Hier haben wir Informationen für Landausflüge in Cherbourg auf eigene Faust zusammengestellt. Cherbourg liegt an der Nordküste der Normandie auf der Halbinsel Cotentin und zählt zu den bedeutenden Kreuzfahrthäfen Frankreichs. Durch seine Lage am Ärmelkanal ist Cherbourg seit jeher ein wichtiger Standort der französischen Marine und verfügt zusätzlich über einen großen Industriehafen sowie eine moderne Marina. Besonders bekannt wurde die Stadt als bedeutender Hafen der Transatlantikliner auf dem Weg nach New York. So machte auch die Titanic hier Station und berühmte Passagiere wie John Jacob Astor IV oder “The Unsinkable” Molly Brown gingen an Bord. Das ehemalige Transatlantik-Terminal wurde restauriert und ist heute Teil des Museums Cité de la Mer, an dem auch moderne Kreuzfahrtschiffe anlegen. Weitere Informationen findet man bei Cotentin Unique by Nature. Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer Cherbourg auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
📍 Liegeplatz: Quai de France am Gare Maritime Transatlantique
🚆 Entfernung zur Innenstadt: gut 1 km.
✨ Highlights in Cherbourg: Cité de la Mer, Altstadt, Fort du Roule
🏖️ Strände: Plage d’Urville-Nacqueville (ca. 14 km)
🗺️ Highlights im Umland: Halbinsel Cotentin, D-Day-Strände, Mont-Saint-Michel
🚗 Fortbewegung: Stadtbummel zu Fuß; Busse, Taxis und Mietwagen
⭐ Für Erstbesucher: Cité de la Mer und Stadtbummel durch Cherbourg
💶 Gut zu wissen: Euro, EU-Roaming; Vorsicht vor Mobilfunknetzen der Kanalinseln
👉 Unsere Einschätzung: Cherbourg ist ein unkomplizierter Kreuzfahrthafen. Die Cité de la Mer liegt direkt am Terminal und auch die Innenstadt ist gut zu Fuß erreichbar. Wir würden bei einem ersten Besuch in Cherbourg bleiben. Wer den Mont-Saint-Michel besuchen möchte, sollte wegen der langen Anfahrt einen ganzen Tag dafür einplanen.
Kreuzfahrthafen Cherbourg
Kreuzfahrtschiffe machen heute am Quai de France direkt an der traditionsreichen Gare Maritime Transatlantique de Cherbourg fest. Das Gebäude wurde 1933 für die großen Transatlantikliner im Stil des Art déco gebaut. Auch die berühmte SS Normandie legte hier auf ihren Atlantikreisen an. Das riesige Terminal ist 240 Meter lang und 60 Meter breit. Es gibt große Fensterfronten und ein repräsentatives Eingangsportal.
Das Gare Maritime Transatlantique de Cherbourg wurde renoviert und 2002 wiedereröffnet. Da heutige Kreuzfahrtschiffe nicht so viel Platz benötigen, wird ein großer Teil des riesigen Terminals vom Museum La Cité de la Mer genutzt. Die Highlights sind die Titanic-Ausstellung und das erste französische Atom-U-Boot, Le Redoutable. Weitere Informationen findet man auf der Webseite des Cherbourg Cruise Terminal.
Vom Schiff gelangt man über einen überdachten Fußgängerweg direkt zum Kreuzfahrtterminal. Hier gibt es eine Touristeninformation, kostenloses WLAN, einen kleinen Souvenirladen und sanitäre Einrichtungen. Auch Taxis und Shuttlebusse stehen je nach Schiffsanlauf zur Verfügung. Die Innenstadt ist gut 1 km entfernt und kann bequem zu Fuß erreicht werden.
Vor Cherbourg erstreckt sich eine der größten künstlich geschützten Reeden der Welt. Die gewaltigen Wellenbrecher wurden seit dem 18. Jahrhundert errichtet, um den Hafen und die französische Marine vor Angriffen und dem rauen Ärmelkanal zu schützen. Bei der Ein- und Ausfahrt mit dem Kreuzfahrtschiff sieht man die langen Steinmauern und mehrere historische Seefestungen, darunter das Fort de l’Ouest. Besonders vom Außendeck hat man einen guten Blick auf diese beeindruckenden Hafenanlagen.
