Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Danzig auf eigene Faust zusammengestellt. Die historische Hafenstadt an der polnischen Ostseeküste gehört zu den schönsten Städten des Landes. Besonders sehenswert sind die prächtigen Bürgerhäuser der Rechtstadt, die Marienkirche und das berühmte Krantor an der Mottlau. Danzig blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Hier begann 1939 mit dem deutschen Angriff auf die Westerplatte der Zweite Weltkrieg. Jahrzehnte später wurde die Stadt durch die Gewerkschaft Solidarność und Lech Wałęsa zu einem Symbol für den Widerstand gegen den Kommunismus. Große Kreuzfahrtschiffe legen meist im rund 40 km entfernten Gdynia an. Von dort kann man Danzig mit dem Zug, Taxi oder einem organisierten Transfer gut auf eigene Faust erreichen. Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer Danzig auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
📍 Liegeplatz: große Kreuzfahrtschiffe in Gdynia, kleine Schiffe auch in Danzig
🚆 Entfernung zur Innenstadt: von Gdynia knapp 40 km bis zur Danziger Rechtstadt
✨ Top-Highlights: Rechtstadt mit Langgasse, Marienkirche, Krantor und Langer Markt
🗺️ Fortbewegung: in Gdynia zu Fuß oder mit dem Bus, Taxis und Stadtbahn SKM für die Fahrt nach Danzig und zu weiteren Zielen (Sopot, Oliwa)
👀 Für Erstbesucher: Stadtbummel durch die Danziger Rechtstadt mit Marienkirche, Krantor und Mottlau
🔁 Für Wiederholer: Seebad Sopot, Dom und Park von Oliwa oder Marienburg
🏖️ Strände in Hafennähe: Stadtstrand Gdynia ca. 2,5 km
💶 Gut zu wissen: Polen ist EU-Mitglied – bezahlt wird mit Polnischem Złoty; EU-Roaming gilt.
👉 Unsere Einschätzung: Danzig gehört zu den schönsten Kreuzfahrtzielen an der Ostsee. Die Anfahrt von Gdynia kostet zwar etwas Zeit, aber die historische Rechtstadt lässt sich anschließend wunderbar auf eigene Faust zu Fuß erkunden.
Kreuzfahrthafen Danzig
Große Kreuzfahrtschiffe mit dem Reiseziel Danzig legen im Hafen der Nachbarstadt Gdynia an, etwa 40 km von der historischen Rechtstadt entfernt. Hier machen auch die Schiffe von AIDA Cruises, TUI Cruises (Mein Schiff) und MSC Cruises fest. Gdynia gehört zusammen mit Danzig und dem Seebad Sopot zur sogenannten Dreistadt.
In Gdynia nutzen Kreuzfahrtschiffe in der Regel den Nabrzeże Francuskie (Franzosenpier). Direkt neben dem Liegeplatz befindet sich das Auswanderermuseum Muzeum Emigracji in einem restaurierten historischen Terminalgebäude. Ein eigenes Kreuzfahrtterminal für die heutigen Passagiere gibt es nicht. Auch sonst ist die Infrastruktur am Liegeplatz überschaubar. Landausflugsbusse können direkt bis zur Mole fahren. Taxis stehen normalerweise am Hafen bereit. Wer Danzig auf eigene Faust besuchen möchte, kann mit dem Taxi oder über den Bahnhof Gdynia Główna mit der Stadtbahn SKM in die Innenstadt fahren.
Einige kleinere und mittelgroße Kreuzfahrtschiffe laufen dagegen direkt den Hafen von Danzig an. Sie nutzen überwiegend den Obrońców Westerplatte Quay. Weitere Liegeplätze sind der WOC II Quay und der Oliwskie Quay. Das Stadtzentrum von Danzig liegt etwa 10 km entfernt.
Landausflüge in Danzig buchen
Für den Tag in Danzig werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in Danzig findet man bei GetYourGuide* oder bei Viator*.
