Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Tokio auf eigene Faust zusammengestellt. Tokio ist die Hauptstadt Japans und eine der größten Metropolen der Welt. Neonlichter und Wolkenkratzer treffen hier auf alte Tempel, Schreine und traditionelle Stadtviertel. Gerade dieser Gegensatz zwischen dem modernen und dem traditionellen Japan macht Tokio so faszinierend. Trotz der enormen Größe ist die Stadt erstaunlich sauber, sicher und hervorragend organisiert. Für Kreuzfahrer ist Tokio allerdings eine Herausforderung, denn die Entfernungen sind groß und die Auswahl an Sehenswürdigkeiten riesig. Eine gute Planung lohnt sich deshalb besonders. Bis 1868 hieß die Stadt Edo. Mit dem Umzug des Kaisers von Kyoto nach Edo erhielt sie ihren heutigen Namen Tokio und wurde zum politischen Zentrum Japans. Weitere Informationen findet man bei Go Tokyo. Letzte Aktualisierung: August 2026
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer Tokio auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
📍 Liegeplatz: Tokyo International Cruise Terminal auf der Insel Odaiba
🚶♂️ Stadtzentrum: Das Schiff liegt ca. 12 bis 14 km von zentralen Stadtvierteln entfernt.
✨ Highlights in Tokio: Shibuya Crossing, Asakusa & Senso-ji, Tokyo Skytree, Tokyo Tower, Kaiserpalast, Ginza, Meiji-Schrein, Akihabara und Odaiba
🗺️ Fortbewegung: Bahn, U-Bahn, Busse, Taxis sowie organisierte Landausflüge
⏱️ Ideal für Erstbesucher: Shibuya, Asakusa & Senso-ji sowie ein Aussichtspunkt wie Shibuya Sky, Tokyo Skytree oder Tokyo Tower
💶 Gut zu wissen: Zahlungsmittel ist der Japanische Yen (JPY). Bargeld ist weiterhin verbreitet. In touristischen Einrichtungen kommt man meist auch mit Englisch zurecht.
📶 Internet: Kostenloses WLAN gibt es im Tokyo International Cruise Terminal. Für mobiles Internet ist eine Japan-eSIM eine praktische Alternative.
👉 Unsere Einschätzung: Tokio lässt sich trotz seiner enormen Größe gut auf eigene Faust erkunden. Das Bahn- und Metronetz ist hervorragend ausgebaut, allerdings sind die Entfernungen groß. Für einen Landausflug würden wir deshalb einige Stadtviertel und Sehenswürdigkeiten auswählen, die sich sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Kreuzfahrthafen Tokio
Im September 2020 wurde das moderne Tokyo International Cruise Terminal auf der Insel Odaiba eröffnet. Direkt an der Tokyo Bay gelegen, bietet das Terminal einen beeindruckenden Blick auf die Rainbow Bridge und die umliegenden Hafenanlagen. Das Kreuzfahrtterminal ist hell, geräumig und alles ist bestens organisiert. Es gibt verschiedene Serviceeinrichtungen wie eine Touristeninformation und kostenloses WLAN. Englischsprachige Mitarbeiter helfen bei Bedarf auch bei der Kommunikation mit Taxifahrern.
Das Tokyo International Cruise Terminal liegt auf der Insel Odaiba etwas außerhalb der zentralen Stadtviertel Tokios. Wer auf eigene Faust in die Stadt fahren möchte, kann die Yurikamome Line nutzen. Die Station „Tokyo International Cruise Terminal“ liegt nur etwa 500 Meter vom Terminal entfernt. Die fahrerlose Hochbahn benötigt etwa 17 Minuten bis zur Shimbashi Station und bietet unterwegs schöne Ausblicke auf die Tokyo Bay, die Rainbow Bridge und die Skyline von Tokio.
Eine weitere Möglichkeit ist die Rinkai Line ab der nahen Tokyo Teleport Station. Dorthin fährt ein kostenloser Shuttlebus des Hafens. Mit der Rinkai Line erreicht man die Shibuya Station in etwa 20 Minuten. Einige Reedereien bieten außerdem eigene Shuttlebusse an, die den Transfer in die Stadt erleichtern. Informationen dazu bekommt man an Bord.
Auch in der Umgebung des Tokyo International Cruise Terminals gibt es bereits einiges zu sehen. Odaiba ist ein modernes Freizeit- und Einkaufsviertel mit Einkaufszentren, Museen, Parks und Uferpromenaden. In der vierten Etage des Cruise Terminals befindet sich zudem eine Aussichtsplattform mit einem schönen Blick über die Tokyo Bay. Wer nur wenig Zeit hat oder Tokio bereits kennt, kann deshalb auch einen entspannten Landausflug auf Odaiba verbringen.
Landausflüge in Tokio buchen
Für den Tag in Tokio werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in Tokio findet man bei GetYourGuide* oder bei Klook*.
Mobil in Tokio auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Tokio auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben für beliebte Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Tokio:
- TeamLab Planets: 4,9 km
- Kaiserpalast: 10,2 km
- Akihabara Electric Town: 12,6 km
- Shibuya Crossing: 13,6 km
- Tokyo Skytree: 13,6 km
- Meiji-Schrein: 13,7 km
- Shinjuku Gyoen National Garden: 13,8 km
- Senso-ji Tempel: 14,6 km
- Harajuku (Takeshita Street): 14,8 km
Tokio zu Fuß erkunden
Die künstliche Insel Odaiba, auf der das Cruise Terminal liegt, ist ein modernes Unterhaltungs- und Einkaufsviertel. Hier kann man sich hervorragend zu Fuß fortbewegen. Das gilt auch für bestimmte Bereiche Tokios. So kann man zum Beispiel von der Shibuya Station viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen.
