Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Olbia auf eigene Faust zusammengestellt. Olbia ist die viertgrößte Stadt Sardiniens und liegt im Nordosten der italienischen Mittelmeerinsel. Die Stadt ist mit ihrem großen Fährhafen und dem nahen Flughafen ein wichtiges Verkehrszentrum. Das Zentrum erstreckt sich rund um die Haupteinkaufsstraße Corso Umberto I und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Viele Kreuzfahrer nutzen Olbia allerdings vor allem als Ausgangspunkt für Landausflüge zu den Stränden, zur Costa Smeralda und zu weiteren Zielen im Nordosten Sardiniens. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Ufficio Informazioni Turistiche Olbia. Letzte Aktualisierung: September 2026
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer Olbia auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
📍 Liegeplatz: Kreuzfahrthafen Isola Bianca mit Stazione Marittima
🚶♂️ Entfernung ins Stadtzentrum: ca. 1,5 km bis zum Rathaus
✨ Top-Highlights: Altstadt von Olbia, Costa Smeralda mit Porto Cervo, San Pantaleo, Nuraghenstätten und Maddalena-Archipel
🏖️ Nächster Strand: Spiaggia Pittulongu, ca. 8,8 km vom Kreuzfahrthafen entfernt
🗺️ Fortbewegung: zu Fuß, öffentliche Busse, Taxi/Uber und Mietwagen; teilweise zusätzlicher Shuttle ins Zentrum
👀 Für Erstbesucher: Stadtbummel durch Olbia, Besuch der Costa Smeralda mit Porto Cervo und Baia Sardinia
🔁 Für Wiederholer: Strandtage, Bootsausflug zum Maddalena-Archipel oder Ausflug zu den Nuraghenstätten und Weingütern im Hinterland
💶 Gut zu wissen: Italien gehört zur EU – bezahlt wird mit dem Euro und EU-Roaming gilt ebenfalls
👉 Unsere Einschätzung: Olbia ist für uns vor allem ein Ausgangspunkt für Landausflüge in den Nordosten Sardiniens. Die Costa Smeralda mit Porto Cervo und San Pantaleo lässt sich gut zu einem individuellen Tagesausflug verbinden. Wer lieber ans Meer möchte, findet rund um Olbia zahlreiche schöne Strände.
Kreuzfahrthafen Olbia
Der Hafen von Olbia gehört zu den großen Passagierhäfen im Mittelmeer und zählt mehr als drei Millionen Passagiere pro Jahr. Dabei dominieren die Autofähren zum italienischen Festland. Kreuzfahrtschiffe spielen nur die zweite Geige. Sie machen an den Liegeplätzen der Isola Bianca fest, die insgesamt zehn Liegeplätze für Fähren und Kreuzfahrtschiffe bietet.
Das Hafengelände ist weitläufig und kann von Kreuzfahrtpassagieren nicht einfach zu Fuß durchquert werden. Kostenlose Shuttlebusse des Hafens fahren zwischen den Schiffen und der Stazione Marittima. Das kreisrunde Passagierterminal befindet sich am landseitigen Ende der Isola Bianca. Hier gibt es unter anderem klimatisierte Warteräume, Toiletten, eine Bar, einige Geschäfte, einen Infopoint und eine Gepäckaufbewahrung.
Der Kreuzfahrthafen soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Geplant sind unter anderem eine Verlängerung des Kreuzfahrtkais und weitere Arbeiten an den Hafenbecken und der Zufahrt, damit auch größere Kreuzfahrtschiffe Olbia besser anlaufen können.
Gut zu wissen: Kreuzfahrtgäste sollten in Olbia einen Ausweis mitnehmen. Kreuzfahrer berichten, dass es bei der Rückkehr zum Schiff Kontrollen durch die Polizia di Frontiera gab und die Bordkarte allein nicht als Ausweis akzeptiert wurde.
Landausflüge in Olbia buchen
Für den Tag in Olbia werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in Olbia findet man bei GetYourGuide*.
