Dubrovnik auf eigene Faust

Dubrovnik auf eigene Faust

Blick auf Dubrovnik

Dank diplomatischen Geschicks entwickelte sich Dubrovnik im Mittelalter zu einem unabhängigen Stadtstaat, dessen Handelsflotte es mit Venedig aufnehmen konnte. Zu jener Zeit hieß die reiche kleine Republik Ragusa. Doch nach dem verheerenden Erdbeben von 1667, das die Stadt fast völlig vernichtete, war das goldene Zeitalter Ragusas endgültig vorbei. Immerhin fand die Unabhängigkeit des Stadtstaates erst 1806 durch die Truppen Napoleons ein Ende. 1991 wurde die Stadt von der Jugoslawischen Volksarmee heftig bombardiert – eine gewaltsame Zerstörung der strahlenden »Perle der Adria, wie sie zuvor keiner Macht in den Sinn gekommen war. Wie ein Phönix aus der Asche ist die Stadt mittlerweile wieder auferstanden, unterstützt von der UNESCO – auf deren Liste des Weltkulturerbes sie seit 1997 steht – und internationalen Stiftungen. Auch wenn hier und da an alten Fassaden die Spuren der Zerstörung noch ablesbar sind, präsentiert sich Dubrovnik heute so anziehend wie eh und je. Viele Mittelmeer Kreuzfahrten ab Venedig machen hier Station. Hier finden Sie Tipps für Ihren Landausflug in Dubrovnik auf eigene Faust. Weitere Informationen hat das Dubrovnik Tourist Board. Angebote lokaler Landausflugsveranstalter finden Sie bei Viator oder Kreuzfahrtausflüge.de.

Transport in Dubrovnik auf eigene Faust

MSC Magnifica im Hafen Gruz

MSC Magnifica im Hafen Gruz

Bei gutem Wetter und ruhiger See ankern Kreuzfahrtschiffe gelegentlich bei der Insel Lokrum und bringen die Gäste mit Tendern direkt zum alten Hafen von Dubrovnik. Die meisten (großen) Kreuzfahrtschiffe machen jedoch im Hafen von Gruž im Nordwesten von Dubrovnik fest. Das historische Zentrum ist ca. 4 Kilometer vom Hafen entfernt.

Wer Dubrovnik auf eigene Faust erkunden möchte, kann einen kostenpflichtigen Shuttlebus (ca. 10 Euro) zu einem Platz vor den Toren der Altstadt nehmen. Durch das wenige Meter entfernte Pile-Tor gelangt man dann in das historische Zentrum. Die Busse pendeln zwischen dem Brsalje-Platz beim Pile-Tor und Ihrem Kreuzfahrtschiff hin und her. Wichtig: Kroatien gehört zwar zur EU, nicht aber zum Schengen-Raum. Am Hafenausgang wurde bei unseren Besuchen immer der Personalausweis kontrolliert. Nicht vergessen!

Öffentliche Busse am Busbahnhof

Öffentliche Busse am Busbahnhof

Eine gute Alternative sind öffentliche Busse. Der Busbahnhof befindet sich außerhalb des Hafengeländes in der Obala pape Ivana Pavla II 44a. Die Buslinien 1, 1a, 1b, 3 und 8 bringen Sie zum Brsalje Platz beim Pile Tor. Fahrscheine können an einem Kiosk gekauft werden. Leider kann man nur in Landeswährung (Kuna) bezahlen. Etwas Geld tauschen können Sie auch am Busbahnhof.

Schneller und bequemer sind lokale Taxen, die im Bereich des Hafens auf Kundschaft warten. Die Fahrt zum Pile-Tor am Eingang der Altstadt kostete 2016 13 Euro für bis zu vier Personen. Es können auch Rundfahrten für ca. 50 Euro pro Stunde gebucht werden.

Am Pile-Tor angekommen, kann man sich sehr gut zu Fuß fortbewegen. Die Entfernungen sind nicht sehr groß. Die große gerade Straße in der Altstadt ist die Stradun (auch Placa genannt), die Flaniermeile der Stadt. Sie können die Altstadt auf der gewaltigen Stadtmauer umrunden. Ein Einstieg ist direkt am Pile Tor. Der Weg auf der Stadtmauer ist allerdings recht beschwerlich (viele Treppen und Steigungen). Wenn Sie Dubrovnik bereits gut kennen, können Sie mit der Seilbahn auf den Hausberg Srd fahren und, wenn Sie möchten, hinunter wandern. Die Talstation ist ca. 400 Meter vom Ploče Tor entfernt. Das Ploče Tor ist das Gegenstück des Pile Tores an der östlichen Grenze der Altstadt.