Shuttlebusse für Kreuzfahrer
Es gibt einen kostenlosen Shuttlebus des Hafens zur 1,5 km entfernten Tokyo Teleport Station. Hier hat man Zugang zu den Zügen der Rinkai Line. Einige Reedereien bieten außerdem Shuttlebusse an, die den Transfer ins Stadtzentrum erleichtern. Informationen dazu bekommt man an Bord.
Tokio mit Bahn und Metro entdecken
Der öffentliche Nahverkehr in Tokio ist sehr effizient und für Landausflügler meist die beste Art, sich in der riesigen Stadt fortzubewegen. Allerdings wirkt das Netz aus verschiedenen Bahn- und Metrolinien auf den ersten Blick etwas unübersichtlich. Für die Fahrt vom Kreuzfahrtterminal in die Stadt sind vor allem zwei Bahnlinien interessant:
- Rinkai Line: Die Rinkai Line fährt ab der Tokyo Teleport Station. Wenn ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt, verkehrt ein kostenloser Shuttlebus vom Terminal zu diesem Bahnhof. Viele Züge fahren über Osaki direkt auf der JR Saikyo Line weiter. Dadurch erreicht man Shibuya in etwa 18 Minuten und Shinjuku in etwa 24 Minuten ohne Umsteigen. Für Kreuzfahrer, die ihren Stadtbummel in Shibuya beginnen möchten, ist das eine sehr praktische Verbindung.
- Yurikamome Line: Die Yurikamome Line ist eine fahrerlose, automatisierte Hochbahn und fast schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Die Station „Tokyo International Cruise Terminal“ liegt etwa acht Gehminuten vom Kreuzfahrtterminal entfernt. Die Fahrt bis Shimbashi dauert ca. 17 Minuten und bietet unterwegs schöne Ausblicke auf die Tokyo Bay, die Rainbow Bridge und die Skyline. In Shimbashi kann man bequem in die JR-Linien oder die Metro umsteigen.
Im Zentrum angekommen, ist die Yamanote Line eine der wichtigsten Bahnlinien. Sie bildet eine Ringstrecke um das Stadtzentrum und verbindet zentrale Viertel wie Shinjuku, Shibuya und Tokyo Station. Die Linie ist 34,5 km lang, hat 30 Bahnhöfe und wird von JR East betrieben. Züge fahren im 2- bis 4-Minuten-Takt, eine komplette Runde dauert etwa 60 Minuten. Sehr viele Sehenswürdigkeiten kann man mit dieser Linie gut erreichen.
Einzeltickets kann man an den Automaten in den Bahnhöfen kaufen. Auch das kontaktlose Bezahlen mit Kreditkarte oder Smartphone ist mittlerweile auf vielen Linien möglich. Seit März 2026 kann man zum Beispiel bei Tokyo Metro und zahlreichen weiteren Bahngesellschaften eine kontaktlose Visa- oder Mastercard direkt an das Lesegerät der Zugangsschranke halten. Das funktioniert allerdings noch nicht im gesamten Bahnnetz von Tokio. Der Grund dafür sind die verschiedenen Bahngesellschaften, die in Tokio jeweils eigene Netze betreiben. Insbesondere JR East akzeptiert derzeit keine Kreditkarten zum direkten kontaktlosen Ein- und Auschecken. Das betrifft zum Beispiel auch die für Besucher sehr wichtige Yamanote Line.
Wer verschiedene Bahn- und Metrolinien nutzen möchte, fährt mit den kontaktlosen Prepaid-IC-Karten Suica oder PASMO weiterhin am einfachsten.
Suica und PASMO funktionieren bei nahezu allen wichtigen Bahn- und Metrolinien in Tokio und können außerdem in vielen Geschäften, Konbinis und an Verkaufsautomaten zum Bezahlen genutzt werden. Man hält die Karte beim Betreten und Verlassen des Bahnhofs einfach an das Lesegerät. Der richtige Fahrpreis wird automatisch abgebucht. Wer ein iPhone hat, kann eine Suica oder PASMO auch zur Apple Wallet hinzufügen und über Apple Pay aufladen. Alternativ gibt es physische IC-Karten. Für ausländische Besucher wird außerdem die Welcome Suica angeboten. Für einen Landausflug in Tokio würden wir deshalb weiterhin eine Suica oder PASMO empfehlen.
Taxis, Uber & Co
Am Tokyo International Cruise Terminal warten Taxis, wenn ein Schiff im Hafen liegt. Englischsprachige Mitarbeiter helfen bei der Kommunikation. Viele Fahrer verstehen wenig Englisch. Man zeigt die Adresse deshalb am besten auf Japanisch mit dem Handy. Die Fahrten werden über das Taxameter abgerechnet und der Fahrpreis wird transparent angezeigt. Bezahlen kann man bar oder mit Kreditkarte. Suica und PASMO werden in einigen Taxis ebenfalls akzeptiert, aber nicht überall. Trinkgeld ist in Japan unüblich und wird häufig höflich abgelehnt.