Landausflüge in Cherbourg buchen
Für den Tag in Cherbourg-en-Cotentin werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
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Mobilität in Cherbourg auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in Cherbourg auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Cherbourg:
- Cité de la Mer: 100 Meter
- Musée Thomas-Henry: 1,3 km
- Basilique Sainte-Trinité: 1,2 km
- Château des Ravalet: 6,3 km
- Plage d’Urville Nacqueville: 14,2 km
- Barfleur: 30,2 km
- Saint-Vaast-La-Houge: 33,1 km
- Cap de la Hague: 33,9 km
- D-Day Beach: 92 km
- Bayeux: 101 km
- Klosterfelsen Mont-Saint-Michel: 173 km
Karte des Kreuzfahrthafens von Cherbourg: 1. Kreuzfahrtterminal, 2. Le Redoutable (U-Boot), 3. La Cité de la Mer
Zu Fuß unterwegs
Cherbourg lässt sich vom Kreuzfahrthafen aus gut zu Fuß erkunden. Vom Terminal am Quai de France läuft man etwa 15 bis 20 Minuten bis ins Stadtzentrum. Der Weg führt entlang des Hafens und ist weitgehend eben. Einen Stadtplan bekommt man im Cherbourg Cruise Terminal.
Auch die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt liegen relativ nah beieinander. Für einen Stadtbummel benötigt man deshalb keine öffentlichen Verkehrsmittel. Wer die Cité de la Mer besuchen möchte, hat es besonders einfach. Das Museum befindet sich direkt neben dem Kreuzfahrtterminal.
Shuttlebusse
Der Hafen bietet in Zusammenarbeit mit Cap Cotentin und der Touristeninformation in der Regel Shuttlebusse für Kreuzfahrer an. Die Busse verbinden das Kreuzfahrtterminal mit der Innenstadt und halten auch am Einkaufszentrum Les Eléis und am SNCF-Bahnhof. Das ist praktisch für alle, die mit der Bahn weiterfahren oder einen Mietwagen am Bahnhof übernehmen möchten.
Wir haben für den Shuttlebus 4 Euro bezahlt. Da sich Fahrzeiten und Preise je nach Schiffsanlauf ändern können, sollte man sich vor Ort über das aktuelle Angebot informieren. Ob die eigene Reederei zusätzlich einen Shuttlebus anbietet, erfährt man an Bord.
Mietwagen für Entdecker
In Cherbourg gibt es mehrere internationale Mietwagenfirmen. Direkt am Kreuzfahrtterminal sind uns keine Mietwagenstationen bekannt. Man kann aber den Shuttlebus zum Bahnhof nehmen. Hier haben Europcar und Avis Niederlassungen. Am Einkaufszentrum Les Eléis gibt es zudem eine Station von Hertz. Auch dort hält der Shuttlebus des Hafens.
Ein Mietwagen lohnt sich vor allem, wenn man die Halbinsel Cotentin mit ihren Küstenorten, Stränden und Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust erkunden möchte. Wir würden das Fahrzeug möglichst vorab reservieren und die Öffnungszeiten der Stationen beachten. Besonders bei einem kurzen Hafenaufenthalt sollte man ausreichend Zeit für die Rückgabe einplanen.
Öffentliche Busse
Das öffentliche Busnetz von Cherbourg wird von Cap Cotentin betrieben. Es umfasst acht Stadtbuslinien sowie weitere Verbindungen auf der Halbinsel Cotentin. Für Kreuzfahrer ist besonders die Linie 4 interessant. Sie verbindet die Cité de la Mer mit dem Bahnhof und weiteren Stadtteilen. In den Hauptverkehrszeiten fährt sie alle 15 Minuten. Fahrpläne und einen Routenplaner findet man auf der Webseite von Cap Cotentin.