Mobil in Olbia auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Olbia auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Olbia (ab/bis Stazione Marittima):
- Museo Archeologico di Olbia: 1,3 km (zu Fuß)
- Rathaus/ Touristeninformation: 1,5 km (zu Fuß)
- Basilica di San Simplicio: 2,4 km (zu Fuß)
- Pittulongu-Strand: 8,8 km
- Gigantengrab Su Monte de s’Ape: 9,4 km
- Le Saline-Strand: 10,8 km
- Porto Istana: 15 km
- San Pantaleo: 19,1 km
- Porto Cervo (Costa Smeralda): 28,6 km
- Palau (Fähre zur Isola Maddalena): 40,5 km
Karte von Olbia mit dem Kreuzfahrthafen: 1. Museo Archeologico di Olbia, 2. Basilica di San Simplicio, 3. Riesenrad Ruota panoramica. Das I steht für die Touristeninformation im Rathaus. Hier startet im Sommer der Spiagge Express zum Pittulongu-Strand.
Zu Fuß unterwegs
Vom Schiff fährt zunächst ein kurzer Shuttlebus zum Passagierterminal an der Stazione Marittima. Von dort kann man das Zentrum von Olbia gut zu Fuß erreichen. Der Weg führt auf einer ausgebauten Promenade größtenteils am Wasser entlang und dauert etwa 25 Minuten. Bis zum Rathaus und zum Beginn des Corso Umberto I sind es je nach Route etwa 1,5 km. Das Zentrum selbst ist überschaubar und lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden.
Gibt es Shuttlebusse?
Kostenlose Shuttlebusse des Hafens fahren von den Liegeplätzen zur Stazione Marittima. Die Fahrt ist sehr kurz und dient nur dazu, die Kreuzfahrtgäste sicher durch das Hafengelände zum Passagierterminal zu bringen.
Bei einem AIDA-Anlauf im Juli 2026 wurde am Passagierterminal zusätzlich ein Shuttlebus ins Zentrum angeboten. Der Fahrpreis betrug 5 Euro pro Person. Ob dieser Shuttle bei allen Kreuzfahrtanläufen zur Verfügung steht, ist nicht bekannt.
Öffentliche Verkehrsmittel
Das öffentliche Busnetz in Olbia wird von ASPO betrieben. Für Kreuzfahrer haben alle Busverbindungen allerdings einen Nachteil: Die günstig gelegenen Haltestellen im Zentrum sind vom Passagierterminal relativ weit entfernt. Je nach gewählter Haltestelle muss man zunächst rund 2 km zu Fuß gehen.
Für Kreuzfahrer sind vor allem die Linien 4 und 5 interessant. Die Linie 4 fährt in Richtung Bados und hält unterwegs am beliebten Strand von Pittulongu. Mit der Linie 5 erreicht man unter anderem Le Saline und Porto Istana. Im Sommer verkehrt dieser Zweig als Linie 5PI in Richtung Porto Istana. Die Linien 2 und 10 sind interessant, wenn man zum Flughafen fahren möchte, zum Beispiel um dort einen Mietwagen zu übernehmen. Die Linie 9 verbindet die Isola Bianca grundsätzlich mit dem Stadtzentrum. Die Busse fahren allerdings nicht regelmäßig über den ganzen Tag und sind deshalb für Kreuzfahrer nur eingeschränkt interessant. Wer vom Passagierterminal ins Zentrum möchte, sollte sich nicht auf diese Verbindung verlassen.
Eine einfache Fahrt mit den ASPO-Bussen kostet 1 Euro und ist 90 Minuten gültig. Beim Kauf im Bus zahlt man 1,50 Euro. Ein 24-Stunden-Ticket kostet 2,80 Euro. Tickets gibt es unter anderem über die ASPO-App, Verkaufsstellen und direkt im Bus.
Zusätzlich betreibt ASPO in der Sommersaison den sogenannten Spiagge Express zum Pittulongu-Strand. Der Strandbus richtet sich insbesondere an Badegäste und Kreuzfahrer und kostet 5 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Außerhalb der Hauptsaison pausiert der Service. Alternativ fährt die reguläre ASPO-Buslinie 4 ganzjährig nach Pittulongu.
Stadtrundfahrten
An der Touristeninformation befindet sich der Startpunkt einer kleinen Bimmelbahn, die an Kreuzfahrttagen eine etwa 30-minütige Runde durch das Zentrum von Olbia fährt. Die Fahrt kostet 5 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder von 3 bis 12 Jahren. Informationen zu den aktuellen Abfahrtszeiten gibt es bei der Touristeninformation an der Piazza Terranova Pausania.