Eine kleine Besonderheit sind die Taxitüren. In Japan ist es üblich, dass die hintere linke Tür vom Fahrer automatisch geöffnet und geschlossen wird. Man sollte deshalb warten, bis der Fahrer die Tür öffnet und schließt. Ein kurzes Konnichiwa (Guten Tag) beim Einsteigen und ein Arigatou gozaimasu (Vielen Dank) beim Aussteigen werden gerne gehört.
Wer lieber eine App nutzt, kann zum Beispiel Uber oder die in Japan sehr verbreitete GO App verwenden. Uber vermittelt in Japan überwiegend lizenzierte Taxis und professionelle Fahrdienste. Neben normalen Taxis gibt es je nach Verfügbarkeit auch höherwertige Fahrzeugklassen und größere Fahrzeuge für Gruppen. Über die GO App kann man ebenfalls Taxis bestellen und teilweise vorab reservieren. Eine stabile Internetverbindung ist für beide Apps erforderlich. Der große Vorteil für Kreuzfahrer ist, dass das Ziel bereits in der App eingegeben wird und damit mögliche Verständigungsprobleme entfallen. Die Bezahlung kann zudem automatisch über die hinterlegte Kreditkarte erfolgen.
Währung & Internet in Japan
Die Landeswährung ist der Japanische Yen (JPY). Kreditkarten und andere bargeldlose Zahlungsmittel werden in Japan mittlerweile sehr häufig akzeptiert. Trotzdem sollte man immer etwas Bargeld dabeihaben, da kleinere Geschäfte, Restaurants oder Tempel teilweise nur Bargeld akzeptieren. Geldautomaten findet man insbesondere in den sogenannten Konbinis. Das sind kleine, meist rund um die Uhr geöffnete Convenience Stores. Bekannte Ketten sind 7-Eleven, FamilyMart und Lawson. Im Tokyo International Cruise Terminal gibt es keinen Geldautomaten, aber einen Geldwechselautomaten. Geldautomaten findet man in nahe gelegenen Convenience Stores.
Für einen Landausflug in Tokio ist eine mobile Internetverbindung sehr hilfreich. Man benötigt sie nicht nur für Google Maps, sondern auch für Fahrpläne, Übersetzungen und Taxi-Apps. Eine praktische Möglichkeit ist eine Japan-eSIM, zum Beispiel von Airalo. Wir würden die eSIM bereits vor der Reise kaufen und installieren, damit das Smartphone direkt nach der Ankunft in Tokio online ist. Kostenloses WLAN gibt es außerdem im Kreuzfahrtterminal und an vielen öffentlichen Orten in Tokio. Auch die japanische Tourismusorganisation weist auf zahlreiche öffentliche WLAN-Hotspots in den größeren Städten hin.
Highlights für Landausflüge in Tokio auf eigene Faust
Tokio hat kein einzelnes Stadtzentrum wie viele andere Metropolen, sondern mehrere Zentren mit ganz unterschiedlichem Charakter. Für Landausflügler sind vor allem Shibuya, Shinjuku, Ginza, Asakusa, Akihabara und der Bereich rund um den Kaiserpalast interessant. Da die Entfernungen in Tokio groß sind, sollte man sich für einen Landausflug einige Ziele aussuchen, die sich mit Bahn und Metro gut miteinander verbinden lassen. Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für einen Tag in Tokio auf eigene Faust vor.
Karte der Highlights für Landausflüge in Tokio: 1. Rainbow Bridge, 2. Toyosu-Markt, 3. teamLab Planets TOKYO DMM, 4. Shibuya Crossing, 5. Meiji-Schrein, 6. Takeshita Street, 7. Shinjuku Gyoen Park, 8. Tokyo Skytree, 9. Tokyo Tower, 10. Kaiserpalast, 11. Senso-ji Tempel & Asakusa-Schrein, 12. Ginza-Viertel, 13. Akihabara-Elektronikviertel, 14. Ueno Park
Orientierung für Kreuzfahrer
Tokio ist riesig und die bekannten Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf mehrere Stadtviertel. Zu Fuß kann man deshalb immer nur einzelne Bereiche erkunden. Für größere Entfernungen sind Bahn und Metro die beste Wahl. Bei einem Landausflug würden wir nicht versuchen, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern einige Ziele auswählen, die sich gut miteinander verbinden lassen.
⭐ Für Erstbesucher: Wir würden mit der Rinkai Line vom Hafen nach Shibuya fahren und dort die berühmte Shibuya Crossing besuchen. Von hier lassen sich der Meiji-Schrein und die Takeshita Street gut miteinander verbinden. Anschließend könnte man mit der Bahn nach Asakusa fahren und den Senso-ji Tempel besuchen. Wer noch Zeit hat, ergänzt einen Aussichtspunkt wie Shibuya Sky, Tokyo Skytree oder Tokyo Tower.
🚶 Gut zu Fuß: Tokio ist keine Stadt für einen einzigen großen Stadtrundgang. Innerhalb der einzelnen Viertel kann man aber vieles zu Fuß erreichen. Besonders gut lassen sich Shibuya, Takeshita Street und Meiji-Schrein miteinander verbinden. Auch Asakusa rund um den Senso-ji Tempel oder der Bereich zwischen Kaiserpalast und Ginza eignen sich für einen längeren Spaziergang.