Mobilität in Danzig auf eigene Faust
Wie komme ich vom Hafen Gdynia nach Danzig? Das ist sicher die wichtigste Frage in diesem Hafen. Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Danzig auf eigene Faust planen. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Zielen für Landausflüge in Danzig (ab Franzosenpier in Gdynia):
- Gdynia Główna (Bahnhof): 2,2 km
- Molo Południowe: 2,3 km
- Stadtstrand Plaża Miejska: 2,5 km
- Sopot Pier: 11 km
- Dom von Oliwa: 23 km
- Westerplatte: 29 km
- Langer Markt (Danziger Rechtstadt): 39 km
- Museum KZ Stutthof: 91,9 km
- Marienburg: 93 km
Karte von Gdynia: Die Hafenstadt Gdynia ist Ziel aller größeren Kreuzfahrtschiffe mit Ziel Danzig. Direkt am Hafenausgang befindet sich eine Bushaltestelle (H). Mit dem Bus könnte man den Bahnhof der Stadtbahn SKM erreichen und nach Danzig fahren. Mögliche Ziele für einige Stunden in Gdynia auf eigene Faust sind die Molo Południowe (1) oder die Markthalle Hala Targowa (2). Gdynia verfügt auch über einen großen Ostseestrand (Palme).
Zu Fuß unterwegs
Vom Kreuzfahrthafen in Gdynia kann man einige Sehenswürdigkeiten der Hafenstadt auf eigene Faust zu Fuß erreichen. Die Markthalle Hala Targowa liegt etwa 2 km entfernt, die Südmole Molo Południowe mit ihren Museumsschiffen etwa 2,3 km und der Stadtstrand Plaża Miejska rund 2,5 km. Auch der Hauptbahnhof Gdynia Główna ist mit etwa 2,2 km noch zu Fuß erreichbar. Die Entfernungen sind allerdings relativ groß. Wer nicht so viel laufen möchte, kann die öffentlichen Busse nutzen.
Wer nach Danzig möchte, kann vom Bahnhof Gdynia Główna mit der Stadtbahn SKM in die rund 40 km entfernte Stadt fahren. Vom Bahnhof Danzig Główny erreicht man die historische Rechtstadt bequem zu Fuß. Dort liegen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nah beieinander und lassen sich gut bei einem Stadtbummel erkunden.
Shuttlebusse der Reedereien
Die Reedereien bieten in der Regel kostenpflichtige Transfers vom Kreuzfahrthafen Gdynia nach Danzig an. Bei AIDA Cruises gibt es beispielsweise einen Landausflug mit dem Titel “Danzig auf eigene Faust”. Nach einer etwa einstündigen Busfahrt werden die Gäste in der Nähe des Grünen Tors am Langen Markt abgesetzt. Anschließend stehen rund vier Stunden zur freien Verfügung, bevor der Bus zum Schiff zurückfährt. Für Kreuzfahrer ist ein solcher Transfer eine bequeme Möglichkeit. Man muss sich nicht um die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln kümmern und kann die historische Rechtstadt anschließend individuell zu Fuß entdecken.
Taxis, Uber & Co
Wer keinen geführten Landausflug gebucht hat, kann Danzig mit einem der zahlreichen Taxis erreichen. Die Fahrzeit liegt bei ca. 45 Minuten. Man sieht die lange Schlange der wartenden Taxis bereits vom Schiff aus. Offizielle Taxis sind klar zu erkennen (Dachleuchte, Stadtwappen, Taxinummer etc.) und mit Taxametern ausgestattet. An der hinteren Seitenscheibe (meist rechts) muss ein gut lesbarer Aufkleber mit den Tarifen angebracht sein. Wir beschreiben das so ausführlich, da es in Gdynia auch inoffizielle Taxis gibt. Eine gute Alternative stellt die Uber App dar. Sie offeriert verschiedene Fahrzeugoptionen. Bolt ist eine weitere etablierte Alternative in Gdynia und der gesamten Dreistadtregion.
Es gibt aber auch viele Fahrer mit Auto, die bevorzugt als Reiseführer für den Tag fungieren und auch Deutsch oder Englisch sprechen. Üblicherweise wird ein Festpreis verhandelt. Für einen Fahrer mit Fahrzeug sollte man mit etwa 30 Euro pro Stunde rechnen. Bei längeren Buchungen lässt sich häufig ein günstigerer Gesamtpreis vereinbaren. Wir haben für sieben Stunden zuletzt 140 Euro bezahlt. Die Bezahlung kann man für die Rückkehr zum Hafen vereinbaren.
