Livorno auf eigene Faust

Livorno auf eigene Faust

Pisa

Livorno ist eine moderne, an Sehenswürdigkeiten recht arme Hafenstadt an der Mittelmeerküste Italiens. Die Bewohner von Livorno waren und sind bekannt für ihre praktische Einstellung zum Leben und für ihre Sparsamkeit. Für die Kunst war daher hier nie Platz. Das einst unbedeutende Städtchen verdankt seinen Aufstieg zu einer wichtigen Hafenstadt dem Arno, der seine Mündung durch Anschwemmungen immer weiter von Pisa weg verlegte und so die Hafenstadt Pisa zu einer Binnenstadt machte. Cosimo II de‘ Medici ließ daher im Jahre 1571 den Hafen von Livorno anlegen. Das war dann der Schlussstrich unter die große Geschichte Pisas und der Anfang der Seestadt Livorno.

Heute ist die Stadt in der Toskana ein beliebtes Ziel von Mittelmeer Kreuzfahrten. Von hier sind Landausflüge ins nahe Pisa, nach Lucca oder gar nach Florenz möglich. Hier finden Sie Tipps für Ihren Landausflug in Livorno auf eigene Faust. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Stadt. Angebote lokaler Landausflugsveranstalter finden Sie u.a. bei Viator.

Transport in Livorno auf eigene Faust

Kreuzfahrtschiff in Livorno

Kreuzfahrtschiff in Livorno

Kreuzfahrtschiffe machen im großen Containerhafen von Livorno fest. Im Bereich des Hafens warten Taxen und Autovermieter (u.a. Hertz, Europcar) auf die Urlauber. Mit einem reservierten Mietwagen kann man direkt am Kreuzfahrtschiff starten und eigenhändig aus dem Hafen heraus fahren. Einer der Vermieter im Hafen von Livorno ist Sifracar Hertz (sifracar.com/home.htm).

Die Urlauber, die Livorno auf eigene Faust erkunden möchten, werden mit Shuttlebussen zur Piazza del Municipio im Stadtzentrum Livornos gefahren. Der Fahrpreis für diesen Service lag zuletzt bei 5 Euro. Es ist nicht möglich, zu Fuß aus dem Hafen zu laufen. Am Haltepunkt der Busse starten die Stadtrundfahrten mit den roten Bussen von City Sightseeing. Die Haupteinkaufsstraße ist die Via Grande gleich um die Ecke.

Der bequemste Weg nach Pisa oder Florenz sind die Bus der Firma Tuscany Bus. Die Fahrt nach Pisa und zurück kostet 15 Euro, die nach Florenz das Doppelte. Es gibt auch die Möglichkeit, beide Städte an einem Tag zu besuchen. Eine Verbindung nach Luca ist nach Angaben der Firma in Vorbereitung. Die meist weißen Busse von Tuscany Bus starten in unmittelbarer Nähe der Haltestelle der Shuttlebusse vom Hafen. Wir würden ein Ticket im Internet kaufen. Auf der Webseiten werden auch die aktuellen Abfahrtszeiten der Busse veröffentlicht.

Fahrkarten gibt es im Tabacchi

Fahrkarten gibt es im Tabacchi

Pisa ist alternativ auch mit der Bahn gut und vor allem günstig zu erreichen. Der Bahnhof von Livorno (Stazione Centrale) ist etwa zehn Busminuten (2,5 Kilometer) von der Haltestelle der Shuttlebusse entfernt. Die Busse der Linie 1 starten an Haltestellen in der Via Grande. Man kann Busfahrkarten (und i.d.R. auch Bahnfahrkarten) in einem der zahlreichen Tabakläden kaufen und dann im Bus entwerten. Die Bahnfahrt nach Pisa dauert nur etwa 15 bis 20 Minuten und kostet insgesamt (mit Rückfahrt) gut 5 Euro. Der Domplatz mit dem Schiefen Turm ist knapp 2 Kilometer vom Bahnhof entfernt. Der Weg führt durch das attraktive Stadtzentrum und die Fußgängerzone. Wenn Sie nach dem Besuch von Pisa noch Zeit haben, können Sie nach Lucca weiterfahren. Die wunderschöne toskanische Stadt ist nur knapp 20 Kilometer von Pisa entfernt und eine gute Alternative für den Rest des Tages. Die Fahrt mit dem Zug dauert etwa eine halbe Stunde. Bahnverbindungen können Sie auf der Webseite von Trenitalia.com abfragen.