🏮 Traditionelles Tokio: Wer Tempel und das historische Tokio erleben möchte, fährt nach Asakusa. Rund um den Senso-ji Tempel, das Kaminarimon-Tor und die Nakamise Shopping Street bekommt man einen schönen Eindruck vom traditionellen Japan. Der Tokyo Skytree liegt ebenfalls in diesem Teil der Stadt und lässt sich gut mit Asakusa verbinden.
🌆 Modernes Tokio: Shibuya mit der berühmten Kreuzung steht wie kaum ein anderes Viertel für das moderne Tokio. Auch Shinjuku mit seinen Hochhäusern und Akihabara mit Elektronik, Anime und Manga zeigen ganz unterschiedliche Seiten der Millionenstadt. Wer gerne einkauft, findet in Ginza eines der elegantesten Einkaufsviertel Japans.
🌉 In Hafennähe: Odaiba liegt direkt am Tokyo International Cruise Terminal und eignet sich deshalb auch für einen kürzeren Landausflug. Hier findet man die Rainbow Bridge, Einkaufszentren und moderne Architektur. Mit der Yurikamome Line erreicht man außerdem schnell den Toyosu-Markt und teamLab Planets. Die Fahrt mit der fahrerlosen Hochbahn ist wegen der schönen Aussicht über die Tokyo Bay bereits ein Erlebnis.
🌳 Mehr Zeit oder andere Interessen: Der Kaiserpalast und seine Gärten bieten einen ruhigen Kontrast zur Großstadt. Auch der Shinjuku Gyoen und der Ueno Park sind interessant, wenn man etwas mehr Zeit hat oder Tokio bereits kennt. Wegen der großen Entfernungen würden wir diese Ziele nicht zusätzlich in ein ohnehin volles Erstbesucherprogramm aufnehmen.
Odaiba und Toyosu
Odaiba und Toyosu liegen auf künstlichen Inseln in der Tokyo Bay und stehen für das moderne Tokio. Für Kreuzfahrer ist dieser Bereich besonders interessant, weil sich das Tokyo International Cruise Terminal direkt auf Odaiba befindet. Fast alles ist auf eigene Faust zu Fuß oder mit einer kurzen Fahrt mit der Yurikamome Line erreichbar. Mit der Yurikamome Line erreicht man auch den Toyosu-Markt und das teamLab Planets schnell und bequem. Das sind die Highlights für Landausflüge in Tokio in diesem Teil der Stadt.
Karte der Insel Odaiba mit dem Kreuzfahrtterminal: 1. Tokyo International Cruise Terminal Station (Hochbahn Yurikamome), 2. Tokyo Teleport Station (Rinkai Line), 3. Aqua City Odaiba, 4. Statue of Liberty an der Meerespromenade, 5. Odaiba Beach, 6. Miraikan Wissenschaftsmuseum, 7. Telecom Center Observatory
Unterhaltungsinsel Odaiba (mit dem Hafen)
Odaiba ist eine künstlich angelegte Insel in der Tokyo Bay und ein modernes Freizeit- und Einkaufsviertel. Hier befinden sich große Einkaufszentren, Museen, Hotels und breite Uferpromenaden. Zu den bekanntesten Fotomotiven gehören die kleine Freiheitsstatue, die riesige Gundam-Figur vor dem DiverCity Tokyo Plaza und die Rainbow Bridge. Von der Uferpromenade hat man einen schönen Blick über die Bucht und auf die Skyline von Tokio.
Für Kreuzfahrer ist Odaiba besonders interessant, weil sich das Tokyo International Cruise Terminal direkt auf der Insel befindet. Man läuft durch den Higashi-Yashio Greenway Park zur Straße. Wer das Wissenschaftsmuseum Miraikan besuchen möchte, ist bereits fast am Ziel. Alle anderen biegen nach links ab. Nach ca. 1 km erreicht man die drei Malls und den schönen Odaiba Seaside Park mit Strand. Die drei direkt nebeneinander liegenden Einkaufszentren heißen DiverCity Tokyo Plaza (berühmt für die riesige Gundam-Roboterstatue vor dem Eingang), Aqua City Odaiba (bekannt für den besten Blick auf die Freiheitsstatue und die Rainbow Bridge) und Decks Tokyo Beach (Heimat der Retro-Einkaufsstraße aus den 1960er Jahren und des Legolands). Die drei Malls sind im oberen Stockwerk über Fußgängerbrücken miteinander verbunden.
Yurikamome Line & Rainbow Bridge
Die Yurikamome Line ist nicht nur ein praktisches Verkehrsmittel, sondern fast schon eine Sehenswürdigkeit. Die vollautomatische Hochbahn verbindet Odaiba mit dem Bahnhof Shimbashi und fährt dabei in einem großen Bogen über die Rainbow Bridge. Da es keinen Fahrer gibt, hat man von den vorderen Plätzen einen besonders schönen Blick auf die Strecke und die Skyline. Die fast 800 Meter lange Rainbow Bridge überspannt die Tokyo Bay und gehört zu den Wahrzeichen des modernen Tokio. Besonders schön ist der Blick auf die beleuchtete Brücke am Abend.
teamLab Planets
Das teamLab Planets TOKYO in Toyosu ist ein außergewöhnliches digitales Kunstmuseum. Die Besucher bewegen sich durch große begehbare Installationen aus Licht, Farben, Spiegeln und Wasser und werden dabei selbst Teil der Kunstwerke. Teilweise läuft man barfuß durch die Räume und sogar durch knietiefes Wasser. Das Museum gehört mittlerweile zu den bekanntesten modernen Sehenswürdigkeiten Tokios. Da die Zahl der Besucher begrenzt ist und feste Zeitfenster vergeben werden, sollte man die Tickets möglichst vorab reservieren.