Eine einfache Fahrt kostet 1 Euro, wenn man das Ticket vorab oder über eine App kauft. Beim Fahrer bezahlt man 1,50 Euro. Auch die kontaktlose Zahlung mit Bankkarte oder Smartphone ist möglich. Besonders praktisch ist die FAIRTIQ-App: Man startet die Fahrt vor dem Einsteigen und beendet sie am Ziel. Die App berechnet automatisch den passenden Fahrpreis. Für einen Stadtbummel benötigt man normalerweise keinen Bus, da die Innenstadt gut zu Fuß erreichbar ist.
Die Bahn in der Normandie
Regionale Züge der SNCF verbinden Cherbourg mit anderen Städten der Normandie. Für Kreuzfahrer ist besonders die direkte Verbindung nach Bayeux interessant. Die Fahrt dauert etwa 55 Minuten. Der Bahnhof von Cherbourg liegt rund 2 km vom Kreuzfahrtterminal entfernt und ist auch mit dem Hafenshuttle erreichbar.
Fahrpläne und Tickets findet man auf der Webseite der französischen Bahn SNCF. Wer einen Landausflug nach Bayeux plant, sollte die Hin- und Rückfahrt vorab prüfen und genügend Zeit für den Rückweg zum Schiff einplanen.
Taxis, Uber & Co.
Am Kreuzfahrtterminal von Cherbourg stehen normalerweise Taxis bereit. Das Taxameter (compteur) ist bei regulären Taxifahrten vorgeschrieben. Die Tarife werden von der Präfektur des Départements festgelegt. Die Fahrt in Richtung Zentrum und Bahnhof kostet ca. 10 bis 15 Euro. Für längere Landausflüge auf der Halbinsel Cotentin kann man auch einen Fahrer vorab buchen und den Fahrpreis vereinbaren.
In Cherbourg sind inzwischen auch Bolt und Uber vertreten. Über die Uber-App kann man unter anderem im benachbarten Tourlaville örtliche Taxis bestellen. Allerdings dürfte die Fahrzeugauswahl deutlich kleiner sein als in Großstädten. Auf eine kurzfristige Verfügbarkeit würden wir uns deshalb nicht verlassen.
Eine Alternative sind lokale Taxiunternehmen und private Fahrdienste (VTC). Der Anbieter VTC Cotentin bietet beispielsweise Transfers und individuelle Fahrten mit vorab vereinbarten Preisen an. Für längere Landausflüge würden wir die Fahrt möglichst im Voraus reservieren und auch die Rückfahrt zum Schiff vereinbaren.
Fahrräder & E-Scooter
Cherbourg lässt sich auch gut auf eigene Faust mit dem Fahrrad erkunden. Der Verkehrsverbund Cap Cotentin bietet E-Bikes zur Kurzzeitmiete an. Eine Stunde kostet derzeit 1 Euro. Die verfügbaren Fahrräder und Stationen findet man über das Angebot von Cap Cotentin. Für eine kleine Tour entlang des Hafens oder der Küste kann ein Fahrrad eine schöne Alternative zum Stadtbummel sein. In der historischen Innenstadt würden wir dagegen eher zu Fuß gehen.
Wer lieber mit einem E-Scooter unterwegs ist, kann die Fahrzeuge von Bird nutzen. Die Roller werden über die Bird-App gefunden, freigeschaltet und bezahlt. Eine Fahrt kostet derzeit 1 Euro Startgebühr und 23 Cent pro Minute. Die Fahrzeuge müssen an ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden, die in der App angezeigt werden.
Highlights für Landausflüge in Cherbourg auf eigene Faust
Cherbourg bietet einige interessante Sehenswürdigkeiten, die man vom Kreuzfahrthafen aus gut auf eigene Faust erreichen kann. Besonders sehenswert ist die Cité de la Mer direkt am Terminal. Auch die Innenstadt mit ihren historischen Gebäuden, Geschäften und Museen lohnt einen Besuch. Wer lieber die Umgebung erkunden möchte, findet auf der Halbinsel Cotentin schöne Küstenlandschaften, kleine Hafenorte und Strände. Auch die Landungsstrände der Alliierten, Bayeux und der berühmte Mont-Saint-Michel sind mögliche Ausflugsziele. Für diese Ziele muss man allerdings deutlich mehr Zeit einplanen.
