Triest auf eigene Faust – Landausflüge für Kreuzfahrer

Landausflüge in Triest individuell planen – die besten Tipps für Kreuzfahrtgäste

Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Triest auf eigene Faust zusammengestellt. Die italienische Großstadt mit ca. 200.000 Einwohnern liegt an der nördlichen Adria. Die Grenze zu Slowenien und die Hafenstadt Koper sind nur wenige Kilometer entfernt. Seit große Kreuzfahrtschiffe nicht mehr durch das historische Zentrum von Venedig fahren dürfen, nutzen viele Reedereien Triest als Starthafen für Adria-Kreuzfahrten. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt im 19. Jahrhundert als Haupthafen der österreichischen Donaumonarchie. Wegen der habsburgischen Architektur wird Triest oft als „Kleines Wien am Meer“ bezeichnet. Auch die vielen Kaffeehäuser erinnern an Wien. Weitere Informationen findet man auf der offiziellen Tourismus-Website von Friaul-Julisch Venetien. Letzte Aktualisierung: August 2026

Kurz & knapp für Kreuzfahrer

Wer Triest auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.

📍 Liegeplatz: Stazione Marittima
🚶‍♂️ Entfernung zur Innenstadt: wenige Gehminuten
✨ Top-Highlights: Piazza Unità d’Italia, Canal Grande, Schloss Miramare, Molo Audace
🗺️ Fortbewegung: Triest gut zu Fuß; Busse, Taxis und Bahn für Ziele im Umland
👀 Für Erstbesucher: Spaziergang durch Triest; Schloss Miramare
🔁 Für Wiederholer: Grotta Gigante oder Ausflüge nach Slowenien
💶 Gut zu wissen: Italien ist EU- und Euro-Land. EU-Roaming gilt ohne Zusatzkosten.

👉 Unsere Einschätzung: Triest gehört zu den angenehmsten Kreuzfahrthäfen an der oberen Adria für einen Landausflug auf eigene Faust.

Kreuzfahrthafen Triest

Kreuzfahrtschiffe machen am zentralen Triest Cruise Terminal fest. Es befindet sich an der Molo dei Bersaglieri im Herzen von Triest. Viele Sehenswürdigkeiten und der Bahnhof sind zu Fuß erreichbar. Die riesige Stazione Marittima wurde in den 1920er-Jahren erbaut und wird heute auch für private Veranstaltungen und Kongresse genutzt.

Blick auf den Hafen
Blick auf den Hafen – Bild: Trieste Terminal Passeggeri

Links und rechts der traditionsreichen Stazione Marittima können zwei große Kreuzfahrtschiffe festmachen. Liegeplatz 29 ist 220 Meter lang, Liegeplatz 30 misst 240 Meter. Dank einer neuen Dalbe können inzwischen auch Schiffe mit einer Länge von bis zu 300 Metern in Triest anlegen, darunter die Mein Schiff-Flotte von TUI Cruises. Das Triest Cruise Terminal bietet alle wichtigen Dienstleistungen für Passagiere und Besatzungsmitglieder. Barrierefreie Einrichtungen sind ebenfalls vorhanden.

Wer mit dem Auto anreist, kann Parkplätze über die Webseite des Hafens buchen. Der offizielle und bewachte Parkplatz für Kreuzfahrtgäste ist der Parcheggio Molo IV (Adresse: Corso Camillo Benso Conte di Cavour 3). Man parkt dort das Auto und nutzt samt Gepäck den kostenlosen Shuttle-Service der Hafengesellschaft, der in 5 bis 10 Minuten zum Schiff fährt.

Rund 30 km westlich von Triest, in der Nähe des Flughafens, liegt die kleine Stadt Monfalcone. Dort befindet sich eine Werft von Fincantieri, in der auch Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Nach den Einschränkungen für große Kreuzfahrtschiffe in Venedig nutzt MSC Cruises den Hafen von Monfalcone als Starthafen für Kreuzfahrten in der Adria und im östlichen Mittelmeer.

Landausflüge in Triest buchen

Für den Tag in Triest werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.

Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in Triest findet man bei GetYourGuide*.

