Neuer Pier in La Spezia
Geplanter Cruise Pier am Paita Dock in La Spezia – Grafik: Autorità di Sistema Portuale del Mar Ligure Orientale

Der neue Kreuzfahrtpier soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden. Die Übergabe an die Betreibergesellschaft und die Aufnahme des Kreuzfahrtbetriebs sind für Anfang 2027 vorgesehen. Der neue Pier liegt deutlich näher am bestehenden Cruise Terminal und an der Innenstadt als die heutige Molo Garibaldi. Das endgültige neue Cruise Terminal an der Calata Paita soll dagegen erst 2029 in Betrieb gehen. Bis dahin erfolgt die Passagierabfertigung über Übergangslösungen.

Landausflüge in La Spezia buchen

Für den Tag in La Spezia werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in La Spezia findet man bei GetYourGuide* oder bei Viator*.

Mobil in La Spezia auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in La Spezia auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in La Spezia (ab La Spezia Cruise Terminal):

  • Fußgängerzone Via del Prione: 850 Meter (zu Fuß)
  • Bahnhof: 1,9 km (zu Fuß)
  • Porto Venere: 15,2 km
  • Riomaggiore (Cinque Terre): 17,3 km
  • Manarola (Cinque Terre): 19,5 km
  • Vernazza (Cinque Terre): 29,3 km
  • Corniglia (Cinque Terre): 29,7 km
  • Monterosso al Mare (Cinque Terre): 33,3 km
  • Carrara: 33 km
  • Pisa: 77 km
  • Lucca: 77,2 km
  • Florenz: 153 km
Karte von La Spezia mit dem Kreuzfahrthafen, dem Terminal und den Sehenswürdigkeiten
Karte der Highlights von La Spezia mit dem Cruise Terminal – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Highlights von La Spezia mit dem Cruise Terminal: 1. La Spezia Cruise Terminal, 2. Kathedrale, 3. Fähren nach Porto Venere und zur Cinque Terre, 4. Ponte Thaon di Revel, 5. Museo Civico Amedeo Lia, 6. Markt, 7. Museo Tecnico Navale, 8. Castello San Giorgio. Die schwarze Linie zeigt den Verlauf der Fußgängerzone Via del Prione.

Die Kreuzfahrtschiffe machen derzeit an der Molo Garibaldi fest. Von dort bringen kostenlose Shuttlebusse die Passagiere zum etwa 1,2 km entfernten La Spezia Cruise Terminal am Largo Michele Fiorillo. Auf der Karte haben wir außerdem die Calata Paita mit dem neuen Molo Crociere eingezeichnet, der ab 2027 für Kreuzfahrtschiffe genutzt werden soll.

Zu Fuß unterwegs

Vom La Spezia Cruise Terminal kann man die Innenstadt bequem auf eigene Faust zu Fuß erreichen. Direkt gegenüber liegt die Piazza Europa mit der auffälligen runden Kathedrale Cristo Re. Bis zur Fußgängerzone Via del Prione sind es weniger als 1 km. Wer zu den Cinque Terre fahren möchte, erreicht den Hauptbahnhof La Spezia Centrale nach etwa 1,8 km.

Gibt es Shuttlebusse?

Die Molo Garibaldi liegt im Sicherheitsbereich des Hafens und kann von Kreuzfahrtgästen nicht zu Fuß verlassen werden. Kostenlose Shuttlebusse des Hafens fahren vom Schiff zum etwa 1,2 km entfernten La Spezia Cruise Terminal. Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten.

Taxis, Uber & Co

Uber ist in La Spezia derzeit nicht für Fahrten mit Fahrer verfügbar. Taxis stehen direkt am La Spezia Cruise Terminal bereit. Die weißen Fahrzeuge von Radio Taxi La Spezia fahren innerhalb der Stadt mit Taxameter. Für Kreuzfahrer gibt es außerdem Festpreise für einige häufig angefahrene Ziele. Für die Fahrt vom Cruise Terminal zum Hauptbahnhof La Spezia Centrale gilt ein Festpreis von 15 Euro. Für längere Ausflüge nennt Radio Taxi La Spezia derzeit folgende Preise:

  • Pisa: 200 Euro einfach oder 250 Euro mit einer Stunde Aufenthalt und Rückfahrt
  • Lucca: 250 Euro mit einer Stunde Aufenthalt und Rückfahrt
  • Portofino: 300 Euro mit einer Stunde Aufenthalt und Rückfahrt
  • Florenz: 450 Euro mit drei Stunden Aufenthalt und Rückfahrt
  • Jede weitere Wartestunde: 36 Euro

Eine Alternative zum Taxi sind die in Italien üblichen NCC (Noleggio con Conducente). Dabei handelt es sich um vorab gebuchte Mietwagen mit Fahrer. In La Spezia gibt es mehrere Anbieter, die sich auf Kreuzfahrtgäste spezialisiert haben und Transfers sowie individuelle Landausflüge anbieten. Dazu gehören zum Beispiel NCC La Spezia und NCC Ferdani La Spezia. Beliebte Ziele sind die Cinque Terre, Porto Venere, Pisa, Lucca und Florenz. Die Abholung am Cruise Terminal wird bei der Buchung vereinbart.

