Phu My auf eigene Faust – Landausflüge für Kreuzfahrer

Landausflüge auf Phu My individuell planen – die besten Tipps für Kreuzfahrtgäste

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Phu My (Ho-Chi-Minh-Stadt) auf eigene Faust zusammengestellt. Phu My (sprich: Fu Mi) ist ein wichtiger Industrie- und Frachthafen am Thi Vai River in Südvietnam, der auch von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird. Der Hafen liegt ca. 60 km südöstlich von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) in einer Industriezone ohne touristische Infrastruktur. Viele Kreuzfahrer nutzen den Aufenthalt deshalb für einen Landausflug nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Sehenswert ist vor allem der historische Stadtbezirk 1 mit dem Opernhaus, der Hauptpost und der Notre-Dame-Kathedrale. Auch der Wiedervereinigungspalast erinnert an das Ende des Vietnamkriegs im Jahr 1975. Eine weitere beliebte Möglichkeit sind Landausflüge ins Mekong-Delta mit Bootstouren durch Kanäle und Flussarme, vorbei an Dörfern, Obstgärten und tropischer Landschaft. Weitere Informationen findet man auf der Webseite von Vietnam.travel. Letzte Aktualisierung: August 2026

Kreuzfahrthafen Phu My

Kreuzfahrtschiffe fahren westlich der Hafenstadt Vung Tau in die Ganh Rai Bay und steuern dann die Mündung des Thi Vai Rivers an. Die Umgebung ist von Mangroven, Sümpfen und breiten Flussarmen geprägt. Der Thi Vai River ist für seinen großen Hafenkomplex bekannt, der aus mehreren Container- und Industriehäfen besteht. Das rechte Ufer des Thi Vai River wirkt von Deck aus wie ein einziger, mehr als fünfzehn Kilometer langer Industriehafen.

Landausflüge in Ho-Chi-Minh-Stadt auf eigene Faust
Große Kreuzfahrtschiffe am SSIT – Bild: SP-SSA International Terminal (SSIT)

Direkt an der Mündung des Thi Vai Rivers befindet sich der große Cai Mep–Thi Vai Hafenkomplex. Hier gibt es zahlreiche Fracht- und Containerterminals, die teilweise auch von Kreuzfahrtschiffen genutzt werden. Sehr große Kreuzfahrtschiffe können zum Beispiel am SP-SSA International Terminal (SSIT) festmachen. Andere Kreuzfahrtschiffe fahren weiter flussaufwärts zu den verschiedenen Industriehäfen von Phu My. Ein häufig genannter Liegeplatz ist der Phu My Port, der auch als Baria Serece Port bezeichnet wird. Welches Terminal tatsächlich genutzt wird, hängt vom jeweiligen Schiffsanlauf und der Liegeplatzplanung des Hafens ab.

Für Kreuzfahrer ist es deshalb oft schwierig, den genauen Liegeplatz vorab herauszufinden. Für die Planung eines organisierten Landausflugs spielt das allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Direkt an den verschiedenen Terminals gibt es praktisch keine touristische Infrastruktur. Lokale Veranstalter können ihre Kunden am jeweiligen Terminal abholen und wissen in der Regel, wo das Kreuzfahrtschiff festmacht.

Unser Tipp: Bevor man das Kreuzfahrtschiff verlässt, sollte man an Bord noch einmal die Toilette benutzen. An den Industriehäfen von Phu My gibt es für Kreuzfahrer in der Regel keine öffentlichen Toiletten. Zudem beginnt fast jeder Landausflug mit einer längeren Bus- oder Autofahrt. Bis zur nächsten Gelegenheit kann deshalb einige Zeit vergehen.

Landausflüge in Phu My buchen

Für den Tag in Phu My werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in Phu My findet man bei GetYourGuide* oder bei Viator*.