Die Anreise vom Cruise Terminal ist genial einfach, da beide Orte ebenfalls an der Yurikamome Line liegen. Man läuft vom Schiff ca. 5 bis 10 Minuten zur Station Tokyo International Cruise Terminal Station und nimmt die Yurikamome Line in Richtung Toyosu. Die Fahrt dauert exakt 13 Minuten und an der Station „Shin-Toyosu“ steigt man aus. Alternativ kann man natürlich auch ein Taxi nehmen. Eine Fahrt vom Terminal nach Toyosu dauert ca. 10 bis 15 Minuten und kostet etwa 2.500 bis 3.500 Yen (ca. 15–22 €).
Wir würden im Terminal die teamLab App herunterladen. Damit kann man in einigen Räumen die Lichteffekte im Raum selbst steuern. In einigen Räumen steht das Wasser knietief (es gibt Handtücher und Schließfächer). Eine Hose, die man leicht hochkrempeln kann, ist deshalb hilfreich. Ein anderes Thema sind die vielen Spiegel am Boden. Vorsicht mit Röcken. Eine wasserfeste Handyhülle zum Umhängen kann ebenfalls praktisch sein.
Toyosu-Markt & Thunfischauktion
Der Toyosu-Markt ist der moderne Großmarkt von Tokio und seit 2018 der Nachfolger des berühmten Tsukiji-Fischmarktes. Bekannt ist vor allem die Thunfischauktion am frühen Morgen, die Besucher von speziellen Beobachtungsbereichen verfolgen können. Der Markt selbst ist ein moderner Arbeitsbetrieb und weniger atmosphärisch als der alte Tsukiji-Markt. Für Besucher gibt es aber zahlreiche Restaurants, in denen man bereits am Morgen Sushi und andere japanische Spezialitäten probieren kann.
Der Markt befindet sich in der Nähe von teamLab Planets, sodass sich beide Sehenswürdigkeiten gut miteinander verbinden lassen. Man sollte wissen, dass der Toyosu-Markt jeden Sonntag, an nationalen Feiertagen und an den meisten Mittwochen geschlossen ist. Die weltberühmten Premium-Sushi-Buden, die früher im alten Tsukiji-Markt stundenlange Schlangen erzeugten, sind mit nach Toyosu gezogen. Wenn man erst nach einem teamLab-Besuch mittags kommt, sind die Plätze meist besetzt. Wir würden erstklassiges Sushi daher am besten vor dem teamLab-Besuch einplanen.
Viele Kreuzfahrer möchten das geschäftige Treiben der berühmten Thunfischauktion sehen. Es gibt eine spezielle Aussichtsplattform im Erdgeschoss, von der aus man ganz nah am Geschehen ist. Die Plätze dafür werden einen Monat im Voraus über ein kostenloses Online-Lotto-System vergeben. Aber man kann auch ohne Anmeldung von einer verglasten Besucher-Galerie im 3. Stock von oben in die Auktionshalle schauen. Die Auktion findet sehr früh am Morgen statt. Meist zwischen 05:45 Uhr und 06:25 Uhr. Das geht also nur, wenn das Kreuzfahrtschiff über Nacht im Hafen liegt.
Shibuya, Harajuku & Shinjuku
Shibuya, Harajuku und Shinjuku gehören zu den bekanntesten Stadtvierteln im Westen Tokios. Hier erlebt man das moderne und oft ziemlich lebhafte Tokio mit riesigen Bahnhöfen, Hochhäusern, Shopping und japanischer Jugendkultur. Dazwischen liegen mit dem Meiji-Schrein und dem Shinjuku Gyoen aber auch überraschend ruhige Orte.
Karte der Gegend rund um die Shibuya Station: 1. Shibuya Sky, 2. Shibuya Crossing, 3. Meiji-Schrein, 4. Takeshita Street, 5. Cat Street
Shibuya Crossing & Shibuya Sky
Die Shibuya Crossing ist vermutlich die berühmteste Straßenkreuzung Japans und ein Topziel für den Tag in Tokio auf eigene Faust. Wenn die Ampeln auf Grün springen, überqueren große Menschenmengen gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen die Kreuzung. Rundherum sorgen riesige Bildschirme, Leuchtreklamen und Hochhäuser für das typische Großstadtbild Tokios. Wir würden es uns nicht entgehen lassen, selber einmal über diese Kreuzung zu laufen. Die Menschen weichen sich in Tokio faszinierend elegant aus, ohne dass man angerempelt wird.
Einen besonders schönen Blick auf Shibuya und große Teile Tokios hat man vom Shibuya Sky. Die Aussichtsplattform befindet sich auf dem Hochhaus Shibuya Scramble Square in etwa 230 Metern Höhe. Ein großer Teil der Plattform liegt unter freiem Himmel. Bei klarem Wetter kann man von hier sogar den Fuji sehen. Die beliebten Zeitfenster, insbesondere rund um den Sonnenuntergang, sind schnell ausgebucht. Wir würden deshalb möglichst früh reservieren. Wer das versäumt hat, findet auf dem Dach des Kaufhauses Magnet by Shibuya 109 eine Aussichtsplattform. Für den Preis eines Getränks kann man von oben perfekt senkrecht auf die Kreuzung fotografieren.