La Spezia Cruise Terminal
La Spezia Cruise Terminal – Bild: M. Paolo Grassi–stock.adobe.com

Stadtrundfahrten & Bustransfers

Der Trenino del Golfo dei Poeti ist eine klassische Bimmelbahn auf Rädern, mit der man La Spezia bequem kennenlernen kann. Die kleine Touristenbahn startet an der Uferpromenade Passeggiata Morin in der Nähe des Cruise Terminals. Während der etwa 35 bis 40 Minuten dauernden Rundfahrt fährt man an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Dazu gehören die Kathedrale Cristo Re, das Castello San Giorgio, der historische Markt und verschiedene Museen. Die Rundfahrt kostet 10 Euro. Für Kreuzfahrer, die La Spezia ohne längere Fußwege kennenlernen möchten, ist die Bimmelbahn eine bequeme Alternative zum Stadtbummel.

Am Cruise Terminal werden außerdem Bustransfers* zu Zielen in der Umgebung angeboten. Dazu gehören insbesondere Pisa und die Cinque Terre. Solche Transfers können interessant sein, wenn man ein weiter entferntes Ziel auf eigene Faust erkunden möchte, sich aber nicht um Bahnverbindungen oder einen Mietwagen kümmern will.

Öffentliche Busse

Der öffentliche Nahverkehr in La Spezia wird von ATC Esercizio betrieben. Für Kreuzfahrer sind die Busse insbesondere für Fahrten nach Porto Venere und Lerici interessant. Eine zentrale Haltestelle in der Nähe des Cruise Terminals ist Comune an der Piazza Europa. Sie liegt vor der runden Kathedrale Cristo Re und ist etwa 250 bis 300 Meter vom Cruise Terminal entfernt. Man geht vom Terminal durch die kleine Grünanlage an der Piazza Europa und überquert die Via XXIV Maggio und die Via Vittorio Veneto.

Der Hauptbahnhof La Spezia Centrale
Der Hauptbahnhof La Spezia Centrale – Bild: saiko3p–stock.adobe.com

Die Busse kann man für die Fahrt zum Hauptbahnhof La Spezia Centrale nutzen. Vom Cruise Terminal kann man den Bahnhof allerdings auch in etwa 20 bis 25 Minuten zu Fuß erreichen. Nach Porto Venere fahren die Linien P und 11. Da Porto Venere keinen Bahnhof hat, ist der Bus neben den Ausflugsbooten eine günstige Möglichkeit, den Küstenort auf eigene Faust zu erreichen. Die Fahrt dauert je nach Verbindung etwa 30 bis 40 Minuten. Auch Lerici auf der gegenüberliegenden Seite des Golfo dei Poeti ist mit den Bussen von ATC erreichbar.

Fahrkarten sollte man möglichst vor dem Einsteigen kaufen. Sie sind in autorisierten Verkaufsstellen erhältlich, darunter viele Tabacchi. Praktisch für Kreuzfahrer ist auch der Fahrkartenautomat an der Via Vittorio Veneto auf Höhe der Piazza Europa, an dem man mit Karte bezahlen kann. Eine weitere Möglichkeit ist die App DropTicket.

Die Bahn

Der Hauptbahnhof La Spezia Centrale ist für Kreuzfahrer ein wichtiger Ausgangspunkt für individuelle Landausflüge. Vom Cruise Terminal sind es etwa 1,8 km. Man kann die Strecke in etwa 20 bis 25 Minuten zu Fuß zurücklegen oder einen öffentlichen Bus nehmen.

Mit der Bahn nach Manarola
Der Bahnhof von Manarola in der Cinque Terre – Bild: iStock.com/Julia Lavrinenko

Besonders einfach erreicht man mit der Bahn die Cinque Terre. Regionalzüge und der saisonale Cinque Terre Express verbinden La Spezia mit allen fünf Dörfern. Riomaggiore erreicht man bereits nach etwa 8 Minuten, Manarola nach 11 Minuten, Corniglia nach 15 Minuten, Vernazza nach 18 Minuten und Monterosso nach etwa 25 Minuten. In der Saison fahren die Züge tagsüber häufig. Auch für Landausflüge in die Toskana ist der Bahnhof interessant. Nach Pisa gibt es zahlreiche Verbindungen mit einer Fahrzeit von etwa einer Stunde. Auch Lucca und Florenz sind mit der Bahn erreichbar, wobei man je nach Verbindung umsteigen muss.

Cinque Terre Treno MS Card

Wer an einem Tag mehrere Orte der Cinque Terre mit der Bahn besuchen möchte, kann die Cinque Terre Treno MS Card nutzen. Sie gilt für beliebig viele Fahrten mit den Regionalzügen zwischen La Spezia und Levanto und schließt außerdem verschiedene Leistungen des Nationalparks ein. Dazu gehören unter anderem die kostenpflichtigen Wanderwege und die Busse des Parks.