Mobilität in Triest auf eigene Faust

Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Triest auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Triest:

  • Piazza Unità d’Italia: 300 Meter
  • Canal Grande di Trieste: 650 Meter
  • Cattedrale di San Giusto Martire: 900 Meter
  • Castello San Giusto: 950 Meter
  • Triest Hauptbahnhof: 1,1 km
  • Faro della Vittoria: 4,0 km
  • Schloss Miramare: 9,0 km
  • Gestüt Lipica: 15,7 km
  • Höhlen von Postojna: 48,2 km
  • Ljubljana: 95,1 km
  • Venedig: 159 km
Karte des Kreuzfahrthafens und der Sehenswürdigkeiten in Triest
Karte von Triest mit dem Kreuzfahrthafen – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Triest auf einen Blick (Karte): 1. Piazza dell’Unita d’Italia, 2. Canal Grande di Trieste, 3. Cattedrale di San Giusto Martire, 4. Castello San Giusto, 5. Molo Audace, 6. Teatro Romano di Trieste. Oben befindet sich der Bahnhof.

Zu Fuß unterwegs

Der Kreuzfahrthafen liegt sehr zentral. Wer möchte, kann das historische Stadtzentrum von Triest bequem zu Fuß erkunden. Die Entfernungen sind überschaubar. Lediglich rund um den Hügel San Giusto muss man einige Steigungen bewältigen.

Shuttlebusse der Reedereien

Aufgrund der zentralen Lage des Kreuzfahrtterminals gibt es in Triest meist keine Shuttlebusse der Reedereien oder des Hafens.

Stadtrundfahrten in Triest

Die HopTour (hoptour.it) ist eine Stadtrundfahrt, die in Kooperation mit Trieste Trasporti angeboten wird. Die Rundfahrt beginnt in Hafennähe und beinhaltet 13 Stopps. Der Name „HopTour“ kann etwas irreführend wirken, da es sich um eine klassische Stadtrundfahrt handelt. Der Bus fährt eine Stunde und 15 Minuten durch das Stadtzentrum und dann weiter die Küste entlang bis zum Castello di Miramare. Los geht es täglich um 10 Uhr, 12.15 Uhr, 14 Uhr, 15.45 Uhr und 17.30 Uhr an der Molo Audace. Am Wochenende gibt es noch mehr Abfahrten. Der Fahrpreis liegt bei 17 Euro. Hier eine Karte der Route. An Bord des Busses gibt es WLAN und einen Audioguide.

Die HopTour ist eine gute Möglichkeit für Kreuzfahrer, die nicht so gut zu Fuß sind und Triest bequem bei einer Stadtrundfahrt kennenlernen möchten. Als klassischer Hop-on-Hop-off-Bus eignet sie sich dagegen weniger, da die Abstände zwischen den einzelnen Fahrten relativ groß sind. Man kann die HopTour auch für die Fahrt zum Schloss Miramare nutzen. Wer dort aussteigt, muss unter der Woche allerdings mit einer längeren Wartezeit auf den nächsten Bus rechnen. Für die Rückfahrt ins Zentrum ist deshalb die reguläre Buslinie 6 eine gute Alternative. Sie fährt deutlich häufiger und kostet nur rund 1,55 Euro.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die öffentlichen Verkehrsmittel werden von Trieste Trasporti betrieben. Dazu gehören insbesondere öffentliche Busse, die ein gutes Verkehrsmittel für Landausflüge in Triest sind. Der Bus Nr. 6 fährt zum Beispiel von der Piazza Libertà am Bahnhof nach Barcola und bis zum Schloss Miramare.

AIDA Kussmund in Triest
AIDA Kussmund in Triest – Bild: acrogame – stock.adobe.com

Die Tickets kauft man an Vorverkaufsstellen (Tabaccheria), über die App von Trieste Trasporti oder kontaktlos im Bus. In allen Bussen gibt es elektronische Lesegeräte, an denen man mit Kreditkarte, Smartphone oder einem anderen kontaktlosen Zahlungsmittel bezahlen kann. Seit Juli 2026 können mit einem Zahlungsmittel gleichzeitig Fahrkarten für bis zu zehn Personen gekauft werden.