Mobilität in Phu My (Ho-Chi-Minh-Stadt) auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Phu My (Ho-Chi-Minh-Stadt) auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Phu My (ab Saigon International Terminals):

  • Historischer Stadtbezirk 1 von Saigon: 60 km
  • My Tho (Tor zum Mekong-Delta): 125 km
  • Vung Tau (Hafenstadt und Urlaubszentrum): 33 km
  • Cu Chi Tunnels: 108 km
Karte der Highlights für Landausflüge in Ho-Chi-Minh-Stadt und Phu My
Karte der Landausflugsziele in Phu My – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Landausflugsziele in Phu My: 1. Distrikt 1 von Saigon (HCMC), 2. Cu Chi Tunnels, 3. My Tho im Mekong-Delta, 4. Vung Tau

Zu Fuß unterwegs

In den Industriehäfen von Phu My kann man als Fußgänger nichts erreichen. Hier benötigt man ein Verkehrsmittel.

Ho-Chi-Minh-Stadt kann man hervorragend auf eigene Faust zu Fuß erkunden. Das gilt insbesondere für den historischen Stadtbezirk 1. Die wichtigste Straße ist die Dong Khoi Street (Rue Catinat), an der viele Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit liegen. Die geschäftige Einkaufsstraße führt vom Fluss bis zur Kathedrale Notre-Dame. Auch der Wiedervereinigungspalast und der Ben-Thanh-Markt sind von hier bequem zu Fuß erreichbar.

Shuttlebusse

Je nach Liegeplatz stehen kostenlose Shuttlebusse zur Verfügung, die Kreuzfahrer zum Hafenausgang bringen. Hier kann man lokale Tourguides treffen oder ein Taxi nehmen.

Die Reedereien bieten in der Regel einen Transfer mit der Bezeichnung „Ho-Chi-Minh-Stadt auf eigene Faust“ an. Bei AIDA Cruises und TUI Cruises werden die Landausflügler mit einem Stadtplan am Bitexco Financial Tower abgesetzt und haben ca. 5 Stunden Freizeit.

Taxis, Grab & Co

Ein spontanes Taxi ist für die Fahrt von Phu My nach Ho-Chi-Minh-Stadt eher keine empfehlenswerte Alternative. Man müsste erst mit dem Shuttlebus zum Hafenausgang fahren und dort nach einem Fahrer suchen. Diese weigern sich oft, das Taxameter einzuschalten. Sie fordern stattdessen hohe Festpreise für eine Tagestour oder die einfache Fahrt. Ein fairer Preis für ein Taxi (Tagesmiete inklusive Rückfahrt und Wartezeit in Saigon) liegt je nach Fahrzeuggröße bei ca. 80 bis 120 USD. Man sollte den Preis zwingend vor dem Einsteigen verhandeln. Zudem ist es auch für die lokalen Taxifahrer nicht leicht, das richtige Hafentor zu finden. Idealerweise fährt man mit demselben Fahrer wieder zurück.

Blick vom Schiff auf den Hafen von Phu My
Kreuzfahrtschiff in Phu My Port – Bild: Jim-stock.adobe.com

Für Fahrten innerhalb Ho-Chi-Minh-Stadt gibt es zahllose Taxis. Wir würden nur Fahrzeuge der landesweit bekannten und seriösen Unternehmen Mai Linh (grüne Autos) oder Vinasun (weiße Autos mit roten/grünen Streifen) nutzen. Für Fahrten innerhalb Ho-Chi-Minh-Stadts ist Grab eine besonders praktische Alternative. Das asiatische Gegenstück von Uber funktioniert unkompliziert: Man bucht und bezahlt die Fahrt über die App. Natürlich könnte man mit einem Grab zurück zum Schiff fahren. Aber dann braucht man exakte Hafeninformationen.

Wagen mit Fahrer

Ein Wagen mit Fahrer ist für einen Landausflug auf eigene Faust die bequemste Variante. Je nach Liegeplatz trifft man den Fahrer außerhalb des Hafentores oder – mit entsprechender Hafengenehmigung – direkt am Schiff. Bekannte Anbieter sind zum Beispiel die Firmen Saigon Transfers und Maika Tours. Bei der Anfrage sollte man erwähnen, dass der „Port Permit for inside pick-up“ gewünscht ist.

Damit ein privates Fahrzeug das abgesicherte Industriegelände betreten und die Gäste direkt am Kreuzfahrtschiff abholen darf, ist eine offizielle Hafengenehmigung erforderlich. Für diesen „Port Permit for inside pick-up“ berechnen viele private Anbieter derzeit 25 US-Dollar pro Person. Für die Beantragung benötigt die Agentur die Reisepassdaten der Teilnehmer, die deshalb bereits einige Tage vor dem Landausflug übermittelt werden müssen.