Der Preis richtet sich in der Hauptsaison nach dem erwarteten Besucherandrang. Dafür gibt es drei Tarifstufen. 2026 kostet die Tageskarte für Erwachsene je nach Reisetag zwischen 22 und 35 Euro. Wer nur einen oder zwei Orte besuchen möchte, sollte deshalb prüfen, ob einzelne Zugtickets günstiger sind. Die Cinque Terre Treno MS Card kann unter anderem am Bahnhof La Spezia Centrale an den Fahrkartenautomaten und Verkaufsstellen sowie online und über die Trenitalia-App gekauft werden.

Mit dem Boot zur Cinque Terre
Mit dem Boot zur Cinque Terre – Bild: Zhmocean–stock.adobe.com

Mit dem Boot

Eine schöne Alternative zu Bus und Bahn sind die Linienboote der Navigazione Golfo dei Poeti. Sie starten an der Passeggiata Morin, etwa 500 bis 600 Meter vom Cruise Terminal entfernt. Von La Spezia fahren die Boote zunächst nach Porto Venere und von dort weiter nach Riomaggiore, Manarola, Vernazza und Monterosso. Corniglia besitzt keinen Hafen und wird deshalb nicht angefahren.

Das Tagesticket kostet für Erwachsene derzeit 42 Euro. Damit kann man Porto Venere und mehrere Orte der Cinque Terre miteinander kombinieren. Ab Porto Venere wird außerdem eine kurze Rundfahrt um die Inseln Palmaria, Tino und Tinetto angeboten. Die Schiffsverbindungen sind saison- und wetterabhängig. Bei ungünstigen Bedingungen können Fahrten kurzfristig ausfallen. Für die Cinque Terre ist dann die Bahn eine gute Alternative.

Neben den Linienbooten gibt es kleinere organisierte Bootstouren. Ein bekannter Anbieter ist Hophopboat, der Touren nach Porto Venere und entlang der Cinque-Terre-Küste anbietet. Je nach Tour sind auch Bade- oder Schnorchelstopps vorgesehen.

Highlights für Landausflüge in La Spezia auf eigene Faust

Die meisten Kreuzfahrer nutzen den Aufenthalt in La Spezia für einen Landausflug in die Umgebung. Besonders beliebt sind Porto Venere und die Cinque Terre, die man mit Bahn, Bus oder Boot gut auf eigene Faust erreichen kann. Aber auch La Spezia selbst ist einen Stadtbummel wert, wenn man keinen größeren Ausflug unternehmen möchte. Weitere beliebte Landausflugsziele sind Pisa und Lucca in der benachbarten Toskana. Florenz liegt bereits deutlich weiter entfernt und eignet sich vor allem bei längeren Liegezeiten. Ein besonderes Ziel in der Umgebung sind außerdem die berühmten Marmorsteinbrüche von Carrara. Dies sind die beliebtesten Ziele für Landausflüge in La Spezia auf eigene Faust.

Stadtbummel in La Spezia auf eigene Faust
Stadtbummel in La Spezia – Bild: MSC Cruises

Orientierung für Kreuzfahrer

La Spezia bietet sehr unterschiedliche Möglichkeiten für einen Landausflug. Die meisten Kreuzfahrer zieht es zu den Cinque Terre oder nach Porto Venere. Wer diese Ziele bereits kennt oder einen ruhigeren Tag verbringen möchte, findet mit La Spezia selbst, Lerici, Carrara sowie Pisa und Lucca gute Alternativen.

⭐ Für Erstbesucher: Die Cinque Terre sind für uns das wichtigste Landausflugsziel. Man sollte aber nicht versuchen, alle fünf Dörfer an einem Tag abzuhaken. Eine schöne Kombination ist Monterosso – Vernazza – Manarola. Mit der Bahn fährt man morgens zunächst bis Monterosso und arbeitet sich anschließend langsam wieder in Richtung La Spezia zurück.

⛴️ Für Genießer: Porto Venere ist eine schöne Alternative zu den Cinque Terre und lässt sich besonders gut mit dem Linienboot erreichen. Bei ausreichender Zeit kann man Porto Venere mit einzelnen Orten der Cinque Terre kombinieren. Die Fahrt mit dem Boot dauert länger als mit der Bahn, dafür erlebt man die Küste vom Meer aus.

🚶 Für einen entspannten Tag: Wer keinen größeren Landausflug unternehmen möchte, kann La Spezia auf eigene Faust erkunden. Für einen Stadtbummel reichen einige Stunden. Auch ein Abstecher nach Lerici lässt sich gut in einen entspannten Tag am Golfo dei Poeti einbauen.

🏛️ Für Toskana-Fans: Pisa und Lucca sind von La Spezia gut erreichbar und können bei entsprechender Planung auch miteinander kombiniert werden. Florenz liegt deutlich weiter entfernt und ist für uns nur bei einer ausreichend langen Liegezeit eine gute Wahl.

🔁 Für Wiederholer: Die Marmorsteinbrüche von Carrara, Lerici oder eine kleinere Bootstour durch den Golfo dei Poeti sind interessante Alternativen, wenn man Porto Venere und die Cinque Terre bereits kennt.