Die historische Tram von Opicina (Linie 2) verbindet das Zentrum von Triest mit Opicina auf der Karst-Hochebene. Die gut 5 km lange Schmalspurbahn ist wegen ihrer besonderen Technik und der schönen Strecke selbst eine kleine Sehenswürdigkeit. Nach einer längeren Unterbrechung fährt sie seit Juli 2026 wieder. Der innerstädtische Endpunkt befindet sich derzeit an der Piazza Dalmazia und nicht wie früher an der Piazza Oberdan. Da es in der Vergangenheit immer wieder zu Unterbrechungen kam, würden wir den aktuellen Betrieb vor einem geplanten Landausflug überprüfen.

Und auch Fähren gehören zum öffentlichen Nahverkehr in Triest. Es gibt Fährverbindungen nach Barcola, Sistiana und Grado (saisonal).

Uferpromenade in Triest
Uferpromenade in Triest – Bild: iStock.com/boerescul

Die Bahn

Vom Hauptbahnhof Trieste Centrale gibt es regionale und internationale Zugverbindungen. Auch das Schloss Miramare kann man mit dem Zug erreichen. Die Regionalzüge benötigen von Trieste Centrale weniger als zehn Minuten bis zum Bahnhof Miramare. Von dort sind es nur ca. 150 Meter bis zu einem Seiteneingang des Schlossparks und anschließend noch etwa 500 Meter durch den Park bis zum Schloss. Die Züge fahren allerdings nur einige Male am Tag. Für Kreuzfahrer ist die häufig fahrende Buslinie 6 deshalb meist flexibler. Weitere Informationen und Fahrpläne findet man bei Trenitalia.

Taxi, Uber & Co

Radio Taxi Trieste (radiotaxitrieste.it) ist die größte Taxizentrale der Region und verfügt auch über eine eigene App. Die Fahrten im Stadtgebiet werden per Taxameter abgerechnet. Für bestimmte Strecken gibt es Festpreise. So kostet die Fahrt zwischen dem zentralen Stadtgebiet und dem Flughafen Triest derzeit 60 Euro inklusive Zuschlägen.

Uber ist in Triest verfügbar. Die klassischen günstigen Uber-Tarife, die man aus vielen anderen Ländern kennt, gibt es hier allerdings nicht. Über die Uber-App kann man unter anderem lokale Taxis bestellen. Ein Vorteil für ausländische Kreuzfahrer ist, dass man das Ziel direkt in der App eingibt und den Fahrer auf der Karte verfolgen kann. Sprachprobleme spielen dadurch kaum eine Rolle. Eine Alternative ist die italienische Taxi-App itTaxi, die auch in Triest verfügbar ist. Darüber kann man ein lokales Taxi bestellen, die Anfahrt auf der Karte verfolgen und die Fahrt über die App bezahlen.

Kreuzfahrtschiff von TUI Cruise in Triest
Adria Kreuzfahrten von TUI Cruises beginnen in Triest – Bild: Victor–stock.adobe.com

Mietwagen in Triest

In Triest gibt es mehrere internationale Autovermieter. Avis hat eine Station an der Molo dei Bersaglieri im Hafenbereich. Weitere Mietwagenstationen befinden sich rund um den Hauptbahnhof, ca. 1,1 km vom Kreuzfahrtterminal entfernt. Für Triest selbst lohnt sich ein Mietwagen unserer Meinung nach nicht. Interessant kann er für individuelle Landausflüge ins Karstgebiet oder nach Slowenien sein. Wer mit dem Mietwagen die Grenze nach Slowenien überqueren möchte, sollte dies bei der Buchung angeben. Je nach Vermieter können dafür zusätzliche Gebühren anfallen.

Highlights für Landausflüge in Triest auf eigene Faust

Triest war in der Vergangenheit ein wichtiger Handelshafen des österreichischen Kaiserreiches. Der österreichische Einfluss ist auch mehr als hundert Jahre nach dem Ende des Habsburgerreiches deutlich zu spüren. Er zeigt sich in der Architektur und in den schönen Kaffeehäusern der Stadt. Triest ist bekannt für seine eleganten Gebäude im neoklassizistischen Stil, die zahlreichen Plätze und die berühmte Uferpromenade. Auch im Umland gibt es interessante Landausflugsziele. Dazu gehören insbesondere das Castello di Miramare und die Grotta Gigante. Durch die Nähe zu Slowenien sind zudem Ziele wie das Gestüt Lipica oder die Höhlen von Postojna erreichbar.