Mit dem Bus durch Gdynia
Die öffentlichen Verkehrsmittel werden von der Verkehrsgesellschaft ZKM Gdynia betrieben. Die Webseite ist leider nur auf Polnisch verfügbar. Dennoch können öffentliche Busse für die Fahrt vom Hafen zum Bahnhof (SKM) interessant sein. Verlässt man den Hafenbereich, befinden sich die Bushaltestellen “Dworzec Morski – Muzeum Emigracji” direkt auf der linken Seite. Von hier fahren Busse, beispielsweise die Linie 133, zum Hauptbahnhof. Hier kann man mit der SKM günstig auf eigene Faust nach Danzig fahren.
Besonders einfach funktioniert der Ticketkauf bargeldlos über die modernen FALA-Geräte im Bus. Hält man eine Kreditkarte, ein Smartphone oder eine Smartwatch an eines der Lesegeräte, wird automatisch ein Einzelfahrschein zum Preis von 4,80 zł aktiviert. Beim Aussteigen hält man dieselbe Karte erneut an das Gerät, um die Fahrt zu beenden. Zusätzlich gibt es größere Automaten mit Touchscreen im Bus, an denen auch 75-Minuten-, Tages- oder weitere Tickets gekauft werden können. Barzahlung ist dort nicht möglich.
Mit der SKM günstig nach Danzig fahren
Ein günstiges und schnelles Fortbewegungsmittel für Landausflüge in Danzig auf eigene Faust ist die Stadtbahn SKM. Die blaugelben Züge fahren vom Bahnhof Gdynia Główna in kurzen Abständen über Sopot und Oliwa nach Gdańsk Główny. Man ist ca. 35 Minuten unterwegs. Die einfache Fahrt kostet derzeit 9,60 Złoty. Die SKM-Tickets können an Fahrkartenautomaten und an Schaltern gekauft werden. An den Fahrkartenautomaten kann man zuerst die Sprache (Deutsch, Englisch, Polnisch) auswählen. Dann gibt man das Fahrziel (Gdansk Glowny) ein, wählt das Ticket aus und bezahlt. Als Zahlungsart kann man eine Kreditkarte, eine EC-Karte oder Bargeld auswählen. Ob eine Fahrkarte vor Fahrtbeginn entwertet werden muss, hängt von der Ticketart ab. Entsprechende Hinweise findet man auf dem Fahrschein.
Am Bahnhof Gdansk Glowny angekommen, kann man die berühmten Sehenswürdigkeiten der Rechtstadt gut zu Fuß erreichen. Bis zum Langen Markt geht man ca. 1,4 km. Wer möchte, kann auf der Rückfahrt nach Gdynia in Oliwa und/oder Sopot aussteigen. In Oliwa geht man von der Bahnstation gut 1 km bis zum Dom. In Sopot könnte man durch eine Fußgängerzone ebenfalls ca. 1 km zur bekannten Seebrücke am Strand des Urlaubsortes laufen.
Radfahren in der Dreistadt
Das Fahrrad-Sharing-System in Gdynia heißt MEVO. Es ist eines der größten elektrischen Fahrradverleihsysteme Europas und deckt die gesamte Dreistadtregion (Danzig, Gdynia, Sopot) ab. Die Nutzung erfolgt über eine mobile App, die das Entsperren der Fahrräder ermöglicht. Wer den Tag in Gdynia verbringen möchte, kann ein Fahrrad gut gebrauchen. Man kann damit schöne Ostseestrände im Süden der Stadt und sogar das Seebad Sopot gut erreichen.
Highlights für Landausflüge in Danzig auf eigene Faust
Danzig gehört zu den schönsten historischen Städten an der polnischen Ostseeküste. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die prächtig restaurierte Rechtstadt mit der Langgasse, dem Langen Markt, der Marienkirche und dem berühmten Krantor an der Mottlau. Darüber hinaus erinnern das Europäische Zentrum der Solidarität und das Museum des Zweiten Weltkriegs an die bewegte Geschichte der Stadt. Auch außerhalb von Danzig gibt es interessante Ausflugsziele. Besonders beliebt sind das Seebad Sopot, der Dom von Oliwa und die mächtige Marienburg.
Karte der Dreistadt: 1. Seebad Sopot, 2. Oliwa (Vorort von Danzig), 3. Danzig Zentrum, 4. Westerplatte in Danzig (hier können kleine Kreuzfahrtschiffe anlegen). Große und größere Kreuzfahrtschiffe nutzen den Hafen von Gdynia.