Fahrradrikschas in Saigon
Fahrradrikschas in Saigon – Bild: Thomas G. auf Pixabay

Hop-on Hop-off

In Ho-Chi-Minh-Stadt fahren die bekannten roten Busse von City Sightseeing auf zwei Routen durch die Stadt. Für Kreuzfahrer, die mit einem Transfer am Bitexco Financial Tower abgesetzt werden, ist die Haltestelle 2 in der Nguyen Hue Street besonders interessant. Sie befindet sich vor dem Kim Do Hotel (133 Nguyen Hue Street) und ist etwa 450 Meter vom Bitexco Tower entfernt. Wer bereits ein Ticket gebucht hat, kann sich auch an die Mitarbeiter von City Sightseeing am Bitexco Tower wenden. Der offizielle Startpunkt mit Ticketbüro befindet sich am Saigon Opera House an der Dong Khoi Street.

Cyclos (Fahrrad-Rikschas)

Die dreirädrigen Fahrrad-Rikschas prägen das Stadtbild von Ho-Chi-Minh-Stadt, sind heute aber eine reine Touristenattraktion. Sie eignen sich zum Beispiel für eine gemütliche 30-minütige Panorama-Fahrt durch das koloniale Viertel. Wir würden den Preis unbedingt vor dem Einsteigen aushandeln und bar bezahlen. Dabei sollte man eindeutig klären, ob der vereinbarte Preis pro Person oder pro Cyclo gilt. Leider sind gerade bei Cyclos nachträgliche Preisstreitigkeiten ein bekanntes Problem. Ein Preis von 150.000 bis 200.000 VND (ca. 5,50 bis 7,50 Euro) pro Stunde gilt aktuell als fairer Richtwert für eine spontane Fahrt.

Phu My auf eigene Faust: Die besten Highlights für Kreuzfahrtgäste

Das ehemalige Saigon ist eine quirlige und laute Boomtown. Im historischen Distrikt 1 geht es etwas ruhiger zu. Hier liegen viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt dicht beieinander. Ein beliebtes Landausflugsziel im Umland ist das Mekong-Delta, das als Reiskammer des Landes gilt. Ein weit verzweigtes Netz aus Flüssen und Kanälen durchzieht die fruchtbare Landschaft, die man am besten bei einer Bootstour kennenlernt. Ein Relikt des Vietnamkrieges sind die Cu Chi Tunnels nördlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Hafenstadt Vung Tau ist mit ihren Stränden ein beliebter Urlaubsort. Dies sind die beliebtesten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Phu My (Ho-Chi-Minh-Stadt) auf eigene Faust.

Karte der Sehenswürdigkeiten von Ho-Chi-Minh-Stadt auf einen Blick
Karte der Sehenswürdigkeiten von Ho-Chi-Minh-Stadt – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Der während der Kolonialzeit von den Franzosen geplante Distrikt 1 ist heute das Zentrum von Ho-Chi-Minh-Stadt: 1. Opernhaus, 2. Kathedrale Notre Dame, 3. Hauptpostamt, 4. Ehemaliges Rathaus, 5. Ben Thanh Markthalle, 6. Bitexco Financial Tower, 7. Wiedervereinigungspalast, 8. War Remnants Museum, 9. Rex Hotel, 10. Above Bar. Die Flaniermeile Dong Khoi haben wir durch eine schwarze Linie markiert.

Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon)

Ho-Chi-Minh-Stadt ist das wichtigste Landausflugsziel für Kreuzfahrer, die in Phu My anlegen. Wer einen Reedereitransfer mit der Bezeichnung „Ho-Chi-Minh-Stadt auf eigene Faust“ bucht, wird häufig am Bitexco Financial Tower im Zentrum abgesetzt. Von hier kann man viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum des Distrikts 1 gut auf eigene Faust zu Fuß erreichen. Für einen Stadtbummel bietet sich die folgende Route an:

Bitexco Financial Tower → Nguyen Hue Walking Street → Rathaus/Rex Hotel → Opernhaus → Dong Khoi Street → Notre-Dame-Kathedrale/Hauptpost → Wiedervereinigungspalast → Ben-Thanh-Markt → Bitexco Financial Tower

Für den Rundgang würden wir etwa vier bis fünf Stunden einplanen. Wer einzelne Sehenswürdigkeiten ausführlich besichtigen möchte, muss entsprechend auswählen.