Stadtbummel in La Spezia

Wir finden, dass man auch in La Spezia einige schöne Stunden verbringen kann. Es gibt einige lohnenswerte Sehenswürdigkeiten und man kann alles zu Fuß erreichen. Eine mögliche Route für einen Stadtbummel in La Spezia auf eigene Faust stellen wir jetzt vor. Mehr als einen halben Tag braucht man dafür nicht.

Karte der Sehenswürdigkeiten in La Spezia
Karte der Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in La Spezia – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in La Spezia: 1. La Spezia Cruise Terminal, 2. Kathedrale, 3. Fähren nach Porto Venere und zur Cinque Terre, 4. Ponte Thaon di Revel, 5. Museo Civico Amedeo Lia, 6. Markt, 7. Museo Tecnico Navale, 8. Castello San Giorgio, 9. Fußgängerzone Via del Prione (führt zum Bahnhof)

In Sichtweite des Cruise Terminals liegt auf der anderen Seite der Piazza Europa die Cattedrale di Cristo Re. Die Kathedrale ist ein etwas seltsamer Rundbau, der ganz und gar nicht wie eine Kirche aussieht. Eher wie eine Rundturnhalle. Der Bau der heutigen Kathedrale begann 1969 und 1975 wurde sie eingeweiht. Innen tragen zwölf hohe Säulen die abgesenkte Kuppel. Sie symbolisieren die zwölf Apostel und umgeben den großen runden Kirchenraum. Die Besichtigung der Kathedrale ist kostenlos.

Von der Kathedrale laufen wir etwa 900 Meter in Richtung Altstadt. Von der Via Indipendenza kann man mit zwei kostenlosen öffentlichen Aufzügen bequem zum Castello San Giorgio hinauffahren. Der erste bringt uns zur Via XX Settembre, anschließend geht es mit einem Schrägaufzug weiter hinauf zur Via XXVII Marzo direkt beim Castello. Die mittelalterliche Festung liegt auf einem Hügel oberhalb der Altstadt und ist eines der wichtigsten historischen Wahrzeichen von La Spezia. Von den Terrassen hat man einen sehr schönen Blick über die Dächer der Stadt und den Hafen. Im Castello befindet sich heute das Archäologische Museum „Ubaldo Formentini“. Der Eintritt kostet derzeit 6 Euro.

Cattedrale di Cristo Re in La Spezia
Cattedrale di Cristo Re in La Spezia – Bild: Aliaksandr–stock.adobe.com

Wir fahren wieder hinunter und gehen durch die schmale Via Indipendenza zur Via del Prione. Die lange Fußgängerzone gehört zu den wichtigsten Einkaufsstraßen von La Spezia. Hier gibt es viele Geschäfte, Cafés und Restaurants. Wer möchte, kann einfach ein wenig bummeln und einen Kaffee trinken. Direkt an der Via del Prione befindet sich das Museo Civico Amedeo Lia. Das Kunstmuseum zeigt mehr als 1.000 Werke vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert, darunter Gemälde von Tizian, Tintoretto und Canaletto. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die Markthalle an der Piazza Cavour. Auf dem großen Lebensmittelmarkt kaufen auch viele Einheimische ein. Besonders interessant sind die Fischstände sowie das Angebot an Obst, Gemüse und ligurischen Spezialitäten.

Wer Lust und Interesse hat, läuft von der Markthalle etwa 650 Meter zum Museo Tecnico Navale am Eingang des Marinearsenals. Es gehört zu den ältesten Marinemuseen der Welt und zeigt die lange Verbindung zwischen La Spezia und der italienischen Marine. Zu sehen sind unter anderem historische Schiffsmodelle, Galionsfiguren, Waffen und Navigationsinstrumente. Besonders interessant ist die Sammlung mit Originalgeräten von Guglielmo Marconi, der im Golf von La Spezia Ende des 19. Jahrhunderts wichtige Versuche zur drahtlosen Telegrafie durchführte. Der Eintritt kostet 5 Euro.

Wer keine Lust auf das Marinemuseum hat, läuft von der Markthalle etwa 550 Meter durch die Giardini Pubblici zur Ponte Thaon di Revel. Vom Marinemuseum sind es etwa 500 Meter bis hierher. Die moderne Fußgängerbrücke verbindet die Uferpromenade mit dem Jachthafen Porto Mirabello. Von der Brücke hat man einen schönen Blick auf den Hafen und den Golf von La Spezia.

Hebebrücke Ponte Thaon di Revel
Hebebrücke Ponte Thaon di Revel – Bild: MSC Cruises

Von der Ponte Thaon di Revel sind es noch etwa 650 Meter zurück zum Cruise Terminal. Der Weg führt über die Passeggiata Morin am Wasser entlang und an den Anlegern der Ausflugsboote vorbei.

Porto Venere

Porto Venere liegt etwa 15 km von La Spezia entfernt am westlichen Ende des Golfo dei Poeti und gehört für uns zu den schönsten Landausflugszielen in der Umgebung. Der kleine Küstenort mit seinen bunten Häusern, engen Gassen und der Kirche San Pietro lässt sich gut in einigen Stunden erkunden.