Anlegen in Triest
Anlegen in Triest – Bild: wurliburli auf Pixabay

Orientierung für Kreuzfahrer

Triest ist ein sehr einfacher Hafen für Landausflüge auf eigene Faust. Das historische Zentrum beginnt praktisch am Kreuzfahrtterminal und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Auch das Schloss Miramare ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln einfach erreichbar. Für weiter entfernte Ziele in Slowenien muss man dagegen mehr Zeit einplanen.

⭐ Für Erstbesucher: Bei einem ersten Besuch würden wir zunächst Triest zu Fuß erkunden. Die Piazza Unità d’Italia, die Molo Audace, der Canal Grande und der Hügel San Giusto lassen sich gut zu einem Stadtbummel verbinden. Wer ausreichend Zeit hat, kann anschließend noch zum Schloss Miramare fahren.

🏰 Schloss Miramare: Das Castello di Miramare gehört für uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten rund um Triest. Es liegt nur etwa 9 km vom Hafen entfernt und ist mit der Buslinie 6 oder mit dem Zug erreichbar. Wer Triest bereits kennt, könnte auch direkt zum Schloss fahren und sich mehr Zeit für das Gebäude und den weitläufigen Park nehmen.

🌿 Karst & Höhlen: Die Grotta Gigante ist eine interessante Alternative für Wiederholer und Naturliebhaber. Man erreicht sie auch mit dem Bus, muss bei der Besichtigung allerdings rund 500 Stufen hinab- und wieder hinaufsteigen.

🇸🇮 Slowenien: Die slowenische Hafenstadt Koper liegt nur etwa 25 km von Triest entfernt und ist selbst ein beliebter Kreuzfahrthafen. Die kompakte Altstadt kann man gut auf eigene Faust erkunden. Weitere bekannte Ziele in Slowenien sind das Gestüt Lipica und die Höhlen von Postojna. Aufgrund der größeren Entfernung würden wir für Postojna einen Mietwagen oder einen organisierten Landausflug bevorzugen.

Ein Stadtbummel in Triest auf eigene Faust

Triest ist eine sehr angenehme Stadt für einen Stadtbummel auf eigene Faust. Das Kreuzfahrtterminal liegt direkt am historischen Zentrum, sodass man unmittelbar nach Verlassen des Schiffes loslaufen kann. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und lassen sich gut zu Fuß erreichen. Lediglich für den Hügel San Giusto muss man einige Steigungen einplanen.

Karte der Highlights für einen Stadtbummel in Triest
Karte der Highlights für einen Stadtbummel in Triest – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Triest: 1. Piazza dell’Unità d’Italia, 2. Caffè degli Specchi, 3. Molo Audace, 4. Canal Grande, 5. Kirche der Dreifaltigkeit und des Hl. Spyridon, 6. Teatro Romano di Trieste, 7. Cattedrale di San Giusto Martire, 8. Castello di San Giusto

Piazza Unità d’Italia & Molo Audace

Die Piazza Unità d’Italia ist der zentrale Platz von Triest und liegt nur wenige Schritte vom Kreuzfahrthafen entfernt. Der große Platz öffnet sich auf einer Seite direkt zum Meer und wird auf den anderen Seiten von prächtigen Gebäuden aus der österreichisch-ungarischen Zeit eingerahmt. Besonders auffällig sind das Rathaus mit seinem Uhrenturm, der Palazzo del Governo und der ehemalige Palazzo del Lloyd Triestino. Vor dem Rathaus steht die Fontana dei Quattro Continenti aus dem 18. Jahrhundert. Die Figuren des Brunnens symbolisieren Europa, Asien, Afrika und Amerika, die damals bekannten Kontinente. Der Brunnen erinnert zugleich an die Bedeutung Triests als Freihafen und Handelsstadt. Ebenfalls auf dem Platz befindet sich das traditionsreiche Caffè degli Specchi.