Man erreicht Shibuya mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu läuft man ca. 15 Minuten zur Station Tokyo Teleport (Rinkai Line) oder nimmt den kostenlosen Shuttlebus. Dann nimmt man die Rinkai Line in Richtung Shinjuku/Omiya und erreicht ohne Umsteigen den Bahnhof Shibuya. Wir würden im Bahnhof unbedingt den Schildern zum Hachiko Exit (benannt nach der berühmten Hundestatue) folgen. Wenn man den Bahnhof durch diesen Ausgang verlässt, steht man sofort direkt vor der berühmten Kreuzung. Natürlich kann man am Cruise Terminal auch ein Taxi nehmen. Eine Fahrt kostet tagsüber ca. 5.500 bis 7.500 Yen (ca. 35–48 €) plus Autobahnmaut.
Meiji-Schrein
Der Meiji-Schrein ist einer der bedeutendsten Shinto-Schreine Japans und Kaiser Meiji und seiner Frau gewidmet. Die weitläufige Anlage liegt mitten in einem großen Waldgebiet zwischen Shibuya und Shinjuku. Schon der Weg durch die hohen Torii-Tore und den dichten Wald ist ein schöner Kontrast zum hektischen Tokio. Am eigentlichen Schrein kann man häufig traditionelle Hochzeiten oder andere Zeremonien beobachten. Der Eintritt in das eigentliche Schreingelände ist kostenlos.
Man kann den Meiji-Schrein von der Shibuya Crossing aus zu Fuß erreichen. Direkt neben dem Bahnhof Harajuku sieht man die markante Jingu-bashi Brücke und das riesige hölzerne Tor. Von hier aus läuft man auf breiten Kieswegen noch einmal ca. 10 bis 15 Minuten durch dichten Wald. Etwas auf halber Strecke kommt man an Sake- und Weinfässern vorbei, die ein beliebtes Fotomotiv sind. Die Fässer wurden zu Ehren von Kaiser Meiji und Kaiserin Shoken gestiftet. Der Meiji-Schrein ist ein aktiver, heiliger Ort des Shintoismus. Man verbeugt sich, bevor man durch das Tor hinein und wieder hinausgeht. Am besten beobachtet man einfach, wie sich die Japaner verhalten.
Takeshita Street & Jugendkultur
Harajuku ist für ausgefallene Mode, Jugendkultur und ungewöhnliche Geschäfte bekannt. Das Zentrum des Viertels ist die Takeshita Street direkt gegenüber dem Bahnhof Harajuku. In der schmalen Fußgängerzone drängen sich kleine Modegeschäfte, Cafés, Süßwarenläden und Verkaufsstände. Die Takeshita Street ist weltberühmt für ihre ungesunden, aber extrem fotogenen Leckereien. Besonders beliebt sind Harajuku Crêpes. Die hauchdünnen Pfannkuchen werden zu einer Tüte gerollt und üppig mit Sahne, Erdbeeren, Kuchenstücken oder Eiscreme gefüllt. Besonders an Wochenenden kann die Takeshita Street sehr voll werden. Der Kontrast zum ruhigen Meiji-Schrein gleich auf der anderen Seite des Bahnhofs könnte kaum größer sein. In der Nähe befindet sich die Cat Street mit vielen coolen Läden und Cafés.
Park Shinjuku Gyoen
Der Shinjuku Gyoen gehört zu den schönsten Parks Tokios. Die weitläufige Anlage verbindet einen traditionellen japanischen Garten mit englischen und französischen Gartenbereichen. Es gibt große Rasenflächen, Teiche, Spazierwege und zahlreiche alte Bäume. Besonders beliebt ist der Park während der Kirschblüte im Frühjahr und zur Laubfärbung im Herbst. Zwischen den Hochhäusern von Shinjuku ist der große Park eine überraschend ruhige grüne Oase. Direkt südlich befindet sich das Nationalstadion, in dem die Olympischen Spiele 2020 eröffnet wurden. Und auch der Meiji-Schrein ist nur 1 km entfernt.
Asakusa & östliches Tokio
Im Osten Tokios findet man viele Sehenswürdigkeiten, die einen ganz anderen Eindruck von der Stadt vermitteln. Rund um Asakusa und den Senso-ji Tempel zeigt sich das traditionelle Tokio, während der nahe Tokyo Skytree für die moderne Stadt steht. Auch Ueno und das Elektronik- und Animeviertel Akihabara liegen in diesem Teil Tokios und lassen sich gut miteinander verbinden.
Senso-ji Tempel
Der Senso-ji in Asakusa ist der älteste und bekannteste buddhistische Tempel Tokios. Der klassische Zugang führt durch das Kaminarimon-Tor mit seiner riesigen roten Laterne. Dahinter beginnt die Nakamise Shopping Street, die von kleinen Geschäften mit Süßigkeiten, Souvenirs und traditionellen japanischen Waren gesäumt wird. Am Ende der Straße erreicht man die große Tempelhalle und die fünfstöckige Pagode. Rund um den Tempel findet man noch viele kleinere Straßen, Restaurants und Geschäfte. Asakusa vermittelt deshalb einen schönen Eindruck vom traditionellen Tokio.