Orientierung für Kreuzfahrer
Cherbourg bietet gute Möglichkeiten für individuelle Landausflüge. Wer die Stadt zum ersten Mal besucht, kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß entdecken. Für Ausflüge auf die Halbinsel Cotentin oder zu den bekannten Zielen der Normandie sollte man dagegen mehr Zeit einplanen.
⭐ Für Erstbesucher: Wir würden zunächst die Cité de la Mer direkt am Kreuzfahrtterminal besuchen und anschließend einen Stadtbummel durch Cherbourg machen. Wer sich besonders für Schifffahrt und Geschichte interessiert, kann allein im Museum mehrere Stunden verbringen.
🌊 Für Naturliebhaber: Die Halbinsel Cotentin ist für uns eines der schönsten Ausflugsziele rund um Cherbourg. Besonders reizvoll sind die Küstenlandschaften am Cap de la Hague mit dem Hafen von Goury, Port Racine und den Steilklippen von Nez de Jobourg. Für eine individuelle Rundfahrt bietet sich ein Mietwagen an.
🏘️ Für Entdecker: Die kleinen Hafenorte Barfleur und Saint-Vaast-la-Hougue sind schöne Ziele abseits der großen Sehenswürdigkeiten. Hier kann man durch die Gassen bummeln und das maritime Flair der Normandie genießen.
🏖️ Für Strandliebhaber: Bei schönem Wetter bietet sich ein Ausflug zum Sandstrand von Urville-Nacqueville an. Er liegt etwa 14 km vom Kreuzfahrthafen entfernt und eignet sich gut für einen entspannten halben Tag.
🏰 Für Geschichtsinteressierte: Bayeux mit seinem weltberühmten Teppich, der mittelalterlichen Altstadt und der Kathedrale Notre-Dame ist ein besonders interessantes Ausflugsziel. Auch die Landungsstrände der Alliierten erinnern an die Geschichte der Normandie. Bayeux ist mit der Bahn erreichbar. Für die D-Day-Strände würden wir einen Mietwagen oder einen organisierten Ausflug wählen.
⛪ Für einen Ganztagesausflug: Der Mont-Saint-Michel gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Allerdings liegt er etwa 173 km von Cherbourg entfernt. Wegen der langen Anfahrt würden wir diesen Ausflug nur bei einem ausreichend langen Hafenaufenthalt einplanen.
Stadtbummel in Cherbourg auf eigene Faust
Cherbourg ist ein fußgängerfreundlicher Hafen. Das Kreuzfahrtterminal am Quai de France ist nur gut 1 km vom Stadtzentrum entfernt. Das werden viele Landausflügler zu Fuß schaffen. Aber es gibt, wie oben beschrieben, sogar einen Shuttlebus, der zwischen dem Cruise Terminal und der Innenstadt pendelt. Ideal für einen entspannten Landausflug in Cherbourg auf eigene Faust.
Karte der Highlights für Landausflüge in Cherbourg: 1. La Cité de la Mer, 2. Fort du Roule, 3. Place Général de Gaulle, 4. Basilique Sainte-Trinité de Cherbourg, 5. Jardin public de Cherbourg, 6. Museum Thomas-Henry, 7. Les Parapluies de Cherbourg
Cité de la Mer
Bevor man sich in die Stadt aufmacht, könnte man die Cité de la Mer besuchen. Direkt am Kreuzfahrtschiff befindet sich dieses preisgekrönte Meeresmuseum. Eines der Highlights ist das begehbare französische Atom-U-Boot „Le Redoutable“. Bei einem Rundgang durch das 128 Meter lange U-Boot bekommt man einen Eindruck vom Leben der Besatzung unter Wasser. Die Titanic-Ausstellung mit originalen Fundstücken, nachgestellten Schiffsbereichen und bewegenden Passagiergeschichten ist ebenfalls sehenswert. Zudem gibt es 17 Aquarien, darunter ein großes Tiefsee-Aquarium.