Der Bitexco Financial Tower in Saigon
Der Bitexco Financial Tower – Bild: Thompson Le auf Unsplash

Bitexco Financial Tower

Der 262 Meter hohe Bitexco Financial Tower ist ein guter Ausgangspunkt für einen Stadtbummel durch Ho-Chi-Minh-Stadt. Viele Reedereibusse halten auf einem bewachten Busparkplatz direkt am Fuß des Wolkenkratzers.

Die Architektur des Bitexco Financial Towers wurde von einer Lotusknospe inspiriert. Er wurde 2010 eröffnet und verfügt über 68 Stockwerke. Das markanteste Merkmal ist die Hubschrauberplattform im 52. Stockwerk. Eine verglaste 360-Grad-Plattform in der 49. Etage bietet einen weiten Blick über Saigon und den Saigon-Fluss. Eintrittskarten sind direkt vor Ort am Schalter oder vorab online über Plattformen wie GetYourGuide (s. oben) buchbar.

Unser Tipp: Statt Eintritt für das Skydeck zu zahlen, könnte man auch eine der Bars oder Restaurants der EON-Gruppe in den Stockwerken 50 bis 52 besuchen. Bei einem Kaffee oder Cocktail genießt man den Blick über die Stadt aus ähnlicher Höhe und bekommt für sein Geld gleich noch ein Getränk dazu. Anschließend beginnt der eigentliche Stadtbummel. Von hier sind es nur wenige Gehminuten (ca. 200 Meter) bis zur Nguyen Hue Walking Street.

Rex-Hotel und Rathaus von Ho-Chi-Minh-Stadt am Abend
Rex-Hotel und das Rathaus von Ho-Chi-Minh-Stadt am Abend – Bild: Tegeler

Nguyen Hue Walking Street & Rathaus

Die breite Nguyen Hue Walking Street führt vom Saigon River bis zum ehemaligen Rathaus und gehört zu den bekanntesten Flaniermeilen der Stadt. Am oberen Ende befindet sich das ehemalige Rathaus, in dem heute das Volkskomitee von Ho-Chi-Minh-Stadt untergebracht ist. Das prächtige Gebäude wurde von 1902 bis 1908 im französischen Beaux-Arts-Stil erbaut. Die gelb-weiße Fassade mit Uhrturm, Balkonen und Figurenreliefs ist ein schönes Fotomotiv. Auf dem Vorplatz steht eine moderne Ho-Chi-Minh-Statue. Sobald die Sonne untergeht, werden das Rathaus und die umliegenden Wolkenkratzer spektakulär beleuchtet.

Direkt neben dem alten Rathaus befindet sich das bekannte Rex Hotel Saigon. Während des Vietnamkriegs fanden hier die täglichen Pressekonferenzen des US-Militärs statt, die von Journalisten spöttisch als „Five O’Clock Follies“ bezeichnet wurden. Heute ist das Rex Hotel ein traditionsreiches Luxushotel mit einer bekannten Rooftop-Bar. Nur ca. 200 Meter entfernt, gibt es mit der Above Sky Bar eine weitere elegante Rooftop-Bar auf der 19. Etage des Liberty Central Saigon Citypoint Hotels. Von hier hat man einen 360-Grad-Rundumblick über die Skyline von Saigon. Zudem gibt es einen Infinity Pool.

Von der Nguyen Hue Walking Street sind es nur ca. 250 Meter bis zum Opernhaus an der parallel verlaufenden Dong Khoi Street.

Opernhaus an der Dong Khoi Street in Saigon
Opernhaus an der Dong Khoi Street – Bild: Falco auf Pixabay

Opernhaus & Dong Khoi Street

Nur wenige Gehminuten vom Rathaus entfernt befindet sich das Opernhaus von Saigon. Es wurde 1897 im französischen Kolonialstil erbaut und gehört zu den schönsten historischen Gebäuden der Stadt. Bekannt ist das Opernhaus auch für die „AO Show“, eine spektakuläre Mischung aus traditioneller vietnamesischer Kultur, Akrobatik und Bambuskunst.