Florenz ist bereits ca. 90 Kilometer von Livorno entfernt. Mit dem Zug benötigt man je nach Verbindung zwischen 1 Stunde und 8 Minuten und 1 Stunde und 44 Minuten. Die meisten Züge sind 1 Stunde und 20 Minuten unterwegs. Aber das kann sich beim nächsten Fahrplanwechsel wieder ändern. Positiv ist, dass es sehr viele Verbindungen gibt. Zweimal pro Stunde fährt ein Zug zum Hauptbahnhof Firenze Santa Maria Novella. Aktuelle Infos gibt es bei Trenitalia.com.

An dem Platz vor dem Hauptbahnhof (Piazza della Stazione) gibt es eine Touristeninformation. Die bekannten roten Sightseeing-Busse der Firma City Sightseeing starten vor dem Bahnhof zu ihren Rundfahrten. Zur Wahl stehen mehrere Routen. Nach dem bewährten Prinzip steigt man unterwegs aus und nimmt dann einen der nächsten Busse. Aber man kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auch bequem zu Fuß ablaufen. Die Kathedrale von Florenz ist nur etwa 600 Meter vom Bahnhof entfernt. Bis zur Brücke Ponte Vecchio läuft man ca. 1.2 Kilometer. Wer gut zu Fuß ist, sollte die wunderschöne Altstadt zu Fuß erkunden. Viel Spaß bei Ihrem Landausflug in Livorno auf eigene Faust.

Tipps für Ihren Landausflug in Livorno

Shuttle ins Zentrum

Shuttle ins Zentrum

Die Hafen- und Industriestadt Livorno hat für Urlauber relativ wenig zu bieten. Die meisten Urlauber bevorzugen einen Landausflug nach Pisa, Lucca oder Florenz. Diese drei toskanischen Städte haben alle eine Ära von politischer und kultureller Größe erlebt und sich auch heute noch das Tor zu einem goldenen Zeitalter der Kunst und Architektur: Zur Renaissance.

Pisa

Pisa war einst ein blühender Handelshafen an der Mündung des Arno. Triebsand verschob die Küste immer weiter und Pisa musste seine Stellung als wichtiger Hafen an Livorno abtreten. 1406 wurde die Stadt gewaltsam der Republik Florenz einverleibt.

Die Piazza del Duomo mit dem berühmten Schiefen Turm, dem Dom und dem Baptisterium sind ein Wunder der Architektur. Das Ensemble gehört zum Weltkulturerbe der Unesco und lockt Millionen Besucher an. Die Ironie des Schicksals hat es gewollt, dass Pisa seinen Weltruf einer bautechnischen Fehlberechnung verdankt. Schon während der Bauzeit merkte man, wie der Boden nachgab. Der Turm wurde deshalb in veränderter Form fertig gestellt. Die Glocken haben aber nie geläutet, um das Bauwerk durch die Schwingungen nicht zu gefährden. Der berühmte Galileo Galilei soll 250 Jahre später den Turm benutzt haben, um seine Theorie der Schwerkraft zu beweisen. In jüngster Zeit wurde der Schiefe Turm durch starke Stahlseile und Bleiplatten gesichert. Die Besichtung kostete zuletzt (März 2015) 18 Euro. Der ungewöhnliche Duomo besteht aus Marmor in allen Schattierungen und verbindet klassische, byzantinische und arabische Einflüsse mit romanischer Architektur. Die Altäre in den Seitenschiffen sind alle mit einem Gemälde von Andrea del Sarto geschmückt. Hinter diesen mächtigen Bauten liegt der Campo Santo. Einmalig an diesem Friedhof sind die ihn umgebenden kreuzgangähnlichen Mauern, die Fresken aus dem 14. und 15. Jh. tragen.

Aber auch die Stadt Pisa lohnt einen Spaziergang. Es gibt noch Teil der alten Festungsmauer und zahllose Kirchen, Paläste und malerische Straßen. Spazieren Sie die Via Crispi entlang zur Piazza Vittorio Emanuele II und dem Corso Italia entlang wieder zurück zum Arno. Im Museo Nazionale sind Werke von Pisaner Künstlern und alte Drucke ausgestellt.

Lucca

Kathedrale von Lucca

Kathedrale von Lucca

Lucca war im 13. und 14. Jahrhundert noch mächtiger und ruhmreicher als Florenz und Pisa. Hinter ihren 4 Kilometer langen Stadtmauern können Sie zahlreiche Marmorkirchen und Paläste bewundern. Der Marmor aus dem nahen Steinbruch von Carrara ermöglichte einen einzigartigen Baustil. Romanische Architektur mit zierlichen Loggias und feinen Skulpturen. Beginnen Sie Ihren Besuch beim Dom von San Martino der später mit weißem und schwarzem Marmor erweitert wurde. Das Zedern-Kruzifix im Dom soll Nicodemus geschaffen haben, kurz bevor Christus zu Grabe getragen wurde. Neben dem erzbischöflichen Palast hinter dem Dom steht die Kapelle der Santa Maria della Rosa, ein Prunkstück gotisch-romanischer Baukunst.