Für einen vollständigen Besuch empfiehlt das Museum 4 bis 5 Stunden. Wer anschließend noch einen Stadtbummel machen möchte, könnte sich auf das U-Boot und die Titanic-Ausstellung beschränken. Dafür sollte man etwa 2 Stunden einplanen. Der Eintritt kostet derzeit 21 Euro für Erwachsene und 15 Euro für Kinder von 5 bis 17 Jahren. Kinder unter 5 Jahren dürfen das U-Boot aus Sicherheitsgründen nicht betreten.
Place du Général de Gaulle & Musée Thomas Henry
Weiter geht es zu Fuß in die Stadt. Nach ca. 800 Metern erreicht man das Büro der Touristeninformation. Wer noch Beratungsbedarf hat, könnte hier vorbeischauen. Vielleicht 200 Meter weiter befindet man sich auf der zentralen Place du Général de Gaulle. Das ist ein historischer Platz mit einem großen Brunnen. Neben dem Theater an der Ostseite des Platzes befindet sich das Musée Thomas Henry. Es gilt als eines der wichtigsten Kunstmuseen der Normandie und wurde 1831 von dem Sammler Thomas Henry gegründet. Viele Werke französischer, italienischer und niederländischer Meister können hier bestaunt werden. Vielleicht ein schönes Ziel an Regentagen.
Fort du Roule & Jardin public de Cherbourg
Wer gut zu Fuß ist, könnte jetzt ca. 2,5 km zum Fort du Roule laufen, das auf einem Hügel über der Stadt liegt. Von hier oben hat man eine wunderschöne Aussicht über Cherbourg und den Hafen. Das kleine Musée de la Libération beschäftigt sich mit Cherbourgs Befreiung von der deutschen Besatzung im Jahre 1944. Am Fuße des Berges befindet sich der schöne Jardin public de Cherbourg.
Les Parapluies de Cherbourg
Wem der Weg zum Fort du Roule zu weit erscheint, könnte von der Place du Général de Gaulle durch die Einkaufsstraßen Rue du Château und Rue des Fossés in Richtung Rue du Portes laufen. Das sind ca. 400 Meter. Hier erinnert vieles an den berühmten Film “Die Regenschirme von Cherbourg” (1964) von Jacques Demy mit Catherine Deneuve.
Unter dem Namen “Le Parapluie de Cherbourg” gibt es eine Regenschirm-Manufaktur unweit der Place de Gaulle (22 Quai Alexandre III). Hier werden sehr hochwertige Regenschirme hergestellt und in alle Welt verkauft. Durch Glasscheiben kann man den Mitarbeitern bei der Herstellung der Schirme zusehen.
Sainte-Trinité de Cherbourg-en-Cotentin
Von der Rue du Port geht man noch etwa 350 Meter zur Basilique Sainte-Trinité de Cherbourg-en-Cotentin. Die gotische Kirche gehört zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Sehenswert sind unter anderem die große Rosette und das Kirchenschiff. Von hier läuft man ca. 1,2 km zurück zum Schiff.
Landausflüge in der Normandie
Auch das Umland von Cherbourg bietet viele Möglichkeiten für Landausflüge auf eigene Faust. Besonders reizvoll ist die Halbinsel Cotentin mit ihren kleinen Hafenorten, Stränden und der teilweise noch recht ursprünglichen Küstenlandschaft. Wer einen Mietwagen nimmt, kann hier eine schöne Rundfahrt unternehmen. Zu den bekanntesten Landausflugszielen der Normandie gehören außerdem der Mont-Saint-Michel, Bayeux mit seinem berühmten Teppich und die Landungsstrände der Alliierten. Diese Ziele liegen allerdings deutlich weiter entfernt. Besonders beim Mont-Saint-Michel muss man einen großen Teil des Kreuzfahrttages für die An- und Rückfahrt einplanen.