Die Anreise vom Cruise Terminal ist unkompliziert. Man nimmt die Yurikamome Line bis zur Station „Shimbashi“. Dort steigt man in die Tokyo Metro Ginza Line (die älteste U-Bahn-Linie Asiens) um und fährt direkt bis zur Endstation Asakusa Station. Vom Ausgang 1 sind es nur wenige Gehminuten bis zum Kaminarimon-Tor.
Unser Tipp: Bevor man durch das große Tor geht, würden wir das Asakusa Culture Tourist Information Center besuchen und mit dem Aufzug kostenlos in den 8. Stock auf die Aussichtsterrasse gehen. Von dort oben hat man den perfekten, senkrechten Postkartenblick auf das Kaminarimon-Tor, die lange Nakamise-Einkaufsstraße und das gesamte Tempelareal.
Tokyo Skytree
Der Tokyo Skytree ist mit 634 Metern eines der höchsten Bauwerke der Welt und ein weithin sichtbares Wahrzeichen Tokios. Vom Senso-ji Tempel läuft man zum Fluss und überquert ihn über den Sumida River Walk (eine Fußgängerbrücke parallel zu den Bahngleisen). Der Weg führt direkt durch Tokyo Mizumachi. Das ist eine hippe Einkaufsstraße unter den Viadukten, voller Cafés, immer mit dem Skytree direkt im Blick.
Kreuzfahrer können zwei Aussichtsbereiche in 350 und 450 Metern Höhe besuchen. Das Tembo Deck (350 Meter) ist das Hauptdeck und bietet auf drei Etagen einen schönen 360-Grad-Rundumblick, ein Café und den berühmten Glasboden, auf dem man senkrecht nach unten schauen kann. Das Tembo Galleria (450 Meter) ist eine verglaste, spiralförmig ansteigende Rampe, die noch einmal 100 Meter nach oben führt. Der Blick ist noch etwas weitläufiger und es ist meist deutlich ruhiger. Von oben reicht der Blick über das endlose Häusermeer der japanischen Hauptstadt und bei guter Sicht bis zum Fuji. Am Fuß des Turms befindet sich mit Tokyo Solamachi ein großes Einkaufs- und Freizeitareal mit Geschäften und Restaurants. Der Skytree lässt sich aufgrund seiner Lage gut mit einem Besuch in Asakusa verbinden.
Wir würden vorab ein Ticket mit festem Zeitfenster auf der offiziellen Webseite des Tokyo Skytree kaufen. Seit März 2026 kann man mit dem erhaltenen QR-Code direkt zum Eingang gehen. Ein Umtausch an einem Ticketautomaten ist nicht mehr erforderlich.
Ueno Park
Der Ueno Park ist eine der bekanntesten Grünanlagen Tokios und besonders während der Kirschblüte ein beliebtes Ziel. Rund um die breiten Wege und den Shinobazu-Teich befinden sich mehrere Tempel und Schreine. Außerdem liegen hier einige der wichtigsten Museen Japans, darunter das Tokyo National Museum, sowie der Ueno Zoo. Wer nur durch den Park spazieren möchte, kann den Besuch gut mit anderen Zielen im östlichen Tokio verbinden.
Akihabara Elektronikviertel
Akihabara ist Tokios bekanntestes Viertel für Elektronik, Anime, Manga und Videospiele. Rund um die Chuo-dori und den Bahnhof Akihabara leuchten riesige Werbetafeln über mehrstöckigen Elektronikgeschäften, Spielhallen und Anime-Shops. Neben großen Kaufhäusern findet man in den Nebenstraßen zahlreiche kleine Spezialgeschäfte mit Manga, Figuren, Retro-Spielen und Elektronik. Wer sich für die moderne japanische Popkultur interessiert, sollte hier zumindest einmal durch die Straßen laufen.
Wie komme ich hin? Mit einem Taxi ist man in knapp 20 Minuten vor Ort. Wer kein Taxi nehmen möchte, fährt mit der Hochbahn Yurikamome Line bis zur Shimbashi Station und steigt dort in die Keihin-Tōhoku Line um. Ziel ist die Akihabara Station. Von hier läuft man ca. 200 Meter bis zur Chuo-dori, der Hauptstraße des Viertels. Direkt am Bahnhof befindet sich das Elektronikkaufhaus Yodobashi Akiba.
Unser Tipp: Die besten Schnäppchen und seltensten Figuren findet man in den oberen Stockwerken (ab Etage 3 oder 4) oder in den engen, vollgestopften Nebenstraßen westlich der Hauptstraße. Wir würden nach Läden mit sogenannten „Showcase Boxen“ (Miet-Glasvitrinen) Ausschau halten, in denen Privatpersonen Figuren und Sammlerstücke anbieten. Mit etwas Glück findet man hier auch seltene Stücke.