Taxis, Uber und private Fahrer
Taxis stehen normalerweise auch an der Stazione Marittima bereit. Das Angebot kann allerdings begrenzt sein. Kreuzfahrtgäste berichteten im Sommer 2026, dass bei ihrer Ankunft nur wenige Taxis am Passagierterminal warteten. Wer mit einem Taxi einen längeren Landausflug plant, sollte deshalb möglichst auch die Rückfahrt vereinbaren. Gerade in der Hauptsaison kann es schwierig sein, an den Stränden oder an der Costa Smeralda spontan ein freies Taxi für die Rückfahrt zu finden.
Uber ist mittlerweile auch in Olbia verfügbar. Über die App kann man Fahrten bestellen und im Voraus reservieren. Allerdings weist Uber selbst darauf hin, dass die Wartezeiten in Olbia länger sein können als in größeren Städten.
Eine gute Alternative für längere Landausflüge sind private Fahrer mit Wagen, die in Italien als NCC (Noleggio con Conducente) bezeichnet werden. Sie können vorab für Transfers oder mehrstündige Rundfahrten gebucht werden und holen Kreuzfahrtgäste auch am Hafen ab. Das ist zum Beispiel für eine individuelle Rundfahrt zur Costa Smeralda mit Porto Cervo und San Pantaleo interessant. Den Preis sollte man vorher für die gesamte Tour vereinbaren.
Mietwagen
Für einen individuellen Landausflug zur Costa Smeralda oder ins Hinterland ist ein Mietwagen eine gute Möglichkeit. Das größte Angebot gibt es am Flughafen Olbia Costa Smeralda. Auch in der Stadt findet man mehrere Vermieter, darunter Europcar und Hertz. Da man vom Passagierterminal zunächst zu Fuß oder mit einem anderen Verkehrsmittel in die Stadt fahren muss, sind für Kreuzfahrer Anbieter mit einer Station am Hafen oder einer Fahrzeugzustellung besonders interessant.
Micky Rent befindet sich in der Viale Isola Bianca 38 (unweit des Passagierterminals) und bietet eine schnelle Fahrzeugübergabe und -rückgabe ausdrücklich auch für Kreuzfahrtgäste an. PalaRent liefert vorab reservierte Mietwagen direkt zum Passagierterminal an der Isola Bianca und übernimmt sie dort wieder. Auch Islandrive bietet nach aktuellen Angaben eine Fahrzeugübernahme an der Stazione Marittima an.
Bootsausflüge
Auch direkt in Olbia werden Bootsausflüge angeboten. Der Anbieter Insula Felix startet am Molo Bosazza, etwa 200 Meter vom Rathaus entfernt, zu einer rund zweistündigen Tour durch den Golf von Olbia. Vom Passagierterminal sind es zu Fuß etwa 1,7 km. Mit einem kleinen Aquabus geht es vorbei an den Häfen, Werften und Muschelfarmen bis zur Mündung des Padrongianus und zur Isola della Bocca mit ihrem Leuchtturm. Die Tour ist eine interessante Möglichkeit, den Golf von Olbia ohne längeren Transfer vom Land aus kennenzulernen. Weitere Bootsausflüge starten ebenfalls im Bereich Molo Brin und an anderen Stellen rund um Olbia.
Highlights für Landausflüge in Olbia auf eigene Faust
Olbia selbst ist eine überschaubare Stadt, die man gut zu Fuß erkunden kann. Die größeren Highlights liegen allerdings im Umland. Dazu gehören die Costa Smeralda mit Porto Cervo und San Pantaleo, die Nuraghenstätten der Gallura und das Maddalena-Archipel. Wer lieber einen Strandtag verbringen möchte, findet rund um Olbia einige der schönsten Strände im Nordosten Sardiniens. Dies sind die beliebtesten Ziele für Landausflüge in Olbia auf eigene Faust.
Orientierung für Kreuzfahrer
Olbia selbst ist überschaubar und eignet sich gut für einen Stadtbummel von zwei bis drei Stunden. Die eigentlichen Stärken dieses Kreuzfahrthafens liegen für uns aber im Umland. Wer mehr von Sardinien sehen möchte, sollte sich deshalb früh entscheiden, ob der Hafentag eher der Costa Smeralda, einem Strand oder einem Ausflug ins Hinterland gehören soll.