Orientierung für Kreuzfahrer
Da die meisten Kreuzfahrtschiffe im rund 40 km entfernten Gdynia anlegen, sollte man sich für einen Landausflug nach Danzig auf einige Ziele konzentrieren. Die historische Rechtstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Für Ausflüge in die Umgebung benötigt man dagegen mehr Zeit und in der Regel ein Verkehrsmittel.
⭐ Für Erstbesucher: Wir würden einen Stadtbummel durch die historische Rechtstadt empfehlen. Die Langgasse, der Lange Markt mit dem Neptunbrunnen, die Marienkirche und das Krantor liegen nah beieinander. Wer genügend Zeit hat, kann zusätzlich das Bernsteinmuseum besuchen oder entlang der Mottlau spazieren.
🏛️ Für Geschichte & Kultur: Danzig bietet mit dem Europäischen Zentrum der Solidarität und dem Museum des Zweiten Weltkriegs zwei bedeutende Museen. Beide beschäftigen sich mit wichtigen Kapiteln der europäischen Geschichte. Auch die Westerplatte, wo 1939 der Zweite Weltkrieg begann, ist ein interessantes Ziel. Für einen ausführlichen Museumsbesuch sollte man ausreichend Zeit einplanen.
🌊 Für Küstenliebhaber: Das Seebad Sopot mit seiner langen Seebrücke, der Fußgängerzone und dem Sandstrand ist ein schönes Landausflugsziel. Auch Gdynia bietet mit der Südmole, den Museumsschiffen und dem Stadtstrand Möglichkeiten für einen entspannten Tag. Wer möchte, kann Sopot mit dem Dom und dem Park von Oliwa verbinden.
🔁 Für Wiederholer: Wer die Rechtstadt bereits kennt, kann sich auf die Umgebung konzentrieren. Besonders interessant ist die Marienburg, eine der größten mittelalterlichen Burganlagen Europas. Auch eine Kombination aus Sopot und Oliwa bietet sich an. Wer sich für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs interessiert, kann die Gedenkstätte Stutthof besuchen.
Stadtbummel in Gdynia
Gdynia entwickelte sich erst in den 1920er- und 1930er-Jahren zu einer Großstadt. Die Stadt entstand im Prinzip erst mit dem Bau des großen Überseehafens an der Ostsee und wirkt auf den ersten Blick grauer und trister als der Rest der Dreistadt. Trotzdem kann man hier einen schönen Landausflug verbringen und die wenigen Highlights erkunden. Leider sind die Entfernungen relativ groß. Wer nicht so weit laufen möchte, sollte sich mit den öffentlichen Bussen der Stadt auseinandersetzen oder ein Fahrrad ausleihen (s. oben). Dies sind die beliebtesten Highlights für Landausflüge in Gdynia auf eigene Faust.
Karte der Highlights von Gdynia: 1. Muzeum Emigracji w Gdyni, 2. Miejska Hala Targowa (Markthalle), 3. Sea Towers, 4. Molo Południowe, 5. ORP Błyskawica (Zerstörer), 6. Dar Pomorza (Segelschulschiff), 7. Aquarium Gdynia, 8. Plaża Miejska (Stadtstrand)
Einkaufsmeile Świętojańska-Straße
Wir starten am Schiff und laufen zunächst 1,6 km bis zum Beginn der sehr langen Einkaufsstraße Świętojańska. Diese erstreckt sich über ca. 1,5 km bis zum Rathaus. Es handelt sich um eine breite Straße mit viel Autoverkehr. Wirklich Lust auf einen Einkaufsbummel macht die Świętojańska-Straße ehrlich gesagt nicht. Wenn man ein Fahrrad hat, könnte man die Straße einmal rauf- und runterradeln.
Die Südmole
Nachdem wir ca. 250 Meter auf der Świętojańska-Straße gelaufen sind, biegen wir am Kościuszko-Platz rechts ab. Über den riesigen Platz erreichen wir bald die Molo Południowe (Südmole) mit einigen Sehenswürdigkeiten. Die 120 Meter breite und 600 Meter lange Südmole wird heute touristisch genutzt und ist das Topziel für Landausflüge in Gdynia auf eigene Faust. Hier liegen einige Museumsschiffe, darunter die Segelschiffe “Dar Pomorza” und “Dar Młodzieży”, der Zerstörer “ORP Błyskawica” oder die Galeone “Dragon”. Am Ende der Mole befindet sich das Aquarium von Gdynia, das vielleicht eine Alternative für schlechtes Wetter ist. Auf der Mole werden auch Bootsausflüge angeboten.