Zentrales Tokio
Rund um die Tokyo Station und den Kaiserpalast liegt das politische und wirtschaftliche Zentrum der japanischen Hauptstadt. Hier treffen die weitläufigen Anlagen des Kaiserpalastes auf moderne Bürohochhäuser und das elegante Einkaufsviertel Ginza. Etwas weiter südlich erhebt sich mit dem Tokyo Tower eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Kaiserpalast
Der Kaiserpalast liegt auf dem riesigen Gelände der ehemaligen Burg Edo mitten im Zentrum Tokios und ist die Residenz des japanischen Kaisers. Von außen sieht man vor allem die breiten Wassergräben, mächtigen Steinmauern und historischen Brücken. Das gigantische Palastareal teilt sich in drei Zonen, die völlig unterschiedliche Regeln haben. Der Äußere Garten (Kokyo Gaien) ist ein riesiges, von Pinien gesäumtes Kiesareal vor den Toren und kostenlos zugänglich. Hier findet man den berühmtesten Fotospot Tokios. Es handelt sich um die Nijubashi-Brücke. Das ist die doppelte Bogenbrücke, die zum Palasttor führt. Die zweite Zone sind die sogenannten Ost-Gärten (Kokyo Higashi Gyoen) mit dem ehemaligen Verteidigungsring der alten Burg. Hier gibt es Teiche, historische Wachtürme und die Fundamente des alten Burgturms. Der Eintritt ist kostenlos. Die dritte Zone ist der innere Palastbereich. Dieser ist gesichert und kann nur im Rahmen einer geführten Tour besucht werden.
Wer hinter die Mauern blicken und moderne Palastgebäude wie die Chowaden-Halle sehen möchte, muss an der offiziellen Tour der kaiserlichen Hofbehörde teilnehmen. Die Tour ist kostenlos und dauert ca. 75 Minuten. Man muss sich vorab online auf der offiziellen Website der Imperial Household Agency registrieren. Es gibt am Kikyomon-Tor immer auch ein Kontingent für Kurzentschlossene (Same-Day-Tickets). Das ist aber für Kreuzfahrer mit wenig Zeit nicht machbar. Von Anfang Juli bis Ende September finden wegen der sommerlichen Hitze keine Führungen am Nachmittag statt.
Ginza Einkaufsviertel
Ginza ist Tokios bekanntestes Luxus- und Einkaufsviertel. Entlang der Chuo-dori stehen große Kaufhäuser, internationale Luxusgeschäfte und moderne Geschäftshäuser, von denen viele auch architektonisch sehenswert sind. Dazwischen findet man Restaurants, Cafés und traditionelle japanische Geschäfte. An Wochenenden und Feiertagen wird ein Teil der Chuo-dori zeitweise für den Autoverkehr gesperrt und zur Fußgängerzone. Ginza eignet sich deshalb weniger für klassisches Sightseeing als für einen Stadtbummel und zum Einkaufen.
Tokyo Tower
Der 333 Meter hohe Tokyo Tower wurde Ende der 1950er-Jahre nach dem Vorbild des Eiffelturms gebaut und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Seine auffällige orange-weiße Konstruktion ist zwischen den modernen Hochhäusern schon von weitem zu sehen. Es gibt zwei Aussichtsplattformen in 150 und 250 Metern Höhe. Obwohl der Tokyo Skytree inzwischen deutlich höher ist, hat der ältere Tokyo Tower für viele Besucher seinen besonderen Reiz behalten. Besonders schön ist der Turm am Abend, wenn die Stahlkonstruktion beleuchtet wird.

Unsere Empfehlung: Die Top Deck Tour kostet rund 3.300 Yen. Da das Hauptdeck auf 150 Metern durch die Nähe zu den umliegenden Wolkenkratzern oft sogar die fotogenere, weil plastischere Aussicht bietet, reicht das günstigere Ticket für das Main Deck für 1.500 Yen für die meisten Kreuzfahrer völlig aus.
Weitere Kreuzfahrthäfen in Asien
Weitere Hafenführer für Landausflüge in Asien auf eigene Faust: Bangkok, Busan, Chan May, Colombo, Da Nang, Ha Long, Hambantota, Hongkong, Kaohsiung, Keelung (Taipeh), Koh Samui, Kobe, Langkawi, Nha Trang, Osaka, Penang, Phu My (Saigon), Phuket, Phu Quoc, Port Klang (Kuala Lumpur), Shanghai, Singapur, Yokohama
Fazit: Landausflüge in Tokio auf eigene Faust
Tokio kann man trotz seiner enormen Größe sehr gut auf eigene Faust entdecken. Das Bahn- und Metronetz ist hervorragend ausgebaut und bringt Landausflügler schnell in fast alle Teile der Stadt. Allerdings liegen die Sehenswürdigkeiten weit auseinander. Wir würden deshalb nicht versuchen, möglichst viele Highlights an einem Tag abzuhaken, sondern uns auf einige Stadtviertel konzentrieren, die sich gut miteinander verbinden lassen.
Für Erstbesucher gehören für uns Shibuya mit der berühmten Shibuya Crossing und das traditionelle Asakusa rund um den Senso-ji Tempel zu den wichtigsten Zielen. Je nach Interesse kann man den Meiji-Schrein, den Tokyo Skytree, Ginza oder Akihabara ergänzen. Wer Tokio bereits kennt oder einen entspannten Tag verbringen möchte, findet mit Odaiba und Toyosu interessante Ziele ganz in der Nähe des Kreuzfahrthafens.
Mit etwas Vorbereitung ist Tokio deshalb ein sehr gutes Ziel für individuelle Landausflüge. Eine IC-Karte wie Suica oder PASMO, mobiles Internet und eine vorher festgelegte Route machen die Orientierung deutlich einfacher. Und man sollte sich nicht zu viel vornehmen – Tokio ist eine Stadt, für die ein einziger Tag ohnehin niemals ausreicht.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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