Karte der Landausflugsziele im Umland von Cherbourg: 1. Cap de la Hague, 2. Plage d’Urville Nacqueville, 3. Barfleur, 4. Saint-Vaast-la-Hougue, 5. Bayeux, 6. D-Day Beaches, 7. Le Mont-Saint-Michel
Halbinsel Cotentin
Die Halbinsel Cotentin ist an drei Seiten vom Meer umgeben und ragt weit in den Ärmelkanal hinein. Es gibt steile Felsküsten, schöne Dörfer und einen Tidenhub von stellenweise mehr als 10 Metern. Vor der Westküste der Halbinsel liegen die englischen Kanalinseln und man muss aufpassen, dass sich das Smartphone nicht in deren Netz einwählt. Man könnte die Halbinsel im Rahmen eines organisierten Landausfluges oder auf eigene Faust mit dem Mietwagen erkunden.
Plage d’Urville-Nacqueville
Das erste Ziel einer Mietwagen-Tour könnte die Plage d’Urville-Nacqueville sein, einer der schönsten Strände der Normandie. Bei schönem Wetter kann man hier einen schönen Strandtag verbringen. Die Reedereien bieten oft entsprechende Transfers an. Mit dem Mietwagen benötigt man nur ca. 20 Minuten. Bei Ebbe kann man an der Plage d’Urville-Nacqueville auch Muscheln sammeln. Hier gibt es besonders viele Herzmuscheln und Tellermuscheln.
Cap de la Hague
Weiter geht die Fahrt entlang der Küste in Richtung Cap de la Hague. Ein schöner Zwischenstopp ist Port Racine, der als einer der kleinsten Häfen Frankreichs gilt. Der winzige Fischerhafen mit seinen Booten ist ein beliebtes Fotomotiv. Wenige Kilometer weiter liegt Goury mit seinem kleinen Hafen und dem Leuchtturm Phare de Goury, der auf einem Felsen vor der Küste steht.
Von Goury geht es weiter zur Steilküste Nez de Jobourg. Die bis zu 128 Meter hohen Klippen gehören zu den höchsten in Frankreich. Bei klarer Sicht sieht man die Kanalinsel Alderney. Wer möchte, kann hier ein Stück an der Küste entlangwandern und die Aussicht genießen.
Circa 20 Minuten weiter südlich befindet sich die sehr lange Plage de Vauville. Es handelt sich um einen breiten und wilden Naturstrand an der rauen Kanalküste. Wer möchte, kann hier einen Strandspaziergang machen und bei Ebbe nach Muscheln Ausschau halten. Der Strand ist naturbelassen. Es gibt keine Strandpromenade, keine Cafés oder Restaurants in direkter Nähe. Toiletten und Duschen sind nicht vorhanden. Sehr schön ist der botanische Garten (Jardin botanique de Vauville), der vielleicht 500 Meter vom Strand entfernt ist. Wenige Kilometer weiter südlich gibt es mit der Plage de Sciotot einen ähnlichen Strand.
Barfleur: Frankreichs schönstes Fischerdorf?
Jetzt geht es etwa eine Autostunde quer über die Halbinsel nach Barfleur. Eines der „schönsten Dörfer Frankreichs“ bezaubert mit Granit, engen Gassen und urigen Häusern. Es gibt einen kleinen Fischerhafen mit traditionellen Booten. Die Spezialität des Dorfes sind die Barfleur-Miesmuscheln (moules de Barfleur). Etwas nördlich von Barfleur befindet sich die Pointe de Barfleur mit dem Leuchtturm Phare de Gatteville. Dieser ist mit einer Höhe von 75 Metern einer der höchsten Leuchttürme Europas.
Saint-Vaast-la-Hougue
Gute 10 km südlich von Barfleur lohnt der Ort Saint-Vaast-la-Hougue einen Besuch. Der Naturhafen wird durch eine vorgelagerte Insel und Festungen geschützt. Der Hafen ist bei Ebbe fast leer. Es gibt einen Tidenunterschied von bis zu 8 Metern! Saint-Vaast-la-Hougue ist ein Zentrum der Austernzucht in der Normandie. Viele Restaurants bieten frische Austernplatten.