Für Kreuzfahrer ist die Piazza Unità d’Italia der ideale Ausgangspunkt für einen Stadtbummel. Vom Kreuzfahrtterminal läuft man nur wenige Minuten hierher. Zum Meer hin hat man einen schönen Blick über den Golf von Triest und auf die Molo Audace, die direkt im Anschluss unser nächstes Ziel ist.

Piazza Unità d'Italia öffnet sich zum Meer
Die Piazza Unità d’Italia öffnet sich zum Meer – Bild: Etna ·REC Attivo–stock.adobe.com/

Direkt vor der Piazza Unità d’Italia ragt die 246 Meter lange Molo Audace ins Meer. Die Mole wurde zwischen 1743 und 1751 auf dem Wrack des gesunkenen Schiffes San Carlo errichtet und hieß deshalb ursprünglich Molo San Carlo. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1922 zur Erinnerung an den Zerstörer Audace, der hier am 3. November 1918 als erstes Schiff der italienischen Marine in Triest anlegte. Heute ist die Molo Audace eine beliebte Promenade. Wir würden auf jeden Fall bis zur Spitze der Mole laufen. Von dort hat man einen besonders schönen Blick über den Golf von Triest und zurück auf die Piazza Unità d’Italia mit ihrer eindrucksvollen Häuserfront. An der Spitze erinnert eine bronzene Windrose an die Ankunft der Audace.

Canal Grande & Borgo Teresiano

Vom Hafen und der Piazza Unità d’Italia erreicht man nach wenigen Minuten das Borgo Teresiano mit dem Canal Grande. Das Stadtviertel entstand im 18. Jahrhundert auf ehemaligen Salinen und wurde auf Wunsch von Kaiserin Maria Theresia angelegt. Der Canal Grande führte ursprünglich weiter ins Stadtviertel hinein und ermöglichte es Handelsschiffen, ihre Waren direkt bei den Lagerhäusern zu löschen. Heute liegen kleine Boote im Kanal und an den Ufern gibt es Cafés und Restaurants. Besonders schön ist der Blick vom Meer in Richtung Sant’Antonio Nuovo, der größten Kirche von Triest. Nicht weit entfernt steht die serbisch-orthodoxe Kirche San Spiridione mit ihren markanten blauen Kuppeln.

Über den Canal Grande führt die Ponte Rosso. Hier steht eine lebensgroße Statue des irischen Schriftstellers James Joyce, der viele Jahre in Triest lebte. Wir finden den Canal Grande besonders schön für eine kleine Pause während des Stadtbummels. Rund um den Kanal kann man etwas trinken oder einfach eine Weile das Treiben beobachten.

Canal Grande in Triest
Canal Grande in Triest – Bild: George Bullock auf Unsplash

Teatro Romano & Hügel San Giusto

Das antike römische Theater im Stadtzentrum wurde 1938 freigelegt und ist heute frei zugänglich. Es liegt am Hang und diente in der Antike für Schauspielaufführungen, Reden und öffentliche Veranstaltungen. Etwa 3.000 Besucher fanden hier einen Sitzplatz. In diesem Teil der Stadt gibt es einige Steigungen.

Vom Teatro Romano geht es hinauf auf den Hügel San Giusto. Hier befinden sich mit der Cattedrale di San Giusto und dem Castello di San Giusto zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Triest. Für den etwa 500 Meter langen Weg bergauf sollte man etwas mehr Zeit einplanen. Es gibt mehrere Wege auf den Hügel.

Cattedrale di San Giusto & Castello di San Giusto

Diese beiden Sehenswürdigkeiten liegen direkt nebeneinander auf dem Hügel San Giusto. Die Cattedrale di San Giusto ist die Hauptkirche (Dom) von Triest. Sie entstand durch den Zusammenschluss zweier Kirchen im 14. Jahrhundert und ist ein Mix aus romanischer und gotischer Architektur. Die Mosaike im Apsisbereich stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Den Campanile (Glockenturm) kann man gegen eine Gebühr von 2 Euro besteigen. Die Aussicht über Triest lohnt sich.

