Neapel auf eigene Faust

Neapel auf eigene Faust

Neapel und Vesuv

Wer sich auf einer Mittelmeer Kreuzfahrt Neapel vom Meer her nähert, wird das sich ihm darbietende Bild der Hafenstadt so schnell nicht vergessen. Hat man die Küstenlinie von Pozzuoli passiert, so zeichnen sich im Morgendunst die Silhouetten der Stadtpaläste Neapels ab, allen voran das Castel dell’Ovo, die Festungsanlage des ehemaligen Normannenschlosses.

Neapel liegt an einer traumhaften Bucht und wird vom Vulkan Vesuv überragt. Die Altstadt lässt sich leicht zu Fuß erkunden. Hauptachsen sind die Via Toledo vom Palazzo Reale zur Piazza Dante und die enge so genannte Spaccanapoli (Neapels Spalte). Deren Mittelabschnitte (Via Benedetto Croce und Via San Biagio dei Librai) wurden wegen der vielen schönen Bauten als Freilichtmuseum bezeichnet. Es gibt viel zu sehen in Neapel. Dabei ist ein Stadtführer in den engen Gassen hilfreich. In der näheren Umgebung sind der Vesuv und die vom Vulkan zerstörten antiken Städte Pompeji und Herculaneum beliebte Ziele von Landausflügen. Das gilt auch für die Insel Capri. Hier finden Sie Tipps für Ihren Landausflug in Neapel auf eigene Faust. Angebote lokaler Landausflugsveranstalter finden Sie bei Viator oder Kreuzfahrtausflüge.de.

Transport in Neapel auf eigene Faust

Stazione Marittima di Napoli

Stazione Marittima di Napoli

Der Kreuzfahrthafen Stazione Marittima liegt sehr zentral und nur wenige Gehminuten von der Piazza del Municipio, dem Castel Nuovo und der Galleria Umberto I entfernt. Man kommt also gleich im Zentrum an und kann einfach in die Stadt laufen. Wer nicht gut zu Fuß ist, findet in der Metro eine schnelle und bequeme Alternative. Die neue Haltestelle Municipio der Linie 1 befindet sich nur wenige Meter vom Kreuzfahrtterminal entfernt.

Die bekannten roten Busse der Firma City Sightseeing gibt es auch in Neapel. Die Hop-on Hop-off Busse starten hinter dem Castel Nuovo (direkt am Hafen) und fahren auf verschiedenen Routen durch die Stadt. Die Busse halten an allen Sehenswürdigkeiten. Man steigt einfach aus und fährt mit dem nächsten Bus weiter. Angesichts des oft dichten Verkehrs, ist die U-Bahn unserer Meinung nach die bessere Wahl.

Direkt neben dem Kreuzfahrtterminal starten die Fähren nach Capri. Wenn Sie auf dem Terminal kommen, sehen Sie den Anleger Molo Beverello auf der linken Seiten. Es gibt normale Fähren, die etwa 75 Minuten unterwegs sind und Schnellfähren, die nur ca. 40 Minuten benötigen. Tickets (ca. 20 Euro) kann man direkt am Schalter kaufen. Vom Hafen Marina Grande fährt eine Standseilbahn hinauf in den Ort. Fahren Sie nur bei gutem Wetter auf eigene Faust nach Capri. Bei schlechtem Wetter wird der Fährbetrieb unter Umständen im Laufe des Tages eingestellt!

Blick auf den Hafen

Blick auf den Hafen

Viele Kreuzfahrer nutzen den Tag für einen Landausflug nach Pompeji, Herculaneum und/oder zum Vesuv. Auch Sorrent und die Amalfi-Küste sind beliebte Ziele. Die bequemsten Verkehrsmittel sind Taxen, die am Hafen Tagestouren anbieten. Ein beliebter regionaler Ausflugsanbieter ist die Firma Sorrento Top Car.