⭐ Erstbesucher: Eine Rundfahrt entlang der Costa Smeralda mit Porto Cervo, Baja Sardinia und San Pantaleo vermittelt einen guten ersten Eindruck vom Nordosten Sardiniens. Für diese Tour würden wir einen Mietwagen, einen privaten Fahrer oder einen organisierten Landausflug wählen.
🏛️ Stadtbummler: Das Zentrum von Olbia lässt sich gut zu Fuß erkunden. Corso Umberto I, die Kirche San Paolo Apostolo und die Basilica di San Simplicio kann man bequem miteinander verbinden. Unterwegs kommt man auch am derzeit geschlossenen Archäologischen Museum vorbei. Zwei bis drei Stunden reichen für den Rundgang aus.
🏖️ Strandurlauber: Pittulongu ist der nächstgelegene beliebte Strand und mit der ASPO-Linie 4 sowie im Sommer mit dem Spiagge Express erreichbar. Porto Istana liegt weiter südlich und gehört für uns ebenfalls zu den schönsten Strandzielen rund um Olbia.
🗿 Geschichtsinteressierte: Im Hinterland erinnern Nuraghen und Gigantengräber an die frühe Geschichte Sardiniens. Mit einem Mietwagen lassen sich mehrere dieser archäologischen Stätten zu einer Rundfahrt verbinden.
⛵ Für einen ganzen Hafentag: Das Maddalena-Archipel gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen im Norden Sardiniens. Wegen der Entfernung nach Palau und der anschließenden Boots- oder Fährfahrt sollte man dafür ausreichend Zeit einplanen.
Stadtbummel in Olbia
Olbia hat zwar nicht die große Zahl an Sehenswürdigkeiten, aber man kann hier durchaus einige schöne Stunden verbringen. Unser Stadtbummel in Olbia auf eigene Faust beginnt direkt am Passagierterminal an der Stazione Marittima und führt zunächst über die Hafenpromenade in Richtung Zentrum. Unterwegs liegen das Archäologische Museum, das Riesenrad und das Rathaus mit der Touristeninformation. Anschließend geht es durch die Altstadt über den Corso Umberto I zur Basilica di San Simplicio. Für den Rundgang sollte man etwa zwei bis drei Stunden einplanen. Wer die Nekropole von San Simplicio ausführlicher besichtigen möchte, braucht entsprechend länger.
Karte der Highlights im Zentrum von Olbia: 1. Rathaus und Touristeninformation, 2. Piazza Elena di Gallura (Haltestelle der Bimmelbahn und des Spiagge Express), 3. Bootsausflüge Insula Felix, 4. Museo Archeologico di Olbia, 5. Park mit einem Riesenrad (Ruota panoramica) und dem „I Love Olbia“-Schild, 6. Corso Umberto I, 7. Kirche San Paolo Apostolo, 8. Basilika San Simplicio
Vom Passagierterminal zum Archäologischen Museum
Vom Passagierterminal geht man zunächst über die Isola Bianca in Richtung Stadtzentrum. Der Weg führt größtenteils am Wasser entlang und geht schließlich in den schön angelegten Lungomare di Olbia über. Hier beginnt der angenehmste Teil des Fußwegs mit breiten Wegen, Grünflächen und Blick auf den Golf von Olbia.
Am Weg liegt das Museo Archeologico di Olbia auf der kleinen Insel Peddone. Das moderne Museumsgebäude ist über eine kurze Brücke erreichbar, derzeit aber vorübergehend geschlossen. Normalerweise zeigt das Museum zahlreiche Funde aus der Geschichte Olbias, darunter die Überreste römischer Schiffe, die im alten Hafen entdeckt wurden.
Riesenrad und Rathaus
Auf dem Weg in Richtung Zentrum kommt man an einem kleinen Park mit dem Riesenrad von Olbia vorbei. Hier steht auch der bekannte „I Love Olbia“-Schriftzug, der sich für ein Erinnerungsfoto anbietet. Das Riesenrad ist 36 Meter hoch und bietet einen schönen Blick über den Hafen und den Golf von Olbia. Eine Fahrt kostete zuletzt 10 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder bis 10 Jahre.
Wenig später erreicht man das Rathaus an der Piazza Terranova Pausania. Das auffällige Gebäude stammt aus den 1930er-Jahren und gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Für Kreuzfahrer ist dieser Bereich vor allem wegen der Touristeninformation interessant. Hier starten auch die kleine Bimmelbahn und in der Sommersaison der Spiagge Express zum Strand von Pittulongu.