Karte von Porto Venere auf einen Blick
Karte der Sehenswürdigkeiten in Porto Venere: – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Sehenswürdigkeiten in Porto Venere: 1. Hauptstraße, 2. Doria Burg, 3. Chiesa di San Lorenzo, 4. Chiesa di San Pietro

Einen Bahnhof gibt es in Porto Venere nicht. Von La Spezia fährt man entweder mit den öffentlichen Bussen der Linien P und 11 oder mit einem Linienboot. Die Busfahrt dauert etwa 30 bis 40 Minuten. Besonders schön ist die Anreise mit dem Boot von der Passeggiata Morin. Dabei sieht man Porto Venere bereits vom Wasser aus und fährt direkt auf die markante Kirche San Pietro zu.

Die Busse aus La Spezia halten an der Via Garibaldi in der Nähe des Grand Hotels. Von hier sind es nur wenige Schritte bis zur Uferpromenade und zum kleinen Hafen. Gegenüber liegt die grüne Insel Palmaria, die nur durch eine schmale Meerenge von Porto Venere getrennt ist. Besonders schön ist die lange Reihe der schmalen, bunt gestrichenen Häuser direkt am Wasser. Hinter der Häuserfront verläuft die Via Giovanni Capellini, die Hauptgasse der Altstadt. Hier findet man kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants. Durch schmale Durchgänge zwischen den Häusern kommt man immer wieder zurück ans Wasser.

Malerische bunte Häuser in Porto Venere
Malerisches Porto Venere – Bild: Corine Veen auf Pixabay

Am Ende der Hafenpromenade führt der Weg hinauf zur Chiesa di San Pietro, dem Wahrzeichen von Porto Venere. Die kleine Kirche steht auf einer felsigen Landspitze direkt über dem Meer. Besonders auffällig sind die schwarz-weißen Streifen der Fassade. Von den Mauern rund um die Kirche hat man einen sehr schönen Blick über das Meer und die Küste. Ganz in der Nähe befindet sich die Grotta Byron. Die felsige Bucht hieß ursprünglich Cala dell’Arpaia und wurde später nach dem englischen Dichter Lord Byron benannt, der sich hier gerne aufgehalten haben soll. Von der Piazza Spallanzani kann man zu Fuß zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Bucht gelangen.

Anschließend geht es weiter hinauf zum Castello Doria. Die mächtige Festung wurde um 1160 errichtet und später mehrfach umgebaut. Der Aufstieg ist teilweise steil, lohnt sich aber wegen der schönen Aussicht über Porto Venere, die Insel Palmaria und den Golfo dei Poeti. Der Eintritt in das Castello Doria kostet derzeit 5 Euro. Auf dem Weg zum Castello kommt man an der Chiesa di San Lorenzo vorbei. Die romanische Kirche wurde bereits 1130 geweiht und ist damit deutlich älter als ihr heutiges Erscheinungsbild vermuten lässt. Im Inneren wird die Madonna Bianca verehrt, die Schutzpatronin von Porto Venere.

Wer noch mehr Zeit hat, kann von Porto Venere zur gegenüberliegenden Insel Palmaria übersetzen. Die größte Insel Liguriens ist vor allem für ihre Wanderwege, kleinen Buchten und ehemaligen militärischen Anlagen bekannt. Eine komplette Inselrunde dauert etwa drei bis vier Stunden und ist für einen normalen Besuch von Porto Venere eher zu viel. Interessant ist Palmaria deshalb vor allem für Kreuzfahrer, die Porto Venere bereits kennen oder hier einen ganzen Tag verbringen möchten.

Cinque Terre

Die Cinque Terre* gehören zu den bekanntesten Landausflugszielen rund um La Spezia. Der etwa 15 km lange Küstenabschnitt mit seinen steilen Hängen, Weinbergen und kleinen Dörfern gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Der Nationalpark Cinque Terre wurde 1999 gegründet und schützt heute große Teile dieser besonderen Kulturlandschaft.

Karte von La Spezia, Porto Venere und der Cinque Terre
Karte von La Spezia, Porto Venere und der Cinque Terre – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte von La Spezia, Porto Venere und der Cinque Terre: 1. Porto Venere, 2. Riomaggiore (Cinque Terre), 3. Manarola (Cinque Terre), 4. Corniglia (Cinque Terre), 5. Vernazza (Cinque Terre), 6. Monterosso al Mare (Cinque Terre)

Die 5 Dörfer

Zu den Cinque Terre gehören die fünf Dörfer Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso al Mare. Sie liegen dicht hintereinander an der ligurischen Küste und sind durch die Bahn miteinander verbunden. Die fünf Dörfer haben jeweils einen etwas anderen Charakter. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Consorzio Turistico Cinque Terre.