Darüber hinaus, ist die Regionalbahn Ferrovia Circumvesuviana ein bequemes und vor allem günstiges Verkehrsmittel für Touristen. Die Regionalbahn fährt etwa alle 30 Minuten von Neapel nach Sorrent und hält unterwegs in Herculaneum (Haltestelle Ercolano Scavi; Fahrzeit ca. 20 Minuten) und Pompeji (Haltestelle Pompei Scavi – Villa Misteri; Fahrzeit ca. 40 Minuten). Los geht es am Hauptbahnhof Napoli Garibaldi (Stazione Centrale), der mit der U-Bahn schnell und bequem erreichbar ist. Von der U-Bahn Station Municipio am Kreuzfahrtterminal fährt man nur zwei Stationen. Bis die neue Station Duomo fertig ist, sogar nur eine. Folgen Sie am Hauptbahnhof der Beschilderung „Circumvesuviana“. Informationen zu den Fahrkarten finden Sie hier. Die Züge mit Ziel Sorrent halten immer in Pompeji und Herculaneum. Andere nicht unbedingt! Vom Bahnhof Ercolano Scavi fahren die Busse des Vesuv Express hinauf zum Gipfel des Vulkans. Bis zur den Ausgrabungen in Herculaneum geht man etwa 700 Metern. Das antike Pompeji ist nur wenige Schritte vom Bahnhof Pompei Scavi – Villa Misteri entfernt.

Tipps für Ihren Landausflug in Neapel

Castel Sant'Elmo

Castel Sant’Elmo

Der Hafen für Kreuzfahrtschiffe liegt zentral und nur wenige Gehminuten von der Piazza del Municipio mit dem Castel Nuovo entfernt. Man kann deshalb die Altstadt gut zu Fuß erkunden. Gehen Sie vorbei am Teatro di San Carlo zur Galleria Umberto I und folgen dann der via Toledo, der längsten Fußgängerzone der Stadt. Wenn Sie die Via Toledo hinuntergehen, treffen Sie auf die Standseilbahn Funicolare Centrale. Diese bringt Sie zum höhergelegenden Stadtteil Vomero. Hier gibt es weitere Shoppingmeilen (Via Scarlatti und Via Luca Giordano) und die Burg Sant‘ Elmo, die einen herrlichen Rundblick über Neapel und den Vesuv ermöglicht.

Die Altstadt wird von der Via Carbonara im Osten, der Via Toledo im Westen und der nach Norden hin abschließenden Via Foria begrenzt. Hier befindet sich das Herz des ursprünglichen Neapels. Elegante alte Stadthäuser und Paläste stehen im Kontrast mit dem morbiden Charme des Verfalls in den engen Gassen. Kleine Handwerksbetriebe, Vergolderwerkstätten und Krippenbauer haben sich in den Straßenzügen rund um die Via San Gregorio Armeno herum angesiedelt. Hier kann man die typischen Krippen von Neapel bewundern und natürlich auch erwerben. Gegenüber auf der Via Duomo erhebt sich der Dom von Neapel. Geweiht ist der Dom dem Stadtheiligen San Gennaro, dessen Gebeine in der Krypta verwahrt werden. Unter den zahlreichen Gotteshäusern dieses Stadtbezirks sind die Kirchen San Giorgio Maggiore, Santa Maria Maggiore (erbaut bereits um 530) sowie die kleine Barockkirche Santa Maria del Purgatorio ad Arco mit ihren die Fassaden zierenden Totenschädeln besonders sehenswert.

Im Norden der Stadt, ca. 4 km vom Hafen entfernt, erhebt sich der grüne Hügel Capodimonte mit dem Palast. Die herrschaftlichen Hauptgebäude gruppieren sich um drei arkadenbestandene Innenhöfe. Der Palast ist Sitz des Museums und der Galerie Capodimonte. Ein Park im Stil einer englischen Gartenanlage umgibt den Palast und bietet Landausflüglern die Möglichkeit einer wohlverdienten Ruhepause. Allein der weite Blick über die Stadt lohnt den Weg hierher. Gut erreichbar ist der Hügel mit dem Bus, Haltestelle Piazza Vittoria oder Piazza del Municipio, oder per Taxi.