Stadtstrand Plaża Miejska
Von der Südmole geht man ca. 500 Meter bis zum Stadtstrand Plaża Miejska. Man geht am Yachthafen entlang. Der große Strand bietet viel Platz, ist aber trotzdem am Wochenende sehr voll. Liegen und Sonnenschirme gibt es nicht. Gastronomie und sanitäre Anlagen sind aber vorhanden. Eine schöne Promenade führt am Strand entlang in Richtung Süden. In südlicher Richtung schließen sich weitere Strände an, die im Prinzip bis Sopot reichen. Zu nennen sind zum Beispiel der Orlowo Strand oder der Redlowo Strand. Hier benötigt man aber ein Fahrrad.
Shopping in Gdynia
Die lange Świętojańska Straße haben wir bereits beschrieben. Dies ist die traditionelle Haupteinkaufsstraße Gdynias. Wer Lust hat, könnte vom Kościuszko-Platz noch ein wenig in Richtung Rathaus bummeln oder radeln. Das große Einkaufszentrum Riviera liegt für einen Stadtbummel vom Kreuzfahrthafen bereits recht weit entfernt. Hier würden wir einen Bus nehmen. Eine Alternative ist die große Markthalle Hala Targowa, die knapp 2 km vom Hafen entfernt ist. Hier gibt es neben Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch auch Kleidung und Drogerieartikel.
Stadtbummel in Danzig
Die meisten der bekannten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Gdańsk liegen in der Rechtstadt, dem ältesten und historisch bedeutendsten Stadtviertel. Hier befindet sich auch die Touristeninformation am Langen Markt. Außerhalb der Altstadt locken wichtige Museen wie das Europäische Zentrum der Solidarität und das Museum des Zweiten Weltkriegs viele Besucher an.
Karte der Highlights für einen Stadtrundgang in Danzig: 1. Bahnhof SKM Danzig Główny, 2. Bernsteinmuseum, 3. Langgasser Tor, 4. Langgasse, 5. Langer Markt, 6. Promenade an der Mottlau, 7. Kranturm, 8. Mariacka, 9. Marienkirche, 10. Museum des Zweiten Weltkriegs, 11. Europäisches Zentrum der Solidarität
Viele Kreuzfahrer fahren mit der Stadtbahn SKM von Gdynia nach Danzig und steigen am Bahnhof Gdańsk Główny aus. Von hier kann man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Danzigs bequem zu Fuß erkunden. Eine mögliche Route für einen selbstgeführten Stadtrundgang in Danzig stellen wir jetzt vor.
Bernsteinmuseum & Langgasser Tor
Das erste Ziel unseres Stadtrundgangs in Danzig könnte das nur ca. 500 Meter entfernte Bernsteinmuseum sein. Auf drei Etagen erfährt man alles über die Geschichte, Bearbeitung und Bedeutung des Bernsteins in Danzig. Die durchschnittliche Besuchsdauer liegt bei etwa 1 bis 2 Stunden, je nachdem, wie ausführlich man die Ausstellung erkunden möchte.
Wir setzen unseren Stadtrundgang fort und gehen vom Bernsteinmuseum ca. 600 Meter zum Langgasser Tor. Dieses ist auch als das Goldene Tor bekannt und ein würdiges Eingangstor zur Rechtstadt. Es ist im Stil des flämischen bzw. niederländischen Manierismus gestaltet und wirkt wie ein Triumphbogen.
💡Unser Tipp: Das Bernsteinmuseum Danzig befindet sich seit 2021 in der Großen Mühle. Diese war einst eine der größten funktionierenden Mühlen Europas.