Rund um das Opernhaus befinden sich mit dem Continental Hotel und dem Caravelle Hotel weitere bekannte Häuser aus der Geschichte Saigons. Die Saigon Saigon Rooftop Bar im 9. Stock des historischen Caravelle Hotels, direkt gegenüber dem Opernhaus, ist eine der legendärsten Bars der Stadt. Während des Vietnamkriegs war sie ein beliebter Treffpunkt internationaler Journalisten und Korrespondenten.

Vom Opernhaus folgt man der Dong Khoi Street in Richtung Notre-Dame-Kathedrale. Das sind ca. 500 Meter. Die Flaniermeile hieß während der französischen Kolonialzeit Rue Catinat und ist heute von Geschäften, Kunstgalerien, Cafés, Restaurants und Hotels gesäumt. Die Dong Khoi Street gehört zu den schönsten Straßen für einen Stadtbummel durch das historische Zentrum.

Kathedrale Notre-Dame in Ho-Chi-Minh-Stadt auf eigene Faust erkunden
Kathedrale Notre-Dame in Ho-Chi-Minh-Stadt – Bild: vietnam-lt auf Pixabay

Notre-Dame-Kathedrale & Hauptpost

Am Ende der Dong Khoi Street erreicht man die Kathedrale Notre-Dame mit ihren beiden 58 Meter hohen Türmen. Das Gotteshaus wurde zwischen 1877 und 1880 während der französischen Kolonialzeit errichtet. Sogar die roten Ziegel wurden aus Marseille importiert. Die Kathedrale wird seit einigen Jahren umfangreich restauriert, weshalb Teile des Gebäudes zeitweise eingerüstet sein können. Die Fertigstellung der Arbeiten und der vollständige Abbau der Gerüste werden für Ende 2027 erwartet.

Direkt neben der Kathedrale befindet sich das alte Hauptpostamt von Saigon. Das prächtige Kolonialgebäude gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Ho-Chi-Minh-Stadt und wird bis heute als Postamt genutzt. Sehenswert sind insbesondere die historische Schalterhalle, die alten Holzschalter und die großen Wandkarten von Saigon und Indochina. Postkarten und Briefmarken kann man direkt im Postamt kaufen und die Karten anschließend an einem der Schalter verschicken.

Unser Tipp: Direkt an der linken Seite des Postamts zweigt die Nguyen Van Binh Book Street ab. Die schattige Fußgängerzone ist von Buchläden und kleinen Open-Air-Cafés gesäumt und bietet eine entspannte Pause vom Großstadttrubel.

Wiedervereinigungspalast Ho-Chi-Minh-Stadt
Wiedervereinigungspalast – Bild: Bernd Schray auf Pixabay

Wiedervereinigungspalast & optional War Remnants Museum

Von der Kathedrale läuft man etwa 500 Meter bis zum Wiedervereinigungspalast. Der frühere Präsidentenpalast Südvietnams ist eng mit dem Ende des Vietnamkriegs verbunden. Am 30. April 1975 durchbrachen nordvietnamesische Panzer die Tore des damaligen Präsidentenpalastes. Wenig später kapitulierte die südvietnamesische Regierung. Die Bilder dieses Tages wurden zu einem Symbol für das Ende des Vietnamkriegs.

Heute kann man den Wiedervereinigungspalast besichtigen. Viele Räume befinden sich noch weitgehend im Zustand der 1970er-Jahre. Zu sehen sind unter anderem das Präsidentenbüro, Konferenz- und Empfangsräume, Kommunikationsräume und ein unterirdischer Bunker. Wer den Palast von innen besichtigen möchte, sollte dafür ausreichend Zeit einplanen.

Unser Tipp: Wer sich besonders für die Geschichte des Vietnamkriegs interessiert, könnte den Stadtbummel um das War Remnants Museum erweitern. Das Museum liegt etwa zehn Gehminuten vom Wiedervereinigungspalast entfernt und dokumentiert den Krieg aus vietnamesischer Perspektive. Einen Schwerpunkt bilden die Folgen des Krieges für die Zivilbevölkerung. Besonders eindrucksvoll und teilweise erschütternd sind die Fotoausstellungen über Agent Orange und andere Folgen des Krieges. Im Außenbereich sind unter anderem Panzer, Geschütze, Hubschrauber und Militärflugzeuge ausgestellt. Für einen Besuch würden wir mindestens eine bis anderthalb Stunden zusätzlich einplanen. Bei nur etwa fünf Stunden Freizeit in Ho-Chi-Minh-Stadt müsste man dafür andere Programmpunkte kürzen oder auslassen.