Corso Umberto I und San Paolo Apostolo
Direkt neben dem Rathaus beginnt der Corso Umberto I, die wichtigste Flaniermeile von Olbia. Die Straße führt durch das Zentrum und ist von Geschäften, Cafés und Restaurants gesäumt. Gleich am Anfang wurde ein Stück des Straßenpflasters der römischen Stadt freigelegt und sichtbar gemacht.
Nach etwa 300 Metern lohnt sich ein kurzer Abstecher zur Chiesa di San Paolo Apostolo. Die Kirche steht auf dem höchsten Punkt der Altstadt und fällt besonders durch ihre mit bunten Majolikafliesen gedeckte Kuppel auf. Auch im Inneren lohnt sich ein kurzer Blick. Der Eintritt ist frei. Anschließend geht es zurück zum Corso Umberto I und weiter in Richtung Basilica di San Simplicio. Besonders im Sommer stehen entlang der schmalen Straße viele Tische der Restaurants und Cafés.
Basilica di San Simplicio
Am Ende des Corso Umberto I geht es weiter zur Piazza San Simplicio. Hier steht mit der Basilica di San Simplicio eines der wichtigsten Bauwerke von Olbia. Die romanische Kirche wurde überwiegend aus Granit errichtet und stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Sie ist dem Schutzpatron der Stadt gewidmet und gehört zu den ältesten Kirchen Sardiniens.
Direkt neben der Basilika befindet sich die unterirdische Necropoli di San Simplicio. Bei Ausgrabungen wurden hier rund 450 Gräber aus römischer Zeit entdeckt. Die Nekropole kann mit einem Audioguide besichtigt werden. Der Eintritt kostet 5 Euro. Da die Öffnungszeiten je nach Wochentag stark eingeschränkt sind, sollte man vor dem Besuch prüfen, ob die Anlage während der Liegezeit des Schiffes geöffnet ist.
Zurück zum Hafen
Von der Basilica di San Simplicio kann man durch die kleinen Straßen der Altstadt zurück in Richtung Hafen bummeln. Wer noch etwas Zeit hat, findet rund um den Corso Umberto I zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte für eine Pause oder einen Einkaufsbummel.
Anschließend geht es wieder zum Lungomare di Olbia. Die moderne Uferpromenade mit Grünflächen und Sitzgelegenheiten zieht sich am Golf entlang und bietet noch einmal schöne Ausblicke auf den Hafen. Von hier folgt man dem Fußweg zurück zur Stazione Marittima und zum kostenlosen Hafenshuttle, das die Kreuzfahrtgäste zu den Liegeplätzen bringt.
Landausflüge im Umland
Für uns liegen die eigentlichen Stärken von Olbia im Umland. Nördlich der Stadt erstreckt sich die Costa Smeralda mit Porto Cervo und San Pantaleo. Noch weiter nördlich liegen Palau und das Maddalena-Archipel. Im Hinterland der Gallura findet man dagegen bedeutende Nuraghenstätten und Weingüter. Auch einige der schönsten Strände im Nordosten Sardiniens sind von Olbia aus gut erreichbar. Da die Landausflugsziele teilweise weit auseinanderliegen, sollte man bei einem Kreuzfahrtanlauf nicht zu viel in einen Tag packen. Für eine individuelle Rundfahrt sind ein Mietwagen oder ein privater Fahrer besonders praktisch. Aber es gibt natürlich auch interessante organisierte Landausflüge.
Karte der Landausflugsziele im Umland von Olbia: 1. Castello di Pedres und Tombe dei Giganti, 2. Nuraghe La Prisgiona, 3. Tenute Olbios, 4. Meeresschutzgebiet von Tavolara, 5. Porto Rotondo, 6. Porto Cervo, 7. La Maddalena-Archipel, 8. San Pantaleo, 9. Santa Teresa Gallura
Nuraghen und Gigantengräber
Die Gallura rund um Olbia ist reich an archäologischen Stätten aus der Nuraghenzeit. Besonders sehenswert ist der Nuraghenkomplex La Prisgiona bei Arzachena, der auch im Rahmen von Landausflügen der Kreuzfahrtreedereien besucht wird. Die große Anlage besteht aus einem mächtigen Nuraghen mit drei Türmen und den Resten eines ausgedehnten Dorfes mit zahlreichen Hütten. Dadurch bekommt man einen guten Eindruck vom Leben auf Sardinien während der Bronzezeit.