Neapel ruht auf einer Unterwelt aus Grotten, Grüften und Gängen, die beim Abbau des zum Bau der Häuser verwenden Tuffsteins im Laufe der Jahrtausende entstanden sind. An vielen Stellen der Stadt eröffnet sich ein Zutritt zu diesem Höhlensystem, so etwa auf der Piazza San Gaetano 68, von wo aus man an geführten Touren in die Unterwelt teilnehmen kann. Neben Wasserbecken und Hallen kann man hier auch die Reste eines Amphitheaters besichtigen.

Der Vesuv

1944 ist er zum (bisher) letzten Mal ausgebrochen, der 15 km von Neapel entfernt liegende Vesuv (rechts), mit rund 12 000 Jahren der jüngste und einzig noch aktive Vulkan auf dem europäischen Festland. Doch niemand weiß, wie lange er noch schläft. Fest steht aber, dass in seinem Inneren der Druck steigt. Ein 3 km tiefer Pfropfen erstopft den Schlot, während in 5 bis 7 km Tiefe das Magma weiter brodelt. Falls es zu einem neuerlichen Ausbruch kommt, sind mehr als 600000 Menschen, die rund um den Vesuv leben, gefährdet. Seit dem letzten Ausbruch hat der Vulkan zwei Gipfel: Der eigentliche Vesuv ist 1281 m, der Nebengipfel des Monte Somma ist 1132 m hoch. Der Hauptkrater hat eine Tiefe von bis zu 300 m und einen Durchmesser von 600 m. Schön ist der Blick vom Kraterrand über den Golf von Neapel.

Pompeji und Herculaneum

Pompeji

Pompeji

Am 24. August 79 brach der Vesuv aus. Innerhalb von sechs Stunden deckte er die römische Stadt Pompeji vollständig mit Asche zu. Glühende Lava erstickte den Ort Herculaneum. Die Städte wurden nicht wieder aufgebaut und gerieten in Vergessenheit. Aber Plinius der Jüngere (ca. 61-113), dessen Onkel und Adoptivvater bei dem Ausbruch ums Leben kam, hatte das Ereignis beschrieben und führte die Archäologen auf die richtige Spur. Im Jahr 1748 wurde mit den ersten Ausgrabungen begonnen, heute geben sie uns eine Vorstellung vom Leben in der Antike. Da stehen noch Reste von Kaufläden und die bemalten Mauern prächtiger Villen. In den Bäckereien fand man versteinerte Brote. Man entdeckte eine Mühle, eine Latrine sowie Graffiti an den Wänden. Auf den Straßen sieht man noch die Trittsteine, die es den Passanten erlaubten, die nasse Fahrbahn trockenen Fußes zu überqueren. Besonders beeindrucken aber die Toten – ihre Körper haben in der Vulkanasche Hohlräume hinterlassen. Man goss sie mit Gips aus und machte so die Menschengestalten wieder sichtbar als stumme Zeugen des Ausbruchs.

Amalfliküste und Capri

Capri

Capri

Mit 6,25 Kilometern Länge und maximal 2,5 Kilometern Breite ist die Insel Capri relativ klein. In Marina Grande legen die Fähren vom Festland an. Zu besichtigen sind die Ortschaften Capri und Anacapri, die Felsklippen des Arco Naturale und die Blaue Grotte, die wohl schon Kaiser Tiberius kannte.

Die Amalfiküste ist eines der landschaftlichen Wunder Italiens. Leider fehlt auf einer Kreuzfahrt oft die Zeit. Die Küstenstraße von Positano über Praiano nach Amalfi, Minori und Maiori verläuft hoch über dem Meer und bietet atemberaubend schöne Ausblicke auf traumhafte Buchten und malerische Orte. In Amalfi lockt der Dom mit dem Kreuzgang, dem Chiostro del Paradiso – und vor allem mit dem normannisch-arabischen Nachbarort Ravello hoch oben.

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