Landausflüge in Phu My auf eigene Faust
Ho Chi Minh vor dem historischen Rathaus von Ho-Chi-Minh-Stadt – Bild: Tegeler

Ben-Thanh-Markt

Vom Wiedervereinigungspalast geht es weiter zum Ben-Thanh-Markt. Das sind ca. 500 Meter. Die große Markthalle stammt aus dem Jahr 1914 und ist an ihrem markanten Uhrturm über dem Haupteingang leicht zu erkennen. Im Inneren gibt es Hunderte Stände mit Kleidung, Souvenirs, Kunsthandwerk, Lebensmitteln und vietnamesischem Streetfood. Der Markt eignet sich gut für eine Pause oder den Kauf einiger Mitbringsel. Vom Ben-Thanh-Markt läuft man etwa 15 Minuten (850 Meter) zurück zum Bitexco Financial Tower. Kreuzfahrer sollten ausreichend Zeit für den Rückweg einplanen und spätestens zur von der Reederei genannten Treffpunktzeit wieder am Busparkplatz sein.

Mekong-Delta

Das Mekong-Delta gehört zu den bekanntesten Landschaften Vietnams und ist auch ein beliebtes Ziel für Landausflüge in Phu My. Allerdings sollte man die großen Entfernungen nicht unterschätzen. Für Kreuzfahrer ist vor allem die Region um My Tho und Ben Tre interessant. My Tho gilt als eines der Tore zum Mekong-Delta und ist vom Kreuzfahrthafen je nach Liegeplatz und Verkehr etwa drei bis vier Stunden entfernt. Ein Landausflug ins Mekong-Delta dauert deshalb meist einen ganzen Kreuzfahrttag.

My Tho liegt am Tien River, einem der großen Mündungsarme des Mekong. Von hier starten die typischen Bootstouren durch das Delta. Zunächst fährt man häufig mit einem größeren Motorboot über den breiten Fluss und besucht eine der grünen Inseln zwischen My Tho und Ben Tre. Anschließend geht es mit kleinen Sampan-Holzbooten durch schmale, von Wasserpalmen gesäumte Kanäle. Gerade diese Bootsfahrt gehört für viele Besucher zu den schönsten Erlebnissen im Mekong-Delta.

Die geflochtenen Kegelhüte sind im Mekongdelta sehr verbreitet
Die geflochtenen Kegelhüte (Non La) sind im Mekong-Delta sehr verbreitet – Bild: Anne Lin auf Unsplash

Zu den Landausflügen gehören meistens auch einige kurze Besuche bei lokalen Betrieben und Familien. Typisch sind Obstgärten, Imkereien und kleine Werkstätten, in denen Kokosbonbons, Reispapier oder andere regionale Produkte hergestellt werden. Häufig werden tropische Früchte und Honigtee angeboten. Manchmal gibt es auch eine kurze Vorführung traditioneller südvietnamesischer Musik. Die genaue Zusammenstellung unterscheidet sich je nach Veranstalter.

Ein beliebter Zwischenstopp in My Tho ist die Vinh-Trang-Pagode. Die große buddhistische Tempelanlage entstand im 19. Jahrhundert und verbindet vietnamesische und andere asiatische Stilelemente mit europäischen Einflüssen. Besonders auffällig sind die großen Buddha-Statuen im weitläufigen Garten. Die Pagode lässt sich gut mit einer Bootstour auf dem Mekong verbinden.

Für einen Landausflug von Phu My ins Mekong-Delta würden wir aufgrund der langen Anfahrt einen organisierten Landausflug oder eine private Tour mit Fahrer und Reiseleiter empfehlen. Je nach Programm sollte man mit etwa zehn bis zwölf Stunden rechnen. Ein solcher Ausflug eignet sich deshalb nur für Kreuzfahrtschiffe mit entsprechend langer Liegezeit. Sonnenhut, Sonnencreme und Insektenschutz sollte man nicht vergessen. Bei den kleinen Sampan-Booten muss man zudem relativ tief ein- und aussteigen können.