Nur wenige Autominuten entfernt befindet sich die Tomba dei Giganti Coddu Vecchiu. Das monumentale Gemeinschaftsgrab mit seiner hohen zentralen Steinstele lässt sich sehr gut mit La Prisgiona verbinden. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, kann beide Anlagen außerdem mit San Pantaleo oder einer Rundfahrt an der Costa Smeralda kombinieren.
Eine Alternative in unmittelbarer Nähe von Olbia ist die Tomba dei Giganti Su Monte de s’Ape. Das mehr als zehn Meter lange Gigantengrab gehört zu den größten Anlagen dieser Art auf Sardinien. Ganz in der Nähe befinden sich außerdem die Ruinen des mittelalterlichen Castello di Pedres. Diese Kombination bietet sich für Kreuzfahrer an, die sich für die frühe Geschichte Sardiniens interessieren, aber keine längere Fahrt bis Arzachena unternehmen möchten.
Weinverkostung
Die Gallura ist eine bekannte Weinregion und insbesondere für den Vermentino di Gallura DOCG bekannt. Auch bei organisierten Landausflügen der Kreuzfahrtreedereien werden Besuche auf Weingütern angeboten. Wer eine Weinprobe auf eigene Faust unternehmen möchte, findet rund um Olbia mehrere Möglichkeiten.
Ein gut erreichbares Beispiel ist Tenute Olbios am südlichen Stadtrand von Olbia. Das Weingut bietet verschiedene Führungen und Verkostungen an. Je nach gewähltem Angebot werden mehrere Weine probiert und mit Käse, Wurstwaren und anderen sardischen Spezialitäten kombiniert. Angeboten werden außerdem Picknicks im Weinberg. Für Kreuzfahrer ist Tenute Olbios wegen der Nähe zum Hafen interessant. Eine Weinprobe sollte man vorab reservieren und ausreichend Zeit für die Rückfahrt zum Schiff einplanen.
Costa Smeralda
Die Costa Smeralda ist ein etwa 50 km langer Küstenabschnitt nördlich von Olbia und eines der bekanntesten Landausflugsziele im Nordosten Sardiniens. Charakteristisch sind kleine Buchten, helle Sandstrände, bizarre Granitfelsen und das oft smaragdgrün schimmernde Meer. Da es sich nicht um einen einzelnen Ort handelt, erkundet man die Costa Smeralda am besten im Rahmen einer Rundfahrt.

Eine schöne Route führt von Olbia über die Granitlandschaft bei San Pantaleo zunächst nach Baja Sardinia. Der kleine Ferienort besitzt eine schöne Uferpromenade und einen Sandstrand direkt im Zentrum. Anschließend kann man nach Porto Cervo weiterfahren. Der mondäne Ferienort entstand in den 1960er-Jahren auf Initiative von Karim Aga Khan und ist bis heute für seinen Yachthafen, elegante Geschäfte und die luxuriöse Atmosphäre bekannt.
In Porto Cervo würden wir zunächst zur berühmten Piazzetta gehen. Von hier kann man durch die kleinen Gassen mit ihren Boutiquen und Restaurants hinunter zum Porto Vecchio bummeln und einen Blick auf die Yachten werfen. Sehenswert ist außerdem die etwas außerhalb des Zentrums gelegene Chiesa Stella Maris. Die ungewöhnliche weiße Kirche blickt auf den Yachthafen und beherbergt im Inneren unter anderem ein Gemälde von El Greco.
Für die Rückfahrt nach Olbia bietet sich eine Route entlang der Küste an. Dabei kommt man unter anderem durch die Gegend um Cala di Volpe mit ihren Buchten und exklusiven Hotels. Für eine solche Rundfahrt sollte man etwa vier bis fünf Stunden einplanen. Mit einem Mietwagen ist man flexibel, alternativ bieten sich ein privater Fahrer oder ein organisierter Landausflug an. In der Hauptsaison sollte man für die Rückfahrt etwas zusätzliche Zeit einplanen, da es rund um Olbia zu dichtem Verkehr und Staus kommen kann.