Langgasse & Langer Markt
Nachdem wir durch das Langgasser Tor gegangen sind, stehen wir auf der Langgasse. Das ist die historische Prachtstraße der Rechtstadt. Sie verbindet das Goldene Tor mit dem Langen Markt und ist einfach wunderschön anzuschauen. In den vornehmen Bürgerhäusern sind heute Cafés, Restaurants und viele Geschäfte zuhause. Ein besonderes Highlight ist das Uphagenhaus. Dieses Gebäude ist eines der wenigen erhaltenen Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Die Langgasse endet am Rechtstädtischen Rathaus. Hier geht sie nahtlos in den Langen Markt über.
Der Lange Markt entstand im 17. Jahrhundert als Verlängerung der Langgasse. Neben den prächtigen Häusern der wohlhabenden Bürger (z.B. das Speymannhaus) stehen hier bekannte Sehenswürdigkeiten Danzigs, wie der Artushof, der Neptunbrunnen oder das Grüne Tor. Letzteres stellt die Begrenzung des Platzes zur Mottlau hin dar. Der Artushof mit seinem 350 Quadratmeter großen Saal und dem größten Kachelofen Europas ist eines der Wahrzeichen Danzigs. Hier trafen sich die Männer, die in der Stadt Rang und Namen hatten, um über Geschäfte und politische Themen zu verhandeln. Vor dem Artushof befindet sich der Neptunbrunnen von 1633. Er ist ein beliebtes Fotomotiv. Hier werden viele Selfies gemacht.
💡Unser Tipp: Hinter dem Grünen Tor eröffnet sich der Blick auf die Mottlau mit ihren historischen Speicherhäusern. Das ist einer der schönsten Fotospots Danzigs.
Mottlau & Krantor
Wir verlassen den Langen Markt durch das Grüne Tor und biegen links ab. Hier befinden wir uns an einer Promenade an der Mottlau. Im Sommer gibt es viele Stände, und es ist meist sehr belebt. Wer es etwas ruhiger mag, findet direkt am Wasser auch Anlegestellen für kleine Bootstouren auf der Mottlau – eine schöne Möglichkeit, Danzig noch einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Unser Ziel ist das etwa 350 Meter entfernte Krantor. Es gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Das Bauwerk wurde 1444 als Teil der Stadtbefestigung errichtet und nach Kriegszerstörungen wieder aufgebaut. Im Mittelalter konnten damit beachtliche Lasten bewegt werden. Im Inneren der großen Treträder schufteten Menschen, die die Kranmechanik in Bewegung setzten. Heute befindet sich im Krantor eine Zweigstelle des Nationalen Schifffahrtsmuseums.
💡Unser Tipp: Kleine private Boote legen direkt an der Promenade ab und sind oft weniger überlaufen als klassische Rundfahrten.
Sehenswürdigkeiten in der Danziger Rechtstadt: 1. Krantor, 2. Grüne Brücke, 3. Langer Markt, 4. Artushof, 5. Rathaus, 6. Langgasse, 7. Marienkirche, 8. Mariacka (Bernsteingasse)
Mariacka & Marienkirche
Jetzt gehen wir entlang der Mottlau ca. 150 Meter zurück, bis wir auf der rechten Seite das Frauentor sehen. Wir gehen durch das Tor hindurch und stehen in der Frauengasse (Mariacka). Die ist eine der stimmungsvollsten Gassen in der Rechtstadt. Typisch sind die schmalen Häuser mit erhöhten Terrassen, steinernen Treppen und reich verzierten Fassaden. Die Mariacka ist heute das Zentrum des Bernsteinschmucks in Danzig, mit zahlreichen Galerien, Werkstätten und kleinen Läden.
Am Ende der Mariacka befindet sich die gewaltige Marienkirche. Sie ist eine der drei größten Backsteinkirchen nördlich der Alpen und bietet bis zu 25.000 Gläubigen einen Platz. Das Gotteshaus kann das ganze Jahr über besichtigt werden. Ein besonderes Highlight ist der Aufstieg auf den 82 Meter hohen Glockenturm mit Aussichtspunkt, der über 402 Stufen erreicht werden kann. Der Lohn für den mühsamen Aufstieg ist eine fantastische Aussicht. Die Gebühr für den Glockenturm liegt bei ca. 20 PLN.
💡Unser Tipp: Auf den Terrassen der Mariacka wird oft noch heute kleiner Bernstein direkt verarbeitet – manchmal kann man den Handwerkern sogar kurz zusehen.