  • Riomaggiore ist von La Spezia aus das erste Dorf der Cinque Terre. Die bunten Häuser ziehen sich vom kleinen Hafen steil den Hang hinauf. Riomaggiore ist außerdem Ausgangspunkt der berühmten Via dell’Amore nach Manarola.
  • Manarola gehört für uns zu den schönsten Orten der Cinque Terre. Rund um den kleinen Hafen drängen sich die bunten Häuser dicht an den steilen Hang. Besonders schön ist der Blick vom Küstenweg auf das Dorf – eines der bekanntesten Fotomotive der Cinque Terre.
  • Corniglia unterscheidet sich deutlich von den anderen Dörfern. Der Ort liegt auf einem etwa 100 Meter hohen Felsen über dem Meer und besitzt keinen Hafen. Vom Bahnhof führen 377 Stufen über die Lardarina hinauf ins Dorf. Wer nur wenige Stunden Zeit hat, kann Corniglia deshalb am ehesten auslassen.
  • Vernazza besitzt einen kleinen Naturhafen mit einer Piazza direkt am Wasser. Rundherum stehen die typischen bunten Häuser, darüber ragen die Reste des Castello Doria auf. Für uns gehört Vernazza zu den Orten, die man bei einem ersten Besuch nicht verpassen sollte.
  • Monterosso al Mare ist das größte und flachste der fünf Dörfer. Hier gibt es außerdem den längsten und bekanntesten Strand der Cinque Terre. Die Altstadt und der neuere Ortsteil Fegina liegen auf beiden Seiten eines Felssporns und sind durch einen Fußgängertunnel miteinander verbunden.
Vernazza (Cinque Terre)
Vernazza (Cinque Terre) – Bild: Djedj auf Pixabay

Cinque Terre auf eigene Faust – ein Tagesplan für Kreuzfahrer

Wer die Cinque Terre während eines Kreuzfahrtstopps auf eigene Faust besuchen möchte, fährt am einfachsten mit der Bahn. Alle fünf Dörfer an einem Tag abzuklappern, würden wir nicht empfehlen. Man verbringt sonst viel Zeit an den Bahnhöfen und hat kaum Gelegenheit, die einzelnen Orte wirklich kennenzulernen. Drei Dörfer sind für einen normalen Kreuzfahrttag ideal. Bei einer langen Liegezeit kann man einen vierten Ort einplanen.

Wir würden morgens zunächst von La Spezia Centrale bis Monterosso al Mare fahren und uns anschließend langsam wieder in Richtung La Spezia zurückarbeiten. So befindet man sich im Laufe des Tages immer näher am Kreuzfahrthafen. Für einen ersten Besuch bietet sich die Reihenfolge Monterosso – Vernazza – Manarola an.

In Monterosso kann man durch die Altstadt und an der Strandpromenade entlanglaufen. Anschließend fährt man mit dem Zug nach Vernazza und hat Zeit für den kleinen Hafen und die Gassen rund um die Piazza am Wasser. Der dritte Stopp ist Manarola. Hier sollte man unbedingt ein Stück auf dem Küstenweg laufen, denn von dort hat man den bekannten Blick auf die bunten Häuser am Hang.

Dächer der historischen Altstadt von Monterosso al Mare
Dächer der historischen Altstadt von Monterosso al Mare – Bild: user32212 auf Pixabay

Wenn anschließend noch ausreichend Zeit vorhanden ist, kann man auf dem Rückweg zusätzlich in Riomaggiore aussteigen. Der Ort liegt bereits sehr nah an La Spezia und eignet sich deshalb gut als optionaler vierter Stopp. Corniglia würden wir bei einem ersten Besuch eher auslassen. Das Dorf liegt oberhalb des Bahnhofs und kostet durch den zusätzlichen Auf- und Abstieg mehr Zeit.

Wer gerne wandert, kann eine Bahnetappe durch eine Wanderung zwischen zwei Dörfern ersetzen. Welche Wege aktuell geöffnet sind und was man bei der Via dell’Amore beachten muss, erklären wir im nächsten Abschnitt.

Eine landschaftlich besonders schöne Alternative ist die Kombination aus Bahn und Linienboot. Man kann beispielsweise morgens mit der Bahn in die Cinque Terre fahren und einen Teil der Rückfahrt mit dem Boot zurücklegen. Dabei erlebt man die Dörfer noch einmal vom Meer aus. Die Boote benötigen allerdings deutlich mehr Zeit und fahren nur saisonal sowie bei geeigneten Wetterbedingungen.

Blick auf Manarola
Manarola – Bild: travelwithzhuk auf Pixabay

Wandern in den Cinque Terre

Die Cinque Terre sind auch ein bekanntes Wandergebiet. Besonders beliebt ist der Sentiero Verde Azzurro, der die fünf Dörfer entlang der Küste miteinander verbindet. Einige Abschnitte führen über schmale Wege, Treppen und steile Hänge und sind deutlich anstrengender, als die kurzen Entfernungen vermuten lassen. Für einen Landausflug muss man nicht gleich eine lange Wanderung planen. Man kann beispielsweise zwei benachbarte Dörfer zu Fuß miteinander verbinden und anschließend mit dem Zug weiterfahren. Vor dem Start sollte man unbedingt den aktuellen Zustand der Wanderwege auf der Webseite des Nationalparks prüfen. Nach starken Regenfällen oder Erdrutschen können einzelne Abschnitte kurzfristig gesperrt werden.