Maddalena-Archipel
Das Maddalena-Archipel vor der Nordküste Sardiniens gehört zu den schönsten Landausflugszielen rund um Olbia. Die Inselgruppe ist für ihre bizarre Granitlandschaft, kleine Buchten und das oft intensiv türkisfarbene Meer bekannt. Große Teile des Archipels gehören zum Nationalpark La Maddalena.
Wer La Maddalena auf eigene Faust besuchen möchte, fährt zunächst mit dem Mietwagen oder Taxi nach Palau. Von Olbia sollte man dafür etwa eine Stunde einplanen. Von Palau verkehren regelmäßig Autofähren zur Insel La Maddalena. Die Überfahrt dauert nur etwa 15 Minuten. Auf der Hauptinsel kann man durch die kleinen Gassen der Inselhauptstadt La Maddalena bummeln oder mit dem Auto eine Rundfahrt unternehmen. Eine Panoramastraße führt rund um die Insel und erschließt zahlreiche Aussichtspunkte und Buchten. Über einen Damm erreicht man außerdem die Nachbarinsel Caprera.
Für Kreuzfahrer ist ein individueller Ausflug nach La Maddalena allerdings mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden. Zur Fahrzeit nach Palau kommen die Fährüberfahrten und der Aufenthalt auf der Insel. Wir würden deshalb mindestens sechs Stunden einplanen und für die Rückfahrt nach Olbia eine großzügige Zeitreserve lassen. Bei kürzeren Liegezeiten ist ein organisierter Landausflug die entspanntere Alternative.
San Pantaleo
San Pantaleo liegt im Hinterland der Costa Smeralda und gehört für uns zu den schönsten Dörfern im Nordosten Sardiniens. Der kleine Ort liegt zwischen eindrucksvollen Granitbergen und bildet einen schönen Kontrast zu den mondänen Ferienorten an der Küste. Rund um den Dorfplatz stehen traditionelle Häuser aus Naturstein, in denen sich kleine Geschäfte, Ateliers, Cafés und Restaurants angesiedelt haben.
Bekannt ist San Pantaleo auch für seine Künstler und Kunsthandwerker. Besonders lebhaft wird es am Donnerstagvormittag, wenn auf dem Dorfplatz und in den umliegenden Straßen der Wochenmarkt stattfindet. Angeboten werden unter anderem Lebensmittel, Kleidung, Schmuck und Kunsthandwerk. An Kreuzfahrttagen kann es dann allerdings entsprechend voll werden.
Von Olbia erreicht man San Pantaleo mit dem Auto in knapp 30 Minuten. Der Ort lässt sich gut als eigenes Ziel besuchen, bietet sich aber auch als Zwischenstopp bei einer Rundfahrt an der Costa Smeralda an. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, kann anschließend beispielsweise nach Porto Cervo oder Baja Sardinia weiterfahren.
Strände in Olbia
Rund um Olbia gibt es zahlreiche schöne Strände. Für Kreuzfahrer sind vor allem Pittulongu nördlich der Stadt sowie Le Saline und Porto Istana südlich von Olbia interessant. Alle drei Strände sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Pittulongu ist vom Zentrum aus besonders unkompliziert mit der ASPO-Buslinie 4 zu erreichen. Nach Le Saline und Porto Istana fährt die Linie 5.
Wer nur einige Stunden am Strand verbringen möchte, dem würden wir die Spiaggia Pittulongu empfehlen. Mit einem Mietwagen oder Taxi hat man natürlich deutlich mehr Auswahl und kann auch kleinere Strände entlang der Küste erreichen.
Karte beliebter Strände für Landausflüge in Olbia: 1. Spiaggia Pittulongu, 2. Spiaggia delle Saline, 3. Spiaggia di Porto Istana
Spiaggia Pittulongu
Pittulongu liegt etwa 8,8 km nördlich von Olbia und ist für Kreuzfahrer einer der am einfachsten erreichbaren Strände. Der auch „La Playa“ genannte Strand besteht aus feinem weißen Sand und bildet eine große halbmondförmige Bucht. Das Wasser ist meist klar und vom Strand blickt man über den Golf von Olbia bis zur Insel Tavolara. Am Strand gibt es Restaurants und Bars sowie Möglichkeiten, Liegen und Sonnenschirme zu mieten. Ein Set aus zwei Liegen und einem Sonnenschirm kostet am Pittulongu-Strand ca. 25 bis 35 Euro. Im Vergleich zu den exklusiven Luxus-Strandbädern der nahegelegenen Costa Smeralda ist das für Sardinien ein recht moderater Preis. Pittulongu eignet sich deshalb gut für einige entspannte Stunden während eines Kreuzfahrtanlaufs.