Die Marienkirche war das letzte Highlight unseres Stadtbummels in der Danziger Rechtstadt. Zurück zum Bahnhof Gdańsk Główny geht man 1,2 km. Wer noch Zeit und Energie hat, könnte sich noch zwei bekannte Museen ansehen.
Museum des Zweiten Weltkriegs & Europäisches Zentrum der Solidarität
Das Museum des Zweiten Weltkriegs ist 1,2 km von der Marienkirche entfernt. Den modernen Bau aus Stein und Glas sieht man bereits von Weitem. Die sehr eindrückliche Dauerausstellung befindet sich größtenteils etwa 14 Meter unter der Erde, umfasst rund 5.000 Quadratmeter und gehört zu den größten Weltkriegs-Ausstellungen weltweit. Eine geführte Tour dauert 3 Stunden.
Danach könnte man 1,2 km zum Europäischen Zentrum der Solidarität laufen. Es befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Leninwerft und befasst sich mit der Geschichte der polnischen Gewerkschaft Solidarność und dem Fall des Kommunismus. Das moderne Museumsgebäude mit seiner rostfarbenen Fassade erinnert in seiner Form an einen Schiffsrumpf und steht symbolisch für die Werftarbeiter. Viele werden sich an den Elektriker Lech Wałęsa erinnern. Er war von 1980 bis 1990 Vorsitzender der Gewerkschaft Solidarność und später Staatspräsident und Träger des Friedensnobelpreises. Wer weiß, ob es ohne ihn einen Fall der Mauer gegeben hätte.
💡Unser Tipp: Von der begehbaren Dachterrasse hat man einen sehr guten Blick über das ehemalige Werftgelände.
Hiermit endet unser Landausflug in Danzig auf eigene Faust. Der Bahnhof ist nur 750 Meter vom Europäischen Zentrum der Solidarität entfernt. Auf dem Rückweg nach Gdynia könnte man noch einen Stopp in Oliwa und in Sopot einplanen.
Oliwa: Kloster, Dom & Park
Im Mittelalter war der Danziger Vorort Oliwa ein wichtiger Ort für die Zisterzienser. Sie gründeten dort ein großes Kloster, dessen imposante Architektur noch heute beeindruckt. Das Kloster und der Dom zu Oliwa mit seinen berühmten Orgeln sind wichtige Sehenswürdigkeiten, die man sich anschauen sollte. Besonders die Orgelkonzerte im Dom sind bei Landausflüglern sehr beliebt. Die Termine findet man auf der Webseite der Kathedrale. In der Kathedrale von Oliwa gibt es drei Instrumente: die berühmte große Orgel, die Orgel im Querschiff und ein kleines Instrument im Bogen des Seitengangs. Diese Instrumente sind über einen gemeinsamen Spieltisch miteinander verbunden, sodass sie zusammen gespielt werden können.
Außerdem ist der Stadtteil für seine grünen Parks bekannt. Der Oliwa-Park liegt um das frühere Kloster herum und ist heute ein beliebter Ort zum Ausruhen. In Oliwa befindet sich zudem auch der Danziger Zoo. Das ikonische Hochhaus Olivia Star ist eine neue Sehenswürdigkeit und bietet einen spektakulären Ausblick aus 130 Metern Höhe. Oliwa ist ein wunderbarer Ort, um dem Trubel der Stadt zu entfliehen. Park und Dom sind vom Bahnhof der SKM zu Fuß erreichbar.
💡Unser Tipp: Der Danziger Zoo wird oft unterschätzt. Er liegt mitten im Waldgebiet und ist weniger ein klassischer Zoo und mehr ein Waldspaziergang mit Tierstationen.
Karte der Highlights von Oliwa: Vom Bahnhof der SKM kann man die Kathedrale (1) und den schönen Park (2) zu Fuß erreichen.
Ein Tag im Seebad Sopot
Sopot liegt zwischen Gdynia und Danzig an der Ostseeküste und ist ein Teil der Dreistadt. Der beliebte Urlaubsort ist bekannt für seine Strandpromenade, den wunderschönen Ostseestrand und die lange Seebrücke Molo. Die längste Seebrücke Europas erstreckt sich weit in die Ostsee. Von dort hat man einen atemberaubenden Blick auf die Küste. Sopot ist zudem für seine Architektur bekannt. Das Krzywy Domek (Krummes Haus) ist ein Gebäude mit einer verzerrten, fast märchenhaften Fassade. Zudem hat die Stadt ein lebendiges Kulturangebot mit Konzerten, Festivals oder Theateraufführungen. Das Sopot Festival ist eines der bekanntesten Musikfestivals Polens.