Ein besonderer Abschnitt des Küstenweges ist die berühmte Via dell’Amore zwischen Riomaggiore und Manarola. Der Weg verläuft direkt an den Felsen über dem Meer und ist deutlich einfacher zu gehen als viele andere Wanderwege der Cinque Terre. Die etwa 30 Minuten lange Strecke wird nur in Richtung Riomaggiore → Manarola begangen. Der Zugang ist in der Cinque Terre Treno MS Card enthalten, ein Zeitfenster muss jedoch vorab reserviert werden.

Lerici

Auf der gegenüberliegenden Seite des Golfo dei Poeti liegt der kleine Küstenort Lerici. Der Ort ist eine schöne Alternative für Kreuzfahrer, die es etwas ruhiger angehen lassen möchten oder einen Stadtbummel mit einigen Stunden am Meer verbinden wollen. Rund um den kleinen Hafen erstreckt sich die Altstadt mit ihren engen Gassen, Cafés und Restaurants. Oberhalb des Hafens thront das mächtige Castello San Giorgio, das auf einen mittelalterlichen Vorgängerbau der Pisaner aus dem 13. Jahrhundert zurückgeht. Von den Terrassen hat man einen schönen Blick über Lerici und den Golfo dei Poeti.

Ansicht von Lerici
Ansicht von Lerici – Bild: djedj auf Pixabay

Einen Bahnhof gibt es in Lerici nicht. Von La Spezia erreicht man den Ort mit den öffentlichen Bussen von ATC Esercizio. Eine praktische Einstiegsmöglichkeit in der Nähe des Cruise Terminals ist die Haltestelle „Comune“ an der Piazza Europa, die wir weiter oben bereits beschrieben haben. Für die Fahrt sollte man je nach Verbindung etwa 30 bis 40 Minuten einplanen.

Von Lerici führt eine etwa 2 km lange Uferpromenade entlang der Bucht nach San Terenzo. Unterwegs kommt man an mehreren Stränden vorbei. Besonders bekannt ist die Venere Azzurra, die zwischen Lerici und San Terenzo liegt. Wer während des Landausflugs einige Stunden am Strand verbringen möchte, findet rund um Lerici deshalb deutlich bessere Möglichkeiten als direkt in La Spezia.

Pisa

Pisa liegt etwa 80 km von La Spezia entfernt und gehört zu den beliebtesten Landausflugszielen in La Spezia. Hauptattraktion ist natürlich die Piazza dei Miracoli mit dem Schiefen Turm, aber auch die Innenstadt und die Uferpromenaden am Arno sind einen Besuch wert. Von La Spezia Centrale erreicht man Pisa Centrale auf eigene Faust mit der Bahn in etwa einer Stunde. Bequemer und zeitsparender sind direkte Bustransfers* nach Pisa, die im Cruise Terminal angeboten werden.

Campo dei Miracoli in Pisa
Campo dei Miracoli in Pisa – Bild: MSC Cruises

Vom Bahnhof führt ein schöner Stadtbummel über den Corso Italia in Richtung Arno. An der Ponte di Mezzo überquert man den Fluss und kann anschließend durch den Borgo Stretto mit seinen Arkaden weiterlaufen. Ein kleiner Abstecher führt zur Piazza dei Cavalieri, einem der schönsten Plätze der Stadt. Von dort sind es nur noch etwa 10 Minuten bis zur Piazza dei Miracoli.

Auf der Piazza dei Miracoli stehen die berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Pisa dicht beieinander: der Schiefe Turm, der Dom Santa Maria Assunta, das Baptisterium und der monumentale Friedhof Camposanto. Das gesamte Ensemble gehört zum UNESCO-Welterbe. Wer den Schiefen Turm von Pisa besteigen möchte, sollte das Ticket möglichst vorab reservieren. Der Eintritt ist an ein festes Zeitfenster gebunden und die Zahl der Besucher ist begrenzt. Über 273 Stufen geht es hinauf auf den berühmten Glockenturm. Für den Besuch sollte man etwa 30 Minuten einplanen. Kinder unter 8 Jahren dürfen den Turm nicht besteigen.

Carrara Marmorsteinbrüche

Etwa 33 km von La Spezia entfernt liegen die berühmten Marmorsteinbrüche von Carrara in den Apuanischen Alpen. Der weiße Carrara-Marmor wird hier bereits seit der Römerzeit abgebaut. Später wählte auch Michelangelo in Carrara Marmor für seine Skulpturen aus. Besonders bekannt ist das Abbaugebiet Fantiscritti. Hier kann man die Cava Museo Fantiscritti besuchen und einen Eindruck davon bekommen, unter welchen Bedingungen die Steinbrucharbeiter früher lebten und arbeiteten. In der Umgebung befinden sich weiterhin aktive Steinbrüche.