Vom Zentrum von Olbia fährt die ASPO-Buslinie 4 in Richtung Bados direkt nach Pittulongu. Der saisonale Spiagge Express wurde speziell für Badegäste und Kreuzfahrer eingerichtet, ist derzeit aber vorübergehend ausgesetzt. Wer mit dem Bus zum Strand fahren möchte, sollte deshalb aktuell die Linie 4 nutzen.
Porto Istana
Porto Istana liegt etwa 15 km südlich des Hafens und gehört für uns zu den schönsten Stränden in der Umgebung. Der feine helle Sand, das meist sehr klare und flach abfallende Wasser und der Blick auf die vorgelagerte Insel Tavolara sorgen fast schon für Karibikflair. Der Strand besteht aus mehreren kleinen Buchten, die durch niedrige Felsen voneinander getrennt sind. In der Sommersaison gibt es Strandbars sowie Möglichkeiten, Liegen und Sonnenschirme zu mieten. Die Preise sind in der Regel etwas höher als am Pittulongu-Strand. Wegen des flach abfallenden Wassers ist Porto Istana auch bei Familien beliebt. In der Hauptsaison kann es allerdings entsprechend voll werden.
Von Olbia erreicht man Porto Istana mit der ASPO-Buslinie 5PI. Die Fahrt dauert deutlich länger als nach Pittulongu, sodass man für Hin- und Rückfahrt genügend Zeit einplanen sollte. Bequemer und flexibler ist die Fahrt mit einem Mietwagen oder Taxi.
Spiaggia Le Saline
Die Spiaggia Le Saline liegt südlich von Olbia in der Nähe der gleichnamigen Salinen. Der lange Strand besteht aus hellem, etwas gröberem Sand und wirkt deutlich naturbelassener als Porto Istana oder Pittulongu. Hinter dem Strand erstrecken sich Dünen und Feuchtgebiete. Bei entsprechendem Wind sind hier häufig Wind- und Kitesurfer unterwegs. Am Strand gibt es in der Saison eine Strandbar und einen Verleih für Liegen und Sonnenschirme. Ein Set kostet selbst im Hochsommer meist nicht mehr als 25 € bis 30 €. Einzelne Liegen liegen bei etwa 10 € bis 15 €. Wer einen ruhigeren und weniger städtisch wirkenden Strand sucht, findet hier eine schöne Alternative zu Pittulongu.
Von Olbia erreicht man Le Saline ebenfalls mit der ASPO-Buslinie 5. Mit einem Mietwagen oder Taxi ist der Strand wegen seiner relativ kurzen Entfernung zum Hafen besonders unkompliziert erreichbar.
Weitere Kreuzfahrthäfen im Mittelmeer
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Fazit – Landausflüge in Olbia auf eigene Faust
Olbia ist ein guter Ausgangspunkt für sehr unterschiedliche Landausflüge im Nordosten Sardiniens. Die Stadt selbst kann man bequem auf eigene Faust zu Fuß erkunden. Wer zum ersten Mal hier ist und mehr von Sardinien sehen möchte, würde unserer Meinung nach mit einer Rundfahrt an der Costa Smeralda besonders viel von der Region erleben.
Für einen Strandtag ist Pittulongu wegen der kurzen Entfernung und der Busverbindung besonders unkompliziert. Porto Istana ist eine schöne Alternative, wenn man etwas mehr Zeit hat. Wer sich für Geschichte interessiert, findet mit den Nuraghen und Gigantengräbern der Gallura interessante Ziele im Hinterland.
Auch das Maddalena-Archipel ist von Olbia aus erreichbar, erfordert aber deutlich mehr Zeit und eine sorgfältige Planung der Rückfahrt. Insgesamt bietet Olbia damit sehr viele Möglichkeiten für Landausflüge auf eigene Faust – vom Stadtbummel über Strand und Archäologie bis zu einer Rundfahrt durch die Landschaft der Gallura.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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