Vinh Trang Pagode im Mekongdelta
Vinh Trang Pagode im Mekong-Delta – Bild: Balata Dorin–stock.adobe.com

Cu Chi Tunnels

Die Cu Chi Tunnels gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten rund um Ho-Chi-Minh-Stadt und sind auch ein mögliches Ziel für Landausflüge in Phu My. Die Tunnel liegen nordwestlich von Saigon und damit relativ weit vom Kreuzfahrthafen entfernt. Aufgrund der langen Anfahrt würden wir für einen Besuch einen organisierten Landausflug oder eine private Tour mit Fahrer empfehlen.

Das weit verzweigte Tunnelsystem entstand bereits während des Kampfes gegen die französische Kolonialmacht und wurde während des Vietnamkriegs erheblich erweitert. Mitte der 1960er-Jahre umfasste das unterirdische Netzwerk bereits rund 200 km. Die Tunnel verliefen teilweise auf drei Ebenen in bis zu zwölf Metern Tiefe. Neben schmalen Verbindungsgängen gab es Schlaf- und Aufenthaltsräume, Küchen, Lazarette, Kommandozentralen sowie Lager für Lebensmittel und Waffen. Versteckte Eingänge und getarnte Lüftungsöffnungen machten das System von außen kaum sichtbar. In den sogenannten Hoang-Cam-Küchen wurde der Rauch zudem über ein ausgeklügeltes System abgeleitet, damit die Kochstellen aus der Luft möglichst schwer zu entdecken waren.

Heute können Besucher die Tunnel an zwei verschiedenen Orten besichtigen. Die Tunnel von Ben Dinh liegen näher an Ho-Chi-Minh-Stadt und werden von den meisten organisierten Landausflügen angesteuert. Hier wurden einige Tunnel für Besucher erweitert. Die weiter entfernten Tunnel von Ben Duoc enthalten dagegen größere Teile des ursprünglichen Tunnelsystems und sind meist weniger stark besucht.

Landausflüge in Phu My zu den Cu Chi Tunneln
Cu Chi Tunnels – Bild: Arunco–stock.adobe.com

Bei einem Rundgang durch das Gelände sieht man versteckte Tunneleingänge, Belüftungsschächte, ehemalige Unterstände und Beispiele der damals eingesetzten Fallen. Wer möchte, kann auch selbst durch einen für Besucher zugänglichen Tunnelabschnitt kriechen. Die Gänge sind niedrig, eng und teilweise nur gebückt oder auf allen Vieren zu bewältigen. Wer nicht durch die engen Tunnel kriechen möchte, kann diesen Teil der Besichtigung auslassen.

Für einen Landausflug von Phu My zu den Cu Chi Tunnels sollte man aufgrund der Entfernungen einen großen Teil des Tages einplanen. Eine Kombination mit einer ausführlichen Besichtigung von Ho-Chi-Minh-Stadt würden wir bei einem normalen Hafenaufenthalt eher nicht empfehlen. Dafür sind die Fahrstrecken zu lang. Wer sich besonders für die Geschichte des Vietnamkriegs interessiert, findet mit den Cu Chi Tunnels aber eines der eindrucksvollsten Landausflugsziele der Region.

Vung Tau

Die Küstenstadt Vung Tau ist eine interessante Alternative zu einem Landausflug nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Sie liegt auf einer Halbinsel südlich von Phu My und ist vom Kreuzfahrthafen deutlich schneller erreichbar als Saigon. Je nach Liegeplatz und Verkehr dauert die Fahrt etwa eine Stunde. Vung Tau ist ein beliebter vietnamesischer Bade- und Urlaubsort mit mehreren Stränden, einer schönen Uferpromenade und zahlreichen Restaurants. Das Wahrzeichen der Stadt ist die weithin sichtbare Christ-the-King-Statue auf dem Small Mountain. Die weiße Christusstatue ist 32 Meter hoch und steht auf einem Hügel über dem Meer. Wer bis zur Statue hinauf möchte, muss mehrere hundert Stufen überwinden. Im Inneren führen weitere 133 Stufen bis zu den Schultern der Christusfigur. Von hier hat man einen herrlichen Blick über Vung Tau und die Küste.