Direkt neben der Kathedrale befindet sich das Castello di San Giusto. Der Bau der Festung begann im 15. Jahrhundert und wurde in den folgenden Jahrhunderten erweitert. Von den Mauern und Bastionen hat man einen schönen Blick über Triest und den Golf. Im Inneren befindet sich heute ein Museum mit historischen Räumen und einer umfangreichen Waffensammlung. Der Eintritt liegt derzeit bei 7 Euro.

Blick in die Cattedrale di San Giusto
Blick in die Cattedrale di San Giusto – Bild: Gerhard Bögner auf Pixabay

Jetzt hat man bereits die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gesehen und kann den Rückweg zum Schiff antreten. Nach ca. 800 Metern erreicht man wieder das Caffè degli Specchi an der Piazza Unità d’Italia. Zu einem Landausflug in Triest gehört ein Kaffeehausbesuch dazu. Im Sommer würden wir vorab reservieren.

Landausflüge im Umland

Auch im Umland von Triest gibt es interessante Ziele für einen Landausflug. Besonders einfach erreicht man das Castello di Miramare und die Grotta Gigante. Durch die Nähe zur slowenischen Grenze kommen außerdem Ziele wie Koper, das Gestüt Lipica oder die Höhlen von Postojna infrage. Viele davon haben wir bereits ausführlich in unserem Hafenportrait von Koper beschrieben.

Bei längeren Liegezeiten sind auch Landausflüge nach Istrien in Kroatien möglich. Selbst Venedig wird von einigen Reedereien als Landausflug ab Triest angeboten. Die Fahrt dauert allerdings gut zwei Stunden pro Strecke, sodass man dafür einen ganzen Tag einplanen muss. Hier ein Überblick über die wichtigsten Landausflugsziele im Umland von Triest.

Karte der Landausflugsziele im Umland von Triest
Karte der Landausflugsziele im Umland von Triest – © mapz.com – Map Data: OpenStreetMap OdbL

Karte der Landausflugsziele im Umland von Triest: 1. Castello di Miramare, 2. Grotta Gigante, 3. Faro della Vittoria, 4. Höhlen von Postojna, 5. Höhlenburg Predjama, 6. Gestüt Lipica, 7. Koper (Kreuzfahrthafen in Slowenien)

Schloss Miramare

Das märchenhafte Castello di Miramare liegt ca. 9 km nordwestlich vom Hafen und ist ein Topziel für Landausflüge in Triest. Besonders einfach erreicht man das Schloss mit der Buslinie 6, die vom Stadtzentrum bis nach Grignano fährt. Von der Endhaltestelle läuft man noch etwa 200 Meter bis zum Schlosspark und anschließend rund 350 Meter durch den Park bis zum Schloss. Alternativ kann man von Trieste Centrale mit dem Zug bis Miramare fahren. Die Züge fahren allerdings deutlich seltener als der Bus.

Das Castello di Miramare liegt auf einem Felsvorsprung direkt über dem Meer und ist von einem weitläufigen Schlosspark umgeben. Es wurde 1860 fertiggestellt und diente Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich und seiner Frau Charlotte von Belgien als privater Wohnsitz. Lange konnte der Schwager von Kaiserin Sissi das traumhafte Schloss aber nicht genießen. Er wurde wenige Jahre später Kaiser von Mexiko und 1867 nach seiner Gefangennahme erschossen. Heute kann man die historischen Wohnräume mit einem großen Teil der ursprünglichen Einrichtung aus dem 19. Jahrhundert besichtigen.

Das Castello di Miramare ist ein beliebtes Landausflugsziel
Landausflug zum Castello di Miramare – Bild: Gerhard Bögner auf Pixabay

Der rund 22 Hektar große Schlosspark kann kostenlos besucht werden. Wer das Schloss nicht von innen besichtigen möchte, kann deshalb auch nur durch den Park spazieren und die Ausblicke auf das Meer genießen.