Tipps für Ihren Landausflug in Dubrovnik

Flaniermeile Stradun in Dubrovnik

Flaniermeile Stradun (Placa)

Viele Kreuzfahrtschiffe kommen für einen halben Tag nach Dubrovnik. Ausreichend Zeit für eine Besichtigung der wunderschönen Altstadt. Diese betritt man, wenn das Kreuzfahrtschiff in Gruž liegt, durch das gotische Pile-Tor. Den Torbogen schmückt eine Statue des hl. Blasius, des Schutzpatrons der Stadt, der die Bewohner vor ca. tausend Jahren vor einem Angriff der Venezianer bewahrt haben soll. Mit dem Rücken zum Pile-Tor sehen Sie direkt vor sich den Großen Onofrio-Brunnen. Die Wasserversorgung wurde durch ein 11 km langes Aquädukt garantiert, das von den Gebirgsquellen bis zur Stadt führte. Gegenüber dem Brunnen steht die kleine Erlöserkirche (Crkva Sveti Spas) mit einer Renaissance-Fassade und einem gotischen Innenraum. Wie durch ein Wunder blieb sie bei dem Erdbeben verschont, das 1667 große Teile Dubrovniks zerstörte. Riesenhaft nimmt sich neben Sveti Spas die Kirche des Franziskanerklosters aus, die man durch ein reich verziertes Portal betritt. Die Klosteranlage stammt aus dem 14. Jh. und diente als Wehr- und Wachturm für das Pile-Tor, doch auch als Andachtsstätte. Im Kreuzgang mit dem Klostergarten ist eine Apotheke von 1317 – sie zählt zu den ältesten in ganz Europa – bis zum letzten Krug, Mörser und Stößel restauriert worden.

Die Placa (auch Stradun genannt), die breite Hauptstraße der Altstadt, verläuft schnurgerade vom Pile-Tor nach Osten. Äußerst harmonisch präsentiert sich die Flucht der vierstöckigen Bauten mit Bogeneingängen, die aus demselben hellen Stein bestehen wie das Pflaster. Noch heute ist die Placa rund um die Uhr belebt. Es wimmelt in den Läden, auf den Cafeterrassen und in den Restaurants von Menschen. Vom Uhrturm am anderen Ende der Placa, der 1929 wieder aufgebaut wurde, schlugen bereits im 15. Jh. die Stunden. Die Bronzesoldaten, die auf die Glocken hämmern, sind als „grüne Männer“ bekannt und gelten als Wahrzeichen der Stadt. Von der Rolandsäule in der Mitte des Platzes wurden im späten Mittelalter die neuesten Erlasse verkündet – und an ihrem Fuß öffentlich Übeltäter bestraft.

Auf der Stadtmauer

Auf der Stadtmauer

Der Sponza-Palast ist ein elegantes Stilgemisch aus Gotik und Renaissance. Hier befanden sich einst das Zollamt und die Münzstätte der Republik, heute ist im Palast das Staatsarchiv untergebracht. Das weitläufige Dominikanerkloster hinter dem Sponza-Palast bewachte einst das Osttor der Stadt. Es besitzt eine sehenswerte Sammlung religiöser Kunst. Der schöne spätgotische Kreuzgang diente eine Zeit lang den Soldaten Napoleons als Pferdestall. Gehen Sie wieder auf die Placa zurück, um sich die kleine barocke Blasiuskirche (Sveti VIaho) anzusehen, die im 20. Jh. nach dem Brand eines früheren Baus errichtet wurde. Beachten Sie im Innern der Kirche die Statue des Schutzheiligen mit einem Modell der ummauerten Stadt in der Hand. Dubrovniks eindrucksvollstes Gebäude, der Rektorenpalast mit Arkaden und schönem Innenhof ist ebenfalls

Die schönste Gesamtansicht der Altstadt hat man von dieser gewaltigen, fast 2 km langen Stadtmauer aus, die mit ihren 15 Türmen, 5 Bastionen, 2 Ecktürmen und der Festung der Stolz der Stadt ist. Die beste Aussicht bietet sich vom Minceta-Turm in der nördlichen Ecke der Mauer. Dieser große Rundbau verkörpert den einstigen Stadtstaat auf dem Höhepunkt seiner Macht. Ein Rundgang auf den Stadtwällen dauert etwa eine Stunde und bietet ständig neue, unvergessliche Ansichten dieser prachtvollen Stadt mit blühenden Gärten und glitzernden Stränden.

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