Sopot ist ein beliebtes Landausflugsziel. Vom nahen SKM-Bahnhof kann man sehr schön über die bekannte Einkaufsstraße Monte Cassino in Richtung Meer und Seebrücke bummeln.
💡Unser Tipp: Je weiter man sich von der Seebrücke entfernt, desto leerer wird der Strand. Schon 10–15 Minuten Fußweg machen einen großen Unterschied.
Karte für einen Tag in Sopot auf eigene Faust: 1. Seebrücke Molo und Strand, 2. Boulevard Monte Cassino, 3. Krummes Haus
Landausflüge im Umland der Dreistadt
Die weitere Umgebung der Dreistadt bietet viele interessante Landausflugsziele. Die Marienburg gehört zu den größten Backsteinburgen der Welt und ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ritter des Deutschen Ordens bauten die Festung im 13. Jahrhundert. Das KZ Stutthof befindet sich in der Nähe von Danzig. Dort inhaftierten, folterten und ermordeten die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg Tausende. Heute erinnert die Gedenkstätte an die Opfer. Sie dokumentiert die Geschichte des Holocausts.
Marienburg
Knapp 100 km vom Hafen in Gdynia entfernt, in Malbork (Marienburg), befindet sich die Festung Marienburg. Die größte Backsteinburg der Welt wurde ab 1270 von den Deutschordensrittern erbaut und besteht aus dem Hochschloss, dem Mittelschloss und der Vorburg. Aufgrund der Größe sollte für eine vollständige Besichtigung mindestens ein halber bis ganzer Tag eingeplant werden. Das Weltkulturerbe Marienburg ist ein schönes Landausflugsziel für alle, die Danzig bereits kennen.

Museum KZ Stutthof
Circa 35 km östlich von Danzig befindet sich das KZ Stutthof. An Bord werden in der Regel Landausflüge hierher angeboten. Das Lager wurde im September 1939 unmittelbar nach Beginn des Zweiten Weltkriegs gegründet und war das erste Konzentrationslager außerhalb Deutschlands. Es war berüchtigt für extreme Zwangsarbeit, Hunger und organisierte Morde. Gerade in den letzten Jahren wurden die Verbrechen im KZ Stutthof durch einige Nachfolgeprozesse in Erinnerung gerufen. Die polnische Gedenkstätte und das Museum können heute besichtigt werden.
Weitere Kreuzfahrthäfen in der Ostsee
Weitere Hafenportraits für Ihre Landausflüge in der Ostsee: Aarhus, Helsinki, Klaipeda, Kopenhagen, Riga, Stockholm, Tallinn, Visby (Gotland)
Fazit – Landausflüge in Danzig auf eigene Faust
Danzig gehört zu den schönsten Kreuzfahrtzielen an der polnischen Ostseeküste. Die historische Rechtstadt mit der Langgasse, dem Langen Markt, der Marienkirche und dem berühmten Krantor lässt sich hervorragend auf eigene Faust erkunden. Allerdings legen die großen Kreuzfahrtschiffe im rund 40 km entfernten Gdynia an. Für die Fahrt nach Danzig sollte man deshalb ausreichend Zeit einplanen.
Wer zum ersten Mal in Danzig ist, sollte unserer Meinung nach die historische Rechtstadt besuchen. Ein Stadtbummel lässt sich gut mit dem Bernsteinmuseum oder einem Spaziergang entlang der Mottlau verbinden. Wer die Stadt bereits kennt, findet mit dem Seebad Sopot, dem Dom von Oliwa und der Marienburg interessante Alternativen. Auch Gdynia selbst bietet mit der Südmole, den Museumsschiffen und dem Stadtstrand Möglichkeiten für einen individuellen Landausflug.
Für die Fahrt von Gdynia nach Danzig kommen die Stadtbahn SKM, Taxis und organisierte Transfers infrage. Die SKM ist eine preiswerte und flexible Möglichkeit, während ein direkter Transfer besonders bequem ist. Wichtig ist vor allem, genügend Zeit für die Rückfahrt zum Kreuzfahrtschiff einzuplanen.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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