Faro della Vittoria

Der sehenswerte Faro della Vittoria liegt knapp 4 km nordwestlich von Triest auf dem Hügel von Gretta. Der monumentale Leuchtturm ist knapp 68 Meter hoch und wurde 1927 eingeweiht. Er dient bis heute als Seezeichen und erinnert gleichzeitig an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Seeleute. Von oben hat man einen schönen Blick über Triest und den Golf. Der Besuch ist kostenlos, die Öffnungszeiten sind allerdings stark eingeschränkt und saisonabhängig. In der Saison ist der Leuchtturm je nach Monat nur an bestimmten Wochentagen geöffnet. Maximal 15 Besucher dürfen gleichzeitig in den Turm. Bei schlechtem Wetter kann der Faro geschlossen werden. Wir würden deshalb vor einem geplanten Besuch unbedingt die aktuellen Öffnungszeiten prüfen.

Grotta Gigante

Die Grotta Gigante ist eine der größten touristisch erschlossenen Höhlen der Welt und bereits seit 1908 für Besucher geöffnet. Der größte unterirdische Besuchersaal ist 167 Meter lang, 98 Meter hoch und 76 Meter breit. Zu sehen sind zahlreiche Tropfsteine und gewaltige Höhlenräume. Die Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich und dauert etwa eine Stunde. Dabei geht man rund 500 Stufen hinab und anschließend wieder 500 Stufen hinauf. In der Höhle herrschen ganzjährig etwa 11 °C. Eine Reservierung ist erforderlich und sollte möglichst einige Tage vorher erfolgen. Erwachsene zahlen derzeit 15 Euro Eintritt. Vom Zentrum von Triest erreicht man die Grotta Gigante auf eigene Faust mit der Buslinie 42. Die Fahrt dauert etwa 35 Minuten.

Lipizzaner in Lipica in Slowenien
In Lipica werden Lipizzaner gezüchtet – Bild: Siggy Nowak auf Pixabay

Landausflüge nach Slowenien

Triest liegt unmittelbar an der slowenischen Grenze. Die slowenische Hafenstadt Koper ist nur ca. 25 km entfernt und selbst ein beliebter Kreuzfahrthafen. Deshalb gibt es einige Überschneidungen im Landausflugsprogramm der beiden Häfen. Auch von Triest aus kann man bekannte Landausflugsziele in Slowenien erreichen. Dazu gehören insbesondere das Gestüt Lipica sowie die Tropfsteinhöhlen von Postojna und Škocjan. Auch die Hauptstadt Ljubljana kommt bei einem längeren Hafentag als Tagesausflug infrage.

Italien und Slowenien gehören beide zur EU und zum Schengenraum. Trotzdem kann es zeitweise Grenzkontrollen geben. Man sollte deshalb bei einem Landausflug nach Slowenien einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mitnehmen und etwas Zeit für mögliche Kontrollen einplanen. Ausführliche Beschreibungen der Landausflugsziele gibt es in unserem Hafenportrait von Koper.

Weitere Kreuzfahrthäfen in der Adria

Unsere Hafenportraits für Ihre Landausflüge in der Adria: Bari, Brindisi, Dubrovnik, Koper, Korfu, Kotor, Split, Venedig, Zadar

Fazit: Landausflüge in Triest auf eigene Faust

Triest eignet sich sehr gut für einen Landausflug auf eigene Faust. Das Kreuzfahrtterminal liegt direkt am historischen Zentrum und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind bequem zu Fuß erreichbar. Auch das Schloss Miramare kann man mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen. Für weiter entfernte Ziele im Karst und in Slowenien kommen ein Mietwagen oder ein organisierter Landausflug infrage.

Wer zum ersten Mal in Triest ist, sollte unserer Meinung nach zunächst die Stadt zu Fuß erkunden. Bei einem längeren Aufenthalt würden wir den Stadtbummel mit einem Besuch des Schlosses Miramare verbinden. Wer Triest bereits kennt, findet mit der Grotta Gigante, dem Gestüt Lipica oder den Höhlen von Postojna interessante Ziele im Umland. Insgesamt gehört Triest für uns zu den angenehmsten Kreuzfahrthäfen an der Adria für einen Landausflug auf eigene Faust.

Über mich. Petra auf dem Preikestolen

Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.

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