Die vorgelagerte Gezeiteninsel Île Tatihou ist mit einem Amphibienboot erreichbar, das unabhängig vom Wasserstand verkehrt. Hier befindet sich eine Festung von Vauban, dem Festungsbaumeister Ludwig XIV. Gemeinsam mit der Festung an Land zählt die Anlage zum UNESCO-Welterbe.

Château des Ravalet
Jetzt geht es zurück in Richtung Cherbourg. Nach einer halben Stunde erreicht man Château des Ravalet. Von hier sind es weniger als 10 km bis zum Schiff. Man kann die verbleibende Zeit also gut kalkulieren und das wunderschöne Renaissance-Schloss mit weitläufigem Park besichtigen. Es liegt in einem der schönsten öffentlichen Parks in der Normandie. Eine Besichtigung des Parks ist kostenlos.
Mont-Saint-Michel
Der berühmte Mont-Saint-Michel ist ein Topziel für Landausflüge in Cherbourg auf eigene Faust. Der Klosterfelsen befindet sich gut 170 km südwestlich vom Hafen. Mit einem Mietwagen ist man etwa 2 bis 2,5 Stunden unterwegs. Für Hin- und Rückfahrt muss man also mindestens 4 bis 5 Stunden einplanen.
Alle Besucher müssen auf einem großen Besucherparkplatz parken. Die Parkgebühren richten sich nach Saison und Parkdauer. Für einen Aufenthalt von bis zu 6 Stunden bezahlt man 2026 zwischen 12 und 24 Euro. Die aktuellen Preise findet man auf der offiziellen Webseite des Mont-Saint-Michel. Vom Parkplatz kann man entweder zu Fuß gehen (ca. 2,5 km) oder den kostenlosen Shuttlebus “Le Passeur” nehmen. Die Busse fahren regelmäßig und halten etwa 350 Meter vor dem Eingang.

Die Abtei liegt auf einem Felsen, der bei besonders hoher Flut wieder vollständig vom Wasser umgeben sein kann. Über eine Brücke erreicht man das mittelalterliche Dorf mit seinen engen Gassen, Läden und Restaurants. Der Zugang zum Dorf ist kostenlos. Wer auch die berühmte Abtei auf dem Gipfel besichtigen möchte, benötigt ein Eintrittsticket. Der Eintritt kostet für Erwachsene derzeit 13 Euro von Oktober bis März und 16 Euro von April bis September. Tickets kann man vorab auf der offiziellen Webseite der Abtei kaufen.
Für den Aufstieg zur Abtei sollte man ausreichend Zeit einplanen. Es gibt viele Treppen und besonders in der Hauptsaison kann es voll werden. Für einen Besuch des Dorfes und der Abtei würden wir mindestens 2 bis 3 Stunden vorsehen. Zusammen mit der Anfahrt, dem Shuttlebus und der Rückfahrt ist das ein langer Landausflug. Wir würden den Mont-Saint-Michel deshalb nur bei einem ausreichend langen Hafenaufenthalt auf eigene Faust besuchen. Ansonsten ist ein organisierter Landausflug mit der Reederei die sicherere Wahl.
Bayeux
Bayeux ist eine mittelalterliche Stadt, die im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Zerstörungen verschont blieb. Sie ist berühmt für den „Teppich von Bayeux“ und gilt als Tor zu den D-Day-Stränden. Mit einem Mietwagen fährt man von Cherbourg etwa eine Stunde.

Der Teppich von Bayeux (Tapisserie de Bayeux) zeigt die normannische Eroberung Englands im Jahre 1066. Er ist knapp 70 Meter lang und etwa 50 cm hoch. Normalerweise wird das weltberühmte Kunstwerk im Musée de la Tapisserie de Bayeux gezeigt. Das Museum ist jedoch seit September 2025 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Der Teppich befindet sich derzeit als Leihgabe im British Museum in London, wo er bis Juli 2027 ausgestellt wird. Die Wiedereröffnung des Museums in Bayeux ist für Herbst 2027 geplant. Aktuelle Informationen findet man auf der Webseite des Bayeux Museums.