Carrara Marmor
Carrara Mamror – Bild: MSC Cruises

Verschiedene Anbieter bieten geführte Touren mit Geländewagen an, die über die steilen Straßen bis in die Abbaugebiete führen. Die Fahrt über die schmalen und steilen Straßen, auf denen auch die schweren Marmor-Lkw unterwegs sind, war allerdings teilweise nichts für schwache Nerven. Dafür bekommt man einen Eindruck von den gewaltigen Dimensionen der Steinbrüche, den man von unten kaum erahnen kann. Wer die Marmorsteinbrüche besuchen möchte, sollte einen geführten Landausflug buchen. Die Steinbrüche sind aktive Arbeitsbereiche und nicht überall frei zugänglich.

Florenz

Auch Florenz ist von La Spezia aus als Landausflug erreichbar. Die Hauptstadt der Toskana liegt allerdings rund 150 km entfernt. Für uns kommt Florenz deshalb nur bei einer langen Liegezeit infrage. Für die An- und Abreise muss man einen erheblichen Teil des Tages einplanen. Mit der Bahn fährt man von La Spezia Centrale je nach Verbindung etwa zwei bis zweieinhalb Stunden und muss häufig in Pisa umsteigen. Lokale Veranstalter bieten am Cruise Terminal Transfers an, die man vorab bei GetYourGuide* buchen kann. Auch an Bord werden entsprechende Landausflüge angeboten.

Wer sich für Florenz entscheidet, findet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum relativ dicht beieinander. Dazu gehören der Dom Santa Maria del Fiore mit seiner berühmten Kuppel, das Baptisterium, die Piazza della Signoria, die Ponte Vecchio und die Uffizien. Vom Bahnhof Santa Maria Novella erreicht man den Dom in etwa 10 bis 15 Minuten zu Fuß. Für einen ersten Besuch würden wir uns auf einen Stadtbummel durch das historische Zentrum konzentrieren. Wer die Uffizien oder andere große Museen besuchen möchte, sollte Eintrittskarten mit festem Zeitfenster vorab reservieren.

Lucca

Eine schöne Alternative zu Pisa ist Lucca. Von La Spezia Centrale erreicht man Lucca mit der Bahn je nach Verbindung in etwa 1 bis 1,5 Stunden. In der Regel muss man einmal umsteigen, häufig in Viareggio. Der Bahnhof von Lucca liegt direkt außerhalb der Stadtmauer und nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.

Ein schöner Stadtbummel führt zum Dom San Martino, zur Piazza San Michele und weiter zur ungewöhnlichen Piazza dell’Anfiteatro. Der ovale Platz entstand auf den Resten eines römischen Amphitheaters und ist heute von Häusern, Cafés und Restaurants umgeben. Ein Wahrzeichen von Lucca ist außerdem der Torre Guinigi, auf dessen Spitze mehrere Steineichen wachsen.

Besonders schön finden wir die breite Stadtmauer, die sich auf einer Länge von gut vier Kilometern einmal um die gesamte Altstadt zieht. Heute verläuft auf der Mauer eine von Bäumen gesäumte Promenade, auf der man spazieren gehen oder Fahrrad fahren kann. Wer Lucca zum ersten Mal besucht, kann einen Teil des Rundwegs gut mit einem Stadtbummel verbinden.

Blick auf Lucca
Blick auf Lucca – Bild: Silke auf Pixabay

Weitere Kreuzfahrthäfen im Mittelmeer

Unsere Hafenportraits für Ihre Landausflüge im Mittelmeer: Ajaccio, Barcelona, Cagliari, Cannes, Catania, Civitavecchia/Rom, Genua, Gibraltar, Heraklion, Ibiza, Istanbul, Katakolon, Kefalonia, Kusadasi, Limassol, Livorno, Malaga, Mallorca, Marseille, Messina, Mykonos, Neapel, Olbia, Palermo, Piräus (Athen), Rhodos, Salerno, Santorin, Souda (Chania), Valencia, Valletta (Malta)

Fazit – Landausflüge in La Spezia auf eigene Faust

La Spezia ist ein sehr guter Kreuzfahrthafen für Landausflüge auf eigene Faust. Die Innenstadt liegt weniger als einen Kilometer vom Cruise Terminal entfernt und lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Wer keinen größeren Landausflug unternehmen möchte, kann rund um die Via del Prione bummeln, mit den öffentlichen Aufzügen zum Castello San Giorgio fahren und anschließend über die Uferpromenade zum Cruise Terminal zurücklaufen.

Die wichtigsten Landausflugsziele im Umland sind für uns die Cinque Terre und Porto Venere. Die Cinque Terre erreicht man besonders einfach mit der Bahn, während Porto Venere gut mit dem Bus oder Boot erreichbar ist. Auch Lerici, Pisa und die Marmorsteinbrüche von Carrara sind interessante Ziele für einen längeren Landgang. Florenz liegt bereits deutlich weiter entfernt und kommt für uns nur bei einer langen Liegezeit infrage. La Spezia bietet damit eine schöne Kombination aus Stadtbummel, kleinen Küstenorten und sehr unterschiedlichen Ausflugsmöglichkeiten in Ligurien und der benachbarten Toskana.

Petra im Devil's Bridge National Park auf Antigua

Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.

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