Die Piazza Napoleone, Luccas größter Platz, wird ganz vom Palazzo della Prefettura beherrscht, in dem früher die Großherzöge regierten. In der Pinacoteca sind Werke von Tintoretto, Giordano und Fra Bartolomeo zu sehen. Fahren Sie von der Piazza Napoleone in nördlicher Richtung zur Kirche San Michele in Foro, die an der Stelle eines römischen Forums erbaut wurde und von einer Statue des Erzengels Michael gekrönt ist. Die Bögen der zierlichen Loggia über dem Eingang sind ein Musterbeispiel toskanischer Architektur.

Auf der Via Fillungo kommen Sie, an Juwelier- und Antiquitäten-Läden und den alten Türmen von Luccas noblen Familien vorbei, zur Piazza del Mercato, die einst ein römisches Amphitheater war. Statten Sie auch der nahegelegenen Basilika San Frediano einen Besuch ab. Sie wurde vom irischen Bischof Frigidian im 6. Jahrhundert geschaffen. In diesem eher schmucklosen Gebäude ruht Santa Zita, die Schutzpatronin der Hausfrauen. Als würdigen Abschluss Ihres Lucca-Besuchs sollten Sie noch von den Wehrmauern aus die Aussicht auf die vielen Kirchen, Paläste und Glockentürme genießen.

Florenz

Duomo von Florenz

Duomo von Florenz

Nur wenige Nationen, geschweige denn Städte, haben in verhältnismäßig kurzer Zeit derart viele Größen in Literatur, Kunst und Politik hervorgebracht. Zu den weltberühmten Namen zählen Dante, Boccaccio, Giotto, Donatello, Botticelli, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Cellini und Machiavelli. Das ist schon äußerst ungewöhnlich für eine Stadt, deren Blüte kaum drei Jahrhunderte währte. Oft wird das Florenz der Renaissance mit Athen verglichen. Doch im Gegensatz zu Athens Ruinen gibt es um die Kunstdenkmäler der Arnostadt noch immer sprühendes Leben. Die mittelalterlichen Wehrbauten oder Renaissance-Paläste mit so bekannten Namen wie Strozzi, Pazzi, Salvati und Medici, sind noch heute bewohnt. Überall gibt es Interessantes zu sehen: eine Nische mit verblasstem Heiligenbild, ein verwittertes Wappenschild, eine Gedenktafel oder jahrhundertealte Eisenringe zum Anbinden der Pferde und Halten der Fackeln.

Am besten beginnen Sie Ihren Besuch auf den beiden Plätzen um den Dom, dem religiösen Zentrum von Florenz. Diesen können Sie vom Bahnhof kommend gut zu Fuß erreichen. Der mit weißen, grünen und rosafarbenen Marmorplatten verkleidete Dom heißt offiziell Santa Maria dei Flore. Die größte Kathedrale Italiens mit ihrem freistehenden Glockenturm kann 20 000 Menschen aufnehmen.

Liegen an der Piazza dei Duomo zwei der bedeutendsten Sakralbauten, so ist die nahe Piazza della Signoria von mächtigen Profanbauten gesäumt. Beeindruckend sind die Festungsmauern des Palazzo Vecchio oder Palazzo della Signoria. Er wurde im Jahre 1314 fertig gestellt und wurde später Sitz der Stadtregierung (die auch heute noch hier ist). Steigen Sie auch zur Terrasse unter den Zinnen und bis zur Turmspitze hinauf. In über 90 m Höhe bietet sich Ihnen ein herrlicher Rundblick über Florenz. Rechts vom Palazzo Vecchio liegt die in U-Form angelegte Uffiziengalerie, die bis zum Arno hinunterreicht. Heute birgt der Bau eine der größten Kunstsammlungen der Welt. In zeitlicher Reihenfolge (13. bis 18. Jahrhundert) sind die Werke der berühmtesten Maler Europas, vor allem Italiener, zu bestaunen. Von den beiden „Großen“ der toskanischen Schule, Cimabue und Giotto, werden thronende Madonnen mit Engeln gezeigt.

Schlendern Sie unbedingt über die älteste Brücke von Florenz, den Ponte Vecchio. Die Brücke aus Stein mit ihren angeklebten Wohnräumen und kleinen Geschäften, so wie sie heute noch steht, wurde 1345 gebaut. Den überdachten Gang über den Läden schuf Vasari für Cosimo L, damit dieser bequem – und trocken – vom Pittipalast in die Uffizien gelangen konnte. Der wuchtige Pitti-Palast aus dem 15. Jahrhundert war seit 1549 Residenz der Medici und Großherzöge der Toskana. Der Palast enthält heute Museen und Galerien. Dazu sehr schöne Parkanlagen.

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