Jesus Christ Monument in Vung Tau
Jesus Christ Monument in Vung Tau – Bild: Markus–stock.adobe.com

Ein weiteres beliebtes Ziel ist der White Palace (Bach Dinh). Die weiße Villa stammt aus der französischen Kolonialzeit und wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Sommerresidenz für den französischen Generalgouverneur Paul Doumer errichtet. Heute kann man das historische Gebäude und die Gartenanlage besichtigen.

Vung Tau besitzt mit dem Front Beach (Bai Truoc) und dem Back Beach (Bai Sau) zwei bekannte Stadtstrände. Der Front Beach liegt in einer geschützten Bucht im Zentrum und ist von einer gepflegten Uferpromenade mit Parkanlagen, Hotels und Restaurants umgeben. Zum Baden ist er weniger interessant. Dafür kann man hier schön spazieren gehen und am Abend den Sonnenuntergang genießen. Der Back Beach liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Halbinsel und ist der wichtigste Badestrand von Vung Tau. Der lange Sandstrand bietet deutlich mehr Platz und wird insbesondere an Wochenenden von vielen vietnamesischen Urlaubern besucht. Entlang der Küste gibt es Hotels, Restaurants und Strandlokale. Wer bei einem Landausflug einige Stunden am Meer verbringen möchte, ist am Back Beach besser aufgehoben.

Für einen Landausflug von Phu My nach Vung Tau würden wir etwa einen halben Tag einplanen. Wer Ho-Chi-Minh-Stadt bereits kennt oder die langen Fahrzeiten nach Saigon und ins Mekong-Delta vermeiden möchte, findet hier eine schöne Alternative. Eine Rundfahrt lässt sich gut mit der Christusstatue, dem White Palace, einem Tempel und einem kurzen Aufenthalt am Strand verbinden.

Am Strand in Vung Tau
Beach Life in Vung Tau – Bild: Bovin Wook auf Unsplash

Weitere Kreuzfahrthäfen in Asien

Weitere Hafenführer für Landausflüge in Asien auf eigene Faust: Bangkok, Busan, Chan May, Colombo, Da Nang, Ha Long, Hambantota, Hongkong, Kaohsiung, Keelung (Taipeh), Kobe, Koh Samui, Langkawi, Nha Trang, Osaka, Penang, Phuket, Phu Quoc, Port Klang (Kuala Lumpur), Shanghai, Singapur, Tokio, Yokohama

Fazit: Landausflüge in Phu My auf eigene Faust

Phu My ist kein klassischer Kreuzfahrthafen, den man einfach zu Fuß erkunden kann. Die verschiedenen Liegeplätze befinden sich in großen Industriehäfen am Thi Vai River und die interessanten Landausflugsziele liegen teilweise weit entfernt. Trotzdem bietet Phu My einige spannende Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Tag in Südvietnam.

Für Erstbesucher ist Ho-Chi-Minh-Stadt sicher die erste Wahl. Trotz der langen Anfahrt lohnt sich ein Besuch des ehemaligen Saigon mit seinen kolonialen Gebäuden, dem Wiedervereinigungspalast und den lebhaften Straßen im Distrikt 1. Wer einen Reedereitransfer „Ho-Chi-Minh-Stadt auf eigene Faust“ bucht, kann viele Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erkunden.

Deutlich mehr Fahrzeit benötigt man für einen Landausflug ins Mekong-Delta oder zu den Cu Chi Tunnels. Aufgrund der großen Entfernungen würden wir hier einen organisierten Landausflug oder eine private Tour mit Fahrer empfehlen. Eine interessante Alternative ist die Küstenstadt Vung Tau. Sie liegt wesentlich näher am Hafen und bietet mit der großen Christusstatue, dem White Palace und dem Back Beach eine schöne Mischung aus Sehenswürdigkeiten und Meer.

Für Landausflüge in Phu My auf eigene Faust ist eine gute Planung besonders wichtig. Wer die langen Fahrzeiten berücksichtigt und ausreichend Zeit für die Rückfahrt zum Schiff einplant, kann von Phu My aus einige der interessantesten Ziele im Süden Vietnams kennenlernen.

Petra auf Antigua

Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.

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