Auch ohne den berühmten Teppich lohnt sich ein Besuch der Stadt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Altstadt rund um die Kathedrale Notre-Dame. Fachwerkhäuser, Natursteinfassaden und enge Gassen bestimmen das Stadtbild. Am Stadtrand befindet sich das Musée Mémorial de la Bataille de Normandie. Hier kann man sich über die Schlacht um die Normandie (Juni bis August 1944) informieren.
D-Day-Strände
Die D-Day-Strände sind die Küstenabschnitte, an denen die Alliierten am 6. Juni 1944 (D-Day) landeten. Auf einer Länge von etwa 80 km gibt es fünf Hauptlandungsstrände: Sword Beach (Großbritannien), Juno Beach (Kanada), Gold Beach (Großbritannien), Omaha Beach (USA) und Utah Beach (USA). Entlang der Küste erinnern heute zahlreiche Museen, Gedenkstätten und ehemalige Bunker an die Landung. Seit 2026 gehören die Landungsstrände zum UNESCO-Welterbe.
Von Cherbourg aus ist der Utah Beach am schnellsten erreichbar. Hier befindet sich direkt am Strand das Musée du Débarquement Utah Beach, das an die Landung der amerikanischen Truppen erinnert. Nicht weit entfernt liegt Sainte-Mère-Église. Der Ort wurde durch die Landung amerikanischer Fallschirmjäger berühmt.
Weiter östlich liegt der Omaha Beach, an dem die amerikanischen Truppen besonders schwere Verluste erlitten. Oberhalb des Strandes befindet sich bei Colleville-sur-Mer der große amerikanische Soldatenfriedhof. An der Pointe du Hoc sind die ehemaligen deutschen Befestigungsanlagen und die Bombenkrater noch heute zu sehen.
Die Reedereien bieten häufig organisierte Landausflüge zu diesen historischen Orten an. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, kann mehrere Gedenkstätten miteinander verbinden. Wir würden uns allerdings auf zwei oder drei Ziele beschränken, damit genügend Zeit für die Besichtigungen bleibt. Besonders die Kombination aus Omaha Beach, amerikanischem Soldatenfriedhof und Pointe du Hoc bietet sich an. Wer weniger weit fahren möchte, kann den Utah Beach mit Sainte-Mère-Église verbinden.
Weitere Kreuzfahrthäfen in Westeuropa
A Coruña, Amsterdam (IJmuiden), Bilbao, Cádiz, Le Havre, Lissabon, Porto, Rotterdam, Vigo, Zeebrügge
Fazit: Landausflüge in Cherbourg auf eigene Faust
Cherbourg eignet sich gut für Landausflüge auf eigene Faust. Viele Sehenswürdigkeiten im Stadtgebiet liegen relativ nah beieinander und lassen sich problemlos zu Fuß erreichen. Wer zum ersten Mal hier ist, sollte unserer Meinung nach die Cité de la Mer besuchen und anschließend einen Stadtbummel machen.
Wer mehr von der Region sehen möchte, kann mit einem Mietwagen die Halbinsel Cotentin erkunden. Besonders lohnenswert sind das Cap de la Hague mit seiner Steilküste und die kleinen Hafenorte Barfleur und Saint-Vaast-la-Hougue. Die Plage d’Urville-Nacqueville ist eine schöne Alternative für einen Strandtag.
Auch der Mont-Saint-Michel ist ein reizvolles Ausflugsziel. Allerdings muss man mit dem Mietwagen rund 4,5 Stunden reine Fahrzeit für Hin- und Rückweg einplanen. Dazu kommt die Zeit für den Besuch. Wir würden diesen Landausflug deshalb nur bei einer entsprechend langen Liegezeit empfehlen. Wer nicht selbst fahren möchte, kann einen organisierten Landausflug der Reederei buchen.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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